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Leo Sklarek zusammengebrochen.

KNL VerhandlungStag im Sklarek Prozeß.

Am Pfingstsonnabend faird im Sklarek Prozeß die 100. Verhandlung ‘ statt. Bei der Vernehmung des Pelz» Händlers T u r g e l, der wegen des Verdachts der Be­günstigung der den Sklareks zur Last gelegten Straftaten un­vereidigt blieb, erlitt Leo Sklarek einen schweren Z u s a m m enbr u cb. Er sprang plötzlich auf und schrie Ivie bisher noch nie mit völlig entstellter Stimme, ES sei traurig, wie ihm in diesem Prozeß mitgespielt worden sei. Die Sklareks seien die

MüNabladcstclle für den Magistrat

gewesen, und er habe während des Prozesses immer wieder frühere Freunde getroffen, die ihm geraten hätten, den früheren Oberb ürgermc i ft e r Bötz un d B ärgerm e i ft e r Scholz zu schonen. Böß und Scholz hätten aber mindestens einen fahrlässigen Meineid in diesem Prozeß geleistet. Weinend wandle er sich dann an Stadtbankdirektor Hoffmann: „Sie, Herr Hoffmann, haben uns zur Stadt- banf gebracht. Wenn Sie nicht wären, wäre das alles nicht passiert. Wenn mir in diesem Prozeß etwas geschieht, dann müssen Sie sich toischießen." In voller Wut wandte Leo sich dann gegen seinen eigenen Verteidiger Dr. P i n d a r: „Sie haben mir in die Hand versprocben, dem Gericht nichts von meiner Infektionskrankheit zu sagen. Nun haben Sie den Namen der Krankbeit an einem der letzten Ver- Yandlungstage doch genannt. Nun hat es meine Familie er- fahren, und' ich habe zu Hause obendrein noch Elend." Rechtsanwalt Dr. Pindar bemerkte hierzu, daß das wohlverstandene Innre sie des Angeklagten der Schweigepflicht vorangeben müsse. Leo Sklarek brach dann kreidebleich auf der Anklagebank zusammen.

Sanitätsrat Dr. Leppmann

erklärte zu dem Geisteszustand Leo Sklareks noch einmal, daß das Verhalten Leos nicht aus seiner Krankheit, sondern aus seinem Vorleben und dem ganzen Prozeßverlauf zu erklären fei. Es handele sich um eine normale Reaktion. Die Krank­heit wirke keinesfalls so auf ibn ein, daß man Leo Sklarek für unzurechnungsfähig halten könne,

Unser dem Kattbeil.

In letzter Minute begnadigt.

Der neue französische Staatspräsident Lebrun hat erstmalig von seinem Gnadenrecht Gebrauch gemacht und den vom Pariser Schwurgericht wegen Ermordung einer Rentnerin zum Tode verurteilten Eugen Boyer begnadigt. Boyer war mit seinem Bruder zum Tode vcr- ilrteilt worden. Ter Staatspräsident Doumcr hatte die Strafe des einen in lebenslängliche Zwangsarbeit um- gewandelt, während der andere hingerichtet werden sollte. Tie Guillotine war bereits aufgebaut und der Scharf­richter batte sich schon ins Gefängnis begeben, um den Todeskandidaten in Empfang zu nehmen, als in letzter Minute der Befehl vom Innenministerium erteilt wurde, die Vollstreckung des Urteils vorläufig aufzuhcben. Die Ermordung des französischen Staatspräsidenten war hierzu die direkte Veranlassung. Der Tod Doumers hat jetzt dem Verurteilten das Leben gerettet.

„Bierparade" in Newyork.

Hunderttausend«: mit Oberbürgermeister Walker an der Spitze demonstrieren gegen das Alkoholverbot.

