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Zul-aer Anzeiger

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Nr. 230 Freitag 30 September 1^32

Hindenburgs 85. Geburistag.

Keine offizielle Feier in Anhalt.

Der evangelische Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union hat angeordnet, daß am 85. Geburtstag des Reichspräsidenten die landeskirchlichen Dienstgebäude die Kirchcnsahnen zeigen sollen. Zugleich hat er die Gemeinden zur Beflaggung der Kirchen auf- gefordert. Im übrigen vertraut die Oberste Kirchen­behörde darauf, daß in den Gottesdiensten des 2. Oktober überall des Reichspräsidenten fürbittend gedacht werden wird.

In Anhalt wird eine offizielle Landesfeier, wie sie vom Reichsinnenminister vorgeschlagen war, nicht statt­finden. Aus dem Büro des anhaltischen Staatsministe-. riums, das von dem nationalsozialistischen Ministerpräsi­denten Dr. Freyberg und dem veutschnationalen Minister Dr. Knorr gebildei wird, wird folgende amtliche Verlaut­barung ausgegeben:

„Der Anregung des Reichsministers des Innern, am 2. Oktober 1932 die Dienstgebäude des Landes und der öffentlichen Verbände zu beflaggen, in den Schulen am 1. oder 3. Oktober des Geburtstags des Herrn Reichspräsi­denten in schlichter Form zu gedenken und im Anschluß an diese Feier den Unterricht ausfallen zu lassen, hat das Staatsministerium keine Folge gegeben. Der Vorschlag des Staatsministers Dr. Dr. Knörr (DNVP.), des 2. Ok­tober entsprechend der Anregung des Herrn Reichs­ministers und dem Vorgehen Preußens zu gedenken, hat sich nicht verwirklichen lassen, da über diese Frage eine Übereinstimmung im Staatsministerium nicht erzielt werden konnte."

Der Geburtstag des Reichspräsidenten soll gleichwohl in der Landeshauptstadt in würdiger Weise begangen werden. Mitte nächster Woche soll eine große Kund­gebung auf überparteilicher Grundlage stattfinden. Mit der Anwesenheit des Reichsinnenministers wird gerechnet.

Nah und Fern

O Ein Diplomatenauto verunglückt. Auf der Land­straße Stallupönen— Eydtkuhnen ereignete sich ein Auto­unfall. Der dänische Gesandte in Kowno und der schwedische Vertreter beim Völkerbund, Widding, befanden sich mit zwei Herren der Hafendirektion Memel auf der Fahrt von Memel über Tilsit, Stallupönen, Eydtkuhnen nach Kowno. Infolge Platzens des linken Vorderreifens geriet das schwere Auto ins Schleudern, prallte mit voller Wucht gegen einen starken Baum und überschlug sich. Der Wagen wurde an der rechten Seite vollkommen ein­gedrückt. Wie durch ein Wunder erlitten die vier Insassen nur geringfügige Verletzungen.

O Ein Berliner Rechtsanwalt wegen Devisenschiebung verurteilt. Das Schöffengericht Berlin-Mitte verurteilte den Rechtsanwalt und Notar Dr. jur. Glogauer wegen vorsätzlichen Vergehens gegen die Devisenverordnung zu einem Jahr Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe.

O Mord im Kreise Striegau. Ein Handelsmann fand auf der Landstraße zwischen Barzdorf und Küssen im Kreise Striegau ein Personenauto, in dem die blutige Leiche der 23jährigen Witwe Elfriede Wessolek aus Alt­jauer lag. Die Tote wies schwere Kopfschußwunden auf. Nicht weit davon fand man auf einer Feldmark den Elektromeister Grämer aus Niederstreit mit schweren Kopf­schußwunden besinnungslos auf. Die Ermittlungen er­gaben, daß es sich um Mord und Selbstmordversuch

prh«ber-Recht«lchutz durch Lerlag Oekar Meister, Werdau l. 6a.

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(Nachdruck verboten.)

„Fraulein' Li schaut âus wie fünfundzwanzig Jahre, ist ober mindestens dreißig alt, es können auch noch zwei bis drei Jahre mehr fein/'

Markolf war sichtlich erschrocken.

