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W Seffen-Aaffau und Nachbargebieten.

Kußgängerwoche.

Unmittelbar nach der Reichspräsidentenwahl begann Berlin die Fußgängerwoche. Man darf aber nicht alanben, daß dies eine reine Berliner Angelegenheit sei, Fußgänger gibt es noch überall in der Welt, und Autos und andere Fahrzeuge, mit denen sie in Kollision graten könnten, gibt es auch allerorts. Selbst die klein­sten Ortschaften, selbst die entlegensten Landstraßen können Da plötzlich zu einem Gefahrenzentrum werden. Wo ein Fußgänger ist, ist auch sofort ein Auto, ist vielleicht auch ein Fuhrwerk mit durchgehenden Pferden da, das ihn an- sahren und umwerfen kann.

Nun ist aber die Berliner Fußgängerwoche nicht so zu verstehen, als ob in Berlin eine ganze Woche lang nur Fußgänger das Straßcubild beherrschen dürften, damit die Antos nnd das andere Fuhrwerk erkennen, daß der Fußgänger schließlich auch noch da ist. Im Gegenteil: der ! Kißgänzer soll gerade in der Fußgängerwoche recht häufig mit den Autos zusammenkommen, um zu lernen, wie man sich im Verkehr mit ihnen zu benehmen hat, und wie man ihnen ausweicht. Konflikte zwischen Fußgängern und Auws sollten unter allen Umständen vermieden werden' die beiden so verschiedenen Verkehrsinstrumcnte diè Füße und die Wagenräder - sollten sich näher kennen, sich besser verstehen und sich, wenn möglich, sogar lieben leinen. Wenn irgendwo ein Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Fußgänger erfolgt, ist die große Ge­meinde der Fußgänger sie ist ja schließlich immer noch in der Mehrheit in den meisten Fällen geneigt die Schuld unbedingt, und ohne die Sache erst näher zu unter­suchen, dem Auto beizumessen. Und damit tut man den Autos und den^ anderen Fahrzeugen nicht selten unrecht- denn auch der Fußgänger ist nicht immer frei von Schuld unb Fehle. Es gibt Fußgänger, die sofort das Richlig- gcheu verlernen wenn ihnen ein Auto begegnet. Sie geben aus verkehrsreichen Straßen so gemütlich über den Damm E l" m Gedanken gerade ein Kreuzworträtsel Men. Oder sie verlieren derart den Kopf, daß sie nicht i "Een, ob ste nun vorwärts oder wieder zurück, ob sie rechts oder links gehen sollen. Unb ehe sie sich entschieden haben, sind sie überfahren. enqancocn Während der Berliner Fußgängerwoche sollen nun die Fußgänger durchVerkehrsregeln für Fußgänger" die überall verteilt werden, ein bißchen erzogen werden' Eine Erziehung und Belehrung Der Fahrzeuglenker , ist schon vorher und wiederholt geschehen. Der Fuß­gänger braucht sich also nicht gekränkt zu fühlen es wlrd durchaus mit gleichem Maß gemessen; denn der ! ^ahrzeuglenker ist auch nicht unfehlbar. Es braucht nun nicht überall Fußgängerwochen zu geben, und es brauchen nicht überall Verkehrsregeln für Fußgänger verteilt zu werden, aber überall, wo es nicht ausschließlich Auto-- = wndern auch noch ein paar Fußgänger gibt, ! üch diese Fußgänger vernünftigerweise sagen: Von ; "Em richtigen Umgang mit Autos und anderen Fahr- i hängen dein Leben, deine Gesundheit und das i Wohlergehen deiner Familie ab also gehe richtig mit Mm um, das heißt: gehe richtig! H

Spendet für unsere Jugendherbergen!