Tie sogenannten „Nassen" veranstalteten in New- v o r k eine große Kundgebung, die der Regierung vor Augen führen soll, daß zahllose Amerikaner die Ein» führung von alkoholhaltigem Bier fordern. Ter Temonstrationszug bildete sich um 11 Uhr amerika­nischer Zeit auf der fünften Avenue, von wo aus er sich unter Führung des Newyorker Oberbürgermeister W a l - k e r in Bewegung setzte. Tausende von Fahnen wurden mitgeführt, und zahlreiche Musikkapellen sorgten für wei­teren Zulauf.

Tie Teilnehmerzahl wird auf mehrere hndert - tausend Personen geschätzt. Tie in Newyork leben­den Deutschen waren nahezu vollzählig vertreten. Die Kundgebung dehnte sich bis gegen Mitternacht aus. Ähn­liche „Bierparaden", wie die Amerikaner es ausdrücken, fanden in allen Großstädten der Vereinigten Staaten statt.

Del mischte Nachrichten

Lustmord in Esten.

Esten. In der Nacht zuni Pfingstsonntag wurde in Esten ein Lustmord verübt. Am Montagvormittag sand ein Klein­gärtner in esiner Laube unweit des Bahnhofs Essen-Süd die Lerche einer etwa dreißigjährigen Frau. Ter unbekannte Täter hat sein Epfer anscheinend zunächst mit einem Ziegelstein niedergeschlagen und ihm dann mehr als zehn Stichverletzun- aen an Brust, Hals und Kopf beigebracht. Die Tote hatte einen «Tiebel im Mund. Aus die Ermittlung des Täters ist eine Be­lohnung von 500 Reichsmark ausgesetzt worden.

Iakob Uoggtreuter

Roman aus den bayerischen Bergen von Hans Ernst

Urheberschutz: Herold-Verlag, Homburg (Saar)

64 (Nachdruck verboten).

20. Kapitel.

Seit Wochen breitete sich nun eine leuchtend weiße Decke über die Erde aus. Viel Schnee war gefallen. Dann kamen, helle, klare Tage. Keine Wolke am Himmel. Jeden Morgen Rauhreif, so daß die Wälder aussahen wie ein Zaubergarten. Daheim aber an den Fensterscheiben erblühten Wunder­blumen.

Es war so recht das Wetter, wie es Jackl brauchte. Dunkel war es noch, als feine Knechte mit den Pferden und Schlit­ten alle Morgen in den Wald fuhren, und dunkel war es wieder, wenn sie abends heimkehrten. Ganze Berge von Baumstämmen waren schön zur nächsten Bghnftation gebracht worden und Tag für Tag kamen mehr dazu.

Und Tag für Tag sauste Jackl auf den Skiern von einem Holzschlag zum andern, dann war er wieder auf der Station drunten, überall müßte er eben nach dem Rechten sehen. Wenn er abends heimkam, saß er ganz allein in seinem Zimmer über Rechnungen und Schriften gebeugt.

Einmal in der Woche kam Rigg, der sonst immer oben in der Blockhütte übernachtete, zu ihm herunter, um für die Holzknechte den Lohn zu holen. Lange saßen dann die Freun­de beisammen und sprachen von dèr Zukunst.

Jula trat gerade mit dem Gebetbuch in der Hand heraus und machte große Augen, als plötzlich der Geliebte vor ihr stand.

„Willst net mitfahr'n nach Tölz, Herzerl? Machtest mir a große Freud."

„Jackl — Jessas na — Bua", stammelte Jula in überquel­lender Freude. „Freilich möcht' ich gern mit, aber ich muß erst die Mutter frag'n, gelt." Sie bot ihm schnell die Lippen zum Kuß und eilte in die Stube, ihn mit hmcinziehend.

Nachklänge zur Wahlschlacht.

Gerichtsverhandlung gegen Dr. Ley und Fuchs.

