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Kul-aer Anzeiger $MM / SMt

gl, 74 Mittwoch, 30. Mürz 1933

Kurze politische Nachrichten.

Nach dem Ausweis der Reichsbank sind in ltr dritten Märzwoche an Reichsbanknoten und Renlen- ,Wkscheinen zusammen 110,8 Millionen Mark in die Assen der Reichsbank zurückgeflossen. Die fremden gelber zeigen mit 491,5 Millionen Mark eine Zunahme um 147 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und teckung sfähi g en Devisen haben sich um 0,7 Millionen auf 1019,3 Millionen Mark erhöht. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 25,4 Prozent gegen 24,8 Prozent in der Vorwoche.

Der Reichswirtschaftsminister hat angeordnet, daß die Importeure für den Monat April 1932 den Höchst­betrag ihrer allgemeinen Devisengenehmigun­gen nur bis zur Höhe von 55 Prozent in Anspruch nehmen dürfen. Für die diesen Betrag übersteigenden Zahlungsverbindlichkeiten werden die Firmen auf die Inanspruchnahme von Licferantenkrediten und die Aus­nutzung der Kreditlinien des Stillhalteabkommens ver­wiesen.

Der V i z e a d mi r a l a. D. Exzellenz Robert Mischke ist im Alter von 67 Jahren auf Burg Lahneck gestorben. Während des Krieges war Vizeadmiral Mischke Chef der Küstenschutzdivision an der Ostsee.

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Das britische Schatzamt hat die vorletzte Rate des 200-Millionen-Dollar-Kredits in Höhe von 30 Millionen Dollar an Amerika zurückgezahlt. Die letzte Rate in Höhe von 20 Millionen Dollar wird am 5. April gezahlt werden. Damit wird dann der gesamte M-Millionen-Kredtt, den England in der Zeit der Krise von den amerikanischen Bankiers erhalten hat, zurück­gezahlt sein.

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In einer Konferenz der griechischen Regierung mit den Parteiführern wurde beschlossen, daß die Regierung Venizelos weiter im Amte verbleibt. Gleichzeitig hat die Regierung die internationale Finanzkommssion davon in Kenntnis gesetzt, daß Griechenland ab 1. April die Til­gung der Auslandsschulden ein st eilen und die Zinsenzahlung anstatt in Goldpfunden nunmehr nur noch in Papierpfunden leisten wird.

Nah und Fern

0 Waldbrânde bei Berlin. Durch die Unvorsichtigkeit von Ausflüglern ist während der beiden Osterfeiertage in der Umgebung Berlins eine große Zahl von Wiesen- und Waldbränden verursacht worden. Es wurden insgesamt über 125 000 Quadratmeter Flurbestand eingeäschert.

0 Fünfzehn Jahre Zuchthaus für einen Mutter- und Geschwistermörder. Der 18jährige Mühlenbefitzerssohn Georg Klein, der in Troitschendorf seine Mutter und seine beiden Zwillingsgeschwister ermordet hatte, wurde vom Görlitzer Schwurgericht wegen Totschlags in drei Fällen zu fünfzehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrver­lust verurteilt.

0 Familientragödie. In Bottrop erschoß der 24 Jahre alte Friseur Bertram in seiner Wohnung sein zwei Monate altes Kind und sich selbst. Bertram lebte seit einiger Zeit in unglücklichen Familienverhältnissen. Seine Frau war nicht im Hause, als die Bluttat geschah.

0 Der Feuerwehrhauptmann macht Feuer. In Udestedt (Thüringen) wurde der 31 Jahre alte Landwirt Hermann Erbs bei einem Brandstiftungsvcrsuch festgenommen. Vor dem Untersuchungsrichter gestand Erbs, der Haupt­mann der Ortsfeuerwehr war, in Udestedt und Klein­udestedt acht Brände, durch die eine größere Anzahl von Gebäuden vernichtet wurde, angelegt zu haben. Erbs, der sich stets eifrig am Löschen der Brände beteiligte, will unter einem unwiderstehlichen Zwange gehandelt haben.

0 Raubüberfall auf eine Stationskasse. In der Nacht drangen drei maskierte Burschen im Alter von etwa 25 fuhren mit vorgehaltenen Pistolen in die Stationskasse d^Babnstatiol^Freschlunebero^Krei^Geestcmünde^in.