- toerbrÄ^ deutscher Jungen und Mädels ot^ detz nächsten Tagen mit dieser Bitte vor uns

I ttn. Sie haben ein Recht hierzu, denn das deutsche I S & ein Kraftquell ersten Ranges für Geschlecht, leidet bittere Rot! Des- I bewend Reichsverband für Deutsche Jugèdher- I kiir En, die wandernde Jugend zur Mitarbeit I rk Mlfz^ Am 16.-17. April findet in f Teilen unseres Vaterlandes ein Reichs- en stattsn\^ erbetag für I ugendherbcr- ein Sh.- ^? Aufgabe hat, von jedem Volksgenossen I erbitten t,r das deutsche Jugcndhcrbcrgswerk zu Ui. klein oder groß.

I abcim "^, entsprechende Veranstaltungen, wie Jngend- I "der Lichtbildvorführung, soll die Kenntnis

I Gcwmn^Z - E.ung des Jugendherbcrgswerkes für die I Jedermann '^"^ breitere Kreise getragen werden. I Jugend nn, R diesen Tagen, ivo wanderfrohe I daß es bitten wird, durch die Tat beweisen, I die beuSS gleichgültig ist, was aus einem Werk für I spenden ^"gtnd wird, das noch sehr viel Segen I in den runh Aoch ist die Übernachtungsziffer

I - """ 21°0 Jugendherbergen erst auf 4.2 Millionen

im^rbcr^ zeigen sich' ganz erhebliche Mängel Wie mancher wandcrwichtigc Ort wird heute noch r jUgend gemieden, weil die rechte Umerkunftè- fehlt und gar wie viele Jugendherbergen sind noch bescheiden, vielleicht zu bescheiden eingerichtet, denn Matratzen l"^ ^ Zigsten, an Decken, Bettstellen und aber soll erst werden, wenn die Wanderjugend noch itarker anwachst, wenn die jetzt aus der Schule kom- jugendlichen, die während ihrer Schulzeit Freude und Gefallen am Wandern gefunden haben, auch später werter die Wanderschuhe anbehalten? Manche haben eine flslni einfache Lösung. Sie sagen: die Jugendlichen mögen zu Hauie bleiben. Damit ist aber weder den Jugendlichen noch den Eltern gedient. Tie Erkenntnis, daß das Wan- dern den jungen Menschen fördert und stählt für den ^benskampf, ist auf dem Wege, Allgemeingut unseres Volkes zu werden.

Das Wandern erobert sich mehr und hr^.eunde in aller, Lagern. Es muß unter alten Umständen der Jugend erhalten bleiben! Deshalb ist es auch gar keine Frage, daß jeder, der noch einiger­maßen dazu in der Lage ist, sich am Reichsopfer für das ^^'öendherbcrgswerk beteiligen wird. Deutsche Jungen ilnd Madel bitten für ein werdendes Volkswerk Wer wollte ihnen diese Hilfe versagen, wo es darauf ankommt, Bausteine für die Zukunft unseres Volkes herbeizutragen!

Reiseverbilligung zu Pfingsten. Wie beim ver-

"ad Osterfest will die Reichsbahn

E Pfingsten Festtagsrückfahrkarten mit 33% Prozent Ermäßigung ausgeben. Die Benutzung Dieser Starten nmbaS^ - ^V Amtliche Verkehrsverbindungen

A Reichsbahnbereiches ausgedehnt. Für viel- boradZ^ E die Ausgabe von festen Karten

^ur alle übrigen Verbindungen werden bor am zweiten Tage

Rntrilt der Fahrt bei den Fahrkartenausgaben zu lozen oder zu bestellen sind. Die Festtagsrückfahrkarten b"'a lU bis -zum 23. Mai, und zwar zur Hinfahrt f r S -Wn Dom 11. bis 16. einschließlich und zur Rück- den Tagen vom 13. Mai bis 23. Mai einschließ­lich. r ie Benutzung von FFD-. F^-

E liegen Zahlung Der 'tarifmäßiges Zu­schläge unbeschrankt zngclassen.