Vor dem Erweiterten Schöffengericht in Köln wurde unter Vorsitz von Landgerichtsdircktor Theißen gegen die National­sozialisten Kraftfahrer Heinrich Fuchs und ReichstagSabgeord- neicn Dr. Le» verhandelt. Sie werben beschuldigt, in einem Kölner Weinhaus in der Nacht zum 23. April d. J. den Reichs- tagsabgeordneten Wels und den Kölner Polizeipräsidenten Bauknecht mißhandelt zu haben. Die Anklage lautet aus vor­sätzliche gemeinschaftliche Körperverletzung, die in einem Falle ausgedehnt ist ans Ausführung mittels eines gefährliche» Werkzeuges. Ms Nebenkläger sind der Mgeordnetc Wels und der Polizeipräsident Bauknccht zugelassen, denen als Ver­teidiger der Rechtsanwalt und Reichstagsabgeordnete Wagncr- Ludwlgshafen zur Seite steht. Dr. Ley und Fuchs werden von Rechtsanwalt Dr. Sack-Berlin und Rechtsanwalt Bartels-Köln verteidigt. Insgesamt sind etwa 15 Zeugen aeladen.

*

Die Angeklagten sprechen.

Nach Bekanntgabe der Anklage äußerte sich der An­geklagte Fuchs, er sei auf der Toilette gewesen und erst zurückgekehrt, als das Handgemenge bereits in vollem Gange gewesen sei. Er habe Dr. Ley hcrâusholc» wollen, dabei habe Dr. Ley ihm die Hand lvcggeschlagcn, die dann gegen den Leib von Wels geprallt sei. Dr. Len und der Geschäftsführer des Westdeutschen Beobachters, Simon, seien angeheitert gewesen.

Angeklagter Dr. Lev sagte aus, daß er erst gegen 24 Uhr in das Weinhaus gekommen sei und dort mit etwa 10 bis 15 Parteigenossen an einem Tisch gesessen habe. Er habe mit dem Rücken gegen den Tisch von Wels und Bau- knecht gesessen. Man habe sich beim Zuprosten „Heil Hitler!" zugcrufen, auch als Wels gegen 2 Uhr vorbeigekommen sei. Wels sei an den Tisch getreten und habe gefragt: „Gilt das mir? Der weitere Verlauf sei so schnell gekommen, daß einzelne Handlungen nicht mehr genau hätten erkannt werden können. Polizeipräsident Bauknecht sei von feinem Tisch auf­gesprungen und zu den Nationalsozialisten hcrübergekommcn. Auf der Wache habe er einen anderen als den Angeklagten Fuchs als Täter bezeichnet.

In der Beweisaufnahme wurde als erster Zeuge der Nebenkläger Wels vereidigt und vernommen. Er verwahrte sich dagegen, daß er betrunken ge­wesen sei. Als er um 2 Uhr an dem Tisch der National­sozialisten vorbeigekommen sei, habe der Nationalsozialist Simon sich umgedreht und ihm zugerufen: „Heil Hitler!". Er habe einen Schritt auf Simon zugemacht und gefragt: „Gilt das mir?", worauf er sofort einen Schlag ins Gesicht und einen gegen den Kehlkopf erhalten habe. Wels will Fuchs bestimmt als den Anareiker wieder«

Schweres Automobilunglück. — Fünf Tote.

Paris. Ein schweres Automobilunglück ereignete sich in der Nähe von Reim s. Ein mit fünf Personen besetztes Aut» überfuhr die Bahngeleise an einer Schranke, die nicht geschlossen war, wurde von einem Personenzug angefahren und einige hundert Meter weit mitgeschleift. Die fünf Insassen waren auf der Stelle tot. Der Schrankenwärter erklärte, daß der Zug wohl in seinem Fahrverzeichnis angegeben gewesen sei, daß aber das Läutewerk, das das Hcrannahen des Zuges anzeigen müßte, nicht sunktioniert habe.

Amokläufer tötet drei Personen und verletzt sieben schwer.