Mob Uoggtreuier

Montan aus den bayerischen Bergen von Hans Ernst

Urheberschutz: Herold-Verlag, Homburg (Saar)

15 (Nachdruck verboten).

9?un waren aber Vorn Voggtreuterhof volle drei Stunden rum Holzschlag. Deshalb'wurde oben eine Art Block- zusammcngczimmert, in der die drei die Nacht über «eben. Auch die Holzknechte schliefen oben.

üwr eine schöne Zeit, die Iackl da oben verlebte; die war auch gar nicht streng, weil Herr Rigg, wie der. . ^', erst um sieben Uhr an das Messen ging und. 1 1 iuuf Uhr wieder Feierabend machte.

s Am besten gefiel Buchberger das Leben. So schön hatte bch dabe'^ 'cht ^urde gut bezahlt, und brauchte

der Früh mußte er zwar eine Stunde früher ausstehen Miu - ^cr Nächstliegenden Alm Milch und Bntter holen.

^ u^ Abends stand er dann mit aufgestülpten Aer- !tril ^ut-vsfencn Feuer und bereitete einen Holzhackerschmar- be/w 'ct ^Uit cr ost die lobende Anerkennung von Rigg, Iwir Buchbe^' ^ran verstünde sich nicht so aufs Kochen aber waren die Abende, wenn die Holzknechte Feuer 1 K .ch^chten. Da lagerte sich alles um ein kleines !te Ari. ^ schwieligen Hände, die den Tag über die schwe- uub r iWingen hatten, griffen zur Zither und Gitarre/ wnd 4,ir ?. tauschten in den dämmernden Wald Lieder nie om , Wben das Echo zurück. Rigg behauptete oft, noch schöne Zeit verlebt zu haben, wie hier unter den ungebrannten Älpcnsöhnen.

Kisunken^^^^ °.n i° Einem Abend, die Sonne war schon tief Lbgt GO- ^ür eine orangefarbene Kugel lugte noch zwischen -^Lârtzor, Die ersten Sterne flackerten schon auf.'

Sie fesselten die beiden anwesenden Beamten und raubten die Stationskasse, in der sich jedoch nur 20 Mark Silber­feld und eine Rolle mit 50 Zweipfennigstücken befanden. Außerdem entwendeten sie die Barschaft des Beamten Winkler in Höhe von 17 Mark. Die Räuber fragten bei ihrem Eindringen sofort nach der Monatseinnahme der Stationskasse, mußten jedoch zu ihrem Ärger erfahren, daß tägliche Abrechnung stattfindet.

O Zwei Kinder im brennenden Schlafzimmer getötet. Von einem furchtbaren Schicksalsschlage wurde die Familie Sölbrand in Ganderkesee bei Delmenhorst be­troffen. In Abwesenheit der Eltern spielten die beiden Kinder im Alter von drei unb vier Jahren im Bett mit Streichhölzern. Als die Eltern zurückkehrten, bot sich ihnen ein entsetzlicher Anblick. Das ganze Zimmer stand in Flammen. Die beiden Kinder, ein Junge und ein Mädchen, waren bereits tot.

Riesenwal in der Elbe gefangen.

In der Unterelbe wurde ein riesiger Walfisch von beinahe neun Metern Länge gefangen. Das 12 000 Pfund schwere Tier wurde von einem Bergungsdampfer nach Hamburg abgeschleppt und dort mittels eines Krans an Land gebracht.

O Voin Liebhaber seiner Ehefrau ermordet. In Ommers­heim (Bezirk St. Ingbert) wurde der 30jährige Hütten­arbeiter Peter Linz mit eingeschlagener Schädeldecke in der Küche seiner Wohnung aufgefunden. Das Mord­werkzeug, ein Beil, war von dem Täter im Küchenherd versteckt worden. Als der Tat verdächtig wurde der Arbeiter Joseph Klein und die Ehefrau des Ermordeten in Haft genommen. Die beiden Verhafteten unterhielten feit langer Zeit ein Liebesverhältnis. Die Untersuchungs- bchörde nimmt an, daß Klein den Mord auf Anstiftung seiner Geliebten begangen hat.

O Raubmord an einer Greisin. In Danzig wurde die 75jährige Witwe Veronika Felstau in ihrer Wohnung er­mordet aufgefunden. Anscheinend liegt Raubmord vor. Der Tod ist durch Erdrosseln mit einer Lederschnur und durch Zertrümmern der Schädeldecke mit einem stumpfen Werkzeug, vermutlich mit einem Hammer, herbeigeführt worden.