Frankfurt a. M., 11. April. (Verfehlungen eines städtischen Beamten.) Viele Jahre hin­durch war beim Arbeitsamt ein gewisser Dingeldein ange­stellt, der durch seine gute Führung die Chance hatte, in eine bessere Position aufzurücken. Da kam man eines Tages hinter Unstimmigkeiten und er wurde entlassen. Er leugnete irgendwelche Verfehlungen begangen zu haben und bemühte sich beim Arbeitsgericht ein für ihn günstiges Urteil zu erreichen. Auf Grund einer von seiner Tochter gemachten Anzeige wurde D. verhaftet und auch der Kauf­mann Siedler festgenommcn, denn es lag nun der Ver­dacht vor, dass beide zum Nachteil des Arbeitsamtes unter Begehung von Urkundenfälschungen einen Betrug verübt hatten. Als die beiden Leute in Haft weilten, machten sie zunächst keine Zugeständnisse, schließlich aber mochten sie einsehen, daß weiteres Leugnen keinen Zweck hatte und sie gaben zu, was sie ausgeführt hatten. Es handelte sich um eine Verfehlung, die insbesondere für D. sehr schlimm lag, weil er sie in seiner Eigenschaft als Beamter began­gen hatte. Zu den Obliegenheiten des D. gehörte die Kontrolle der Erwerbslosen und er sollte dafür sorgen, daß Gelder des Amtes nicht an unberechtigte Zahlungs­empfänger angewiesen wurden. Aber man hatte den Bock zum Gärtner gemacht. Im Einvernehmen mit S. fälschte D. eine Kartothekkarte auf den Namen eines Fremden und gab S. eine Erwerbslosenkarte. S. besorgte sich durch Kauf in der Nachbarschaft des Arbeitsamtes einen Stempel und stempelte die Karte, den Stempel verbrannte er dann. Von D. bekam er dann Zahlungen angewiesen. Es glückte den Beiden hierdurch widerrechtlich einen Betrag von 50 Mark zu erlangen, den sie sich brüderlich teilten. In der Schöffengerichtsverhandlung gegen die zwei Beschuldigten ergab es sich, daß die Angeklagten kranke Frauen und kranke Kinder haben und das Nettoeinkommen des D. sich auf 230 Mark stellte. Der Staatsanwalt beantragte gegen D. drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust, gegen S. anderthalb Jahre Gefängnis. Das Kleine Schöffen­gericht verurteilte den Beamten zu einer Zuchthausstrafe

von einem Jahr und hundert Mark Geldstrafe, den ë-, dem es Bewährungsfrist gab, zu drei Monaten Gefängnis. Den Angeklagten wurden sieben Wochen der Unter­suchungshaft angerechnet.

Frankfurt a. M., 11. April. (Der Dieb alsEr- p r e i f e r.) Der Metzger Heinrich Hechler hatte sich alle Mühe gegeben, nachdem er vor fast zehn Jahren eine anderthalbjährige Zuchthausstrafe wegen Diebstahls er­halten hatte, wieder festen Boden zu gewinnen, und es gelang ihm auch sich jahrelang ehrlich durchs Leben zu schlagen. Er heiratete, fing ein Geschäft an, das anfangs ging, dann aber durch die schlechte Konjunktur zur Pleite führte. Pott da an war es wieder hart um ihn bestellt. Ohne Wissen seiner Frau, die auch von seiner Vergangen­heit keine Ahnung hatte, führte er Diebstähle aus. In der Nähe der Festhalle stahl et Wäsche, die zum Trocknen aufhing und fuhr sie auf dem Nad nach Hause, wo er sie versteckte. Eines Tages radelte er durchs Westend und sah auf einem Balkon einen Anzug. Er turnte âuf den Balkon,^ holte den Anzug und verbarg ihn im Keller. In dem gestohlenen Anzug sand er einen Bries. Als er sie Zeilen durchstudierte hatte, war er der Ansicht, daß der Eigentümer des Anzugs sicher gern den Brief bei sich be­halten hätte, und daß er es sich etwas kosten lassen werde, ihn wiederzuerlangen. Der Metzger rief am übernächsten Tag den Bestohlenen telefonisch an und bezeichnete sich als Schweiger aus Köln". Es wurden zwischen den Parteien mehrere Telephongespräche gewechselt und H. forderte für die Auslieferung des Briefes rund 750 Mark. Der Be­stohlene ging auf die Sache scheinbar ein, erbat aber bis zu seinem definitiven Entschluß einen nochmaligen Anruf. Als dieser dann in den Abendstunden erfolgte und das Gespräch sich längere Zeit hinzog, betrat plötzlich die Tele­fonzelle, in der der Metzger sprach, ein groß gewachsener Herr, fragte, ob er keine Verbindung bekommen habe, nahm ihm den Hörer ab und gleich darauf wurde der Metz­ger von zwei Kriminalbeamten in Obhut genommen, die seine Verhaftung bewirkten, Als H. jetzt in der Verhand­lung vor dem kleinen Schöffengericht den Hergang er­zählte, erklärte er, daß er selbst nicht recht wußte, wie alles käm, und daß er nachher über die merkwürdige Situation in der Telefonzelle noch habe lachen müssen. Der Staats­anwalt beantragte gegen den Beschuldigten eine Gefäng­nisstrafe von einem Jahr und neun Monaten, wobei er den Fall des Anzugsdiebstahls als schweren Diebstahl charakterisierte. Das Gericht, das auch hier einfachen Diebstahl annahm, erkannte wegen der beiden Diebstähle und des Erpreßungsversuchs auf acht Monate Gefängnis.

