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Die Frau und ihre Welt

Zß mich in Atze!"

(Nachdruck Verboten.)

Welcher Wunsch wäre berechtigter, als der nach Ruhe! Be- sonders in einer Zeit, die alles andere als ruhig genannt werden kann. Wo wir alle von der reinsten Ahasver-Unruhe gehetzt zu sein scheinen!

Und doch, auch hier kommt cs auf den Ton an. Und gerade der Tonfall des oft gehörten Wortes: „Latz mich in Ruhe!" ist nicht liebenswürdig, wie jeder aus Erfahrung weiß.

Meist hat sich irgendeiner irgendwie geärgert. Das kommt täglich und stündlich vor und gehört mit zu den Alltäglichkeiten, an denen keiner hcrumkomml. Leider aber ist es nicht jeder­manns Sache, einen Aerger still mit sich selbst auszumachen. Der Mensch sucht für seine Mitzstimmung ein Ventil: also lätzt er seinen Aerger an anderen, oft gänzlich Unschuldigen aus. Und dann entschlüpft ihm das Wort: „Latz mich in Ruhe!"

Haben Sie schon mal einen Mensch Ruhe gelassen zu werden wünscht? Er unserem Karo, wenn er an der Kette lag und jemand bi ihm seinen Knochen weggenommen! Auf jeden Fall macht je. .. um solch ein „ruhebedürftiges" Familienmitglied einen weiten Bogen. Man geht ihm aus dem Wege, wo man kann. Sein Verlangen nach Ruhe hat aber nichts Beruhigendes, eher das Gegenteil. Denn er scheint mit Explosivstoff einfach geladen! Wehe dem Ahnungslosen, der seine Kreise stört!

icn beobachtet, der In

r gleicht dann akkurat

tatte eder

wurden als die aus Blattgemüsen zubereitetem Aber auch unter den einzelnen Arten bestanden noch besondere Unter­schiede. So erwies sich junges zartes Frühlingsgemüse wie Mistbeetspinat und junge Rüben leichter verdaulich als reifes Sommergemüse wie Fcldspinat, leichter verdaulich auch als Gemüse, das längere Zeit gelagert hat, wie Mohrrüben usw. In die erstere Kategorie der am leichtesten verdaulichen Speisen gehören auch jene Konservengemüse, die aus jungen zarten Gemüsearten gleich frisch vom Felde eingemacht werden. Aus diesen Untersuchungen mag die Mutter und Hausfrau die Lehre ziehen, daß cs nicht zweckmäßig ist, allzufrüh mit der Gemüse­ernährung der Kleinen zu beginnen, daß dann aber, wenn diese Bcikost gegeben wird, nur junges frisches Gemüse oder Kon­serven, die derart zartes Gemüse enthalten, Verwendung finden sollten. Da in den Wintermonaten das Frischgemüse und Frischobst fast durchweg von dem pekuniär bessergestellten Aus­land bezogen werden muß und da diese Auslandsware durch lange Transporte und Lagerung an Vitamingehalt verliert, so ist es nicht nur klug, sondern auch im Sinne unserer danieder- liegenden Wirtschaft gehandelt, wenn möglichst wenig Geld für Gemüse und Obst ins Ausland wandern würde.

Das Ganze wird nun zum Gären in einen Gärballor- ober in eine Flasche mit Gäraufsatz gefüllt und die — möglichst flüssige — Reinzuchthefe hinzugefügt. Es kann nun, je nach der Art des verwendeten Rhabarbers, vorkommen, datz der er­haltene, ausgegorene Wein nicht besonders gut schmeckt. Dann ist es sehr ratsam, noch vor dem Abfüllen wenige Gramm Weinsäure je Liter oder diese noch vor dem Verkorken zu- zusetzen.

