Iul-aer Anzeiger
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Nr. 112 — 1932
Fulda, Samstag, 14 Mai
9. Jahrgang
Nach dem Rücktritt Eroc
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schreibt u. a.
cftiitt Groeners unterstreiche die Tatsach
daß die Politik Des Reiches immer '-. < nach re
Ser Kampf um das Reichswehr- Ami-ermm.
2Ser wird Groeners Nachfolger?
Der plötzliche Rücktritt Dr. Groeners als Reichswehr- minister ^at in der Öffentlichkeit natürlich das größte Aussehen erregt. Man kann mit Recht annehmen, daß selbst sonst gut unterrichtete Kreise von der Plötzlichkeit des Rücktritts selbst überrascht worden sind. Im Gegensatz zur politischen Öffentlichkeit wird die innenpolitische Lage in Regierungskreisen ruhig beurteilt. Das geht schon daraus hrwor, daß Reichspräsident von Hindenburg seinen beabsichtigten Psing st urlaub, den er auf seinem Gut Neudeck verlebt, trotz des Rücktritts des Reichswehr- ministers angetreten hat. Dr. Groener wird, wie von zuständiger Stelle betont wird, die Geschäfte als Neichs- Wehrminister zunächst weiterführen, bis etwa Ende der nächsten Woche sein Nachfolger vom Reichspräsidenten ernannt sein wird. Zu diesem Zweck wird sich voraussichtlich Staatssekretär Meißner nach Neudeck begeben, um aus der Hand des Reichspräsidenten die Ernennung des neuen Wehrministers entgegenzunehmen.
Wer die Seitung des Reichswehrministeriums erhalten wird, steht noch nicht genau fest. Von allen Personen, die als voraussichtliche Nachfolger Groeners im Rcichswchrministerium genannt werden, kommen sofortige Dementis, so namentlich vom Admiral Raeder wie auch vom General Schleicher, dessen Name in letzter Zeit oft mit Vorgängen der inneren Politik in Verbindung gebracht worden ist. Offenbar will sich Reichspräsident von Hindenburg Zeit lassen, bevor er die Besetzung des wichtigen Postens des Reichswehrministers vornimmt.
Lager es von Den Dächern pfiffen, daß er getäuscht werde, hätten ihn verlassen — Der sozialdemokratische Vorwärts hebt hervor, daß Groener bei feinem letzten Auftreten im Reichstag nicht geistig, aber körperlich versagt habe Es verstehe sich von selbst, daß der zukünftige Reichsinnenminister in dem neuen Reichswehrminister eine Stütze haben müsse. Groeners Nachfolger werde es verstehen müssen, daß er zunächst in Der republikanisch gesinnten Bevölkerung nicht allzuviel Vertrauen finden werde. Er müsse aber auch Politiker genug sein, um zu verstehen, Daß er dieses Vertrauens bedürfe, wenn er seine Aufgabe erfüllen wolle. Ob der Rücktritt des Reichswehrministers einen Triumph Der NSDAP, bedeute, oder ob ihm hohe Osfiziere Die Treue nicht gehalten hätten, das werde die Zukunft entscheiden. — Ter Deuts dfnationale Tag hebt hervor, daß gegen den Reichsinnenminister Groener Der Widerstand der Nationalen Opposition bestehenbleibe, gegen ihn und gegen das Kabinett, das auch jetzt keinen wirklichen Entschluß im Sinne einer nationalen Aufbaupolitik fassen zu wollen scheine.
