Rah und $<rn
O Zwei Schwerverbrecher festgenommen. Der Dresdener Kriminalpolizei gelang es heute, zwei langgesuchte Verbrecher, Hoffmann-Schöneberg und Maczey-Ortels- burg, festzunehmen. Die beiden hatten seit Monaten in Berlin und Dresden eine größere Anzahl von Überfällen auf Geschäfte, Kinokassen und Autodroschken „getätigt".
O Ein Nachtwächter erschossen aufgefunden. In Köln- Dünnwald wurde ein SB oder der Wach- und Schließgesellschaft tot aufgefunden. Man vermutet, daß er von Einbrechern, die er bei einem Einbruch überrascht hatte, erschossen wurde.
O Vor der Aufklärung eines großen Sprengstoffdieb' stahl^^Die hannoversche Kriminalpolizei hat in Hanno- oeiffch-Münden zwei Verhaftungen vorgenommen, die im Zusammenhang mit dem Riesensprengstoffdiebstahl im Steinbruch auf dem Hohen Hagen stehen. Es wurde bei Schiffer Otto Meyer festgenommen sowie eine weiter« Personaleren Name vorläufig nicht genannt wird. Beid« stehe ü' in dem dringenden Verdacht, an dem Diebstahl zum mindesten beteiligt gewesen zu sein.
O Raubüberfall aus ein Fettwarengeschäft in Hamburg In einem Fettwarengeschäft in Hamburg wurde ein dreister Raubüberfall ausgeführt. Drei junge Leut« drangen in den Laden ein, überfielen den Inhaber uni schlugen ihn nieder, so daß er besinnungslos wurde. Dann raubten sie aus der Ladenkasse einen Betrag von 800 Mark und entkamen unerkannt.
O Beim Beerensammeln erschossen. In der Forst bei Gutes Severin bei Parchim spielte sich ein entsetzlicher Vorfall ab. Die beiden kleinen Söhne des Deputatbeziehers Schön aus Frauenberg sammelten im Wald« Beeren. Plötzlich krachte ein Schuß, und beide Kinder sanken, aus uächster Nähe getroffen, zu Boden. Der sechs- jährige Knabe hatte einen Kopfschuß erhalten. Er tuen sofort tot. Durch das gleiche Geschoß wurde sein zwölfjähriger Bruder schwer verletzt. Als Schütze kommt bei Jagdpächter Günther aus Hamburg in Frage. Wie es zu dem Vorfall gekommen ist, ist noch völlig ungeklärt.
O Die Apotheke als Tankstelle. In Jugoslawien ist seit Tagen der Autoverkehr völlig lahmgelegt, weil bei Benzinpreis infolge einer Benzinsteuer gewaltig in di« Höhe gestiegen ist. Die Tankstellen sind zum Protest gegen die Erhöhung geschlossen. Die ältesten Pferdedroschken kommen wieder zu Ehren. Benzin gibt es nur noch flaschen- weise in den Apotheken.
O Diplomat in Badehose auf der Polizeiwache. In einem Seebad bei Alexandrien in Ägypten geriet bei österreichische Gesandte in Ägypten, Baron Versbach Hadamar, in Konflikt mit dem Badewärter, dem bekannten Kanalschwimmer Helmy. Es entspann sich ein Wortwechsel, dem Ohrfeigen folgten, und schließlich würd« der Gesandte im Badeanzug auf die Polizeiwache gebracht Trotz der Entschuldigungen der Polizei und des Strandwärters hat der Gesandte sich beim ägyptischen Ministerpräsidenten beschwert.
O 60 Choleraopfer in Amoy. Trotz der Vorbeugungsmaßnahmen der chinesischen Behörden in Amoy, die Cho- lert-Epidemie zu bekämpfen, sind in der letzten Woch« wieder sechzig Personen an Cholera gestorben. Die chinesischen Behörden haben scharfe Kontrolle über die aus Kanton einreisenden Personen verhärmt.
