Nr. 175 Donnerstag, 28. Juli 1932
Mahlgelder aus dem BerdreHersaads.
Im preußischen Etat gibt es einen Fonds von 260 000 Mark, der zur Bekämpfung des Verbrechertums bestimmt ist. Über die Verwendung dieser Gelder im einzelnen braucht die Staatsregierung der Oberrechnungskammer keine Nachweise zu geben. Er ist ein Geheimfonds, der einzige, der der preußischen Regierung zur Verfügung steht. Die Gelder dieses Verbrecherfonds sollen in diesem Jahre einen sehr merkwürdigen Weg gemacht haben. Wie verlautet, hat Anfang April 1932 eine Sitzung des preußischen Staatsministeriums stattgefunden, in der der Beschluß gefaßt worden ist, den „Fonds zur Bekämpfung des Verbrechertums" im Etatsjahr 1932 zu überschreiten, und zwar bis zur Summe von z w e i M i l- lionen Mark.
In derselben Sitzung des preußischen Staatsministeriums ist weiter der Beschluß gefaßt worden, die so besorgten zwei Millionen für die preußische Landtagswahl vom 24. April zu verwenden. Man hat in der Sitzung des Staatsministeriums den Schlüssel sest- gelegt, nach dem die Summe von zwei Millionen Mark auf die Regierungsparteien (Zentrum, Sozialdemokratie und Staatspartei) verteilt wurde.
Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist seitens des Reichskommissars umgehend eine eingehende Untersuchung über diese Angelegenheit e i n g e l e i t e t worden. Das Ergebnis wird bald der Öffentlichkeit mitgeteilt werden.
Die deutschnationale Landtagssraktion in Preußen kündigt an, daß sie die Einsetzung eines Unter» suchungsausschusses beantragen werde, um die Verwendung amtlicher Gelder zugunsten der Systemparteien zu untersuchen und die schuldigen Minister zur Verantwortung zu ziehen.
Weitere Enthüllungen über Verwendung von StaatSgeldern.
Von nationalsozialistischer Seite werden Briefe und Dokumente veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß eine Reihe der früheren preußischen Regierung nahestehenden Zeitungen aus allgemeinen Steuer mitteln unterstützt worden sind. Die Finan- zierung geschah durch die Zentrale Verlagsgesellschaft in Berlin, die wieder verschiedene Treuhänder hatte, die dann als Strohmänner für die Regierung fungierten. In einem Fall sei nachgewiesen, daß an einen solchen Vertrauensmann in zwei Jahren über 400 000 Mark ausbezahlt wurden. Die Summe der so verwendeten Staatsmittel soll in die M i l l i o n e n gehen. Es werden dann in den Veröffentlichungen genaue Angaben über die Verantwortlichkeit gewisser Beamter gemacht.
Neuer Untersuchungsausschuß gefordert.
Die nationalsozialistische preußische Landtag s f r a k t i o n hat beantragt, zur Prüfung der „vom ^manzministcrium ohne Wissen und Willen des Landtages über die Zentrale Verlagsgesellschaft m. b. H. und noch anzngebenden Mittelsleuten verausgabte allgemeine Steuergelder" einen Untersuchungsausschuß einzusetzen. Als verantwortliche Männer für die Verschleuderung von öffentlichen Geldern kämen in Frage Staatsminister a. D. Dr. Höpker-Aschoff, Staatsminister a. D. Dr. Klepper und vor allen Dingen der an den beiden Ministerien tätig gewesene der Staatspartei an- gehörende Staatssekretär Schleusener.
Aus dem Gerichtssaal.
Sorgulows russische Vergangenheit.
Der Präsidcntcnmörder als Tschekistenführer.
