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r9ie Frau und ihre Wett

Kleine Diebe. Von N. Kaulitz-Niedeck.

Jüngere Kinder haben mitunter die Gewohnheit, Spiel­zeug und Gegenstände, die anderen gehören, sich anzueignen. Oft kann dieses Wegnehmen an sich bedeutungsloser Gegen­stände harmlos sein, wenn der kleine „Stehler" die Tragweite seines Tuns nicht erfaßt. Er kommt vielleicht zur Mutter gelaufen, zeigt glückstrahlend seine Beute und bekennt offen­herzig: „Das habe ich Fritz oder Erich weggenommen, weil es so hübsch ist."

Bedenklich ist das Wegnehmen, wenn es in bewußtem Un­recht geschieht, mit List oder auf verstohlene Weise. Dafür ver­dient selbst ein noch nicht schulpflichtiges Kind einen ernsten Verweis oder Strafe. Läßt man solche Fälle leichthin durch­gehen, so wurzelt die üble Eigenschaft bald tiefer und kann, wenn das Kind die Schule besucht, zu bösen Zwischenfällen und peinlichen Folgen führen. Ein heimlich entwendeter Bleistift ist Diebesgut, und Mitschüler und Lehrer können ein solches Kind mit Recht einen kleinen Dieb schelten.

Unier Geschwistern ist das unerlaubte Fortnehmen von Dingen des anderen entschieden zu mißbilligen. Eine Mutter, die hier ein Auge zudrücki, wenn sie denkt: es ist ja der eigene Bruder oder die eigene Schwester, von denen es genommen ist, trägt eine schwere Verantwortung für die Ehrlichkeit ihres Kindes. Solch ein Kind scheut sich nicht, im Notfall sogar einen "Griff in den elterlichen Geldbeutel zu tun, um sich dafür Näschereien oder ein Sondervergnügen zu verschaffen.

Seiner Begehrlichkeit darf ein Kind nicht nachgeben. Es muß jederzeit im Eigentum selbst seiner Nächsten ein nicht ihm gehörendes Gut achten.

Oft begann der Weg eines Diebes mit dem Obststchlen hinter fremden Zäunen.

Ein älteres Schulmädchen nahm in einer Zuckerwarenhand­lung, würend die Verkäuferin sich abgewandt hatte, eine Hand­voll Pralinees und verbarg sie im Schürzenlatz. Die Ver­käuferin bemerkte es und zeigte die junge Diebin in der Schule an. Sie mußte die Schule verlassen; in der nächsten Schule weigerte man sich, eine Diebin aufzunehmen. Der ehrliche Nanle der Eltern und des jungen Mädchens bekam einen Makel. Da erklärte die betrübte Mutter eines Tages, sie er­innere sich, daß ihre Tochter als vier- oder fünfjähriges Kind einen fremden Ball beim Spiel genommen habe. Aber sie habe es damals unterlassen, ihm einen Verweis zu erteilen.

