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Hügelpflanzung

In einer Obstpflanzung in unmittelbarer Nähe eines Sees konnte schon im Juli beobachtet werden, daß die Blät­ter von Apfelbüschen an den Rändern rostrot eiiiirockncten. Die Büsche hatten keine rechte Triebkraft und entbehrten auch des Fruchtansatzes. Sie waren völlige Versager. Als Ursache stellte sich heraus, daß eine zu flache Boden­schicht über dem hochliegenden Grundwasserspiegel vor­lag. Werden die Büsche nicht höher gepflanzt, was nur durch das Aufwerfen von Hügeln oder Dämmen möglich ist, dann bleiben sie eine hoffnungslose Angelegenheit.

Bei der Ausführung der Hügelpflanzung wird ge­wöhnlich der Fehler gemacht, daß die Hü g el zu schmal angelegt werden. Bei schmalen und steilen Hü­geln vermögen sich die Wurzeln nicht auszubreiten, sondern sind gezwungen, ziemlich steil in die Tiefe zu wachsen Sie stoßen dann sehr bald entweder auf den Grundwasser­spiegel .iber auf Felsen. Damit ist der Zweck der Hügel­pflanzung verfehlt. Die Hügel müssen vielmehr einen Durch- Messer von 4 bis 5 Metern erreichen. Ihre Höhe richtet sich nach der Höhe der vorhandenen Erdschicht. Je slach- gründiger der Boden, um so höher muß der Huge. auf­geworfen werden, doch soll seine Höhe einen halben Meter nicht überschreiten. Braucht nur wenig Erde aufgeworfen zu werden, so kann man noch eine flache Baumgrube zum Pflanzen graben. In allen anderen Fällen wird auf die E rd o b e r fläche gepflanzt. Man rammt zunächst den Baumpfahl ein und gräbt dann den Boden :m Um­kreis von 2 bis 3 Metern, 20 bis 40 Zentimeter um. Schwere und nasse Böden werden nicht so tief umgegra­ben wie leichte, trockne. Der zu pflanzende Baum wird dann am Pfahl auf die Erdoberfläche gestellt und behelfs­mäßig angebunden. Sodann wird von der Linie an, wo man mit dem Umgraben der Erde aufgehört hat, Eroe auf die Wurzeln geworfen. Man achtet darauf, daß die seine und beste Erde zwischen und über die Wur­zeln kommt, damit diese möglichst geschlossen eingebettet werden. Die Wurzeln müssen allseitig gleichmäßig verteilt werden und schräg gegen den Boden stehen. Um den brei­ten, flachen Hügel aufzuwerfen, kann es nötig sein, Erde im Umkreis von 4 bis 5 Metern heranzuschaffen. Die Spitze des Hügels muß muldenförmig nach innen laufen, damit das Regeuwafser aufgefangen wird und Bewässerung möglich ist. Man kann auch so Vorgehen, daß man zunächst die Pflanzhügel aufwirft und dann erst in sie hineinpflanzt. Das ist vor allem dort, wo wenig Ar­beitskräfte zu Gebote stehen, der bessere Weg. Im übrigen gelten dieselben Regeln wie beim Pflanzen in die Grube.

Milchleistung

Ser Umfang der Ziegenhaltung geht ständig zurück. Am 1. Dezember 1931 wurden in Deutschland nur noch 2 524 385 Ziegen gezählt oder 650 000 weniger als vor dem Kriege. Unsere Ziegenbestände haben somit rund ein Fünftel eingebüßt. Die Ziegenhaltung gilt vielfach nicht mehr als einträglich genug, obwohl die Ziege manches Futter verwertet, das auf andere Weise nicht nutzbar ge- macht werden kann. Aber in einer Zeit, in der wegen der Leistungssteigerung der Milchkühe und ihrer Vermehrung eine Uebererzeugung an Kuhmilch besteht, ist es auch um den Absatz der Ziegenmilch schlecht bestellt. Das ist um so mehr zu bedauern, als züchterisch in den letzten Jahrzehnten Hervorragendes zur Schaffung eines wertvol­len Bockwaterials und leistungsfähiger Ziegen erreicht wor­den ist. Früher gasten 500 Liter Milch als die Jahres- Durchschnittsleistung einer Ziege. Tiere, die 800 Liter Milch gaben, wurden als Ausnahme bestaunt. Seitdem ' vor vier Jahren mit staatlicher Unterstützung Milchleistungs- Prüfungen durchgefüyrt werden, beginnt man die große Leistungsfähigkeit der Ziege erst richtig zu er­kennen. Natürlich muß die Fütterung der Leistung ange- paßt werden. Ebenso wie beim Rindvieh sind diese Höchst- leistungen, die bei Tieren mit guter Anlage durch richtige Pflege und Fütterung herausgeholt werden, nicht zu ver- allgemeinern. Aber sie zeigen doch, welche erstaunliche Leistungsfähigkeit in der Ziege steckt. Nach einem Bericht von Dr. H o n e k e r in den Mitteilungen der Deutschen Land­

