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Bei deutschen Brüdern und Schwestern in Jugoslawien.

Im Auftrag des „Schwäbisch-deutschen Kultur­bundes" in Neusatz unternahm Lehrer Wilhelm Becker aus Hornbach j. Odw. im letzten August eine Vortragsreise zu den Donauschwaben im Banat, in der Vatschka und in Syrmien. Er sprach in verschiedenen Städten und Dörfern über das Thema „Die Reform der Landschule", an Abenden über „Elternhaus und Schule". Aus seinem reichen Schatz von Erfahrungen schreibt er folgendes:

„Einen Vorwurf kann ich euch nicht ersparen! Ihr habt uns vergessen gehabt! Ihr habt nicht mehr gewußt, daß an der Donau auch Deutsche wohnen!" Das soll ich den Brüdern und Schwestern im Reich ausrichten. So hat mirs der alte Wittmann in der deutschen Siedelung Franz­feld bei Belgrad in einer unvergeßlichen Abendstunde eingehämmert. Wahrlich, ein kluger Dauer, dieser alte Wittmann, ein feiner Kopf! So abgewogen hat er das Schicksal der Donauschwaben geschildert, wie sie über ein­einhalb Jahrhunderte die verschiedensten Anstürme der Nachbarvölker hatten über sich ergehen lasten müsten, wie die Herrschaften wechselten: der Bauer aber stand treu auf seiner Scholle, in seinem Volkstum! „Wenn alle deutsche Kultur zu versinken drohte unter den Nationalisierungs­bestrebungen der Herrenvölker, da konnten wir nicht ver­gessen, was die Mütter uns einst ins Ohr geflüstert, wie die Mutter uns einst beten gelehrt". So sprach's ein alter grauköpfiger Bauer mit zarter Stimme in später Abendstunde. Immer wieder dasselbe Lied: „Wir können und dürfen nicht los von unserer ererbten Kultur, von dem, was uns die Väter überbracht als heiliges Gut der Heimat. Sprache und Volkstum haften uns an wie der Schatten, und wenn wir es wollten, könnten wir uns nicht davon lösen". Diese Selbstverständlichkeit wurde bekräf­tigt von dem serbischen Schuldirektor, der es klipp und klar aussprach: „Wenn ein Deutscher zu uns käme und würde sagen: „Ich paste mich eben den Verhältnisten an, ich lebe im serbischen Staat, nun ja, ich bin jetzt auch Serbe", so müßten wir ihm sagen: „Geh, du Verräter! Heute verleugnest du dein eignes Fleisch und Blut, morgen wirst du uns verleugnen!" Der Serbe bemüht sich, den Deutschen, den er als Kulturträger in seinem Lande schätzt, auch in seiner volklichen Eigenart zu achten. Er weiß eben nur zu gut, wie weh der Druck des herrschenden fremden Volkes tut, wenn es das kostbarste Erbgut der Minderheit, Sprache und Kultur, antastet. Er will nicht in denselben Fehler verfallen, unter dem er unter ungari­scher Herrschaft einst so schwer gelitten.

Wie traut es klingt, wenn man weit, weit von der Heimat doch so heimatlich begrüßt wird. „Gu'n Dag!" „Gu'n Morjed!" „Gu'n Owed!" Wenn die „Eot" das „Lißje" auf den Arm nimmt und die „Väsel" uns erzählt von dem „Dreck uff de Gaß" und ihre „guti Viehzucht" rühmt, wenn die „Weibsleit no Belgrad gäihn" und wenn die „Bärwel" von ihrem Herzallerliebsten ganz genau weiß, daß er „enn ordentlicher, schäiner Bu is", wenn sie genau weiß: „Er werd ma fchunn alles vazäihle, wann ich nunner kumm", nämlich zur Baustelle in Belgrad, auf der er als Maurer arbeitet, und die Mutter schäkert nur so: „Lißje, bischt bäis? — Bleib emol ruig stäih, sunscht fliegscht de zum Fenschter naus" und „E'schwind Lißje, ich will der emol dei Rotznas butze!" Aber die Höhe erreicht doch die Heimatlichkeit, wenn die besorgte Mutter kurz vor Belgrad erklärt: „Kumm Lißje, mer gäihn emol brunse, in Belgrad kann ma doch net brunse!" Wer jetzt noch zweifelt an der Ilnverlierbarkeit sprachlichen Gutes, dem ist nicht zu helfen.

