len Altgenblick vor bcm sicheren Tode gerettet. Sie waren bei der Arbeit in einen großen Lohetrichter gestürzt und konnten sich aus der Masse nicht mehr befreien. Sie näherten sich immer mehr dem Zerkleinerungsmesser der Maschine. Ihre Hilferufe verhallten im Getöse der Maschine ungehört. Plötzlich verkündete die Sirene den Schluß der Arbeitszeit, worauf die Maschine abgestellt wurde und die Arbeiter aus ihrer Todesangst befreit werden konnten.
Darmstadt, 13. Juli. (D e r Z u s a m m e n b r u ch d e r Lampertheimer B e r e i n s b an k v o r Gericht. — Freifpruch für sämtliche Angeklagten.) In einer fünfstündigen Verhandlung wurde heute gegen den Geschäftsführer der inzwischen in Schwierigkeiten geratenen Lampertheimer Vereinsbank und neun Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates verhandelt. Der Geschäftsführer ist angeklagt, Kredite an Richtmit- cgieder oder ungedeckte Kredite ohne Wissen des Aufsichtsrates gegeben, unrichtige Bilanzen aufgestellt sowie Papiere, die der Bank anvertraut worden waren, eigenmächtig zu geschäftlichen Zwecken verwandt zu haben. Die übrigen Angeklagten, alles angesehene Kaufleute und Bauern aus Lampertheim, sollen zum Schaden der Ee- nossenschast den Geschäftsführer vollkommen eigenmächtig haben handeln lassen bezw. ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sein. Nach eingehender Beweisaufnahme beantragte das Gericht gegen den Geschäftsführer der Lampertheimer Vereinsbank wegen unerlaubter Kredithergabe ein Jahr Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe; die übrigen Anklagepunkte feien nicht einwandfrei nachzuweisen. Eine absichtliche Schädigung der Vereinsbank sei dem Angeklagten nicht nachzuweisen. Auch die übrigen neun Angeklagten hätten absichtlich der Bank keinen Schaden zufügen wollen, wenn sie auch ihre Pflicht erheblich verletzt und dadurch zur Schädigung der Bank beigetragen hätten. Gegen sie beantragte das Gericht je 100 Mark Geldstrafe. Das Gericht sprach schließlich aber sämtliche Angeklagten wegen mangel^an Beweisen frei.
Darmstadt, 14. Juli. (Schwere Wasserschäden im vorderen Odenwald.) Der bereits am Mittwoch abend über Darmstadt und dem vorderen Odenwald einsetzende Gewitterregen nahm im Verlauf des Donnerstag Morgen einen wolkenbruchartigen Charakter an. In der Nähe von Reinheim trat der Wembach, sonst ein ziemlich unscheinbares Bächlein, über seine Ufer und überschwemmte Gärten und Fluren. In Reinheim selbst in der Nähe der Kirchstraße drang das Wasser in die unteren Stockwerke der Häuser und in die Ställe ein. Mit vieler Mühe wurde das Vieh aus den gefährdeten Hofreiten und auch aus dem Gemeindefaselstall gerettet. Besonders anzu- erkennen ist, daß sich die zahlreichen Arbeitslosen sofort in den Dienst der Gesamtheit stellten und den bedrohten Bewohnern bei der Rettung und Sicherung ihrer Habe halfen. — Auch in den vorderen Odenwalddörfern führten die vom Himmel niederstürzenden Wassermassen vielfach zu schweren Schädigungen. Das bereits durch den am Vortage niedergegangenen, mit Hagel vermischten Gewitterregen plattgedrückte Getreide wurde wiederum zu Boden geschlagen, und die Ernteaussichten sind dadurch ganz außerordentlich verschlechtert.
Groß-Gerau, 14. Juli. (Erwerbslose verhindern eine Zwangsversteigerung.) Gestern sollte in Königstädten eine Zwangsversteigerung von Pfändern vorgenommen werden, die für rückständige Gemeinde- forderungen sichergestellt worden waren. Vor der Bürgermeisterei kam es aus diesem Anlaß zu einer Demonstration von Erwerbslosen. Da die Menge eine bedrohliche Haltung einnahm, mußte die Versteigerung unterbleiben. Die Menge formierte sich darauf zu einem Demonstrationszug durch den Ort, wobei Rufe wie: „Nieder mit den Zwangsversteigerungen! Heraus mit dem Gerichtsvollzieher!" usw. ertönten. Zu weiteren Zwischenfällen kam es nicht.
