würde. Arbeitsunfähigkeit "bes^Rèrchstages, Auflösung, Neuwahlen, verbunden mit vergrüben Ahnung, daß auch ein neugewählter Reichstag nicht viel anders aussehen würde, — das alles läßt schon jetzt die Frage diskutieren, ob und wie man mit Hilfe einer „höheren Instanz" aus diesem Parlamentarisch-politisch - verfassungsrechtlichen Dilemma herauskommen kann, ohne dabei aber den Boden der Verfassung zn verlassen. Man denkt z. B. an einen Volksentscheid, der eine —• übrigens allseits als notwendig anerkannte — Änderung des Wahlrechts herbeiführen soll. Grundsätzlich scheint hierfür möglicherweise der Volksentscheid einen Ausweg zu bieten, wenn man die Reform nicht auf dem gewöhnlichen parlamentarischen Wege erreicht. Nach der Verfassung kann einerseits der Reichspräsident einen Volksentscheid herbeiführen über irgendeinen Gesetzentwurf, bei dem es zu einer Einigung zwischen Reichstag und Reichsrat nicht kommen will, der „gewöhnliche" Volksentscheid andererseits auf Grund eines Volksbegehrens ist in Deutschland wohlbekannt; nur heißt cs im Artikel 73 der Rcichsvcrfassung, daß der „volks- bcgehrte" Gesetzentwurf erst von der Regierung „dem Reichstag zu unterbreiten" ist. Wenn nun kein „amtierender" Reichstag da ist? Gar so einfach, wie so mancher sich dies vorstellt, ist also dieser Ausweg doch nicht, vorausgesetzt immer, daß man auf dem Boden der Verfassung bleibt, was aber die Reichsregierung zu tun ausdrücklich erklärt hat. Gewiß ist dieser Boden manchen Erschütterungen ausgesetzt unter den Stößen der drängenden Notwendigkeiten einer turbulenten Zeit, aber die Entscheidung des ganzen Polkes könnte und dürste die Versaffung ändern, weil „das deutsche Volk sich diese Verfassung gegeben hat". Dr. Vr.
Vermischte Nachrichten
Neue Verhaftungen in der Angelegenheit der Strengstoffanschläge.
Altona. Im Zusammenhang mit den Sprengstoffanschlä- gen im Kreise Pinneberg sind verschiedene Verhaftungen erfolgt. Auf Anfrage an zuständiger Stelle wird erklärt, daß im Interesse der Untersuchung zur Zeit nähere Einzelheiten nicht bekanntgegeben werden können. Lie ganze Aktion sei noch iw Flv^
Unterschlagungen bei einer Baugenossenschaft.
München. Der Prüfungsausschuß innerhalb des Auf- sichtsrates der Baugenossenschaft Familicnbcim München-Wess enweckte kürzlich das Fehlen von rund 16 000 Mark, für deren Wiederbeibringung der Genossenschaftsverwalter verantwortlich gemacht würde. Der Verwalter, ein 76 Jahre alter, in gesicherten Familienverhältnissen lebender Mann, befindet sich in Haft. Die Unterschlagungen reichen bis zum Jahre 1925 zurück und sind durch Falschbuchungen entstanden. Die Finanzlage der Baugenogenschast ist durch die Unterschlagungen in keiner Weise berührt.
Vier Todesurteile gegen russische Bauer«.
Moskau. In Taschkent sind vier Bauern, Mitglieder der Verwaltung einer Kollektivwirtschaft, zum Tode verurteilt worden. Sie wurden beschuldigt, Kulaken zu sein, als solche sich in die Verwaltung eingeschlichen und sich auf Kosten der Kollektivwirtschaft bereichert zu haben. Die Todesurteile wurden sofort vollstreckt.
Japanische Truppenlandungen in Schanghai.
Schanghai. Im Zusammenhang mit der japanischen Aktion gegen die chinesische Boykottbewegung sind in Schanghai neuerlich truppen gelandet worden. Der Führer gab die Er- klärung ab, daß die Landung zum Schutz der japanischen Interessen und insbesondere zur Sicherstellung der von den Chinesen bedrohten telegraphischen Verbindung erfolgt sei.
Eine Kampfgemeinschaft.
Gemeinschaftliche Abwehrmaßnahmen gegen die Verwaltungsreform.