Hamburg. Am Nagelsweg wurden zwei Geschäftsbolen, die von einer Bank 3800 Mark abgeholt hatten, von drei jüngeren Burschen überfallen. Einer der Täter raubte dem einer Boten, dem er mit einem harten Gegenstand einen Schlrg über den Kopf versetzte, die Aktentasche mit 1800 Mark, wäb end ein zweiter Täter dem anderen Geschäftsboten die Tasâe mit der restlichen 2000 Mark zu entreißen versuchte. Als ihm dies jedoch mißglückte, flüchteten die Räuber und entkauen une kaunt.
Staiöarten im Nebel
Rom« von Herbert B. Fredersd-rf.
Copyrigl by! Carl Duncker Verlag, Berlin W. 62.
31)
Ehe Zacdonald etwas erwidern kann, tritt Legrand ein und ierreicht ihm schweigend den Umschlag, in dem der Brief Msenbachs und ein Schreiben Yorcks liegt, das der Weneral ir diesen Zweck dem Leutnant Below mitgegeben hat.
Mac'nald liest die Briefe — er wird leichenblaß, be- -herrscht ch mit äußerster Ruhe, sieht sich langsam um. Do lstehen ir General Bachclu, einer der Protektionsgenerale des Ka'rs, daneben der Hauptmann Legrand, der ihn fest ansieht-, zur Seite der preußische Dragonerleutvant Korff der Kamandant der zweiunddreißig' Mann Stabswachc beim sarschall.
Mdonald legt die Briefe mit der Gebärde eines alten Manis auf den Tisch vor sich, fährt sich mit der 6anb über die Srn, plötzlich sinkt sein Kopf herab auf die Tischplatte, Man irrt keinen Laut, aber die Schultern des Marschälle chebe während er denkt:
5s ist das Ende, die Preußen waren der Pfeiler für den aiser, der letzte Pfeiler der Brücke, die nun zusammen- brit, und ich muß es sein, der heute hier steht, dem man idasrgt, warum nicht die anderen Herren. Davoust. der dic Prßen genug gequält hat? Andere? Nein, das Schicksal iiui mich heraus.
er hebt den Kopf, sieht sich trübe um:
„Meine Herren, die Preußen sind abgezogen, um sich mit b Russen zu vereinigen, unsere Lage ist unhaltbar.
General Vachelu. wir ziehen uns sofort zurück. über ffbmu auf Königsberg, dann weiter. Kapitän Legrand .laste den General Grandjean bitten, vorher soll Alarm schlagen werden, alles mobilisieren. Kranke und Ver- undete bleiben hier, meine Kanzlei soll sofort ein Schrei- en an die Russen und — an Borck aufsetzen, daß ich ihn, neine Zurückgelassenen empfehle. Ich danke Ihnen, meine zerren!"
Bachelu eilt hinaus. Legrand folgt ihm. Korff will ebenfalls den Raum verlassen, aber der Marschall hält ihn Luruck:
„Sie sind Preuße. Leutnant Korff?"
„Jawohl, mein Marschall."
„Ihre zweiunddreißig Mann auch?"
„Alle. ohne Ausnahme."
"LEen Sie satteln, Leutnant, ich kann Sie nicht gegen -Ihren Willen bei mir behalten. Ich entlasse Sie aus mei- nem Dienst, ich bemühe mich zu verstehen — ja — gehen 'Sw und bringen Sie dem General Yorck meine ®r"Be Auch wenn wir uns in der letzten Zeit — vielleicht — oft nicht verstanden haben. Reiten Sie gleich ab Leutnant, »verlieren Sie keine Zeit!"
Bor dem Abschluß der 13. Rhön.
Günther Grönhoff-Gedächtnisflüge.
Wolf Hirth fliegt 160 km.
