Aus HeffeN-Haffau und Nachdargebieten
Merkblatt für den 16. März:
1858: Der Maler Bernhard Buttersack in Liebenzell im ^marzwald geb. — 1930: Der spanische General und Mi- nisterprasident Primo de Rivera gest.
Nicht größeren Vorteil wüßt' ich zu nennen — Als des Feindes Verdienst zu erkennen. Goethe.
Wetterbericht.
Ein am Montag bei Finnland liegender kräftiger Sturmwirbel verlagert sich rasch südostwärts. Nachdem er zunächst über Nord- und Mitteldeutschland eine verhältnismäßig milde Westströmung, Bewölkung und teilweise auch Niederschlag gebracht hat, wird von seiner Rückseite her zunächst wieder kältere Luft auf den Kontinent vorstotzen. Sie wird sich besonders im Osten auswirken, aber sich auch bis nach West- und Süddeutschland, wo sich bisher im Bereiche absinkender Luft meist heiteres Wetter gehalten hat, bemerkbar machen, — Vorhersage bis Dienstag abend: Zeitweise bewölkt, doch meist trocken, bei meist nördlichen Winden tagsüber nur mäßige Erwärmung und in der Nacht zum Mittwoch wieder vielfach Frost. — Witterungsaussichten für Mittwoch: Wolkig bis heiter, im wesentlichen trocken, nachts verhältnismäßig kalt.
"Fulda, den 15. März 1932.
„Ein Abend bei Johann Strauh".
So lautete der Titel des Programms für das gestern abend im Stadtsaal veranstaltete Konzert. Johann Strauß mit seinem Orchester seit 2 Jahren wieder in Fulda! Es war wiederum ein Ereignis. Schon beim Eintritt in den Stadtsaalgarten zeugte eine lange Reihe Autos davon, daß etwas Besonderes los sein müsse. Langsam, Schritt für Schritt, in dichtgedrängten Reihen, gelangt man endlich in den Saal. Es ist kurz vor acht Uhr, und immer neue Menschenmassen strömen in den schon gefüllten Saal, so daß die Zuletztkommenden mit einem bescheidenen Plätzchen im roten Saal sich begnügen müssen und dabei noch froh sind, daß sie überhaupt Einlaß fanden. Man möchte sagen, „ganz Fulda" war vertreten und zwar soweit man den Eintrittspreis erschwingen konnte, im Saal drinnen; die anderen, und dies war auch noch eine beträchtliche Anzahl, draußen vor den Türen und Fenstern, um auf diese Weise wenigstens teil zu haben an den bevorstehenden musikalischen Genüssen. 8.15 Uhr! Johann Strauß erscheint, mit Beifall empfangen. Er steht, daß noch viele Konzertbesücher nach ihren Plätzen Ausschau halten. Er will anfangen. Es geht nicht. Die Unruhe der Zuspätgekommenen ist noch zu groß. Er wartet mit dem Beginn noch einige Minuten. Endlich ist es so weit, Einzelne suchen noch immer nach ihren Plätzen. Johann Strauß zieht seine Uhr, zeigt dem Publikum, daß es beinahe 8.30 Uhr ist — hebt den Taktstock, das Konzert beginnt. Lautlose Stille, tritt ein. Mit der Ouvertüre der Operette „Eine Nacht in Venedig" beginnt das Konzert und endet mit der Fantasie aus „Fledermaus". Acht Kompositionen feines Onkels, des „Walzerkönigs" Johann Strauß, bringt er mit feinem vortrefflich eingespielten Orchester zu Gehör. Vergeßen ist der Alltag, vergessen ist die Wahl, vergessen alle politischen Gegensätze. Friedlich nebeneinander sitzen die noch gestern sich feindlich gesinnten Anhänger der verschiedensten Parteien — bezwungen durch die große Trösterin Musik. Ist es auch nur die leichte geschürzte Muse (Operette Ballet, Walzer), sie Zieht alle in ihren Bann. Um so mehr, wenn wir Musik so hören, wie es gestern wieder der Fall war. Wie Johann vtranß und seine KLnstlerschar diese Wiener Musik interpretieren, ist einfach unbeschreiblich. Man muß sie selbst hören. Das musikalische Fluidum des Dirigenten, das auf seine wackeren Künstler übergeht, schafft einen Konnex, durch den jeder Hörer mitgerissen wird. Das Publikum unterhielt sich glänzend und erzwang sich durch stürmischen Mifall Zugabe um Zugabe, am Schluß des Konzerts sogar deren zwei, die gern und freudig gegeben wurden. Hoffent- kommt Johann Strauß mit seinem Orchester auf seiner uachsten Konzertreise wieder nach Fulda, eines vollen Egales und einer aufmerksamen Zuhörerschaft darf er ge- Mvz sein. In diesem Sinne „Auf Wiedersehen!"