Mm - Alter null »er - ©eWeit

Die Statistik, und insbesondere die medizinische, ist oftmals recht grausam, weil sie jeden Idealismus zerstört, den Men­schen völlig unabhängig von seinen Gefühlen macht und ihn unter die Alleinherrschaft der Vernunft stellen will. So sagt sie zum Beispiel in trockenen Zahlen: Wenn du willst, daß deine Kinder an Körper und Geist gesund und kräftig sein sollen, so daß sie den Fährnissen des Lebens mit Erfolg Wider­stand leisten können, dann darfst du nicht" den willkürlichen Weisungen des schelmischen Gottes Amors verblendet Folge leisten, sondern mußt dir eine Lebensgefährtin wählen, die nach Konstitution und Alter zu dir paßt. — Ziemlich angehäuft hat sich das statistische Material in den letzten Jahren über das Alter der Eltern in bezug auf die Gesundheit der Kin­der. Danach stammen die schwächsten Kinder im allgemeinen von den jüngsten Müttern ab, hie stärksten Kinver haben Väter von 30 bis 40 Jahren. In den Ehen, wo die Frau etwas älter ist als der Mann, wird die Lebenskraft der Kinder nicht schlecht beeinflußt. Ist der Vater bedeutend älter als die Mutter, so hat dies ungünstige Folgen für die Lebensdauer der Kin­der. Am günstigsten gestaltet sich die Gesundheit der Kinder aus Ehen von Müttern zwischen 20 und 30 Jahren mit Vätern, die zehn Jahre älter sind. Weniger günstig, wenn die Väter jünger als die Mütter, oder aber 20 und mehr Jahre älter sind. Besonders auffallend ist die Verringerung der Lebens­dauer bei Kindern aus Ehen von Männern, die sehr junge Mütter, unter 20 Jahren, heirateten. Die Resultate dieser Altersstatistik werden am besten in folgenden Sätzen zusammen­gefaßt: Mädchen sollen nicht heiraten, ehe sie 20 Jahre sind; Frauen (oder Mädchen) unter 30 Jahren tun gut, Ehen mit Männern von über 50 Jahren zu vermeiden. Frauen, die über den Anfang der 30 er Jahre hinaus sind, sollen sich nicht mit Männern unter 30 Jahren verheiraten. Alte Männer sollen nicht junge Frauen nehmen. Männer sollen nicht Mädchen unter 20 Jahren heiraten. Männer von 20 bis 30 Jahren mögen ihr Herz nur solchen Frauen schenken, die den Anfang der 30 er Jahre noch nicht überschritten hahen. Männer im Alter von über 50 Jahren sollen nur solche Frauen wählen, die über 30 Jahre alt sind. — Im allgemeinen stimmen ja diese Resul­tate der Statistik mit Sitte und Brauch überein, wenn auch Gott Amor immer einmal durch einen besonders genialen Schelmenstreich alle Vernunft über den Haufen wirft. Noch­mals betont und hervorgehoben aber sei die Tatsache, daß Kin­der von Müt.ern unter 20 Jahren an Lebenskraft und Lebens­dauer am ungünstigsten unter allen Menschenkindern dastehen.

W. Reese.

Neue Weil, ein neues gronenoM

Auch „zarte Hände" können Häuser bauen

Von Elisabeth Duglas.

„Wo viel tst, kommt viel hin ...", hört man oft die Leute sprechen, wenn sie im Vorübergehen ein schmuckes Landhaus betrachten, den hübschen Garten bewundern und sehen, wie zwischen den Büschen ein paar pausbäckige Kinder herumtollen, Zeugen von Glück und Gesundheit. Wer es so hasten könnte!, denkt manch einer dann noch im stillen. Aber wahrscheinlich war der Mann, der vas schmucke und vielbewunderte Land­haus bewohnt, noch vor zwei, drei Jahren ein armer Teufel, Der nicht viel mehr hatte als seine zwei schaffenden Arme und zwei tapfer vorwärtsblickende Augen.

Und doch hatte der jetzige Landhausbewohner in seiner armen Zeit noch etwas mehr. Er hatte, mit dem guten alten deutschen Worte ausgedrückt, einen Schatz ... Das war die Frau an seiner Seite, die über Jahre der finanziellen Enge, ja viel­leicht der Lebensnot, nicht den Glauben an den baldigen köst- üchen Besitz eines eigenen Häuschens verlor. Von ihrem Haus­baltsgeld hat sich diese Frau vielleicht die Groschen und die Markstücke abgcspart, die sie — gemeinschaftlich sparend mit Üner großen Zahl glcichdenkcnder Familien — in verhältnis­mäßig geringer Zeit zu dem stolzen Werk des Eigenheims am einanderrcihen konnte.

Noch höher mutz die aufbauende Leistung einer Frau ge­wertet werden, wenn kein erwerbstätiger Mann an ihrer Seite steht Alleinstehende Mädchen und Frauen können mit ihrer Hande Arbeit im Wirtschaftsgetriebc ja so oft nur auf den denkbar bescheidensten Lohn zählen. Vermag es da — zumal iipcb unter den heutigen Verhältnissen — eine alleinstehende Frau oder gar ein alleinstehendes Mädchen überhaupt je zu clnem eigenen Häuschen zu bringen? Es würde wohl nur wie ein Märchen anmuten, die arme Näherin, die fortan, statt im Kämmerchen zu wohnen, unter Bäumen und Blumen Herrin auf eigenem Grund und Boden ist