Falls die Sütze des Weines noch nicht wunschgerecht fein sollte — die Geschmäcker sind ja stets verschieden —. so kann noch Zucker oder Kristallsüßstoff zugegeben werden; jedoch lasse man sich nicht vom augenblicklichen Geschmack des Weines nach dem Zugeben von Zucker täuschen und füge gar zuviel hinzu. KrtstaUsüßstoff hat vor Zucker an Weinen den Vorzug, sich in kalten Getränken schneller auszulösen und daher, nach gutem Umrühren ein schnelleres Urteil zu gestatten. Die Flaschen mit dem abgezogenen Wein müssen gut verkorkt und dürfen nicht zu kalt gelagert werden. Rhabarberwein ist ein ganz vorzüg­licher Tischwein, dessen Herstellung nicht versäumt werden

Eine besondere Abart ist die energische Ruhebitte des Bayern: „Ich will mei Ruh han!" Sie gehört zu ihm wie der Matzkrug. Ein Teil seines Charakters. Wer ihm diese geheiligte Ruhe stören will, den behandelt er, als ob er ihm sein Bier nehmen wolle! Wehe dem, der an beide zu „tippen" wagt!

Man sieht, die Ruhe ist nicht immer eine ruhige Angelegen­heit. Oft sogar das Gegenteil. Aber man sieht auch, wie hoch sie im Kurs steht, da sie der Mensch mit allen nur erdenklichen Mitteln zu verteidigen sucht.

Um einen Menschen, der in Ruhe gelassen zu sein wünscht, schlägt man am besten einen eleganten Bogen; je weiter, je besser — für beide Teile! To-Do.

Eine Immheit in der Kinderstiide.

(Nachdruck verboten.)

„Wenn du nicht artig bist, dann gehen wir zum Onkel Doktor und der mutz dir den Finger abschneiden." — Man sollte eigentlich denken, es sei Zeitvergeudung, sich gegen der­artige Dummheiten, wie sie dieser Satz enthält, zu wenden. Leider trifft das nicht zu, denn solche und ähnliche Weisheiten bekommt man oft genug zu hören. Ob sich die klugen Kinder- erzieher gar nicht klarmachen, was mit derartigen Bemerkungen angerichtet wirv? Wenn nun wirklich ein Kind einmal ernst­haft erkrankt? Dann wird dem Arzt, der manchmal in höchster Not noch Helsen soll, seine Arbeit unnötig erschwert; und vor allem: für die erzieherische Dummheit mutz unter Umständen

der kleine Patient an seiner Gesundheit schwer Schaden nehmen. Außerdem möchte ich noch auf etwas anderes Hin­weisen.. Es zeugt wahrhastig nicht gerade von feinem Emp­finden und von übermäßigem Verständnis für den Sinn ärzt­licher Tätigkeit, wenn man denjenigen, der oft genug der tintige Helfer in körperlicher wie in seelischer Not ist, als Schreckgespenst hinstellt. Gewiß, manchmal sind schmerzhafte Lingrijfe nicht zu vermeiden. Aber zunächst einmal wird doch rlles getan, um den Schmerz auf das geringste Maß zurück- suführen; und weiter darf wohl sicher gesagt werden, daß kein klrzt überslüssigerweise jemand quält, der sich ihm anvertraut tat. Wir wollen unseren Kranken helfen, und wenn wir das rüch ganz gewiß nicht tun, um lauten Dank für gelungene Be­mühungen zu ernten, so freuen wir uns doch, wenn zum mindesten unsere Arbeit nicht mit dem Makel der Grausam­keit beschmutzt wird. Darum fort mit derartigen törichten Redensarten, die denjenigen, an den sie gerichtet sind, über« flüssige und unberechtigte Angst bereiten, seine Gesundheit ae« fährden und obendrein von Mißachtung und

Gesundheit ge-

gegenüber dem herbcigerufcncn Helfer zeugen.

66# und Gemüse

in der modernen Kinderernährung.

Unverständnis Dr. Ferres.

Von Dr, med. Ä. Reiche, Direktor der Kindcrhcilanstalt „Victoria-Luise-Haus".

(Nachdruck Verboten.)

