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das ist etwas, was vom deutschen S.1 a n d p u n k t aus an dieser Entwicklung zu begrüßen ist! Flugs haben ja französische und polnische Zeitungen daraus ein Ab- rücken von Deutschland gemacht, dem man ja auch aller­hand dunkle militärische Vereinbarungen mit Rußland nachzusagen gewohnt war. Das Gegenteil ist richtig: Immer hat Deutschland darauf hingedrängt, Rußland die Tore Europas weiter öffnen zu lassen, und wenn auf der Genfer Abrüstungskonferenz Litwinow seine für Frank­reich nicht gerade sehr angenehme Rolle spielte, so konnte dies geschehen, weil auf deutschen Antrag im Völkerbund auch die Sowjetregierung zu den internationalen Ver­handlungen über die A b r ü st u n g s f r a g e eingeladen worden ist.

Die Mndschureifrage in Genf.

Der Mandschurcistreit an die Vollversammlung verwiesen.

Der Völkerbundrat schloß die Verhandlungen über den mandschurischen Streit ab und verwies die Angelegenheit an die außerordentliche Vollver­sammlung. Ter Zusammentritt der Vollversammlung wird Anfang Dezember erwartet.

Der Völkerbundrat und die im Rat vertretenen Groß­mächte sind damit einer Stellungnahme zur mandschu­rischen Frage ausgewichen. Die Schlichtung des Streites ist nunmehr in die Hände der außerordentlichen Völkerbundversammlung gelegt, in der die Stimmung und die politischen Gegensätze in der mandschurischen Frage f ü r C h i n a weit günstiger liegen als im Rat.

Kirche und Reichsreform.

Winterfitzung des Deutschen Evangelischen Kirchenausschuffes.

Der Deutsche Evangelische Kirchenaus­schuß befaßte sich auf seiner Wintersitzung in Berlin erneut mit den Fragen der R e i ch s r e f o r m. Angesichts der Tatsache, daß durch die Reichsreform auch kirchliche Interessen wesentlich berührt werden, wurde erneut die Forderung erhoben, daß der Kirchenausschuß als das hier­für zuständige kirchliche Organ möglichst frühzeitig gehört werde. Im Rahmen der schulpolitischen Beratungen er­hob der Kirchenausschuß von neuem die Forderung nach einem Reichsschul ge setz. Für seine grundsätzliche Stellung zu den Schulfragen bleibe nach wie vor maß­gehend das Schulprogramm des Deutschen Evangelischen Kirchentages vom Jahre 1921, in dem u. a. für die evan­gelische Bekenntnisschule volle Entfaltungsfrei­heit gefordert wird bei Anerkennung des geschichtlichen Rechtes der christlichen Simultanschule, soweit sie sich in einzelnen Gebieten eingebürgert hat. In der Berufs­schule, für die sich der Kirchenausschuß mit Entschieden­heit einsetzte, sei nicht allein eine Fach-, sondern eine Er­ziehungsschule zu erblicken und damit die Einfüh­rung des Religionsunterrichts als ordentliches Lehr­fach anzustreben.

Zeichen der Arbeiismarkt-efferung.

Steigende Beitragseinnahmen der Invalidenversicherung.

Neben den Krankenkassen melden auch die Landesvers icherungsanst alten seit den Som­mermonaten ständiges Ansteigen der Beitragsleistungen als deutliches Zeichen einer Besserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Es sind im Juli d. I. 51,3 Mil­lionen Mark Beiträge zur Invalidenversicherung ein­gegangen, im August 52,3 Millionen, im September 55,1 und im Oktober 56,9 Millionen Mark. Die Beitrags­leistungen waren also im Oktober um 5,6 Millionen Mark höher als im Juli. Da Beitragserhöhungen nicht vor­genommen worden sind, muß also die Zahl der Arbeitnehmer entsprechend gestiegen sein.

Zeppelin-Landungsplatz in Sarcelona.

Auch Sevilla wird Landungsplatz.

