Nr. 147 Samstag, 25. Juni 193 r
Im Rosenmonat.
1. Kor. 6, 12: Es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.
Jetzt blühen in den Gärten die Rosen. An ihrer Schönheit labt sich das Auge, labt sich das Herz. Es ist eine beglückende Predigt, die da leuchtet und duftet, eine Predigt ohne Worte, die uns doch soviel sagt. Die uns mehr sagt als bloß: Freue dich der Schönheit dieser Blüten; die uns auch fragt: Bist du besinnlich? Dann kann deine Freude noch reicher und tiefer sein. Wir lassen uns von ihr sagen und sinnen nach: wieviel Zeit hat es gedauert, wieviel Mühe hat es gekostet, bis unsere Rosen zu den königlichen Blüten geworden sind, wie sie jetzt leuchten und duften! Sie sind nicht von Anfang an so gewesen und sie sind nicht von selbst so geworden. Sie haben auch nicht sich gemüht und an sich gearbeitet: sie haben aber stillgehalten und an sich arbeiten lassen, was höherer Wille und Liebe aw ihnen getan haben, sie zu veredeln.
So hat Wille und Liebe in längere. geduldiger Züchtung ihre natürlichen Anlagen geläutert, gefördert und durch Zufuhr neuer Kräfte und Gaben ausgebildet, bis sie so schön geworden sind: jede anders, jede schön, alle gestaltet durch die gleiche Weisheit und Liebe. Es ist eine tröstende Predigt: lohnt's an den Blumen, so lohnt's auch an uns Menschen. Auch wir sollen ja schön werden. Schön nicht in äußerlichem Sinn. Schön ist, was wohl- tut, was reine Freude bereitet. So sollen wir Menschen schön sein, schön werden. Wir sind ein widerspenstiges Material: wenn wir doch lernten stillzuyalten dem höheren Willen, der Liebe Gottes, die geduldig an uns arbeitet: wegnimmt und hinzutut, auch unsere natürlichen 'Anlagen zu läutern, sie zu fördern, sie umzubilden und auszubilden, damit wir immer ähnlicher dem Bilde der Vollkommenheit werden, zu dem uns zu machen er an uns wirkt: jeden in seiner Weise, alle nach seinem Bilde!
Noch steht unsere Menschheit, auch unsere Christenheit, im Frühling, spärlich sind in ihr die wahrhaft schönen Menschenblüten. Es träumt sich ernst und gut auf der Gartenbank vor den Rosen: wie wird's sein, wenn einst die Menschenrosen voll und schön blühen — und wir sinnen: er hat auch an uns gewirkt — hat es gelohnt?
Die Industrie und die Regierung Papen
zu den wirtschaftspolitischen Negicrungsäußerungcn.
Der Hauptausschuß des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, unter dem Vorsitz von Dr. Krupp von Bohlen und Halbach, beschäftigte sich mit vcr- fchicdeucu Äußerungen der neuen Regierung von Papen und erklärt hierzu u. a.:
Der Bestrebung, den Staat von Aufgaben freizumachen, die er seinem Wesen nach niemals erfüllen könne, könne nur zugestimmt werden. Das deutsche Produktions- und Handelsvolumen müsse durch vernunftgemäße wirtschaftspolitische und arbeitspolitische Maßnahmen vergrößert werden. Es bedarf einer schleunigen großen Verwaltungsreform sowie einer Reform der Sozialversicherung und der Arbeitslosenfürsorge. Es wäre falsch, eine „binnenwirtschaftliche Orientierung" anzustreben. Die Hemmungen der Ausfuhr müssen baldigst beseitigt werden, der Staat muß sich soweit wie irgend angängig von Eingriffen in das Wirtschaftsleben freihalten und der freien Initiative von Unternehmern und Arbeitern weitgehenden Spielraum lassen. Die deutsche Industrie müßte sich gegen einen „organischen Umbau der Wirtschaft", wenn die Beseitigung aller der Fesseln gemeint ist, die einer natürlichen Wiederbelebung der Produktion im Wege stehen, entschieden zur Wehr setzen, namentlich, wenn das im Sinne zunehmender und ausgesprochener Autarkietendenzeu oder im Sinne der bewußten Preisgabe erportwirtschaftlicher Interessen zuaunsten einer zu weitgehenden Bevorzugung einzelner Wirtschaftszweige erfolgen soll. " '' ’• ’ '
Roman aus den bayerischen Bergen von Hans Ernst
Urheberschutz: Herold-Verlag, Homburg (Saar)
. 101 (Nachdruck verboten).
