Einzelbild herunterladen
 

halfen, und wenn kein Schmerz in diesem Zorn ist, dann steckt ein Unrecht'dahinter. —

Die Kirchweihtage sind im Fuldaer Land ruhig ver­laufen, den Kirmestanz läßt sich die Jugend nicht nehmen, und dieses Vergnügen soll ihr auch nicht mißgönnt sein. Wenn die Kirmes mit dem kommenden Sonntag begraben ist, scheint der November noch um einige Grad düsterer und grauer zu sein. Unsere Vorfahren stellten um diese Zeit ,die duftenden Reseden" und die letzten Astern auf den Tisch und sprachen von des Sommers Vergänglichkeit. Das war vielleicht übertriebene Sentimentalität, man soll die Zeiten nicht trüber darstellen, als sie in Wirklichkeit schon rinb. — Mit dem Martinstage, am 11. November, wird die Häuslichkeit wieder in ihr volles Recht gesetzt, die langen Winterabende nehmen sozusagen offiziell in der Familie ihren Anfang, die Weihnachtszeit wirft ihren ersten Schim­mer ins Heim. Aber auch Fuldas Geschäftsstraßen zeigen sich gerade in diesen grauen Novembertagen von ihren besten Seiten. Spielwarenläden zeigen eine Fülle herr­licher Sachen und beweisen, daß die Freude an diesen Dingen immer noch lebt. Tausend Dinge sehen uns an, und wenn man sich auch nicht bei jedem Einkauf die sogenann­ten juristischen Fragen vorlegt, sollte man doch bedenken, was man kauft und w o man kauft, ob der Kauf der finanziellen Aufwendung entspricht, oder ob man nur fürs Auge kauft, irgendeinen Serienartikel, der vielleicht das laufende Band, aber nicht den Kleinbetrieb „ankurbelt". — Schon am vergangenen Sonntage sahen wir prächtige Innendekorationen verschiedener Spezialgeschäfte, — wir haben wirklich nicht nötig, den Weihnachtsbedarf auswärts oder bei ortsfremden Händlern zu depen. Es ist schon so viel zu diesem Thema gesagt worden, daß fast nichts mehr zu sagen bleibt. Vergeßt aber auch das ruinierte Handwerk und das Kleingewerbe nicht bei den Weihnachtseinkäufen! Ruiniert ist ein starkes Wort, aber ich finde kein passende- res nach den Einblicken, die ich in diese Kategorie des Ee- schäftslebens tun konnte. Die Not ist groß, viele sind schon auf der Strecke geblieben!

In den Jahren, die der Inflation folgten, brachte uns der November die sogenannte Weihnachtsmesse, die den ein­zigen Fehler hatte, daß sie die Ruhe des Totensonntags und des Bußtags etwas störte, man hätte das vielleicht ändern können, aber leider ist die ganze Einrichtung sang- und klanglos verschwunden, die Kosten standen in keinem Ver­hältnis zu dem geschäftlichen Erfolge.

St. Martin reitet mit weißem Schimmel über die Berge, d. h., der heilige Mann bringt den Winter mit ins Land. Die Rhönberge zeigten sich schon in den ersten weißen Schneeschleiern, während bei uns im Fuldatale es wohl ab und zu „mit Schnee fährt", wie der Volksmund sagt, aber zu einem „ersten Schnee" ist es noch nicht gekommen. Die Wettermacher hatten frühen Schneefall prophezeit, der Winter soll schneereich aber nicht übermäßig kalt werden. Das untrüglichste Zeichen war immer der Rücken der Mar­tinsgans, war der Knochen weiß, dann gab es einen kalten, weißen Winter. rote oder bräunliche Farbe deutete auf einen milden Winter, — manchmal kam es auch anders. Die Wettermacher brauchen nicht über die Eünserücken- theorie zu spotten, — sie haben auch schon mehr als einmal daneben prophezeit. Leider- ist die Martinsgans ein zu seltener Vogel geworden, um das Wetterorakel allgemein nachprüfen zu können. — Alles in allem: machen wir den November nickt noch trister, als er in Wirklichkeit ist, er bringt Abwechselung genug und macht uns das Heim mit seinen stillen Freuden wieder lieb und wert. A. M.

