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GrAffnAM der Wmiersa^on.

Lange bevor der Winter beginnt, beginnt die Winter­saison. Das klingt ein bißchen komisch, aber es läßt sich beweisen. Saison, aus dem Französischen entnommen, heißt Jahreszeit. Wenn uns Worte fehlen, stellt sich zur richtigen Zeit ein Fremdwort ein, und man hat dann unbegrenzte Möglichkeiten, es falsch anzuwenden. Jede Jahreszeit ist eine „Saison", aber wir sind gewohnt, mit dem Begriffe „Saison" etwas Undefinierbares, eine Hauptzeit des Jahres, die mit der vom Kalender an­gegebenen Jahreszeit nicht allzu viel zu tun zu haben braucht, zu verbinden. Und so wird bei uns die Winter­saison vielfach schon im Sommer „eröffnet". Die In­dustrie wirft die Moden für den kommenden Winter auf den Markt, die Damen kaufen sich im August den neuen Filzhut und den Pelzkragen, und ein guter Hausvater deckt sich um dieselbe Zeit mit Holz und Kohle ein.

Der richtige Saisonbeginn kommt aber etwas später: die Theater öffnen ihre Pforten, wo ein Konzert in Aus­sicht genommen ist, wird es „gegeben", und es beginnt die schöne Zeit der Tanzabende, die noch viel schöner ist, wenn es sich nur erst um Tanzstundenabende für das eben flügge gewordene Jungvolk handelt. Die erste Tanz­stunde mit Knicksen und Trotten — was könnte es wohl Schöneres geben! Sein ganzes Leben denkt man daran, und würde man alt wie Methusalem! Und für solche „Saisoneröffnung" ist eben jetzt die Zeit, so um Oktober herum, wo man den Winter erst nur ahnt. Und solche Saisoneröffnung ist nicht etwa bloß Großstadtsache — nein, selbst der kleinste Ort ist da durchaus im Bilde. Und hier ist etwas einzufügen, was schon ernster klingt, und was wir uns jetzt, wo wir über die Schwelle des Winters schreiten, so einprägen sollten, daß wir immer bereit sein müssen, danach zu handeln.

Die Wintersaison nämlich wird leider nicht nur für Vergnügungen und Modeschauen eröffnet, sondern auch für die Zurschaustellung der Armut und der Not. Armut ist zu allen Zeiten des Jahres bitter und traurig, aber in der Winterszeit ist sie noch um viele Grade bitterer und trauriger. Und da sollte unbedingt schon bei der „Eröffnung der Wintersaison" ein bißchen vorgebeugt werden. Von Winterhilfe ist jetzt dauernd die Rede, aber es soll davon nicht bloß die Rede sein, es soll auch wirk­lich geholfen werden, und man soll sich nicht immer nur auf das Eingreifen der „amtlichen Stellen" verlassen, son­dern persönlich und nach seinem eigenen Gewissen mit- helfen. Es ist in diesen Tagen die erfreuliche Mitteilung gemacht worden, daß die Zahl der Erwerbslosen um ein paar Zehntausend abgenommen habe, aber was will das schon viel bedeuten bei den vielen Millionen Arbeitsloser, die wir immer noch zu zählen haben. Die Staatshilfe, so großzügig sie auch sein mag. kann nicht überallhin reichen, und einiges oder, besser noch, vieles muß schon der priva­ten Initiative überlassen werden! Und gerade mit der Eröffnung der Wintersaison läßt sich da mancherlei ver­knüpfen. „Der Wohltätigkeit find keine Schranken gesetzt!" Wie oft hat man das nicht früher gelesen' Und auch in unseren härter gewordenen Zeiten ließe sich ganz gut noch nach diesem Grundsätze bandeln. Wohltätigkeitsvorstel­lungen, Konzerte zu wohltätigen Zwecken und vieles andere noch — das alles Wäre" ein vorzüglicher Auftakt der beginnenden Wintersaison, und gerade der kleinere Ort könnte da in die vorderste Reihe treten, denn er kennt die Armut seines Umkreises besser als die Großstadt die ihrige. Eröffnen wir also die Wintersaison zum Besten der Armen, dann wird niemand mehr darüber spotten, daß wir es so eilig haben mit der Wintersaison!