Bedenklich sah Professor Bergmann in das bleiche, von weißen Binden dicht verhüllte Gesicht.
Dann ging er hinaus auf den Gang. Vier fragende Augen , bohrten sich in die seinen.
„Für heute ist wohl keine Hoffnung, meine Herren, den Kranken sprechen zu können", sagte Bergmann leise. „Es ist wohl anzunchmen, daß er erst um Mitternacht aus der Be- , wußtlosigkeit erwacht."
„Wollen Sie, bitte, die Güte haben und mich dann anru- fen?" frug Pendel, der sich in den letzten Tagen merkwürdig verändert hatte. Er nannte ihm die Telefonnuinmcr.
I' Der Arzt notierte sie und frug: „Sind Sie der Vater?"
s „Nein, der Schwiegervater, hier ist der Vater."
Pendel deutete auf Voggtreuter, der bisher teilnahmslos und im dumpfen Schweigen verharrt hatte.
Bergmann reichte ihm die Hand. „Nur den Mut nicht sinken lassen. Ich gebe mir die erdenklichste Mühe, ihn dem Leben zu erhalten."
Professor Bergmann geleitete die beiden bis vor das Portal und sah ihnen nach wie sie durch den Park schritten, Pendel mit müden, kleinen Schritten, Voggtreuter breitspurig, aber mit eingezogenem Kopf.
Beide litten, bangten um das Leben des jungen Mannes da oben.
Professor Bergmann schritt langsam den dunklen Gang zurück. Er war ein Fürst auf dem Gebiet seiner Wissenschaft, aber mit diesem Patienten sah cs schlimm aus.
Leise öffnete er die Türe zum Krankenzimmer und trat an das Bett.
,tSic dürfen gehen, m§ine Herren", wandte er sich an bic .Aerzte. „Schwester Kornelius kann die Wache übernehmen.
Die Sprmgfluikatastrophe in Mexiko.
65 Leichen geborgen.
Nach weiteren Meldungen aus Mexiko hat die Springflut im Badeort Cuyutlan weit größeren Schaden angcrichtct, als man bisher angenommen hatte. Die Flut brach 800 Meter in das Land ein und zerstörte den größten Teil der Stadt. Das Militär, das zur Hilfeleistung eingesetzt wurde, hat bis jetzt 65 Leichen geborgen. Nicsen- nrengen verwesender Fische wurden an Land geworfen, so daß die Seuchcngcfahr groß ist. Der Gouverneur der Provinz hat von den Bundesbehörden dringend Geldhilfe angefordert.
Manöverübung der 1. Minensuch-Halbflottille auf der Ostsee.
Vor Kiel fanden jetzt Manöver der 1. Minen- such-Halbslottikle statt, von denen unser Bild berichtet. Die Minensuchboote haben bekanntlich den Zweck, die Küstengewässer und Durchfahrten von Minen frcizu- balten und auf hoher See gelegte Minensperren zu suchen. Die Reichsmarine besitzt noch aus den Kriegsjahren 27 Minensuchboote und unterhält im aktiven Dienst ständig eine Minensuch-Halbflottille in Stärke von sechs Boote» mit dem Hauptliegehasen Kiel.
Nah und Fern
O Motorradrcnnfahrcr Kierstein verunglückt. Beim Training zum Lückendorfer Bergrennen, das am Sonntag in der Nähe von Zittau für Motorräder und Automobile zum Austrag gebracht wird, ereignete sich ein schwerer Unfall. Der Breslauer Motorradrennfahrer Kierstein wurde oberhalb des Steinernen Tisches aus der Kurve getragen und in den Straßengraben geschleudert. Kierstein zog sich neben einer leichten Gehirnerschütterung und einer Schullerprellung einen linksseitigen komplizierten Beinbruch zu. Die Maschine wurde wenig beschädigt.