Der Völkische Beobachter schreibt, politisch gesehen sei der Sturz des Reichswehrministers Groener ein Ereignis von noch gar nicht abzusehender Tragweite Er bedeute für die Wehrmacht Die endgültige Liquidation des Novemberkurses. Groeners Sturz sei der erste entscheidende Erfolg sozialistischen Politik. Dieser Erfolg bedeute Die" Die restlose Überwindung des gesamten Systems n
Der „Petit Parisien" betont, daß der Rücktritt Groeners euren erdrückenden Erfolg der Nationalsozialisten darstelle. Tie halbamtliche Agentur Havas erklärt, daß die Verabschiedung des
Reichswehrministers auf die Entwicklung der Jnnenpoliti 2 Reiches sehr weitgehende Auswirium
viriunyen Haven werde 2 : Wahlen vom 24 April
stelle eine erste Folge der
Dar. — Im Zusammenhang mit Dem Rücktritt Groc.ers schreibt ferner der „Ercelsior", daß die direkte Einmischung der illcintär- kreise in die Innenpolitik des Reiches die Befürchtung einer immer mehr anwachsenden Mach! des Großen Generalstabes aufkommen ließe. Man müsse sich fragen, cb dieser Einfluß nicht eines Tages so weil geben werde, um een Reichskanzler zum Rücktritt zu zwingen Ter nationalistische „Figaro" schreibt, für Brüning, der jederzeit Demi: rechnen müsse, daß ihn« eines Tages das gleiche Schicksal widerfahre, stelle der Rücktritt Groeners nicht gerade eine Erhöhung seines Prestiges dar.
der national-
______ ______ ___________ Garantie, daß
-- restlose Überwindung des gesamten Systems nur eine Frage Der Zeit sein werde. Der Minister sei über das SA.-Verbot zu Fall gekommen. Trotz der Ablehnung der Mißtrauensanträge gegen Die Reichsregiernng bedeute der Sturz Groeners Die schwerste Niederlage des Kabinetts Brüning, seitdem es existiere.
Über den Rücktritt Groeners als Reichswehrministcr sind natürlich zahlreiche Gerüchte im Umlauf. So wird »«iltlich in der Linkspresse behauptet, daß der R ü ck -
tritt auf das Drängen hoh« ~
*
Das Auslandsecho von Groeners Mckirill
Was die Pariser öffentliche Meinung sagt.
Der überraschende Rücktritt des bisherigen Reichswehr- ministers Groener wird in der französischen Presse eingehend besprochen und als ein unbestreitbarer Erfolg der Nationalsozialisten daraestellt. Das „Echo de Paris"
Londoner Prefsestimmen.
Der Berliner Korrespondent Der „Times" erklärt zu dem Rücktritt Groeners, seit einiger Zeit fei es ein offenes (Geheimnis gewesen, daß man in der Wilhelmstrabe aus eine Umbildung des Kabinetts mit Dem General von Schleicher als Kanzler und Brüning als Außenminister hingezielt habe. In einer solchen Regierung hätten die Nationalsozialisten vertreten sein sollen. Dieser Plan sei anscheinend zunichte gemacht worden. Mit der Möglichkeit, daß Schleicher den Posten übernehme, wenn er ihm angeboten werde, fei zu rechnen.
„Daily Telegraph" bezeichnet den Rücktritt GroenerS als einen großen Sieg der Nationalsozialisten. Er mißt dem Rücktritt Groeners eine sehr schwerwiegende Bedeutung bei, denn solange er Kriegsminister gewesen sei, habe man sich im Falle eines nationalsozialistischen Aufstandes auf die Reichswehr verlassen können. Groeners Rücktritt zeige klar, daß die Nationalsozialisten bei Den führenden Männern der Reichswehr an Boden gewonnen hätten. „Daily Expreß" meint, entweder sei ein neues Kabinett zu erwarten, in Dem Nationalsozialisten Seite an Seite mit dem Zentrum regieren, oder eine militärische Diktatur mit Hindenburg an der Spitze und den Generälen und Admiralen als den „treibenden Kräften hinter dem Thron".
er Generale
zurückzuführen ist, die führ..._„.. N.'I^." bedeutet haben sollen, daß Groener als Rcichswchr- ininifter in der Reichswehr kein Vertrauen mehr genieße.
Diese Darstellung wird von fetten der Regierung bestritten und cs wird betont, daß das Rücktrittsgesuch des Reichswehrministers Groener auf seinen eigenen Entschluß zurückzuführen sei. Bereits vor zwei Monaten habe Minister Groener anläßlich eines Vortrages beim Reichs-
senden Reichsstetlen
Nachspiel zum Reichstagstumult!
Die Schlägerei im Reichstag
Vor Dem Schncllrichtcr.
