Einzelbild herunterladen
 

Die Wahltribüne.

Die Personalien der Kandidaten für die Reichspräsidentenwahl.

Oberstleutnant a. D. Theodor Duesterberg, ge- boren am 19. Oktober 1875 in Darmstadt, evangelisch:

Ccneraifeldmarschall a. D. Reichspräsident Paul v. Beneckendorff und v. Hindenburg, geboren am L Oktober 1847 in Posen, evangelisch;

Regicrungsrai Adolf Hill e r , geboren am 20. April 1889 in Braunau (Cberöfterreidi\ römisch-katholisch;

Transportarbeiter Ernst Thälmann, geboren am 16. April 1886 in Hamburg, religionslos.

Da:u kommt dann als fünfter noch der „Bctricbs- antvalt" Gustav Winter, geboren am 11. Mai 1882 in Magdeburg, evangelisch.

Einzeichnung in die Hindenburg Listen ist noch keine Stimmabgabe.

Die Hauptgeschäftsstelle der Hindenburgausschüsse macht darauf aufmerksam, daß die Anhänger einer Äieder- wad! des Reichspräsidenten von Hindenburg mit der Ein- tragung in jene Listen, die Anfang dcs^ vergangenen Monats von dem sogenannten Sahm Ausschuß ausgelegt waren, damit noch "nicht (wie man vielfach hört) ihrer WaiNpflichi genügt haben. Jene erste Eintragung war er- fordcrlich, um den gesetzlich vorgeschriebenen sogenannten Wablrorschlag zu ermöglichen, durch den die offizielle Kandidatur erst möglich wurde. Die Hauptgeschäftsstelle fordert weiter zur Einsichtnahme in die jetzt ausgelegten Wahllisten auf und verweist auf die Besorgung von Stimruscheinen für den Fall, daß der Wähler am 13.' März verreist.

ReichsprWdentenwahl

Tbeodor Duesterberg

Otttifil ruhten? 2 D-, yaUr a. 6: Saale

Paul von Hindenburg

RerchsvräsiLenk, KrvrrakseldmarsÄall, Berl«

Ernst ThÄnmnn TrünZxsNarvnrrr, yamtaig

Stoff Gustav Sinter BrirtrhSonMijt, 4rs§jtna dn 'Scnnjbarg a d Saals

Adolf Hitler

SkkZitrvags^r im brnuns ^NMM 'chcm Sraatsèttnn, München

6 r»<» r e.<

Sie NeÄe Hitlers in Breslau.

In seiner Rede führte Adolf Hitler u. a. aus: Man habe gesagt, der 9. November 1918 sei legalisiert worden durcb die Tatsacke, daß die Nationalversammlung später die geschaffenen Verhältnisse anerkannte. Es gebe in der Weltgeschichte zweierlei Legalisierungen, die eine bedeute, daß die Macht den Erfolg bringe, die zweite bedeute, daß der Erfolg die Macht bringe. Wenn man heute die Revolution in ihren Folgen beurteile, dann m > e man zugebcn. daß der Erfolg gegen sie ge­sprochen habe. Ter Weg der Machthaber in den lösten Dreizehn Jahren haben konsequent abwärts ge» führt Fleiß und Tüchtigkeit hätten keinen Sinn mehr, Svarramkeit werde nicht belohnt, die Arbeit könne nichts auf das Ergebnis ihres Wirkens hoffen, der Mensch, der ein Leben lang eine Existenz aufgebaut bade, verliert sie, ohne selbst schuldig zu sein. Alles sei zertrümmert worden, geblieben seien nur die Männer, die dies verschuldet hätten. Sie müßten jetzt vor die Nation Eintreten und erklären: „Wir haben geglaubt, auf dem i3ege bei Demokratie, des Internationalismus und des Pazifismus dem deutschen Volk ein besseres Leben zu er» möglichen. Wir gestehen, wir haben uns getäuscht. Wir treten daber zurück." Nichts von dem. Sie hätten es ferngaebracht, den Feldmarschall des Weltkrieges vor sich zu stellen, um dadurch ihre Cristen; zu retten.

