Einzelbild herunterladen
 

Zulöaer Änseiger

Julio / Sla« 2

-Nr. 81

Donnerstag, 7. April

1932

Kurze politische Nachrichten.

Der Reichspräsident hatte sich wegen der 'Mastregelung derjenigen Stahlhelm- Mit- 'lieber, die sich vor dem ersten Wahlgang zur Reichs- Präsidentenwahl für Hindenburg ausgesprochen hatten, in einem Schreiben an die Bundesleitung des Stahlhelm acwandt. Nunmehr ist das Antwortschreiben der Bundes- lcituna des Stahlhelm beim Reichspräsidenten eingetrofsen. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, hat die Bun- desleitung dem Reichspräsidenten in einer den Forde­rungen des Reichspräsidenten entgegenkommenden Weise geantwortet. *

Im Prozeß Hitlers gegen das sozialdemo­kratische BlattMünchener Post" wegen der Behauptung dieses Blattes, die Nationalsozialisten hätten sogenannte M o r d l i st e n" aufgestellt, wurde der verantwortliche Redakteur des Blattes, Martin Gruber, wegen übler Nach­rede zu 2000 Mark Geldstrafe, bzw. 14 Tage Gefängnis verurteilt. Das Urteil sagt, die Behauptungen des Blattes seien als unwahr erwiesen worden.

Zu dem Wahlzwischenfall in B e u t h e n , wo sich Graf Westarp weigerte, in einer Hindenburg-Ver­sammlung zu sprechen, in der nur schwarz-rot- goldene Fahnen zu sehen waren, wird von amtlicher Seite erklärt, die schwarz-rot-goldenen Fahnen seien durch ein Versehen in den Saal gekommen. Reichsbannerleute hatten die Fahnen mitgebracht, ohne von der Anordnung zu wissen, daß jeder Flaggenschmuck unterbleiben sollte. Schwarz-weiß-rote Fahnen hätte man nicht auftreiben können.

*

Der Präsident der französis chen Republik unter­zeichnete das Dekret, durch das die K a m m e r w a h l e n auf den 1. Mai für den ersten Wahlgang und den 8. Mai für den zweiten Wahlgang festgesetzt werden.

*

Das TschechoslowakischeMinisteriumdes Innern hat ein (generelles) Verbot des Tragens des Hakenkreuzes erlassen. Von deutscher zustän­diger Stelle werden daher alle Personen, die beabsichtigen, in die Tschechoslowakei zu reisen, davor gewarnt, ein Hakenkreuz anzulegen.

Zweite Rate der Beamtengehälter am 9. April.

Die Auszahlung der Dienstbezüge für Reichsbeamte im April.

Nach Mitteilung des Reichsbesoldungsblattes vom a April 1932 darf die Auszahlung der zweiten Hälfte der Dienstbezüge usw. bereits am Sonnabend, dem 9. April, erfolgen.

Das Schicksal Sterns und Wassiljews.

Der Oberste Gerichtshof der Sowjetunion hat dem Präsidium des Hauptvollzugsausschusses der Sowjet­union des Urteil gegen Stern und Wassiljew zur Be­stätigung vorgelegt. Sollte das Präsidium von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch machen, so wird das urteil im Laufe von drei Tagen vollstreckt werden. Kalinin soll sich bereits gegen die Be­gnadigung ausgesprochen haben, sodaß die beiden Verurteilten erschossen werden dürften.

tlnier Verdacht der Oevisenschèebung.

Bei der Haussuchung erschossen.

Der in Wiesbaden wohnhafte Direktor Deppe, frühere Inhaber einer Lebensmittelhandlmrg, die er ms auf die Filialen in Mainz und Bingen verkauft hatte,

Verdacht, an Devisenschiebungen beteiligt zu sein, s Fahndungsbehörde das Arbeitszimmer Deppes durchsuchte, erschoß sich dieser im Nebenzimmer. Wie ver- wittct, soll belastendes Material gefunden worden fein.

Iakob Uoggtreuter

Roman aus den bayerischen Bergen von Hans Ernst,

Urheberschutz 1 Herold-Verlag, Homburg (Saar)

(Nachdruck verboten).

-^.Kapitel.

Friedliche Stille umgab das ganze Gehöft.