London. In einem Küstendorf bei Mombassa in Ostafrika tötete ein eingeborener Amokläufer mit einem Messer drei Per­sonen und verletzte sieben schwer. Der Eingeborene hatte zuerst einen Streit mit seiner Frau, raste dann plötzlich die Dorf­straße hinunter und Hieb mit seinem Messer auf die anderen Eingeborenen ein, die in wilder Panik flüchteten. Schließlich gelang es, ihn zu fesseln und unschädlich zu machen.

Vermischtes

— Der kälteste Ort der Erde. Die Erde hat nicht nur einen Nord- und Südpol, sondern auch einen sogenannten Kältepol, d. h. eine Stelle auf unserem Planeten, wo es am kältesten ist. Lange Zeit galt die Stadt Werchojansk in Sibirien und ihre Umgebung als der stärkste Kältepol, also nicht der Nordpol. Hier wurden im Durchschnitt tiefste Temperaturen von 69 Grad Kälte festgestellt. Nun hat eine russische wissenschaftliche Gesellschaft einen neuen Kältepol entdeckt, der noch niedrigere Kältetemperaturen aufweist. Der neue Kältepol liegt am Oberlauf des Flusses Indigirka, stark südöstlich von dem bisherigen Kältepol ent­fernt. Tort wurden tiefste Temperaturen bis zu 72 Grad gemessen und auch die Durchschnittstemperatur des Winters ist hier um einige Grade tiefer als auf dem bisherigen Kältepol bei Werchojansk. Dabei ist es seltsam, daß nicht die hohen bis zu 3000 m ansteigenden Berge dieser Gegend die kälteste Stelle der Erde sind, sondern das Tal, das von ihnen eingeschlossen ist.

„Meinetweg'n, fährst halt mit", sagte die Mutter. „Aber obacht geb'n, daß nix passiert."

Jackl wickelte Jula fest in die wollenen Decken und nahm dann neben ihr Platz. Ein leises Schnalzen mit der Zunge und fort ging es.

Die Vuchbergerin schaute dem Gefährt nach, bis es um eine Ecke verschwand, dann ging sie hinein und wischte sich mit dem Schürzenzipfel die Tränen fort, die ihr über die furchigen Wangen rannen..

Die Beiden waren indessen in flottem Tempo durchs Dorf gefahren. Einige Leute begegneten ihnen, die noch in die Kirche eilten. Verwundert blieben diese stehen und schauten dem Paar nach, das so fröhlich lachend dahinsuhr.

Jetzt hatten sie die letzten Häuser hinter sich imb Jackl ließ der Stute die Zügel. Wie ein Pfeil schoß das leichte Ge­fährt über die gute Bahn. Jula hatte sich an Jackls Schirlter gelehnt und schaute ihn unverwandt an.

Diese Fahrt kam ihr so vor, als fei es eine Fahrt in's ersehnte Glück. Sie konnte es gar nicht recht fassen, daß sie, die arme Sennerin an der Seite des Großbauern saß. Es kam ihr wie ein wunderschöner Traum vor, der plötzlich zur schönen Wirklichkeit geworden war.

„G'fallt's dir?" fragte er.

„Ja, Bua, weißt, wann sich's pass'n tät, gab ich dir gleich am liebst'» a Bußl!" '

Ein Ruck an den Zügeln und der Schlitten stand still. Dann umschlangen sie sich und tranken Küß um Kuß von ben Lip­pen. Verwundert drehte die Stute den Kopf zurück und spitzte die Ohren.

Sie lachten alle zwei fröhlich auf, dann ging die Fahrt wieder weiter.

In Tölz beim „Grünerbräu" stellte Jackl ein und ging dann mit Jula in die fast volle Wirisstube.

Reben der Schenke war noch Platz. Ein junger, blasser Mann saß dort, den Kops tief aus den Tisch gebeugt.

„Js erlaubt?" fragte Jackl.

Der Fremde hob den Kopf, als erwache er aus einem Traum, dann glitt die Freude des Erkennens über sein Ge­sicht.