Frankfurt a. M., 12. April. (Schwerer Raub- überfall in Frankfurt.) Heute abend gegen 8 Uhr wurde ein 74jähriger Kassierer einer hiesigen Brauerei in einem Hausflur in der Offenbacher Landstraße von zwei unbekannten Tätern überfallen. Sie versetzten ihm einen Schlag über den Kopf, rissen ihm, als er am Boden lag, den Mantel weg und raubten ihm die Brief­tasche mit Papiergeld. Die Aktentasche, die Silbergeld enthielt, hielt der alte Mann krampfhaft fest, so daß die Räuber ihm die Tasche nicht entreißen konnten. Nach Der Tat ergriffen sie die Flucht. Wieviel geraubt worden ist, steht im Augenblick noch nicht fest.

Wiesbaden, 13. April. (Ein Postbeamter we­gen Unredlichkeit verhaftet.) Auf Veranlas­sung seiner vorgesetzten Behörde wurde in der letzten Nacht der Vorsteher und Verwalter der Postzweigstelle Wies­baden-Erbenheim, Oberpostschafsner Seib, verhaftet. Seib, der schon über 20 Jahre hier tätig ist und sich der Wert­schätzung seine Vorgesetzten erfreute, soll dienstliche Un­redlichkeiten begangen haben. Es heißt, er habe beträcht­liche Summen für Pferderennen verwettet.

Darmstadt, 13. April. (Haussuchungen in Darmstadt.) Bei der Polizei-Aktion anläßlich des Verbots der Sa. und SS. wurden, wie wir von amtlicher Stelle hören, die Sn.-Unterkunft im Braunen Haus, das SA.-Heim in der Frankfurterstraße und das Heim der Hitler-Jugend geschlossen. In Darmstadt und Umgegend wurden beschlagnahmt: 1 Flugzeug, mehrere Autos und Motorräder, eine Menge vollgepackter Tornister mit eiser­nen Rationen, Feld- und Telefongeräte, Vcrbandspückchen und Sanitätsmaterial, Militärmäntel mit Achselstücken des Artillcrieregiments 61 und größere Mengen militärischer Ausrüstungsstücke (Spaten, Feldflaschen, Brotbeutel usw.). Sichergestellt wurden zahlreiche Handfeuerwaffen sowie Hieb- und Stichwaffen aller Art. Schriftstücke und Urkun­den von beachtlichem Inhalt wurden ebenfalls fitberge« stellt. Im Augenblick finden noch Haussuchungen in den Privatwohnungen von SS.- und SA.-Leuten statt.

Der Witte zur Genesung.

