los zu machen, stehe die Gefahr, die Völker geschichtslos zu machen. Zumal der für jeden Fortschritt der Welt aufgeschlossene Protestantismus dürfe seine Geburtsstunde nicht vergessen, dürfe sie nicht lästern lassen, müsse sich seines Platzes in der Geschichte der Völker bewußt bleiben, protestantischen Geist zu wecken und zu pflegen und damit Begeisterung für den Protestantismus auzu- spornen, die Herzen warm und die Hände regsam zu machen in der Erfüllung protestantischer Verpflichtung, das sei das hohe Ziel, das sei die Aufgabe, die uns unseren bestimmten Platz anweise in Well und Kirche. Kein „werktätiger" Protestantismus ohne „theoretischen" Protestantismus, keine protestantische Liebestätigkeit ohne protestantische Glaubensbegeisterung.
Von nun an „Martin-Luther-Bund".
Im Rahmen der Jahrestagung des Lutherischen Hilfswerkes der Verbündeten Gotteskasten- und Martin- Luther-Vereine in Breslau fand eine öffentliche Frauenstunde statt, in der der Vorsitzende des Hilfswerks, Prof. Dr. D. Ulmer, einen Vortrag hielt. Er ging aus von der Bedeutung, die die Frau für das Innenleben der Familie und des Volkes habe, und sah darin die Voraussetzung für das Verständnis der Not der Diaspora, in welcher Familie nichts bleibe als das Haus, das einsam in fremdem Kirchentum und oft auch Volkstum stehe. Daß solch ein Haus das Bewußtsein der tragenden, fördernden Kraft der Gemeinschaft der Kirche erhaltenbleibe, darum gehe es in aller Diasporaarbeit des Lutherischen Hilfswerks. Solche Diasporaarbeit erweise sich als unabweisbare Pflicht der Kirche. Wo die lutherische Kirche in die Heidenwelt ihre Missionare sendet, um Heiden zu Christen zu machen, da dürfe diese Kirche nicht zusehen, wie ihre Glieder in der Gefahr ständen, ihr verlorenzugehen.
Das Lutherische Hilfswerk der Verbündeten Gotteskasten- und Martin-Luther-Vereine hat auf seiner Breslauer Jahrestagung beschlossen, sich „Martin-Luther- Bund" mit dem Untertitel „Lutherisches Hilfswerk der Gotteskasten- und Martin-Luther-Vereine" zu nennen.
Wird der Hessische Landtag ebenfalls aufgelöst?
Darmstadt, 13. Sept. Wie zuverlässig verlautet, wird die sozialdemokratische Landtagsfraktion im Hessischen Landtag den Antrag stellen, daß sich das hessische Parlament aüflösen soll und daß die Neuwahlen gleichzeitig mit den Wahlen zum Reichstag stattfinden sollen.
Aufhebung der Oberpostdirektion Darmstadt?
Zu den in der Oeffentlichkeit verbreiteten Gerüchten über die bevorstehende Aufhebung einzelner Oberpost- direktionen, u. a. auch Darmstadt, wird von amtlicher Stelle mitgeteilt, daß allerdings eine allgemeine Verwal- tungsresorm im Reiche geplant sei. Darüber habe ja Reichskanzler von Papen auch bereits öffentlich gesprochen. Bei dieser Verwaltungsreform würden auch eine Reihe von Mittelbehörden des Reiches, also nicht nur bei der Post, sondern auch bei andern Verwaltungen, aufgehoben werden. Aber irgend eine Entscheidung über das Ausmaß dieser Berwaltungsreform sei noch nicht getroffen. Die Aufhebung verschiedener Oberpostdirektionen und Landesfinanzämter sei übrigens vom Reichstag wiederholt gefordert worden.
Aus Seffen-Aaffau und Aachbargebieten.
Merkblatt für den 15. September.
1834: Der Geschichtsschreiber Heinrich v. Treitschke in Dresden geb. — 1882: Der Unterseebootführer Otto Weddigen in Herford geb. — 1926: Der Philosoph Rudolf Eulen in Jena gest.
Die Wunde, welche Ungerechtigkeit schlägt, geht tiefer und dauert länger als irgendeine andere.
Wetterbericht.
