Einzelbild herunterladen
 

, _ âssße Mm»sterir-sf-n in Genf.

- göc Besprechungen über Tribute und Abrüstung.

s k a n z l e r hat seine Absicht, noch am

Der^j @enf ä« reisen, geändert. Er wird Berlin EW^âlstag verlassen. Der amerikanische Staats- MaM f jyirb Freitag abend oder Sonnabend MTcfür ® t1 erwartet. Tardieu kehrte nach Paris zu- W'"?m rd wie von französischer Seite verlautet, am to " mit Stimson Besprechungen haben. Der eng- ^«..^nminifter Simon bleibt in Genf, um hier - treffen. Anfang nächster Woche werden somit W°? mälirend der Anwesenheit des Reichskanzlers in M ,.a bedeutungsvolle Besprechungen über die A b fk-r"" ' u u n b Tributfrage zwischen den leiten- k'" Staatsmännern der Großmächte stattfinden. Von W 7,'nMer Seite wird mitgeteilt, daß der amerikanische P'.Äetcir Stimson seine besondere Aufmerksamkeit i .ionisch - chinesischen Streit widmen dcni lQ^er Zusammentritt des 19er-Ausschusses der l^L^dversammlung für die Behandlung dieses

ist für Sonnabend vorgesehen.

Z-KOeSwahlvorfch!a'ge in Preußen.

! Unter dem Vorsitz des Präsidenten des Preußischen lKatistischen Landesamtes und Landeswahlleiters Dr. fand eine öffentliche Sitzung zur endgültigen sslstlegung der Landeswahlvorschläge für die Preußen- jnaMen statt.

Es wurden folgende 19 Landeswahlvorschlüge für njftiq erklärt und zugelassen: 1. Sozialdemokratische tnrtci Deutschlands, 2. Deutschnationale Volkspartei, , Preußische Zentrumspartei, 4. Kommunistische Partei Deutschlands, 5. Deutsche Volkspartei, 6. Nationale Front Ötscher Stände (Reichspartei des deutschen Mittelstandes Mirtschaftsparteis, Deutsches Landvolk, Junge Rechte), . Teutsche Staatspartei, 8. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hitlerbewegung), 12. Deutsch-Hannoversche artet, 14. Christlich-Sozialer Volksdienst, 18. Sozia- iischc Arbeiterpartei Deutschlands, 19. Höchstgehalt der tarnten 5000 Mark. Für die Arbeitslosen und bis jetzt Mivicsenen Kriegsbeschädigten, 20. Radikale Partei (Be- MNg für gesetzliche Geburtenregelung und Wohlstand) «er Radikale deutsche Staatspariei), 21. National« iiiderhciten in Deutschland, 22. Partei der Erwerbs- snuFür Arbeit und Brot", 23. Deutsche Einheitspartei T wahre Volkswirtschaft, Idealistische Bewegung iutschland, 24. Deutsche Volksgemeinschaft (Völkisch^ volutionäre Wirtschaftsbewegung), 25. Nationale Oppo- lon der Vereinigten Reichsbankgläubiger und Mark- tschiidigten, 26. Menschheitspartei.

Die vorstehend nicht aufgeführten Nummern sind in ein amtlichen Wahlvorschlag nicht enthalten. Abgelehnt ildc ein von derDeutschen Steuerzahlerschutzpartei" in ksriesland eingereichter Landeswahlvorschlag, der in ncr Weise den gesetzlichen Erfordernissen entsprach. Die mdeslisien wurden im Deutschen Reichs- und Preu­sche» Staatsanzeiger veröffentlicht.

Anprobe bei Sklareks.

I Im Marek-Prozeß gab es wieder ein Jubiläum: es «arm sechs Monate verflossen seit dem Tage, an dem der denk- Wmdlge Prozeß begonnen hat, und die Angeklagten waren ««mal vollzählig an Gerichtsstelle. Aber nicht des wegen, sondern weil einige von ihnen Anzüge , ^üiots anprobieren sollten. Berliner Schneidermeister als Sachverständige und Zeugen erschienen.

genommen für Anzüge und Prominente" Bekannte der Sklareks bestimmt

Ein Zuschneider Galley seinerzeit wiederholt Maß ühprominente" Beka.....^ v^

,L erinnert sich, daß einer der Angeklagten, während i W bllaggarderobe angesertigt wurde, sich immer bei de« areß ausgehalten und an Büchern gearbeitet habe; die t " ^v" weggeschasft worden. Der bezeichnete An- njchjzâettet das alles, und Leo Sklarek weiß auch