Auch Jackl hatte ihn jetzt erkannt und freudig streckte,er seine Hand über den Tisch hin.

erkennen. Über die Auswirkungen der Mibn»»^, worde^sei ^' ^ er ln seiner ganzen Tätigkeit geh^A

Polizeipräsident Bau kn echt verwahrte sich „ eidigter Zeuge besonders gegen den Vorwurf, daß » trunken gewesen sei. Er habe beobachtet, daß Stmn.. Wels an dem Tisch vorübergegangen sei, „Heil Hitler"- „ rufen habe, wobei er die Hand direkt in das Gekickt Wels gestreckt habe. Als er selbst hinzugekommen “ S er zunächst einen Schlag auf das rechte Auge und dann er sich umdrehte, einen Schlag auf die linke Kopfhälft/ einer Weinflasche erhalten. Dr. Ley habe ihn zwar Ä Unterarm ergriffen, aber nicht geschlagen noch sonst etwas

Es wurden dann im Kreuzverhör der Verteidiger der geklagten verschiedene Irrtümer, die sich im ersten Bericht Polizei an den Regierungspräsidenten befanden, flanitM^ versucht. Ein Page, der in dem Weinlokal tätig tft WS vor allen Dingen Dr. Ley, der ein Tclephongcspräch mit SA Leuten geführt und gesagt habe, sie sollten nicht in das Lokal hereinkommen, sondern vor dem Lokal warten. Der erkennt auch Fuchs bestimmt als denjenigen wieder, der Well geschlagen hat.

Im weiteren Verlauf der Verhandlung gab ein Köln» Arzt als Sachverständiger das Gutachten ab, das Polizei­präsident Bauknecht, den er in der Polizeiwache sofort nach dem Vorfall untersuchte, weder betrunken noch angeheitert wesen sei. “

Der Staatsanwalt

betonte die Gemeinschaftlichkeit der Handlung. Die Plan. Mäßigkeit des Überfalles sei durch verschiedene Zeugenaus- sagen festgestellt und die Vorbereitung durch den Abgeord- »eien Dr. Ley durch die Aussage des Hotelpagen, der das von Dr. Ley geführte Telephongespräch abgehört hat, erwiesen.

Das Urteil.

Das Erweiterte Schöffengericht fällte folgendes Urteil: Der Reichstagsabgeordnete Dr. Ley wird zu drei Monaten Gefängnis, der frühere SA.-Mann und Packer Fuchs zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt.

In der Begründung führt das Gericht aus, es sei erwiesen, daß die Nationalsozialisten zu dem Tisch der Sozia- listen gehänselt hätten und daß Wels darauf eingegangen sei. Ein gemeinsames Handeln wurde angenommen. Straf- mildernd sei in Betracht gekommen die Wahlstimmuna der Alkohol und die vorgerückte Stunde. StrasverschärseiiL habe aber das Gericht angesehen, daß ältere Leute, die sich ruhig verhalten haben, angegriffen worden seien, und daß el sich dabei um Persönlichkeiten gehandelt habe, die im öffent­lichen Leben an vorderer Stelle stehen. J

Börse und Handel._

Frankfurter Eiergroßhandelspreise vom 14. Mai. Jie Tendenz des Marktes ist allgemein freundicher geworben. Das inländische Angebot hat sich zwar etwas verstärkt, doch fand es in Anbetracht der Feiertage glatte Unterkunft. Vom Ausland kommt aus den bekannten Gründen nur in beschränktem Umfange Ware herein. Da auch von feiten der Kühlhausindustrie größere Eindeckungen vorgenM- men wurden, konnte sich das Geschäft bei K—14 Pfg. höhe­ren Preisen etwas lebhafter gestalten. Es notierten in Pfg. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Vulgaren 5.75-6, Jugoslawen 5.75—6, Rumänen 5.50—6, Holländer 5.25 bis 7.50, Dänen 5.25—7.75, Flandern 6.25—6.50, Dt. Landein 6.50—6.75, Dt. Frischeier 5.50—7.50. _