Simmern (Hunsrück), 14. Juli. (M i t der Sense erschlagen.) Gestern nachmittag ereignete sich auf dem nahegelegenen Schafhof eine grausige Bluttat. Auf dem Hof wohnen zwei Familien, Theisen und Gallas, die schon seit Jahren miteinander verfeindet sind. Als gestern nachmittag Adam Gallas nach Hause kam, geriet er vor der Scheuneneinfahrt mit Matthias Theisen in Streit. Gallas schlug dem Theisen eine Sense in die linke Seite des Rük- kens. Die große-Wunde hatte einen so starken Blutverlust zur Folge, daß Theisen nach wenigen Minuten tot war. Die Schwägerin des Gallas, welche anscheinend dem angegriffenen Theisen zu Hilfe eilen wollte, wurde von Gallas ebenfalls mit der Senfe erheblich am Oberarm verletzt. Bald nach der Tat wurde Gallas von der Polizei verhaf- ret. ^Er gab an, daß er betrunken gewesen sei. Gallas ist 62 Jahre alt, vorbestrafl und genießt keinen guten Leumund. Theilen war 44 Jahre alt und erfreute sich allseitiger Beliebtheit.
Christen und Nichtchristen.
Die Stärke der einzelnen Weltreligionen.
FPH Auf Grund neuester statistischer Angaben ergibt sich'folgendes Gesamtbild über die Verteilung der großen Weltreligionen: Gesamtzahl der Christen aller Konfessionen 630 000 000; Juden 15 000 000; Mohammedaner 240 000 000; Buddhisten 130,000 090; Hindus 230 000 000; Konfuzianer und Taoisten 8Ü0 000 000; Schintoisten 3500000; Animisten 135000000; andere Gruppen 60 000 000. - Der Gesamtzahl der Christen von 630 Millionen stehen also rund ll9o Millionen Nichtchristen gegenüber.
Großer Schweine- und Schafmarkt in Nidda am 1'3. Juli. Der heutige Schweine- und Schafmarkt war mit vund 700 Ferkeln und 50 Schafen und Schafböcken zum Verkauf beschickt. In Ferkeln herrschte lebhaftes Handelsgeschäft bei mäßigen Preisen, jedoch verblieb am Marktschlnß geringer kleberstand. Man bezahlte für Ferkel bis zu 6 Wochen alt 8—10 Mark, 8 Wochen alt 12 Mark, 10 Wochen -alt 16 Mk. Läuferschweine wurden mit 22—25 Mark bezahlt. Die Preise für Schafe kamen auf rund 25 Mark pro. Stück. Der Handel in Schafen war gering.
Börse und Handel.
Amtliche Berliner Notierungen vom 14. Juli.
* Devisenbörse. Dollar 4,20-4,21; engl. Pfund ".93-11,97, holl. Gulden 169,93-170,27; ©an). 8242^2,2S;
16,51-16,55; schweiz. 81,94-82,10; »el«. 158,42-58,54, ^«1««
21,50—21,54; schwcd. Krone 76,72—78,88; dan 80,92—81,08, vorweg. 74,08—74,22; tschech. 12,46—12,48; osterr. Schilling 51,95—52,05; Argentinien 0,92—0,93; Spanien 33,77—3a,83.
* Produktenbörse. Roggen wird viel mehr angeboien als verlangt. Weizen zu bisherigen Preisen genngend zu kaufen. Hafer stetig, Dürreklagen sind häufiger. Mehl still.
Getreide und Olsaalen per 1000 Kilogramm, sonst per
100 Kilogramm in ReichsmaA
14. 7. 13. 7.
Weiz., mark, pommersch.
Rogg., mark. Braugerste Somniergst. Futtergerste Wintergerste Hafer, mark, pommersch. westpreuß.
Weizenmehl per 100 kg fr Berl br.
14. 7.
13. 7.
235-237
153-166
154-159
235-237
177-179
153-166
154-159
Weizkl. f. Bln. 11,2-11,6 11,2-11,5
Roggkl. s.Bln. 10,2-10,6 10,2-10,6
Leinsaat ^— —
Raps — —
Erbsen, Vikt. 17,0-23.0 17,0-23,0 kl Speisee bs. 21,0-24,0 21,0-24,0 15,0-19,0 15,0-19,0
Futlcrcrbsen Peluschken Ackcrbohncn Wicken Lupine, blaue Lupine, gelbe Scradella
16,0-18,0 16,0-18,0
15,0-17,0 16,0-18,0 10,5-11,5 15,0-16,5
15,0-17,0 16,0-18,0 10,5-11,5 15,0-16,5
inkl. Sack 30,0-33,7 30,0-33,7 Leinkuchen
Roggeninehl per 100 kg fr. Berl br.
