Nr. 157 Donnerstag, 7. Juli 1932
Kurze politische Nachrichten
Der Marineausschutz der Französischen Kammer beschäftigte sich mit den Abstrichen, die am Haushalt des Kriegsministeriums angebracht wurden. Der Ausschutz sprach sich in seiner großen Mehrheit gegen die beabsichtigten Sparmaßnahmen ans, da dadurch das Flottenbauprogramm und insbesondere die Kiellegung des Panzerkreuzers gefährdet werde, der bereits in das Flottenbauprogramm von 1931 auf- gönommen worden sei.
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In Chikago stürmten 500 Arbeitslose mit ihren Familien eine städtische Lebensmittelniederlage, warfen die Fenster mit Ziegelsteinen ein und plünderten die Niederlage vollständig aus. Sie riefen: „W i r wollen Fleisch und Brot!" Fünf Polizeiabieilungen trieben die Menge gewaltsam auseinander.
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Mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage der Mehrzahl der SÄ. - M ä n n e r hat Hitler angeordnet, von der Bekleidungsänderung für die gesamte SA. Abstand zu nehmen. Der Dienstanzug bleibt das braune Hemd.
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Zu schweren Zusammenstößen zwischen Kommunisten nnd Angehörigen der NSDAP, kam es auf dem Ehrenfeld-Gürtel in K ö l n in der Nähe einer kommunistischen Agitationsbude. Es wurden etwa 30 Schüsse gewechselt. Bei den Nationalsozialisten wurden sechs Verletzte festgestellt. Die Kommunisten hatten ihre Verletzten weggeschleppt.
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Die Zahl der Todesopfer bei den Ausschreitungen der Roten Sport-Spartakiade in E s s c n am Sonntag hat sich auf fünf erhöht. Zwei Schwerverletzte sind im Krankenhaus gestorben.
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In der Deutschen V o l k s p a r t e i ist es wegen der Listenverbindnng mit den Deutschnationalen zn einer Trennung zwischen dem rechten und dem linken ivltwet der Partei gekommen.
Kommunisten stüchien aus Rußland.
Wie aus Warschau gemeldet wird, sind an der polnisch-russischen Grenze im Wilnaer Gebiet von einem polnischen Grenzposten zwei deutsche Flüchtlinge aus Sowjetrußland angehalten worden. Es handelt sich um die Reichsdeutschen Johann Unger und Alfred Lanepern, beide aus Bayern. Sie erzählten, aus dem GPU.- Gefängnis in Minsk geflüchtet zu sein, wo sie seit etwa einem halben Jahr gefangengehaltcn wurden. Sie gehörten als Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands einer Abordnung an, die sich im vergangenen Jahre zur Feier der Oktoberrevolution nach Moskau begeben hatte. Auf dem Heimwege waren sie in Polozk abgestiegen, nm dort Bekannte aus der Zeit des Weltkrieges zu besuchen. Dort sind sie verhaftet und in das Gefängnis nach Minsk übergeführt worden. Die beiden Flüchtlinge befinden sich zunächst im Gewahrsam des polnischen Grenzkommandos, das die notwendigen Nachforschungen cingeleitet hat.
Standarten im Nebel
Roman von Herbert B. Fredersdorf.
Copyright by: Carl Duncker Verlag, Berlin W. 62.
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Er hat sie nur still angesehen, ein bißchen auf seine: Zunge gekaut, eine Prise Tabak genommen und sich neben sie gesetzt.
Vier Stunden später sind sie die besten Freunde. Her- mann Parsanke hat auf einmal Respekt vor dem jungen Mädchen, das die beiden kräftigen und munteren Gäule se wst am Zügel hat, sicher lenkt, wie ein alter erfahrene: Kutscher mit ganz kleinen Griffen regiert und die Füße in den zierlichen Lederschuhen so energisch gegen die Wagen- «orderwand stemmt, als erwarte sie jeden Augenblick, die mächtigen Wallache vor dem Durchgehen zuriickhalten zu müssen.
