sehen wir, wenn wir jetzt in die Wipfel der Baume hin- aufschauen und uns überlegen, wie es da noch vor vier Wochen ansgesehen bat. Freilich, solche Berechnungen wollen wir lieber nicht anstellen, sonst stimmt es uns nachdenklich, wieviel von der schönsten Zeit des Jahres schon wieder abgelansen ist, ehe sie uns nur richtig zu Bewußtsein kann
Arbertöbeschaffungspläne wie Sand am Meer.
Tausende von Vorschlägen gehen an die Behörden. — Sonderbare Schwärmer, die sich selbst nicht vergessen. — Iwanow glaubt tausend Mark verdient zu haben.
Von Herbert Langenscheidt.
Das wichtigste Problem unserer Tage, die, Arbeitsbeschaffung, regt in unserem Lande viele tausend Hirne zum Nachdenken über Wege zu seiner Lösung an. Reichspräsident, Reichskanzler, Reichsarbeitsminister könnten täglich davon erzählen, wenn sie die Unmasse der an sic gerichteten Briefe in dieser Frage überhaupt zu lesen bekämen. Derartige Schriftstücke dringen natürlich niemals bis zu den ersehnten Empfängern vor, sondern werden im Geschäftsgang sofort an die zuständigen Sachbearbeiter geleitet. Nur im Falle außergewöhnlicher Bedeutung erhalten die Spitzen des Reiches davon Kenntnis. Aber die Absender der Schriftstücke glauben in nahezu jedem Einzclfalle das „Ei des Columbus" entdeckt und sich um ihr Vaterland außerordentlich verdient gemacht zu haben. Soweit die Vorschläge ernsthaft sind und einigermaßen brauchbare, zuweilen auch wertvolle Hinweise enthalten, bieten sie den âchbearbeitern des Reichsarbeits- ministeriums in den allerseltensten Fällen neue Anregungen. Kennzeichnend für die Einsendungen ist gerade die außergewöhnliche Häufigkeit der gleichen Vorschläge.
Bei einer Stichprobe über rund zweitausend zeitlich geordnete Zuschriften der letzten Wochen stellte sich heraus, daß ihre meist sehr einfachen Kreisen angehörenden Urheber überwiegend die Arbeitslosigkeit auf die M a s ch i n c zurückführen. Die daraus gezogenen Schlußfolgerungen gehen verschiedene Wege, kehren aber ebenfalls vielfach wieder. Eine Reihe von Verfassern verlangt, daß sämtliche Aufträge der Behörden nur noch durch Handarbeit ausgeführt werden sollen. Andere schlagen hohe Steuern auf Maschinen vor, um vermehrte Mittel für die Erwerbslosenunterstützung oder die Arbeitsbeschaffung zu gewinnen. Nach der Maschinenarbeit ist vor allem die Frauenarbeit vielen ein Dorn im Auge. Häufig wird als radikalstes Mittel die restlose Entfernung der Frauen aus dem Erwerbsleben vorgeschlagen. Der mildeste Antragsteller will sich mit der Ausschließung der Mädchen von 15 bis 22 Jahren aus dem gewerblichen Leben begnügen. Sie könnten sich zu Hause auf jeden Fall nützlich machen. Andere wollen jene Frauen und Mädchen von ihrer Arbeitsstätte vertreiben, in deren Familie ein männlicher Beschäftigter noch über ein Monatseinkommen von 135 bis 175 Mark verfüge. Diese Summe möchte jemand übrigens als das zulässige Höchsteinkommen für alle festgesetzt haben, bis jeder Arbeitslose durch Arbeitsbeschaffung untergebracht ist und das Wirtschaftsleben wieder normal verläuft. Jemand, der sich als .,kleiner Verkäufer eines Lebensmittelgeschäfts" bezeichnet, tritt für die Hauptmasse der leicht zu erlernenden Arbeit für eine dreitäaiac Arbeitswoche .und die Teilung der Psohne und Gehälter zu gleichen Hälften ein, denn: „dü sschlechte Zeit ist leichter zu