Wenn der schnell wachsende Körper eines Kindes sich gut entwickeln soll, dann müssen in der Nahrung nicht nur die ge­wöhnlichen Nährstoffe wie Eiweiß, Salze, Fette und Kohle­hydrate, sondern auch hinreichend Ernührnngsstoffe (Vitamine) enthalten sein. Durch die Muttermilch wird der Vitaminbedarf gedeckt; anders dagegen ist es, tvenn das Kind mit Kuh- nnlchmischungen ernährt werden muß oder wenn es größer wird uns gemischte Kost erhält. Dann sind die rohen Säfte von ^bst und Gemüse, später die Gemüsebeikost als Vitaminträger SN werten. Während Obst in rohem Zustande intensiver wirkt als das durch chemische Mittel oder durch Erhitzen haltbar gemachte, ist der Genuß von rohem Gemüse in nur wenigen -mllen möglich und kommt für die Kinderernährung kaum in Frage.

Gemüse muß zubereitet werden, aber durch die Zubereitung, ve ondcrs durch das im Haushalt übliche Kochen werden Vita- 'P großem Umfang zerstört, weil ihnen der Sauerstoff ver Luft schadet. Es nützt der Hausfrau nichts, wenn sie noch w gules und frisches, im Winter oft aus dem Auslande be- » genes Gemüse kauft. Gerade den Hausfrauen fällt cs schwcr, & verstehen, daß durch das Kochen im Kochtopf viele für hurA t. wichtige Stoffe verlörengehen, aber der Beweis ist

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen erbracht, wobei -"tamingehalt der verschiedensten Obst- und Gemüsearten Zubereitung und Konservierung erforscht baden gezeigt, daß in guten, sachgemäß her- den vnscrvcu eher mehr Vitamine enthalten sind als in etnmn?^" ch her Haushaltlüche hergestelltcn Mahlzeiten. Um Gc nm,^"^beit zu schaffen, in welcher Form man am besten kram^,,.„ r Kindern verabfolgt, wurden in einem Kindcr- 11 Monate lang für die Ernährung der Kinder hgltninm^^^^vmüsc verwandt, und zwar an Stelle von Haus- Bivcctn ^ Frischgemüse und Frischobst bei sonst

(Smiâ,^ Zusammengesetzter Nahrung. Bei den 141 Kindern forai;!^ Kleinkindern und Schulkindern) konnten trotz die aus regelmäßiger Untersuchung nachteilige Folgen, «ich« 'unuuntangel hätten znrückgesührt werden können, iucfunLn • 1 werden. Vielmehr ging ans den Unter« Ko»se>m-,',^""vuud hervor, daß fabrikmäßig hcrgestelllcS ohne m^ewüse und Kompott in der Ernährung bot Kinder X1!tn Verwendung finden kann.

so tviirho f Verdaulichkeit der einzelnen Gemüsearten betrifft, und Knâ,^ENct, daß Mahlzeiten aus Früchten, Wurzeln ü cu von den Kindern leichter uns rascher verdaut

„Kaufe Bodendram zu hüchsleu Preisen!"

Einige Winke für die Hausfrau von Hildegard G. Fritsch.

(Nachdruck verboten.)

Wie oft kann man in den Zeitungen obige indirekte Anfrage lesen und ein sich erinnerndes „Ach ja!“ entringt sich dem Munde der Hausfrau. Ter Boden, oder wie man in Süd­deutschland sagt, der Speicher,'ist sehr oft das Schmerzenskind der Hausfrau: Sie weiß, daß dort oben eine eigentlich sehr willkommene „Schultabladestclle" ist, uns zwar für die Dinge, an denen man noch ein wenig hängt, die man noch nicht ganz missen, aber auch noch nicht wegtun mag. Im Laufe der Zeit sammelt sich dort allerlei an. Die alte Truhe, ein Erbstück von Großvater, vollgestopft mit allerhand Sachen, Spielsachen, alte Bücher und Möbel, ausrangierte Lampen, alte Teppiche, Kisten, Kartons und Kasten, Tapetenleisten, Bilderrahmen, eine alte Wanduhr, ein vergilbter Wäschekorb und so manches andere treibt sich dort oben herum, Wehmütig hat sich eine dicke Staub­schicht draufgelegt und von der letzten Dachreparatur her ge­sellte sich auch Schutt, Mörtelteile, Bruchstücke von Dachziegeln dazu und nur die Spinnen führen hier oben ein behagliches Dasein.