Einzelrichter-Sitzung.

Rabiater Flugblattvertreiber.

Am Samstag, den 30. Juli, dem Vortrage der Reichs­tagswahl, verteure vormittags der 24jährige erwerbslose Arbeiter R. L. in Fulda auf dem Buttermarkt Flugblätter der K.P.D. Er gab auch ein Exemplar einem Händler aus Wölf (Krs. Hünfeld), der sich über das Flugblatt abfällig äußerte. Hierüber geriet L. in Aufregung und versetzte dem Händler einen Schlag in den Nacken sowie Faustschläge und Fußtritte. Wegen Körperverletzung aus politischen Gründen wurde R. L. einschließlich einer noch zu verbüßen­den Strafe von einer Woche, die er wegen eines gleichen Vorfalls erhalten hatte, zu einer Eefamtgefängnisstrafe von einem Monat und 3 Tagen verurteilt.

Holzdiebstahl.

Der schon häufig mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt geratene P. H. in Dietershan hatte im Winter ds. Js. aus dem Staatswald bei Dietershan ca. 5 fm geschlagenes Grubenholz entwendet. Wegen Diebstahls erhielt er 3 Wochen Gefängnis. Da H. die Verhandlung durch andauern- tes lautes Dazwischenreden und aufbrausendes Benehmen sowohl gegenüber dem Richter als auch gegenüber dem Amtsanwalt störte und die wiederholten Ermahnungen nicht würdigte, wurde er wegen Ungebühr vor Gericht zu einer sofort zu verbüßenden Haftstrafe von einem Tag ver­urteilt.

Verkehrsunfälle aus Fahrlässigkeit,

Am Abend des 31. August gegen X9 Uhr wurde ein Maurer aus Petersberg, der sich auf dem Wege von Fulda nach Petersberg befand und sein Fahrrad rechts neben sich schob, auf der Petersberger Straße von einem von Fulda kommenden Motorrad angefahren. Der Maurer kam zu Fall und erlitt u. a. einen Schädelbruch. Die Schuld traf den 22jährigen Malergesellen R. F. aus Fulda. Auf dem Soziussitz des Motorrades befand sich die Braut des F. In der Verhandlung vor dem Einzelrichter wurde festgestellt, daß F. keinen Führerschein besaß und die Lampe des Motor­rades sehr schlecht brannte. Wegen fahrlässiger Körperver­letzung und Uebertretung der Kraftfahrzeugverordnung wurde F. zu 40 Mark Geldstrafe oder zu 10 Tagen Gefäng­nis verurteilt. — Am 26. August kam es in Rönshausen zu einem Zusammenstoß zwischen einem Motorrad und einem Personenauto. Hierbei erlitten der Führer des Motorrades und sein Sozius teils erhebliche Verletzungen. Die Schuld traf den Bauunternehmer I. St. aus Fulda, der die betreffende Kurve geschnitten hatte. Wegen fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Kraftfahrzeugver­ordnung wurde St. zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt.

Die Kuh im Wahlkampf.

Bekanntlich hatten die Fuldaer Kommunisten am Tage letzten Reichstagswahl einen Umzug durch die dem sie auch eine Kuh mitführten, ^ufâug nicht genehmigt war, mußte die Polizei mschrelten, die Kuh sicherstellen und den Zug später auf- WN. Es erhielten dieserhalb Strafbefehle der 20jährige Arbeiter Adam Kubiak, der 36jährige Kauf- .^ 40jährige Dachdecker Georg 33jaJrige Arbeiter Karl Brand, sämtlich Strafbefehle hatten die Ange­klagten gerichtliche Entscheidung beantragt. In der Frei- tags-Verhandlung vor dem Einzelrichter'wurde- festgestellt, daß sich unter den ca. 200 Personen, die an dem Umzug Ui nahmen, ^0—30 uniformierte Kommunisten befanden. Ter Amtsanwalt beantragte gegen jeden der Angeklagten

è.GÄMtffe r»kk 20 ME EsÈ fMH/dè« U^ geklagten Brand frei, während'die übrigen Angeklagten wegen Beteiligung an einem verbotenen Umzug zu jé 10 Mark Geldstrafe verurteilt wurden.