Nach einer Meldung aus Barcelona hat Dr. Eckener sich bei seinem letzten Aufenthalt in der katalonischen Hauptstadt bereit erklärt, Barcelona als Zwischen- landungspla tz auf seinen Fahrten nach Südamerika in das Programm einzuschalten. Er hat auch bereits den für diese Zwischenlandungen vorgesehenen Platz besucht, auf dem nunmehr ein Ankermast nach den Vorschriften der Zeppelinleitung errichtet werden soll. Dr. Eckener erklärte, daß er auf der Hinfahrt jedesmal in Barcelona landen werde, um Pasiagiere und Post zu übernehmen. Auf der Rückfahrt soll eine Landung nur dann erfolgen, wenn min­destens sechs Passagiere ausgeschifft werden müssen. Als Landungsplatz auf der Rückfahrt ist nach wie vor Sevilla vorgesehen, wo im Jahre mindestens 18 Lan­dungen erfolgen sollen.

Gleichberechtigungsbesprechuug verschoben?

_ Es hat den Anschein, als ob die ursprünglich für Mitte dreier Woche in Aussicht genommene Vier-oderFünf- mächtebesprechungzurGleichberechtigungs- frage noch etwas verschoben werden dürfte, da einige der beteiligten Persönlichkeiten zu diesem Zeitpunkt ander­weitige Verpflichtungen haben. Ec- r deshalb noch unge­wiß, wann die Besprechungen s!c wen.

Vermischte Nachrichten

Schweres Verkehrsunglück in Breslau

_ Breslau. In der Tilsiter Straße ereignete sich ein schwerer Verkehrsunlall. Ern Verkehrsomnibus, der einem vorschrifts­widrig fahrenden Radfahrer ausweichen wollte, fuhr gegen den Chauffeestein und schlug um. Der Radfahrer wurde dennoch überfahren und getötet. Elf Insassen des Omnibusses wurden zum Teil schwer verletzt.

Auch das dritte Opfer des Seilbahnunglücks gestorben.

Freiburg i. Breisgau. Der bei dem Unglück auf der Schau- inslandbahn schwerverletzte, aus Xanten stammende englische Staatsangehörige Wilhelm Kühltal aus London ist seinen schweren Verletzungen erlegen.

Politischer Mordanschlag in Sofia.

Sofia. In der Reihe der Mazedonierattentate in Sofia ist wieder ein Anschlag Ju verzeichnen, dessen Opfer der Ab­geordnete der mazedonischen Sooranjegruppe Philippofs wurde. Philippofs wurde abends auf dem Nachhauseweg in einer Stt.ahc Sofias von mehreren Unbekannten überfallen und durch 15 Pistolenschü/e so schwer verletzt, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird. Sein Leibwächter wurde durch einen der ersten Schüsse gelötet. '

Wahlen hier und dort.

Gemeindewohlen in Norddeutschland.

Erfolge der bürgerlichen, Verluste der sozialistischen Parteien. — Die NSDAP, nun stark vertreten.

Das Ergebnis, das jetzt über die Wahlen am Sonntag aus vierzehn bremischen Landgemeinden vor­liegt, zeigt, daß, verglichen mit den Reichstagswahlen vom 6. November, bei einer Wahlbeteiligung ^von 81 Prozent die bürgerlichen Parteien einen weiteren Stimmenzuwachs bekommen haben, während die sozialistischen Parteien dort starke Verluste erlitten. So erhielten die Nationalsozia­listen bei den Gemeindewahlen 894 Stimmen (am 6. November 1191), die Sozialdemokraten 4160 (4307), die Kommunisten 567 (634) und die bürgerlichen Parteien 2792 (2330). Gegenüber den letzten Gcmeindewahlen haben im Jahre 1929 die Nationalsozialisten selbstverständlich Man­date gewonnen, da sie bisher in den Parlamenten der Landgemeinden überhaupt nicht vertreten waren und jetzt mit 14 Abgeordneten dort einziehen können. Die Sozial­demokraten und Kommunisten haben gegenüber 1929 zehn Mandate verloren.

Im hamburgischen Städtchen Geesthacht, in dem ebenfalls Gemeindcwahlen am letzten Sonntag durch­geführt wurden, ist derselbe Erfolg der bürgerlichen Listen und der Rückgang der sozialistischen Parteien zu ver­zeichnen. Gegen die letzte Reichstagswahl am 6. November gingen die Nationalsozialisten von 956 auf 689 zurück, die Sozialdemokraten von 856 auf 681, die Kommunisten von 1289 auf 1057. Zwei Mittellisten erzielten 512 Stimmen gegenüber 370 bei der letzten Reichstagswahl.