Im Prozeß gegen G o r g u l o w , den Mörder des französischen Staatspräsidenten Paul Doumer, wurde die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Nach der Vernehmung des Kriminalbeamten, der mit der Untersuchung der „Affäre Gorgulow" betraut war, und nach der des früheren Kriegsministers Pietri wurde der ehemalige Kosal Lasarew verhört. Der Zeuge, der an dem Kamps der Wrangelarniee gegen die roten Truppen teilgenommen hat, sagt aus, er sei 1920 von der Tscheka ins Gefängnis geworfen worden und habe einige Tage hindurch den Besuch Gor- g u l o w s erhalten, der
damals Leiter der Tscheka in Rostow
gewesen sei. Gorgulow, der sich seinerzeit M o n g o l genannt habe, habe nicht nur ihn, sondern auch andere Leidensgefährten täglich unmenschlich behandelt, indem er sie entweder mit dem Revolverkolben niedergeschlagen oder ihnen glühend g e - machte Nadelspitzen unter die Fingernägel getrieben habe, um sie zu Aussagen über die Organisierung der Weißen Armee zu zwingen. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Zeuge auch sicher sei, in dem Angeklagten den ehemaligen Tschekisten Mongol wiederzuerkennen, erklärte Lasarew, daß sich Gorgulow seither nicht verändert habe, und daß er ihn, ohne ihn zu sehen, an der Stimme wiedererkennen würde. Gorgulow bezeichnete die Aussagen des Zeugen als eine böswillige Verleumdung.
Ein Psychiater sagt aus.
Sodann kam der mit Spannung erwartete Psychiater Professor Perrin zu Wort. Er erklärte mit aller Bestimmtheit, daß Gorgulow weder geistesgestört sei noch den geringsten Mangel an Zurechnungsfähigkeit aufweise. Wenn mehrere Frauen, die mit Gorgulow in nahen Beziehungen gestanden hätten, ihn für verrückt erklärt hätten, so dürfe man das nicht im medizinischen, sondern nur im landläufigen Sinne ausfassen. Der Zeuge widerlegte sodann die Erklärungen d'e s russischen Psychiaters Looff, der von der Verteidigung geladen ist, und der Gorgulow als unzurechnungsfähig bezeichnet hatte. Professor Perrin sagte: „Als wir Gelegenheit nahmen, mit Professor Looss Rücksprache zu nehmen, waren wir einigermaßen erstaunt darüber, daß er
SHlvere Erwerbsloseyausschrellmgen in Ruhla.
Ein Arbeiter erschossen, Polizisten schwer verletzt.
Nach einer Mitteilung des thüringischen Innenministeriums kam es in Ruhla bei Eisenach zu
schweren Erwerbslosenausschreitungen.
Erwerbslose veranstalteten einen verbotenen Umzug, dem die städtische Polizei pflichtgemäß entgegentrat. Dabei sind drei Polizeibeamte zu Boden geschlagen worden. Von ihnen ist einer durch acht Messerstiche in den Rücken und ein zweiter durch Messerstiche im Arm und Rücken schwer verletzt worden. Die Polizeibeamten haben dann notgedrungen von der Schußwaffe Gebrauch gemacht. Dabei ist ein Arbeiter namens Eberlein durch Kopfschuß schwer verletzt, worden, und später im Eisenacher Krankenhaus verstorben. Eberlein war an der Demonstration offenbar nicht beteiligt, aber auf seinem Wege in den Bereich des Zusammenstoßes gekommen.
Schweres Sisenvahuunglück in Berlin.
Drei Tote, dreißig Schwerverletzte.
In der Nähe des Bahnhofs Gesundbrunnen, unter der Behm-Brücke entgleiste ein Zug. Mehrere Wagen stürzten um. -Die Berliner Feuerwehr ist bei der Hilfeleistung zusammen mit Bahnbeamten tätig, um die Verunglückten zu retten.
Bei dem verunglückten Zug handelt es sich um einen von Stralsund ankommenden Personenzug. Bisher sind 30 schwer und leicht Verletzte feftgestellt. 28 Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht; drei Personen sind bereits ihren Verletzungen erlegen.
dieselben Bewegungen und dieselbe Haltung aufwies wie Gorgulow. Trotzdem ist Professor Looss nicht geistesgestört Er ist im Gegenteil ein vorzüglicher Mensch. Aber er ist eben ein Russe und hat eine slawische Mentalität. Wenn ich in Afrika einen Neger mit einem Lendenschutz sähe, würde mich das nicht wundern. Wohl aber würde ich erstaunt sein, wenn dieser Lendenschutz von einem Franzosen in Paris getragen würde. So ungefähr verhält es sich mit der Mentalität Gorgulows."