ertragen, wenn die kümmerlicher püter dieses Lebens ein wenig gleichmäßig verteilt kerben? F _ Sehr oft wird der „Verstand" der Behörden angezweifelt ?Sehr häufig und zuweilen auch sehr erbittert. Einer empfiehl' :stch kurzerhand selbst als „ein Mensch mit richtigem Verstand' sfür die Bearbeitung dieses Stoffgebietes im Ministerium ,Ein durchaus beachtliches Industrieunternehmen sandte eini 'Reihe — allerdings nicht neuer — Vorschläge ein mit einem Begleitschreiben, in dem es heißt „Vorschläge, die n i ch t v o i Professoren stammen, sondern von einfachen Leuten mit klaren _ Köpfen und folgerichtiger Denkweise". Die Fachbearbeiter des Ministeriums machen zu den Vorschlägen bann Anmerkungen, Aktenverweise, aus denen hervorgcht, daß auck diese Dinge nicht neu sind. s
' Die große Masse der Eingaben auch bei fehlgehendev Vorichlägen ist in~_ ihrem Ernst erschütternd, erschütternd ferner durch die Fülle von Einzelheiten über besonders bedauerliche Folgen der Arbeitslosigkeit, erschütternd endlich durch die Sorgfalt, mit der ungelenke, üandarbeitaewöbnte Lände, die widerwillig feiern müssen, sich nun in geistiger Betätigung versuchen. Weil sie eben nicht rasten können, irgend etwas getan sehen wollen, versuchen nicht wenige Leute zu allerefft, sich selbst Arbeit zu verschaffen. Ein in Deutschland lebenber Russe schreibt ,FDHne Ermüdung habe ich meinen Geist sehr stark in wachem Zustand gehalten" und bringt dann den^ offenbar irgendwoher entlehnten Gedanken der zwangsweisen Ausbesserung von Häusern vor. Nach ein paar Tagen erscheint er im Ministerium und verlangt eine Belohnung ftür „seinen" guten Rat und gibt auf Befragen an, daß er „mindestens 1000 Mark erwarte". Noch optimistischer versichert ein anderer dem Reichspräsidenten, er habe auf „Ehrenwort" einen Plan für Arbeitsbeschaffung, für den er in den nächsten zehn Jahren 30 bis 40 Milliarden Mark flüssig machen" könne. Er will aber „nur persönlich mit bem Herrn Reichspräsidenten" darüber sprechen. Er bleibt bei allem böslich. Ein anderer geht tatkräftiger vor mit der kategorischen Erklärung: ,^sch lasse Ihnen die Möglichkeit, sich in einer mehrstündigen Unterredung mit meinem Gedankenspiel vertraut zu machen." Es fällt ihm aber nicht ein, wenigstens Stichproben dieses „Spiels" niederzulegen, die einen Minister reizen könnten, sich zu einer mehrstündigen Aussprache zur Verfügung zu stellen. Auf alle solche Eingaben, die gewiß aus verzweifelter Stimmung regsamer und vielleicht achtenswerter Geister entspringen, trifft aber wohl das rührende Wort eines Mannes zu, der einen an sich belanglosen Vorschlag macht und ihn als äußerst dringlich schildert, dann aber zu der Schlußwendung kommt: „Sie würden aus mir einen glücklichen Men scheu machen, wenn Sie mir in Ihrem Ministerium Gelegenheit geben, meine Gedanken weiter zu verfolgen oder mich sonst irgendwie zu beschäftigen." Auf solchem Wege ist^noch niemand zu dem,erträumten Ziel gekommen., ’ —" ——4
Heiteres.
Der Besuch. Aufseher zum Sträfling: „Morgen kommt der Landesfürst ins Zuchthaus . . .“ — Sträfling: „Hallo! Was hat denn der ausgefressen?"
Der Kenner. „Nun, was die Fähigkeiten der Geschlechter, zu leiden und Schmerzen auszuhalten, angeht, so muß ich doch den Frauen ganz entschieden den Vorzug geben!" - „Ach, Sie sind Arzt?" — „keineswegs: Echuh- fabrikant".