Ein Schneidermeister Zobel

~e von den Sklareks gelieferten Sachen gut gc« nim schildert ein Herr Flachs, Mitinhaber der

' ^L 6 die sklareks für ihre Stammkundschaft arbeiten ! ^ Etikette seiner Firma aus den Anzügen und T!"^.^ausgetrennt worden seien, damit die Vicht erpihren, woher die Anzüge stammten.

|aih. , Der Angeklagte Hoffmann

ii Ä r^ Anzüge nicht besonders brauchbar gewesen linon ,^"hcr das Gegenteil behauptet haben soll, muß »do?â'?^palelot anprobieren, worauf sich der sachver- QuaM^"^^^"^El über den Sitz des Mantels und utat °es Stoffes äußert. Und Zobel findet alles gut.

Kinderelend wie in der Kriegszeit.

Der diesjährige evangelische Reichselterntag borm,^» in einer besonderen Sitzung mit der !krtâv^"sHen Lage der Jugendwohl- i5> e9e- Die Referentin, Frau Nora Hart- inänn.^bte ein erschütterndes Bild deutscher Ju- l0|) ' ole seit dem Jahr 1930 so gefährliche Formen 1 v ^en hat. Sie glaubte feststellen zu müssen, üt ni^-Utige Kinderelend dem der Kriegs- teif« *3 s m..ehr nachsteht. In Berlin kommen dwe ^^^^^ 50000 Kinder ohne Frühstück zur ifäwr P ^^stfalen mussten 20 Prozent der Schul- 4 körperlicher Schwäche vom Schulbe-

rnia r ^^llt werden (1930: 5 Prozent). Nicht iboS* »ngntëboU als die körperliche Not elische mI- ^o Psychiater zu erzählen ist die biiZJ^ zahlreicher Kinder durch die Merit ^er Hoffnungslosigkeit in den Eltern- ^erbslnim?^ ^ltt die eigene Lebensnot der 900 000 Endlichen Ä"?^^^n; das sind 11 Prozent der gen % lmAf'^ ei'llnÜ' Gleichzeitig werden dieje- '^N,hl°is^^' die noch das Glück haben, zu ar- slßt lmxT 7 lucit über ihre Kräfte hinaus ausge- lefet gQnp ^P't die Kinderarbeit zu. Angesichts ^en ^unp.,^1» del: rücksichtslose Abbau der öffent- ^net wâAV alS höchst bedenklich M die aehtnv Ar.^c üor allem ist eS zu verdanken, ^b üben ,<^'^'âsen Kriegsschäden unter der Ju- N ^«i Herden konnten. Nun ist auch hier Men Sitz ^ir stehen vor der wahrhaft tra- Kinder narbÄ rCC Gesundheitszustand zahl- S Oberen M.' Erholungsfursorge schreit und auf ^billigen zahlreiche besteingerichtete Heime > An einer V>â,^^ Ieec stehen.

^ndrin2§"Aung richtete der Reichselterntag die frpP1 .Appell an die öffentlichen Stellen *U Sw^ s£S 2ur Rettung der Jugend- ^t isjn, kochte er gehört werden, ehe es

Aus Heffen-Naffau und Nachbargebieten

Merkblatt für den 15. April.

1632: Sieg Gustav Adolfs über Tilly bei Rain am Lech. 1832: Der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch in Wiedensahl geb.

Wäre Lügen so schwer wie Steine tragen, Würde mancher lieber die Wahrheit sagen.

Wetterbericht.

Bei Island hat sich ein kräftiger Sturmwirbel ent­wickelt, der über England ein intensives Luftdruckfallge­biet besitzt. Letzteres wird zur Ausbildung eines Teilwir­bels führen, der sich nordostwärts bewegen und an seiner Vorderseite eine Zufuhr warmer subtropischer Luftmassen auch nach unserem Gebiet veranlassen wird. Die zur Zeit eingetretene Beunruhigung der Witterung wird daher nur ganz vorübergehend sein und die zu erwartende Nieder­schlagstätigkeit sich in mäßigen Eenzen halten. Vorher­sage für Donnerstag abend: Nach klarer und kalter Nacht zunächst noch heiter, doch bald aufkommende neue und sich verdichtende Bewölkung, später auch Regen, bei nach Süd drehenden sich wieder verstärkenden Winden tagsüber wärmer. Vorhersage für Freitag: Wolkig bis aufhei­ternd, doch noch unbeständig und einzelne Niederschläge, verhältnismäßig mild.

* Fulda, den 14. April 1932.