Gorgulow zum Tode verurteilt.
Das Gericht in Paris fällte nach kurzer Beratung das Urteil über den Mörder des Präsidenten Doumer, Gorgulow.
Die Geschworenen sprachen ihn schuldig, worauf das Gericht den russischen Emigranten Gorgulow wegen Er- mordung des französischen Staatspräsidenten zum Tode verurteilte.
Der Verteidiger plädierte dahin, das Gorgulow geistesgestört sei. Dieser gebärdete sich während der Rede tatsächlich wie ein Wahnsinniger und schrie: Tötet mich! Tötet mich!
Das Urteil gegen die Dortmunder VSÄ.-Direlloren.
Dr. Krone und Dr. Fischer zu Gefängnis verurteilt.
In dem Strafprozeß gegen die früheren Generaldirektoren der Elektrizitätswerke Westfalen in Dortmund fällte das Gericht folgendes Urteil:
Dr. Krone wird wegen Untreue in vier Fällen, davon zwei in fortgesetzter Handlung, zu einem Jahr Gefängnis, D r. Fischer wegen Untreue in fortgesetzter Handlung zu zehn Monaten Gefängnis, außerdem beide zu jé 6000 Marl Geldstrafe, ersatzweise zu je zwei weiteren Monaten Gefängnis verurteilt.
Nah und Fern
O Zwei Bergsteiger tödlich abgestürzt. Drei junge Männer aus Jmmenstadt unternahmen eine Bergtour vom Oytalhaus zum Schneck. Beim Abstieg glitten der llljährige Hans Huber und der 26jährige Hans Lehmann aus und stürzten etwa 50 Meter in die Tiefe. Sie wurden von ihrem Begleiter tot aufgefunden. Die Leichen konnten geborgen werden.
O Eine tolle Köpcnickiadc. Ein Gaunerstückchen leiste- teten sich in Wannc-Eickel zwei Burschen. Sie fuhren vor etwa 15 Gastwirtschaften nacheinander mit einem Lastauto vor, gaben sich als Kriminalbeamte aus und beschlagnahmten in jeder Wirtschaft Spielautomaten. Die Automaten verluden sie auf das Auto und machten sich mit der Beute, die man auf ungefähr 7000 Mark schätzt, aus dem Staube.
O Zwei Knaben in der Donau ertrunken. Nach dem Bootsunglück an der Steinernen Brücke in Regensburg hat die Donau in Neu-Ulm wieder zwei Todesopfer gefordert. Ein acht- und ein zehnjähriger Junge kamen beim Spiel am Donauufer auf den nassen Steinen zn Fall, stürzten ins Wasser und ertranken in dem Strom, der Hochwasser führte.
0 Ein Pscrdcgespann vom Schnellzug mitgcschleift. Auf der Eisenbahnstrecke Straßburg-Kolmar ereignete sich ein furchtbarer Unglücksfall, der drei Personen das Leben kostete. Eine 72jährige Schrankenwärterin öffnete die bereits geschlossenen Schranken noch einmal, um ein Gespann über die Gleise zu lassen, als plötzlich der Schnellzug Straßburg-Kolmar hcranbrauste und den Wagen erfaßte. Wagen und Pferde wurden mehrere hundert Meter weit mitgeschleift, ehe cs dem Lokomotivführer gelang, den Zug zum Stehen zu bringen. Die drei Insassen, ein bejahrtes Ehepaar und dessen 30jährige Tochter, waren auf der Stelle tot.
Standarten im Nebel
Romei »on Herbert B. Fredersders.
Copyright byi Carl Duncker Verlag, Berlin W. 62.
29)
' noch einen Adjutanten zu Maffenbach,
soll sich nach dem Befinden deines Friedrich erkundigen -und ihn grüßen."
Seydlitz ist wieder draußen:
^â"^' ^ Ruffen warten, wollen Exzellenz die ll^uze Konvention aufs Spiel setzen?"
