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Mehr kalken!

Der Betrieb der Land- und Forstwirtschaft beruht aus der Nutzbarmachung von Naturgesetzen, die unbekümmert um die Wirrschaftslage ihr Recht fordern. Der Landwirt bat nicht die Freiheit, sie nach Gutdünken einzuspannen oder Verzicht zu üben. E r i st o i e l m e h r D i e n e r a l s H e r r d e r N a t u r. Der Berufserfolg ist daher zunächst abhängig von der umfassenden Einsicht in die gestaltenden Kräfte der Natur: das verleiht die beste Anpassungsfähigkeit an die obwaltenden Verhältnisse. Der Einsicht muß aber auch die Ta-bereirmmft gepaart fein, sonst reißen sehenden Auges Schäden ein. die mehr kosten als rechtzeitige Vorbeugung. Seit Jahren wird deutlich erkannt, daß durch mangelhaf­ten Kalkersatz und infolge der Anwendung sauerer Dünge­mittel ein bedenklicher Kalkmangel und eine starke Ver­sauerung der Böden hingerissen sind. Was das bedeutet, lüm ein' Leberblick erkennen, den kürzlich Professor Dr. O. Nolte über die Leistung der Kalkdüngung in der gesamten Landwirtschaft gegeben hat. Er zeigte, daß die Bedeutung des Kalkes über die eines Düngemittels weit hinausgeht, da der Kalk Zusammen mit dem Stalldung die Grundlage der gesamten Düugungsmaßnahmen bildet.

Auch in der Dauer seiner Wirkung ist er dem Stall­dung ähnlich und wird deshalb auch in größeren Zeiträumen und größeren Mengen verabfolgt. Die Untersuchung des Bodens durch chemische Methoden müsse ergänzt werden durch F e l d v e r s u ch e. die einzig und allein die Remabität aller Düugungsmaßnahmen seststellen lassen. Man ersehe daraus, daß die Rentabilität e i n e r K a l k u n g im Mittel der Versuche nicht hinter der der anderen Kernnähr­stoffe zurückstehe, ja sie in manchen Fällen ü b er treffe. Insbesondere sei die Rentabilität des Kalkes bei den Hackfrüchten gut gesichert. Eine für die Zukunft in Aussicht genommene Erweiterung der DüngungsvsrMche der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft über das Reich wird weitere wichtige Einzelheiten erkennen lassen. Aehnlich wie die anderen Nährstoffe trägt auch der Kalk im Verein mit ihnen und dem Sialldung zur Erzielung hoher Ernten von bester Qualität bei, wovon Backosrsuche mit zwei Weizensorten, welche mit steigenden Kalkgaben gedüngt waren, weitere Beweise liefern.

Die Aussichten einer Kalkung in forstlichen B e - trieben scheinen nach den im letzten Jahrfünft zusam- mengestellten Ergebnissen alter Versuche ziemlich gut ge­sichert zu sein. Man darf hoffen, daß manche minderwerti­gen Forstflächen durch Kalkung wieder auf ihren alten Er­trag gebracht werden können. Auch in Fischteichen bietet die Kalkung eine sichere Grundlage zur Gesundung der Loden und zum angeregten Wachstum der erwünschten Flora und Fauna.

Neben seiner Aufgabe als Dünge- und Meliorationsmit- tsl übt der Kalk auch p f l a n z e n f ch ü tz e n d e Wirkungen aus. So kann man feingemahlenen Branntkalk mit gutem Erfolg zur Bekämpfung der Schnecken benutzen. Im Zusammenwirken mit giftigen Stoffen findet er in aus­gedehntem Maß« Anwendung als Spritz- oder Betäubungs­mittel im Obst- und Gemüsebau, im Weinberg, Hopfenbau Gartenbau.