Und doch zeigt die allerjüngste Vergangenheit, die doch für jeden Deutschen und jede Deutsche nichts war als eine Zeit der Not und des schwersten Daseinskampfes, daß gerade die wirt­schaftlich Schwächsten, gerade alleinstehende Mädchen und Frauen aus einfachster Lebensstellung heraus den Weg zum Besitz, zu einem Haus, einem Garten und zu glücklichster Gestaltung des Lebens gefunden haben. Ueberraschende Daten bringen hier die Listen, die neuerdings Deutschlands älteste und zugleich größte Bausparkasse, die Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot in Ludwigsöurg, über die Zuteilung von Baugeldern ver­öffentlicht hat.

Unter zwölf Baugeld-Zuteilungen, die während einer ein­zigen Ausschüttung nach dem Freistaat Sachsen fielen, befan­den sich nicht weniger als vier Sparer weiblichen Geschlechts. Es waren zwei SBittoen, eine Haustochter und ein junges Mädchen ohne Berufsangabe, die nun jede für sich zur Be­sitzerin eines eigenen Häuschens geworden sind. In dem Württembergischen Städtchen Kornwestheinl gelangte eine schlichte Arbeiterin, gelegentlich derselben Ausschüttung, in den Besitz des für den Eigenheimbau erforderlichen Kapitals. Wie eine Stelle aus einem Roman mutet es an, daß in dem eben­falls Württembergischen Städtchen Feuerbach zwei Schwestern, beides Näherinnen, gemeinsam das Glück des eigenen Häus­chens erhalten haben. Auch aus anderen Berufsgebieten, in denen Mädchen und Frauen sich ein bescheidenes Auskommen — aber auch nicht mehr — zu schaffen vermögen, ist in einer statt­lichen Zahl von Fällen das Eigenheim errungen worden. In Berlin war es eine Expedienlin, in Bretten eine Stenotypistin. Lehrerinnen finden sich in den Zuteilungslisten der Gemein­schaft der Freunde Wüstenrot recht oft, daneben Kunstgewerb- lerinnen, Krankenpflegerinnen und viele andere weibliche Berufe mehr.

Oft sind es dabei auch Frauen, die bereits auf dem Höhe­punkt ihres Lebens stehen oder dem Lebensabend zuschreiten, wie das häufig an Stelle einer Berufsangabe stehende schlichte Wort „Witwe" erkennen läßt.

Ein Stübchen mag es manchmal nur gewesen sein, in dem diese alleinstehenden Frauen und Mäochen gewohnt haben. Nun sind sie Hausherrinnen, und zu jedem Zollbreit ihrer Räume, jedem Eckchen ihres Gartens, wo sie mit sorgenver, ordnender Hand nach dem Rechten sehen, können sie liebkosend sagen: „Du bist mein eigen!" Daß sie, Frauen und Mädchen, daneben durch Zusammentragung von Baugeldern der schwer­ringenden deutschen Wirtschaft einen besonderen Dienst leisten — in jener einen Bausparkasse allein sind bereits rund 190 Mil­lionen Mark verausgabt worden und dem Baumarkt zugute gekommen — verleiht ihrem Erfolg, auch in größerem Zusam­menhang betrachtet, den Stempel der begrüßenswerten Tat.

So viel Schweres hat die neue Zeil unseren Frauen und Mädchen gebracht. Die Hoffnung auf eine wirkliche Versorgung durch die Ehe zerschellt an der schwierigen beruflichen Situation des Mannes. Viele können unter den gegenwärtigen Verhält­nissen überhaupt nicht mehr darauf hoffen, je zur Ehe zu kommen. So ist es nur ein gerechter Ausgleich, wenn neue §ormen des Wirtschaftslebens auch gerade den alleinstehenden rauen und Mädchen den Weg zu einem neuen Glück ermög­lichen.

Sie tottitaerin hält sich steine Hausgehilfin.

Das Angebot an Hausgehilfinnen in Amerika ist außer- ordenttich gering; die Nachfrage kann bei weitem nicht erfüllt werden. Zudem können sich nur ganz begüterte Familien eine Hausgehilfin halten.