Erdnußkllchcn Trockenschtzl. Soyaschrot
inkl. Sack 24,7-26,7 25,0-27,0 Kartofselfl.
10,4-10,7
11,2-11,3 9,0-9,2
10,6-11,3
10,4-10,7
11,2-11.3 9,0-9,2
10,6-11,3
* Amtliche Berliner Butternotierungen. 1. Qualität 106, 2. Qualität 96, abfallende Sorten 89 Mark je Zentner.
* Preisnotierungen für Eier. (Festgestellt von der anitlichen Berliner Eiernotierungskommission am 14. Juli.) 1. Deutsche Eier: Trinkeier (vollfrische, gestempelte) über 65 Gramm 8, über 60 Gramm 7, über 53 Gramm 6,25, über 48 Gramm 5,75, frische Eier über 53 Gramm 6,25, ausfortierte kleine und Schmutzeier 4,50—4,75. 2. Auslandscier: Dänen und Schweden 18er 7,50, 17er 7, 15%—16er 6,25, leichtere 5,50—5,75, Estländer 18er 7, 17er 6,75,15%—16er 5,75—6, leichtere 5,50, Holländer 68 Gramm 7,50, 60—62 Gramm 6,50, 57—58 Gramm 6, Rumänen 4,75 bis 5,25, Russen, normale 4,50—5, abweichende 4—4,25, kleine, Mittel-, Schmutzeier 4.
* Kartofselpreisnotierung je Zentner waggonfrei märkischer Station: gelbfleischige neuer Ernte 3,25—3,50 Mark.
* Berliner Magerviehmarkt. (Amtlicher Marktbericht vom Magerviehhof in Friedrichsfelde.) Auftrieb: 640 Rinder, darunter 294 Milchkühe, 46 Stück Jungvieh, 163 Kälber, 344 Pferde. Verlauf: Gute Kühe besser gefragt, sonst ruhig. Es wurden gezahlt: Milchkühe und hochtragende Kühe je nach Qualität 180—360 Mark. Ausgesuchte Kühe und Kälber über Notiz. Tragende Färsen je nach Qualität 160—250 Mark. Ausgesuchte Färsen über Notiz. Jungvieh zur Mast je nach Qualität 18—20 Mark je Zentner Lebendgewicht. — Pfcrdc- markt: Preise je nach Qualität 1. Klasse 800—950, 2. Klasse 500 bis 650, 3. Klasse 150—400, Schlachtpferde 20—150 Mark. Verlauf: Etwas lebhafter.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 14. Juli. Der Auftrieb des Nebenmarktes bestand aus 108 Rindern (gegen 102 am letzten Nebenmartt), 840 (1027) Kälbern, 44 (95) Schafen und 850 (953) Schweinen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber: b) 36— 39, c) 31—35, d) 25—30. Schafe: al) 26—30, b) 18—25, c) 12—16. Schweine: b) 43—45, c) 42—44, d) 40—44, e) 36—41, f) und g) gestrichen. Im Preisvergleich zum letzten Nebenmarkt zogen die Preise für alle Gattungen leicht an. Marktverlauf: In allen Viehgattungen mittelmäßig, ausverkauft. Fleischgroßmarkt: Ochsen- und Rindfleisch 1. 56—64, Ochsen- und Rindfleisch 2. 52—60. Bullenfleisch 54—56. Kuhfleisch 2. 45—50, Kuhfleisch 3. 30— 40. Kalbfleisch 2. 52— 60, Hammelfleisch nicht notiert. Schweinefleisch 1. 54—60 RM. für 1 Ztr. frisches Fleisch. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig.
Gestorben:
Maurus Hartmann, Eichenzell, 87 Jahre alt.
Beerdigung: Sonntag vormittag 10 Uhr in Eichenzell.
1§M
zur Aufwartung für Büro und Wohnung auf einige Stunden am Tage gesucht. Zu erfragen in der Eeschst. ds. Vl.
ftofmmiin^er Männerchor
Halbjahres-
Versammlung
Samstag, den 16. Juli 1932, abends 8.30 Uhr im Evangel. Gemeindehaus. Der Vorstand.
DeutschrraLionale Volkspartei
Was wir Men!
Dies sagt Ihnen am Sonntag, den 17. Juli, abends 8 30 Uhr in einer großen öffentlichen Versammlung im Evang. Gemeindehaus
Reichstagsabgeordneter
Dr.Weisemam
Jeder Wähler sollte sich vor seiner Entscheiduna über die Ziele der D.N.V.P. unterrichten Unkostenbeitrag 30 Pfg. — Erwerbslose 10 Pfg
Gewinnauszug 4. Klasse, 39. Preussisch- Süddeutsche Staats-Lotterie.