Bestrafter Fahrraddieb.

Am 26.. Juli wurde abends gegen %11 Uhr ein nicht gesichertes Fahrrad am Kino in der Rhabanusstraße ge­stohlen. Als Täter wurde der erwerbslose 22jährige Ar­beiter O. L. aus Fulda ermittelt. Er hatte das Rad be­reits an einen anderen Genossen abgegeben, dessen eigenes Rad angeblich durch L's. Benutzung schadhaft geworden war. Wegen Diebstahls wurde L. statt zu einer Eefäng- .nisstrafe von 2 Wochen zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilt. Der der Hehlerei Mitangeklagte erwerbslose Arbeiter A. K. wurde mangels hinreichender Beweise freigesprochen.

Genehmigte Sammlung.

Der Deutschen Kolonialgesellschaft in Berlin W. 35 ist von dem Herrn Oberpräsidenten zu Kassel unter dem 10. Oktober 1932 die Genehmigung erteilt worden, im Regie­rungsbezirk Kassel unter Vorbehalt jederzeitigen Wider­rufs am 29. Oktober 1932 nachmittags und am 30. Okto­ber 1932 Straßensammlungen zu veranstalten Die Samm­lungen sind außer auf Straßen und Plätzen auch in Gast­wirtschaften, Vergnügungsstätten und anderen der Oeffent- lichkeit zugänglichen Orten zugelassen. Die als Sammler zugelassenen Personen haben sich der Ortspolizeibehörde, in deren Bezirk sie jeweils in Tätigkeit treten, zu melden und einen polizeilich abgestempelten Ausweis bei sich"zu führen.

Avothekendienft.

Nacht- und Sonntagsdienst ab heute abend 7 Uhr bis nächsten Samstag einschließlich: Löwenapotheke und H i r s ch a p o t h e k e, Leipziger Straße.

Filmvortrag.

Zugunsten des Liebeswerkes an mohammedanischen Waisenkindern finden am Montag, den 24. Oktober, nach­mittags um %5 Uhr (Kindervorstellung) und abends um 8 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Vorführungen des Filmes „Von der Orient-Mission" statt. Die Filmbilder werden durch einen Vortrag von Fräulein Reyer erläutert und ergänzt. Der Eintrittspreis be­trägt 30 Pfennig. Erwerbslose zahlen 15 und Kinder 10 Pfennig.

Fuldaer Schweinemarkt.

Zum heutigen Schweinemarkt waren 338 Ferkel ange­fahren. Je nach Alter und Qualität wurden 6, 10 und 14 Mark für das Stück bezahlt. Größere Tiere wurden über Notiz bezahlt.

- Tann (Rhön), 20. Okt. Für das letzte Vierteljahr 1932 werden 3 Achtel der für 1931 veranlagten Bürger- steuer erhoben ohne den Frauenzuschlag Die Steuer muß in zwei Raten bezahlt werden, u. z. am 10. Oktober und 10. November. — In dieser Woche wird hier in der Stadt­kirche eine Evangelisationswoche abgehalten, u. z. hält der Volksmiuionar Erich Kühn (Kassel) acht Vor­träge, die jeden Abend von 8 bis 9 Uhr stattfinden.

* Maar, 22. Okt. (Wenn Kinder mit Streich­hölzern spielen.) Wie wir von zuständiger Stelle er­fahren, hat die Ursache des gestern von hier gemeldeten Brandes, der am Donnerstagnachmittag im Anwesen des Arbeiters Johs. Lang 4. ausgebrochen war, ihre Aufklä­rung gefunden. Es ist festgestellt worden, daß das etwa fünfjährige Söhnchen des Brandgeschädigten bei einem an die abgebrannte Scheuer grenzenden Schuppen mit Streich­hölzern gespielt und dadurch das Stroh in Brand gesetzt hat.