'Aach Hitler sprach noch Prinz August Wil­helm, der betonte, daß die Schlacht zwischen denen, die

Moskau" und denen, die „Heil Hitler" riefen, au«- gtkampst werden müsse. Auch er, August Wilhelm, habe

zu denen gehört, die Hindenburg zujubelten, als er seinen Einzug in der Wilhelmstraße hielt. Die Hoffnung, vap, .yindenburgs Präsidentschaft eine Besserung brinaer touroe, habe sich nicht erfüllt.

Duesterberg im Berliner Sportpalast.

In einer großen Kundgebung im Berliner Sport­palast sprach der Präsidentschaftskandidat Duesterberg über Die Wege zum Wiederaufbau Deutschlands. Der deutschnationale Parteiführer Dr. Hugenberg erklärte in seinen einleitenden Worten, unbeugsamer Nationalis­mus müsse mit klarer Feindschafr gegen die unheilvollen Einflüsse jeder Art von Sozialismus oder Marxismus vereint werden. Ter Blick sei schon heute auf die Preußenwahl gerichtet. Nicht Umsturz fei die Parole, sondern Aufbau, nicht Rede, sondern Tat.

Hierauf ergriff Duesterberg das Wort. Er be­tonte, daß er den Wahlkampf bis zum letzten Tage ritter­lich führen werde, aber auch ohne Verbeugung vor der Masse. Tann führte er u. a. aus: Die Kräfte, die 1925 gegen Hindenburgs Wahl standen, hätten in den letzten sieben Jahren die politische Oberhand gewonnen. Die letzte Notverordnung mit dem Uniformverbot, mit der Rentenkürzung für Kriegsverletzte, Witwen und Waisen habe gerade den Kreis schwer getroffen, der einst den Generalfeldmarschall gläubig gewählt habe. Der Stahl­helm hätte Hindenburg gern diese Wahlen erspart. „Wir haben um Hindenburg gerungen," erklärte der Redner, „aber vergeblich." Gegenüber dem Vorwurf der Ver­letzung der T o l d a l e n t r e u e erklärte Duesterberg, die Reichspräsidenlenwahl sei ein politischer Akt und kein militärischer Vorgang. Ter Redner stellte dann

ein Programm auf, wie er sich den Wiederaufbau Deutschlands vorstelle. Ter deutsche Staat dürfe nicht zentralistisch gegliedert sein, die Staatsform sei nicht der Weisheit letzter

Schluß, der Kaisergedanke sei in der deutschen Gescymuc die einigende Kraft gewesen. Die W l r i s ch a f i müsse auf organischer, berufsständigcr Grundlage erneuert werden. Für daS Land erhob er die Forderung: Sied­lung im stärksten Umfang und eine blühende Landwirt­schaft. Der Mittelstand, insbesondere das H a n d w e r k, müsse erhalten werden. Die Lösung der sozialen Frage sieht Duesterberg in der organischen Eingliederung des Arbeiters in seinen Berufsstand. Dem Deutschen, der mit der Waffe vor dem Feinde seine Pflicht getan habe, gebühre überall der Vorrang. Der Arbeiter müsse zur Überzeugung kommen, daß es ohne Deutschlands Be­freiung keine Arbeiterbefreiung und auch keinen sozialen Aufstieg geben werde. Standesdünkel und Klässenkampf müßten heute verschwinden und Unternehmer und Arbeiter müßten zusammenstehcu. Lebendiges Christentum der Tal, Pflege der Familie und strenge Schulung der Jugend in Gehorsam seien wichtige Voraussetzungen der Wiedergesundung. Ohne Einführung der Arbeils- d i e n st p f l i ch t könne die Arbeitslosigkeit nicht behoben werden. „ ....

Der Redner betonte am Ende seiner Rede, daß die Kandidatur für ihn keine Zähl-, sondern eine über» zeugungskandidatur sei.

Hamburger Kundgebung des Kampfblockes Schwärz Weiß-Rot.