Im Berliner Buditerkeller. Tübbeke: „Mcnschenskind, wie red'st du denn? Tu bist ja ganz heiser." - Spilleke: „Tas kommt davon, daß ick heute vormittag jewählt habe." — Tübbeke: „Hast du dir denn im Wahllokal so erkältet?"
- Spilleke: „Tet jerade nich, aber ick habe doch meine Stimme abjejeben".
Die Gegend. Arzt: „Haben Sie sich etwa in der Gegend »er Wirbelsäule verletz! - Patient: „Ner. ^' - ’n der Legeno von 'n Staotpark jewefen!"
Der Sport vom Sonntag.
Fuhball.
Germania gegen Hcrsfeld 0 : 2 (0 :1) unterlegen.
Dieses Spiel am Samstag nachmittag hatte des ungewissen Wetters wegen verhältnismäßig wenig Zuschauer angezogen. Als Schiedsrichter Wingenfeld kurz nach 6 Uhr anpfiff umstanden höchstens 300 Sportbegeisterte das Feld. Von Anfang an sah man ein Spiel, dem es an Schnelligkeit und Eifer aller Beteiligten nicht fehlte. Doch ging in teilweisem Uebereifer manches daneben, so daß bei leichter Ueberlegenheit der Fuldaer bis kurz vor Wechsel Tore nicht fielen. Aber sic hätten sehr leicht kommen können, besonders für die Germanen. In der 40. Minute etwa konnten die Hersfelder dann einen Fehlschlag des linken Verteidigers Schäfer mittelbar zu ihrem ersten Erfolge ausnutzeu. Ter Ball kam von dem ungehindert zum Flankenschlag gekommenen Rechtsaußen nach links, wieder zur Mitte, und ein ziemlich plazierter Schuß des Mittelmannes Werner saß im Netz. Dann blieben Tore wieder aus, bis erneut die 40. Minte der zweiten Spielhälfte kam. Diesmal war es ein verunglücktes Rückspiel der einheimischen Deckung, das zum zweiten Tor Verwertung fand. Germania hatte auch in der zweiten Halbzeit Gelegenheit zu Erfolgen, teilweise war es das Glück, das den Hersfeldern hold war, zum andern haben sie in ihrem Hüter Walk einen Könner von Format, der selbst ganz schwere Sachen hielt. Im Wesentlichen ist es aber das System der Hessen, das ihnen Chancen gibt.
Germania verlor insgesamt drei Spieler durch Verletzungen, einer, der bald nach Beginn den Platz verließ, wurde ersetzt. Hauptschwäche ist nach wie vor das mangelhafte Schußvermögen, im übrigen ist sich die Mannschaft gleichgeblieben.
Wingenfeld war wie gewohnt ein guter Leiter.
Die Westfahrt der Borussen brachte einen Sieg und eine Niederlage. Am Samstag unterlag Borussia gegen den VfB. Bielefeld mit 0 :4 Toren, wobei die Strapazen der Autofahrt vom Morgen entscheidend in die Wagschale fielen. Einen knappen aber verdienten Sieg landeten die Borussen sodann am gestrigen Sonntag in Dortmund, sie behielten mit 4 :3 Treffern die Oberhand.
Bemerkenswertes aus Hessen-Hannover.
Am Sonntag weilte der langjährige Hessenmeister, die bestbekannte Wormatia-Worms in Hessen-Hannover und trug zwei Spiele aus. Zn einem wenig erhebenden Tressen — die Wormser Mannschaft mußte unter Bedeckung zum Schutze gegen das Kasseler Publikum den Platz vet- lassen — unterlagen sie gegen den Kasseler Sportklub 03 mit 6 :5 (3 :4) Toren. In Marburg erzielten sie gegen die dortigen Germanen nur ein 2 :2. Im zweiten Spiel machte Winkler nicht mit. Kurhessen, durch den von Großalmerode zugewanderten Hüter Ocklenburg verstärkt, unterlag gegen Spielverein mit 1 :2 Treffern. Großalmerode schlug Eschwege 6 : 2. R.