Präsidenten diesen wissen lassen, daß er die Absicht habe, in absehbarer Zeit von seinem Posten als Reichswehrminister zurückzutreten, um sich anderen Aufgaben widmen zu können. Die Vorgänge, die zum Rücktritt Groeners unmittelbar geführt haben, sind in der Öffentlichkeit jedenfalls noch nicht genau klargelcgt.
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Der Rücktritt des Reichswehrministers.
Zum Rücktritt Groeners als Rcichswehrminister wird Mannt, daß Groener von sich aus zu diesem Entschluß âmmen ist. Er hatte am Donnerstagvormittag eine Besprechung mit dem Kanzler unb bat hierauf die Generale von 54 a m m e r st e i n , von Schleicher Jmb Admiral Raedcrzu sich. Er machte ihnen hierauf Mitteilung von seiner Absicht, als Rcichswehrmmlstcr âurückzutreten.
Ein amtliches Dementi.
, Amtlich wird mitgeteilt: In der Presse wird behauptet, daß dem Gesuch des Reichsministers Groener um Enthebung von seinem Amt als Reichswehrministcr ein Schritt der Chefs der Heeres- und Marineleitung vor- ausgcgangen sei. .Hierzu wird erklärt, daß diese Bchaup- ung ii n w a h r ist und nicht den Tatsachen entspricht.
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Die Auffassung über Groeners Rücktritt.
Es ist selbstverständlich, daß sich Die gesamte politische Presse ’m dem Rücktritt Groeners, Der ja einen staatspoltlischcn Akt Rn Ranges darstclli, ausführlich beschäftigt.
j ZentrumSblatl, Die Germania, weist auf Die Gerüchte M angeblichen „Gcneralskamarilla" hin, und äußert Mir rle Bedenken, falls etwa Persönlichkeiten, die keine staats- jstM und parlamentarische Verantwortung zu tragen haben, innnftA Stage eine Rolle gespielt haben sollten, die ihnen mt» wWch -»kommen könne. Das Blau betont weiter, daß Der n Groeners in Verbindung mit dem nationalsozialisti- 2 t > 't'tofcbcnfall zweifellos eine Verdunkelung der poliiifchen SeiAs* Erbeute. Es sei unfaßbar, wie Regierung und des n 6 in einem Augenblick, Da sich Die konzentrierte Kraft bcu D»zen Volkes und seiner parlamentarischen Vertretung suchenden außenpolitischen Entscheidungen zuwenden (UA 'N Dieser Verwirrung hatten gestürzt werden können. bobhM» 6 ckr Verwirrung wegen sei es notwenbig, mit ver- zu betonen, daß Der Bestand und die ®eik h ” Kabinetts Brüning durch diese Vorgänge in keiner
kob M. Olc,cr Verwi Pon.Ä^'-^achdruck
W .°es Kc ^mn werden.
C ye}Ws*ebcubc DeutscheNllgmcineZeitung sagt, es sei die ^nUott irdener nicht richtiger gehandelt hätte, auch das Reichs- nraae < ' ^3 Innern zurüÄzulcgcn. EL sei außerdem die liebe i\U) Generalleutnant von Schleicher, der schon bisher 'Wn R sinister die politische Seele der Bendlerstraße ge- litiin b i' »ton auch nach außen mit der sichtbaren Verantwor- m ®t werden müsse.
Äle«. ^Plnfdjeu Zeitung erscheint c3 so, als sei es Groener Ech^Zu, den menschlich erschütternden Teil des WaNeusteiu- ^hen , 5U "Wen. Kameraden, denen Groener Die Treue ge» Maubt fff an deren Ergebenheit und Verbundenheit er ge« auch als, wie einst bei Wallenstein, alle Spatzen im
Im Moabiter Kriminalgericht fand vor dem Schnellrichter
Vcrhiindlung gegen vier Nationalsozialist. !che Abgeordnrle statt die beschuldigt werden, an dem Überfall auf den «chrlst- stcUer Dr. Klotz im Reichstag beteiligt gewesen zu sein.