0 Haydn-Gedenkfeier. In Rohrau in Österreich, dem Geburtsorte Josef Haydns, fand anläßlich der 200jährigen Wiederkehr des Geburtstages des Komponisten eine Gedenkfeier in Anwesenheit des österreichischen Bundes­präsidenten und des Bundeskanzlers statt. An dem Geburtshause wurde eine Gedenktafel enthüllt.

0 34 Todesopfer des Ostcrverkchrs in Frankreich. Der besonders starke Verkehr während der Ostcrfeiertage hat in Frankreich 34 Menschen das Leben gekostet, während 120 Personen mit mehr oder minder schweren Verletzungen da­vonkamen. Ein besonders schwerer Unfall ereignete sich in der Sähe von Boulogne-fur-Mer. Zwei Motorrad­fahrer mit je einem Beifahrer stießen in voller Fahrt zu­sammen. Drei von ihnen waren auf der Stelle tot, wäh­rend der vierte sterbend in ein Krankenhaus gebracht wurde.

0 Schwerer Unfall beim Röntgen. Im röntgenolo­gischen Institut in Triest ereignete sich ein schwerer Un­fall. Die Ärzte Prof. Gordon und Prof. d'Este waren damit beschäftigt, einen Patienten mit Röntgenstrahlen zu durchleuchten. Plötzlich schlug aus dem Apparat eine große Stichflamme hervor. Der Patient wurde getötet, die beiden Ärzte erlitten lebensgefährliche Verletzungen.

G In viereinhalb Tagen von England zum Kap. Mit vier Tagen 17 Stunden und 19 Minuten (von England bis zum Kap der Guten Hoffnung) stellte der schottische Flieger J. A. Mollison einen neuen Weltrekord für Großbritannien auf. Allerdings endete seine glänzende Leistung infolge der Dunkelheit mit einer mißglückten Landung am Strande des Südatlantik. Er selbst erlitt keine Verletzungen. Ein Dampfer legt die Strecke Eng­landKap in 17 Tagen zurück.

Da nahm Iackl Buchberger auf die Seite und flüsterte ihm ins Ohr:Einen schönen Sechserbock weiß ich, der muß heut Nacht fall'u."

Buchberger nickte mit dem Kopf und stimmte gleich wieder in das Lied, das die anderen sangen, mit ein.

Eine Stunde später, als Rigg schon fest schnarchte, verließen die beiden dje Blockhütte und huschten in die Nacht hinein. sAm andern Tag stand ein hustender Rehbraten am Tisch.

Amal was anders", meinte Buchberger, einen Blick mit Iackl wechselnd, als er die Pfanne auf den Tisch stellte.

Hm, ein Rehschlegel", schmunzelte Rigg.Buchberger, Sie Allerweltskerl, wo haben's denn den aufgabelt."

Ja wifs'ns, die Sennerin, wo ich die Milch allweil hol, die hat hinter ihrer Hütt'» ein junges Böcklcin g'sunden, und da hat's mir ein Stück'l g'schenkt davon."

Rigg legte Messer und Gabel weg und meinte zu Iackl:Ist das nicht strafbar?"

Ah, woher", lachte Iackl,döS kommt öfters vor, daß ma ein Reh sind, das sich mit einer Kugel noch soweit schleppt, daß der Jäger die Spur verliert."

Buchberger?" wandte sich Rigg an diesen.Können Sie mir vielleicht so einen Schlegl mitbringen? Ich möcht gerne meiner Frau eine Uebcrrnschnng am Samstag mit heim brin­gen. Ich bezahl' eS ja gern." - i

Wird b'sorgt, wird b'sorgt, laß'ns nur enna Geld drinn", wehrte Buchberger ab.Eo'a Schlegerl gibt's bei uns in die Berg scho gratis." 3

Am andern Tag lag schon ein großes Stück Fleisch im Es­sig für Rigg. Natürlich wieder von der Sennerin geschenkt bekommen. i

An diesem Tag fragte Iackl plötzlich Buchberger, wo er ei­gentlich immer Milch und Butter hole.

*Auf der Bernhuberalm, die liegt ja am nächsten", gab der Alte zur Antwort.