Die Amerikanerin hat sich bereits damit abgefunden und ihren Haushalt dementsprechend organisiert. Drüben greift vor allem der Mann tüchtig mit zu. Ganz anders wie bei uns; hier ist der Mann mißgestimmt, wenn er auf dem Nachhauseweg eine Kleinigkeit für den Haushalt mitbringen soll. Bestenfalls repariert er mal die Klingellettung oder schlägt ein paar Nägel in die Wand, aber dabei kommt er sich als Märtyrer vor, der sich für seine Frau opfert. In Amerika ist es etwas Selbstver­ständliches, daß Mann und Kinder ihr möglichstes tun, um die Hausfrau zu entlasten.

Wohl werden jetzt auch bei uns die Neubauten nach prak­tischen Gesichtspunkten errichtet, uns doch bleibt manche Neue­rung unberücksichtigt, die arbeit- und geldsparend wirken würde. Ich erinnere nur an das gemeinsame Telephon für das ganze Haus, das für Bestellungen so nützlich wäre. Nur recht selten findet man in den Höfen Spielplätze für Kinder; hier wären die Kleinkinder den Vormittag über sicher, gut und billig untergebracht. Auch eingebaute Schränke sind immer noch eine Seltenheit. Als Speisekammer steht fast immer nur ein ganz winziger Raum zur Verfügung, der meist nicht aus­reichend ist. Wo trifft man beispielsweise einen Müll­schlucker an?

In Amerika legt man beim Häuserbau besonderen Wert auf alle praktischen Erfordernisse des täglichen Lebens. Die Räume sind durch die Bank klein, damit sie nicht so viel Arbeit machen. Allerdings sind sie häufig so praktisch ausgestattet, daß dabei die Behaglichkeit verlorengeht.

Eine große Erleichterung für die amerikanische Hausfrau ist die Möglichkeit, alle Nahrungsmittel vollkommen brat­fertig zugerichtet eintaufen zu können; zu Hause braucht nicht lange vorbereitet werden. Das Eingekaufte kommt in die Brat­pfanne oder in den Kochtopf, und schon nach kürzester Zeit ist das Essen fix und fertig. Gemüse und Salate werden sauber herzerichtet eingekauft; überall erhält man backfertige Fische, paniertes und geklopftes Fleisch. Es braucht also keine Mühe und Zeit für das Essen angewendet werden. Für die berufs­tätige Frau, die wenig Zeit für Hausarbeiten hat, ist diese Art des Einkaufs eine große Annehmlichkeit. Morgens, auf dem Wege zur Arbeitsstätte, bestellt sie sich das, was sie will; auf dem Nachhauseweg nimmt sie sich's mit nach Hause; auf diese Weise kann sie auch Gäste bei sich sehen, ohne sich selbst ab­hetzen zu müssen.

Auch für die deutsche Hausfrau würde es als eine große Annehmlichkeit empfunden werden, wenn es bei uns ebenfalls vorgerichtete Speisen zu kaufen gäbe. Würde sich ein Geschäft dazu entschließen, diese Neuerung einzuführen, so würde es sich sicherlich eines großen Zulaufs erfreuen. Isabella.

HM! 36 diu der vGupfe«!

Aufpassen — ehe es zu spät ist!

Von Hildegard G. Fritsch.

Wenn „er" erst einmal da ist, dann ist es schwer, „ihn" wieder zu möglichst schnellem Gehen zu bewegen. Der Volks­mund sagt vom Schnupfen: „Drei Tage kommt er, drei Tage steht er, drei Tage geht er." Das sind neun qualvolle Tage mit verstopfter Nase, Atemmangel, nassen Taschentüchern, Schüttel­frösten, wunder Nase, Kopfschmerzen — brrrr! — Lieber nicht!

Doch was tun? Vertreiben soll niemand einen schon vor­handenen Schnupfen, da sich leicht schwerere Komplikationen, ja sogar Stirnhöhlenvereitcrung, ergeben können, die dann viel länger dauern, als der mißliebige Gast bleiben würde. Irgendein sicheres Heilmittel gibt es gegen Schnupfen auch nicht, wohl aber eine ganze Reihe Vorsichtsmaßnahmen,

die ihn gar nicht erst einnisten lassen. Wir atmen nämlich Bak­terien täglich ein, die in der Nasenhöhle auf die Schleimhäute treffen. Finden sie dort für ihre Entwicklung geeigneten Boden, reizen sie die Schleimhäute, die darauf ihrerseits durch starke Schleimproduktion reagieren, der dann aus der Rase herausläuft. Das ist der Fall, wenn die Schleimhäute durch Zugluft entzündet ober widerstandsloser gemacht wurden.