BilligeFaust"aufführung im Frankfurter Schauspielhaus.

Um allen Theaterfreunden der näheren und weiteren Umgebung Frankfurts im Eoethejahr Gelegenheit zu geben, die Vorstellung des neueinstudierten Goetheschen Faust" 1. Teil im Frankfurter Schauspielhaus zu besuchen, ist der Beginn der nächsten Aufführung Sonntag, den 17. ds. Mts., auf 17 (5) Uhr festgesetzt. Ende: gegen 22% (10%) Uhr. Es gelten die neuen, wesentlich er­mäßigten E-Preise (RMk. 0,70 bis 4,80 Parkett).

Zwangsversteigerung Goldberg in Fulda.

Der für Mittwoch angesetzte Zwangsversteigerungs­termin in dem Verfahren über das auf den Namen des Kaufmanns Fraim Goldberg in Fulda eingetragene Wohn­haus Karlstratze 26 wurde aufgehoben, da die betreibende Gläubigerin die einstweilige Einstellung des Verfahrens beantragt hatte.

Zwangsversteigerung Kraft in Horas.

In dem Zwangsversteigerungsverfahren über die auf den Namen des Fliesenlegers Andreas Kraft und dessen Ehefrau in Horas eingetragenen Grundstücke in der Ge­markung Horas erhielt am Mittwoch dieHessische Heim­stätte" in Kassel den Zuschlag zu ihrem am 6. April abge­gebenen Höchstgebot von 8970 Mark.

Zwangsversteigerung Wehner in Löschenrod.

Die auf den Namen des Hüttners Adalbert Wehner in Löschenrod eingetragenen Grundstücke und zwar in der Ge­markung Eichenzell -ein 26 ar 80 qm großer Acker, in der Gemarkung Kerzell eine 57 ar 91 qm große Wiese, ferner in Gemarkung Löschenrod ein 24 ar 18 qm großer Garten im Dorfe, ein 47 ar 93 qm großer Acker am Schwarzen Rain, ein 35 ar 4 qm großer Acker im Oberfeld und eine 18 ar 85 qm große Wiese (Vornwiese) kamen am Mittwoch im Wege der Zwangsvollstreckung zur Versteigerung. Beim Kauf der Löschenröder Grundstücke ist eine Hypothek^ von 1800 Mark mitzuübernehmen. Sämtliche Grundstücke wurden einzeln ausgeboten. Auf den Acker in Eichenzell gab Eisenbahnarbeiter Hermann Rehnert in Löschenrod das Höchstgebot mit 550 Mark ab. Auf die Wiese in Ker­zell blieb der Schmied Weß aus Kerzell Höchstbietender mit 760 Mark. Auf den Garten in Löschenrod gab Eisen­bahnarbeiter Hermann Rehnert, Löschenrod das Höchst­gebot mit 500 Mark ab. Auf den 47 ar 93 qm großen Acker am Schwarzen Rain blieb Etraßenmeister I. Roll, Löschenrod Höchstbietender mit 240 Mark. Bildhauer Ferd. Abel, Löschenrod gab das Höchstgebot mit 500 Mark auf den Acker im Oberfeld ab. Auf die Bornwiese blieb Landwirt Krönung, Kerzell, Höchstbietender mit 60 Mark.

Der Zuschlag soll am 20. Mai erfolgen.

Fuldaer Viehmarkt.

Auf dem heute hier abgehaltenen Viehmarkt waren 224 Stück Großvieh und 48 Kälber aufgetrieben. Es kosteten das Stück: Bullen 180220 Mk., Ochsen 220280 Mk., Fahrstiere 160220 Mark, Iungstiere 80120 Mark, frischmelkende Kühe 250300 Mk., hochträchtige Rinder 160220 Mk., Iungrinder 80120 Mk., ältere, trächtige Kühe 100150 Mk., Kälber das Pfund Lebendgewicht 25 bis 28 Pfennig. Der Hanadel war schleppend, es ver­blieb Ueberstand. Der nächste Viehmarkt findet am 12. Mai ds. Is. statt.

* Tann (Rhön), 13. April. (Theaterabend) Die Neue Volksbühne" (Hannover) gab im Saale des Hotels Münzel ein Gastspiel. Zur Aufführung gelangte dies­mal die OperetteViktoria und ihr Husar . Leider war die Aufführung nur mäßig besucht. Die Spielleitung lag wieder in den bewährten Händen von Direktor Kurt Ai oller, die musikalische Leitung in den Handen von Kapellmeister Alfred Hagemeyer. Dte Aufführung war auch diesmal wieder vorzüglich. Hervorheben wollen wir nur Direktor Kurt M o l l e r als John Cunlight. Lya R e n n o als Viktoria und U t t i B o h n h o r st als Riquette. Aber auch alle anderen Spieler leisteten Gutes. Wir müssen aber darauf hinweisen, daß uns diese Aus­führungen nur erhalten bleiben können, wenn sie benot besucht werden und die Truppe so auf ihr .tosten kommt.