„Aber ich bitte Sie!"

„Diese Antwort wird Ihnen jeder geben, Herr von Holler- bek. Sie ist nicht vom Groll diktiert. Sie sind gewiß wesent­lich jünger als Fräulein Li."

„Li ist . .. vierundzwanzig Jahre alt," sagte Markolf und hatte dabei das Gefühl, zu lügen.

„Das ist ja schließlich Nebensache, Herr von Hollerbek. Fräulein Li ist eine ausgezeichnete Künstlerin, der alle Hoch­achtung meinerseits gilt. Was besagen da ein paar Jahre? Sie wird sicher noch in zwanzig Jahren eine reizende Frau sein. Vielleicht kann sie auch einmal einen Mann recht glücklich machen."

„Das geht auf mich, Fräulein Hardenberg. Man hat Ihnen erzählt, daß ich. . .!"

.Toni schüttelte den Kopf. „Nein, man hat mir nichts er« Zählt. Ich habe nur Augen im Kopf, die klar sehen."

„Und was sehen Ihre Augen?"

„Daß Sie Fräulein Li lieben!" entgegnete Toni und würbe dabei ein wenig rot.

Markolf ging es nicht anders.

»Es ist so," gab er zu.

. „Ich verstehe das, Herr von Hollerbek. Schöne Menschen a'eht es zueinander."

„Fräulein Hardenberg . - .!"

Toni lachte. „Sie dürfen sich nicht geschmeichelt fühlen, von Hollerbek, wenn Ihnen jemand die Wahrheit sagt. Schönheit kann eine Gnade sein, aber oft ist sie das Gegen­teil, wenn nicht daran gedacht wird, daß sie ein Geschenk ver Natur ist. Erworben hat sie keiner. Sie wurde ihm wugegeben. Wer sich das vor Augen hält, der wird nicht eitel. Und Sie sind gewiß nicht eitel!"

hatte auch Markolf sein Lachen wiedergesunden.

„Eitel? Nein, das war ich nie und hoffe es nie zu werden, stolz!^'^ ^eit 015 Artist . . . auf die bin ich ein wenig

^ÄufM dürfey^Sje Mr stolz reinig

Unheil aus

Russisches il-Boot mit der gesamten Besatzung untergegangen.

Ein russisches Unterseeboot ist im Finnischen Meer­busen von einem dänischen Dampfer gerammt worden und mit seiner gesamten Besatzung von etwa 35 Mann untergegangen. Es soll kein Zweifel darüber bestehen, daß das russische Unterseeboot mit Mann und Maus untergcgangen ist. Von russischer Seite wird die Kata­strophe geheimgehalten, so wie es bereits zweimal früher bei Unterseebootunglücken im Finnischen Meerbusen ge­schehen ist. —

*

Weiiere Erdstöße in Griechenland.

Flucht ins Freie.

Die Erdstöße auf der Halbinsel Chalkidike dauern fort. Ein neuer starker Erdstoß zerstörte Egribuntzak und die Bäder von Apolloniados. Alle Häuser stürzten ein. Mehrere Verwundete sind beim Abtransport gestorben. Alle Einwohner übernachteten unter freiem Himmel, ds sie sich fürchten, in ihre Häuser zurückzukehren. Auch die Beamten der Post und der Polizei arbeiten im Freien.

Erdbeben auch in Schottland.

In Edinburgh wurde ein kurzes Erdbeben verspürt. Die Erdstöße dauerten annähernd eine Minute. Die Fenster und Türen vieler Häuser wurden stark erschüttert.

*

Die Gchrsckeasbilanz des Erdbebens in Griechenland.

Bei dem Erdbeben in Chalkidike wurden insgesamt 2600 Häuser völlig zerstört und weitere 850 so beschädigt, daß sie unbewohnbar geworden sind. Die technischen Bauten der Kassandra-Minen wurden gänzlich vernichtet. Die Zahl der Toten wird jetzt mit 141, die der Verwundeten mit 403 angegeben, davon 52 Schwerverletzte. Der Sach­schaden beziffert sich aus viele Millionen Drachmen. Allein zum Aufbau von Ersatzholzhäusern sind 27 Millionen Drachmen notwendig.