Fliegerlager Wasserkuppe, 28. Juli. Die Flüge am heutigen Donnerstag waren dem Gedächtnis Günther Erön- hoffs gewidmet. Gefordert wurden von den weniger geübten Piloten 15 km und von den Leistungsfliegern beider Klaffen 25 bezw. 40 km. Während Hemmer, Wallischeck, Pernthaler, von Dierungshofen, Deutschmann und Dittmar in der näheren Umgebung blieben, schafften ihre Kameraden zum Teil recht ansehnliche Leistungen. Peter Riedel auf „Rhönadler" schaffte 45 km, Röhm auf „Württemberg" landete bei Schmalkalden (45 km) und Kronfeld auf „Wien" ging bei Schleusingen (63 km) nieder. Der Stettiner Mayer, der'wiederum sein „Pommernland" flog, hatte es wiederum auf den Höhenpreis abgesehen, der mit 1500 Mk. dotiert war und eine Höhe von 2000 m verlangte. Er hatte mit seinem Versuch Glück und kam bis 2200 m. Mayer sicherte sich damit die Anwartschaft aus einen der Hauptpreise. Wolf Hirth ging mit seinem „Musteller" auf Strecke. Lange blieb man ohne Nachricht, bis kurz nach 7 Uhr die Meldung eintraf, daß er bei Eisenberg, 160 km von der Wasserkuppe, gelandet sei. Die Zahl der Flüge ist damit auf 430 gestiegen. In drei Tagen ist die Rhön beendet und am 2. und 3. August findet eine Tagung der Segelflieger in Gersfeld statt.
*
Die vorläufigen Wertungen.
Fliegerlager Wasserkuppe, 29. Juli. Im Verlauf des Freitagvormittag kehrten die am Vortage auf Strecke gegangenen Flieger wieder ins Fliegerlager Wasserkuppe zurück. Auch der heutige Tag brachte eine kleine Sensation: Dem unermüdlichen württembergischen Uebungsflieger Haken-Jost gelang es auf „Lore" die Bedingungen des Milseburg-Preises zu erfüllen, der mit 2500 Mark dotiert ist. Dem eifrigen Jungflieger fällt damit auch der „Neh- ring-Gedächtnis-Preis" des Kreises Gersfeld zu. Im Uebungs-Wettbewerb kommen als erste Anwärter für den 1000-Mark-Preis für die größte Gesamtflugdauer der Junioren in Frage: Dittmar mit 18 >2 Stunden, Jans mit 11% Stunden und Renner mit 8% Stunden. Bei den fortgeschrittenen Segelfliegern stehen an erster Stelle im Preise für die größte Flugdauer Haken-Jost mit 20% Stunden, Peters mit 16% Stunden und Künzers mit 8 Stunden. Im 1500-Mark-Preis für die größte Gesamthöhe führen Haken- Jost mit 2320 m, der Pole Lapatniuk mit 1530 m und Dittmar mit 1370 m. Im Streckenflug liegt Peters an erster Stelle (45,9 km) vor Dittmar (43,5 km) und Haken-Jost mit 42,2 km. Aller Voraussicht nach dürfte Haken-Jost mit Dittmar als Sieger aus dem Uebungs-Wettbewerb hervorgehen. Im Leistungs-Wettbewerb steht noch der Fern- Ziel-Flug aus. Den 1500-Mark-Streckenflug und Ermunterungs-Preis für die Flieger, die noch keine 30 km geflogen haben, konnten sich Deutschmann mit 66,4 km und Pernthaler mit 59,2 km sichern. Der Fern-Segelflug-Prei-s, der mit 2500 Mark ausgeschrieben ist, fällt an Wolf Hirth mit 154 km und Mayer-Settin mit 125 km. Mayer konnte auch die Bestimmungen des Höhen-Forschungs-Preises erfüllen. Da mit dem heutigen Tag die Zahl der Flüge auf 450 gestiegen ist, rechnet man damit, daß die Vorjahrssumme von 500 Flügen wieder erreicht wird.