Gießen, 26. Aug. In Gießen traten Vertreter der durch die verordnete Zusammenlegung von Kreisen betroffenen Kreise und Kreisstädte in der Provinz Hessen-Nassau zusammen, um über gemeinschaftliche Abwehrmaßnahmen zu beraten. Es waren Kreisausschußmitglieder der Kreise Biedenkopf, Hersseld, Marienberg, Homberg, Kirchhain, Usingen, Wolfhagen sowie Bürgermeister der Kreisstädte erschienen. Alle Vertreter sprachen sich scharf gegen die Zusammenlegung der Kreise aus, die eine Rücksichtnahme auf das wirtschaftliche Gefüge, die geschichtliche Entwicklung und auf die Interessen der Bevölkerung entgegen den Bestimmungen der preußischen Sparverordnung vom 23. Oktober 1931 in jeder Weise ausschließe. Bedauert wurde auch die mangelhafte Unterstützung der aufgelösten Kreise durch den Kasseler Regierungspräsidenten, von dem vergeblich erhofft wurde, daß er auf Grund seiner Kenntnis der katastrophalen Auswirkung der Zusammenlegung von Kreisen seines Bezirkes alle Schritte unternehmen würde, um das drohende Unheil abzuwenden. Die Vertreter der Kreise und der Kreisstädte schloffen sich zu einer Kam"^"->meinschaft zusammen. Die weitere Bearbeitung der Angelegenheit wurde einem aus sieben Mitgliedern bestehenden Ausschuß übertragen.
Au- Hessen-Aassau und Aachbargebielen.
Merkblatt für den 28. August 1932.
1749: Johann Wolfgang v. Goethe in Frankfurt a. M. geboren. — 1914: Sieg Hindenburgs bei Tannenberg.
Merkblatt für den 29. August.
1632: Der englische Philosoph John Locke in Wrington geb. — 1866: Ter Dichter Hermann Löns in Kulm geb.— 1916: Hindenburg wird Chef des Deutschen Eeneralftabs, Ludendorff Erster Generalquartiermeister.
Wie's innen, so ist's draußen auch. — Zst's innen licht und hell, — So dünkt die Welt dir lieb und schön, — Ein reicher Freudenquell. — Wer Nacht und Trug im Busen hegt, — Sieht immer Nacht und Trug; — Wer Gott im tiefsten Herzen trägt, — Sieht ihn im Weltenbuch.
Wie wird das Wetter?
Als am vergangenen Wochenende größere Störungen zahlreiche örtliche Gewitter zur Folge hatten, glaubte man vielfach, daß mit dem Ende der sogenannten Hundstage auch die lange Hochsommerperiode endgültig ihren Abschluß gefunden habe. Nachdem noch kurz zuvor fast afrikanische Hitze in den Großstädten geherrscht hatte, sanken die Temperaturen zu Beginn der Woche allgemein unter 20 Grad Celsius. Nachts ging die Quecksilbersäule sogar vielsach auf 8 bis 10 Grad Celsius zurück. Tie Lustdruckstörungen glichen sich jedoch ziemlich rasch wieder aus Tie Niederschläge ließen nach und es trat sehr bald wieder eine Aufheiterung und rasche Erwärmung ein. Tag Hochdruckgebiet, das zunächst über den britischen Inseln geleaen hatte, wies in der zweiten Wochenhälfte zwei Teile auf, von denen der eine über England, der andere über Teutschland lag.
des »Anzeigers* / Die letzten Tages-Neuigkeiten.
Bor Abschluß der Kabinettsberatungen.
Berlin, 27. Aug. Die Kabinettsberatungen haben gestern bereits sehr starke Fortschritte in den Arbeiten am Wirtschaftsprogramm gezeitigt. Heute werden in den Refforts die noch notwendigen Formulierungen vorgenommen, so daß das Kabinett am Nachmittag endgültig Beschluß fassen kann.
An der Reise des Reichskanzlers zum Reichspräsidenten n a ch N e u d e ck werden wahrscheinlich, wie der „Lokal- Anzeiger" meldet, auch Reichswehrminister von Schleicher und Reichsinnenminister Freiherr von Eayl teilnehmen. — Weiter verlautet, daß ein Vertrauensmann des Zentrums nach Neudeck zum Reichspräsidenten entsandt worden sei, um die Ansichten des Reichspräsidenten über eine etwaige Umbildung des Reichskabinetts zu erfahren.
Reichskanzler von Papen und Freiherr von Gayl im Rundfunk.
Berlin, 27. Aug. Die Reichsrundfunkgesellschaft teilt mit: Für die Tagung der West deutschen Bauernvereine, die am Sonntag, den 28. August in Münster i. Westfalen stattfindet, hat Reichskanzler v. Papen die Hauptrede übernommen. Die im Mittelpunkt der Tagung stehende Ansprache des Reichskanzlers wird um 12 Uhr vom Westdeutschen Rundfunk übernommen und über alle deutschen Sender verbreitet werden. Vorangehend wird am gleichen Tage Sonntag um 11 Uhr als Ausschnitt aus der Goethegedächtnisfeier zu Frankfurt a. M., die Rede des Innenministers, Freiherrn von Eayl als Rundfunksendung geboten werden.