Dennoch . . .

„Raben umschreien mich wie Siegfried, ich aber lache ihrer wie der Held aus Nibelungenland." Diese beherzigens­wert optimistischen Worte sprach Eorch Fock, als man ihm am 23. Juli 1915 klar machen wollte, daß damals schon unsere deutsche Sache verloren sei. Das Wort ist wahr, bis auf den heutigen Tag.

Treffen sich zwei Bekannte, sie sprechen von „Not". Liest man in den Berichten von Vereinen und Organisa­tionen, überall grinst das eine grauenvolle Wort „Not" einem entgegen. Nichts kann unternommen werden, ohne daß man sich fragt, ob man das auch „mit der bestehenden Not" verantworten kann.

Gewiß geht es uns schlecht. Gewiß werden wir uns alle anzustrengen haben, damit wir wieder hoch kommen. Wenn man aber immer und immer wieder herabsinkt in einen tatgebannten Pessimismus, glaubt man dann wirklich aus der Not herauskommen zu können, unter deren Herr­schaft man sich so unglücklich fühlt?!

Die schwarzen Tage der Allerseelen sind vorüber. Die Zeit, die kommt, gehört den Lebenden. Die Hohezeit der Liebe bahnt sich an. Lassen wir die Raben krächzen, denken wir an uns, an die Liebe, und Freude wird in uns wieder Platz haben. Seien wir mehr Nibelungenhelden und weniger Märtyrer einer Zeit, deren Härte wir teilweise selbst verschuldet haben.

Apothekendienst.

Nacht- und Sonntagsdienst ab heute abend 7 Uhr bis Dienstag abend 7 Uhr: Engelapotheke und Hirsch- apotheke. Ab Dienstag abend 7 Uhr bis zum nächsten Samstag einschließlich: Hofapotheke zum Schwan und Hirschapotheke, Leipziger Straße.

Wichtig für Zusatzrentenempfänger.

Am Dienstag, den 15. November 1932, von 81- bis 11% Uhr, wird die Zusatzrente an Kriegsbeschädigte und -Hinterbliebene für November ausgezahlt. Ausweisnum­merkarten sind vorzulegen.

Landesbibliothek.

Auf den heute, Sonnabend, den 12. November, abends nn Lesesaal stattfindenden Lichtbildervortrag von Eugen eh l e r über das Thema „Fuldaer Kunst aus 1000 Jah- ren sei- nochmals Hingewiesen. Der Vortrag beginnt pünktlich 8.15 Uhr, Ende 9.45 Uhr.

Vom Naturheilverein.

Uns wird geschrieben: Der Naturheilverein feiert am .sein 27. Stiftungsfest. Man ist von daß er keine großen Feste feiert, und ^' ^" Gedanken der naturgemäßen Lebens- ictiichtcr Volkskreise zu tragen und allen Volks- seiner Einrichtungen wie Licht-, ?sh^ usw. zu vermitteln. Aber einmal im ^ahre bietet er seinen Mitgliedern und Freunden einen fröhlichen Abend s « Stiftungsfestes. - Musikstücke >,^ unb Singspielen der uugendgruppe, werden allen Besuchern Verein ^ Mitgliedern die dem feiern -o ^ahrc die Treue hielten, ist bei dieser Gelegen- IteV^"^ "t* - S^Ä

Einzelrichterfttzung.

Kraftfahrer, fahrt vorsichtig!

Am 25. Juli ereignete sich an der Kreuzung Maberzeller Straße — Langenbrückenstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Personenauto und einem Radfahrer. Die Schuld traf den Führer des Personenautos, den Heilkundigen W. M. aus Findlos bei Batten (Röhn), der, wie in der gestri­gen Einzelrichtersitzung festgestellt wurde, die Kurve ge­schnitten hatte. Der Radfahrer hatte Quetschungen erlit­ten und war einige Wochen lang arbeitsunfähig. Wegen fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Kraft­fahrzeugverkehrsordnung erhielt M. 30 Mk. Geldstrafe.