Auf einer in Hamburg abgehaltenen Kundgebung des Kampfblockes Schwarz-Weiß-Rot sprach der dentsch- nationale Abgeordnete Laverrenz. Wenn der Kampfblock Schwarz-Weiß-Rol nicht für die Kandidatur Hindenburgs eintrete und von Hindenburg Abschied nehmen müsse, so deshalb, weil seine Politik Deutschland nicht frei, sondern immer unfreier gemacht habe. Wenn es nicht gelungen sei, eine Einheitskandidatnr für den ersten Wahlgang aufzustellen, so liege die Schuld nicht beim Kampfblock Schwarz-Weiß-Roll Trotz aller Bemühungen Hugen­bergs habe es Hitler abgelchnt, mit den Deutschnationalen und dem Stahlhelm zusammenzugehen. Ohne die Kandi­datur Duesterbergs wurden Hunderttausende nicht ge­wußt haben, wem sie ihre Stimme geben sollen. Nach dem ersten Wahlgang werde der Kampfblock Schwarz- Weiß-Rot diejenige Gruppe sein, ohne deren Hilfe weder der eine noch der andere Kandidat gewählt werden könne. Ter zweite Redner des Abends, der Führer des Berliner Stahlhelms, Major von Stephani, beschäftigte sich mit der Frage, weshalb der Stahlhelm der Kandidatur Hindenburg nicht folgen könne. Hindenburg biete heute nicht mehr die Gewähr dafür, daß er die Hoffnungen, die man noch vor sieben Jahren hegen konnte, jemals in die Tat werde umsetzen können. Der Feldmarschall sei heute der Sturmblock gegen das erwachende nationale Deutsch­land. Für Hitler habe sich der Stahlhelm nicht entscheiden können, weil er sich diesem nicht unterwerfen wollte.

Der Rcrchsjunglandbund zur Reichspräsidenlenwahl.

Die Führerschaft des Reichsjunglandbundes nahm für die Reichspräsidentenwahl am 13. März einstimmig fol­gende Entschließung an:

„Die Reichspräsidenlenwahl ist ein Ereignis von schicksalhafter Bedeutung für das gesamte Volk, insbe­sondere aber für das deutsche Jungbauerntum. Ein solches Ereignis fordert klarste Stellungnahme. Das Bild des Generalseldmarschalls von Hindenburg als des ersten Soldaten des Weltkrieges steht nach wie vor ehrfurcht­gebietend vor den Augen des deutschen Jungbauern. Um so weniger kann er es fassen, daß dieser selbe Mann heute einem Regierungssystem zum Schutze dienen soll, das dreizebn Jahre lang den bodenständigen Teil des Volkes mißachtet und den Geist der Wehrhaftigkeit zu ertöten ver­sucht hat. In diesen dreizehn Jahren ist in den Dörfern, unbeachtet von der großen Öffentlichkeit, eine junge Gene- ration herangewachsen, zusammengebalten im deutschen Abgeordnete Rosenberg mit, daß Adolf Hitler auch als Gedanken und heißen Herzens bereit, für die nationale '.......— " —

Ehre und die wirtschaftliche Selbsterhaltung unseres

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieien

Merkblatt für den G. März 1932.

1475: Der italienische Maler und Bildhauer Michel­angelo Buonarroti in Enprese geb. — 1831: Der Philan­throp Friedrich v. Bodelschwingh in Haus Mark in West­falen geb. — 1867: Der Maler Peter v. Cornelius in Ber­lin gest. — 1930: Der Großadmiral Alfred v. Tirpitz in Ebenhausen gest.

Merkblatt für den 7. März:

1792: Der englische Astronom Gir John Herschel in Slough geb. — 1922: Der Mediziner Karl Ludwig Schleich in Saarow-Pieskow gest.

Die Welt, die ein jeder in sich trägt, ist das Wichtigste, und es liegt zum Teil in unserer eigenen Macht, sie groß und rein und schön zu gestalten; weder Ort noch Zeit noch äußere Umstäde können ihr etwasn anhaben.

Fr. H. K r a z e.

Wie wird das Wetter?

Das Hochdruckgebiet, das zu Beginn der Woche über Mitteleuropa lag, erwies sich als widerstandsfähiger, als man zunächst allgemein angenommen hatte. Aus der an­deren Seite waren die aufgetretenen Störungen nicht allzu wirkungsvoll. Infolgedessen hielt das klare Winterwetter

Aroßien Teile Deutschlands an. Stärkere Trübung war Mitte der Woche lediglich im Nordosten zu verzeichnen. Wahrend nachts oft 10 Grad Celsius Kälte und noch mehr gemeyen wurden, ging die Quecksilbersäule in den Tages- nunoen redjt stark hinauf. Mitte der Woche wurden unge­wöhnlich starke Schneefälle aus Oberitalien gemeldet. "