Im märkischen S o l d i n sind die Nationalsozialisten gegen die Reichstagswahlen von 1663 auf 1374, die Sozial­demokraten von 671 auf 508, die Kommuuisten von 536 auf 421 Stimmen zurückgegangen. Die Heimatliste erzielte 859 Stimmen. Die Mandate verteilen sich: 8 NSDAP., 5 unpolitische Heimatliste, 3 SPD., 2 KPD.

Zu der ergebnislos gebliebenen Äürgermeistcrwahl im hessischen Kurort Jugenheim an der Bergstraße kandidierten nicht weniger als neun Bewerber. Der er­folgreichste von ihnen erzielte 251 (von 941) Stimmen, der erfolgloseste überhaupt keine. Soweit die Kandidaten als Parteivertreter auftraten, haben sie nicht entfernt die Stimmen der letzten Reichstagswahl zu erreichen gewußt. Die NSDAP, ging von 457 auf 133, die SPD. Von 177 aus 55, die KPD. von 94 auf 31 Stimmen zurück.

Der letzte Enkel des Turnvaters Zahn gestorben.

46 Jahre Turnlehrer in Amerika.

Aus Chikago kommt die Nachricht vom Hinscheiden Friedrich Ludwig Jahns, des letzten Enkels des Turn­vaters, dessen beide Vornamen er trug Der Verstorbene wurde 1864 in Baltimore geboren; in seinen Jugend­jahren weilte er mit dem Vater in Deutschland und er­lernte hier die ersten Grundlagen des Turnens. Im Alter von ^2 Jahren kam Friedrich Ludwia Iahn, äußer-

Turnvater Jahns Enkel

Der Enkel des Turnvaters Jahn, Friedrich Ludwig Jahn, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Er wirkte zuletzt als Turnlehrer an der Technischen Hochschule in Chikago in den Vereinigten Staaten.

lich dem Großvater auffallend ähnlich, nach Chikago^ und war in den dortigen Schulen 46 Jahre lang als Turn­lehrer tätig. Die letzten 15 Jahre wirkte er als Leiter der Körperbildung an der Crane Technischen Hochschule.

Im Sommer 1928 weilte Jahn anläßlich des Kölner Turnfestes zum letztenmal in Deutschland und nahm als Ehrengast der Deutschen Turnerschaft an vielen Gedächt­nisfeiern für den Turnvater teil. Damals wurde er auch vom Reichspräsidenten von Hindenburg empfangen.

Mit dem Chikagoer Turnlehrer Friedrich Ludwig Jahn ist die Familie des Turnvaters in der männlichen Linie ausgestorben. Es lebt nur noch ein Urenkel des Turnvaters in Berlin, der Nachfahre einer Tochter Jahns.

Der Hamburger Gerumskandal.

Selbstmordversuch Dr. Enochs vor der Verhaftung.

Der Hamburger Arzt Dr. E n o ch war bekanntlich verhaftet worden, weil er beschuldigt worden war, minder­wertige Seren hergestellt und unter gefälschten Kontroll­plomben zum Vertrieb gebracht zu haben. Wie jetzt be­kannt wird, hat Dr. Enoch kurz vor seiner Verhaftung einen Selbstmordversuch unternommen. Als Dr. Enoch von seiner bevorstehenden Verhaftung erfuhr, brachte er sich am linken Unterarm eine kleine Verletzung bei. Dann zersplitterte er eine Ampulle mit Tetanus Toxin (Starrkrampfbakterien) und stieß den gefährlichen Inhalt in die Wunde. Als die Kriminalbeamten bei ihm eintrafen, mußte er sofort ins Hafenkrankenhaus über­geführt werden.

Zum Tode verurteilt.

Tas Urteil im Elmshorner Mordprozeß.

Im Elmshorner Mordprozeß hat das Altonaer Schwur» Gericht das Urteil gefällt. Der Angeklagte Schmitz wurde wegen Mordes zum Tode sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte auf Lebenszeit verurteilt.

