den Parteien lediglich staatspolitische Gesichtspunkte ins Reib geführt Würben, wurde der Antrag M 6 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Für den Antrag stimmten lediglich die Skatiovalfozinlisten.
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Der „Konsultativpakt".
Soweit das deutsche Volk derzeit, im schärfsten Wahlkampf, überhaupt noch Sinn und Aufmerksamkeit für a u s; e u p o l i t i s ch e V o r k o m m n i s s e besitzt, wird es mit größter Fassung die Kunde hinnehmen, daß sich die Reichsregierung nach Anfragen in London und Paris „bereit erklärte, sich an einem offenen Meinungsaustausch über die in der englisch-französischen Erklärung vom 13. Juli erwähnten europäischen Fragen zu beteiligen". Jene „Erklärung" ist der „Ko n s u l t a t i v p a k t", der zwischen Macdonald und Herriot unmittelbar nach Lausanne vereinbart wurde und ein bißchen überraschend ans Licht der Kett gekommen ist, gleichzeitig mit den, be- - kannten „Gentlemen-Agrcement" zwischen unseren wich- tigsten vier Glänbigermächten, das ein so seltsames, aber grelles Licht auf die beabsichtigte Weiterbehandlung ber Lausanner Beschlüsse geworfen hat. Im Artikel 1 des von Herriot als „neue Enteilte cordigle" lärmend gefeierten „Konsultativpakls" vom 13. Juli heißt es vieldeutig, die beiderseitigen Regierungen wollten „sich gegenseitig mit völligem Freimut ihre Gedanken austauschen und sich gegenseitig unterrichten über alle ihnen zur .Kenntnis kommenden Fragen, die einen ähnlichen Ursprung hätten wie die soeben in.Lausanne geregelten, die auf das europäische Regime Einfluß hätten".
Nun soll ein gewöhnlicher Sterblicher cs wagen, in die sogenannten Geheimnisse der diplomatischen Z u n f t s p r a ch e eindringen zu wollen, von der übrigens nur eine starke Überschätzung sagen konnte, sie sei „dazu da, um die Gedanken zu verbergen"! Besagter Sterblicher zuckt hier höchstens die Achseln und äußert: Also ein neues „Friedens-" und „Vertrauens"-Bündnis mehr in dem von Unfrieden und Mißtrauen zerpeitschteu, dafür aber mit zahlreichen derartigen Bündnissen „gesegneten" Europa! Und wenn man den oben zitierten Artikel des neuen Paktes aus der Diplomatensprache in ein etwas verständlicheres Deutsch übersetzt, so würde sich ergeben: die beiden Regierungen wollen sich gegenseitig über alle politischen und wirtschaftlichen Fragen bereden und — natürlich! — auch verständigen, die direkt oder indirekt aus den — Friedensverträgen des Jahres 1919 entstanden sind oder entstehen. In rascher Folge traten Belgien und Italien diesem Pakt bei, dessen zweiter Artikel — gemeinsames Vorgehen in der Ab- rüstungsfrage — aber infolge des italienischen „Ausbrechens" in Genf schon nicht mehr so ganz ausgeführt wurde. Mit dem dritten und vierten Artikel, wonach die Weltwirtschaftskonferenz vorbereitet werden soll und man sich gegenseitig Handels- und zollpolitisch nicht, noch mehr schinden _ will, als dies bisher geschieht, könnte man deutscherseits zufrieden sein, aber . . .
Man muß sich nämlich zuerst schnell noch daran erinnern, daß dieser Konsultativpakt — zusammen mit dem „Gentlemen-Agreement" — in Amerika bis zum Präsidenten hinauf eine überaus scharfe Kritik fand, die vor allem das Wort von der „antiamerikanischen" Front der europäischen Staaten geradezu hinausschrie; die Schuldner Amerikas wollten sich gegen ihren Gläubiger einigen und ihn unter Druck nehmen! Macdonald hat sofort und eifrigst zu beruhigen versucht, und aus der „diplomatisch" arg verklausulierten Erklärung der deutschen Regierung ist zu, eMuehmen, daß man in Berlin erst nochmals von London und Paris eine ausdrückliche Dementierung dieser angeblichen „ä riki amerikanischen" Frontbildung gewünscht und erhalten hat. Dieser Eindruck ist auch insofern etwas verwischt worden, als inzwischen außer Polen und Süd- slawicu auch noch Ungarn dem „Konsultativpakt" bci- getreten sind und Deutschland sich nur „bereit erklärte", sich an einem offenen Meinungsaustausch über die in dem Künsultativpakt erwähnten europäischen Fragen zu beteiligen. Damit wird nochmals unterstrichen, dâß wir uns nicht in eine etwaige „Front" hineinbegeben, die eine „Aufrollung der interalliierten Schuldenfrage" beabsichtigen könnte. Das wird man wohl auch bem Berliner amerikanischen Botschafter in möglichster Deutlichkeit aus- einandersetzen.