Der Chef der englischen Mittelmeerflotte ist mit sämtlichen verfügbaren Schiffen nach dem griechi­schen Erdbebengebiet gefahren. Vier Schlachtschiffe und die vierte Zerstörerflottille stehen bereits bei Mudros.

handelt. Grämer, der verheiratet ist und drei Kinder hat, dürfte kaum mit dem Leben davonkommen.

0 Grubenunglück im Egerlande. Auf der Boghead- grube bei Falkenau im Egerlande ereignete sich ein Grubenunfall. Zehn Bergleute und Ingenieure wurden durch Gas betäubt. Es gelang, die meisten wieder ins Leben zurückzurufen. Ein Ingenieur starb jedoch unter den Händen der Rettungsmannschaften.

0 Vor der Hebung des gesunkenen englischen U-Bootes „M. 2". Nach neunmonatigen Vorbereitungen gelang es jetzt, das im Januar auf der Höhe von Portland mit 60 Manu gesunkene englische Unterseeboot „M. 2" vom Meeresgrunde bis dicht unter die Wasseroberfläche zu heben. Alle früheren Hebeversuche waren mißglückt. Man hofft, das U-Boot noch vor Ende der Woche nach Plymouth einschleppen zu können.

0 Sturm gegen Steuereinnehmer. In dem Dorfe Car­boneras in der spanischen Provinz Almeria versuchten fünfhundert Einwohner unter Führung eines Gemeinde­rats das Rathaus zu stürmen, um die dorthin geflüchteten Steuereinnehmer in ihre Gewalt zu bekommen. Nur dem schnellen Eingreifen der Zolltruppe ist es zu verdanken, daß die Beamten noch glimpflich davonkamen.

So endete die Unterredung,

Die sich anschließende Aussprache zwischen Li und Markoll verlief weniger harmonisch.

Li verlangte kategorisch die Entlastung Tonis, und Markolj weigerte sich. Daraufhin erklärte Li, nicht mehr auftreten zu wollen.

L Markolf ging zu seinem Voter.

Das Bürotelephon klingelte.

„Bitte kommen Sie zu mir, Fräulein Hardenberg!" hörte Toni des alten Herrn Hollerbeks Stimme. „SBrinaen

Stenogrammblock und Bleistift mit."

„Sofort, Herr von Hollerbek!"

Toni nahm Block und Stift, schloß Tresor und Wagen ab und begab sich in den Wohnwagen des Chefs.

. Sie fand einen schlanken, eleganten Herrn in den Vier- ^tflern bei ihm, der ihr als Hypnotiseur Wolff vorgestellj wurde.

„Herr Wolff wird von übermorgen ab bei uns arbeiten. Ich will Ihnen den Vertrag diktieren. Schreiben Sie, bitte!",

Toni nahm das Stenogramm auf. Während sie schrieb, hatte sie das Gefühl, als wenn sich plötzlich eine unbekannt« Macht ihrer bemächtige und ihr Denken lähme.

„Schreiben Sie diesen Vertrag," sagte Hollerbek, uni bringen Sie ihn dann sofort zu mir."

Toni ging, aber nach wenigen Minuten schon kam sie ent­setzt zurück. Bleich und verängstigt stand sie in der Tür.

„Was ist Ihnen Fräulein Hardenberg?" fragte Hollerbel bestürzt.

„Ich. .. ich .. . weiß nicht, was das ist! Sie haben mit doch den Vertrag diktiert, und . . . hier . . . hier steht ganz anderes ... ich weiß nicht, was ich da geschrieben habe!"

Hollerbek sah den Hypnotiseur an und bemerkte, wie dieser iächelte.

„Haben Sie experimentiert, Herr Wolff?"

„Allerdings! Fräulein Hardenberg ist ein gutes Medium. Kommen Sie, Fräulein ... ich bin der Schuldige. Ich habe sie hypnotisiert und Ihnen was anderes diktiert. Sie haben zar nicht gehört, was der Herr Direktor Ihnen gejagt hat." Toni starrte den Mann an.