Fuldaer Geschichtsverein.
Lichtbilder-Vortrag.
. Der Fuldaer Geschichtsverein hatte seine Mitglieder so- Freunde des Vereins zu einem Lichtbildervortrag des Aegierungsbaurates Lütke-Marburg über „D i e eher Herstellung der St. Elisabethkirche " M a r b u r g" gestern abend in den Bürgerverein ge- Sollte doch von berufener Seite — dem Restaurator — diese Frage einmal einer eingehenden Verachtung unterzogen werden. Der Vortragende schilderte m?8angs die Notwendigkeit der Wiederherstellung der kI"^urger Elisabeth-Kirche, die zu den bekanntesten goti- Baudenkmälern Deutschlands gehört, und er gab ! ^"hrrtts einen Rückblick auf die bauliche Entwicklung die- nirche. Durch schöne Lichtbilder gewährte er seinen Sorem einen Einblick in das Arbeitsfeld. Die Bildfolge toi gleichfalls ein Weg durch das Geschaffene. Nach der ^tiinß des Daches und des Dachstuhles, die die Ein- L der äußeren Witterung abzuhalten vermochten, be- die langwierige und feine Jnnenarbeit. Hatte die eines ”or dor Wiederherstellung von innen den Eindruck nüchternen Papphauses, so atmet heute aus den nn ^rW und Lebhaftigkeit durch das bewußte Her- .der Mauersteine. Die Renovierung erforderte ^1111^ der vielfach aufgetragenen Schablonen- tie^ m und die Beseitigung alles Neugotischen, lind ost ihrer & ?ubei auf darunterliegende Gemälde, die sich in wogn,, M°N'wng weit über den darüberliegenden be- have Nu t Versetzung verschiedener Figuren und Altäre 1 "ls notwendig erwiesen und sei deshalb durchge- oeieriiAtu’L’ °^ne daß sich damit an dem Charakter der wichtin - v ganzen Hauses etwas geändert habe. Ein die R^»! 1 t >ehr interessanter Teil der Renovierung war 8ei(iRur^ der Fenstermalerei. Was in früherer Zeit würdig erneuert worden. Die wunderbaren und di. f u'}B?n der Chorfenster, die prächtigen Rosen Form symbolisierten Unterteile sind in meisterhafter worben in Restaurator photographisch festgehalten und nM r < " "e dem Beschauer einen überaus wuchtigen ionuna seinen Eindruck vermittelt!. Besondere Be- Mreinq£ t Vortragende auf die Renovierung des Habe non ei pF Elisabeth, den wochenlange fleißige Hin- ^ Dü m Ä"ern zu dem besten Stück der Kirche gemacht
Auffrischung und Farbgebung der GewölbesHluß-
steine zeige ebenfalls etwas Außergewöhnliches. — Herr Reg.-Daurat ßütif^ dessen Lichtbildersammlung von der Renovierung ein Beweis für die fleißige Hingabe an diese schwierige Arbeit ist, gab zum Schluß dem Bedanken Ausdruck, in Kürze einmal eine Anzahl Fuldaer Interessenten persönlich durch die Elisabeth-Kirche führen zu können. Reicher Beifall und die Annahme seines Wunsches lohnten den Referenten für die vorzüglichen Ausführungen.
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Iahreshauptoersammlung des Cartenbauvereins e. V. Fulda.
Die am Montag abend im Vereinslokal abgehaltene Jahreshauptversammlung des Eartenbauverins war zahlreich besucht. Nach kurzer Begrüßung wies der Vorsitzende, Herr Hauptlehrer Agricola -Bachrain, darauf hin, daß die Einfuhr von ausländischem Obst und Gemüse, die im Jahre 1931 über 468 Millionen Mark erforderte, noch stärker unterbunden werden müsse, wozu die Hausfrauen durch die Bevorzugung deutschen Gemüses erheblich beitragen könnten. Die für die Einfuhr verwandten Gelder würden dann dem deutschen Volke erhalten bleiben und in den Dienst der deutschen Wirtickaft gestellt werden können. Der Redner bat die Mitglieder, die Vereinsversammlungen auch im neuen Jahre zahlreich zu besuchen. Aus dem Bericht über das 52. Geschäftsjahr ging hervor, daß außer den üblichen Versammlungen, in denen größtenteils belehrende Vorträge gehalten wurden, im August eine Besichtigung sämtlicher Schrebergärten durch den Vorstand vorgenommen wurde. Es konnte hierbei eine befriedigende Beschaffenheit der Gärten festgestellt werden. In einzelnen Mo- natsversammlungen kamen insgesamt 80 Blumenstöcke zur Verlosung. Ein Mitglied stiftete eine größere Anzahl Dahlienknollen, die an die Versammlungsbesucher verteilt wurden. Nach Erstattung des Kassenberichts wurden die satzungsgemäß aus dem Vorstand ausscheidenden Vorstandsmitglieder Niebling und Holzheimer einstimmig wiedergewählt. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil der Versammlung hielt Herr Kreis einen sehr lehrreichen Vortrag über die Frühjahrsbestellung. Er warnte davor, mit der Aussaat von Samen und dem Setzen von Pflanzen zu früh zu beginnen. Die Ausführunaen des Redners enthielten weitere nützliche Ratschläge über die Behandlung von Mistbeeten, die Düngung usw. Auch die sich an den Vortrag anschließende Aussprache brachte den Besuchern manche nützliche Anregung. In der Versammlung wurden zwei Neuaufnahmen gemacht. Die nächste Versammlung findet am 11. April statt.