Anna Rosegger gestorben.
Graz, 26. Aug. In Krieglach ist heute die Witwe des Dichters Peter Rosegger, Frau Anna Rosegger, im Alter von 72 Jahren gestorben.
Die starke Erwärmung hat bei langsamem Drucksall das große europäische Hochdruckgebiet nach Osten abgedrängt, so daß wir an seiner Westseite liegen. Ueber Frankreich haben sich einige kleine Tiefdruckstörungen ausgebildet, die stellenweise zu Gewittern Anlaß geben. Auch bei uns ist mit dem Auftreten vorübergehender Störungen zu rechnen, wenn auch im ganzen die Schönwetterlage erhalten bleiben dürfte. — Vorhersage für Sanistag : Heiter bis wolkig, vereinzelt Gewitterneigung, tagsüber warm, östliche bis südliche Winde. — Aussichten für Sonntag: Heiter und warm, aber immer noch Neigung zu Gewittern.
* Fulda, den 27. August 1932.
Am Wochenende.
Mit dem historischen Bartholomäusmarkt in der vergangenen Woche ist es programmäßig herbstlicher geworden. Von dem Bartholomäustag heißt es ja seit alten Zeiten im Fuldaer Land: „Vartholomä macht eine Tür zu und die andere auf“. Die Tür zum Herbste ist aufgetan, und wir wollen uns diese schöne Jahreszeit nicht mit melancholischen „Herbstgedanken" verdunkeln. Sonnenblumen, Astern und Georginen blühen. Es läßt sich auch nicht leugnen, daß die Abende kurzer werden. Jeder Tag nimmt uns einige Minuten. Wir werden wieder häuslicher um diese Zeit. Die früher hereinbrechende Nacht verweist uns auf das Haus.
Auch die Bäder und Sommerfrischen stellen ihre Herbst- bilanzen auf. Der Besuch war im allgemeinen besser als im Frühjahr vermutet wurde. Nur im Auslande trat in diesem Sommer der deutsche East kaum in Erscheinung. Besonders in der Schweiz sind unsere Landsleute als sogenannte gute Gäste bekannt und geschätzt. Man sagt den Deutschen nach, sie hätten in den vergangenen Jahren meist den Dalles- komplex zu Hause gelaffen, sie waren nicht knauserig, dabei stramm und höflich und äußerst respektvoll gegen das Hotelmobiliar. Den einen Satz „Bei uns zu Haus . . .“ hat man unseren Landsleuten hier und da als typische Redewendung übelgenommen. Tas ist das Merkwürdige an dem Deutschen: solange er zu Hause ist, in seiner kleinen oder großen Vaterstadt, leidet er an einer Verkleinerungssucht, die geradezu krankhaft ist, — das ändert sich mit einem Schlage auf einer größeren Reise, dann ist „bei uns zu Hause" alles bester und erträglicher. Deshalb sollte die Reichsbahn endlich ein Einsehen haben und die Zufriedenheit der Staatsbürger fördern, indem sie die Fahrpreise soweit beruntersetzt, daß sie zeitgemäß sind und jeder, auch der Minderbemittelte, wieder einmal eine kleine Reise riskieren kann Ganz unerhört ist der Preis der Bahnsteigkarten, — als Folge hat sich gezeigt, daß der Abschied meist schon an den Sperren stattfindet und die Einnahmen aus den Bahnsteigkarten nicht gestiegen sind, trotz der 100prozentigen Verteuerung.