O Nach dreiwöchiger Ehe vom Ehemanne erschlagen. In einem Weinberge bei Neustadt a. d. H. wurde die 25jährige Ehefrau des arbeitslosen Zementierers Johann Weigand ans Neustedt ermordet ausgefunden. Als Täter wurde der Ehemann der Ermordeten festgenommen. Weigand war erst drei Wochen mit der Frau verheiratet; er hatte Grund zu der Annahme, daß sie ihn hinterging. Während eines Spazierganges war cs zu Streitigkeiten gekommen, in deren Verlauf Weigand die Frau mit einem schweren Steine erschlug.
O Gastod aus wirtschaftlicher Not. Aus wirtschaftlicher Not vergifteten sich in München ein 52jähriger erwerbsloser Bauhilfsarbeiter und eine 53jährige Frau, mit der er in gemeinsamem Haushalt lebte, mit Gas. Ein neun Jahre altes Pflegekind war von den beiden Leuten am Abend vorher in ein anderes Zimmer gebracht worden, damit es durch das Gas keinen Schaden nehme.
O Ein Gerichtsvollzieher und drei Polizcibeamte bei einer Pfändung niedergeschlagen. In Gillenbeuren bei Cochem kam es zu schweren Ausschreitungen, als ein Vott- ziehungsbcamter unter dem Schutze zweier Landjäger und eines Polizeibeamten Pfändungen vornehmen und gepfändetes Vieh aus dem Stalle holen lvollte. Die Beamten wurden angegriffen und es wurde ihnen Sand in die Augen gestreut, so daß sie wehrlos wurden. Dann fielen die Einwohner mit schweren Gegenständen über die Beamten her und schlugen so lange auf sie ein, bis sie ohnmächtig liegenblieben.
O Eine deutsche Studentin in den Französischen Alpen verunglückt. In den Französischen Alpen in der Nähe von St. Nizier wurden zwei Studenten und eine Studentin bei der Besteigung des Dreijungfernberges von einem Erdrutsch überrascht. Die Studentin, eine Deutsche namens Fischer, wurde dabei von einem Felsblock so unglücklich getroffen, daß sie bereits während ihrer Überführung ins
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Sollte der Patient das Bewußtsein erlangen, rufen sie mich sofort. Ich bin nebenan im Zimmer."
Als die Assistenzärzte gegangen waren, fühlte Bergmann nochmals den Puls des Verletzten, sein Blick blieb an dem Ehering hängen.
„Hat man seine Frau noch nicht verständigt?" frug er die Schwester.
„Sie ist vor zwei Tagen beerdigt worden, Herr Professor."
Nun konnte sich Bergmann auf den Autounfall entsinnen. Ein Kollege hatte cs ihm erzählt. Und mitleidig beugte er sich über den Kranken.
„An dir ist cs auch knapp vorbeigcgangcn", sagte er leise. Dann verließ er das Zimmer.
Erst am anderst Morgen schlug Jackl die Augen auf.
„Wo bin ich denn?" frug er und wollte den Kopf heben. Schnell drückte ihn Schwester Kornelius in die Kissen zurück und rief Professor Bergmann.
Dann kamen Stunden, in denen seine klaren Gedanken zu ihm kamen. Wie dunkle, graue Nebelschwaden zogen die Schatten der Vergangenheit an ihm vorüber. Nichts, gar nichts war da, das ihn hätte erfreuen können.
Am Nachmittag desselben Tages kamen Pendel und Voggt- rcutcr. Jackl erschrak, als er sah, wie Pendel zusammcngcbro- chen war. Auch sein Vater hatte alles Harte in seinem Wesen verloren. Seine Hände, die er auf die Bettdecke gelegt hatte, zitterten und alle seine Worte klangen weich und versöhnend. Jackl fühlte es, jetzt war die harte Rinde bei seinem Vater gesprungen. Mit tief auf die Brust gesunkenem Kopf stand Pendel da. Mit keinem Wort erwähnte er den Namen Hcd- wig. Der sonst so lebenslustige Mann litt unsagbar und mit behender Stimme frug er den eben hinzutretenden Arzt:
„Haben Sie Hoffnung, Herr Professor?"