Bei Island ist ein neuer kräftiger Tiefdruckwirbel erschienen, da inzwischen aber das Azorenhoch einen Ausläufer nach dem Kontinent vorgeschoben hat, wird der Einfluß der Tiefausläufer auf unsere Witterung sich nur schwach auswirken. Die Neigung zur Nebelbildung nimmt jedoch zu. — Vorhersage bis Mittwoch al^nd: Zunächst wolkig und stärker bewölkt, strichweise auch leichter Regen, dann tagsüber zeitweilig aufheiternd und im ganzen trocken, bei südlichen bis westlichen Winden Temperaturen bis etwa 20 Grad ansteigend. — Witterungsaussichten für Donnerstag: Abgesehen von Nebelbildung wolkig bis aufheiternd, höchstens vereinzelt etwas Regen, tagsüber ziemlich warm.
* Fulda, den 14. September 1932.
Notruf der Blinden!
Der Hessen-Nassauische Blindenbund e. V. veranstaltet auf Grund einer Verfügung des Herrn Oberpräsidenten in der Zeit vom 16. September bis 2. Oktober eine Haussammlung und vom 1. Oktober mittags bis 2. Oktober abends eine Straßensammlung. Dem Bund sind zur Zeit über 400 Blinde teils als Einzelmitglieder, teils durch die Blindenvereine Dillenburg-Biedenkopf, Frankfurt, Hanau, Kassel, für Lahn und Westerwald, Rüdesheim- St. Goarshausen und Wiesbaden angeschlossen.
Der Erlös dieser Sammlung soll in erster Linie dazu dienen, die von den Selbsthilfeorganisationen der Blinden geschaffenen Fürsorgeeinrichtungen für Blinde, die bedingt durch die Verarmung weitester Kreise unseres Volkes mehr denn je gefährdet sind, zu erhalten, um so die durch ihre Blindheit schon hart genug betroffenen Menschen nicht vollends der Verzweiflung anheim fallen zu lassen. Wenn Sie daher in der Zeit vom 15. September bis 2. Oktober von unseren Sammlerinnen u. Saiumlern um eine Spende gebeten werden, dann verschließen Sie sich dieser Bitte iüd)t, dann bedenken Sic bitte, was es für einen Menschen bedeutet, in ewiger Nacht wandeln zu müssen, was es heißt, blind und ohne helfende Freunde zu sein. Lassen Sie, die Sie im Vollbesitz Ihrer Kräfte sind, den Notruf der Blinden nicht ungehört verhallen und helfen Sie uns durch Ihre Spende ein klein wenig Sonne in die Herzen der vom Schicksal so sehr benachteiligten blinden Volksgenossen zu tragen.
Sonntagsrückfahrkarten.
Vom 25. bis 29. Sept. d. Js. tagt in Mainz-Wiesbaden die Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte. An die Teilnehmer dieser Tagung können gegen Vorzeigung der Teilnehmerkarte von allen Bahnhöfen im Umkreis von 300 km um Mainz und Wiesbaden Sonntagsrückfahrkarten nach Mainz und Wiesbaden ausgegeben werden. Die Sonntagsrückfahrkarten gelten zur Hinfahrt vom 23. Sept. 12 Uhr bis zum 29. Sept, und zur Rückfahrt vom 24. Sept, bis 29. Sept 24 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Rückfahrt angetreten fein muß.
Die letzten Tages-Neuigkeiten.
Funkmeldungen des „Anzeigers"
Reichspräsident und Regierung gegen Görings Auffassung.
Berlin. In einer amtlichen Mitteilung erkennen Reichspräsident und Reichsregierung die Auffassung des Reichstagsprästdenten, daß die Reichstagsauflösung erst nach der Abstimmung wirksam geworden sei, nicht an. Die Reichsregierung könne nicht eher Vertreter in die Ausschüsse senden, bevor nicht der Reichstagspräsident und die Ausschüsse ausdrücklich die Nichtigkeit der Abstimmung zugegeben hätten.
Gorguloffs Hinrichtung.
Paris, 14. Sept. Auf dem Boulevard Argo vor dem Santö-Gefängnis ist heute früh kurz nach Sonnenaufgang (5.52 Uhr) die Hinrichtung Gorguloffs, des Mörders des Präsidenten der Republik, Paul Doumer, erfolgt. Die Nachricht von der bevorstehenden Hinrichtung hatte zahlreiche Neugierige angelockt, aber eine große Absperrungskette, die 400 Meter von der Stelle, wo die Guillotine aufgestellt war, begann, ließ nur die mit besonderen Karten versehenen Personen, die der Hinrichtung amtlich beiwohnen mußten, näher herankommen. Die Aufstellung der Guillotine durch die in weiße Leinenanzüge gekleideten Henkersknechte erfolgte wahrend der Nacht. Der Hinrichtung wohnte auch ein Pope der griechisch-orthodoxen Kirche bei, der Eorguloff in den letzten Minuten seines Lebens religiösen Beistand leistete.