Sie sind nicht mehr weit von seinem Ziel, dicht vor Neidenburg: man ist rasch vorangekommen, die jetzt regelmäßigen Ablösungen haben dem Amtmann gutgctan, de: ab und zu ein Schläfchen im Wagen riskieren konnte — sein kleiner Kutscher ist zuverlässig und vorsichtig.
Jetzt kommt er mit einer Neuigkeit für Eva heraus:
„Das wäre noch ein weiter Weg von Neidenburg bis Mitau, mein Kind — von hier ab wird es ungemütlich."
Eva knallt mit der Peitsche — ihre Backen' sind rosig und frisch, die Zähne blitzen mit dem Schnee um die Wette, der sich rechts und links unabsehbar dehnt:
„Ich werde es schon schaffen, Herr Parsanke — zweifeln Sie daran?"
Der Alte schüttelt den Kopf:
, „Davor soll mich Gott bewahren, Sie yaven Courage, wie sie vielen Kerlen nötig wäre — aber — ick will nämlich auch nicht in Neidenburg bleiben."
.«rebt sich um. die Gäule bleiben schon allein aaf Dreiten Weg:
1, ? — Und wohin wollen Sie denn nun?" kalt Parsanke nimmt mit der größten Umständlich-
5 J^1^ für diese Prozedur nötig hatte, eine gespreitet'^ ^5 Eschen tuch, hält es wie eine Schutzwehr
Sanü?“^ ^^ in Mitau zu tun "
^U(s Qn den Zügeln irritiert pi ^a Jte festen sich vom Trab in Galopp, Eva hat Ö» ™ r-°b Tonen au i*,. - um
„tjjacfj Mitau, wohin ich auch will?"
>0« — das sind so Zufälle."
^,Ee rndes Niesen enthebt ihn längerer Ausfüh- rerühA Ahrend Eva lacht und gleichzeitig bis zu Tratten
De« teilen Heide« der Solon WmDfe!
Weihe des Kolonialehrenmals in Bremen.
Eine Kundgebung des Reichspräsidenten.
Das dem Gedächtnis der in den Kolonialkämpsen gefallenen deutschen Helden gewidmete Kolonialehrenmal, das in B r e m e n seinen Platz gefunden hat, und das einen über einer Krypta ausgestellten, zehn Rècter hohen, aus Klinkern ansgeführtcn Elefanten darstellt, tvurde im Beisein von Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden sowie von Vertretern des Stahlhelms, der Kolonial- uiib Marinevereine usw. feierlichst eingeweiht.
Die Begrüßungsworte des Vorsitzenden der Abteilung Bremen der Deutschen Kolonialgesellschaft, E. Achelis, gipfelten in dem Hinweis: Vordringlich bleibt die erste, unabweisbare Forderung, besiegelt mit dem Blute und durch den Heldentod unserer Schutztruppenkrieger, bestehen:
unverzügliche Rückgabe unseres eigenen Landes, der deutschen Kolonien. Anschließend übergab der Redner das Ehrenmal dem Schutze der Hansestadt, für die B ü r - germeister Dr. Spitta das Wort nahm. Unter anderem sagte er, Bremen nehme das Denkmal als Sachwalter Deutschlands in seinen Schutz. Unsere Schutzgebiete feien im Herzen aller Deutschen deutsches Land. Das Ehrenmal möge ein Symbol sein für die unverjährten und unverjährbaren Rechte Deutschlands auf gleichberechtigte koloniale Betätigung in der Welt.
Namens der Deutschen Kolonialgesellschaft hielt P r ä s i d e n t v o n L i n d e q u i st eine Ansprache, in der
Der Schmuggel an der Westgrenze.
Wie umfangreich sich der Schmuggel an der West- grenze des Deutschen Reiches, besonders in der Gegend von A a ch e n , entwickelt hat, geht aus einer Aufstellung hervor, die jetzt das Hauptzollami Aachen über die Aufgriffe im ersten Halbjahr 1932 veröffentlicht.