Seien wir ehrlich: Wer von uns hat eigentlich eine rechts Vorstellung von diesen deutschen Sie.delungen? Man muß sie gesehen haben! Ich hatte mancherlei Berichte von Kriegskameraden, die auf dem Balkan waren, ge-

Die vom Heidehof.

Roman o. Henriette Brey.

Copyright by Romondienst „Digo" Berlin-Schmargendorf.

10 > (Nachdruck verboten.)

Verwünschte Geschichte, daß sie gerade jetzt mit ihrer Mut­ter einige Tage verreist war, wie er zufällig hörte. Ihm per­sönlich wäre es schon gelungen, die Sache als nicht so schlimm darzustellen, den bösen Eindruck zu verwijch.en.

Andererseits freilich — seine Stirn senkte sich in Scham — es war doch gut, daß er jetzt nicht in ihre vertrauenden Augen schauen mußte . . .

Diese unselige Fahrt nach dem Hörselberg mit den Freun­den und — Freundinnen!

Wie weiland Tannhäuser, der in den Festeln der Venus Verstrickte, hatte auch er geseufzt: „Herr — so hilf mir von dem Weibe!" nämlich von der schönen Rosa, die, kaum daß er wieder aus der Verschollenheit austauchte, kurzerhand sei­nen Nachfolger fallen ließ und ihn aufs neue umgarnte. . .

Nein, die wüste Geschichte muhte setzt wirklich ein Ende haben. Das war er Adelheid und sich selbst schuldig! Er mutzte jetzt entschieden diese unwürdigen Fesseln brechen.

Nur, daß es jo verwünscht schwer war. . so schwer-- In übelster Laune verließ Clemens die Heimat.

8.

Novemberstürme fuhren über die verödete Heide, feind allem Leben. Wie unholde Gäste rasten und tobten sie. Zornig peitschten sie die kümmerlichen Zwergkiefern, die sich mit allen Wurzeln mühsam im Mutterboden festklammerten und sich atemlos gegen ihre Wucht stemmten. Sie wirbelten die letzten welken Blätter von Baum und Strauch, rissen die beedeljchleier, die aus Moor und Sumpf stiegen, in Fetzen und scheuchten alles Getier in seine Schlupflöcher.

Das fit keine gute Zeit für die Alten und Kranken. Der eisige Atem des Sturmes löscht gar manches schwach flak- kernde Licht aus.

Auf dem Heidehofe stand jetzt alle Tage der Doktorwagen. Auch der Pfarrer nahm oft den Weg dorthin Denn die alte Annemöhne rüstete sich, aus dem irdischen Alltag hinüber- zugehen in den himmlischen Festsaal, in die palmenraufcbenbe Paradiesherrlichkeit, von der sie in ihrem zerlesenen „Klei­nen Myrrhengarlen mit grobem Druck" so viel tausendmal gelesen und geträumt hatte.

Und just, als der erste Schnee fiel und es auf der winter­lichen Erde ungemütlich zu werden begann, tat sie für immer die Augen zu vor der irdischen Mühseligkeit und retletx sich in eine lichtere Iemeitswelt

Es gab eine gewaltig große Leiche, wie es dem Reichtum und Ansehen der Heidgers entsprach.

Soviel Ehre hatte das alle Weiblein im Leben nie empfan­gen! Die ganze Verwandtschaft und Freundschaft war zur Bestattung aeladen.

