Zul-arr Anzeiger
Zul-a / Statt 2
Nr. 152 Freitag, 1. Juli 1932
Kurze politische Nachrichten.
Reichspräsident v. H i n d e n b u /g hat dem 1. Bundesführer des Stahlhelms, FranzSeldte, zum 50. Geburtstag seine Glückwünsche ausgesprochen.
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Der Reichsarbeitsminister hat angeordnet, daß eine Anrechnung der von den Gewerkschaften an ihre Mitglieder geleisteten Unter stü tz ungen auf die Arbeitslosen- und Krisen unter stützung nicht erfolgt
Zahlreiche Anfragen veranlassen den Reichs- kommissar für Preisüberwachung, darauf hinzuweisen, daß die von ihm erlassenen Verordnungen und Anordnungen sowie die von ihm mit einzelnen Wirt» schaftsverbänden getroffenen Vereinbarungen über den 1. Juli hinaus in Kraft bleiben. Die Aufhebung dieser Verordnungen, Anordnungen und Vereinbarungen wird im Einzelfalle dann erfolgen, wenn es die Wirtschaftslage zuläßt oder erfordert.
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Das ungarische Kabinett Karolhi ist zurückgetreten. Der Rücktritt hat lediglich formalen Charakter. Admiral Horthy lehnte in einem Brief den Rücktritt des Kabinetts Karolyi ab und würdigte die Verdienste der Regierung.
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Das Direktorium der Bank von England be
schloß den 3 ent zu gleichfalls
% Prozent a u f 2 Pro - Die letzte Diskontsenkung um lgte in London am 12. Mai.
Zenirumskundgebungen.
Hermes vor den rheinischen Bauern
In K ö l n sprach vor dem Landwirtschaftlichen Beirat der Rheinischen Z e n t r u m s p a r t e i Reichsminister a. D. H e r m e s. Er führte u. a. aus: Man müsse es bedauern, daß in die Arbeit des Kabinetts Brüning eine so jähe Unterbrechung hineingetragen worden sei. Mit diesem Bedauern könne man nur die Hoffnung verbinden, daß es den neuen Männern gelingen möge, die Linie der Staatsführung des alten Kabinetts fortzuführen. Der Redner wandte sich weiter gegen eine Ausschaltung des Zentrums und betonte, daß die Maßnahmen zum Schutze der Landwirtschaft in den letzten Jahren entscheidend vom Zentrum geführt worden seien. Der Zersplitterung des heimischen Angebots müsse entgegengewirkt und der genossenschaftliche Gedanke mit neuem Antrieb versehen werden. Hier seien erzieherische Aufgaben wichtiger, als negativ Staats- und Negierungsmaßnahmen zu kritisieren. Jedenfalls solle man sich von dem Gedanken frei machen, daß eine Ordnung der inneren Märkte allein von den Zöllen abhänge. Eine Haupt- sorge der Zukunft sei eine vernünftige Rück- und Umbildung der einseitig entwickelten deutschen Wirtschaft uno die Herstellung eines besseren Gleichgewichts zwischen Stadt und Land. Nichts sei verkehrter als das Wort vom Siedlungsbolschewismus. Wenn auch eine gewisse Kritik an einzelnen Maßnahmen der früheren Regierung erlaubt sei, mit der absprechendeu und rein negativen Kritik gewisser Kreise komme man nicht weiter.
Stegerwald-Rede in Essen.
Auf der Tagung des Reichsarbeiterbeirals der Zentrumspartei in Essen legte der frühere Reichs- arbeitsminister Steger Wald zunächst dar, was das Kabinett Brüning in den'zwei Jahren seiner Regierung verhindert und was es erreicht habe. Was die neue Regierung wolle, sei sehr wenig klar und durchsichtig. Das Kabinett von Papen sei die erste Regierung feit der Umwälzung, in der kein Mensch mehr die Denkweise des Millionenheeres der Arbeiter zum Ausdruck oringe.
Unheil aus aller Welt.
Cin polnischer Osfizier erschießt einen deutschen Sportler.
Der Mörder beinahe gelyncht.
Im Stadionbad in Myslowitz wurde der deutsche Sportler Emil Winterstein aus Myslowitz von dem polnischen Offizier Kucharski erschaffen.