Was soll mit diesem „Krempel" nun werden? Die Haus­frau scheut sich, darüber nachzudenken. Ein Grauen überfällt sie, wenn sie an den Staub und Schmutz denkt und vielleicht auch an das Ungeziefer, das sich in der alten Matratze ge­sammelt hat. Nach und nach ein Stück um das andere hinunler­tragen und neben die Aschengrube legen, damit es die Müll­männer mitnehmen? Da kommt ihr das rettende Angebot zu Gesicht: „Kaufe Bodenkram zu höchsten Preisen!" Sie schreibt dem Manne; er kommt, übersieht das Ganze und bietet höchste Preise: 4,50 Mark! Schön — weg damit! Dafür ist sie wenigstens eine Sorge los und kann ein Paar seidene Strümpfe kaufen.

Dieser Weg mag ein Ausweg sein! Aber — die richtige Hausfrau handelt anders. In vielen deutschen Städten gibt es eine sogenannte „Brockensammlung". Das ist eine Altsachen- Verwertungsstelle, die altes Bodcngerümpel geschenkt nimmt und die Sachen in eigenen Werkstätten wieder aufarbeiten läßt und für wenig -Geld an Unbemittelte verkauft. Sie nimmt alles! Die Sachen werden abgeholt und man ist sie in dem Bewußtsein los, ein gutes Werk zur Linderung der großen Not und des Elends getan zu haben — und das ist oft mehr wert als ein Paar seidene Strümpfe!

Noch richtiger aber ist cs, solche Schuttablade- und Un- gezicfersammelstellen gar nicht erst entstehen zu lassen, sondern den Boden unter Beachtung hygienischer Gesichtspunkte von Gerümpel freizuhalten! Wird etwas ausrangiert, dann sollte es sofort der dafür in Frage kommenden Stelle zugeleitet werden. Der Lumpenhändler, der Antiquitätenhändler, die Sammelstellen des Roten Kreuzes, Hausfrauenvereine, oben­genannte Brockensammlung ü. a. sind stets dankbare Abnehmer: und manches ist noch zu retten oder zu verwenden, wenn es nicht erst auf dem Boden verkommt und schlechter wird. Staub zerstört! Besonders im Herbst, zur Weihnachtszeit und zum Frühjahr sollte regelmäßig eine „Razzia" in der Wohnung, auf dem Boden und im Keller stattsZndcn! Damit muß gleichzeitig auch eine Säuberungsaktion verbunden sein.

So manche anscheinend wertlosen Sachen lassen sich auch noch im Haushalt verwenden. Alte Möbel können oft mit wenigen Griffen modernisiert werden, und neu poliert ober gestrichen sieht man ihnen nicht? Unmodernes oder Altes mehr an. Tapetenleisten können zu Vildcrrahmcn verarbeitet werden, alte Kisten werden in gleichmäßige Latten zerschnitten ober zersägt und daraus ein hervorragender Fußabtreter für den Hof oder für den Hauseingang gefertigt; die alte Petroleum­lampe aus hohem Sockel wird zu einem Blumenständer um« gearbeitet und aus Gardinenleisten läßt sich eine Blumcnewgerc für den Salon herstellen. Kinderspielzeug sollte sofort ver- schenkt ober einer wohltätigen Sammelstelle zugeleitet werden. Alte Kleider nimmt jede Herberge, jedes Obdachlosenasyl, des­gleichen alte Betten. Bettstellen, Matratzen, Schuhe, alte Wäsche sowie Kinderkleidnngsstücke.

Die Parole muß sein: Nichts aufhcbcn, an dem man nur noch aus Tradition ein wenig hängt, von dem man jedoch weiß, daß man es nie wieder brauchen kann! Auf den Boden gehört nur Umzugsmaterial, einige Pappkartons, allenfalls die alte Truhe zur Aufbewahrung von Wäscheleinen und Klammern, der Wäschekorb und anderes noch im Gebrauch befindliche Material, das in der Wohnung zuviel Platz wcgnimnn, wie z. B. auch die cingewintcrtcn, gut verpackten Sommersachen ober die „eingesommertcn" Winkersachen. Der Boden ist nicht der Aufbewahrungsort für UeberflüssigeS, sondern für Not­wendiges, das jedoch nur zeitweilig gebraucht wird.