Bergmann legte ihm bic Hand auf die Schulter. „Ja!" sagte èr. „Heute habe ich Hoffnung. Der junge Mann hat eine Natur wie von Stahl. Aber jetzt, meine Herren, ist die Besuchszeit um und der Verband muß erneuert werden."
Er geleitete sie bis zur Türe und trat dann zu Jackl an das Belt.
„Haben Sie Schmerzen, Herr Voggtreuter?"
Krankenhaus starb. Die beiden Studenten blieben unverletzt.
O 17 Wohnungen ausgebrannt. In einem großen Wohnhauskomplex in Oslo brach ein Feuer aus, bei dem 17 Wohnungen völlig ausgebrannt sind. 12 Personen mußten von Feuerwehrleuten aus den brennenden Häusern über Rettungsleitern in Sicherheit gebracht werden. Dabei stürzten zwei Personen ab und erlitten lebensgefährliche Verletzungen.
Q Weitere Goldbarren aus dem Wrack der „Egypte" geborgen. Das italienische Hebeschiff „Artiglio" bat seine Arbeiten zur Hebung des Goldschatzes der „Egypte" fortgesetzt und weitere 75 Goldbarren im Werte von sieben Millionen Franc aus der Schatzkammer des 130 Meter tief liegenden Wracks geborgen. — Inzwischen gab es schon Meinungsverschiedenheiten zwischen der italienischen Gesellschaft und einer französischen Hebefirma, die einen Teil des Schatzes für sich in Anspruch nimmt. Die ersten Versuche zur Bergung des Goldschatzes der „Egypte" wurden von der französischen Gesellschaft durchgeführt, mußten aber wieder aufgegeben werden. Die französische Firma behauptet nun, daß sie das Wrack der „Egypte" festgestellt und dadurch erst die Arbeiten der „Artiglio" ermöglicht habe.
0 Das Wrack eines Flugzeuges aufgefundcn. Wie aus St. Johns auf Neufundland gemeldet wird, ist bei Kap Norman das Wrack eines Flugzeuges aufgefunden worden. Man glaubt, daß es sich um die Maschine des neufundländischen Fliegers Sullivan und seines Begleiters Dr. Kühnert handelt, die seit dem 30. Mai vermißt werden.
Zeitgemäße Betrachtungen.
(Nachdruck verboten-I Wende!
Das liegt einmal im Lauf der Welt, — ein Kommen ist's und Gehen, — der Sommer hat sich eingestellt, — der Frühling mutz verwehen, — schon hatten wir den längsten Tag, — die Zeit, die man so gerne mag — mit ihren schönen Gaben, — wird schnell ein Ende haben.--
Die Sonne, scheint sie noch so schön, — kann doch nicht immer glänzen, — sie mutz auch wieder untergeh'n — und hat auch ihre Grenzen, ■— und ist sie noch so hoch und hehr, — hier heitzt es: Weiter geht's nicht mehr, — hier ist auch sie am Ende, — dann kommt die Sonnenwende.--
Und was am hohen Himmelszelt — seit alters wahrgenommen, — das wird auf unsrer Erdenwelt — auch zur Erscheinung kommen, — dort, wo der höchste Stand erreicht — und dort, wo sich der tiefste zeigt, — spricht der Geschicke Leiter: — Bis hierher und nicht weiter!--
Nun mutz der Spruch: So geht's nicht mehr, — sich auch bei uns erfüllen, — denn unsre Sonne scheint nicht mehr, — da Wolken sie umhüllen, — im Winter, wie zur Sommerzeit, — die gleiche Arbeitslosigkeit, — ein Schrecken ohne Ende, — wann kommt für uns die Wende?--
Akan strengt sich an und denkt daran, — die Wirtschaft zu erneuern, — doch weil man ohne Geld nichts kann, — so gibt's auch neue Steuern. — Man sagt: Es mutz etwas gescheh'n, — so kann es nicht mehr weiter gehn, — der Notstand ist unsagbar, — die Lasten sind untragbar.--
Der Tiefstand hat sich eingestellt, — wir hoffen auf die Wende, — es hat, das ist der Lauf der Welt, — doch alles mal ein Ende, — jedwedem ist sein Ziel gesetzt, — sowohl dem Guten, das man schätzt, — auch soll vom Druck des Bösen — die Wende uns erlösen.--
Die Not ist gar ein hartes Joch, — drum ist uns bang zumute, — und dabei fordert Frankreich noch — Fortzahlung der Tribute. — Drum, lieber Michel, fei ein Mann — und sag' energisch in Lausanne: — Dis hierher und nicht weiter, — es geht nicht mehr! Ernst H e i t er.