wirtschafts-Gesellschaft „betrug der Gesamtdurchschnittser- trag der braunschweigischen Ziegen 1929/30 964 Kilogramm Milch mit 3,6 Prozent Fett gleich 35,26 Kilogramm Fett. Den höchsten Ertrag mit 2156 Kilogramm Milch lieferte die Ziege „Emmy 31" des Hernr Diersing in Schapen. Die zehn besten Ziegen wiesen Milcherträge von 1464 bis 2156 Kilogramm auf. Die Tochter der Ziege „Frankonia", eine Erstlingsziege, gab 1929/30 1211 Kilo­gramm Milch. Die neue W e l t r e k o r d z i e g e ist die Ziege „Luise 1" des Herrn P. Strauß in Hülzweiler (Rhld.) mit 2220 Kilogramm Milch zu 3,9 Prozent gleich 86,5 Ki­logramm Jahresfett. In der Fettmenge wird sie übertrof­fen von einer Braunschweiger Ziege „Heidi 802" des Herrn Wölke-Bettmar mit 90,94 Kilogramm Fett bei einem Fett­gehalt von 5,7 Prozent und bei einer Milchleistung von 1588 Kilogramm. Hierbei möchte ich nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß schon im Jahre 1900 von der 2000= Liter-Milchleistung der Ziege „Betty" des Herrn J. H. Mat­thiesen in Groß-Nordende bei Metersen in Holstein berichtet wurde. Die Ziege stammte aus Pfungstadt. Niemand hat bis in letzter Zeit diese Angabe glauben wollen."

Futzballen

Der Herbst ist die Zeit der Erkältungskrankheiten. Er bringt auch oft rheumatische und gichtische Erscheinungen zum Durchbruch. An den Füßen der Hennen, besonders an denen älterer Jahrgänge, zeigen sich dann Schwellungen -md Knoten zwischen den Zehen. Sie fühlen sich heiß an, find anfänglich weich und können später verhärten. Durch die Knoten sind die Tiere am Gehen und Futter­suchen behindert und lassen dann im Legen nach. Diese Mißbildungen können verschiedene Ursachen haben. Rheumatische Knoten entstehen in nassen und zugigen Ställen oder bei feuchtem Auslauf Gichtknoten sind eine Folge zu reichlicher Ernährung mit Eiweiß und Mangel an Grünfutter. Manchmal entstehen Schwellungen auch aus Druckstellen durch kantige Sitzstan­

gen. Sind die Fußknoten erst im Entstehen begriffen, dann hilft mitunter die Beseitigung der E n t st e h v n g s - Ursache. Also: Der Wechsel des Auslaufs, Trockenlegung der Ställe, Eiweißärmere Ernährung, Zulage von Grün­futter, Abrundung der Sitzstangen. Voll entwickelte Ge- schwülste mit eitrigem Inhalt werden mit einem scharfen Messer kreuzweise aufgefchnitten, der Eiter sorgfältig aus­gedrückt und die Wunde mit Jodtinktur gepinselt oder mit einem jodgetränkten Wattebausch ausgestopft und verbun­den. Nötigenfalls muß die Behandlung nach zwei Tagen wiederholt werden, doch meist heilen die Geschwülste rasch â