Andererseits werden eine sehr große Anzahl Schnupsen- bazillen dadurch übertragen, daß der Schnupfenkranke jeman­den, der noch gesund ist, anniest, oder mit seinem Taschentuch unhygienisch umgeht, es ausstäubt oder ausschüttelt.

Leute, die einen Schnupfen haben, soll man nicht allzu nahe an sich herankommen lassen und ihnen möglichst nicht die Hand geben. Taschentücher sollten nie von anderen mitbenutzt werden. Auch die Rock- oder Hosentasche, das Handtäschchen werden leicht durch ein Schnupsentaschentuch mit Bakterien versehen. Man ist bereits dazu übergegangen, auswechselbare Hosentaschen einzuführen! Als wirksames Verhütungs- und Bekämpfungsmittel diene nicht, wie es sehr beliebt ist, Älkohol, sondern Jo d ka ! i in einer Lösung von einem Teil Jod, fünf bis zehn Teilen Jodkali auf hundert Teile Wasser, davon zwei bis fünf Tropfen auf ein Glas Milch eingenommen. Dies zwei bis drei Stunden vor oder nach dem Essen einnehmen, wirkt Wunder und ist unschädlich. Als Vorbeugungsmittel ist dieses ebenfalls sehr gut, wenn man mit Schnupfen- oder Grippekranken zusammengekommen ist.

Mein» Wit sich nicht MI!

Von Dr. med. H. Ferres.

Hast du ihm dann auch schleunigst in den Hals gesehen, liebe Mutter, und die beiden Gaumenmandeln sorgfältig be­guckt? Die Gaumenmandeln findest du rechts und links zwischen den beiden bogenförmigen, vom Gaumenvache sich abwärts spannenven Schleimhautfalten, von denen die erste das be­kannte Zäpfchen trägt; die Mandeln liegen ungefähr in der Höhe des Zungengrundcs und sind meist so groß wie richtige Mandeln, lind Warum sollst du dir diese Teile genau be­trachten? Weil sich hier für gewöhnlich zuerst — allerdings gibt es auch seltene Ausnahmen — die Diphtherie zeigt, jene Krankheit, die früher als eine Geißel des Kindesalters so ge­fürchtet wurde, gegen welche wir aber heute, besonders, wenn wir sie ganz früh erkennen, im Diphtherieserum ein wahres ^übermittel besitzen. Jeder noch so geringe weißliche Schleier über der sonst roten Mandeloberfläche jedes noch so kleine gelbliche Tüpfelchen auf den Mandeln oder an Gaumenfalten oder Zäpfchen müssen Verdacht erwecken und dich eilends den Arzt rufen lassen! Lieber einmal unnötigerweise Diphtherie­serum spritzen als ein Kind verlieren. Und die Gefahr ist groß.

Und noch ein zweiter Wink: bei allen Beschwerden, ganz gleich, wo die Schmerzen angeblich sitzen, mußt du für eine gründliche Darmreinigung sorgen, auch wenn nach deiner Meinung oder nach Angabe des kleinen Patienten hier alle» in Ordnung sein sollte! Als Abführmittel eignet sich für Kinder immer noch am besten das altbekannte Brustpulver, das meist gern genommen wird. Du gibst einen halben bis einen gestrichenen Teelöffel voll, mit Wasser oder Milch zu einem Brei verrührt. Zum Klistieren (Einlaus) nimmst du bei Säug­lingen oder ganz kleinen Kindern eine nur aus weichem, rotem Gummi bestehende Ohrenspritze, die keine barte Spitze aus Knochen oder Hartgummi haben bars; bei älteren Kindern kann die Spülkanne gebraucht werden. Unter leinen Umständen dürfen Glasröhren benutzt werden (Bruchgefahr)! Gespült wird mit lauwarmem Kamillentee oder dünnem Seifenwasser, mehrere Ohrenspritzen voll; bei größeren Kin­dern, etwa vom Schulbeginn an, mit dem Klisticrapparat; eine halbe bis eine Spülkanne voll (sie enthält meist ein Liter!) ist die richtige Menge. Das Wasser muß einige Minuten im Darm bleiben. Zweckmäßig legt das Kind sich auf den Leib oder bückt sich zum Einlauf. Dem Arzt muß der Stuhlgang gezeigt werden. Denke daran, daß kleine Kinder nie wissen, wo es ihnen weh tut!