Der wegen Verstoßes gegen das Arbeitszeitgesetz bereits zweimal vorbestrafte Bäckermeister W. E. in Fulda war erneut zur Anzeige gebracht worden, weil er am 5. Juli morgens um %7 Uhr Brötchen hatte austragen lassen. Der geständige Meister wurde unter Einräumung mildernder Umstände zu 25 Mark Geldstrafe verurteilt. — Bekanntlich ist die Vorschrift, daß vor 7 Uhr keine Backwaren ausge­tragen werden dürfen, neuerdings zugunsten des Bäckerei- gewerbes abgeändert worden.

Die 57jährige Witwe V. in Istergiesel, deren Grund­besitz überlastet ist, verschaffte sich im August d. J. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen von einem Fuldaer Ein­wohner ein Darlehen von 70 Mark, das sie aber trotz wie­derholter Versprechung noch nicht zurückbezahlte. Die An­geklagte wurde wegen Betrugs zu 20 Mark Geldstrafe oder zu 4 Tagen Gefängnis verurteilt.

Freigesprochen wurde der 59jährige Rentenempfänger J. Z. in Fulda, dem ein gerichtlicher Strafbefehl über 20 Mark zugeganaen war, weil er das Schuhmachergewerbe in den letzten 3 Monaten selbständig ausgeübt haben sollte. Es konnte ihm ein Vergehen gegen die Gewerbeordnung nicht nachgewiesen werden. — Freisprechung erzielt auch der 31jährige Kraftfahrer I. T. in Fulda, der wegen fahr­lässiger Körperverletzung und Uebertretung der Kraftsahr­zeugverkehrsordnung unter Anklage stand/

Wegen Unterschlagung war gegen den Reisevertreter A. B. aus Fulda ein Strafverfahren anhängig gemacht worden. Er sollte einer Kasseler Firma einkassierte Gelder sowie einen Posten Kommissionsware unterscklagen haben. Da in der gestrigen Verhandlung eine Unterschlagung nicht festzustellen war, erfolgte Freisprechung des B.

*

Weil der Schuhmacher I. K. aus Fulda am 22. Septem­ber in der Königstraße von dem 27jährigen Arbeiter A. L. aus Fulda absichtlich angestoßen und kurz darauf von L. ohne irgendwelche Veranlassung einen Schlag ins Genick er­hielt, hatte J. K. gegen L. eine Privatklage angestrengt. Wegen vorsätzlicher körperlicher Mißhandlung wurde L. zu 35 Mark Geldstrafe oder 7 Tagen Gefängnis verurteilt.

Für die Errichtung von kaufmännischen Ehrengerichten.

Der Verband der Hessen-Nassauischen Industrie- und Handelskammern hat auf Antrag der Industrie- und Han­delskammer Wiesbaden in einer Sitzung vom 9. November dieses Jahres die Frage der Errichtung der kaufmännischen Ehrengerichte erneut aufgegriffen und hat bei dem Deut­schen Industrie- und Handelstag den Antrag gesiegt, die Errichtung kaufmännischer Ehrengerichte nach den von dem Verband aufgestellten Richtlinien bei der Reichsregierung zu beantragen.

Wassergeld bezahlen!

Das Wassergeld für das III. Vierteljahr 1932 (Juli bis September) ist, wie aus einer heutigen Bekanntmachung des Städtischen Gas- und Wasserwerks hervorgeht, bis zum 14. November zu entrichten. Es empfiehlt sich, dieser Auf­forderung nachzukommen, da andernfalls Beitreibungskosten entstehen.

^uldacr Schweinemarkt.

Zum heutigen Schweinemarkt waren 235 Ferkel ange­fahren. Je nach Alter und Qualität wurden 4, 8 und 12 Mark für das Stück bezahlt. Größere Tiere wurden über Notiz bezahlt.

Nachspiel zu einem Crostfeuer in Stöckels

k. Hanau, 11. November.