Mannst^^5E ^rch den Garten her kamen jetzt drei Rina m ^ ?°? Haus zugoschritten. Es waren der Bauer, hatten V »» adel, die noch weit über Mitternacht gezecht

Natürlich war alles auf Pendels Rechnung gegangen.

^E Gäste in daS gute Schlafzimmer

J laschte ihnen gute Nacht.

das Better lling " gleich in Jackls Kampfer, tastete auf war leer.

tron hcim^m^ wart'n müffn, bis der saubere Pa- Er ff ' "Nit", knirschte er in verhaltenem Zorn.

^tänltcnKrL»^ hinunter-und ging mit ber«

- ncn nie Stube auf und ab.

wal â°ÄW»-Mb°ruhr fing an zu schlagen. Drei- licß sein hesllz ^w Vogel aus seinem Kästchen hervor und' 3ur 'Kuckuck ertönen.

Dritte nls auch von der Dorfkirche herauf die. meibnuf E^^ 1,011 Lnckl vom Wald Herkoin.

Xan tohp'r Jackl von dem zaubcrbollcn, tun* ^M das Hnz^ "wachte. Mit düsterer Miene schritt u«b aärC^ der Stube einen Schatten sich auf« t Er besai t l^c das bedeuten? ' ^nc Kammer nicht durch den Stall in andere im»» "^^)Ie,chcn sollte. Aber konnte ihn nicht . Und wo», gesehen haben?

ft, er war doch fein Kind wehr, ^èMn Latte. Mit,einem Owtfjunor auf

Flugzeug Verlin-Men brennend gelandet

Fluggäste und Fracht gerettet.

Das GroßflugzeugA. 100" der österreichischen Luft­verkehrs A.-G., das die Linie B e r l i nP r a gW i e n befliegt, ist in A s p e r n (im Wiener Flughafen) brennend gelandet. Bei den letzten Landungsmanövern geriet der rechte Tragflächenmotor in Flammen. Durch sofortiges Sperren der Zuleitungshähne gelang es dem Piloten, Flugkapitän Mandl, trotz der Stichflammen das Flug­zeug noch sicher zu Boden zu bringen. Während Flug­platzmannschaft und Polizei mit 35 Handlöschapparaten den Brand bekämpften, konnten die

zwei Fluggäste und die Fracht heil herausgebracht werden. Durch das Tetrachlor der Löschapparate, das von starkem Sturm zurückgetrieben wurde, erlitten sieben an den Löscharbeiten beteiligte Personen leichte Gas­vergiftungen.

Die dreimotorige Junkers-Maschine ist betriebsun­fähig. Tragfläche und Wand, in die der Motor eingebaut war, sind eingeschmolzen.

Vermischte Nachrichten

Der Reichspräsident empfängt eine Abordnung der Volks­rechtspartei.

Berlin. Reichspräsident von Hindenburg empfing eine Abordnung der Volksrechtspartei (Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung), die die Wünsche der in dieser Partei ver­einigten deutschen Sparer und Rentner nach unbedingter Ab­wehr aller irgendwie gestalteter inflatorischer Vorschläge, nach Besserung des Loses der Kleinrentner, nach Neubildung in­ländischen Kapitals durch Wiederherstellung alten Volks­vermögens und nach Förderung der Kapitalsbildung vortrug. Die Abordnung bat den Reichspräsidenten, alle diese Fragen sowie auch ihre Zusammenhänge mit Arbeitslosigkeit und Kreditkrise durch einen besonderen Sachverständigcnausschuâ prüfen und beraten zu lassen.

Naubübcrsall im Elektrizitätswerk.

Frankfurt (Oder). In der Nacht wurden zwei Angestellte des Elektrizitätswerkes, die im Begriff waren, die Tages­einnahmen der Straßenbahn in einen Geldschrank zu schließen, von zwei maskierten Räubern überfallen und mit Revolvern bedroht. Es kam zu einer lebhaften Schießerei. Anscheinend wurde aber niemand getroffen, denn die Räuber konnten sich in Sicherheit bringen, nachdem es ihnen gelungen war, eine Kassette mit Geld an sich zu reißen. Geraubt wurden etwa 750 Mark. Die geleerte Kassette wurde später in der Stadt gefunden.

Unterschlagungen bei einer Hausbesitzerbank.