Kassel, 21. Okt. (Oberpräsident Dr. von Hül­sen beim Reichspräsidenten.) Reichspräsident von Hindenburg empfing am Mittwoch den neuernannten kommissarischen 'Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau, Dr. von Hülsen.

Maxsain (Westerwald), 21. Okt. (Amerikanische Granaten im Westerwald.) Im hiesigen Ee- meindewald fand ein Oberlandjäger zwei amerikanische Granaten, die noch aus der Besatzungszeit stammen. Die eine Granate (es handelt sich um zwei Blindgänger) steckte in einem Baum, die andere in dem Waldboden. Man hat Vorsorge für die Vernichtung der Granaten getroffen.

Wetzlar, 21. Okt. (Der Tod trennt das älteste Zwillingspaar Deutschlands.) Das älteste Zwillingspaar Deutschlands, das in Wetzlar und in Krof­dorf (Kreis Wetzlar) lebende Eeschwisterpaar Elisabethe und Friedrich Pfeiffer, konnte vor einiger Zeit den 89. Geburtstag begehen. Jetzt hat der Tod die innige geschwi­sterliche Gemeinschaft gelöst. Am Donnerstag starb die in Wetzlar lebende Frau Elisabethe Pfeiffer.

Gießen, 21. Okt. (Streikende Notstandsar­beiter.) Bei Straßenbauarbeiten im Rahmen des Ar­beitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung, die von der Provinz Oberhessen gegenwärtig auf einer Anzahl Landstraßen vorgenommen werden und etwa % Mill. Mk. kosten, sind dieser Tage die in den Bauabschnitten Helden- bergen-Kaichen und Selters-Ortenberg beschäftigten Pfla­sterer und Maurer in den Streik getreten. Der Anlaß da­zu soll sein, daß die etwa 50 Mann starken Baugruppen bei der Akkordarbeit nicht den tarifmäßigen Stundenlohn erreichten. Im Gegensatz dazu wird von unterrichteter Seite betont, daß andere Arbeitergruppen auf den gleichen Baustrecken und auch auf andern Landstraßenbauten mit der Akkordarbeit den tarifmäßigen Lohn erreicht haben und sogar teilweise noch überschritten

Friedberg, 21. Okt. (Stadtratssitzung in Friedberg.) Der Stadtrat stimmte in seiner gestrigen Sitzung dem Vorschlag der Verwaltung, die Bürgersteuer in Höhe von 500 % zu erheben, mit 12 bürgerlichen Stim­men gegen 10 der SPD. und KPD. zu. Die Verwaltung wurde weiter durch einstimmigen Beschluß ermächtigt, nach Lage der Kassenverhältnisse den Erwerbslosen, Klein- und Sozialrentnern sowie den Wohlfahrtsunterstützungsemp- fängern kostenlos bestimmte Mengen Brennstoff während des Winters zu liefern.

Friedberg, 21. Okt. (Mutter rettet ihr Kind v o m T o d e d e s E r t r i n k e n s.) Im benachbarten Staden fiel das vierjährige Töchterchen eines Arbeiters in die Nidda. Die herbeigerufene Mutter sprang beherzt in das Wasser und brachte das Kind glücklich an Land. Wie­derbelebungsversuche, die längere Zeit dauerten, waren von Erfolg gekrönt.

Friedberg, 21. Okt. (Durch Huf schlag schwer verletzt.) Ins hiesige Bürgerhospital wurde ein Knecht vom Hofgut Wickstadt 'eingeliefert, der durch den Hufschlag eines Pferdes einen schweren Schädelbruch erlitt.