Mit dem am hl. Abend (vom 24. zum 25. Dezember) des vorigen Jahres in Stöckels bei Fulda vorgekommenen Eroßfeuer, bei dem vom Anwesen des Landwirts Amand Remmert Ställe und Scheune eingeäschert wurden und auch das Wohnhaus stark in Miileidenschaft gezogen wurde, hatte sich heute in ausgedehn­ter Verhandlung die Große Strafkammer Hanau zu befassen. Gegen den Besitzer des Anwesens, Amand Remmert, hatte sich von Anfang an ein schwerer Verdacht erhoben, so daß er wegen Brandstiftung in Untersuchungshaft geriet. Mangels ausrei­chender Bewise ist jedoch das Verfahren eingestellt worden. Das Verhängnis nahm aber seinen Lauf, denn nach der Aufstellung seines durch den Brand erlittenen Schadens wurde der Verdacht rege, daß er durch Einsetzung nicht verbrannter Gegenstände sich eine höhere Versicherungssumme habe erschleichen wollen. Die Gebäude, die teilweise neu waren, find nicht ausreichend ver­sichert worden, während die Mobilien bei der „Neuen Frank­furter Allgemeinen Versicherungs-Akt.-Ees." in Frankfurt a. M. mit 26 000 RM. versichert waren. Der zu ersetzende Schaden war mit 14 000 RM. errechnet worden. In das Verzeichnis der ver­brannten Gegenstände waren u. a. eingesetzt worden ein neues eichenes Schlafzimmer und eine neue Küche, sowie zwei Fahr­räder. Diese Möbelstücke und die Fahrräder sollen nie vor­handen gewesen sein, so daß gegen den Landwirt Amand Rem­mert Anklage wegen versuchten Betrugs, gegen seine Tochter Sophie Anklage wegen Beihilfe zum versuchten Betrug erhoben wurde. Das Schöffengericht Fulda hatte am 14. Juli d. J. beide Angeklagte freigesprochen, da man nicht restlos von der Schuld derselben überzeugt war. Gegen das freisprechende Urteil in Fulda hatte die Staatsanwaltschaft Hanau Berufung eingelegt. Neue Ermittelungen hatten die Verdachtsgründe gestärkt. Die Beweisaufnahme verlief für die Angeklagten ungünstig. Nicht nachzuweisen vermochte der Angeklagte, daß er ein neues Schlaf­zimmer und eine neue Küche im Besitz gehabt hatte. Diese Möbelstücke sollen auf dem Speicher gestanden haben, da man dieselben als Ausstattung für eine Tochter vorgesehen habe. Auch weitere Angaben waren recht unglaubwürdig gehalten. Hinsicht­lich des verbrannten ausgedroschenen Getreides war eine Menge von 460 Zentner angegeben worden, während Zeugen bekunde­ten, daß höchstens eine Menge von 10 Zentnern vorhanden ge­wesen sein könne. Auch sollen 38 Hühner verbrannt sein, eine Zahl, die als viel zu hoch bezeichnet wurde. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hob hervor, daß die Verhandlung derart be­tastende Momente ergeben habe, daß Zweifel an der Schuld der Angeklagten nicht mehr bestehen könnten. Von der Auf­stellung der Möbel im Speicher habe die Feuerwehr keine Spur bemerkt. Schlafzimmer- und Kücheneinrichtung, die als ver­brannt angegeben worden seien, hätten nicht eriitiert. Der An­geklagte habe versucht, aus dem Brande ein Geschäft zu machen und sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. Er bean­tragte gegen Amand Remmert fünf, gegen Sophie Remmert drei Monate Gefängnis. Das Gericht hob das Fuldaer Urteil auf

und erkannte gegen Amand Remmert wegen versuchten Betrugs auf 5 ' Monate ItzefärMis mit dreijähriger Bewährungsfrist, gegen Sophie Remmert wegen Beihilfe zum versuchten Betrug auf 50 Mark Geldstrafe. Das Gericht zog in Betracht, daß beide Angeklagte noch unbestraft waren, Sophie Remmert unter dem Einfluß ihrcrs Vaters gehandelt hat und ein Schaden nicht ent­standen ist, da die Versicherungssumme noch nicht bezahlt ist.