Wt, und stellte mir lediglich' eine Unzahl primitiver Bauerndörfer vor mit deutscher Sprache und Sitte. Ich hatte mir dies Bild zusammen gedacht. Was ick dort erlebte, war eine völlige Ueberraschung: ganz geborgen in eine deutsche Welt ausgenommen zu werden, in eine Welt voller Herzlichkeit, Gastfreundschaft, Aufgeschlossen­heit, Ehrlichkeit und Brüderlichkeit, so voll Hunger nach der alten Heimat so voll Fragen und Sorgen um das deutsche Schicksal, das Zusammensein und selbst der Hände­druck so klar sprechend! Immer wieder neu das elementare Erlebnis und das frohe Bewußtsein „Wir find Brüder und Schwestern!"

Wenn auch die Landschaft, die weite, unendliche Donau­ebene mit ihren endlosen Weizen- und Kukeruzfeldern (Mais), den Besucher etwas eigenartig anmutet, wenn Paprika und Melonen uns auf den ersten Bissen nicht recht munden wollen, wenn die geometrische Anlage der Dorfpläne, der Gemarkungsgrenze und des Wegnetzes durch den „Hotter" (Gemarkung) und das gleichförmige Bild der Häuseranlagen nüchtern wirken aus das Auge, das die alten, mehrhundertjährigen Holzhäuser in deut­schen Gebirgsdörfern gewöhnt ist: Ueberall und überall, auf der Diele und im Wohnzimmer, in Küche und Schlaf­raum, im Keller und in der Vorratskammer, in Kisten und Schränken, in Hof und Stall, im Dorf und auf den Feldern, überall dieselbe peinliche Ordnung und Sauber­keit, überall deutsche Gründlichkeit. Es ist, als ob die „züchtige Hausfrau, die drinnen waltet und herrschst weise im häuslichen Kreise", den stämmigen Bauern überbieten wollte an treuer, peinlicher Pflichterfüllung.

Die deutschen Bauern dort im Banat, in der Vatschka, in Syrmien muß man kenncngelernt haben! Nur mit sehr primitiver Schulbildung aufgewachsen, hat dieser Volksschlag prächtige Bauerntypen hervorgebracht. Da wird nicht alles so gemacht, wie man es von Großvater und Urgroßvater überliefert bekam. Der „schwäbische" Bauer ist durch Zeitung, Vorträge und privates Studium bestens orientiert über die neuesten Forschungsergebnisse der einschlägigen Wissenschaft, er weiß Bescheid über das Geschehen in der ganzen Welt, nimmt mit kühlem Kopf teil an den politischen Kämpfen in Deutschland. Nichts schmerzt ihn mehr als der Parteihader, der Bruderkampf „draußen im Reich". Seine schlichte Sachlichkeit stellt alle politischen und konfessionellen Differenzen zurück hin­ter das elementare Bewußtsein: Wir sind in erster Linie Deutsche und als Schicksalsgemein­schaft darauf angewiesen, in echter Brü­derlichkeit und Hilfsbereitschaft unsere Not zu meistern. Dabei beherrscht er in erstaunlicher Anpassungsfähigkeit an das dortige Völkergemisch — rund­um wohnen Serben, Ungarn, Rumänen, Vulgaren, Kroa­ten, Slowenen, Tschechen,- Zigeuner — nicht selten 2, 3, 4 Sprachen. Aber fehlerlos schreiben kann er in gar vielen Fällen noch nicht drei Sätze. Liegt in dieser Tat­sache, die mir ein solcher Prachtmensch erschüttert einge­steht, nicht eine tiefernste Mahnung für uns? Muß uns nicht mehr und mehr daran gelegen sein, unseren Brüdern und Schwestern im fremden Lande zu Hilfe zu kommen bei dem Bemühen um die Erringung der notwendigen geistigen Güter? Bedarf es eines stärkeren Beweises für den geistigen Hunger dieser Menschen als des folgenden? Ein Bauer — mit einem Stelzfuß! — fährt 100 km weit mit der Bahn, um den pädagogischen Vorträgen, die ein „Deitschländer" in Betschkerek hält, beizuwohnen! Ledig­lich deshalb, um für die Erziehung seines neunjährigen Sohnes klare Richtlinien mit heimzunehmen! Eine Reihe von präzisen, gewichtigen Fragen legt er vor und ver­langt eine ebenso präzise Antwort. Und dann: Einfache Bauersfrauen kommen zu denselben Veranstaltungen, hören stehend die Vorträge, eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden! Am Vormittag und am Nachmittag! Und zum Elternabend sind sie wieder da. Die angebotenen Stühle lehnen sie dankend ab. „Wir können stehen!" Und wie­derum: Als in vorgerückter Stunde die Berichte aus deut­scher Heimat, aus deutschem Dorfleben mit Rücksicht auf die