An der Rückseite einer flachen Tiefdruckrinne ist etwas feuchtere Luft nach Westdeutschland vorgedrungen und hat hier Bewölkung gebracht. Dadurch gehen die Tempera­turen nachts nicht mehr so stark zurück, während im östlichen und mittleren Deutschland immer noch erhebliche Nacht­fröste auftreten. Ausläufer der über Nordeuropa sehr hef­tigen Wirbeltätigkeit werden uns zunächst nicht beein­flussen. — Vorhersage bis Samstag abepd: Vielfach dunstig, lonst wolkig bis aufheiternd, trocken, besonders im Norden unb Osten nächtliche Fröste, Windrichtung wechselnd. — Witterungsaussichten für Sonntag: Meist bewölkt, trocken, tags über mild, leichte westliche Winde.

Volkes sich einzusetzen. Diese neue, kämpferische, ’ Gelbftaufgabe weit von sich weisende Jugend ist die Ker^- truppe der nationalen Front. Sie steht bei der Präsidenten­wahl in den Reihen der nationalen Opposition."

Eine Stellungnahme des Kyffhäuserbundcs.

Zu den Angriffen, die gegen den Ersten Präsidenten des KPffhäuserbundes, General a. D. von Horn, wegen seines Aufrufes zur Reichspräsidenlenwahl gerichtet worden sind, nimmt der General jetzt im Bundesorgan Stellung, in der es heißt: Der Kampf gegen den Ktzss- Häuserbund sei daraus zu erklären, daß man nicht h«^ verstehen wollen, daß es außer der Harzburger Front, die das „System" bekämpfe, und außer der Eisernen Front, die das „System" verteidige, noch etwas anderes gebe: die deutsche Front, die ohne Bindungen am Für ober Gegen die rein vaterländischen Belange vertrete und cs jedem freilasse, zu wählen, wen er wolle. Man habe die Kriegervereine zu der Entscheidung drängen wollen, parteipolitisch zu werden.

Am Schluß des Artikels wird erklärt, daß das Gefüge des Kyffhäuserbundes auf dem breiten Boden der deut­schen Front unverrückbar feststehc, und es wird nochmals betont, daß aus dem Treugelöbnis für Hindenburg, den Ehrenpräsidenten des Kyffhäuserbundes, jedes der Mit­glieder in freier Entschließung Gefolgschaft ziehen könne oder nicht. In der Wahl, die alle Entscheidungen zu­sammentrage, habe jeder Deutsche nach pflichtmäßiger Prüfung und nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.

Der Hindenburg-Ausschuß vor der Presse.

Der Vorsitzende des Arbeitsausschusses der Ver­einigten Hindenburg - Ausschüsse, Landrat a. D. Dr. G e r e k e - Pressel, M. d. R., sprach vor der Presse über die bisherige Arbeit dieser Ausschüsse, Man habe dem Reichspräsidenten von Hindenburg gelobt, den Wahl­kampf so zu führen, wie es dem hohen Amt und der Persönlichkeit eines Hindenburg entspricht: Ritterlich und sachlich. Weder Hindenburg noch der Hindenburg-Aus­schuß betrachten die erneute Kandidatur des Feldmar­schalls als eine Parteiangelegenheit. In den Vereinigten Hindenburg-Ausschüssen und in dem Arbeitsausschuß ist eine große Reihe von Parteien, Bünden und Organisa­tionen vertreten, die heute genau so für Hindenburg ein­treten, wie sie es bereits 1925 getan haben. Auch die Einzeichnungen in die Listen für die Wiederkandidatur Hindenburgs beweisen, daß es sich um eine Volks­kandidatur und keine Parteiangelegenheit handelt.

Weil"wir von der Erwägung ausgehen, daß der Kampf nicht nur in selbstmörderischer Zerfleischung nach innen gerichtet werden darf, sondern das Schicksal den Kampf nach außen geschlossen fordert, sind wir für Hinden­burg eingetreten, der schon zweimal in schwerster Not-, zeit als Führer berufen wurde.

General von Winterfeldt über die Hindenburg-Wahl.