Danach sind in den sechs Monaten insgesamt 10 431 Strafanträge wegen Schmuggels vom Hauptzsllamt Aachen anhängig gemacht worden. Unter den beschlagnahmten Waren befinden sich u. a. über drei Millionen Zigaretten, fast 31 000 Kilogramm Kaffee, 60 000 Kilogramm Zucker, 22 000 Kilogramm Getreide, 20 000 Kilogramm Mehl sowie 12 500 Kilogramm Brot. An Transportmitteln, die beim Schmuggeln benutzt worden waren, wurden über 400 Fahrräder, 45 Kraftwagen und 18 Krafträder beschlagnahmt. Man muß bei diesen Zahlen noch berücksichtigen, daß bei weitem nicht die Hälfte der Schmuggler gefaßt wird.
Herriot bekommt fünf Milliarden Mark.
Ei« unerwartetes Geburtstagsgeschenk.
Der französische Ministerpräsident Herriot hat zu seinem 60. Geburtstag, den er Dienstag in Lausanne feierte, von unbekannter Seite ein „kostbares" Geschenk erhalten: man schickte ihm
einen Fünfmilliardcnmarkschein
aus der deutschen Inflationszeit mit dem Vermerk: „Zur Verrechnung auf Reparationskonto." Es muß jedoch bedauerlicherweise fraglich erscheinen, ob die französische Regierung diese von unbekannter Seite erfolgte „Abschluß- zahlung Deutschlands" als eine endgültige Regelung der Tributfrage anerkennen wird.
_®ie ersten Häuser tauchen auf, ein paar Leute sehen erstaunt den Wagen ihres Amtmannes mit einer Dame auf dem Kutschbock — Parsanke klettert eilig nach vorn, nimmt die Zügel, fährt gravitätisch mit Eva durch den Ort bis zu seinem Haus.
„Ich bin allein — Witwer, ein Sohn von mir dient unter General Masssnbach — nicht weit von Porck — den werde ich besuchen — hier bleiben wir einen Taa, ich nehme neue Pferde — dann können wir 'n vier Tagen schon hinter Memel sein — einverstanden?"
Eva faßt ihn an beiden Händen — breiten, harten Bauernständen mit kantigen Nägeln und Schwielen am oberen Rand der Handfläche:
„Ich bin Ihnen sehr dankbar, sehr, sehr dankbar — Sie kennen mich doch gar nicht richtig?"
„Doch. doch, ich kenne Sie sehr gut, wenn man so eine Woche allein mit jemandem reist, dann lernt man den Kerl — nein, verzeihen Sie, das gnädige Fräulein — gut kennen — Sie haben mir gleich gefallen, hätte ich Sie sonst mitgenommen?"
Und, vertraulicher vorgebeugt, mit ernster, eindringlicher Stimme:
„Sie sollen bald bei Porck sein — vielleicht kommt der junge Herr, der holländische Kapitän, auch demnächst dort in.“
Eva ist rot geworden und froh, daß just in diesem Augenblick eine Magd kommt, um ihr das Zimmer mit dem riesigen, hochgetürmten Vauernbett zu zeigen.
In der Nacht heult der Wind ums Haus, Wind, der roeit vom Osten her kommt, aus Rußland kommt, vieles jesehen hat und nur meinen kann — Steppen, Straßen, endlose Züge hungernder Menschen, schwärmende Reiter auf .'leinen Pferden, einen Mann im Schlitten, den Zweispitz rief in die Stirn gedrückt, den Mund fest zusammengepreßt. Tie Große Armee vor dem Feinde unbesiegt, erliegt im Feld dem Winter, dem Sturm, der jetzt in Neidenburg nur noch als Nachtwind heulen kann: und dem eisigen Schneetreiben, das hier als lustiges Gestöber über das südliche Ostpreußen hintanzt. *
Seine Majestät, Friedrich Wilhelm, der Dritte seines Kamens, König von Preußen, unterschreibt mit dem fein» zeschnittenen Gänsekiel mit vielen anderen Ernennungen, Verordnungen, Anweisungen ein Patent, das den bestens 'mpfohlenen bisher holländischen Stabskapitän Friedrich stardekow unter Belastung seiner Charge in den preußischen Dienst übernimmt und ihn vorläufig dem Berliner Schloßhauptmann Graf Wartensleben bis zur weiteren Kommaa- Kerung überweist.