Nachher im Wirtshaus beim Leichenschmaus, als man die Tugenden der Toten sattsam gelobt und somit seiner Pflicht genügt hatte, ging es recht lebhaf. und munter zu.

Du lieber Gott, wozu Trauer heucheln? So ein loslediges Leut ließ >a keinen nach, riß keine Lücke.

Der mit guten Dingen beladenen Tafel wurde alle Ehre angetan. Dann zündete man die kurzen Pfeifen an. Dichte Rauchwolken zogen sich bald an der Decke hin.

Der Wein löste die schweigsamen Bauernzungen. Winter­saat, Vieh, Marktpreise, Dienstvolk — gewissenhaft wurde jedes Thema bis zum Grund ausgeschöpft.

Da und dort, wo die Frauen die Köpfe zusammenstecktsn, tuschelte es halblaut.

„Der Student? — Ja. hat wohl keinen Urlaub gekriegt. Im ersten halben Jahr geht dat stramm her bet die Soldaten .. . Soll |a letzt recht gut tun, wie man hört. Der alte Heidger muh ganz stolz auf ihn lein . . . Ja. ’n feiner, forscher Kerl soll er wohl fein in die schmucke Uniform. Unser Jan. wat der Pferdeknecht bei uns ts, der setzt auch in Bonn dient, der Hai dat all 'n paarmal geschriebe. Na. wenn't nur jo bleibt."

Ein Nicken, ein Stirnhochziehen.

„Jo, jo, da jagste wat! Der Baumanns Adolf von Erlbach, weißt, der auf Äffekat studierte, da var dat akkrat )o. Nachher kriegen die Herren Einjährigen viel Freiheit da läßt man die Leine locker. Der Adolf würd' auch überall emgelabe m Fa­milien von Dene andere Studente, kam wieder an’t Saufen und Spielen un ts verbummelt. Na, un der Heidgers Clemens . . "

Ein vielsagendes Achselzucken. Man wußte ja . . . man hatte gehört — damals . . .

An der anderen Seite des Tisches zischelte es.

„Wat, mit Lehrers Adelheid soll er freien? Och wat, do hat man doch nie wat von gemerkt!"

„Freien ts wohl hat viel gejagt," schränkte die andere vor­sichtig ein. „Aber dat je wat hatten mitsammen, dat ts sicher un gewiß!"

„Nee, nee. bat glaub ich nich. Die Heidgers sind von Kind­heit an immer bei Utefefelbs gewesen. Freilich, still und blaß is dat Mädchen geworden man sieht se nirgends. Aus der Totenmesse is se gleich mit ihrer Mutter nach Hause gegan­gen. Aber'n Verhältnis mit dem Student — och, nee, nee1 Is wohl bloß Gekür!"

„Wenn unser Gret et doch von ihne selbst gehört hat!" beharrte die Sprecherin.

„So? Wat denn?" Sechs neugierige Augen lauerten

„Na, sie ging im Herbst längs der Heck' hinten an Lehrers Garten, wo die Laube is. Und lugte mal durch, wie voll Die Obstbäum' hingen Ja, un da kamen der Student un die Adelheid grad in Die Laube. Gret konnt' nicht fortgeben. Da: hätten die gemerkt. Sehen konnten je ni^, Die Hecke war Da zu dicht. Und verstehen auch nicht io recht. Sie waren aber allebeib aufgeregt. Bloß einmal verstand Gret, wie Die Adel­heid deutlich sagte: „Du weißt es ja, ohne Achtung und Ver­trauen muß meine Liebe sterben. Na, ts Dat etwi nicht von Liebe, häh?"