>Ja, warum hast mir denn dös not schon eher gesagt, dös Sach muaß ja doch bezahlt werden? Ich hab allweil glaubt, du holst's aus unserer Alm, bei der Resl, aber iS schon gut ,jetzt, morg'n erkundigst dich nach der Schuldigkeit, damit die Sach seins Richtigkeit hat. Js doch die alte Mab'n noch brühn auf der. Alm?"

0 Tollkühnes Experiment eines Erfinders. In den französischen Alpen hat der französische Ingenieur und ehemalige Kriegsflieger Sauvant ein tollkühnes Experi­ment durchgeführt: er stürzte sich in einer von ihm kon­struierten Flugzeugkabine einen 200 Meter tiefen Ab- grunv hinunter. Während die Außenwand der Kabine zertrümmert wurde, blieb Sauvant unverletzt. Tie Er­findung beruht aus dem Experiment, daß ein in einem Straußenei befindliches Hühnerei keinen Schaden nimmt, wenn das Straußenei zu Boden fällt. Sauvant hat seinen Versuch, der ihm wiederholt verboten worden war, heimlich durchgeführt.

Börse und Handel.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 29. März. Der Auf­trieb des Hauptmarktes bestand aus 981 Stück Rindern (gegen 1570 am letzten Hauptmarkt), darunter befanden sich 230 Ochsen, 60 Bullen, 368 Kühe und 275 Färsen, ferner aus 417 (1077) Kälbern, 72 (45) Schafen und 3745 (6486) Schweinen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: al) 3034, a2) 2529, b1) 20-24. Bullen: a) 2530, b) 2024. Kühe: a) 2426, b) 20-23, c) 15 19. Färsen: a) 3034, b) 2529, c) 2024. Kälber: b) 4246, c) 3641, d) 3235. Schafe: a) 3035, b) 25 bis 29. Schweine: b) 40-43, c) 4043, d) 3841, e) 36 40, f), g) 236. Im Preisvcrhältnis zum letzten Haupt­markt blieben Rinder unverändert, Kälber und Schweine wurden 12 Mark höher bezahlt. Marklverlauf: Rinder ruhig, ausverkauft. Kälber und Schafe mittelmäßig, ge­räumt. Schweine ruhig, geringer Ueberstand. Fleischgroß­markt. Ochsen- und Rindfleisch 1. 4854, Ochsen- und Rindfleisch 2. 4346. Bullenfleisch 4346. Kuhfleisch 2. 3240, Kuhfleisch 3. 2030. Kalbfleisch 1. 7077, Kalb­fleisch 2. 6070. Hammel- und Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch 1. 5056 Mark für 1 Ztr. frisches Fleisch. Eeschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig.

Amtliche Berliner Notierungen vom 29. März.

* Börsenbericht. Wider Erwarten war die Börse gut ge­palten. Das Geschäft bewegte sich weiter in engsten Grenzen Nach der viertägigen Unterbrechung waren die Umsätze recht gering. Einen guten Eindruck hinterließ die ausgeglichene Tevisenbilanz der Reichsbank. Am Geldmarkt machte sich der Ultimo bemerkbar. Ter Satz bewegte sich zwischen 6% und 64. In Diskonten überwog die Abgabeneigung. Nach Erledigung der bei Börsenbeginn vorliegenden Orders schrumpfte das Geschäft vollständig zusammen. Umsätze wurden nur in den größeren Märkten beobachtet. Das Kursniveau gab an den Spezialmärkten im Rahmen von 12 Prozent nach. Die Börse schloß wenig verändert. Das Kursniveau konnte sich behaupten.

* Devisenbörse. Dollar 4,204,21; engl. Pfund 15,89 bis 15,93; holl. Gulden 170,08170,42; Tanz. 82,3782,53; franz. Franc 16,5716,61; schweiz. 81,5281,68; Belg. 58,6658,78; Italien 21,7921,83; schwed. Krone 85,3185,49; dän. 87,61 bis 87,79; norweg. 84,1284,28; tschech. 12,4612,48: österr. Schil­ling 49,9550,05; Argentinien 1,0731,077; Spanien 31,97 bis 32,03.

Getreide und Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark.

29. 3. 28. 3.

29. 3. 28. 3.

Wei;., mark. 253-255 251-253 pommersch.

Rogg., mârk. 197-199 194-196

Braugerste 183-190 183-190

Sommergst. --

Futtergerste 170-179 170-179

Wintergerste

Hafer, mark. 159-166 158-165 pommersch.

westpreuß.