Ohne Gewähr Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Stummer in den beiden Abteilungen I und II
2. Siebungstag
14. Juli 1932
Du der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
2 Gewinne zu 50000 M. 279354
2 Gewinne zu 1 0000 M. 209030
2 Gewinns zu 5000 M. 387503
4 Gewinns zu 3000 M. 59518 265813
14 Gewinns zu 1000 M. 63480 143550 241129 282276 292937 327875 337576
24 Gewinns zu 800 M. 4755 10697 14313 35370 135047 221232 242630 299942 330313 355067 371605 382615
56 Gewinne zu 500 M. 10153 28588 48607 56131 719o2 810210 89128 90559 94602 101274 133020 133307 175382 178398 179934 183489 202211 204725 208058 221060 237515 244090 255444 270388 276519 296276 394063 396034
In der heutigen Nachmillagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
4 Gswlnus zu 1OOOO M. 170835 366038
6 Gewinns zu 5000 M. 91526 159539 354809
4 Gewinns zu 3000 M. 138288 227713
14 Gewinne zu 2000 M. 1130 72312 128122 207279 276104 334997
RR7964
34 Gewinne im 1000 M. 37792 66083 88839 102594 159135 159692 240395 280406 284937 293565 308590 343224 353978 366161 377149 3^48 G-wMn-zu 800 M. 8759 23763 24051 32100 51277 90784 94353 95677 103554 109839 135651 217385237091 247601 253354 268806 276431 315482 328253 335576 339192 350976 359191 390600
60 Gewinne zu 500 M. 19156 20678 42694 53417 61644 80576 122218 156093 159303 210508 241930 253955 258132 283461 299734 300280 317442 336369 340906 343534 351097 364642 378429 378493 378893 384235 889228 390129 391612 392639
Die Ziehung der 5. Klafle der 39. Preußisch-Süddeutschen (265. Preußischen) Staatslotterie findet vom 8. August bis 12. September 1932 statt.
Kirchliche Nachrichten
Evangelische Gottesdienste.
Sonntag, den 17. Juli (8. Sonntag nach Trim).
Fulda. Vorm. 8 Uhr: Predigtgottesdienst; vorm. 9.30 Uhr: Predigtgottesdienst mit Liturgie — Vikar Heck.
Petersberg (Turnhalle). Vorm. 10 Uhr: Predigègot- tesdienst — Kreispfarrer Weber.
Bad Salzschlirf. 23orm. 10 Uhr: Predigtgottesdienst — Pfarrer Fritsch-Kassel.
Amtswoche: Kreispfarrer Weber.
Fulda. Sonntag abend 8 Uhr Jungmädchenverein.
Die Bibelstunden Mittwochs abend im Schwesternhause fallen in den Monaten Juli und August aus. FreMg - abend 8 Uhr Jungmädchenverein im Schwesternhaiism^o-«^-
Bad Salzschlirf. Donnerstag 5.30 Uhr nachmittags Bibelstunde in der Kirche.
Evangelische, landeskirchliche Gemeinschaft, Vuttlarstr. 17.
Sonntag, 17. Juli, abends 8.15 Uhr: Evangelisations- vsriammlung.
Freitag abend 8.15 Uhr: Bibel- und Gebetstunde.
Jedermann ist herzlich eingeladen.
Evangelische Kirchengemeinden Tann, Neuswarts, Habel und Hilders.
Sonntag, den 17. Juli (8. Sonntag nach Trinitatis). Tann: 9.30 Uhr Predigt-gottesdienst. 10.30 Uhr Christenlehre (Pfarrer Güttel).
Hilders: 9.30 Uhr Predigtgottesdienst (Pfarrer Bäumler).
Habel: 11 Uhr Predigtgottesdienst (Pfarrer Bäumler).
Verantwortlich für die EHriftleitung: Christian Seipel. ,
Dr. med. Krey
Facharzt für Augenkrankheiten zieht nach
Rabanusstraße 21
(neben Bürgerverein)
Von Samstag, den 16. Juli bis Donnerstag, den 21. Juli ein- schliefelich keine Sprechstunde.
Neues Theater
Von Freitag bis einschl. Montag:
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Delikatesse, empfiehlt täglich frisch
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mit Maria Paudler und Gustav Fröhlich.
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Für Jugendliche zugelassen.
Spielzeiten:
Werktags 4% 7 und 9 Uhr.
Sonntag 3, 5, 7 und 9 Uhr.