Obstbau im hohen Vogelsberg.
Welche Kern- und Steinobstsorten sind für den Vogelsberg empfehlenswert.
Schotten, 26. Juli. In einer kürzlich abgehaltenen Vorstandssitzung des Kreis-Obst- und Eartenbauvereins für den Kreis Schotten, die hier unter Vorsitz von Kreisdirektor Dr. Jann stattfand, wurde nach eingehender Besprechung ein Sortiment der Hauptanbausorten von Kern- und Steinobst, wie es sich für unsere Höhenlage eignet, zusam- mengeftent. Die folgenden Sorten sind nach jahrelanger
Er schreibt einen'Zettel aus.
f ^Der Leutnant von Korff und seine Dragoner passieren
Korff salutiert, er schämt sich, daß seine Augen nidji trocken bleiben, als Macdonald ihm die Hand gibt.
„Leben Sie wohl, Erfolg darf ich Ihnen nicht wünschen. Leben Sie wohl!"
Sporen klirren, der Dragonerleutnant zieht die Tür zu. Macdonald steht bewegungslos mitten im Zimmer. Aus dem Tisch wird das unberührte Frühstück kalt, draußen hört man die Alarmsignale.
„Nein. Seydlitz, das gefällt mir nicht, verdammt, bas gefällt mir nicht!"
Yorck reitet finster vorwärts:
„Wenn Diebitsch und Wittgenstein nicht gelogen haben, kann Macdonald nicht weit kommen, müßte schon gefaßt sein, statt dessen läßt man ihn ruhig aus Tilsit abziehen, er hat eine gut gedeckte Nachhut, Seydlitz, Herrgott, wenn es dem Marschall gelingt, sich durchzuschlagen, kann nichts mich rechtfertigen."
„Man ist dicht hinter ihm, wird die Stadt schonen wollen, in ein, zwei Tagen wird die Nachricht von seiner Gefangennahme hier sein."
*
Macdonald ist innerhalb von vierundzwanzig Stunden ein anderer Akensch geworden. Vom Augenblick des Abmarsches aus Tilsit an. von dem Moment an. der sein Korps von mehr als 20 000 Mann auf knapp 6000 zusammenschrumpfen ließ, hat er die alte Ruhe, übernimmt die Führung, sichert sich geschickt, hat keinen der alten Schliche verlernt, um den nachsetzenden Feind zu irritieren und aus falsche Wege zu leiten, kommt schnell und ohne Verluste weiter.
Er bekommt Nachricht, daß ihm aus Königsberg 3000 Mann Verstärkung entgegenkommen, frische Truppen: wenn es ihm gelingt, ohne vorherigen Kampf mit ihnen zusam- menzutreffen, kann er hoffen, sich in den befestigten inneren Festungsgürtel zurückzuziehen, und sich und seine Leute zu retten.
Legrand ist bei der aufklärcndcn Vorhut, stellt die Verbindung zwischen Spitze und Gros der Truppen her.
Am 1. Januar 1813 zieht Yorck in Tilsit ein, stürmisch begrüßt von der Stadt, die es gewagt hat, schon vor einer Brodie den Geburtstag des russischen Kaisers, in dem man beii kommenden Befreier sieht, zu feiern. Der General und Mastenbach nehmen im ehemaligen Quartier Macdonalds Wohnung. Eva kann es kaum erwarten. Friedrich zu finden.
Als sie ihn siebt, cridirirft sie. Er liegt fast apathürb da, in dem schmalen Gesicht stehen die Backenknochen wie scharfe Bogen mit tiefen Schatten. die Augen haben ein trübes Feuer. Er streckt ihr nur die Hände entgegen:
„Eva!"