* Tann (Rhön), 13. April. (E h r u n g betau s d e m A in t e a u s f ch e i d e n d e n H e b a m m e.) L le hiesige Hebamme Frau Emilie Knüttel scheidet nach sehr lan­ger verdienstvoller Tätigkeit jetzt aus ihrem Amte aus und iiiiifiit einer i unaen Kraft Platz. Ihr zu Ehren veran­staltet der Magistrat am kommenden Sonnabend in Ver­bindung mit den Müttern und Frauen unserer timt im Saale des Hotels Münzel eine Feier.

* Sckliy kAllerle i.) Der den Christian Heil Erben gehörende Garten im Heidberg, etwa 1800 qm groß, ging bei der Versteigerung für den. ansehnlichen Betrag von 1995 Mark in den Besitz des hiesigen Bahnbeamten Heinrich Mühling 2. über. An einem bot kb en wurden um die Mittagsstunde auf bem -^rktplatz kurz hintereinander mehrere sogenannte Zanonenichlage rw eigentlich wohl zu einem anderen Zweck bestimmt waren, abgebrannt. Der Anwohner, die nicht wußten, waslos

war", bemächtigte sich eine große Aufregung. Es wäre sehr wünschen, wenn unsere Polizeibeamten die Urheber dieses Dummejungenstreichs bald ausfindig machten, um ihnen zu einem ordentlichen Denkzettel zu verhelfen.

Schlitz, 13., April. (Kaum glaublich und doch wahr!) Verschiedene Arbeitslose werden sich demnächst wegen verbotenen Glückspiels, bei dem ganz erhebliche Be­träge umgesetzt wurden, vor dem hiesigen Amtsgericht zu verantworten haben.

Offenbach, 13. April. (Die Unterschlagungen beim Offenbacher Arbeitsamt.) In dem Pro­zeß gegen den früheren Leiter der Versicherungsabteilung im Offenbacher Arbeitsamt Dr. Graf wurde heute nach X stündiger Beratung das Urteil verkündet. Dr. Graf wurde zu einer Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren, 350 Mark Geldstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren verurteilt. Dem Verurteilten werden drei Monate der erlittenen Un­tersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Gegen den Angeklagten erging Haftbefehl. Der Staatsanwalt hatte eine Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren drei Mona­ten und eine Geldstrafe von 1000 Mark beantragt.

Stimmen aus dem Leserkreise

Für die DerSffenNichung unter dieser Überschrift übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung: ,ür sie èleibt auf Grund des §21 Abs. 2 des Pressegesetzes in vollem Umfange der Einsender verantwortlich. Einsendungen, die nicht vev. wendet werden, können nicht zurückgesandt, die Ablehnung nicht begründet werden.

Die Deutschnationalen und das Konkordat.

Unter Bezugnahme auf den ArtikelDeutschnationale und Konkordat" in derFuldaer Zeitung" vom 14. April werden wir von der DNVP. um Aufnahme folgender Zu­schrift gebeten.

Immer mehr ringt sich auch in den uns parteipolitisch fernstehenden katholischen Kreisen die Ueberzeugung durch, daß zur öffentlichen Verteidigung von Religion und Sitt­lichkeit Katholiken und Protestanten zur Herstellung einer gemeinsamen Front gedrängt werden. So wurde z. B. auf dem Nürnberger Katholikentage folgende Forderung er­hoben:

Die Zusammenarbeit der Katholiken mit den an­deren christlichen Konfessionen zur Erhaltung christ­licher Sitte und deutschen Volkstums ist eine vaterlän­dische Notwendigkeit. Tie gangbaren Wege müßen von Fall zu Fall ermittelt werden."

Hoffentlich wird diese Beschlußfasiung nicht nur weiter erörtert, sondern auch praktisch befolgt. Denn es gilt heute mehr denn je, endlich durch wohlorganisierte Zusam­menfassung aller christlichen Kräfte unseres Volkes, das Bollwerk gegen den gemeinsamen roten Feind aufzurichten.