Weli und Wissen
w. Heinrich Herlner gestorben. In Berlin starb im Alter von 67 Jahren der Prozessor der Staatswissenschaften und der Volkswirtschaftslehre an der Berliner Universität Geheimer Regierungsrai Dr. Heinrich Herkner. Herkners große Bedeutung liegt auf sozialwissenschaftlichem Gebiete. Sein literarisches Hauptwerk, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, ist die 1894 zum erstenmal hcrausgegebcne »Arbeiter- frage".
Börse und Handel.
Amtliche Berliner Notierungen vom 28. Mai.
♦ Devisenbörse. Dollar 4,20—4,21; engl. Pfund 15,54 bis 15,58; holl. Gulden 170,78—171,12; Danz. 82,62—82,78; franz. Franc 16,61—16,65; schweiz. 82,32—82,48; Belg. 58,97—59,09; Italien 21,62—21,66; schweb. Krone 79,62—79,78; dän. 84,91 bis 85,09; norweg. 77,42—77,58; tschech. 12,46—12,48; österr. Schilling 51,95—52,05; Argentinien 0,98—0,99; Spanien 34,67 bis 34,73.
* Produktenbörse. Beim Weizen ist das Angebot vorsichtig, desgleichen auch die Nachfrage, wenn auch einzeln per Herbst mehr Weizen zu kaufen gesucht wird. Zu Montag sind 660 Tonnen Weizen zur Ersüllung von Mai-Kontrakten gekündigt. Roggen lag still. Gerste und »afer matter. Mehl hier lustlos. Anderweitig per Herbst beim Weizenmehl etwas Absatz.
Getreide und Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark.
28. 5. 27. 5. 28. 5. 27. 5.
Weiz., märt, pommersch.
Rogg., mark. Braugerste Sommergst. Futtergerste Winlergerste Hafer, mark, pommersch. westpreuß.
Weizenmehl per 100 kg fr. Berl. br. inkl. Sack 3:
Roggenmehl per 100 W fr. Berl. br. inkl. Sack 2:
269-271 269-271
196-198 196-198
185-193 186-193
177-184 178-185
160-163 160-163 i—«
1,0-35,5 32,0-35,5
5,7-27,7 25,7-27,7
Weizkl. f.Bln. 10,7-11,2 11,2-117 Noggkl. f.Bln. 9,0- 9,5 9,5-10,0 Leinsaat — — Raps — —
Erbsen, Vikt. 17,0-23,0 17,0-23,0 kl. Speifecrbf. 21,0-24,0 21,0-24,0 Futtererbsen 15,0-17,0 15,0-17,0 Peluschken 16,0-18,0 16,0-18,0 Ackerbohnen 15,0-17,0 15,0-17,0 Wicken 16,0-18,0 16,0-18,0. Lupine, blaue 10,0-11,5 10,0-11,5 Lupine, gelbe 14,0-15,5 14,0-15,5 Seradella 28,0-34,0 28,0-34,0
Leinkuchen 10,5 10,5 Erdnußkuchen 10,8-11,0 10,8-11,0 Trockcnftlzutzl. 8,8 8,9 Soyaschrot 10,2-11,2 10,4-11,4 Startoffelfl. — —
* Amtliche Berliner Buttcrnotierung. 1. Qualität 106 Mark, 2. Qualität 99 Mark, abfallende Sorten 89 Mark per Zentner.
Frankfurter Buttergroßhandelspreize vom 28. Mai. Die Tendenz am Buttermarkt ist merklich schwach geworden. Die beträchtlichen Zufuhren dieser Woche konnten infolge der geringen Kaufkraft des Konsums nicht geräumt werden, zumal sich das Monatsende in einem Nachlassen der Kauftätigkèit bemerkbar machte. Der Großhandel nahm allerdings später wiedr größere Eindeckungen vor. Zn Anbetracht des großen Angebots konnten die Preise aber nicht behauptet werden und für deutsche Butter ging der Preis um 6 Mark zurück. Holländische Butter blieb zu 125—130 RM. ziemlich behauptet. Deutsche Butter notierte 118- 122 RM. für die 1-Ztr.-Tonne; kleinere Pak- lungen entsprechender Aufschlag.