Danzig. Bei der Hausbesitzer- und Gewerbebank in Danzig, die vor einiger Zeit ihre Zahlungen eingestellt hat, ist man jetzt umfangreichen Unterschlagungen auf die Spur gekommen. Bei der Nachprüfung der Bücher und RechnungS- unterlagen ergab sich, daß der Leiter der Zahlstelle Reufahv» wasser, der 23 Jahre alte Bankbevollmächtigte Tetzmer, Unterschlagungen in Höhe von etwa 5000 Gulden begangen hat. Tetzmer wurde verhaftet und dem Danziger Gerichts- gesänanis zugeführt. Bisher hat er Unterschlagungen von 3100 Gulden zugegeben.

Ein Hitler-Haus in Wien.

Wien. Die österreichische Gauleitung der NSDAP, hat ihr neues Heim in der Hirschengasse im VI. Wiener Gemeinde- bezirk bezogen. Auch dieses Heim, das den Namen Hitlers trägt, ist ein braunes Haus. Treppenfenster und Türen find mit Hakenkreuzen geschmückt. 40 Räume sieben der Partei­leitung und ihren Ünterglieberungcn zur Verfügung. Das bis­herige Parteiheim wird von den Sturmabteilungen benützt.

Massenversammlung der streitenden Bergarbeiter in Brüx.

Brüx. Auf den drei großen Plätzen der Stadt fand die Massenkundgebung der streikenden Bergarbeiter Nordwest­böhmens statt. Die Teilnehmer, rund 18 000 Mann, trafen in langen Zügen in Brüx ein. Sämtliche Geschäfte der Stadt waren geschlossen, da die Gewerbetreibenden und Kaufleute mit den Bergarbeitern sumpathisieren. Auch die Belegschaften fast aller Fabriken in Brüx batten die Arbeit nicbcrgelegt, um an der Kundgebung teilzunchmen. Unter den Rednern befand sich auch der frühere tschechische Minister Vrbcnskv sowie mehrere kommunistische Abgeordnete und der deutsche national« sozialistische Bergarbeitcrsckretär. Die Versammlungen ver­liefen ruhig.

Sozialistische Bergarbeiter für Verstaatlichung der Gruben.

Brüssel. Der Internationale Sozialistische Bergarbeiter- ausschuß nahm mehrere Entschließungen an, in denen u. a. die Verstaatlichung der Gruben und die 40-Stundcn-Woche gefordert werden.

Montagu Norman bleibt Gouverneur der Bank von England.

London. Montagu Norman ist zum 13. Male zum Gouver­neur der Bank von England wicdergcwählt worden.

Die irische Antwort wird geprüft.

London. Im Unterhaus teilte der Minister für die Do­minien mit, daß die irische Antwort auf die englische Note über den Treueid und die Entschädigungszahlungen in London eingetroffen sei und zur Zeit von dem Sonderausschuß des Kabinetts für die irische Frage ermogen werde.

idie HanZtüre zu und ging schnurstraks in die Stube hinein. Boggtreuter stand am Fenster und trommelte ungeduldig an die Scheiben.

Langsam drehte er sich um und schritt auf den Sohn zu. , Mit über der Brust gekreuzten Armen blieb er vor ihm [tc* Heu und betrachtete ihn vom Fuß bis zum Kopf.

.Darf ich vielleicht wiss'n, wo du dich umhertrieb'n hast die ganze Nacht?" fragte er kurz und rauh.

Für einen Moment wurde Jackl etwas verlegen, bis er

-dann etwas stockend sagte:Ich war--ich 'hab ich' . hab Kart'n g'spielt beim Hirschwirt, weil mir dös XanVit

nct behagt hat."

Was? Kart'n g'spielt hast? Ja richtig, wie ich auch so vergess'n sein kann, ich hab's ja selber mit'eig'nen Aug'n g'sehn, wie d gspielt hast" spöttelte der Alte.Bloß hast ver­gess'n, daß die Karte einem andern g'hört. Gib Antwort, is wahr oder net?"

Ja, Vatta--es is wahr."

So, und du schämst di nct, mir dös ins G'sicht zu sag'n, an solchen also hab ich aufzog'n an Lump!" Zu glei­cher Zeit holte er mit der Faust zum Schlag ans, ließ sie aber gleich wieder sinken, als er in das zuckende, bleiche Ge­sicht des Sohnes.sah.