Tas Billige^reizt immer, — ^as hat man wieder einmal an dem verflossenen Fuldaer Jahrmarkt am Abstor feststellen können! Die ausgefallensten Dinge wurden heimgeschleppt, — wenn sie nur billig waren. Man spricht nicht umsonst von den „billigen Lockartikeln" der Warenhäuser. Es ist außerordentlich interessant, wie in den betr. Geschäften hauptsächlich der einfache, minderbemittelte Käufer geradezu zum Kaufen verlockt wird. „Ich bruch's joa net, — äwer ich hon's gekauft, weil's so billig war . . .", sprach die Frau vom Land, als sie eine Tortenplatte für 75 Pfennig erstanden hatte. Zn diesem Satz zeigt sich die ungeheure Gefahr, die dem reellen Geschäft und überhaupt der gesamten Volkswirtschaft entsteht durch das Locksystem. Das Volk wirft seine letzten Groschen für Dinge fort, die überflüssig sind, es wird „verlockt", minderwertigen Kram zu kaufen. Aufklärung müßte schon in der Schule erfolgen, dann wäre vielleicht auch für den alten soliden Handel und das Handwerk noch etwas zu erhoffen. Eine kleine Reise gehört nun durchaus nicht zu den überflüssigen Dingen, — wenn da die Reichsbahn ein bißchen mit Einheitspreisen und sonstigen verlockenden Angeboten arbeiten würde, könnte man es nur begrüßen, — und nicht zuletzt würde sich die Reichsbahn selbst einen Riesendienst tun. Die Masse würde es bringen. Es ist ausgeschlossen, daß bei den heutigen Fahrpreisen das Reisen jemals wieder Volkssache werden kann. Zeder Eierhändler befolgt heute den Grundsatz: „Hoher Umsatz — kleiner Nutzen", und das Geschäft blüht dabei. Deshalb auch Abbau aller Personen- und Gütertarife, Posttarife und aller dieser Sporteln etc., die nicht mehr zeitgemäß sind und nicht mehr der heutigen Armut weiter Kreise entsprechen. —
Weil das Sparen am Aermsten, wenn dieser in genügenden Mengen austritt, besonders einträglich ist, sind die Institutionen der sozialen Fürsorge förmlich und tatsächlich gezwungen, gegen die Objekte dieser Fürsorge einen bitteren Kampf zu führen. Sie führen ihn mit allen Waffen der medizinischen und juristischen Wissenschaft, und mitunter haben die Argumente, mit denen sie irgend eine Zahlung verweigern oder eine Zahlungsverpflichtung bestreiten, so-
Neue politische Bluttaten.
Kommunistische llebersälle.
Breslau, 27. Aug. Bei Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten in Uniform und Kommunisten wurden ein Nationalsozialist durch Messerstiche schwer und mehrere Kommunisten leicht verletzt. — Die Nationalsozialisten, etwa 20 Mann, waren von über 100 Kommunisten (!) angegriffen worden.
Bamberg, 27. Aug. Mitglieder des Katholischen Ee- sellenvereins Thaiden wurden auf einem Ausflug von einem Trupp Kommunisten überfallen. Der Senior des Vereins erhielt Messerstiche in die Lunge. Außerdem wurden auf den Schwerverletzten fünf Revolverschüsse abgegeben. Als die Polizei erschien, flohen die Kommunisten. Die Personalien der Täter stehen fest.
Die ersten Europa-Flieger am Ziel.
Berlin, 27. Aug. Gestern nachmittag sind die ersten Teilnehmer des Europa-Rundfluges in Berlin eingetroffen. Als Erster landete Seidemann um 18.36 Uhr auf dem Flugplatz Staaken. Um 19.19 Uhr gingen der Pilot Marienfeld als zweiter und um 19.43 Uhr Freiherr von Massenbach als dritter Flieger durchs Ziel. Der tschechische Flieger Klebs mußte gegen 16 Uhr unweit Halmstad (Südschweden) wegen Motorschadens notlanden. — Heute früh sind um 7.14 Uhr und 7.23 Uhr die beiden deutschen Flieger Zunck und Osterkamp gelandet.
Die dritte Großstrecke führte von Paris über Deauville, Rotterdam, Dortmund, Ham - burg, Kopenhagen, Laholmsbucht, Eöte^ borg, Laholmsbucht, Kopenhagen, Hamburg nach Berlin.
gar eine gewisse philosophische Note. Die Akten der Ver- sorgungsämter, die festgehaltenen Notschreie in Gesuchen und Eingaben, in den Aktenschränken der Wohlfahrtsämter, werden einer späteren Zeit mehr erzählen als es die steiner-! nen Ehrenmale zu künden wissen. —
Der kommende Herbst, und erst recht der Winter, wird uns zweifellos ein weiteres Anschwellen der Arbeitslosigkeit und der Not im allgemeinen bringen, — mit der amtlich geregelten Fürsorge werden wir kaum auskommen — die Not wird an das Herz jedes Einzelnen appellieren müssen. Da gilt es, die Blinden sehend zu machen und die Schlummernden zu wecken! Nicht mit Worten und Geschrei — sondern wie es die Sonne tut: durch Anstrahlung und Wärme! A. M.
Vogeltränke und Vogelbad.