In den Restaurationsräumen des Stadions saßen polnische Offiziere, die jedoch nicht als solche zu erkennen waren, da sie, wie die übrigen Gäste, Badeanzüge trugen. Als sie ihre Zeche nicht bezahlen wollten, kam es zu Meinungsverschiedenheiten mit einigen deutschen Sportsleuten, die an einem Nebentisch saßen. Von diesem Tisch soll dabei die Äußerung gefallen sein, daß man die Gesellschaft, wenn sie nicht bezahlen wolle, hinauswerfen möge. Die Sportler gingen dann wieder ins Bad zurück. Der Offizier Kucharski holte inzwischen aus seiner Kabine seinen Revolver und streckte einen der Sportler,
den 26jährigen Fleischergesellen Emil Winterstein aus Myslowitz, den Sohn eines angesehenen Fleischermeisters, nieder. Der Schuß drang dem Winterstein in die Schläfe und tötete ihn. Nach dem Morde flüchtete der Offizier in seine Kabine. Nur durch das Eingreifen der Polizei und des Besitzers der Badeanstalt konnte er vorder erregten Menge, die ihn lynchen wollte, geschützt werden. Er wurde später der Militärgendarmerie übergeben. Die Eltern des Ermordeten trifft das Schicksal um so schwerer, als es sich um den zweiten Sohn handelt, der durch eine Kugel einer polnischen Militärperson getötet wurde
Schlägereien in der Berliner Universität.
Die Universität für zwei Tage geschlossen.
Im Vestibül der Berliner Universität kam cs wieder zu Zusammenstößen zwischen politisch rechts- und linksgerichteten Studenten. Mit Spazierstöcken, Niemen und Koppelschlössern wurden mehrere Personen verletzt. Schließlich verfügte der Rektor die Schließung der Universität. Professoren veranlassten die linksstehenden Stu
Minister H i r t s i e f e r sprach über die Verhältnisse in P r e u ß e n. Er bemerkte u. a., daß die letzte preußische Notverordnung eine Notwendigkeit gewesen sei, weil Preußen und den übrigen Ländern eine große Gefahr drohe. Von einer Revolution werde sich die Regierung nicht überraschen lassen. Auch in Zukunft würden in Preußen die Straßen dem Verkehr gehören. Vor Parallelen mit anderen Ländern sei zu warnen, weil die deutschen Verhältnisse nach deutschen Grundsätzen gestaltet werden müßten.
Nah und Fern
O Papageienkrankheit in Berlin? In Berlin-Schöneberg ist der Zimmermann Gollert unter Krankheitser- scheinungen gestorben, die den Verdacht der Psittakosis, der sogenannten Papageienkrankheit, nahelegen. Auch die Zimmervermieterin, bei der der Verstorbene in Untermiete wohnte, ist unter ähnlichen Symptomen schwer erkrankt und befindet sich zur Zeit in einem Krankenhause zur ärztlichen Untersuchung.
O Ein Schiller-Gedenkstein in Stuttgart. Anläßlich der Hundertfünfzigjahrfeier der ersten Aufführung der „Räuber" wurde bei der diesjährigen Eröffnung des Freilichttheaters in Stuttgart ein Schiller-Gedenkstein enthüllt. Der Gedenkstein trägt die Aufschrift: „Schillers Räuber 1782—1932 “
O Vierjähriges Kind erschießt den Vater. Der Stcll- machermeister Ruthmann in Velitz bei Gommern besaß einen älteren Revolver, den er mit aufs Feld nahm, um festzustellen, ob er noch richtig funktioniere. Drei bis vier Schuß gingen glatt vonstatten, und Ruthmann steckte den Revolver wieder in die Hintere Hosentasche. Dann ging er in den Gasthof, wo sich auch sein Vater und sein vier- jähriaer Sobn einfanden. Das Kind steckte die Hand in
denten, die Vorhalle zu verlassen. Darauf zogen die rechtsstehenden Studenten aus dem entgegengesetzten Ausgange ab. Auf der Straße kam es dann aber zu neuen Zusammenstößen. Die Universität bleibt zwei Tage geschlossen.