Ter Kaufmann Schmitz aus Elmshorn stand unter der 2lm Oage, seinen Geschäftsteilhairer, den Kaufmann Schinkel, sowie den Kaufmann Petersen erschossen zu haben. Petersen war der Nachfolger von Schmitz als Zahlstellenleiter des D. H. V. r Deutschnationaler Hanvlungsaehilfcnverband) und hatte Un­regelmäßigkeiten des Schmitz in dessen Geschäftsführung auf- geveckl. Der Tod Schinkels wurde zunächst als Selbstmord an­gesehen. In diesem Falle konnte Schmitz ein Mord auch nicht einwandfrei nachaewiescu werden, weshalb auch der Staats­anwalt im Falle Schinkel Freispruch beantragt hatte.

Kast wie bei uns!

Rationale Konzentration und Ermächtigungsgesetz auch in Belgien?

Der Ausgang der belgischen Wahlen scheint über­raschende und tiefgreifende Folgen zu ergeben. Von der liberalen Partei, die am stärksten geschwächt aus den Wahlen hervorgeht, wird jetzt den Katholiken der sofortige Austritt der liberalen Minister aus dem Kabinett der starken Persönlichkeiten angedroht. Die Regierung, vor allem der Ministerpräsident, will sich mit allen Mitteln einem Bruch der Koalition widersetzen, da die Finanz­lage des Landes dringende Maßnahmen erforderlich mache. Man erwägt, dem König unter Umständen eine sofortige W i e d c r a u f l ö s u n g des Parlaments vorzuschlagcu. Der Gouverneur der Socidtd gönërale, Francqui, verlangt ein Kabinett der nationalen Union, das von der- Kammer mit einem weitgehenden Ermächtigungsgesetz ausgestattet werden soll, um die dringenden Staatsaufgaben zu lösen.

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Die endgültigen Ergebnisse der belgischen Kammerwahlen.

Brüssel. Die endgültigen Wahlergebnisse der belgischen Kammerwahlen liegen wie folgt vor: Katholiken 79 (+ 3), Sozialisten 73 (+ 3), Liberale 24 (— 4), flämische Nationalisten 8 (— 2), Kommunisten 3 (+ 2) Sitze.

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Zusammenstöße bei den belgischen Wahlen.

Der Wahltag in Belgien verlief diesmal sehr un­ruhig. Es kam zu allen möglichen Zwischenfällen, die besonders heftig im ehemaligen deutschen Gebiet Eupen und Malmedy waren. In Eupen stießen deutsche Sozialisten und Anhänger der altbelgischen katholischen Union auseinander. Es kam zu einer heftigen Prügelei, die sechs Verletzte sorderte. Zwischen Deutschen und Alt­belgiern kam es auch im Dorfe Ketlenis zu Zusam­menstößen. In A n t w e r p cn gerieten Katholiken und Sozialisten aneinander. Elf Personen wurden verletzt, vier darunter schwer. Die Kämpfenden schossen auch auf die Polizei. In Mouscron (Westflandern), einer Arbeiterstadt, griff Rote Garde das Gcwerkschaftshaus der christlichen Fachverbände an. dessen Fassade völlig zer­trümmert wurde.

Parlamentarismen aus Hessen.

Darmstadt, 28. Nov. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags ist für Freitag, den 2. Dezember, nachmittags 3.30 Uhr, einberufen worden. Die Tagesordnung umfaßt 15 Punkte, und zwar neben einer Reihe von Eingaben sechs Anträge der Nationalsozialisten einen Zentrumsan- trag, einen Antrag Glaser, einen sozialdemokratischen und zwei kommunistische Anträge.

Für Arbeitsdienst und Siedlung.

Jungdeutsches Schulungskapitel in Fulda. - 8

Fulda, 27. Nov. Die Eroßballei Hessen-Nassau des Zungdeutschen Ordens hielt gestern im Bürgervereinshaufe ein Schulungskapitel ab, das im Zeichen des Freiwilligen Arbeitsdienstes und der Siedlung stand. Außer Mitglie­dern der jungdeutschen Ortsgruppe Fulda waren zahlreiche Brüder und Schwestern des Balleigebietes anwesend. Nach einer internen Aussprache über die augenblickliche politi­sche Lage fand gegen 11 Uhr ein Lichtbildervortrag über den Freiwiillgen Arbeitsdienst in Oberhessen statt, zu dem eine Reihe von geladenen Gästen, u. a. Landrat Frhr. von Eagern und der Leiter des hiesigen Arbeitsamtes Dr. R o m p e l erschienen waren.