Der oben erwähnte gewöhnliche Sterbliche wird fragen, was denn eigentlich durch diesen Pakt — anders wird in Europa! Und wird des weiteren nach einem Z in c ck dieses diplomatisch-staatspolitischen Neugebildes Ausschau halten. In der Zeit der zwar offiziell abgeschafften, trotzdem aber fröhlich weitcrbestehenden Gc- hcimdiplomatie gibt cs auf solche Fragen keine Antworten, lind so kann man auch nur vermuten, daß hier wieder einmal das französische Verlangen nach „Sicherheit" der ^atcr dieses Paktes gewesen ist, durch den irgendwie eine plötzliche und stürmische Attacke auf irgendwelche Punkte der Friedensverträge diplomatisch-politisch ver- hlnderi werden uub der eine Art Organisation gegen solche Attacken schaffen soll. Dabei riecht, cs etwas nach Briands „Vereinigten Staaten Europas". Nach der „Atmosphäre des VertraueG" und ähnlichem, was aber alles noch nicht dazu geführt hat, die politische und wirt- lchaftliche Veruneinigung Europas irgendwo und irgendwie zu mildern.
Aus Heffen-Raffau und Aachvargebjeten.
Merkblatt für den 28. Juli.
1742: Der Friede zu Berlin beendet den ersten Schlesischen Krieg. — 1750: Johann Sebastian Bach in Leipzig 8 Hi. — 1794: Hinrichtung Robespiceres in Paris. — 1801': Der Philosoph Ludwig Feuerbach in Landshut geb. — 18L4: Der Schriftsteller Alexandre Dumas d. I. in Paris ßeb; 1842: Der Dichter Clemens Brentano in Aschaffen- burg gest. — 1914: Oesterreich erklärt Serbien den Krieg.
~.l,c vollständige Ethik wird auch die Pflichten gegen .; "e in anderer Weise und aus anderen Gründen, als geschehen, in den Umfang ihrer Untersuchungen - »nehmen. Und in der vollkommenen ethischen Gemein- Melcher die Idee der Menschheit verwirklicht ist, wi b auch vre Tierwelt ihre erhöhte Stelle einnehmen durch zweckmäßige 4'liege und Erziehung, und kein unnötig Leidendes wird mehr sein.
I o h. Kohtl. Fichte.
Wetterbericht.
... Der Borstosi kühlerer Luftmassen an der Südseite des liegenden Tiefs führte in Deutschland zu Niederschlagen und danach zu wechselnd bewölktem Wetter mit etwas Schauertatigkeit. Da sich noch weitere Rand- torungen des Wirbels nusbilden dürften wird der unbeständige, aber zeitweise auch aufheiternde und im ganzen freundliche Witterungscharakter noch anhalten. — Vorher- |age bis Mittwoch abend: Fortdauer des etwas unbestän-
Berufsberatung beim zuldaer Arbeitsamt.
Aus dem Jahresbericht der Abteilung Berufsberatung des Arbeitsamts Fulda für die Zeit vom 1. 7.1931 bis 30. 6. 1932.
Inanspruchnahme der Berufsberatung.
Im Berichtsjahr 1931/32 haben in der Berufsberatung des Arbeitsamts Fulda 419 männliche und 163 weibliche, zusammen 582 Ratsuchende vorgesprochen, während im vergangenen Berichtsjahr 366 männliche und 154 weibliche, zusammen 520 Ratsuchende die Berufsberatung in Anspruch nahmen. Mithin hat sich die Anzahl der männlichen Besucher um 53 und die der weiblichen Besucher um 9, zusammen um 62 Besucher gegen das Vorjahr erhöht, obwohl die Anzahl der Entlaßschüler und -schülerinnen sämtlicher Schulgattungen von 1496 auf 1325 zurückgegangen ist.