Es handelt sich dabei um die Abgeordneten Heine, Weitzel, Stegmann und Gregor Strasser Den Kriminalbeamte, nachdem sie ihn am Donnerstagabend im Reichstag nicht erkannt hatten, am Freitag aus dem Anhalter Bahnhof im D-Zug Berlin-München sestnah- men, um ihn zur Verhandlung zu bringen. 6» jouen nw verschiedene Augenzeugen gemeldet haben, Die bekundeten, Dag auch Strasser an Dem Übersoll auf Dr. Klotz beteiligt gewesen ist Strasser selbst stellt das in Abrede. Wegen des
großen Andranges von Publikum
und Treffe war die Verhandlung in den Kleinen Schimir- gcrichtssaal verlegt worden. Die vier naiionaliozialiitifchen llicickstagsabgeordnetcn wurden kurz vor Beginn von Der Poli- zei vorgéfübrt, und zwar wurden sie aus dem Polizcigefangnis unter Bedeckung durch Schutzpolizeibeamte zum alten Kriminalgericht gebracht,■ wo man gleichfalls den Polizeiichutz verstärkt hatte.
Während Der Feststellung der Personalien war
otc
Klotz in den Wandelgang treten sah, habe er das als ein, grobeProvokation empfunden, denn dieser Wandelgan« sei nur für die Abgeordneten der Rechten reserviert. Natüv lich bemächtigte sich meiner Parteigenossen im Wandelgam auch eine starke Empörung über das Auftreten von Klotz. Danr gab es einen kurzen Zusammenstoß zwischen Klotz und Weitzel Ich selbst habe Herrn Klotz nicht berührt. Abg. Straffet wendet sich weiter gegen die Aufsagung, als hätte er sich gesterr seiner Perbastüng entzogen. Denn er selbst habe it der Fraktion den Standpunkt vertreten, daß die beschuldigte» Abgeordneten sich der Partei zur Verfügung stellen sollten.
Der Verteidiger, Abgeordneter Dr. Frank II, weist Dar aus hin, daß Dr Klotz selbst nicht behaupte, daß Strasser ihn geschlagen hätte.
Die Zeugenvernehmung.
der überfallene Dr. Klotz erschienen, der im Gesicht und Nacken noch blutunterlaufene Stellen als Zeichen Der Mißhandlungen hat. Hieraus formulierte Oberstaatsanwalt Köhler
die AnNage,
Als Zeuge wird dann der Reichstagsoberverwab lungsselrctar Skranowitz vernommen, der gemeinsam mit seinem Kollegen Stiller den Dr. Klotz durch Den Wandelgan^ geführt hat, um ihm die Möglichkeit der yeftffHung seiner Angreifer im Restaurant zu geben. 50 bis 60 Leute seien auf Klotz und seine Begleiter eingestürmt. Man habe auch von allen Seiten mit der flachen Hand geschlagen. Er selbst habe viel Schläge abbekommen. Es sei aber nicht wahr, Day Slot auf den Boden geworfen und getreten wurde. Er habe anet nicht gesehen, daß Strasser Klotz geschlagen habe. Der Sekretär beim Reichstag, Stiller bestätigt im wesentlichen die Darstellung des ersten Zeugen.
Es entstehi dann eine längere Auseinandersetzung über die Frage der Enthaftung des Abg. Strasser oder der Abtrennung des Verfahrens gegen ihn, weil zunächst Strasser lediglich von dem Zeugen Glückauf be''-'- n - 4
Feststellung ieinei 60 Leute seien auf
die
gegen die vier Angeklagten auf g liche Beleidigung und K
emetnschaftllw« örperverletzun§
tätliche Beleidigung und K c .
mittels gefährlicher Werkzeuge lautet. Der Vor- sitzende veranlaßte nunmehr den Angeklagten Rcichtvtagsabge- ordneten Heines zu einer
Schilderung der Vorgänge im Reichstag.
Abg. Heines erklärt auf die Anklage: Ich gebe ohn« weiteres zu, daß ich aus eine unglaubliche Beleidigung bei Herrn Klotz hin ihm eine Ohrfeige gegeben habe AU ich in den Vorderraum des Restaurationsraumes ging, sah td an einem Tisch Dr. Klotz sitzen. Ich kenne ihn von 1923 her lvo er noch Nationalsozialist geheuchelt hat. Er rauchtt eine Pgarctte, und ich hörte, >vie er durch die Zähne hindurck etwas sagte, vielleicht vier Worte. Ich hörte nur Die Worte- «ludt s o ein Sch m ein!" Als ich diese Worte hörte ging ich aus ihn los und ries: Du bist ja der Bursche, Der je auch die Broschüre geschrieben hat! In demselben Augenblic habe ich ihm eine Ohrfeige gegeben. Das ist alleS. bin dann sofort in den Plenarsaal gegangen und habe von bei Vorgängen im Wandelgang überhaupt nichts bemerkt.