Elie Einbrecderdande im Maberzeller Pfarrhaus.

* Maberzell, 12. Nov. Gestern vormittag gegen 8 Uhr drangen während des Gottesdienstes drei Einbrecher in das hiesige Pfarrhaus ein und entwendeten etwa 400 Mark Bargeld, einen Mantel und andere Gegenstände. Als die Einbrecher sich auf der Flucht nach dem Haimberge zu be­fanden, wurden sie von mehreren Personen gesehen, die die sofortige Benachrichtigung des Landjägereikreisleiters D ö r r in Fulda veranlaßten. Es wurden von hier aus die Oberlandjäger Oppermann und Kosel mit der Ver­folgung der Einbrecher beauftragt. Die beiden Beamten umstellten gemeinsam mit einer Anzahl von Einwohnern aus Maberzell den Haimberg, wobei zwei der Einbrecher festgenommen werden konnten. Der eine der Festgenom­menen gab vor seiner Verhaftung einige Schüsse aus einer Pistole auf Lberlandjäger Oppermann ab, die aber glücklicherweise fehl gingen. Es gelang Ober­landjäger Ornermann, an den Einbrecher heranzukommen und ihm die Waffe zu entreißen. Während die beiden Festgenommenen in unglaubwürdiger Weise angeben, aus Bayern bezw. aus Hessen zu stammen, konnte von dem Flüchtling festgestellt werden, daß er seinen Wohnsitz in Fulda hat und in der Petersberger Straße wohnt. Seine Verfolgung ist in die Wege geleitet. Der Geldbetrag wurde den Verhafteten wieder abgenommen.

Magdlos (Kr. Fulda). (Auto und Alkohol.) Junge Leute aus Neuhof, die mit einem Neuhöfer Lastkraft­wagen nach unserem Orte gefahren waren und hier gezecht hatten, fuhren nachts im Uebermut ohne den Chauffeur nach Hause. Als sie einen Berg hinunterfuhren, packten sie die Kurve nicht. Das Auto sauste in eine Wiese und stürzte in einen Wassergraben. Außer einem kalten Bade erlitten die Insassen teils leichtere, teils schwerere Verletzungen.

Flieden, 11. Nov. (Vorsicht beim K a l i st r e u e n !) Der Landwirt D. Ruppert vom nahegelegenen „Fuldaer Hof" hatte Kali gestreut, ohne darauf zu achten, daß er an der streuenden Hand eine Wunde hatte. Er erkrankte als­bald und erlag nunmehr nach fünftägigem Schmerzenslager dem Wundstarrkrampf.

Hersfeld, 11. Nov. (DieHersfelder Räuberin Frankfurt verhaftet.) Den polizeilichen Ermitt­lungen ist es gelungen, den Raubüberfall auf den Kassen­boten des freiwilligen Arbeitsdienstes am Johannesberg, bei dem den Räubern 900 Mark in die Hände fielen, aufzu­klären. Als Täter wurden zwei Handwerksburschen fest­gestellt und in Frankfurt a. M. verhaftet.

Kassel, 11. Nov. (Die Unterschlagungen bei der Dedi-Bank in Kassel.) Vor der hiesigen Gro­ßen Strafkammer hatte sich heute der 28 Jahre alte Leiter der Depositenkasse Hohenzollernstraße der Deutschen Bank und Diskonto-Gesellschaft, Willi Ranft, wegen Unterschla­gung von 83 000 Mark zu verantworten. Ranft war ge­ständig. Er gab ausführlich an, wie er das unterschlagene Geld verwandt hat, nämlich 40 000 Mark für Spekulatio­nen, 7500 Mark für Darlehen an Freunde, 7000 Mark zur Deckung der Verluste im Geschäft, Eigenverbrauch 10 000 Mark im Jahre 1930 und 15 000 Mark in den Jahren 1931 und 1932. Die Unterschlagungen erstreckten sich auf mehrere Jahre. Der Staatsanwalt beantragte drei Jahre Gefäng­nis, das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Jah­ren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Die Unter­suchungshaft wurde angerechnet, der Haftbefehl bleibt be­stehen.