Bingen, 20. Okt. (Jahrestagung des Hessi­sch e n L a n d e s v e r e i n s i m A11 g e m e i n e n D e u t - scheu Ia gd schuü v erein.) Hier hielt der Landes­verein Hessen im Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverein unter dem Vorsitz des Präsidenten Prinz Alfons zu Ysen-

r«v fette drèsMttzs IHWHxM A ^ cks bw Jahresbericht des Vorsitzenden zu ersehen war, konnte der Verein auch im verflossenen Geschäftsjahr eine sehr frucht­bare Arbeit zur Förderung der jagdlichen Interessen ent­wickeln. Im Verlaufe der Tagung wurde eine ganze An- zühl wichtiger Fragen des hessischen Jagdwesens behandelt. U. a. beschäftigte man sich mit dem Jagdpachtstempel, mit den Bestimmungen über den Jagdschutz, ferner mit dem Abschuß bestimmter Wildarten, mit der Kontrolle des Wild­handels, mit Verstößen gegen die Bestimmungen des Natur­schutzgesetzes, mit der Schlachtsteuer usw. Die Wünsche und Forderungen der Versammlung soll der Vorstand an den maßgebenden Stellen in geeigneter Weise vertreten. Wei­terhin wurde beschlossen, den bisherigen Vezirksverein Oberhessen aufzulösen und dessen Vorsitzenden, Forstmeister a. Dr. Graf Eberhard von Bernstorff in Angenrod, zum Ehrenvorsitzenden des Landesvereins zu ernennen. Zur Betreuung der jagdlichen Interessen in Oberhessen wurden anstelle des aufgelösten Bezirksvereins vier neue Bezirks­vereine gebildet, und zwar für die Bezirke Lauterbach- Alsfeld, Nidda, Lich und Butzbach.

Alle 27 Tage Funkstörungen.

Viele Untersuchungen haben sich bereits mit dèr für Mil­lionen von Rundfunkhörern so überaus wichtigen Frage be­schäftigt, woher die sogenannten Luftstörungen stammen, jene brodelnden und knatternden Geräusche, die allgemein bekannt und gefürchtet sind, weil sie das schönste Konzert zu einer Ohrenqual machen können. Sobald einmal die Ursache dieser Töne festgestellt ist, wird man natürlich der Beseitigung ein gutes Stück näher gekommen sein. Eine der neuen An­schauungen, die nicht mehr ganz unbekannt geblieben ist, gehl dahin, daß der Hauptherd dieser Störungen in der höchsten Schicht der Lufthülle zu suchen sei. Man glaubt in dem Knattern und Brodeln geradezu zu vernehmen, wie die von der Sonne geschleuderten Elektronen auf unseren Planeten auftreffen. Wie in den VDJ-Nachrichten berichtet wird, haben nun oie Forscher Peters und Ennis für Erdströme einen regelmäßig wiederkehrenden Zeitablauf von 27 Tagen nach­gewiesen. Mit anderen Worten: Die Störungen treten jeweils auf, wenn der Umlauf einer bestimmten aktiven Schicht der Sonnenoberfläche vollendet ist. Tas Rechenverfahren der beiden Gelehrten wurde von Schindelhauer für Luft­strömungen wiederholt, und er konnte in der Tat für zwei voneinander unabhängige Registrierzeiten eine Periode von 27 Tagen auch für die Luftströmungen feststcllen.

Vermischtes.

= Der vergessene Böhmerwald. Der Deutsche Böhmep waldbund hielt in Pilsen seine 48. Jahreshauptversamm­lung ab. Vor 19 Jahren, im Jahre 1913, fand auch eine Hauptversammlung in Pilsen statt, unter den damals wenig günstigen Verhältnissen des Deutschtums dieser Stadt. Um so erfreulicher ist die diesjährige Tagung in Pilsen, zumal der Böhmerwaldbund gerade in dieser Stadt zwei beson­ders rührige und erfolgreiche Ortsgruppen zählt. Die Pil­sener Männerortsgruppe konnte zur Hauptversammlung eine Spende von 10 000 Kronen, die Frauenortsgruppe eine solche von 4000 Kronen darbringen. — Aus dem Jahres­bericht des Bundesobmannes Jojef Taschek ist die folgende Feststellung und Mahnung für Reichsdeutsche und Sudeten­deutsche besonders beachtenswert: „Es muß feftge stellt wer­den, daß heuer mehr als im Jahr 1931 der Böhmerwald, fast zu 90 Prozent, von tschechischen Touristen besucht wurde, während die deutschen Reisenden noch immer den Zug nach den Alpen wahren. Durch Besuche deutscher Volksgenosse« wird das Gefühl des Nichtverlassenseins in gar manchem deutschen Böhmerwäldler gestärkt."