Der Referent der Tagung, Komtur der Ballei Ober- Hessen, Krausch- Gießen, betonte zunächst, daß der Jung­deutsche Orden bereits seit einem Jahrzehnt in zäher Ar­beit für den Arbeitsdienstgedanken und die Landnahme gekämpft hat. Der Redner erinnerte daran, daß der Orden bereits im Jahre 1924 ein Volksbegehren in die Wege zu leiten versuchte, das die Einführung der Arbeitsdienst- pflicht zur Schaffung volkswirtschaftlicher Werte insbeson­dere von Siedlungen zum Ziele hatte. Aus finanziellen Gründen und durch die Tatsache, daß gewisse Interessenten­kreise diesen Plan sabotierten, scheiterte damals die Durch­führung des Volksbegehrens. Inzwischen hat sich die Rich­tigkeit dieser jungdeutschen Gedanken bestätigt, und die Entwicklung hat gezeigt, daß auch die Regierung sich dieser Volksnotwendigkeit nicht mehr verschließen kann. Nach­dem die Brüningsche Notverordnung vom 5. Juli 1931 er­lassen war, richtete der Jungdeutsche Orden nach heftigen Auseinandersetzungen mit Parteikräften, die aus Eruv- penegoismus den Arbeitsdienst zu sabotieren versuchten, ob­wohl sie in der Oeffentlichkeit aus propagandistischen Grün­den dafür eingetreten waren, bei Bautzen sein erstes Frei­williges Arbeitskorps ein, das das erste in Deutschland war. Seitdem marschiert der Gedanke des Freiwilligen Arbeitsdienstes, und Zehntausende haben durch seine Verwirklichung Arbeit und neue Lebensfreude gefunden. Besonders im Gebiete des Arbeitsamts Gießen wurden zahlreiche Arbeitskolonnen ins Leben gerufen, in denen nicht weniger als 25 % sämtlicher Arbeitslosen erfaßt werden konnten. Auch hier hat der Jungdeutsche Orden bahnbrechend gewirkt und sich in einer großen Anzahl von Arbeitskolonnen als Träger des Dienstes eingesetzt.

An Hand einer stattlichen Anzahl von Lichtbildern schilderte der Redner das Leben und Treiben in den jung­deutschen Freikorps der Arbeit in Oberhessen. In diesen Lagern wurde eben der Erzielung einer tüchtigen volks­wirtschaftlichen Leistung besonderer Wert auf die Gemein­schaftsbildung und die Ueberbrückung der politischen Ge­gensätze gelegt, und in der Tat hat sich herausgestellt, daß gemeinsame Arbeit zur Sachlichkeit erzieht und den Partei­fanatismus ausschaltet. Diese Erfahrung wurde ebenso in den offenen wie in den geschlossenen Lagern gemacht.

Hierzu wurde von Herrn Landrat Frhr. v o n E a g e r n ausgefllhrt, daß nach einer neuen Bestimmung die Arbeits­dienstwilligen in erster Linie in geschlossenen Lagern zu­sammengefaßt werden sollen. Wie der jungdeutsche Refe­rent hierzu erklärte, würde sich diese Maßnahme äußerst nachteilig für den Freiwilligen Arbeitsdienst auswirken, da in ländlichen Bezirken die Zusammenfassung der Ar­beitswilligen in der Form von offenen Lagern zumeist leichter und billiger ist. .

In enger Verbindung mit der Förderung des Freiwil­ligen Arbeitsdienstes als Vorstufe für eine wertschaffende Volksdienstpflicht erstrebt der Orden eine großzügige Neu­ordnung des deutschen Raumes (Siedlung) und des deur- schen Staates. Wie bekannt, fordert der Führer des JUiP- deutschen Ordens Artur M a h r a u n in dem kürzlich