^" großen Cyirurgenkongrcß, der in Berlin I ® b'arde nicht nur über Spitzenleistungen der ärzl- I Dq. sondern auch über Spitzenleistungen bieten Faiienten gesprochen. Der Partei kann in de» wvScn Krankheitsfällen gesund werden, wenn er I irntSm El bemüht, ihn gesund zu machen, wirksam mm! durch guten Willen unterstützt. Auf den I ËtfonnS Ken kommt cs an. Jahrtausende alt ist Die der daß der Arzt nur kurieren, nur Die Heilkräfte I tientcH , VySftiiben kann, D. h. daß die Natur des Pa- I hin w»k>"! Esen, ja vielleicht den Hanptteil der Arbeit I Zur Patient genesen soll. Wird sein Wille

I Mindesten? schupp und schtvach, so ist Die Gesundung beut f S ,!^br erschwert. Ein Wiesbadener Arzt mit nit biet,' 1 i bedeutsamen Namen Heile hat erneut I Weisheit hingewicscn, und ein berühmter llusisswcil^ , E""'ll hat in drastischer Weise betont, daß libergros-cs^'?^ aus c'l,c Rente hoffen und daher kein I sich haben, rasch gesund zu werden, Voirb

I lue rasn, B'ucsen als Leute m i t gute m Wille», krank sei» 'n Die Höhe kommen, Die einfach nicht ^flebirm r S hinein jungen Manne, der sich im i benommen ^"ße erfror, mußten sämtliche Zehen gestaltete "ud es blieben zwei etwas unförmig i 'l?bmfrfionn,, zurück. Und dieser junge Alaun ' ^hoii teil später an einer Himalaja Erpe- " sich kurze cs», '"'' s"'"'" Klumpfüßen, für Die Escher nm'Stiefel hatte anfertigen lassen, besser und hatte sich I " ""deren die Gletscherfelder hinauf. Er D siuzariincu ncr Gncrgic beseelt, einen eigenartig , Zllcu ' angewöhnt. Er hatte den guten "ssen, itUK ...fütmachen und sich nicht ansschalten zu Ausnal^ '""^ er wollte.

J;?cteincrt tiefer Art dürfen natürlich nicht ver- < llir in hi.ber es ist schon etwas Wahres dran, braudnn, schwierigen Fällen nur ernstlich zu s^h Nur unu ""ch 3u können. Und das bezieht sich »nir^tbers ,! einmal hauptsächlich auf Krankheiten sieht Cll ft"k end) unser Seelisches, unser geistiges ' bass Un(,,xc!!c Tag und jeden Tag hören wir von Lann^^den " ^ett schwer krank sei, jeden und jeden "Zachen feftgeffefft Und

L ölc Echwarzsehcr solche Ansitz, daß wir

glauben, wir konnten nie wieder gesund w

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unsere Krankheit, Die Krankheit dieser Zeit sei unheilbar. Die Folge dieser Schwarzmalerei ist, daß wir uns erst gar nicht bemühen, gesund zu werden, daß wir uns nicht aufraffcil, nm selbst etwas zu unserer Genesung beizu­tragen.Solange in Dem Kranken noch Seele, noch Atem ist, ist auch noch Hoffnung vorhanden", sagt ein altes latei­nisches Sprichwort. Auch in uns ist trotz aller Krankheit noch Atem, und so brauchen wir nicht zu verzweifeln und unsere Krankheit für unheilbar zu halten. Auf Die Heil­kräfte, Die in uns, Die in unserer Natur, die in unserem Volkstum liegen, müssen und können wir uns verlassen, und cs kommt nur darauf an, diese Heilkräfte richtig an zuwenden und Den Ärzten, Die uns wohlmeinend Welfen wollen, in Die Hand zu arbeiten. Auf Den guten Willen kommt es an: wenn wir erst Den Willen zur Genesung haben, werden wir auch genesen!

Oer Kreuzschnabel als Glücksstister.