„Hypnotisiert! Aber . . . ich . - ."

„Ein ganz harmloses Experiment, weiter nichts! Bitte Nicht böse fein, kleines Fräulein. Kommt nicht wieder vor."

Toni beruhigte sich langsam und nahm das Diktat noch einmal auf. Nach einer Viertelstunde brachte sie die sauberen Abschriften und wollte sich zurückziehen.

„Einen Augenblick, Fräulein Hardenberg. Ich muß noch mit Ihnen reden." sagte Hollerbek.

Die beiden Männer unterschrieben, tauschten die Verträge aus, und dann verabschiedete sich Wo!ss.

„Auf gutes Verstehen, Fräulein Hardenberg! Haben Sie keine Scheu vor mir. Ich bin nicht so, wie ich scheine. Ich

aller Welt.

Wieder heftige Erderschütterungen in Griechenland.

Athen, 30. Sept. In Chalkidike wurden gestern abend drei neue Erdstöße verspürt. Um Mitter­nacht wurde auch Saloniki von einem heftigen Erdbeben heimgesucht, durch das eine Anzahl Häuser beschädigt wurde. Im Gebiet von Serres in Macedonien wurden 150 Häuser schwer beschädigt. Auch in Volo in Thessalien erfolgten drei Erdstöße.

Vier Todesopfer einer Hebestragödie.

Eine entsetzliche Licbestragvdie hat sich in der Nähe von Olmütz auf der Bahnstrecke nach Proßnitz abgespielt. Nachts fand ein Streckenwärter beim Begehen der Strecke in der Nähe von Neustift blutige Körperteile und ab­getrennte menschliche Köpfe auf den Gleisen. Es handelt sich um die Leichen des beim Olmützer Artillericregiment dienenden Zugführers Karl Janku, der 22jährigen Maria Baigar, Gattin eines Steindruckers in Proßnitz, und der beiden dreieinhalb Jahre «nd sechzehn Monate alten Kinder der Frau Baigar.

Die Lage der Leichen läßt erkennen, daß die Frau und der Mann in einiger Entfernung voneinander frei­willig den Tod gesucht haben, wobei Frau Baigar ihre beiden Kinder, die wahrscheinlich schliefen, in den Armen hielt. Der Führer der Lokomotive hat von dem Vorgang nichts bemerkt. Frau Baigar hatte in der letzten Zeit häufig Streit mit ihrem Ehemann, woran ihre Bckannt- schaft mit Janku schuld war.

108 beladene Aorderlörbe stürzen ab.

Unglücksfall auf einer Drahtseilbahn.

Auf der Drahtseilbahn der Hartsteinwerke Hambach- Diethardt ereignete sich ein schwerer Betriebsunfall. Aus unbekannter Ursache riß unweit der Verladestelle das Förderseil. 108 vollbcladene Förderkörbe, jeder etwa zwölf Zentner schwer, stürzten mit furchtbarem Getöse

aus einer Höhe von etwa 40 Meter in die Tiefe.

Das Vahngelände bietet ein Bild völliger Zerstörung. Ein Aufseher, der auf der Strecke arbeitete, konnte sich im letzten Augenblick durch Abspringen retten. Eine Land- straßenüberführung wurde von einem Förderkorb durch­schlagen. Auf den benachbarten Feldern gerieten zahl­reiche Landarbeiter in Gefahr. Der größte Teil der Förderkörbe ist völlig zertrümmert worden.

O Die kubanischen Terroristen Ncwyorkcr Verbrecher. Die Newyorker Polizei hat festgestcllt, daß das Haupt­quartier der kubanischen Terroristen sich in Newyork be­findet. Vor Wochen hat ein gewisser Jttnralde, ein früherer Minister im Kabinett Machado, in Newyork 500 Strolche für eine kubanische Gegenrevolution angeworbcn. Der größte Teil der Verbrecher wurde abgefangen, so daß nur einige nach Kuba gelangen und dort den Terror aus- übcn konnten. Die Polizei stellte fest, daß der Panzer­wagen, aus dem die Banditen den Senatspräsidentcn von Kuba mit einem Maschinengewehr erschossen, aus einer amerikanischen Fabrik stammt.