Wetzlar, 11. Nov. (Drohender Arbeitskon­flikt in der Metallindustrie Oberhessens und des Lahngaues.) In der Metallindustrie des Lahngaucs und Oberhessens droht ein schwerer Arbeits­konflikt. Der Schlichter hat einen Schiedsspruch gefällt, der einen Ecklohn von 60 Pf. in der Stunde vorsah. Der Schiedsspruch bedeutet eine erhebliche Herabsetzung -der Löhne und wurde von den Arbeitnehmern abgelehnt, von den Arbeitgebern angenommen. Am Mittwoch vor dem stellvertretenden Landesschlichter geführte Nachverhandlun­gen sind ergebnislos abgebrochen worden. Infolgedessen ist den gesamten Belegschaften auf den Werken der Metallin­dustrie (Buderus'sche Eisenwerke in Wetzlar, Stahlwerke Röchling-Buderus in Wetzlar, Karlshütte Staffel bei Lim­burg. Main-Weser-Hütte in Lollar, Buderus'sche Eisenwerke in Hirzenhain) zum 15. November gekündigt worden. Eine gestern in Wetzlar tagende Versammlung der Metallarbei­ter brachte zum Ausdruck, daß man trotzdem auf der ableh­nenden Haltung gegenüber dem Schiedsspruch beharren müsse. Infolgedessen wird am 16. November in sämtlichen genannten Werken die Arbeit niedergelegt. In Frage kommen etwa 5000 Metallarbeiter.

Hanau, 11. Nov. (Eine Krankenkasse spei st Hilfs bedürftige Kinder.) In einer außerordent­lichen Ausschußsitzung der AOK. für den Stadtkreis Hanau wurde Mitteilung gemacht über ein Winterhilfswerk. Je 60 Kinder sollen vier Wochen lang ein Frühstück, bestehend aus einem Elas Milch und einem Brötchen, und mittags ein Essen aus der Erwerbslosenküche erhalten. Die Kinder sind vom Stadtarzt ausgesucht worden. Dieses Hilfswerk soll vier Monate durchgeführt werden, so daß insgesamt 240 Kinder in den Genuß dieser Vergünstigung, die einen Auf­wand von 2500 Mark erfordert, gelangen werden.

Fuldaer Fustballvorsckau.

Pokalspiel Borussia — Germania.

Nachdem es die Woche hindurch ständig in Frage stand, ist dieses Pokalspiel — zugleich wieder einmal Lokalkampf der bei­den Fuldaer Spitzenvereine — nun schließlich doch zustande ge­kommen. Und das wird man in Fuldaer Sport (reifen nur begrüßen. Man wird dem morgigen Kampf mit größtem Inter­esse begegnen, da beide Teile, wie die Ergebnisse der letzten Zeit beweisen, eine ansehnliche Höhe und Beständigkeit spielerischer Qualität erreicht haben. Bei allem Guten, was wir der Ger­manenelf zutraucn. glauben wir nicht, daß sie Borussia schlagen kann. Aber dort wird man es bei normalem Verlauf durchaus nicht leicht haben, zu gewinnen. Beiderseits sind Mannschafts- umbesetzungen zu erwarten, doch dürften die beiden neuen Mit­telstürmer — bei Borussia Moser vom DSV. München — noch nicht dabei sein.

Schiedsrichter ist Bönig-Kassel.

Auch im übrigen Hessen-HannovcrGrollr der Pokalfunball. Spiele von Interesse sind die Begegnung Sportklub 03 Tura Kassel auf dem Platze der Erstgenannten. Die 03er rennten meb leicht als Pokalmeister von unserem festste ein Stuck voran­kommen. Schiedsrichter ist dort Wingen seid, .permannia und Niederzwehren sind eine weitere tute reim nie, Marung. _

Im näheren Bezirke steigen die Pokalipule Flieden ^aebra und" Schlüchtern — Elm.