Wassergekühlter Vorratsschrank

In der warmen Jahreszeit verderben sehr oft wem: haltbare Nahrungsmittel oder auch zurückgestellte Speisereste Das ist sehr schmerzlich und könnte vermieden werden, wenn eine einfache Kühlkiste für Wasserkühlung angefertigt wir^. Steht kein« wasserdichte Kiste mit gut schließendem Decke! zur Verfügung, so kann auch eine Margarinetonne oder dgl. Verwendung finden. Es kommt nur darauf an, dic Kühlwirkung fließenden Wassers auszunutzen. Man ver­bindet also die Kühlkiste mit der Wasserleitung oder Pumpe und leitet das im Haushalt oder Viehstall benötigte Wasser durch die Kühlkiste. Dabei ist zu beachten, d- das kalte Wasser dicht am Boden des Behälters eintritt. Ist eine solche Aufstellung der Kühlkiste aus räumlichen Gründe? nichr möglich, so läßt man das kalte Wasser zwar oben in die Kühlkiste einlaufen, leitet es aber wie bei 1 auf der Abbil­dung in einem Rohr an einer Seitenwand bis zum Boden des Behälters. So wird das Wasser gezwungen, von unten aus an den Wänden der in dem Kühlbehälter stehenden Kan­nen und dgl. entlang zu streichen, bis es oben an der gegen­überliegenden Seite den Ausfluß bei 2 gewinnt. Damit das Wasser auch unter den Gefäßen durchfließen kann, heftet

man am Boden der Kühlkiste in der Richtung vom Einfluß zum Ausfluß schmale, nicht zu flache Lattën fest. Der Wasserablauf muß auf alle Fälle eine etwas weitere Oeffnung als der Zufluß haben, damit das Wasser in der Kühlkiste niemals höher steigen kann, als es erwünscht ist. So kann man schließlich auch Kannen in der Kühlkiste verwenden, die nicht völlig dicht abschließende oder auch gar keine Deckel haben. Diese Gefäße müssen dann allerdings so aufgestellt werden, daß ihr oberer Rand über den Wasserabfluß hin­ausragt. Zu leichte Kannen, Kübel und dgl. verhindert man einfach am Schwimmen durch Anbringung einiger Quer­leisten. Willy Seyfarth, Naumburg (Saale).

Milchfilter

Die Verbesserung der milchwirtschaftlichen Erzeugnisse beginnt bei d er M i l ch g e w i n n u n g. Dieser Ein­sicht tragen die noch viel zu wenig geförderten Bestrebungen zur besseren Melkerausbildung Rechnung, und in dieser Richtung soll auch das Reichsmilchgesetz wirken. Es enthält wichtige Vorschriften über die Gesundheitskontrolle des Melkpersonals und die Stallhygiene. Vor dem Melken soll nicht allein der Melker Hände und Arme waschen, auch das Euter soll gehörig ge­reinigt werden. Denn manche Schinutzteilchen, die in die Milch fallen, sind lösbar und später nicht mehr daraus zu ent­fernen. Der Milcheimer erhält eine kleine Oeff­nung, um das Hineinfal­len von Schmutz und Haaren möglichst hintan­zuhalten. Aber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen muß die Milch nach dem Mel­ken gleich gereinigt werden.

Zum Seihen der Milch ist ein einfaches S i e b g a n z u n z u r ei­ch e n d : es läßt fast alles durch. Es muß schon ein gutes, dichtes Seihtuch dazu genommen werden.

An seiner Stelle werden zunehmend W a t t e f i l t e r ver­schiedener Bauart angewendet. Ein solches, dasFuwa"- Milchfilter, ist von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft eingehend geprüft, alsn e u und beachtenswert" aner­kannt und mit der Bronzenen Preismünze ausgezeichnet worden. Nach dem Bericht von Professor Dr. M a r t i n y besteht die Neuerung darin,daß die Mattscheibe auf einem weitmaschigen Drahtsieb liegt und sich zwischen den einzelnen Maschen noch etwas durchbeutelt, wodurch der Ausnutzungsgrad der Wattescheibe und damit die Filterlei­stung erhöht wird. Bei fortlaufender Durchgabe gesunder Milch mittleren Schmutzgrades konnten jeweils mindestens 200 Liter je Wattefcheibs durchgegeben werden. In der Minute laufen nicht weniger als 18 Liter Milch durch, die optisch schmutzfrei wird. Die Keimzahl wird nicht vermehrt. Das Zusammensetzen und Auseinandernehmen des Filters ist einfach und bequem. Das geringe Gewicht und die ver­hältnismäßig kleinen Abmessungen gestatten, das Filter mit einer Hand anzüheben zwecks Feststellung der Kannenfül­lung und es schnell von einer Kanne auf die andere um­zusetzen."