Vcrufswüusche der Ratsuchenden.
Besonders bevorzugt waren bei den männlichen Lehr- stellcnsüchenden die Berufe des Schlossers, Autoschlossers, Bäckers, Metzgers, Schuhmachers, Anstreichers und des Kaufmanns, während von den Mädchen die Berufe der Verkäuferin, Näherin und besonders der Hausgehilfin vornehmlich gewünscht wurden.
Offene Lehrstellen.
Die Anzahl der gemeldeten offenen Lehrstellen ist trotz rückläufiger Konjunktur von 116 im letzten Jahr auf 147 gestiegen.
Lehrstellenvermittlung.
Auch die Anzahl der Vermittlungen hat gegenüber dem Vorjahre zugenommen, sie betrug in 1931/32 = 88 und im Jahre 1930/31 = 83. Allerdings gestaltete sich die Vermittlung zum Teil ziemlich schwierig. Insbesondere war dies bei den offenen Lehrstellen auf dem Lande ohne Kost und Wohnung und in den weniger beliebten oder ausgefallenen Berufen wie Steinbildhauer, Wagner, Drechsler, Schreiner, Schmied, Fotograf usw. der Fall. Schließlich wirkte noch vermittlungserschwerend, daß ein Teis der offenen Lehrstellen vorsorglich angemeldet war und wegen fortschreitender Verschlechterung der Wirtschaftslage abgemeldet oder die Einstellung hinausgeschoben wurde.
Sprechstunden auf dem Lande.
Die Sprechstunden wurden in diesem Jahr nicht wie in der letzten Berufsberatungsperiode an 4 Stellen des Arbeitsamtsbezirks regelmäßig abgehalten, sondern fanden an 13 Orten nach vorheriger Bekanntgabe des Zeitpunktes der Sprechstunde an die Schulen statt. Hierdurch wurde eine weit bessere Erfassung der Jugendlichen als auch eine viel gleichmäßigere Frequenz der Sprechstunden erreicht.
Werbemaßnahmen.
An Werbemaßnahmen wurden in den verschiedenen Volksschulen und in den höheren Schulen der Stadt Fulda berufskunbliche Klassenbesprechungen durch den Berufsberater bezw. durch die Berufsberaterin abgehalten. Außerdem fand für die Eltern der Entlaß
digen Wetters mit zeitweise Aufheiterung, aber auch einigen meist kürzeren Niederschlägen, nur mäßig warm, südwestliche Winde. — Witterungsaussichten für Donnerstag: Etwas ruhigeres, aber noch nicht beständiges Wetter wahrscheinlich.
* $ u l b a , den 27. Juli 1932.
Schwarzarbeit ohne Ende.
Seit Jahren kämpft das Handwerk gegen einen unlauteren Konkurrenten, den Schwarzarbeiter, an. In Wort und Schrift haben die Berufsstandsorganisationen des Handwerks aufklärend zu wirken versucht. Sie haben die Oeffentlichkeit auf das Treiben der Schwarzarbeiter aufmerksam gemacht und gezeigt, daß es sich bei Schwarzarbeitern um Personen handelt, die ohne Begründung eines selbständigen Gewerbes und ohne Steuern, Sozialabgaben und sonstige Auflagen zu zahlen dein ortseingesessenen Handwerk Arbeit und Brot wegnehmen. Meister, Gesellen und Lehrlinge müssen unter dem zunehmenden Konkurrenzdruck der Schwarzarbeiter untätig feiern, während diese im Dunkeln ihre volkswirtschaftsfeindliche Tätigkeit ausüben. Daß sich gegen eine derartige Ausschaltung das selbständige Handwerk mit allen Mitteln wehrt, ja im eigensten Lebensinteresse wehren muß, ist selbstverständlich. Der Kurh. Wald. Handwerkerbund e. V. zu Kassel unternimmt es im Augenblick, die Oeffentlichkeit durch ein zugkräftiges Werbeplakat vor der Beschäftigung von Schwarzarbeitern zu warnen. Möchte dieses Plakat, das überall aus den Läden der Handwerker dem Publikum entgegenleuchten wird, seine Wirkung nicht verfehlen und für das selbständige einheimische Handwerk werben.