Weizenmehl per 100 kg fr. Berl. br. inkl. Sack 31,0-34,6 31,0-34,5

Roggenmehl per 100 kg fr. Berl. br. inkl. Sack 26,7-27,9 26,7-27,9

Weizkl. s.Bln. 10,8-11,1 10,8-11,1 Roggkl. s.Bln. 10,4-10,7 10,4-10,7 Leinsaat Raps Erbsen, Vikt. 18,0-25,0 18,0-25,0 kl. Spciseerbs. 21,0-24,0 21,0-24.0 Futtcrerbsen 15,0-17,0 15,0-17,0 Peluschken 16,5-18,5 16,5-18,5 Ackerbohnen 15,0-17,0 15,0-17,0 Wicken 16,0-19,5 16,0-19,5 Lupine, blaue 11,0-12,0 11,0-12,0 Lupine, gelbe 15,0-17,0 15,0-17,0 Scradella 32,0-38,0 32,0-38,0 Leinkuchen 11,8-12,0 12,1 Erdnußkuchen 13,1-13,3 13,3-13,5 Trockenschtzl. 9,0-9,2 8,7-8,8 Soyaschrot 12,0 12,0-12,2 Torfml. 30/70

* Berliner Heu- und Strohnoticrungen. DrahtgepreßtcZ Roggenstroh lQuadratballen» 1,151,35: drahtgepr. Weizen- stroh (Quadratballen) 0,800,95; Roggenlangstroh (zweimal mit Stroh gebündelt) 1,051,35; bindfadcngeprcßtcs Roggen- stroh 1,051,25; bindsadcngcpr. Weizensirob 0,801,00: Häcksel 1,651,85; handelsübliches Heu, gesund und trocken, 1,301,50: gutes Heu, gesund und trocken, 1,952,35; Luzerne, lose, 2,40 bis 2,70; Tbvmotce, lose, 2,352,70; Klcchcu, lose, 2,302,60; drahtgeprcßtes Heu 40 Pf. über Notiz.

Amtliche Berliner Buttcrnoticrung. 1. Qualität 118, 2. Qualität 111, abfallende Sorten 101 Mark per Zentner.

An diesem Nachmittag aber bekam Buchberger Botschaft, er müsse ins Dorf nunter kommen, weil die Buchbergerin die Papiere nicht fand, die Brom zur Heirat benötigte.

So saßen Iackl und Rigg abends allein in der Hütte und schmauchten ihre Pfeifen.

Da sprang Iackl plötzlich auf und sagte:

Wissens was? Jetzt gehn ma auf die Bernbiiberalm und laß'n uns was gut's auskochèn. Ich hab so wie so noch ein» Rechnung dort zu begleichen, dann gehts in einem."

Freudig stimmte der Andere bei, und eine Bicrtclstundc später waren die beiden schon untcnvegs.

Bom Holzschlag ging eS zuerst noch eine Strecke auswärts, dann durch einen Lerchenwald steil abwärts. Gleich einens zitternden Feuerschein lag es über allen Wipfeln in der Luit. Ab und zu blieben die beiden stehen und betrachteten die:- lich glühenden Berge, die sich zur rechten Hand riesenhaft in die Höhe schwangen.

' Jetzt kamen sie zu einem kleinen Bergsee, der im Bolks- muub derschwarze See" hieß. Dieser Name war wohl auf seine tiefschwarze Farbe zurückzuführen.

i Drüben am andern Ufer lichtete sich der Wald und man sah durch die Gipfel die Almhütte durchschimmerin

, Iackl stieg in eines der Boote, die am Ufer an Pfählen an­gebunden waren und forderte Rigg auf auch eiuzufteigcii.

' Rigg, der bisher nur selten aus der Stadt herausgekonnnen war, schien sich gar nicht an der ivundervollen Pracht sattie- 'hcn zu können, die die sinkende Sonne ringsumher oerbrci- icic.

In der Abendlühle bekam alles eine geisterhafte Schönheit.' Die Ufer und Waldgehege waren fast erugebüllt in einen schar­lachroten Schleier,'die Berge ringsum loderten glührot auf und wurden gegen Westen hin in ein zitterndes Gelb verwanz delt. Und all diese Farben leuchteten auch auf dem See. Wenn Iackl mit den Rudern in das Wasser tauchte, gurgelte und rauschte es leise und zitternd schloß sich hinter dem Kahn die .Farbenpracht wieder zusammen^