Börse und Handel.
Amtliche Berliner Notierungen vom 24. Juni.
* Devisenbörse. Dollar 4,20—4,21; engl. Pfund 15,20 bis 15,24; holl. Gulvcn 170,23—170,47; Danz. 82,37—82,53; franz. Franc 16,55—16,59: sckttveiz. 81,92—82,08; Belg. 58,56—58,68; Italien 21,43—21,47; schweb. Krone 77,97—78,13; vän. 82,77 bis 82,93; vorweg. 74,83—74,97; tschech. 12,46—12,48; österr. Schilling 51,95—52,05; Argentinien 0,94—0,95; Spanien 34,67 , bis 34,73.
♦ Produktenbörse. Am Getreidemarkt glaubte man, daß in Kürze die angekündigten Maßnahmen der Reichsregierung über Finanzierung und Förderung des Absatzes der kommenden Ernte veröffentlicht werden. Dies trug mit dazu bei, daß einmal manche Anschaffungen int Zeithandel erfolgten, Abgeber höhere Forderungen stellten und diese bei mäßigen । Umsätzen auch für Brotgetreide dnrchzuholcn waren.
Müde schüttelte der Angeredete den Kopf. Und als der Professor begann, den Verband abzunehmen, biß er die Lippen aufeinander. Auch beim Auswaschen der tiefen, klaffenden Wunde, die sich uom Haarwirbel bis zum rechten Ohr herunterzog, zuckte er mit keiner Wimper. Erst als er frisch verbunden war, seufzte er tief auf und fiel erschöpft in die ’ Kissen zurück.
Nach acht Tagen durfte er das erstemal aufstehen. Als ct , mit Pendel und seinem Vater im Krankenhausgarten aus. und abging, meinte er:
„Eigentlich könntens mich vom Krankenhaus schon rauS- lassen. Auf die Füß' steh' ich ja schon wieder grad." Und einen besorgten Blick aus Pendèl werfend, setzte er hinzu: „Mir scheint, du brauchst mich notwendig im Werk, gar net gut schaust aus."
Es dauerte aber immer noch drei Wochen, bis Jackl die 1 Klinik verlassen durste.
©ein, erstes war, daß er sich nach dem Waldfriedhof sah- : reu ließ. Lange stand er vor dem mächtigen Grabstein und ' mit feuchten Augen sah er auf den blumcugeschmückten Hügel, unter dem sein junges Weib ruhte. Mitten in der Blüte ihrer Jahre hatte die kalte Hand des Todes sie berührt, ohne , zu fragen: „Hast du dich mit deinem Manne versöhnt?"
„Herr, gib ihr die ewige Ruh'!" betete Jackl leise und 1 verließ dann mit müden Schritten den Friedbof.
Jackl lehnte sich matt in die Polster des Wagens zurück. „Bei mir is vorbei mit'm Glück", murmelte er.'
Als er daheim in sein Zimmer ging, war eine dumpfe Leere in ihm. Stöhnend ließ er sich, in einen Sessel fallen. Bald ' aber stand er wieder auf. Nirgends fand er Rube und Fric- - den. Von Zimmer zu Zimmer eilte er, überall das gieiäw Ge- ' fühl.
Als er das Zimmer seines Schwiegervaters, betrat, sah er, wie Pendel schnell vor seinen Augen etwas verbarg. Sväter legte er es dann in seinen Schreibtisch und schloß ihn ab.
Er glaubte, das Herz im Leibe zerspringe ihm, als er in das von Dual und Trauer entstellte Gesicht seines Schwiegervaters sah.
„Wie wär'S denn, wenn du auf ein paar Monat anfn Voggtreuterhof gingst?"
(Aortickuna miet).