Deshalb ist es notwendig, alles zu beseitigen, was Miß­trauen sät oder gesät hat. Hierzu gehört unter dem ka­tholischen Volksteile die Stellungnahme der Deutschnatio- nalen Landtagsfraktion zur Annahme des Konkordats mit dem Heiligen Stuhle. Die Tatsache, daß das sofortige In­krafttreten des Gesetzentwurfes durch die Fraktion abge­lehnt wurde, ist von Zentrumsseite tendenziös arg miß­deutet worden, und immer wieder trifft man noch auf Katholiken, die nichr einmal wigen, daß unsere Fraktion vorher dem Inhalte des Konkordats geschlossen zu­gestimmt hatte, auch die gesamten evangelischen Frak­tionsmitglieder.

Es erscheint daher notwendig, noch einmal kurz den gesamten Tatbestand aufzuzeigen:

In der 96. Sitzung des jetzigen Preußischen Landtages vom Dienstag, den 9. Juli 1929, stand als zweiter Punkt auf der Tagesordnung: Dritte Beratung des Gesetzent­wurfes zu dem Vertrag mit dem Heiligen Stuhle. Zu die­sem Gesetzentwurf lag ein Aenderungsantrag (Drucksache Nr. 2897) des deutschnationalen Fraktionsführers Dr. von Winterfeld und Genossen vor, der dem Artikel 2 des Ge­setzentwurfes folgende Fasiung geben wollte:Dieses Ge­setz tritt zugleich mit dem Gesetz zu dem Vertrage mit den evangelischen Landeskirchen in Kraft."

Die so oft gehörte Behauptung des Zentrums also, die Deutschnationalen seien gegen das katholische Konkordat gewesen, entspricht nicht der Wahrheit. Vielmehr besagte der Antrag von Winterfeld nur, daß das katholische Kon­kordat gleichzeitig mit einem evangelischen Kirchen­vertrage in Kraft gesetzt werden soll. Die Gründe für die Gleichzeitigkeit beider Verträge sprach in der 241. Sitzung des Landtages vom 10. Juni 1931 bei der Beratung des Vertrages mit den evangelischen Landeskirchen der deutsch­nationale Abgeordnete D. Koch-Oeynhausen aus, indem er folgendes erklärte:Die deutschnationale Landtagsfrak­tion hat seinerzeit bei der Beratung des katholischen Kon­kordats nicht gegen dessen Inhalt gestimmt, sondern lediglich gegen den Z e i t p u n k t d e s I n k raft­tretens, weil sie eine gleichzeitige Annahme eines evangelischen Kirchenvertrages forderte. Cie benutzt die jetzige Gelegenheit, erneut ihr Bedauern darüber auszu­sprechen, daß sich das Zentrum 1929 nicht an ihre Seite gestellt hat, so daß durch die gesonderte Erledigung der beiden Staatsverträge die Stellung der kirchenfeindlichcn Mächte gegenüber den beiden christlichen Konfessionen un­nötig gestärkt worden ist. Die deutschnationale Fraktion wird nach Annahme beider Vertragswerte dafür einstehen, daß kirchen- und christentumsfeindliche Kräfte an beiden Verträgen nicht wieder rühren."

Aus dieser unmißverständlichen Erklärung geht folgen­des klar und deutlich hervor:

1) daß die Dcutschnationalen niemals gegen ein katholisches Konkordat oder gegen desien Inhalt waren noch sind, noch sein werden,

2) daß sie lediglich aus Gründen der Parität und der gemeinsamen Kampffront gegen den religions- fcindlicher. Marxismus den Zeitpunkt des Inkraft­tretens mit der Annahme eines evangelischen Kirihen- vertrages Zusammenlegen wollten,

3) daß sie nunmehr nach Annahme beider Ver­tragswerte beide Verträge, auch das latholiiche Kon­kordat, anerkennen und garantieren.

Der Aenderungsantrag von Winterfeld, der also diesem Motiv entsprungen ist und für den sämtliche anwesenden Mitglieder der Partei stimmten, wurde mit 265 Nein­stimmen gegen 127 Jastimmen abgelehnt.

Ein ähnliches Schicksal erlebte ein ähnlicher Antrag der Wirtschaftspartei, für den die Deuischnationoien ebenfalls stimmten der das Inkrafttreten des katholischen Konkor­dats ebenfalls gleichzeitig mit dem evangelischen Konkor- dal spätestens jedoch am 1. Januar 1930 forderte. Somit fallen die Behauptungen des Zentrums in fielt zusammen.

n> bei der Struktur der Bevölkerung in Preußen in konfessioneller Hinsicht Parität eine unbedingte Notwen-