Fuldaer Fuhballvorschau.

Der Kayeler Sportklub 1903 in Fulda.

Am morgigen Sonntag treffen die Fuldaer Borussen auf den letzten der 5 Vertreter von Kassel in der Hessen- Hannoverischen Bezirksliga, den Kasseler Sportklub 1903. Dieser Gegner, vor den Borussen mehrere Jahre hindurch Meister von Hessen-Hannover, hat die Spielstärke früherer Jabre noch nicht erreicht. Trotzdem steht er nun fast am Ende der Vorserie am 3. Platz in der Tabelle. Und man muß sagen, daß das der Spielstärke, wie sie zur Zeit im Bezirke herrscht, richtig entspricht. Sportklub 1903 hat erst 1 Spiel verloren, in Hersfeld 4 : 5, das ist zu verstehen. Aucb das eine der beiden Unentschieden (3 : 3) in Marburg bedeutet eigentlich keine Ueberraschung — Borussia gewann ja auch nur 4 : 3 —. Weiter ist darauf hinzuweisen, daß Sportklub 03 auch schon 20 Tore erzielte gegen allerdings. 15 im eigenen Tor, wodurch er sich von seinen Vordermän­nern Kurhessen und Borussia wesentlich unterscheidet. Da sind bekanntlich erst 4 bezw. 7 Gegentore festzustellen. Dar­aus kann man erkennen, daß hier vor einer weniger guten Deckung ein guter Angriff steht. Borussias Deckung muß also auf der Hut fein; daß dem Angriff bte nötigen Tref­fer gelingen, dürfte wohl anzunehmen sein. Borussia hat alles in allem den Kasselern gegenüber außer dem Vorteil des eigenen Platzes wohl doch noch ein spielerisches Plus. Nötig ist, daß man morgen wieder restlos bei der Sache ist. Der Angriff sollte unsere Mahnung vom Montag beherzi­gen. (Flügeleinsatz.) Dann wird alles gut werden.

Zm übrigen Hellen-Hannover sind noch zwei weitere Spiele auf dem Programm, da das vorgesehene dritte Hersfeld — Germania Marburg ver­legt worden ist. (30. ds. Mts.) Kurhessen Kassel wird auf Spielvereins Platz sicherlich gewinnen. Wir glauben, daß Kurhessen nach der Niederlage gegen Borussia und der u. E. nicht ungewollten gegen Niederzwehren nun wieder Tore machen kann. Göttingen 05 dürfte gegen Hermannia zwei Punkte holen und damit den Tabellenplatz wechseln.

Die 1. Vezirksklasse

hat morgen die Treffen Bebra — Alsfeld, Lauterbach — Schlüchtern und Sterbfritz — Horas vorgesehen. Mit Aus­nahme des letzten dürften zwei „Heimsiege" herauskommen, Horas sollte nun doch den Tabellenplatz zu verbessern trachten. ' ' R.

Abend in der Stadt.

Der Abend steht als stummer Gast Im Dämmcrschein der Gaslaternerr.

Run lenkt des Tages Wirre Hast Ten Schritt in gold'ne Zukunftsfernen.

In stiller Stube spielt ein Kind, ~ Ein Mutierherz drängt noch in_ Sorgen, In Schlummertönen singt der Wind Bis in den grauen Dammermorgen.

Die Häuser stehen scheu int Traum, Wie stillen Wundern hingegeben.

Nur aus der Schenke ödem Raum Dringt noch ein Schrei vom - ogc mieten.

Ferdinand Oppenberg.