Besucher abgebrochen werden sollen, da springen die fc auf mit erhobenen Händen: „Weiter! Weiter'" Ein Graukopf ist der stürmischste unter ihnen. — gine Mahnung liegt in all diesen Erfahrungen. Die boS, Schulen, die noch ganz primitiv ausgestattet sind die mit ­unter 100 und noch mehr Schüler beherbergen, denen an modernen Lehrmitteln fehlt, diese deutschen Schulen die nach dem dritten Schuljahr das Serbische als Staats und Unterrichtssprache respektieren müssen, bedürfen unke! rer größten Aufmerksamkeit und Hilfe. Der deutsche Lek rer in Jugoslawien ist dankbar für jeden Gruß und geistige Hilfe der Heimat! Stöbert euere Bücher chrank- durch, — wie viele sind Depots toten Kapitals, — alles, was ihr entbehren könnt an pädagogischen Abhang langen, Lesestoff für jung und alt, Bildern, Bilderbüchern' den deutschen Brüdern und Schwestern! Der Schwäln^ deutsche Kulturbund in Neusatz stellt sich als Mittler gern zur Verfügung. Wer helfen will, wende sich an den N-r ' fasser. Die geplante Wanderausstellung von fünft lerischem Wandschmuck, illustrierten Märchen- und Sagen düchern, Bild- und Bauernkalendern und Fibeln, müh I einem großen, brennenden Bedürfnis, nicht allein her Schule, sondern auch des einfachen Mannes entqenen- kommen. H I

schickt-

Als eine Selbstverständlichkeit sehen es diese Menschen an, eine Schar von 30 bis 40 Kindern im kommenden Jahr 4—6 Wochen lang kostenlos zu beherbergen, — ^ letzten Sommer weilten dort 168 erholungsbedürfti»- Buben und Mädels aus dem Ruhrgebiet, — ja selbst dies Fahrkosten wollen sie aufbringen. Allerdings wissen sie | auch, was sie von den kleinen Gästen und ihrem Führe, zu erwarten haben: Spielabende und Singwochen, päda­gogische Vorträge und vor allem praktische Unterricht;, arbeit!

Zur Ehre des jugoslawischen Staates und des serbische« Volkes sei es gesagt: Als East dieses Landes habe ich mich gefreut an der tadellosen Disziplin aller staatlichen Ein-! richtungen und dem stets korrekten Benehmen der Benin-, ten. Von diesem Staat und diesem Volk werden wir als! Deutsche in vornehmster Weise behandelt werden!

Und wenn wir dann wie einst die Auswanderer zu Maria Theresias Zeiten die Donau hinunterschwimmen L von der alten Erenzfeste Passau aus durch die ab-s wechslungsreiche Wachau zur alten Kaiserstadt Wien, m der Abendstunde das märchenhaft schöne Budapest in sei-, nein bezaubernden Lichterglanz erreichen, und wenn dann i unser Schiff ruhig und still durch die weite ungarische Tiefebene der neuen Heimat unserer Brüder und Schwestern j zugleitet, werden in unserem Bewußtsein die schönen Worte | wieder wach, die uns dieser Tage ein echter Mensch dow Rande der Karpathen zurief:

„Wir Ausländsdeutsche freuen uns ja immer so ganz mächtig, wenn uns ein Deutscher vom Reiche besucht. Ob Ihr draußen das wohl fasten könnt? Ich glaube kaum! Wir hier in der Fremde, ganz weit vom Mutterlande, füh­len uns immer wieder heimgezogen. Das ist so etwas Magisches, so ein eigenes Gefühl. Wir tragen alle in uns eine tiefe Sehnsucht: Einmal nur möchte ich nach' Deutschland!"