Gorguloffs letzte Stunde.
Eorguloff starb, ohne seine Frau noch einmal gesehen zu haben. Heute früh wurde er vom Vertreter des Staatsanwalts, der von Justizbeamten begleitet war, geweckt. Er schlief in der Zelle der zum Tode Verurteilten. Hier wurde ihm feierlich eröffnet, daß seine Begnadigung abgelehnt worden sei.
Gorguloff wurde dann fürs Schaffst hergerichtet: Man schnitt ihm den Hemdkragen ab und bereitete ihn auf seinen letzten Gang vor. Auf dem Wege zur Richtstätte sprach Eorguloff viel von seiner Frau und bat seine Begleitung, man möge ihr doch sagen, daß er sie stets geliebt habe und daß er sie für alles um Verzeihung bitte, was er ihr antat. Sie möge das Kind, das sie in einigen Wochen erwartet, gut, d. h. in seiner Ideenwelt, aufziehen.
Ein Abend in Alt-Wien.
Werbeveranstaltung des V.D.A.
Im Rahmen ihrer diesjährigen Werbewoche veranstaltete die Ortsgruppe Fulda des Vereins für das Deutschtum im Ausland gestern einen Unterhaltunosabend, zu dessen künstlerischer Ausgestaltung sie in dankenswerter Weise die Wiener Akademische Kunstgruppe unter Leitung von Dr. Ernst Gapp verpflichtet hatte. Dank der rührigen Werbearbeit der hiesigen V.D.Aer war der große Stadtsaal bis auf den letzten Platz besetzt, als Herr Stu- dienrat Vonderau das Wort zu seiner Begrüßungsansprache ergriff, in der er zunächst allen denen Tank sagte, die tätigen Anteil an den Straßensammlungen und an der Ausgestaltung der Werbewoche nahmen. Er forderte die Anwesenden auf, die Front der V.D.A.-Kämpfer zu stärken, die, wie die deutsche Front im Weltkriege, eine Front gegen die ganze Welt sei. Das deutsche Volk sei ein Volk der Zerstreuung, und 40 Millionen deutschblütige Menschen lebten im Ausland. Für sie zu kämpfen und sie in ihrer kulturellen Not zu unterstützen, sei die Aufgabe des V.D.A. Die Bedeutung, die die Pflege des Deutschtums im Ausland habe, werde in ihrer ganzen Größe offenbar, wenn man bedenke, daß Deutschland nur durch den Eintritt Amerikas in den Weltkrieg niedergezwungen werden konnte. Wären sich die 30 Millionen deutschstämmige Menschen in Amerika alle ihres Deutschtums bewußt geblieben, so hätte Amerika gewiß Deutschland gegenüber eine freundlichere Stellung eingenommen.
Nachdem der Redner die Gäste aus Wien herzlich begrüßt hatte, richtete der Leiter der Kunstgruppe, Dr. Gapp, Dankesworte an die V.D.A.-Eruppe für die Durchführung des Abends und an die Erschienenen für die Unterstützung der V.D.A.-Arbeit. Die überaus reichhaltige Vortragsfolge wurde sodann mit zwei Darbietungen des Alt-Wiener Quartetts eröffnet. Fast weihevoll erklangen die zarten Melodien Beethooenhcher und Schubert- scher Kompositionen, die uns das Quartett in schönster Reinheit und vollendeter Form darbot. Kein Wunder, daß der Beifall kaum ein Ende nehmen wollte. Ein Tanz-Duo in Kostümen reihte sich an die Vortrüge des Quartetts an. Heide von Scherer und Ott i Apfolterer wußten das Publikum zu fesseln und zwar durch die leichtbeschwingte Rhythmik und die Grazie, die ihren Darbietungen eigen waren. Grete Schmaus hatte den gesanglichen Teil des Programms auszufüllen. Mit ihrem leistungsfähigen und feingeschulten Organ bereitete sie den Zuhörern einen großen Genuß, für den ihr mit starkem Beifall gedankt wurde. Nach weiteren Darbietungen des Quartetts und einem Tanz-Solo kam eine Szene und Duett „Brüderlein fein" aus Raimunds „Ter Dauer als Millionär" zur Aufführung, die für Heiterkeit sorgte. Schade nur, daß der Darsteller des Bauern nicht im Kostüm auftrat, der Erfolg wäre sicher noch größer gewesen. Der zweite Teil des Abends brachte weitere Tanz- und Gesangsdarbietungen sowie Vorträge des Quartetts. Wiener Humor, vorgetragen von Dr. Ernst Gapp, beschloß das Programm, das gewiß bei allen Besuchern vollen Anklang gefunden hat. Zum Zeichen der inneren Verbundenheit der Ausländsdeutschen mit ihrem Mutterlands stimmten als würdigen Abschluß des Abends die Wiener Künstler den gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes an.