Bunte Tagescht-onik
Bonn. Bei Godesberg ertränkte sich im Rhein der englische Rechtsanwalt Brook, der einige Tage in einem Hotel in Könlgswinter gewohnt hatte.
Nanking. In Kanton sind im Laufe einer Woche 600 Personen an Cholera gestorben. Tie Epidemie greift noch weiter um pch.
Brückeneinsturz: 17 Personen verunglückt.
Essen. An der Kraftwerkbaustelle für den Stausee zwischen Verden und Hügel ereignete sich ein schweres Einsturzunglück, das fünf Schwer- unv zwölf Leichtverletzte forderte. An der Baustelle befindet sich zwischen der Usermauer und der Spundwand des Kraftwerkes über einer Baugrube eine etwa acht Meter hohe Brücke, die in dem Augenblick, als zwei Betonwagen die Brücke passierten, abrutschie. Alle auf der Brücke befindlichen Personen wurden in die Tiefe gerissen.
Politischer Mord auf den Straßen Sofias.
Sofia. Auf dem Platz zwischen dem Nationaltheater und dem Kriegsministerium wurde der Lehrer C h r i st o s f von dem Mazedonier T a u i s ch o f f erschossen. Der Mörder wurde festgenommen: er erklärte bei dem Verhör, daß er den Lehrer Christoff irrtümlich erschossen habe. Er sei vielmehr beauftragt gewesen, den mazedonischen Abgeordneten Peter Marmeff, ein ehemaliges Mitglied des Mazedonischen Nationallomitees uno früheren bekannten Revolutionär, zu erschießen.
Explosion eines japanischen Pulvermagazins.
Tokio. In R a g o j a flog ein Pulvermagazin in die Lust. Es wurden mehrere Todesopfer sestgestellt, ihre genaue Anzahl wird aber von den japanischen Bcbörden bisher verschwiegen. Die Polizei behauptet, daß es sich um einen Anschlag der Kommunisten handelt.
Schweres Eisenbahnunglück in Ohio. — Bisher acht Tote.
Rewyork. Nach einer Meldung aus Hamilton stieß in der Nähe von Trenton im Staate Ohio ein Personenzug mit einem Frachlzug zusammen. Bisher wurden acht Tote und zahlreiche Verwundete geborgen.
die Tasche des Vaters und ergriff den Revolver. Plötzlich krachte ein ^chuß, und das Geschoß drang Ruthmann in das Becken, wo es steckenblicb. Die Verletzung war so schwer, oaß Ruthmann ins Krankenhaus geschafft werden mußte, wo er bald darauf starb.
O Selbstmord des Filmschauspiclcrs Bruno Kastner. Einer der beliebtesten und bekanntesten deutschen Schauspieler vergangener Jahre, Bruno Kastner, hat sich während einer Bäocrtournee, die er mit anderen Schauspielern unternahm, in einem Hotelzimmer in Bad Kreuznach erhängt. Tas Motiv der Verzweiflungstat dürfte in wirtschaftlichen Sorgen zu suchen sein.
O Revolvcranschlag auf den Rektor der Wiener Universität. Auf dem Wiener Zentralfriedhof wurde während der Enthüllung eines Grabdenkmals auf den Rektor der Wiener Universität, Professor Dr. Abel, ein Revolveranschlag verübt. Der Schuß ging fehl. Der Attentäter war der Professor der Zoologie, Dr. Camillo Schneider, der mehrere seiner Fakultätskollegen mit ärgstem Haß verfolgt. Schneider wurde verhaftet.
0 Die erste Reifeprüfung an der deutschen Oberreal- schule in Jstambuk. An der deutschen Obeirealschule in Jstambul (Konstantinopel) wurde unter der Leitung des Ministerialrates Dr. Lösfler die erste Reifeprüfung abgehalten. Damit ist die Jstambuler deutsche Oberrealschule in ihrem Ausbau fertig geworden. Im Garten der Deutschen Botschaft in Therapia wurde später der wichtige Tag seitens der Schulbehörden festlich begangen.
Aus 8000 Meter Höhe abgesprungen.