Wieviel Deutsche wählen am 31. Juli?
Ueber die mutmaßliche Zahl der Stimmberechtigten am 31. Juli wird der Köln. Zeitung von sachverständiger Seite mitgeteilt: Die Zahl der Stimmberechtigten in der Zeit zwischen dem 1. und 2. Wahlgang der Reichsprüsidenten- wahl dieses Jahres (28 Tage) ist von 43 934 481 um 112 360 auf 44 046 481 gestiegen. Auf einen Tag umgerechnet beträgt die Steigerung 4013 Stimmberechtigte. Hiernach würde die Zahl der Stimmberechtigten in der Zeit vom 11. April bis 31. Juli (112 Tage) um 4013 X 112 — 449 456 Stimmberechtigte auf 44 496 279 oder rund 44 500 000 steigen.
Homberg (Oberhessen), 24. Juli. (Tode s st u rz v o n d e r L e i t e r.) Die Ehefrau des Landwirts Wilhelm Fett von hier stürzte bei der Arbeit im Gehöft so unglücklich von der Leiter, daß sie einen schweren Schädelbruch davontrug. Nach mehrtägigem Schmerzenslager ist die bedauernswerte Frau in der Gießener Klinik ihrer schweren Verletzung erlegen.
Gießen, 26. Juli. (Ein Sohn Gießens in Amerika gestorben.) Einer der hervorragendsten Deutsch-Amerikaner der Stadt Brooklyn, Otto Wißner, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Er war der Seniorchef und Gründer der bekannten Pianofirma Wißner & Sons. Otto Wißner wurde in Gießen als Sohn eines Architekten geboren und kam im 16. Lebensjahr nach Amerika. Er erlernte dort die Klavierfabrikation und machte sich dann selbstständig. Der Verstorbene nahm stets regen Arrteil an allein, was für deutsche Kultur in Amerika von Interesse war.
Friedberg, 25. Juli. (Der Friedberger Stadt- rat gegen Erhöhung der Grundsteuer.) Da die Stadt Friedberg ein Defizit von 141 000 RM. hat, muß damit gerechnet werden, daß der hessische Ausgleichsstock oder ein Reichszuschuß in Anspruch genommen werden muß.
schlller der hiesigen Volksschulen ein Elternabend im Sitzungssaal des Arbeitsamts statt, bei dem neben aufklärenden Ausführungen des Berufsberaters über Berufswahl und Berufsberatung der Leiter der gewerblichen Berufsschule ein Referat über „Berufsanförderungen und -aussichten in den verschiedenen Berufen" erstattete. Darüber hinaus fand für die Entlaßschüler und -schülerinnen in einem hiesigen Lichtspieltheater eine Vorführung des Berufsberatungsfilms „Von der Schulbank zur Werkstatt" statt.
Ferner wurden durch Pressenotizen und durch Merkblätter die Entlaßkinder und deren Eltern auf die Wichtigkeit der Berufswahl unb Berufsberatung hingewiesen. Zur Werbung von Lehrstellen wurden Rundschreiben an die Arbeitgeber verschickt, die wie im letzten Jahre von der Handelskammer, dem Handwerksamt und dem Arbeitgeberverband mitunterzeichnet waren.
Vewahru ngskonlrolle.
Zum erstenmal seit Bestehen der Berufsberatungsstelle wurde in dem Berichtszeitraum eine Bewährungskontrolle der in der Zeit vom 1. 7. 1930 bis 30. 6. 1931 durch das Arbeitsamt vermittelten Lehrlinge durchgeführt.
Von den durch die Berufsberatung vermittelten Lehrlingen haben 0(6 nach den durch die Arbeitgeber ausgefüllten Fragebogen sehr gut bewährt 20,90 %
gut „ 4.0,29 %
zufriedenstellend „ 23,89 %
wenig „ 2,98 %
garnicht „ 2,98 %
während der Probezeit sind ausgeschieden: 8,96 %
100,00 %
Das Verlassen der Lehrstellen während der Probezeit erfolgte besonders in weniger beliebten Berufen wie Für - mer, Dachdecker usw. und hatte zum großen Teil seine Ursache in der trotz der Aufklärung der Berufsberatung immer noch mangelnden Berufskenntnis der Jugendlichen.