Vor dem Schnellrichtcr
standen heute vormittag der 42jährige Schlosser Raimund Meyer und der 26jährige Arbeiter Wilhelm Klinkel, beide aus Fulda, denen ein Strafbefehl über je 20 Mark zuge- gangen war, weil sie sich am 11. Juli abends gegen 11 Uhr an einem bei der Polizei nicht angemeldeten Umzug, der von Nationalsozialisten ausgeführt wurde, beteiligt hatten. Da die beiden Angeklagten gegen die Strafbefehle Einspruch erhoben hatten, kam die Angelegenheit vor dem Schnellrichter zur Verhandlung. Die Angeklagten erklärten, daß es sich um keinen Demonstrationszug gehandelt habe. Der Umzug sei nur zur Verteilung von Flugblättern der NSDAP, an die aus der Abendvorstellung des s. Z. hier gastierenden Zirkus kommenden.Besucher gebildet worden. Während der Amtsanwalt gegen jeden der beiden Angeklagten eine Geldstrafe von 20 Mark beantragte, lautete das Urteil des Schnellrichters auf Freisprechung. Die Kosten hat die Staatskasse zu tragen.
Gorguloff trank noch zwei Gläser Rum, die man ihm anbot, die traditionelle Zigarette lehnte er jedoch ab. Dann umarmte er den griechisch-orthodoxen Geistlichen und bestieg das Schaffott. Noch einmal rief er aus: „Ich bitte alle um Verzeihung". Seine letzten Worte waren: „Rußland, Rußland, oh mein Vaterland!"
Zu irgenwelchen Zwischenfällen ist es nicht gekommen.
Politischer Totschlag vor dem Sondergericht.
Zuchthausstrafen für Kommunisten.
Wuppertal, 14. Sept. Das Sondergericht verurteilte in der vergangenen Nacht nach 14stündiger Verhandlung zwei Kommunisten zu sieben Jahren sechs Monaten und zu vier Jahren Zuchthaus. Beide hatten in der Nacht zum 19. Juni einen Nationalsozialisten durch Schüsse getötet und zwei verletzt. Das Gericht nahm Totschlag in bem einem Falle und Totschlagsversuch in den beiden anderen Fällen an und erklärte bei der Urteilsverkündung, nach der Notverordnung vom 9. August wäre die Tat wahrscheinlich mit dem Tode zu sühnen gewesen.
Um 5 Mark zum Mörder geworden!
Auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin ist gestern abend aus Stuttgart der Polizeitransport mit dem Mörder der Frau Bruscato eingetroffen. Der Mörder, der 23 Jahre alte Friedrich Stark, hat dem Polizeibeamten während der Eisenbahnfahrt ein umfassendes Geständnis abgelegt. — Danach handelt es sich nicht, wie man zuerst annahm, um einen Lustmord, sondern um einen Raub- überfall, bei dem der Mörder an Bargeld kaum mehr als fünf Mark erbeutete.
Englischer Kompromißvorschlag zur deutschen Gleichberechtigungs-Forderung?
Paris. Nach einer Londoner Meldung des „Echo de Paris" bereitet Macdonald einen Kompromißvorschlag vor, der Berlin und Paris in der Frage der Gleichberechtigung zufrisdenstellen soll.
Bolivien führt Krieg.
La Paz. Die bolivianische Regierung hat die Jahrgänge 1927/28/29 zur Fortsetzung der Kämpfe im Chaco- Gebiet unter die Fahne gerufen.
98 Prozent Mondfinsternis.
Die Mondfinsternis, die für den 14. September angesagt ist, wird man sich aus mehr als einem Grunde merken müssen. Zunächst einmal ist sie die einzige Mondfinsternis, die wir Mitteleuropäer in diesem Jahre zu sehen bekommen, dann aber ist sie für längere Zeit die letzte Mondfinsternis, die für uns veranstaltet wird: im Jahre 1933 gibt es bei uns keine einzige Verfinsterung, und erst im Jahre 1934 geht es wieder los mit, Mondfinsternissen. Soviel Mondfinsternisse wir also auch schon erlebt haben mögen, diese jetzige hat es ganz besonders in sich, und wenn uns nicht der Himmel mit dicken Wolkenballen die ganze Verfinsterung verfinstert, kann es ein ganz großartiges Schauspiel werden, daß, da es gratis ist, sich jeder genau ansehen sollte. Da es über drei Stunden dauert, hat man genügend Zeit hierfür.