Um diese Zeit hört derjenige, der auf die Stimmen der Pogelwelt achtet, oft einen merkwürdigen Ruf aus den Nadelhotzdickichten der Parke und Anlagen. Es klingt wieGip, Gip, Zock!" und dann folgt ein wunderlicher, anmutiger Gesang. Sieht man aber näher zu, so entdeckt man eine Schar von buntfarbigen, etwas über sperlings­groben Vögeln, rot mit braungrauen Flügeln, Die wie Papageien an Den Zweigen herumklettern und mit ihren krummen Schübeln Die Samen aus den crannen- und Kiefernzapfen herausholen. Das sind Kreuzschnäbel, wohl mit Die merkwürdigsten Vertreter unserer ganzen Vogel- todt. Sie befinden sich um diese Zeit auf Der Wanderung, denn bei uns wird es ihnen meist schon zu warm. Zwar nisten sie vereinzelt auch in Deutschland, aber dann doch lieber im höheren Gebirge als in Der Ebene, und eigentlich zu Hause sind sie wenigstens während des Sommers fern in Finnland, Dem nördlichen Schweden, Rußland und Sibirien. Im Winter aber streichen sie weiter nach Lüden, manchmal sogar bis nach Italien hin, und dabei singen sic nicht nur so fröhlich wie andere Vögel in der guten Jahreszeit, sondern sie bauen auch mitten in Eis und Schnee ihre Nester, ziehen ihre Jungen groß und führen diese jetzt zu Frühjahrsbeginn ausgewachsen in Die nordische Hei mal zurück,

An diese auffallenden Vögel hat das Volk viele Sagen geknüpft. Als der Heiland am Kreuz gehangen habe, seien sie voll Mitleid herbeigeflogen und hätten ver­nicht, die Nägel herauszuziehen. Dabei hätten sie sich Die Schnäbel so verbogen, wie wir sie heute noch sehen. Hier­für seien sie belohnt worden, indem ihr Körper wie ein

Sinnbild der Überwindung des

unverwe

geworden sei. Diese letztere Beobachtung ist zutreffend. Infolge Der vielen Nadelholzsämereien, Die sie zu sich nehmen, ist das Fleisch Dieser Vögel so mit Harz Darr tränkt, daß cs nach Dem Tode, ohne zu verfaulen, w i e eine M u m i e erhalten bleibt, und Dieser Harz- gehalt bietet den Kreuzschnäbeln außerdem eine Sicherheit gegen Die Nachstellungen Der Raubvögel, Die anderen Sängern eifrig nachstellen.

Ein Vogel, Der mitten im Winter singt und seine Jungen ausbrütet, Der wie ein Papagei mit Hilfe seines krummen Schnabels klettert, Der so auffällig gefärbt ist und dessen Körper nicht wie alle andere Kreatur Der Fäulnis anheimfällt, Der obendrein auch noch mit der Leidensgeschichte Christi in Zusammenhang gebracht wird, das sind Gründe genug, um Dem Kreuzschnabel eine be­sondere Rolle in den volkstümlichen Vorstellungen ein* zuräumen. Während das Erscheinen mancher anderer nordischer Gäste als unheilverkündend gilt, während man dem ivuuDerfcböncn Seidenschwanz nachredet, daß er Krieg und Pestilenz bringe und Der Tannenbäber als Unglücksbotc für denjenigen gilt, Dem er erscheint, wird Der Kreuzschnabel überall als glückliche Vorbedeutung geschätzt. In vielen Gebirgsorten wird er in Käfigen gehalten, weil er nicht nur Segen in die. Haushaltung bringt, sondern sogar im Rufe steht, gewisse KrauibK:en abzubalteu. Manchmal haben sogar Mann itnD Fran verschiedene Kreuzschnäbel als Glücksstifter zu süuern, Die Männer Die mit rechts, Die Frauen die mit lints ge krümmten Schnäbeln. Selbst bis in Die aufgeklärte, über Aberglauben erhabene Großstadt verirrt sich der drev fdmaliel als Glücksvogel. Auf den Jahrmärkten und Rummelplätzen wird er dazu abgerichtet, die Lose oder die Glücksbriefe mit den Prophezeiungen des kiinsiigen Schicksals der Neugierigen zu ziehen, und da Die Kar- frcitagsvögelchcn sehr zahm und klug sind, erledigen sie diese Aufgabe mit einer Drolligkeit, die alle Zuschauer erheitert.