Blumenspritze

Die Witterung zwingt bald dazu, Blumen und Blatt­pflanzen, denen man im Sommer einen frischen, luftigen Platz auf dem Balkon oder im Garten gönnen konnte, ins Zimmer zu bringen. An ihrem neuen Standort finden sic ganz veränderte Verhältnifse vor. Nicht allein ist es im Zimmer wärmer als draußen, sondern die Z im m e r l u f l

ist in der Regel auch staubige < „ „ „ »roaner. Im Laufe der Zeit werden die Poren der Zimmerpflanzen ver­stopft und ihre Spaltöffnungen zu verstärkter Wasserabgab« gezwungen. Darunter leidet die Entwicklung und da- frische Aussehen. Daher sind Zimmerpflanzen für regel­mäßiges Abbrausen dankbar. Es gibt die verschiedensten Geräte, um Blattpflanzen und Zimmerblumen staubfein zu übersprühen. Eine sehr praktische Blumenspritze zeigt die Abbildung. Der große Wasserbehälter faßt mehr Was- ser als die üblichen Blumenspritzen. Dazu ist die Hand- Habung bequemer, weil die Druckpumpe mit dem Daumen der rechten Hand bedient werden kann, während man die linke Hand frei behäU. Je nach der Stärke des Daumen- druckes kann man die Feinheit des Sprühregens regeln. Je kräftiger der Druck, um so feiner der Sprühregen. In wenigen Augenblicken kann man eine ganze Anzahl Pflan­zen von den kleinsten Kakteen bis zu den größten Blatt­pflanzen besprühen. Sie danken die Fürsorge durch fri= |a)es, saftiges Aussehen und freudige Entwicklung.

Vorsicht mit Weizenumstellung!

Es ist auch in Kreisen, die der Landwirtschaft fern­stehen, mit Bewunderung festgestellt worden, wie rasch und mit einem wie großen Erfolg die Umstellung vom Roggen- und Haferbau zu Weizen und Gerste gelungen ist. Allerdings sind Mißerfolge nicht ausgeblieben, weil man zum Teil mit Weizen auf Böden gegangen ist, wo er nicht hingehört. Neuerdings zeigt sich auch die Neigung, Futterflächen amzubrechen,umauf ihnen Roggen anzubauen. Das ist eine Umstellung, die einerseits die mühsam aufgebaute Ge- ireidebewirtschaftung gefährden und anderseits die wirt- ichaftseigene Futtergrundlage der ausgesprochenen Viehzucht- betriebe in Frage stellen kann. Aus den Erfahrungen des letzten Jahres hat Dr. K o ch für die Umstellung auf vermehr­ten Weizenanbau in den Mitteilungen der Deutschen Land­wirtschafts-Gesellschaft Winke zusammengestellt, die all­gemeine Beachtung verdienen. Er erinnert daran, „daß der Weizen hohe Ansprüche an Ackerkultur und Düngungszu- stand des Bodens stellt; auch die Fruchtfolgenfrage spielt eine bedeutende Rolle. Nach wie vor ist also beste Bodenbe­arbeitung die Grundlage für Erzielung gesunder, er­tragsfähiger Weizenbestände. Allzuflache Krume ist wenig empfehlenswert, da sie anscheinend die Fußkrankheiten be­günstigt. Das gleiche trifft für ungenügend gesetzten Boden zu. Daher sollte tiefer als zu Roggen gepflügt werden, wobei jedoch kein toter Boden nach oben gebracht werden darf. Ist aus letzterem Grunde nur eine sehr flache Furche möglich, so ist Weizenanbau besser zu unterlassen. Ge­rade das vergangene Jahr zeigte den Einfluß ungenügender Vodenvorbereitung in Mißwuchs oder völligem Versagen auf leichteren Böden. Auch die Humusfrage spielt eine große Rolle, die häufig zu wenig beachtet wird. Nicht umsonst gal­ten Hackfrüchte, überhaupt Fruchtarten, die eine Stallmist- düngung erhielten, als geeignetste Vorfrucht. Leider ist es einmal aus klimatischen Gründen, da es sonst häufig für die Saat zu spät wird, und dann auch aus Gründen der leider notwendig gewordenen Einschränkung des Hackfruchtbaues nicht immer möglich, hauptsächlich nach diesen Vorfrüchten Weizen anzubauen. Da hat sich nun auf allen in besserer Kultur befindlichen Böden gezeigt, daß eine zwischen .2 Halmfruchtfolgen geschobene Stallmist« oder auch Gründüngung ebenfalls gute Vor­fruchtverhältnisse schaffen kann. Gründüngung wird nicht überall durchführbar fein; sie fordert, soll sie genügend Masse liefern, Sommerniederschläge. Ihre Neueinführung ist daher auch nur in hierfür klimatisch geeigneten Gebieten möglich. Dagegen ist Anwendung einer Stallmistdüngung durchaus durchführbar, wenn auch nur gut verrotte­ter und gut verteilter Stallmist anzuwenden ist, falls die Düngung Erfolg haben soll. Während häufig die Ansicht herrscht, daß Stallmistdüngung nur zu Roggen mög­lich sei, zeigte sich, daß sowohl Wintergerste als auch Weizen gleichfalls gute Stallmistverwerter sind. Die Frage der Stallmistanwendung zur Winterung wird aber eine immer größere Rolle spielen, so lange die Unwirtschaftlichkeit im Hack- und Hülsenfruchtanbau besteht, da dann Stallmist für andere Früchte frei wird. Vor allem auf den leichteren Bö­den wird, soll Weizen auf die Dauer hier anbauwürdig« Frucht bleiben, ein erweiterter Stallmistverbrauch auch zu anderen Früchten als Kartoffeln nötig sein. Voraussetzung für die Anwendung von Stallmist zu Halmfrüchten ist sorg­fältige Behandlung und sorgfältige Unterbringung. Vor allem muß gegebenenfalls durch Hilfskräfte für gutes Ein­legen in di e Pflugfurche Sorge getragen werden. Ferner muß die Unterbringung so rechtzeitig erfolgen, daß sich der Boden bis zur Saat gut gesetzt hat und seine Hohlstellen bildet, die Auswinterungsichäden verursachen; mehrfaches Eggen hilft hierbei. In jedem Fall wird es rich­tig fein, auf die Schälfurche zu verzichten und den Mist so­fort auf die Stoppel zu fahren. Ist Stallmist zur Winte­rung gegeben, so ist bei der weiteren notwendigen Düngung mit Vorsicht zu verfahren, damit kein allzu geiles Winter­wachstum entsteht. Wegen der gleichen Folgeerscheinung sollte auch nicht allzufrüh gesät werden, da sonst die Pflanzen durch Frost leiden. Selbstverständlich heißt das nicht, daß nun die Saat so lange als möglich aufgeschoben werden sollte; aber vor Mitte September wird es auch im Osten in den meisten Fällen zu früh sein. Wenn auch bei Winterung die Gefahr schlechter Bodenvorbereitung gering ist, so sollte doch dem Boden in klimatisch und bodeüstruk- turlich ungünstigen Verhältnissen nicht allzuviel zugemutei werden; Pflügen bei nasser Witterung und Einschmieren der Saat ist auch im Herbst eine nur mit äußersten Bedenken anzuwendende Maßnahme.