» „Nein, mein Sohn, jetzt komme ich! Eva, lebe wohl, murrte hier auf mich, und Kind, ich bin nicht sehr fromm,
tonte vielleicht gut, wenn du in der nächsten Stunde für Preußen und für mich beten würdest, es ist jetzt Zeit dazu. Auf Wiedersehen!" ' ’ '
i . Der General springt trotz seiner dreiundfünfzig Jahre wie ein lunger Kerl aufs Pferd, Seydlitz und Oberst Roe- der sind neben ihm. Der kleine Kavalkade reitet auf die Muhle zu, in der die Zukunft Preußens, die Zukunft Eu- ilopas entschieden werden soll.
Oberstleutnant Clausewitz trabt zu Dicbitsch, der seinen waul^wie in der Reitbahn Ächten gehen läßt.
! „Ich fürchte, Yorck wird uns wieder zum Narren halten, wir warten eine Stunde."
Diebitsch sieht nicht auf.
,Moch fünf Minuten . . . fünf Minuten!"
a tauchen am Horizont die drei Reiter auf.
*
Atwention ist besprochen, die sieben Artikel, die lisiro - d" preußischen Truppen, ihr Unterkommen, iständwr°i/^at bis zum 1. März, Verpflegung und Geib«
^L^en Russen gegenüber regeln, liegen auf dem schnitt,'!^ ZL?.iwzlmmer des Müllers, Tinte und frisch ge- IchNlttene Gänsekiele daneben.
fast mOrr?^ atmet auf, als Yorck, der bis dahin fast mürrisch und ernst war. nun erklärt:
Der ^"ken - zur Unterschrift!« macht bemUeuR ^, Mnet seinen Namen,
in der Sekunde, während &Vin beschriebenen Blatt Papier sitzt. die
j ^'Uen Namen unter den Vertrag zu malen, von dem er noch nicht weiß ist es ein Pakt mit dem Himmel oder mit der Hölle- in diesen Nomen verwandeln sich die Echrjstzcichen da vor Hm werden selb! ^Jlüss!^' SniCn; Annchen, Armeen, Berge, Täler und Pluße — Heimat, Preußen!
«J£ ÄÄ ’& ^’ sein Vaterland - nicht mehr Potsdam, Magdeburg, Stettin — nur ein großes
weites Gelände. es liegt offen da, jedem Zugriff preisgegeben. Gestern war der Franzose hier — jetzt —
Die Unterschrift Diebitjch wird klarer.
Jetzt packt der Russe zu.
Und Yorck setzt die Feder an und zieht seinen Namen, fest und bedächtig — es ist wieder ein Papier, das da vor ihm, aber es ist das vielleicht wichtigste Papier, das seit vielen Jahren in Preußen unterschrieben wurde. Der Gänsekiel ist nicht von Blut naß, sondern von mäßig guter bläulicher Tinte — und es ist doch Blut.
Als Yorck sich erhebt, steht er vor Dicbitsch. der ihn mit leuchtenden Augen ansieht und die Arme öffnet. Ist es Form,.ist es wirkliche Rührung? — Yorck tritt auf ihn zu, die bewen Heerführer umarmen sich wortlos, heftig, bei- riahe ist es wie das Ringen Herakles mit Antaios. Dann reitet man ab.
Es ist fast Mittag geworden, der Mittag des MittwoR 30. Dezember 1812.
*
. Als Yorck mit Seydlitz und Roeder an den ersten Häu- Zrn des Ortes erscheint, strömen die Soldaten auf ihn zu — irgendeiner bringt den Mut auf, in die Luft hinein zu fragen. Yorck antwortet — die Nachricht läuft wie eine flamme durch das Lager, es dauert nur Minuten, als der General auf dem Marktplatz angelangt ist, vor seinem Quartier hält, dröhnen Hurras und Jubelrufe durch die eisige Luft, der Platz ist voller Soldaten, die Müdigkeit der Leute ist wie fortgeblasen, es ist. als wiche ein Alp von allen.
Yorck sieht sich um.
Da stehen sie, rufen, winken, werfen die Mützen hoch, ynd außer sich vor Freude und Begeisterung — was wer- x n '"^Mn machen, wenn sie erkennen, wieviel noch zu tun ist? Wie abgerissen die Jungens aussehen, wie ver- bungert sind ihre Gesichter.