Der zweite Angeklagte Abg. Steg mann erklärt, et habe im Vorbeigehen auch die Worte vom „Schweln gv hört. Er habe auch gesehen, wie Heines dem Klotz eine Odo feige versetzte. Daraufhin habe ein einar m igcr Kric g ^ > beschädigter im Restaurant einen Stuhl gepackt und mi! ihm nach Heines geworfen. Daraus habe ich, so fahrt ber Zeug« fort, dem n ä ch st c n besten, der da war, auch eine vbrjcigi gegeben, und das ivar Klotz.
Der Angeklagte Abg. Weitzel bekundet, er habe and die Worte „Schwein" oder „Schweinehunde" gehört Wer es sagte, habe er nicht fcftftcHen können Als er m, Restaurant trat, sei ihm ein Stuhl ans Bein geworfen Worben Er habe noch heute eine klaffende Wunde-an
so erklärt der Angeklagte weiter, war der .lufiaßung, baß i Klotz es gewesen sei, der mir den Stuhl an- Bein geworfen hatte. Ich trat deshalb an Klotz heran und versetzte ihm Drei bis vier klatschende Ohrfeigen
Abg. Gregor Strasser erklärt, er habe von dem Vorgang im Restaurant überhaupt nichts gewußt, weil er in dl esc Zeit im Waiidclgana ein Gespräch geführt habe. .IW er -r
Der aber, wie Oberstaatsanwalt Dr. Köbler mit eilt, nicht zufinden sein sollte. ,
Die Erörterung findet schließlich damit ior Sude,, daß bet Belastungszeuge für Straffer plötzlich doch an Gcricbl:- . a. eintrifft. Es ist der Redakteur beim kommunistischen Reicbs- tagspressedienst Glückauf. Der Zeuge erklärt u. a.: In der Moltkeballe wurde Klotz in der Nähe einer Glastür in die Ecke gedrückt. Er lehnte sich an die Wand Dabei fiel mir der Abgeordnete Straffer auf. Ich sah in dem Tumult deutlich, tvie Straffer einen Schlag gegen Klotz in die untere Gesichts- Hälfte führte. Straffer bestreitet diese Aussage auf das entschiedenste. Der Zeuge Glückauf bleibt dabei, daß Straffer auf Klotz eingeschlagen habe. Aus Anregung des Oberstaatsanwalts wird eine kurze Pause eingelegt.
Vernehmung des Nebenklägers Dr. Klotz.
ES folgte dann auf Antrag der Verteidiger unter Zurückstellung der Beeidigung Die Vernehmung des Dr. Klotz. Er ist 37 Jahre alt, Doktor der Staatswiffenschaften und war nach seinen Bekundungen 1923 Nationalsozialist. Seine Mitgliedschaft hörte wegen der Auflösung der Parteiorganisation damals auf.
Der Zeuge erzählt folgendes: Ich habe mich schritt stelle» risch betätigt und mich dann nach einigen Jahren der Sozialdemokratischen Partei zugewandt, deren eingeschriebenes Mitglied ich bin. Eine halbe Stunde vor den Vorfällen im Restaurant stand ich in Der Wandolballe. Abg. Heines ging an mir vorüber. Zch hatte das Gekttbl. daß iraendein Schimpfwort
Kleine Zeitung für eilige £efer
* Reichspräsident von Hindenburg hat einen längeren Pfinnsturlauv angctreten. Die Ernennung des neuen Reichs- wehrministers wird in der nächsten Woche erfolgen.
* Die offizielle Einladung zur Lausanner Konferenz lautet für den 16. Juni.
* Die Auffindung der Leiche des Lindbergh KindeS hat in Amerika ungeheure Aufregung hervorgerufen. Die Polizei sucht jrNt eifrig nach dem Mörder deS Kindes.