RekordkuhTherese"

Diese dem Herdbuchverband Niederrhein, Abteilung Schwarzbunt, zugehörende Leistungskuh stellte nach 365tägi- ger Prüfung im Rahmen des Deutschen Rinderleistungs- buches einen neuen Rekord in der M i l ch m e n g e auf mit 15 930 Kilogramm Milch von 3,09 Prozent Fett­gehalt gleich 493 Kilogramm Fett. Damit ist die bisherige Höchstmilchmenge um 266 Kilogramm übertroffen worden

Im Durchschnitt der letzten 5 Jahre brachteTherese" es auf fast 12 000, Liter Milch im Jahr mit 408 Kilogramm Fett oder insgesamt auf über 60 000 Liter. Das find Zahlen, die man vor zehn Jahren als bei uns unerreichbar bezeichnet und nur amerikanischer Großsprecherei zugetraut hätte. Da­bei ist noch zu berücksichtigen, daß die Rekordkuh vorüber­gehend durch Maul- und Klauenseuche in ihrer Leistungs­fähigkeit gehemmt war. Im letzten Jahr brachte sie Zwillinge und befindet sich im besten Gesundheitszustand. Nur das Euter ist unter der Einwirkung der gewaltigen Milchmen­gen etwasdurchgeschossen". Auch dieses Beispiel läßt er­kennen, daß bei zweckentsprechender Haltung und Pflege staunenswerte Leistungen aus unserem Niederungsvieh her­auszuholen find und daß wir bei einem Reichsdurchschnitt von 230 Litern je Kuh nicht stehenzubleiben brauchen.

Die Enten im Sommer

Die Enten, die wir zu Mastzwecken halten, legen viel­leicht noch einige Eier. Man kann solche Eier durch Puten ausbrüten lassen, denn zum Spätherbst und zu Weihnachten werden wir wohl damit rechnen können, daß auch die Preise für Schlachtgeslügel wieder anziehen. FürZuchtzmecke keine Enten mehr ausgebrütet, weil die Jahreszeit schon reichlich spät ist. Die'alten Enten brauchen jetzt nicht mehr sehr stark gefüttert zu werden. Wenn man ihnen tagsüber einen Kartoffelbrei mit Schrot unb etwas Fischmehl angerührt bietet und ihnen am Abend noch Korner gibt, werden sie sich bei gutem Auslauf selbst weiter ernähren. Sollten jedoch die Ausläufe schlecht sein, io muß man den Enten und besonders den Rassen, von denen man jetzt noch regelmäßig Trinke,er wünscht ein eiweisreiches Futter geben. Als Futtermischung für L^ge- enten wäre zu empfehlen:

30% Gerstenschrot,

30% Weizen kleie,

10% Weizennachmehl,

10% Reisfuttermehl oder Zuckerschnitzel,

10% Fleischmehl oder Tierkörpermehl,

5% Fischmehl,

5% Sojabohnenschrot.

Dieses Trockenfutter wird zweimal am Tage frisch mit Wasser angemengt, und zwar nimmt man natürlich nur so viel, wie die Tiere ungefähr in einer halben Stunde auf­fressen. Am Abend bekommen die Legeenten, die noch gut in der Produktion sind, neben bem feuchtkrümeligen Weich­futter reichlich Körner, z. B. ein Gemisch aus Mais, Weizen und Dari. Gerste und Hafer sind ebenfalls für die Kör- nerfütterung der Enten zu empfehlen.

Wafferversorgmrg dss Geflügels

Das Wasser ist das billigste Futtermittel, und trotzdem ichten die wenigsten Geflügelhalter auf eine regelrechte Wasserversorgung. Gerade in den Sommermonaten braucht das Huhn das Wasser zur Kühlung, zum Stoffwechsel und hauptsächlich zur Eierproduktion. M e h r a l s d i e H ä l f t e des Hühnerkörpers besteht aus Wasser. Diese Zahl liegt über dem normalen Wassergehalt anderer Tier­arten. Deshalb muß man gerade bei der Fütterung von Jung- und Altgeflügel auf gute Wasserversorgung Rücksicht nehmen. Das Ei besteht zu etwa 65 Prozent aus Wasser, Wenn also ein Huhn innerhalb dreier Tage zwei Eier legt, die je ein Gewicht von 60 Gramm haben, dann muß das Huhn täglich nur für die Eierproduktion mindestens 25 Gramm Wasser aufnehmen. Hieraus ergibt sich, daß, man den Tieren eigentlich nie zuviel Wasser hinstellen kaum Am besten für die regelmäßige Wasserversorgung sind die leicht zu reinigenden Tränken, wie z. B. die Saale- tränke. Die Kippeimer sind weniger zu empfehlen, weil man sie nicht gut säubern kann. Offene Wassergefüße werden von den Hühnern sehr leicht verschmutzt. Wenn man sie jedoch regelmäßig reinigt, kann man auch zur Not mit diesen arbeiten. Bei größeren Geflügelhaltun­gen ist die Anlage einer selbsttätigen Tränke sehr empfehlens- wert. Praktisch ist auch die Verwendung eines Fasses, das nur alle paar Tage gefüllt zu werden braucht und das in der Nähe des Bodens mit einem Schwimmer ausgerüstet ist Neben das Faß stellt man das Tränkgefäß, das also bei rich­tiger Arbeit des Schwimmers dauernd mit Wasser gefüllt bleibt.