Das Zimmer ist so voller Tabaksqualm, daß man die Deese nicht mehr erkennen kann, die Spiegel an den Wän- xm rings um den runden Tisch in der Mitte schimmern Die blasse Teiche; die Kerzen in dem vielflammigen Leuchter gn der Decke haben lapge gelbe. tropfende Bärte. ._
er dem Senat und der Abteilung Bremen der Deutschen Kolonialgesellschaft für das würdige Ehrenmal Dank sagte und gleichfalls die Forderung nach Rückgabe der uns „durch den größten Betrug der Weltgeschichte geraubten Kolonien" erhob. Im Anschluß daran verlas er folgende
Kundgebung des Reichspräsidenten:
„Am heutigen Tage, an dem in Bremen das deutsche Kolonialehrenmal für die im Weltkriege gefallenen Kolo- nialkricger eingeweiht wird, neige ich mich in Ehrfurcht vor dem Andenken unserer deutschen Brüder, die, im Weltkriege in den deutschen Schutzgebieten auf verzweifelten Posten kämpfend, ihre Treue zum Vaterland mit dem Tode besiegelt haben. Möge auch ihr Beispiel uns stets eine Mahnung sein, den Geist, der Deutschland in seinem großen Verteidigungskampfe für Ehre und Leben beseelt hat, auch in Zukunft wachzuhaltcn. Allen Teilnehmern an der Feier, der ich einen guten Verlauf wünsche, sende ich herzliche Grüße und den Ausdruck treuen Gedenkens, gcz. von Hindenburg."
Alsdann nahm
General von Lettow-Vorbeck
das Wort zu einer Rede auf die Gefallenen. Seine Ausführungen waren ein packendes Heldenlied auf jene Männer, die s e i n e r F ü h r u n g in unseren ehemaligen Schutzgebieten anvertrant waren, und deren Taten, so sagte er, fortwirkten und zu neuem Leben drängten. Entblößten Hauptes sang die ergriffene Menge dann das Lied vom guten Kameraden. Mit der Weihe der Krypta, die das Ehrenbuch der deutschen Kolonialkrieger enthält, und der Niederlegung der Kränze klang die würdige Feierstunde aus.
Nah und Fern
0 Der Boxkampf der Journalistin. Eine amerikanische Journalistin wurde auf einer Studienreise durch Rumänien, als sie allein in einem Abteil erster Klasse saß, vom Schaffner belästigt. Als er immer zudringlicher wurde, schlug sie ihn kurzerhand mit einem geraden Linken k. o. Auf der nächsten Station übergab sie dann den ohnmächtigen Schaffner der Polizei.
O Autounsall des Leipziger Verlegers Volkmar. Der Verleger Volkmar von der Köhler und Volkmar AG. in Leipzig hatte, als er, begleitet von seiner Frau, seiner Schwester und seiner Schwägerin, zum Chiemsee fuhr, einen Autounfall. Dabei ist die Schwester Volkmars tödlich verletzt worden, während die übrigen Insassen des Autos nur leichte Verletzungen davontrugen.
O Räuberunwcscn bei Insterburg. Die Gegend von Großschunkern bei Insterburg ist in der letzten Zeit wiederholt von Räuberbanden heimgesucht worden. In einer der letzten Nächte wurde ein Besitzer auf dem Hofe seines Gehöfts bei einem Feuergefecht mit Banditen schwer verletzt. Kurz vorher war ein anderer Besitzer in seiner Wohnung überfallen und von den Räubern mit vor- gehaltenèn Revolvern gezwungen worden, einen großen Geldbetrag auszuhändigen.