Ihre Augen verdunkeln sich, sie sieht die Nacht bei Ragnit wieder, das Feld, auf dem sie den Geliebten fand — plötzlich wird ihr wieder klar, ganz klar, unverrückbar klar, daß sie nur Friedrich liebt — sie ist bei ihm. sinkt neben dem
Beobachtung als die besten für unseren Kreis erfunden, worden und durfte es sich für alle Obstzüchter empfehlen/ Gebrauch von dieser Zusammenstellung zu machen. 1
Kernobst: |
Aepfel:
Hauptsorten für den Erwerbsobstbau: Schöner von Voskoop, Goldrenette von Blenheim, Edel-' apfel, Jakob Lebel. ’ .
Nebensorten: Kaiser Wilhelm, Rheinischer Winter-, rambour (nur in Tälern, nicht auf Höhen anzubauen). ,
Für Liebhaberobstbau können empfohlen werden: ! Weißer Klarapfel, Transparent v. Cronzels, Landsberger^ Renette, EoldMrmüne, Geflammter Kardinal, Boikenap'fel,^. Holland Renette, Gravensteiner, Herrenapfel.
Die drei ersten Sorten sowie Zuccalmaglio und Aders- leber Calville sind auch für Spaliere und Buschform geeignet. Als Mostapfel ist der Trierer Weinapfel und Bohn- apfel zu empfehlen und liefern auch diese die beste Unterlage zum Veredeln. f
Birnen:
Hauptsorten für den Erwerbsob st bau: Gellerts Butterbirne, Köstliche von Charnen, Gräfin von Paris.
Für Liebhaberobstbau: Klapps Liebling, Williams Christbirne, Gute Graue (bes. f. Höhenlagen).
Wirtschaftsbirnen: Doppelte Philippsbirne, Pastorenbirne, Neue Poiteau.
Zu Spalier- und Pyramidenformen eignen sich besonders: Klapps Liebling, Williams Chriftbirns, Madame Vertë, Clairchean, Dr. Eduard Lukas, Gellerts Butterbirne.
Steinobst:
Z w e t s ch e n : Es muß unbedingt darauf hingearbeitet werden, unsere gute Hauszwetsche vor dem Aussterben zu bewahren. Häufig kann man beobachten, daß wohl alte Zwetschenbäume umgehauen aber keine jungen dafür gesetzt werden. Ganz leicht sind diese aus Wurzelausläufern zu ziehen.
.. $ r ü$ 8 ® e i f ^ e n : Wangenheimer Frühzwetsche, Bühler Frühzwetsche (nicht in Höhenlagen), Zimmers Frühzwetsche (beansprucht guten Standort). Die Lützel- sachsener Frühzwetsche reift noch etwa 3 Wochen vor der Bühler. Von dieser sind an verschiedenen Orten Dersuchs- pflanzungen angelegt.
Mirabelle von Nancy,
Große grüne Reineclaude.
Pflaumen: Tezar (blau groß), Ontario (goldgelb groß), Königin Viktoria (große, rote Schaufrucht), Kirkes- pflaume (groß dunkelviolett).
Kirschen, Süßkirschen: Hedelfinger Riesen, Schneiders große schwarze Knorpel, Büttners rote Knorpel, Große Prinzessin. — Sauerkirschen: Schattenmorelle, Königliche Amarelle (Ludwigs Frühe). Da erstere leicht von Monilia befallen wird, dürfte letztere Sorte vorzuziehen sein.
Folgende Beerensorten sind zum Anbau empfohlen:
Johannisbeeren: Rote Holländer, Weiße Holländer, Lees Schwarze.
Himbeeren: Superlativ, Preußen. (Neuzüchtung, die sich vor alles schiebt).
Erdbeeren: Deutsch Evern, Sieger, Laxtons Noble, Oberschlesien, Hindenburg.
Brombeeren: Theodor Reimers, Lukretia (schwach wachsend).
Stachelbeeren: Früheste von Neuwied, Rote ^riumphbeere. Grüne Flaschenbeere.