Nicht zu vergessen ist, daß die T r ä n k g e f ä s s e im Schatten aufgestellt werden müssen oder daß man tonst liche Schattendächer über ihnen anbringt.

ButLerfehler und ihre Arsachen

Viele Butterfehler entstehen durch schlechte WnSSmft« nung, unsachgemäße Rahmbehandlung und Fehler äâNxâ Buttern und bei der Behandlung der Butter. Andere Buk-" terfehler gehen jedoch zurück auf die Fütterung. Es ist be­kannt und schon von O. Kellner betont worden, daß der Geschmack der Butter merkbar verbessert wird durch das Futter guter Weiden, das Grünfutter von Rotklee und an­deren Kleearten, sowie von guten Wiesen, ferner unter den Wurzelgewächsen durch Mohrrüben, unter den Körnerarten durch Hafer und unter den Abfällen durch Reisfuttermehl. Manche Futtermittel machen nach den Erfahrungen der Praxis die Butter hart, talgig und wenig streichbar; hierzu gehören das aus sauren Gräfern bestehende Grün­futter oder Heu, das Weidefutter im Herbst, überständiges Grünfutter, zu spät geworbenes Heu, die Stroharten, ferner die Runkelrüben, Kohlrüben, Zucker- und Runkelrübenblät- W ter, Rübsnschnitzel, Kartoffeln, Erbsen- und Wickenschrot, Palmkernkuchen und Mehl, Kokos- und Leinkuchen, sowie das Baumwollsaatmehl. ' Eine zu weiche Beschaffenheit nimmt das Milchfett an nach Verfütterung von Hafer- . und Maisschrot, Wsizenkleie, Reisfuttermehl, Rapskuchen, Se­samkuchen und Sonnenblumensaatkuchen. Die in Rede ste­hende Wirkung dieser Futterstoffe hängt selbstverständlich von der Menge ab, in welcher sie verfüttert werden, und tritt natürlich nicht immer, namentlich dann nicht hervor, wenn der Einfluß des übrigen Futters sich in entgegenge­setzter Richtung bewegt. Jedenfalls gelingt es, eine allzu große Härte der Butter durch Beifütterung von Rapskuchen, Reisfuttermehl oder Maisschrot, und eine zu weiche Be­schaffenheit durch Einführung von Palmkern- oder Kokos­kuchen zu beseitigen".

FerLelrutz

Er wird auch Schorf- oder Pechräude genannt und kommt meist im Alter von 3 bis 4 Wochen vor. Die Borsten werden dann rauh, der Rücken gekrümmt, die Haut unrein (Borken), so daß die Tiere sich dauernd kratzen. Am Kops entstehen nässende Stellen, und die Haut bildet Falten (siehe Bild!).

Ursachen sind zu geringe Nahrungsmittel und Man­gel an Reinlichkeit und Wärme. (Doch kommt ausnahms­weise die Krankheit auch bei einwandfreier Haltung und, richtiger Fütterung vor.)

Außer der Abstellung der Ursachen Doe man den Fer- teln Holzkohle, Asche, Lehm, Teichschlamm oder ähnliche Stoffe in die Krippe, besonders den Tieren, die Jauche schlucken. Ins Futter mengt man 30 bis 36 Gramm einer Mischung, die zu gleichen Teilen aus Rhabarberwurzel, Fenchelsamen und Goldschwefel in Pulverform besteht. Die Säfte werden dadurch verbessert.

! Aeußerlich kann man Petroleum anwenden, doch nur wenig und womöglich verdünnt und mit gut ausgedrücktem Lappen, denn dieses Erdöl greift die Haut scharf an.

Läufern kann die Krankheit schon weniger anhabcn, /sie bleiben nicht so sehr zurück und gehen so gut wie niemals Daran ein. Li.