Lesefrüchke.

„Eine sachgemäße Düngung erhöht die Ernt« und sichert somit die Ernährung des Volkes auf eigene« Scholle, und zwar mit Erzeugnissen von bester Güte. Dies« Erzeugnisse helfen dem Landwirt bessere Preise erzielen, unl ein verhältnismäßig hoher Rohertrag verbilligt mit verhält­nismäßig billigen Hilfsmitteln die Erzeugungskosten bei Ernteeinheit."

Prof. Dr. O. Nolte-Berlin.

„Jahrelang sind Fußkrankheiten stark aufgetre­ten, besonders bei Winterweizen und Wintergerste, wodurck der im Westen auch heute noch verhältnismäßig starke Rog­genbau zu erklären ist. Die neueren Untersuchungen scheine» darauf hinzudeuten, daß eine mitteltiefe Pflug­furche von etwa 30 bis 35 Zentimetern ohne vorherig« Stoppeln den Befall erheblich herabdrückt. Das bedingt na­türlich, daß vor der Aussaat alle Maßnahmen getroffen wer­den, um ein gut abgesetztes Land zu bekommen. Neben bei Bearbeitung des Bodens scheint auch der Aussaattermin füi den Befall wesentlich zu sein dahingehend, daß spät bestellt, Schläge weniger zu leiden haben, während andererseits be­sondere Düngungsmaßnahmen ohne Einfluß bleiben."

Dr. Wick-Berlin.

Merkworler

Roggensaat will den Himmel sehen.

Die gelben Drahtwürmer im Boden müssen aus« gelesen und vernichtet werden; im Großen hilft eine kräftig« Kainitdüngung.

S ch a f m i st geht über Gottes Segen.

Der Kompo st Haufen ist die Sparbüchse des Wirtz schaftshofes.

grefchmaschinen, die im Freien stehen, müsse» durch Plane oder durch eine hohe Strohtage o« Feuchtigkeit geschützt werden.