Nach den Ausführungen Dr. Gerekes sprach noch Ge­neral von Winterfeldt zur Hindenburg-Wahl. In vielen erhebenden, aber auch schweren und schicksalsvollen Stun­den habe ich diesen Mann an der Arbeit gesehen, sagte Winterfeldt. Sein Wesen war Treue, unbedingte Hin­gabe an sein Amt, unerschütterliche Pflichtauffassung, Würde verbunden mit Leutseligkeit und großer Herzens­gute. Diese Eigenschaften hat Hindenburg mitgebracht, als er sich entschloß, das Amt des Reichspräsidenten zu übernehmen. Dieser hohen Aufgabe konnte er nach seiner Auffassung nur genügen, wenn er, über dem Kampfe der Parteien stehend, sein Amt als Führer und Treuhänder des ganzen Volkes ausübte, wie er es aetan hat.

Wahlversammlungen in Dresden.

Im Zirkus Sarassani fand die erste Wahlversamm­lung des „Schwarz-Weiß-Roten Kampfblockes" für die Reichspräsidenlenwahl in Dresden statt. Es sprachen Oberstleutnant a. D. Duesterberg und Hofprediger Döring.

In einer überfüllten Wahlversammlung der National­sozialisten im Ausstellungspalast in Dresden teilte der

nationalsozialistischer Kandidat im zweiten Wahlgange auftreten werde, falls dies notwendig sein werde.

* Fulda, den 5. März 1932.

Am Wochenende.

Am kommenden Sonntag Lätare wird in vielen deutschen Gauen der Winter verjagt, der Tod wird aus­getrieben oder auch in Gestalt einer Strohpuppe feierM begraben. Die Märzensonne besiegt den fliehenden Win­ter, das Osterfest macht sich allmählich bemerkbar. In den Läden ist schon alles österlich abgestimmt, vom Zuckerha,eii bis zum geräucherten Rollschinken; alles was nützlich angenehm ist wartet auf S. M. den Käufer. Wie eine „düstere Wolke" droht der Bierstreik am Märzenhimmer, in Fulda ist, wie Eingeweihte versichern, der BierverbraM so stark zurückgegangen, daß für einen Streik nicht mei viel übrig bleibt. In Berlin wurden nun keineswegs Di Gaststätten „trocken" gelegt, es wurden erhebliche Menge von Rhein- u. Moselweinen verbraucht; auch die Pfalz har in diesen Tagen eine merkliche Belebung des Weingeschal- tes zu verzeichnen. Den Weinbauern ist diese Eenschasr.'- belebung zu gönnen, sie sind in ihrer Existenz gefährdet w - so ziemlich alle anderen Zeitgenossen.

Wer sich heute zerstreuen will, wer nicht von Geschäfts oder Berufssorgen sein Lied singt, befaßt sich mit v0.111 ; Deshalb vernimmt man dieses Wort „Politik" heutige; tags öfter als „Guten Tag". Jeder deutet sich dieses W 1 so wie es ihm in den Kram paßt. Ein „Politiker die Regierung loben, oder er tadelt die Regierung, er tw Hir eine Partei arbeiten, oder er kann für sich arven ^ Jedes Temperament macht sich irgendwie politisch t V Leider wird durch all' diese Auseinandersetzungen und regungen kein Betrieb angekurbelt und noch kein Stuck mehr gebacken in diesem „Zeitalter der Politik". Uno wandelbar politische Anschäumungen sein können, leben wir ja recht drastisch in diesen Mürztagen.

Daß es in diesen Zeitläuften auch noch Märchen.^ Wirklichkeit gibt, beweist die Geschichte des alten in Galizien, der bei seiner Schafherde auf den Fluren Dolina mit der Nachricht überaght wurde, daß ul' slslt Erbschaft seines Bruders in Amerika mit 150 zugefallen war. Nun kommt das Märchenhafte: Der Ter nahm die Erbschaft nicht an, weil ihm jeiti ,/grbcn Leben in Armut lieber war. Die Verwandten des rauften sich die Haare und wollten ihn zwingen, ein ^ Mann zu werden. Der alte Schäfer mutzte seine ^t lassen, um in die Stadt zu fahren. Er sagte vor .^

aus, er wolle die 150 000 Dollar nicht annehmen, r Bruder ein Wucherer gewesen sei und seine Em 1 ait zeitig ins Grab gebracht habe. Man möge das