Schlußbetrachtung.
Die Bewährungskontrolle ergibt somit eine Bewährung der vermittelten Lehrlinge von über 85 %, ein Zeichen dafür, welche Vorteile die Berufsberatung den Lehrmeistern sowohl als auch den Lehrstsllensuchenden zu bieten vermag.
Die wachsende Inanspruchnahme der Berufsberatungsstelle spricht dafür, daß die Erkenntnis der Wichtigkeit der Berufsberatung sich immer mehr durchsetzt.
Möge es der Berufsberatung dank der freudigen Mitarbeit der Schule, des Schularztes, des Elternhauses und der Arbeitgeberschaft gelingen, ihre Tätigkeit zum Wohle des einzelnen Ratsuchenden als auch der Gesamtheit zu entfalten.
Hierzu besteht aber nur dann die Möglichkeit, wenn die Stadt restlos alle Besteuerungsmöglichkeiten erschöpft. Die Stadtverwaltung hatte daher bei dem Stadtrat die Erhöhung der Grund- und Gebäudesteuer auf den Landesdurchschnittssatz beantragt, die einen Mehrertrag von 40 000 RM. erbringen sollte. Von allen Seiten des Hauses wurde in der letzten Stadtratssitzung eine neue Steuerbe- laftung für die Friedberger Bürgerschaft als unerträglich bezeichnet und schließlich die Vorlage gegen eine Stimme abgelehnt.
Mainz, 24. Juli. (W a s einem im Walde alles begegnen kann.) Im Heidesheimer Wald wurde eine Händlerin aus Finthen, die sich durch den Wald auf dem Wege nach Heidesheim befand, von einem Affen überfallen. Das Tier ist irgendwo entlaufen und treibt sich im Walde umher. Es hat die Frau derart zugerichtet, daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.
Letzte Nachrichten.
Funkmeldungen des „Anzeigers".
Die Bergung der „Niobe" hat begonnen.
Kiel, 27. Juli. Der Bergungsdampfer „Simson" ist heute früh an der Unfallstelle im Fehmarn-Belt cingctrof- fen und hat die Taucherarbeit begonnen. Die Unglücksstätte ist in der Nacht mit Scheinwerfern eingehend, aber leider ohne Erfolg abgesucht worden. Bei Anbruch des Tages trafen zwei dänische Flugzeuge, ein Küstcnrettungs- boot und ein dänischer Fischereikreuzer ein. Zur Zeit sind Schnellboote mit der genauen Feststellung der Lage des Wracks der „Niobe" beschäftigt. Bisher sind keinerlei Schiffsteile gefunden worden.
Der mischte Nachrichten
Auch Tschechoslowakei, Südslawicn und Ungarn dem „Bertraucnspakt" beigetreten.
London. Der diplomatische Vertreter der Tschechoslowakei bat dem Forcigu Office die Absicht seiner Regierung mitgeteilt, sich dem englisch-französischen Vertrauens- abkonuucn a n z u s ch l i e ß c n. Von englischer amtlicher Seite ivird zugegeben, daß der Beitritt S ü d s l a w i e n s tatsächlich vollzogen ist. Die Verhandlungen fanden hamusüchlich in Paris statt, worüber London unterrichtet wurde. Es wird in London außerdem bekannt, daß der ungarische Gesandte den Beitritt seiner Regierung nun Vertraucnsabkommcn mitgeteilt bat. Über den Beitritt Deutschlands herrscht in London Befriedigung, da man schon befürchtet hatte, daß sich die deutsche Regierung erst zu einem späteren Zeitpunkte zu diesem Schritt entschließen und möglicherweise gewisse Vorbehalte machen würde.
Irisches Ultimatum an England.
London. Im Organ de Valeras, der „Irish Preß', wird erklärt, daß das irische Angebot, die Enlswadigimg-- Zahlungen an England einem Schiedsgericht mit am-lanow • Beisitzern zu unterbreiten, demnächst z u r ü cf g e z o P e.n trijie, falls England kein Nachgeben zeige. DaS dadurch kölne r Geld, das bisher auf einem Zrvischenkonw lag, Finanzierung der Landwirtschaft sind anderer -vir l m - benutzt werden, die von dem WirtschalMrieg mit England betroffen werden.