Frankfurter Vuttergroßhandelspreise vom 14. Mai. Die Zufuhren am Buttermarkt blieben weiterhin knapp, V mal auch hier die Devisenbestände zum Hereinnehmen Auslandsware sehr gering sind. Bei anhaltender warmer Witterung rechnet man jedoch in etwa acht Tagen größerem Angebot und evtl, mit einem leichten Nachzâa der Preise. Die Notierungen für deutsche und holländW Butter lauten für die 1 Ztr.-Tonne RMk. 130—135.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 17. Mai. (Nicht­amtlicher Vorbericht.) Ochsen: al) 31—34, c) 27—30, b) 23—26. Bullen: a) 27—31, b) 22—26. Kühe: a) 25-27, b) 22—24, c) 15—21. Färsen: a) 31—34, b) 27-30, c) 23—26. Kälber: b) 40—43, c) 36—39, d) 30—35. Schweine: 6) 37—40, c) 37—40, d) 36—40, e) 33—38. Aufgetrieben waren: Rinder 1019, darunter Ochsen 257, Bullen 85, Kühe 388, Färsen 250, ferner Kälber 294, Schafe 9, Schweine 3665. Marktverlauf: Rinder langsam, Kälber, Schafe und Schweine mittelmäßig.

„Grüß dich Gott, Fritz! Wie geht's dir denn?"

„Dank schön, Jackl, ich bin zufrieden! Und dir? Du schon verheiratet?" fragte er, einen Blick auf Jula werfen», während er ihr die Hand reichte. ,

„Noch net! Ich brauch erst wieder a Heim!" entgegne Jackl bitter. ,

„Ach so, ja — ich hab es gelesen im Wochenblatt. -Kin Freund, dich trifft auch Schlag auf Schlag. Aber du kaum die Schlag leichter ertragen, du hast ja an deiner ^um n einen Halt. Mir aber hat 's Leücn auch den geraubt.

Schweigend starrten alle drei auf die Tischplatte.

„Schau, Jackl!" hub Fritz wieder an, nachdem die E ncrin das Bier gebracht hatte. „Ich hab mich Ersetze sen, weil ich's dort nicht ausgehalten hab, wo mir w 6 »E Leid widerführ. Jeder Baum und Strauch, icder Weg Steg erinnerten mich an mein begrabenes Gluck. M “ ich des Abends in meinem Zimmer war und m de . v hinausstarrte, hinauf zur Boggtreuterhöh, da kam E Leid und die Erinnerung mit aller Gewalt über n , ich laut aufstöhnte und im Schmerz die Fingern g Fleisch grub. Eine Wut stieg in mir über den, am,. ^ allem die Schuld trug, so daß ich manchesmal btc - Län­der Wand riß und hinausstürmte, nur von dem cn ron, feit beseelt — nein, Gedanken waren das gar nm i^, bern ein Haßgefühl, das jede andere RegM^n zur Oft stand ich vor eurem Haus, gewillt, eine • 3 ■ ^jn- Fenster auf den Kranken zu jagen, aber n”^ ‘haMls an meine Mutter hielt mich daran zuruck, «^l n ^nn viele dunkle Stunden in meinem Leben geb ^ $nd wirklich ein kurzer Strahl in mein ödes Dajen ! 4,rnlt „nd auf die Boggtreuterhöh, vorbei war es fvie ^ 38?'

düster lagen die Tage vor mir. Wenn ich ' gen ging, die ich einst mit Lisl gegangen w - AM $9 es am deutlichsten, wie unglücklich ich üw . 1 Glüiks^â mir fest: Fori, nur fort von beut Orte el' 9 sllt hü Ver' mußte andere Menschen sehen, die mich ni mCinc gangenheit erinnerten. Und darum bat. ^ermäße» d seimig. Es war gut so. Wenigstens hab ) ^r »W£n Ruhe gefunden, die ich so notwendig brai l • ^ gcschlasi . ist die Wunde noch nicht, die mir dort „»«sttziinfl " wurde. Sie wird auch nie vernarben.