Paris. Ter junge französische Fallschirmabspringer Mache- naud stellte einen neuen H ö h e n w c l i r e k o r d im Fallschirmabsprung auf, indem er aus 8000 Meter Höhe absprang. Der Versuch war von Erfolg gekrönt. Der junge Fallschirmabspringer gelangte nach 25 Minuten glatt auf den Boden.
Jakob Uoggtreuter
Roman aus den bayerischen Bergen von Hans Ernst
Urheberschutz: Herold-Verlag, Pomburg (Saar)
106 (Nachdruck verboten).
„Wo is die Bäuerin?" fragte Jackl. Und als man ihm sagte, raß sie in der Stube wäre, trat er rasch in den dunklen Flur. Lerne Hand lag eine Weile zögernd auf der Klinke, dann trat — ^nii der Dämmerung ein schwacher Schrei
, "^0 n Abend, Jula! Mußt entschuldigen, der Vater hat heut net Zert. Aber ich kenn' mich schon auch ein bißl aus in die Finanzsach n." ' '
In ihrer Ratlosigkeit stammelte Jula^twaS von „Ungele- genheUeu mach n und wahrend sie das Licht einschaltete.
»Ich bin schon froh, daß d mir die Sorg' abnimmst, die Finanzerischen nehmens halt gar so genau. Und un ereins weiß sich in die papierncn Sach'n not so zu hels'n."
„Ja, freilich! Und die Hauptfach' is, wenn's in Ordnung 'bracht wird. Ob's ich mach' oder der Vater, dös bleibt sich doch gleich?"
. Er sagte diese Frage rasch und lauernd, beugte sich aber dann über die am Tisch ausgebrciteten Papiere, als er sah, wie eine flammende Röte in'ihr Gesicht fuhr.
Schweigend studierte er die Formulare und sinnend stand Vnia hinter ihm und sah in wehem Schmerz die silbernen N. ^" ^"ON Schläfen. Ihr war, als müßte sie in dür- penoer Sehnsucht ihre Wange an sein Haar legen. Und doch
W ^ nicht. Da legte er den Federhalter weg.
«erneut ââtt' ma jetzt!" Er stand auf und griff nach sei-
JeTjon wieder fort?" ä soll ich denn noch da?"
r Jjalt noch ein bißl da. Erzähl' mir ebbes."
„Was soll ich dir denn erzähl'n?"
»Na ja —, von früher — so vor vier, fünf Jahr' — da 15aft bocl) ntncil luââ (Vfn^t (^n mit."
Der Hut in sinnen Handen zitterte und schwer atmend sagte er, während er der Türe znschritt: „Was schon so lang’ her is, weiß ich nimmer!"
Lautloses Schweigen und dann ein weher Laut.
»Jackl! Wacht mich denn wirklich aar nimmer?" Mit ei
nein Sprung stand er bei ihr und umschlang sie mit beiden -- Armen.
„Jula!"
„Jackl!"
Zwei Namen, zwei Stimmen und doch nur ein einziger Laut aus gleichem Gefühl. Dann standen sie stumm, als wäre das Glück, das in ihre Herzen gesunken, zu schwer, um es aufrecht tragen zu können, — so sanken sie auf die Bank nieder.
Unendlich viel hatten sich diese zwei Menschen in den folgenden Stunden zu erzählen.
Und als Jackl -en Heimweg antrat, schlug es vom Dorf herauf die Mitternachtsstunde.
„Wann kommst jetzt wieder zu mir!" frug Jula und klammerte sich wieder an seinen Hals.
Stumm hielt er sein zitterndes Lieb in den Armen und küßte den weichen Mund, als wollte er all daS Versäumte nachholen.
„Morgen muß ich gleich zurück in d' Stadt und alles erledigen. Aber am Samstag z' Abend, da hast mich wieder." .
Er löste sich sanft aus ihren Armen und schritt mit dem Lachen eines Glücklichen heim.
Als er im Voggtreuterhof ankam, öffnete er die Türe der Kammer, in der'der alte Voggtreuter schlief.
„Schlafft schon, Vater?"