Hornbach, im Oktober 1932. Wilhelm Becker, i

Turnen, Sport und Spiel. I

Phantastische Weltrekordstöße zeigte Sievert im | auf seinem väterlichen Gut in Liensfeld bei Eutin. Von 20 Stößen lagen 7 über 16 Meter! Der weiteste wurde mit 16,46 Meter gemessen, die nächsten lagen bei 16,39 und 16,36 Meter. Messung und Gerät waren vollkommen einwandfrei, und da die Stöße unter Zeugenbeisein geschahen, sind diese Leistungen absolut anzucrlennen.

Tas metrische System wurde jetzt auch von Amerika offiziell , eingeführt. Auf den nächsten amerikanischen Leichtathletik ! Meisterschaften in Chikago 1933 wird man bereits mit dem Metermaß messen.

Enttäuscht ob des mageren Berichtes blickten Die ander?«

Weiter nichts? Damit ließ sich nichts anfangen. Und d« Therese vom reichen Geldershof meinte: i

„Ach was, das ist wohl 'n Satz aus 'nem Buch, wo hierbei sprachen. Ueberhaupt: Doktors nehmen alle eine reiche Fra« i Und bet Lehrers da ätzt Doch nichts Bares achter." ; t Im stillen war sie der Meinung, „Frau Doktor" klänge auif für eine Gelöerstochter nicht übel.

„Pst, still! .... Die Annemarie kommt."

Schnell sprang das Gejpräch auf die Butterpreise über.

In der Folgezeit lieferte der Student vom Heidehoj üeir Dorf und Kirchspiel manchesmal Gesprächsstoff.

*

Latz er gegen Schluß des Dienstjahres dem lebenslustigste« st und reichsten Leutnant es gleich trieb an tollen Streichen ( daß er gewaltige Schulden machte, bis sein Rittmeistei dahinter kam und der alte Heidger tief in die Geldkiste greiser muhte: das alles erfuhr man durch den Ian vom Bröckerhose y

Im Jahr darauf ging ein Gemunkel von einem Duell. j ein Mädchen handelte es sich, tuschelte man ... Und daß bei Clemens immer mehr versumpfe! p

Von Examen machen war keine Rede mehr. Einmal d er sich aufgerafft und war schmählich durchgefallen. Da ver suchte er es nicht wieder. ,

Mit seiner Familie schien der verbummelte Student ganj p zerfallen. Wenigstens sah man ihn seit Jahren nicht rneiji , daheim. . , ,

Wovon lebte er? Erhielt er Geld von den Seinige"' Oder . . . .? h

Der Johann van Vorst, der eines Handels wegen mal ff- Hessische fuhr, behauptete, er habe den Heidersjohn Dart ; einer Drogerie als Angestellten gesehen; kreidebleich i«1 e bet seinem Anblick ins Nebenzimmer gegangen! Ein an den glaubte ihn beim Reutzer Pferderennen bemerkt zu ha«"' ; schäbig gekleidet, mit verlebten Zügen. . ,

Was von alledem aus Wahrheit beruhte, erfuhr. ■ Denn niemand getraute sich, die Heidgers selbst zu frag ^ Die hatten so eine verwünschi hochmütige Art, unbem Frager ab.zufertigen. Trugen den Nacken steif, obgleich 1 gerade Staat zu machen war mit solch einem verkomme i Gliede.

Sünd' und Schänd' warsl Der Aloys Heptoater längst Kaplan und saß in einem Heidedorf im Lüneburgnw . Richard Liesefeld sollte schon Assistenzarzt in einem ^^â Hause sein. Und einzig Der Heidgerssohn, der klügste, r^ ) . und feinste, war elend verdorben! Das muhte Die stolze © r gewaltig wurmen... h

Aber obgleich das Haar des Bauern weiß wurde uno Frau rasch alterte — nach auhen ließen sie sich nichts m ^ Sogar der schweigsame Bernd, bei dem ein Neugierig - „ , Acker vorübergehend, fein Heil versuchte, sah den ^rag ^ - halbem Blick über die Schulter an und beschied kurz. „ j Pflüge auf feinem Feld. Hüh, Hottl Voran, ^raxme urrl knirschend brach die Pflugschar die dampfenden Scho

(Fortsetzung folgt.)