0 Das Urteil im Helsingforser Lcichcnschändungs- prozeß. Tie Leichenschändungen auf dem Friedhof Malm bei Helstngfors, deren Aufdeckung seinerzeit größtes Auf­sehen erregte, haben jetzt ihre gerichtliche Sühne gefunden. Von den sechs Angeklagten wurden vier zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt und zwei freigesprochcn. Die Verhandlung deckte unglaubliche Einzelheiten auf. Die Sekte, zu der die Angeklagten gehören, benutzte die Leichemeile zur Heilung von Krankheiten, zum Suchen nach verborgenen Schätzen usw. Die Verurteilte'! er­klärten, daß sie auf Befehl des Himmels gehandelt hätten.

werde Ihnen nicht suggerieren, daß Sie in meine Sagenlifte ein phantastisches Honorar einfegen. Wiederschauen!"

Als Wolff gegangen war, begann der alte Herr: „Sie wissen, was vorgefallen ist. Fräulein Li roeigert sich nun, weiter aufzutrelen, wenn ich Sie nicht entlasse."

„So! Tabei ist sie an allem schuld!"

Hollerbek nickte. Markolf hat mir berichtet. Aber was tun wir nun?"

„Wollen Sie mich an die Luft setzen?"

Der alte Herr lächelte. „Nein, das will ich nicht. Aber di« Sache ist die: Ich möchte jetzt Li und ihre Truppe ungern missen. Wir haben große Zirkusspiele vor, und da brauche ich sie. Was raten Sie mir?"

„Herr von Hollerbek, wenn Sie mir jetzt sagen würden: Bitten Sie Fräulein Li um Entschuldigung, ich würde es Ihnen zuliebe tun . ..!"

.Wirklich?"

„Ja, ich würde es tun! Aber es wäre falsch, weil bann die Bäume in den Himmel wachsen möchten, weil es ferner­hin nicht leichter, sondern noch schwerer sein würde, mit Fräulein Li auszukommen. Sie und ihre Truppe sind sehr, sehr gut. Das wird kein vernünftiger Mensch abstreiten. Aber es gibt Truppen, die genau so gut sind. Ich entsinne mich, daß die Garry mit ihren zwölf Girls frei ist, ein An­gebot liegt seit einiger Zeit vor. Ich habe die Garry einmal im Wintergarten vor einem halben Jahre gesehen. Sie ist ausgezeichnet. Weigert sich Li aufzutreten, dann trumpfen Eie auf. Sie sind der Chef und müssen sich Respekt ver- jchaffen."

Der alte Herr überlegte ein paar Augenblicke, dann streckte er Toni die Hand über den Tisch entgegen.

„Sie haben rechi! Ich werde so handeln."

„Verlassen Sie sich drauf, sie wird nachgebenl" versichert« Toni.

Die Auseinandersetzung zwischen Hollerbek und Li Dolvarc begann gleich heftig. Hollerbek ließ die Tänzerin reden.

Dann griff er ein.

„Fräulein Dolvaro," sagte er, „ich habe die Angeleaenhell untersucht und fesigestellt, daß Sie zuerst Fräulein Harden­berg schwer gereizt haben. Sie haben sie mit „unverschämtee Frauenzimmer" tituliert. Also sind Sie an dem weiteren Vorfall schuld. Ich kann mich nicht kchützend hinter Ihre Unarten stellen. Von einer Entlassung Fräulein Hardenberg« kann keine Rede sein."

„Dann trete ich nicht mehr auf!"

„Sie werden auftreten, sonst machen Sie sich des Vertrags­bruchs schuldig. Kein Unternehmen würde Sie ie wicoei engagieren. Ich verlange, daß Sie auftreten "

„Und wenn schon. Am Ersten läuft der Vertrag ohnehin ab. Das sind noch zwei Tage. Also gehe ich bann!" Hollerbek zuckte nur die Achseln. .

„Ich muß übrigens heute noch den Arzt konsultieren. Herr von Verlier.“ (Fortsetzung folgt.)