Die Weinberciliiiig Beginnt:

RWMmein ist der erste. Wi,M Verboten.) |

Sehr häufig wird ganz vergessen, datz aus der Rhabarber- stände ein ganz vorzüglicher Naturwein gewonnen werden kann; nur muß dabei beachtet werden, datz die Gewächshaus- pflanzen sich nicht so gut dafür eignen als die ersten und späteren frischen Stauden im Mai und Juni. Zur Verwendung gelangen jedoch nur die Stengel, die vorher vom Blatt befreit werden.

Diese werden zunächst mit heißem Wasser überbrüht, das dann wieder abgcgosscn werden muß. Nun erst werden die Stiele zerstampft oder durch den Flcischwolf gedreht. Der Brei kommt in eine Fruchtpresse, die den verwendbaren Saft ergibt. Ehe der Saft weiter bearbeitet wird, mutz er erst klären und dann wird er mit der gleichen Menge Wasser versetzt. Die Hin- zuzufügende Menge Zucker berechnet sich im Verhältnis 5:1, das heißt aus 5 Liter Saft mit Wasser fommen 1000 Gramm Zucker. Aus die gleiche Menge entfällt auch jeweils eine Gärsalz­tablette, " . ....

sollte.

KmdenWche.

H.G.F.

(Nachdruck verboten.)

Vor allen Dingen erfordert der Umgang mit Kranken Selbst­losigkeit und Mitgefühl. Wir müssen uns bemühen, wenn wir einen Patienten besuchen, ein heiteres und frohes Gesicht zu zeigen, den Kranken zu unterhalten uns ihn abzulenken. Es ist immer angenehm für ihn, ein paar hoffnungsfrohe, trostreiche Worte zu hören. Taktlos und unüberlegt ist es, von gleichen oder ähnlichen Krankheitsfällen zu erzählen oder gar noch von dem ungünstigen Verlauf dieser Krankheit. Es mutz für den Besucher eine Selbstverständlichkeit sein, in das Krankenzimmer frohe und hoffnungsfreudige Stimmung zu bringen. Ist man in der Lage, so ist eine kleine Aufmerksamkeit immer angebracht. Blumen werden wohl stets Freude bereiten. Nur achte man darauf, daß sie nicht zu sehr duften und dadurch dem Kranken Kopfschmerzen verursachen. Willkommen ist auch, je nach der Krankheit, Schokolade, Obst, Keks oder sonst irgenoeine klein Delikatesse. Ein hübsches Mitbringsel für den Kranken if. immer ein leichtes Buch oder auch illustrierte Zeitschriften. Zu lautes Reden unterlasse man; jeder Leidende wird es als angenehm empfinden, wenn der Besucher mit leiser und ge­dämpfter Stimme erzählt. Aufregenve Ereignisse mitzuteilen, vermeide man; ebenso unterlasse man das Jammern uns Klagen über die schlechten Zeiten. — Dann hüte man sich davor, im Krankenzimmer mit einem zweiten Anwesenden Blicke zu wechseln ober leise zu flüstern. Jeder Kranke ist mißtrauisch und bezieht dieses Gebaren auf seine Krankheit, uns nimmt leicht an, sein Befinden habe sich verschlimmert. Natürlich hat dies meistens schlechten Einfluß auf die Krankheit. Wir wollen dem Kranken durch unseren Besuch doch keinen Schaden bringen; nein, wir wollen für den Patienten eine Erquickung sein und ihm Abwechslung bringen in das ewige Einerlei des Krankenzimmers.

Auch Krankenbesuch zu machen ist nicht so einfach Doch wer den guten Willen hat, Freude zu bringen, wird den richtigen Ton und die richtige Ari treffen. Isabella.

hmsslMimisheit.

(Nachdruck Verboten.)