Demselben schien der Boden unter den Füßen zu wanken.; Gin leichter Schwindel ergriff ihn. Fast hätte er nach einem Halt greifen müssen. Das also sollte sein Vater sein, der ihm unch-spionierte auf Schritt und Tritt, der ihm schon die erste' Liebe aus dem Herzen gerissen hatte und ihn jetzt darob noch spöttelte und beschimpfte. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Ein Abscheu erfaßte ihn gegen den Mann, den aber sein Hochmut und Bauernstolz bis zum Fanatiker trieb. Er schritt auf ihn zu und sah ihn mit glühenden Augen an.

Diesem Blick konnte der Alte nicht standhaften. Schritt für Schritt wich er zurück bis zum Herrgottswinkel.

Wie eine junge, schlanke Tanne Pflanzte sich Jackl vor ihm auf. Eine Weile herrschte tiefes Schweigen. Mit seinen leidensvsrzerrten Zügen schaute der Heiland auf die beiden ârab. Endlich hub ccr Iun^L.aitt.

Nah und Fern

O Wegen Tevisenschiebung verhaftet, aber wieder frei- gelassen. Die Berliner Schauspielerin Rita Mengelkoch war wegen Verstoßes gegen die Devisenordnung^festgenom- men worden: sie sollte ihrem Freunde, dem Stuttgarter Rechtsanwalt Dr. Schwarzkopf, bei großen Devisenschie­bungen behilflich gewesen sein. Rach eingehender Ver­nehmung ist die Schauspielerin jedoch wieder entlassen worden, da sie nachwies, daß sie für den Rechtsanwalt keinerlei Finanzgeschäfte erledigt hat.

O Raubüberfall aus eine Gastwirtschaft. In einer Schankwirtschaft in Mahlsdorf bei Berlin erschienen vier junge Männer, die mit Pistolen bewaffnet waren, und forderten von der allein anwesenden Gastwirtin die Kasse. Die Frau, die am Tage zuvor die Mietgelder ihres Hauses einkassiert hatte, mutzte auf die Drohungen der Burschen den gesamten Kasseninhalt von über 500 Mark heraus- geben. Die Räuber konnten in dem benachbarten Lauben­gelände entkommen.

O Liliputanerhochzeit. In Berlin hat sich der 94 Zenti­meter kleine Bürgermeister der BerlinerLiliputaner­stadt", Henry Berndt aus Lübeck, mit der um zwei Zenti­meter größeren Engländerin Pem verlobt. Tie Trauung soll im Mai stattfinden.

O Räuber im Straßenbahndepot. In Frankfurt an der Oder überfielen Räuber, die anscheinend aus Berlin ge­kommen waren, um Mitternacht den Stratzenbahnhof, bedrohten die zur Abrechnung erschienen Straßenbahn- schaffner mit Revolvern und raubten einen Teil der Tageseinnahmen in Höhe von 700 Mark. Die Räuber entkamen in einer Berliner Autodroschke, nachdem sie auf ihre Verfolger etwa 20 Schüsse abgegeben hatten.

O Ein Münchener Tourist von einer Lawine verschüttet. Der Handelsangestellte Ernst Friedel aus München unter­nahm mit zwei Begleitern eine Skitour im Nadernachtal in den Salzburger Bergen. Es löste sich an einem Hang ein Windbrett los, das Friedel verschüttete. Ter Ver­schüttete wurde von seinen Begleitern wieder ausge­graben, aber er war, als man ihn sand, bereits tot.

O Raubüberfall in einem Hamburger Kontor^ Im Kontor der Hamburger Textilwarenfirma Karl Freitag wurden eine Angestellte und dèr Kassenbote einer anderen Firma von zwei jungen Männern, die mit Revolvern be­waffnet waren, überfallen und zur Herausgabe der Geld­schrankschlüssel gezwungen. Tie Räuber raubten etwa 200 Mark und ergriffen dann die Flucht.

0 Vier Milliarden Mark im Sparstrumpf. Nach^amt- lichen französischen Schätzungen dürften in den Spar­strümpfen der Bevölkerung Frankreichs, das das Land der kleinen Sparer ist, etwa vier Milliarden Mark liegen. Tie neu ausgegebenen Tausendfrancscheine in Höhe von mehreren Milliarden sind fast sämtlich aus dem Verkehr verschwunden.