Die MsâLssKe fyusA&au.

f. Wozu man alte Zeitungen verwenden kann. Alte Zeitungen können im Haushalt zu vielerlei Zwecken gebraucht werden. Beim Gemüseputzen lege man zuerst eine Zeitung auf den Tisch oder die Anrichte; man kann dann nachher die Zeitung mitsamt dem Abfall ins Feuer oder in den Mülleimer werfen. Auch das Reinigen von Silber und Kupfer können wir auf Zeitungspapier vornehmen, wir behalten so den Tisch immer sauber. Der Docht einer Petroleumlampe ober eines Petrolcumofens mit Zeitungspapier abgerieben, brennt Dies heller. Fenster, die zuerst mit Zeitungspapier und dann erst mit Schwamm und Leder behandelt werden, sind dann schön glänzend. Ist auf dem Küchenherd etwas übergekochl, dann streue man Salz auf die Flecke und reibe tüchtig mit Zeitungs- Papier nach. Auch Nickel, mit Zcitungspapicr abgerieben, wird schön glänzend. Pelze und Wollsachen in Zeilungspapier ge­schlagen, werden nicht von Motten angetaftet. Zeitungspapier wärmt aber auch, und daher ist cs gut, im Winter einige Lagen Zeitungspapier in die Schuhe zu legen.

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k. Restaurationsbrölchen von Fisch. Eine frische Weißbrot- scheibe wird mit Butter, unter welche man etwas Senf und Salz gemischt hat, bestrichen, mit einer Scheibe Räucherlachs belegt, mit einem harten Ei, das man halbiert, in zwei Teile aufgesetzt, mit Sardellen, Anchovis, Kieler Sprotten, Kapern, Essiggürkchen und Perlzwiebelchen hübsch garniert und serviert.

k. Italienischer Spinat. Dazu wird junger Blattspinat flüchtig gewaschen und mit wenig Salzwasser zum Kochen an­gesetzt. Auf einem Sieb ablaufen lassen. Dann wird der Spinal in einer Pfanne mit reichlich lcichtgebräuntcr Butter durch­gedämpft, mit etwas Sahne verrührt auf einer flachen Schüssel angerichtet und mit in Butter gerösteten Semmelbröscln, sowie geriebenem Parmesan- oder Schweizerkäse überstreut.

f. Apfelschaum von gebratenen Aepseln. Sechs Renetten werden im Ofen gebraten und durch ein Haarsieb getrieben, mit fünf zu festem Schnee geschlagenen Eiweiß und 200 Gramm Zucker vermischt, in eine bestrichene, feuerfeste Auflaufform ge­füllt und im Backofen hellgelb aufgezogen.

f. Reife Tomaten einsmuadjen. Dieselben werden mit einem Tuch abgerieben, nebst Lorbeerblättern, Nelken und Psefser- körnern in steinerne Töpfe gelegt, mit zwei Teilen Weißwein und einem Teil Weinessig übergossen, mit einem Schiefer be­schwert und wie Essiggurken aufbewahrt.

f. Eier zu sieden. Frischgelegtc Eier werden in kaltem Wasser eingelegt und im Wasser, das nicht aus dem Kochen sommert darf, drei bis vier Minuten lang gesotten. Wachsweiche Eier werden fünf bis sechs Minuten lang und barte Eier acht bis zehn Minuten lang gesotten. — Wachsweiche Eier zum Ga^ Nieren des Salates und harte Eier zu anderweitigem Gebrauch werden sofort, wenn sie gesotten sind, in kaltes Wasser gelegt, da sie sich dadurch leichter schälen lauen und der Eidotter nicht grünlich anläuft.