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Es sicht so aus, als ob...

Seife gut ist, aber sie ist cs nicht. Sie bröckelt, wenn sie angeschnitten wird. Bröckelnde Seife ist minderwertig und fettarm, gibt beim Schneiden Risse und der Schaum — wenn sie überhaupt welchen bildet — hält nicht vor. Gute Seife bröckelt nicht, reißt nicht und bildet reichlich Schaum...

Fische frisch sind, aber sie sind es nicht. Ihre Kiemen sind dunkel und trocken. Frische Fische haben hellrote und feuchte Kiemen...

Leinen gut i st, aber es ist es nicht. Der Ocltropfcn, der versehentlich draufsiel, lief faserig nach allen Rich­tungen aus. Gutes Leinen würde den Oeltropfen nicht verlaufen lassen, sondern es würde ein kreisrunder Fleck entstehen...

Federn neu sind, aber sie sind cs nicht, sie sind nur mit Kreide oder Gips aufgefrischt. Um Federn ju prüfen, schüttet man sic auf schwarzes Papier, dann fallen die Zusätze heraus...

Olivenöl rein i st, aber cs ist c-3 nicht. Beim Schütteln bilden sich oben in der Flasche Bläschen und Blasen. Reines Olivenöl zeigt diese nicht, wenn man nach dem Schütteln noch ein wenig wartet...

Inhalt der Konservenbüchse lecker ist. So lecker wie das bunte Eitkett, das die Büchse zeigt. Aber der Inhalt der Konservenbüchse ist nicht lecker, denn der Boden der Büchse hat sich gewölbt, uns der Deckel auch. Verdorbene Konserven entwickeln Gase; diese sind cs, die den Deckel und den Boden der Büchse hochtreibcu. Gute Konserven haben glatte Böden und Teckel.

Erika Thomy.

k. Gemischter Frühlingssalat mit Radieschen. Dazu nimmt man Kerbel, Portulak, Rapünzchen, Blattsalat uns Sauer- ampfer zu gleichen Teilen, verliest und wäschi alles zusammen vorsichtig, damit die Kräuter recht dufiig bleiben. Nach gutem Abtropfen mischt man den Salat mit einer aus leichtem Essig, Oel, feingeschnittenem Schnittlauch, gehackter Petersilie, Salz, Pfeffer und einer Prise feinem Zucker bereiteten Tunke und gibt ihn sogleich zu Tisch, weil er sonst zusammenfällt. Man gibt Pfannkuchen oder Speckeicr dazu. Den Salat verziert man mit eingeterbten Radieschen.

k. Hnferslockensuppe mit FrühlingSkräuicrn. Für fünf Per- sonen gibt man in die entsprechende Menge heißen Wassers einen guten Stich Butter oder beste Margarine, das nötige Salz und unter Rühren 24 Pfund Haserflocken. Dann fügt man die gut verlesenen und zerschnittenen Frühlingskräuter — Kerbel, Portulak, Sauerampfer, Schnittlauch uns Petersilie, zusammen etwa II Pfund — hinein und läßt alles zusammen gut durchkochen. Man schlägt die Suppe vor dem Anrichten durch und färbt sie mit einem Eigelb.

f. KalLSlunge in saurer Soße. Eine rohe Kalbslunge febneibet man in Stücke; in heißem Fett röstet man einen Koch­löffel Mehl braun, löscht mit Fleischbrühe zu einer dünnen Soße ab, gibt die Lunge hinein und dämpft sie in etwa DI Stunden weich. Zuletzt schmeckt man die Soße mit Essig und gebranntem Kochzucker ab, läßt gut aufkochen und serviert.

k. Zwicbackpfannkuchcn. Fünf gestoßene Zwiebäcke, ^ Liter Milch, drei Eidotter, einen Eßlöffel voll Mehl, einen Eßloflel voll Zucker, etwas Zitronenschale und 85 Gramm gestoßene, abgezogene Mandeln gut gerührt, den Eiweißschnee darunter gemischt, in heißer Butter von der Masse einige Pfannkuchen gebacken, diese mit Zucker bestreut und serviert.