Bei der Zusammenstellung dieser Sorten hat sich Obst- bauinjpektor Enkler, Gießen, mit seiner reichen Sachkennt- nis und seinen Erfahrungen besonders verdient gemacht. Derselbe sprach noch anschließend über das diesjährige Auf- bet verschiedenen Schädlinge des Obstbaues und ihre Bekämpfung.
**Ej|Mg*gMBMMWBMMMaMIMaiMIIMBMUiM^^
Bett auf. die Knie, nimmt seinen Kopf in ihre Arme. Ibrc H^UnCn en slU e*n ^^^^^' er lächelt schwach und glück-
Der Arzt der das Lazarett übernommen hat, tritt ein. Eva erhebt sich, bietet ihre Hilfe beim Wechseln bes Ver- banbes an. Sie hilft mit ruhiger, geschickter Hand obwohl ihr.Herz bebt, und sie alle Kraft braucht, um das Weinen zuruckzuhalten.
Die Wunde heilt gut, die Schorfbildung hat an den Rändern begonnen, die Nähte sind in gutem Zustand. Man
Ehr tun. als abwarten: wenn keine nachträg-
1 - Enterung auftritt, kann der Verwundete hoffen in zwei Wochen die ersten Gehversuche zu machen.
. Dqr Arzt hat den Raum kaum verlaßen, als Seydlitz begrüßt• Uno Friedrich, der etwas lebhafter geworden ist,
„Sie haben sich tapfer gehalten. Herr Hauptmann, wir alle bedauern ^hre Vlesiur und hoffen auf schnelle Heilung. General Borck hat die Absicht. Sie auizusuchen, ehe mir die Stadt, verlaffen. Die Botschaft, die ich Sie zu überbringen bat, ut ja nun durch die Ereignisse überholt — der Brief. "
-Ist vernichtet, Herr Major — ich war unvorsichtig genug, in das treffen, zu kommen — ich konnte nicht mehr heraus ich muß Sie und Exzellenz Yorck um Pardon bitten.
„Unsinn, Hardekow, bitten Sie lieber den Himmel und Demoiselle van Raben, Sie rasch wieder gesund zu machen, ich glaube, Yorck hat etwas vor mit Ihnen. Und ictzt aeben bie mir nod) einmal die Hand, ich habe draußen zu tun, w>r wollen in drei Tagen spätestens weiter, das neue Jahr fangt recht bewegt an."
. , Sr küßt Eva noch die Hand, ist draußen. Friedrich wendet sich ihr zu:
„Ich habe eine Bitte an dich, Eva, du mußt mir verzeihen.
Sie ist erstaunt.
«Was sollte ich dir verzeihen, Fritz?"
war in Zweifeln, ja — bitte, lache nicht. Eva — tm badjte baran, daß du — daß dir Legrand nicht gleichgültig sei."
Sie sieht ihm sehr ernst in die Augen:
. >4“ hast recht, Fritz, er ist mir auch nicht gleichgültig, ich habe ihm viel zu verdanken, nicht nur, daß er dich gerettet hat."
Friedrich errötet und senkt den Kopf.
„Er hat mich manches anders zu sehen gelehrt, als ich es vordem konnte. Der Weg in die Freiheit kann niea nur mit Eisen, Blut und Hingabe erfochten werden, man lall rucht nur an den Boden denken, den man dem Feinde nieder entreißt, der Neuaufbau muß innen beginnen, da., wie Morsche, Verwitterte, Verkalkte, die toten Ideen und überholten Gedanken, die vor dem Ansturm des Gegners so leicht zusammenbrcchen konnten, muffen mit vinam-ae- räumt werden. Das neue Haus muß neu sein vom »eu-r bis zum First, wehe dem Land, wenn die lunpen ^eute alte Köpfe auf den Schultern und vermoderte Gehirne mit sich tragen! Davon hat mir Legrand erzählt. Srearemt Da han mir das nicht gleichgültig war?/ . (Fort,, folgt.)