0 Goethe wird durch Schweigen geehrt. In London fand ein Festessen des Penklubs (internationaler Schriftstellcr- klnb) anläßlich der Goethefeier statt. Die Mitglieder verharrten mehrere Minuten lang in Schweigen, um den Dichter zu ehren. Deutschland war durch den deutschen Geschäftsträger Graf Bernstorff vertreten. Ter englische Dichter John Galsworthy hielt die Festrede, in der er u. a. ausführte, daß der Genius Goethes eine der größten Ruhmesherrlichkeiten Teutschlands fei.

0 Tieideale Frau" wird gesucht. In Ungarn will man nach so vielen Schönheitskonkurrenzen einen Wett­bewerb um den EhrentitelIdeale Frau" veranstalten. Es sollen berücksichtigt werden: Küche, Hauswirtschaft, Schneiderei, Allgemeinbildung, Kindererziehung, Musik, Tanz und Höflichkeit. Da Schönheit nicht besonders er­wähnt wird, können auch häßliche Frauen ihr Glück machen.

0 Lindbergh selbst soll das Lindbergh-Kind entführt haben! In Amerika ist jetzt das tolle Gerücht verbreitet, daß der Ozeanflieger Lindbergh selbst das seit mehreren Wochen in der ganzen Welt gesuchte Lindbergh-Kind weg- geschasft habe. Lindbergh habe seinerzeit das Kind an­genommen, als seine Frau ein totes Kind zur Welt brachte. Jetzt, wo seine Frau einer zweiten Entbindung entgegen- sehe, habe er das unbequeme Kind, das nicht sein Kind sei, heimlich aus dem Hause entfernt.

0 Ein tunesischer Schütze erschießt zwei Töchter eines Kafscehausbcsitzers. In einem kleinen Kaffeehause in Mörchingen trug sich eine furchtbare Bluttat zu. Ein Unteroffizier eines dort in Garnison liegenden tunesischen Schützenregiments, der mit dem Besitzer des Kaffeehauses, einem Algerier, in Streit geraten war, zog im Laufe der Auseinandersetzung plötzlich seinen Revolver, erschoß die beiden Töchter des Besitzers und yerletzje die Mutter durch einen Steckschuß schwer.

Also ein Lumpen hast mich g'heißen. Jetzt frag ich dih, wer mia zu dem g'macht hat."

Du hast gar nix z'frag'n", schrie der Alte.

Doch Jackl schien es gar nicht zu hören, denn unbehindert fuhr er fort:Du selber bist an allem schuld, weil du durch deinen Größenwahn die kleinste Regung nach Sehnsucht in mir erstickt hast. Wär die Vroni eine mit viel Geld, dann mär alles recht g'wesen. Aber so hab ich die Liab aus mir rausreiß'n inüss'n, weil du cs verlangt hast. Geld ist bei dir die Liab."

Tief Atem holend fuhr er fort:

In deiner Selbstsucht denkst net d'ran, was ein junger Mensch vom Lebn fordern kann. Bet, arbeit und stirb, heißt's bei bir. Denn dn kennst dös Glück net, nach dem sich ein jun­ges Menschenherz sehnt nach Sonnenschein nach Glück nach Leb'n. Ich darf mich net sehnen, muß jede Sehnsucht nach Liab in mir erftid'n, den leisesten Gcdank'u danach auS- rotl'n. Denn die kleinste Regung ist in deinen Aug'n ein Ver­brechen. Ich darf uet glücklich sein, soll net lach'n und fdhcrjtr mia andere, ich soll nur den kriechenden, demütigen Knecht spiel'n, ich soll mich net muck'n, weil btt es net willst,.weil du" die harte Stimme ging plötzlich in ein Keuchen über weil du--mich hassest!"

Seine blitzenden Augen bohrte er auf den Vater, der ganz geduckt, sich mit den Händen auf die Banklebnc stützend, do - stand.

Auf einmal aber schien Leben in ihn zu kommen. Er rante sich auf und gab dem Sohn den Blick zurück. Jede in seinem Gesicht zuckte.

3a ----ich hasse dich!" schrie er, daß die Fenster er­zitterten.Ich hasse dich '"

Jackl zuckte zusammen.Einem solchen, der mich haßt, hab ich nir mehr zu sag'n." Er wandte sich um und ging hinaus. Krachend schlug die Tür ins Schloß.

Vater und Sohn waren sich in dieser Morgenstunde fremd geworden,

K»rtsètzunL iolaD