.^" General fühlt, wie ihn die Erschütterung der Menge stfaßt, sein Herz schlägt heftig, er hebt die Hand — es wird 'm Augenblick still. Yorck will reden.
Er sagt nicht viel, er verkündet genau, was geschah, er ermahnt zyr Besonnenheit, er schwört seinen Soldaten, alles, alles zu tun, was in seiner Kraft steht.
Er zögert nicht, laut zu bekennen:
„Es gibt einen Punkt, wo die Armee aufhört, nur zu gehorchen, nur Instrument zu sein, das in jedermanns Hand "Oliobig verwendbar ist. Es gibt einen Punkt, wo nicht nicht allein Disziplin, Ehrgefühl, Mut entscheiden, sondern wo größere Kräfte wirksam werden. — Und wir halten an diesem Punkt!
Niemand weiß, was die nächste Zeit bringen wird, keiner kann ahnen, wohin sich alles entwickelt — jedes Urteil wäre, heute abgegeben. Vorurteil und Anmaßung — wir ane muffen abwarten und das unsrige tun, dem Lande zu dienen, in dem wir geboren sind, dessen Sprache wir reden, dessen Boden uns ernährt!«
.WiLlÈlieKt:_ —
.»So möge denn unter göttlichem Beistand das Werl unsirer Befreiung beginnen und sich vollenden!"
Er sitzt aufrecht zu Pferde, die Begeisterung um ihn todt wie ein Orkan, bricht sich wie eine Brandung an nein erniten, verschlossenen Gesicht, schwillt an und flutet dahin wie eine Sturzflut, in der vieles Kleine und Halbe untergehen wird.
.Der General wendet sich langsam, steigt vom Pferd und W 5tuTen des Hauses empor. Seydlitz erhält einen „Die Offiziere des Korps — ich wünsche mich zu rechtfertigen und zu erklären!"
Während sich im Vorzimmer und vor dem Hause da« preugifche Osfizierkorps versammelt, steht Yorck'minutcn- tang reglos in seinem Zimmer — betrachtet die Umqebuna mit äußerster Aufmerksamkeit, so, als wolle er sich auch dië geringste Kleinigkeit einprägen, unvergeßlich aufbewahren — die getünchte Wand, die hier und bei abgeblätterte Stelen zeigt, den verrußten Vacksteinkamin — den Tisch, aus oem der herabgebrannte Kerzcnstumpf der vergangenen Tracht wie ein breiter, verlaufener Klecks aus Wachs klebt
un\ba die Karten, die verdammten Karten!
Er sammelt die bunten Blättchen auf, ganz niechanisch oenit an irgend etwas Fernliegendes, hat schließlich den ganzen Packen in der Hand, sieh da, der Karo-König liegt oben und hat auf einmal die Züge Napoleons
Langsam krampft sich 'die breite Hand des Ecneral- um die Karten zusammen, biegt die Kartenblätter — dann wirft Yorck das Spiel in den Kamin, es flattert auseinan- der, die flammen werfen sich gierig darauf, die Karten oer= biegen ft^, tanzen in der Glut. Yorck starrt hinein und atmet schwer, wie einer, der quälend träumt, es weiß, und dennoch nicht erwachen kann.
Der Stabschef Roeder tritt ein:
"Das Offizierkorps ist versammelt, Exzellenz!"
Yorck reißt sich gewaltsam von dem feurigen Schauspiel vor seinen Augen los:
„Ich komme!"
Von seinem Krankenbett aus, auf dem Friedrich Harde-
?" n.'"^, um sich erheben zu können, liegt, kann er die Straße überlegen, Legrand hat ihn zu Oehninger gebrockt, den Jr,U mit ein paar Worten aufgeklärt: Oehninger hat nur genickt, den Verwundeten sofort auf den Operationstisch legen lassen und die Wunde vernäht. Die Verwundung ist nicht leicht, aber auch alles andere als hoffnungslos. Man muß hoffen, daß keine Komplikationen binm- kommen — jetzt liegt er im Wundfieber, redet unaufhörlich leise vor sich hin, spricht mit Eva. Oehninger steht am Fußende des Bettes.
^Fortsetzung folgt.)