Frankfurter Eicrgrohhandelsprcise vom 28. Mai. Die Zulandszufuhren an' Eiern haben in der abgelaufcncn Woche eine starke Zunahme erfahren, während der Konsum rrciterhin nur Käufe für den Tagesbedarf vornimmt. Man hält es unter diesen Umständen nicht für ausgeschlossen, daß die Preise in den nächsten Tagen eine Ermäßigung erfahren werden. Bei geringen Umsätzen blieben sie zunächst nocb unverändert. 6'-- rmtv r ten tu Pfennig f r Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 5.7» -6, Zngoslgwm 5.75
AOAC.-Eifelrennen.
Scharfe Kämpfe und schnelle Runden auf dem Nürburgri,w
Den Auftakt zu dem mit großer Spannung erwarte» Wagenreuncu des ADAC, in der Eifel bildeten die räder, die in einer Starke von 93 Fahrzeugen auf die Strecke gingen. Zunächst herrschte recht gutes Wetter; lediglich na.-b Schluß dieser Neunen setzte ein kurzfristiger Regen ein Besuch dürste in seiner zahlmäßigcu Festlegung nicht weit von dem des Großen Preises des Vorjahres entfernt ac- wesen sein. 3'
Der Start erfolgte in zwei Nudeln; zunächst die Solo- maschiueu, daun die Beiwagenmaschinen, die den zweiten und letzten Lauf zur Deutschen Meisterschaft anszusahrcn hatten Die Strecken: Solomaschinen 12 Runden gleich 273 Kilomekr Sctteuwagcmnaschinen 10 Runden gleich 228 Kilometer. Es gab auf der ganzen Linie Siege rheinischer Fahrer. Besonders spannend war in der Klasse bis 1000 ccm der Zwcikanwf zwischen NSU. und BMW. einerseits, meiter das Duell zwischen Rüttchen—Rosemeyer und Soenius—Röse andererseits, das Rüttchen erfolgreich für sich zu gestalten vermochte Das Rennen der kleinen Klasse verlies durchaus gleichmäßig: der Sieger stand in dem Godesberger Loos fast von Beginn an fest. Die Ergebnisse: Solomaschien bis 1000 ccm: 1. Rüttchen- Erkelenz (NsU.), 2. Rosemeyer-Lingen (NSU.), 3. Soenins- Köln (BMW.). — Solomaschinen bis 350 ccm: 1. Loos-Godesberg (Jmpcria), 2. Frentzen-Bonn (Ardie-Rudge). — Sciteii- wagenmaschiucu bis 1000 ccm: 1. Wchrcs-Aachcn (Harley), 2. Kürten-Düsseldorf (Tornaff. — Seitenwagenmaschinen bis 600 ccm: 1. Heyer-Krefeld (AIS.), 2. Faust:Nnrnberg (NSU). — Scttenwagcnmaschinen bis 350 ccm: 1. Schneider:Dnsscl- dorf (Velocette), 2. Berhaufcn-Godesberg (Jmpcria).
Die schnellste Runde in der Klasse bis 1000 ccm fuhr Rosemeyer-Lingen auf NSU. mit 110,4 Kilometer Stundendurchschnitt.
Sp. Ein neuer Weltrekord im 3y-Kilomeler Lnufcn wurde in Buenos Aires von dem Argentinier Jose Rivas mit 1 :40 :57,6 ausgestellt. Der anerkannte Weltrekord stand seit 1929 auf 1:46 :03 und wurde von dem Schweden Andersson gehalten. Allerdings hatte der Argentinier Zabala diese Bestleistung im Vorjahr in Wien mit 1:42 :31,2 schon beträchtlich unterboten.
Sp. Kein Fußball in Berlin. Der letzte Sonntag im Mai war wie im Reich so auch in Berlin der I u g e n d g e w id Mel. Es fanden Werbespiele zwischen verschiedenen Auswahlmami- schäften statt, die, da sie lediglich der Propaganda dienten, für die Öffentlichkeit, in Resultaten ausgedrückt, von keinem Wert sind.