O Übergabe des Gcfnllenenfriedhofs Langemarck an die Deutsche Studentenschaft. Am 10. Juli begehen alle deutschen Hochschulen feierlich die Stunde, in der die belgische Regierung den Vertretern der Deutschen Studentenschaft den Gefallenenfriedhof in Langemarck übergeben wird. Der Dichter E. M. Wehner (Verfasser des Romans „Sieben vor Verdun"), der selbst an der Front war, wurde mit der Fassung der Worte betraut, die in der Feierstunde gleichzeitig auf dem Friedhof und an allen deutschen Hochschulen von den Sprechern der Studentenschaft zum Ge- dächtnis desOvkertodes von Langemarck gesprochen werden.
Um den Tisch sitzt die Generalität des 10. Armeekorps. Marschall Macdonald, französische, polnische, bayrische, preu- stsche Offiziere. Es ist einer der seltenen Tage, an denen Leneral Porck nach Stalgen kam; Macdonald muß all seine veltmännische Höslichkeit aufbieten, um den preußischen Leneral nicht zu bissigen Bemerkungen zu veranlassen — !rst, wenn er ihn in diesem Zimmer und an diesem Tisch )at. darf er aufatmen.
Porck und die Offiziere spielen.
Der General sitzt mächtig da, den Uniformfragen ausge- yakt, wie die anderen, das weiße Hemd öffnet sich über der breiten, gebräunten, behaarten Brust. Er hat die Arme seitlich auf den Tisch gelegt, die Pfeife steht verwegen schräg aus seinem schmalen Mund, die Augen blitzen wie bei einer Bataille.
Porck spielt leidenschaftlich und unsinnig hoch. Wenn er serliert, denkt er manches Akal an früher zurück — an ein paar vom Teufel geführte Spiele, die ihn an den Rand )es Abgrundes brachten. Wenn er gewinnt, spielen tau» !end grimmige Falten um die scharfen Augen, die Tabakspfeife qualmt wie ein Schlot, er kann schmunzeln und wie ein riesiger, tigerhafter Kater schnurren.
Sonderbar genug; er. dessen überlegte, wenn auch ungeheuer zähe Taktik als Soldat bei jedem Gefecht erneut bewiesen wird, Porck üt ein schlechter Spieler. Er ist verbissen und jäh, knallt die Karten auf den Tisch, reißt gewonnenes Geld ebenso heftig an sich, wie er verlorenes fort« stößt, duckt den Kopf wie ein Stier, schnaubt ab und zu tief mit blutunterlaufenen Augen.
Einmal galt es ihn, nur als Kavalierspflicht, zu spielen—das ist ein Menschenalter lang her — jetzt spielt er aus einem anderen Grund, den er selbst kaum ahnt. Seydlitz versucht, Murschall Macdonald, den er wie alle anderen als Mensch und Perjönlichkeit hochschätzt, darüber aufwflären.
An der Tür des Saales entsteht ein kleiner Aufkauf. Die Diener Macdonalds versuchen, einen Soldaten aufzuhalten. einen preußischen Husaren, der sich bemüht, gleichzeitig stramm zu salutieren und sich in den Raum zu drängen.
Seydlitz, der den Mann bemerkt, eilt auf ihn zu, bin Ordonnanz reißt sich in Haltung miammen:
„Meldung vom Stabsquartier Mitau, Herr Major!" Seydlitz, der an die Rusien denkt, roMt einen Blick auf Rorck, wendet sich wieder an den Mann:
„Was gibts? Rusten?" .. „
„Nein, Herr Major — ein Frauenzimmer.ist Da.
Der Adjutant starrt den Husaren an, als sei der Mann nicht recht bei Verstand:
„Was? Eine Frau — wo — warum?'
„Ein Fräulein — mit dem Amtmann von Neidenburo
— aus Südafrika ist sie."
Der Husar grinst, Seydlitz schüttelt den Kopf:
„Und deshalb kommst du her?"
(Fortsetzung folgt.)