Morgen neuer Roman
Heute geht der Roman „Zumpe in Amerika" zu Ende. Während diese lustige, übermütige
Geschichte in das Land der „unbegrenzten Möglichkeiten" führte, wird unser morgen beginnender neuer Roman
Jakob Boggtreuter
als fesselnde h e i m a t g e ü u n d e n e Erzählung in die bayerischen Berge führen. Die vortreffliche Charakterzeichnung der Personen dieses ebenso spannenden wie lebenswahren und packenden Romans wird unsere ländliche Leserschaft in gleichem Maße wie die der Stadt in ihren Bann ziehen.
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Vor dem Schnrllrichtcr
hatte sich der 34jährige erwerbslose Maschinist Otto Schüß- ler, gebürtig von Maiersbach, in Fulda wohnhaft, zu verantworten. ' Ihm wurde zur Last gelegt, am Samstag nachmittag unbefugt nationalsozialistische Flugblätter verteilt zu haben, die polizeilich nicht zugelassen waren. Ferner war er im Besitze eines Totschlägers. Wegen Vergehens gegen Paragraph 1 des Gesetzes gegen unbefugten Waffenbesitz vom 28. März 1931 und Vergehens gegen Paragraph 11 der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Auswüchse vom 28. März 1931 erhielt Sch. insgesamt 2 Wochen Gefängnis., Der Totschläger wurde inge- zogen. Sch. trat seine Strafe sofort an.
Neuer Vicepräsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau.
In der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau am 4. d. M. wurde der Vorsitzende der Geschäftsstelle Fulda dieser Kammer, Herr Fabrikdirektor Ludwig Bellinger, Fulda, einstimmig zum Viceprüsidenten der Eesamtkammer Frankfurt a. M.-Hanau gewählt. Damit ist das Präsidium der Kammer wieder vollständig.
* Schlitz. (Unglücksfal l.) Der hiesige, junge Brauereibesitzer A. Otterbein nahm am gestrigen Sonntag mit verschiedenen Freunden an einer Skifahrt im Vogelsberg teil. Dabei stürzte er und wurde von einem andern, der ihm in schnellster Fahrt auf dem Fuße folgte, heftig an- gefahren und erheblich verletzt. Ein Sanitätsauto aus Schotten brachte den Verunglückten hierher, von wo er heute früh ins Landkrankenhaus nach Fulda überführt wurde. Angeblich liegt ein Beckenknochenbruch und eine Armverletzung vor, worüber eine Röntgenaufnahme Klarheit bringen soll.
Kassel, 14. März. (B e i in B a u m fällen t ö^ 1 i ch v e r 1 e tz t.) Im Reinhardswald ereignete sich am Samstag beim Holzfällen ein tödlicher Unglücksfall. Ein starker Buchenstamin traf beim Niederfallen den 26jährigen Holzhauer Willy Anderecht aus Holzhausen und verletzte den jungen Mann so schwer, daß er bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Der Verunglückte war verheiratet.
Kassel, 14! MM (Ertappter Einbrecker springt aus dem Fenster.) In der Moltkestraße überraschte ein Kaufmann in seiner Wohnung einen Einbrecher, der, als er sich dem Wohnungsinhaber gegenüber- sah, aus dem Fenster der im ersten Stockwerk gelegenen Wohnung sprang, um sich in Sicherheit zu bringen. Mit schweren inneren Verletzungen mußte er dem Landeskran- kenhaus Angeführt werden.
Sie alle kennen das Bild von der bekannten Cigarette „Königin von Saba“.
Es ist das Porträt des populären Seniorchefs des Hauses Garbäty.
Sie sollen einmal nichts über die bei uns selbstv erstände liehe Qualität, Reinheit und Frische der Cigaretten hören, sondern etwas von diesem Mann erfahren. Er schuf /88/ die Cigarette „Königin von Saba“
die schon ein halbes Jahrhundert überdauert hat und heute Tausenden Arbeit, Millionen Genuß gibt:
Die echte