Sp. Deiters siegte in Budapest im 400-MctcrFrcistilschwim- men in 5 :11,6 vor Szabados (5 :14) und Halassh. Die Wcihen- fcer Wasserballmannschaft verlor dagegen gegen UTE 1:9.
Sp. Die deutsche Nationalwafferbagmannschaft siegte 12:1 gegen eine westdeutsche Auswahlmannschaft am Sonnabend in Barmen.
Sp. Pierre Charles wurde Europameister im Schwergewicht, er schlug in Brüssel Hein Müller nach Punkten.
Sp. Das Gestüt des Rennstalles Levin aus der Domäne Stauffenburg bei Gittelde wird ausgelöst. Der Transport der 60—70 Pferde nach dem Römerhof bei Köln hat bereits begonnen. Die Tiere wurden von dem NcnnstaÜ Oppenheim übernommen.
bis 6, Rumänen 5.50—6, Holländer 5.25—7.50, Dänen 5.25—7.75, Flandern 6.25—6.50, deutsche Landeier 6.50— 6.75, deutsche Frischeier 5.50—7.50.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 30. Mai. Wchi- amtlicher Vorbericht.) Ochsen: al) 32—35, a2) 27—31, bl) 23—26. Bullen: a) 28—31, b) 22—27. Kühe: «) 25 bis 27, b) 22—24, c) 18—21. Färsen: a) 32—35, b) 27- 31, c) 23—27. Kälber: b) 39—41, c) 34—38, b) 25-33. Schweine: b) 34—38, c) 35—38, b) 34—37, e) 30-36. Aufgetrieben waren: Rinder 1163, darunter Ochsen 273, Bullen 121, Kühe 408, Färsen 338, ferner Kälber 580, Schafe 23, Schweine 4401. Marktverlauf: Rinder mäßig rege, Schweine ruhig, Kälber und Schafe langsam.
Stimmen aus dem Leserkreise
Für die Veröffentlichung unter dieser Überschrift übernimmt die Redaktion keineriei Verantwortung: für sie bleibt auf Grund des §21 Abs.2 des ’preffegW in vollem Umfange der Einsender verantwortlich. — Einsendungen, die > »endet werden, können nicht zurückgesandt, die Ablehnung nicht begründet m«
Zur Veschäftigungssteucr.
Der Plan einer Beschäftigungssteuer hat viel Eta« aufgewirbelt. Zch verstehe zunächst nicht, warum n > Leute, die ein großes Einkommen (etwa über 12 000 • haben, nicht in Dankbarkeit für das schöne Einkomm ' das sie haben, ihren notleidenden Mitmenschen m i ' wollen. Andererseits leidet aber der ganze Platz an 0 r selben Fehler wie fast alle Notverordnungen, nämlich, die Leute mit kleinen Einkommen in demselben Very nis besteuert werden, wie die reichlich Dodierten. J sollte die Freigrenze auf mindestens 500 Mark mom ‘ Einkommen erhöhen und dafür die großen Emkor - nicht bloß der Beamten sondern aller Angestelltez Privaten prozentual etwas höher besteuern. Am Weise würde derselbe Betrag wie geplant herausko und niemand durch die neuen Abgaben bedruckt Zm Znteresse der Zufriedenheit des Volkes war« » wünschen, daß diese Gedanken an inaßgebender S’“*1'"9 i““6" “"b äS &*&)
Briefkasten der Schriftleitung.
Unzufriedener Lottericspieler. Anonymen können wir keinen Raum geben. Außerdem ist c;
Verantwortlich für die Echriftleitung: E bristiclnE^^^
Gestorben:
Johann Romeis, Fulda, Tränke 19, 76 dj।)K - ^m Beerdigung: Dienstag nachmittag > neuen stirbt. Friedhof.
Privatimpfung
Montan, 30. Mai Dienstag. 31 Mai nachm. 4-5 Uhr.
Dr. Ruhl,
KaUerplatz 3.
Leicht- Wotor'eav D K. W. Steuer- und MMLLt Barthel, S«^,' Fwukiurterlnahc ■ - " Telefon 9791---- Inserier-Ml ^^