Wie man im Winter die Vögel füttert, so reiche man ihnen vom Frühjahr bis zum ersten Schneefall täglich morgens und in heißer Jahreszeit mehrmals erneuertes frisches Wasser in mehreren im Garten an schattigen Plätzen verteilten Gefäßen. Am besten eignen sich hierzu irdene Blumentopfuntersätze, die etwa 3 Zentimeter hoch sein und einen Durchmesser von mindestens 15 Zentimeter haben sollen. Bei der Größenwahl muß man nämlich be- rückü-^tigen, dcG die Vögel nicht nur trinken, sondern auch baden woÜen, und deshalb darf das Gefäß und nicht zu eng sein. Es muß ein Zaunkönig so gut darin baden können wie eine Drossel. Die Trink- und Badegelegenheiten werden so ^^II beliebt wie die Futterstellen, und es zeigt sich um sie bald ein Leben, das noch bunter ist als das an der Fütterung, weil wir hierbei auch mit den Vögeln rechnen dürfen, die während des Winters in milderen Breiten weilten. Wiederholt am Tage finden sie sich hier ein und lohnen die geringe Mühe des Nachfüllens reichlich durch ihr munteres Wesen und dadurch, daß sie durch Tränke und Bad in der Nähe fest- gehalten werden und ihre Insektenvertilgung unserem Garten zugute kommt. Der Besuch kann, wenn keine andere Tränke in der Nähe ist, so lebhaft werden, daß ein Dutzend Näpfe aufgestellt werden müssen, um den Trink- vnb rot allem den Badewasserbedarf für den Taz zu decken. Durch das Baden wird sehr viel Wasser verspritzt. Wo viele Drosseln sind, ist der Wasserverbrauch am größten. Wie wir unser Auge an dem munteren Treiben an der Fütterung erfreuen wollen, so auch möglichst an der Tranke. Wir richten diese deshalb so ein, daß sie vom Wohnstuben- oder Eartenhausfenster oder von einer Laube aus beobachtet werden kann. Hat man für die Singvogelwelt nur ein wenig Sinn, und gönnt man foltern Idyll an schönen oder auch nur leidlich guten Tagen einige Stunden, dann merkt man erst, welche bunte Reihe von Vogelarten der Garten birgt, denn sie kommen alle bestimmt nacheinander und viele auch gleichzeitig: Drosseln, Buchfinken, Grünlinge, Girlitze, Kohl-, Hauben-, Blau- und Sumpfmeise, Rotkehlchen und Laubsänger, Goldammern und Schwarzplättchen, Dorngrasmücke und Mütterchen, Zaunkönig und Rotkehlchen und mancher andere liebe kleine Gesell. '
Sepp Summer kommt nach Fulda!
Der Ortsgruppe Fulda des Kampfbundes für Deutsche Kultur ist es gelungen, den bekannten deutschen Freiheitssänger Sepp Summer zu einer Deutschen Freiheitsstunde am Montag, den 29. August, im Stadtsaal zu verpflichten. Dem Sänger geht ein ausgezeichneter Ruf voraus. Die Presse schreibt: „Mit vier Brüdern rückt er freiwillig zum Weltkampf ein; zwei fallen, einer gerät in Gefangenschaft, ihm selbst zerschmettert eine russische Granate den Fuß. Im Krankenhaus lernt er Laute; 6mal wird ihm der Fuß stückweise abgenommen; dazwischen schafft er Lied um Lied. Er wird mit der Tragbahre von Sterbenden zu Sterbenden getragen und singt sie in den jungen Heldentod: mit so hoher Weihe wird er Lautenliedersänger. Begeistert zieht er hinaus in alle deutschen Gaue. Kühn kündet seine Leier den ewigen Gott, das eherne Schicksal, ein hohes Heldentum, unser Vaterland in Tieftrauer : Schlicht, groß, eindringlich tönt sein Lied. 10 Jahre kämpft er unerschrocken für unsere herrlichen Hochbilder, für unsere deutsche Freiheit! Jm In- und Auslande geehrt, von den Feinden gefürchtet." — Werdauer Zeitung, Werdau i. Sa.: „Er singt den Freiheitsschrei eines geknechteten Volkes, von wurzeltiefer und felsenfester Treue zur Heimat und zum Vaterland, von deutscher sittenlauterer Liebe, vom Frohsinn unseres Volkstums, von Allem, was hoch, hehr und heilig ist. Und seine Lieder rühren ans Herz, weil sie vom Herzen kommen . . . Das war nicht ein Lautenabend, — es war eine Wieihestunde und machtvolle Kundgebung zugleich. Ein solcher Abend war noch nicht in Werdau ..." — Breslauer Neueste Nachrichten: „Niemand konnte sich dem ergreifenden Eindruck entziehen, den dieser Sänger deutschen Geistes und Wesens in die Herzen senkte." ,