„Na, noch net!" kam es aus dem Dunkeln heraus. „Bist schon da? Hast alles fertig g'macht?" , „ , ,
Ja, Vater! Heut' hab'n wir alles fertig g macht", lachte Jackl, zog die Türe wieder ins Schloß und trat hinaus in die sternhelle Nacht, weil er glaubte, keinen Schlaf finden zu können. Und als es zu grauen anfing, machte er sich auf den Weg zur Bahnstation. — , .
Zwei Tage später brachte der Bote einen Brief aus,den Himmelsteinerhof, in dem Jackl der Jula mitteilte, daß er die Villa zu einem schönen Preis verkauft hätte, und daß er heute Abend seinem Freund Rigg den Pachtvertrag über das Sägewerk vorlegen wird. „
„Am Samstag abend bin ich wieder bei dir , diesen letzten Satz las Jula wohl ein dutzendmal und noch nie halte sie die Tage und Stunden so gezählt wie jetzt. ,
Unzähligem»! trat sie vor das Haus und spähte au, die Straße, bis im Dümmergrau der Samstagnacht ein starker, schlanker Mensch, dem das Glück aus ben Augen lachte, sie an seine Brust nahm.
Das gab aber drei Wochen später unter den L örslern ein Getnschel und Gerede, als der Pfarrer von der Kanzel her-z ab. verkündete: .
„Zum heiligen Sakrament der Ehe haben sich versprochen Herr Jakob Voggtreuter mit der Witwe Juliane Himmelsteiner, geborene Buchberger."
Und wieder drei Wochen später krachten an einem schönen Oktobermorgen die Böller durch das stille Tal.
Ueber den kahlen Wiesen lag ein feiner, silbergrauer Hauch, ein leichter Reif, der erste Vorbote des nahen 'Winters. ®ü zwei Menschen aber, die festlich geschmückt an der Spitze ei-. nes endlos scheinenden Zuges vom Voggtreuterhof gegen das Dorf marschierten, trugen'den lachenden Frühling'in ihren' Herzen. Vor dem Dorfeingang erwartete sie die Musikkapelle,; und feierlich fingen die Kirchenglocken zu läuten an.
Und wie ein Jubelschrei, der sich loSschwingen wollte von' ihren Seelen, klang ihr „Ja" durch den geweihten Raum. 4
Das war eine Hochzeit, wie sie das ganze Tal noch nicht» erlebt hatte. Alles was nur halbwegs auf den Füßen stehen- konnte, kam um das Brautpaar zu beglückwünschen. Bis spät/ in die Nacht hinein schmetterten die Trompeten ihre Weisen in die schöne Oktobernacht, und prasselnde Raketen beleuchteten weithin die Straße, auf der um Mitternacht eine Kutsche, darin zwei glücklich schlagende Herzen, nach ihrer Hei--, mat, der Voggtreuterhöhe fuhren. ' °,; i
Am andern Morgen standen der junge Voggtreuter und' sein Weib auf einer kleinen Anhöhe hinter den Wirtschafts-, gebäuden und sahen hinüber zum Himmelsteinerhof, auf den soeben eine hochbeladene, schaukelnde Fuhre einfuhr.. <
„Schau", sagte Jackl und legte den Arni um sein junges Weib. „Schau, letzt zich'ns drüb'n ein." Damit meinte er ben Jäger Franz und Brom, die durch Jacklo Güte die glücklicher, Erben des Himmelsteinerhofes geworden waren. ' s
Verstummend legte Jula den Kopf an seine Brust. Und als er ihr Köpfchen in die Hände nahm und ihr tief in die Au- gen blickte, da schlang sie unter Lachen und Weinen die Arine um seinen Hals. j
„Du lieber, du guter Bub!" flüsterte sie leise.
Ein leises Kichern hinter ihrem Rücken ließ sie aufborck'em Zwischen den Haselnußstauden lugte der jilbergraue Kopf des alten Boggtreuters hindurch. }
„Vor mir brauchts euch net scheniern", sagte er. Dann trat er zwischen die beiden und legte jedem eine feiner Hände auf die Schultern und langsam, ganz langsam zog er sie an seine Brust.
Leise rauschend, zog des Bergwaldes Lied von den Höhen hrab und die zwei schwergeprüften Herzen klangen mit in die Melodie, die da sang vom neuen Leben, neuen Glück!