Es handelt sich diesmal um keine totale Mondfinsternis, also um keine Verfinsterung des ganzes Mondes, aber doch um eine fast totale: die Astronomen haben ausgerechnet, daß fast 98 Prozent der Mondfläche finster sein werden: nur ein ganz kleines Stückchen Vollmond wird silbrig hell bleiben wie sonst, aber das kommt dann kaum noch in Betracht. Zwischen 6.15 Uhr und 6.30 Uhr erscheint die Mondscheibe harmlos am Himmel, als wenn ihr nichts Besonderes bevorstünde. Das Besondere macht sich auch erst um 7.45 Uhr bemerkbar. Wer gute Augen hat, wird dann sehen, daß links unten an der Mondscheibe etwas vorgeht: das Mondlicht wird unklarer und ein bißchen dunkler, so als wenn das Licht einer Straßenlaterne ein bißchen heruntergeschraubt würde.
Die richtige Verfinsterung beginnt aber erst um 8.18 Uhr. Die Verdunkelung des Mondes, die links unten angefangen hat, wächst immer mehr: um 9 Uhr ist schon fast die Hälfte des Mondes verfinstert, und eine halbe Stunde später sind wir bei 90 Prozent Finsternis angelangt. Der Mond ist aber auch dann nicht etwa pechschwarz, sondern dunkelrötlich. Den Höhepunkt erreicht die Verfinsterung etwa um 10 Uhr, wo, wie gesagt, fast 98 Prozent der Mondscheibe verfinstert sein werden. Von dann ab geht es wieder umgekehrt, d. h. die Finsternis nimmt allmählich ab, und die Helligkeit nimmt zu. Rechts oben fängt das an, und um 11.43 Minuten erstrahlt der Mond wieder in alter Pracht, immer vorausgesetzt, daß er sich nicht überhaupt in Wolkenschleier hüllt, was.aber keine reguläre Mondfinsternis ist. Wenn die Verfinsterung des Mondes um 11.43 zu Ende ist, ist sie immer noch nicht ganz zu Ende, da ein kleiner Teil der Mondscheibe dann immer noch etwas schwächer leuchtet als die ganze übrige Fläche. Erst kurz nach Beginn des 15. September, einige Minuten nach Mitternacht, ist es gänzlich aus.
Volksliederwettstreit in Fulda.
Nur noch zwei Wochen trennen uns von dem Volks- liederwettstreit, den der M.E.V. L i e d e r k r a n z Fulda anläßlich seines 75jährigen Bestehens veranstaltet. Dieser Wettstreit wird am 2. Oktober im großen Stadtsaal abge- halten. Von den gemeldeten 13 Männergesangvercincn werden in Gruppe 1 (Vereine mit 40 und mehr Sängern) mitwirken: M.E.V. Blitzenrod (Oberhesscn), M.E.V. Hünfeld und Eremmel'schèr Männerchor, Schlüchtern. In Gruppe II (Vereine mit 25 bis 39 Sängern) treten auf: M.G.V. Friedewald (Kreis Hersfeld), M.E.V. Herolz (Kreis Schlüchtern), Musikverein Herbstein (Oberhesien), M.E.V. 1926 Lehne rz und Liederkranz Hiinhan (Kreis Hersfeld). In Gruppe in (Vereine mit 12—24 Sängern) treten auf: Sängerchor 1930 Burghaun, Rhönklang Edelzell, Gemütlichkeit-Petersberg, Frohsinn-Marbach und Männerquartett Bronnzell. Insgesamt werden bei diesem Volksliederwettstreit 450 Sänger mitwirken. , Im Cruppensingen kommen 13 Preise, im Ehrensingen 8^Preise und im Höchstehrensingen 3 Preise zur Verteilung. Ferner werden 3 Dirigentenpreise verteilt. Außer zwei Preisrichtern besteht das Schiedsgericht aus drei Herren. Für den Vorabend des Volksliederwettstreites (1- Oktober! y ein Festkommers im großen Stadtsaal geplant. der «uzen abwechslungsreich verlaufen wird, zumal 6 ^angoere hierzu ihre Mitwirkung zugesagt haben. Auch der am - und Fechtklub Fulda wird mit Darbietungen anfwarkn.