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'•'cif des Vortrages jtellte Herr Mehlet cm Hand surft Licht- Hlbern Betrachtungen über die hauptsächlichsten Werke des tosten Meisters der Bildhauer- und Schnitzkunst an. Der Vortragende verstand es, in packender Weise dem Beschauer vollendete Kunst Riemenschneiders vor Augen zu führen. Mit großem Verständnis für diese Kunstart stellte er die letzten Feinheiten der vorgeführten Werke heraus, um sie so in ihrer Feinheit, Harmonie und gewaltigen Größe zu kennzeichnen.

Lebhafter Beifall für die vollkommenen Ausführungen brachte dem Vortragenden die gebührende Anerkennung, ws.

Die Reifeprüfung der Oberprima B am Staatl. Gymnasium begann Freitag vormittag ebenfalls unter dem Vorsitz des ^errn Vize-Präsidenten Dr. S o n d a g aus Kassel. Sie endete Samstag nachmittag. Es bestanden alle Prüflinge und zwar: Becker, Alfons, Fulda (Naturwissenschaften); Becker, Franz, Fulda (Medizin); Biedenbach, Rai­mund, Hünfeld (Mittlere Beamtenlaufbahn); Bor- „utsch, Karl, Fulda (Hochbau); Bott, Paul, Fulda (Turn- und Sportlehrer); Claus, Wilhelm, Groß- Auheim (Philologie); Eller, Heinrich, Fulda (Medizin); Etzel, August, Hilders (Germanist); Fickert, Werner, Eroß-Auheim (Verkehrswissenschaften); F i s ch e r , Wil­helm, Erfurtshausen, Kreis Kirchhain, (Journalist); Fleck, Siegfried, Fulda (Philologie, Math, und Musiks- Frank, Karl, Großenlüder (Theologie); Höck, Albert, Allendorf, Kreis Kirchhain (Eartenbauinspektor); Lin­ne k u h l, Hans, Petersberg (Medizin); L o s k a n t, Werner, Fulda (Psychologie); Martin, Engelbert, Spahl (Mathematik); Paul, Anton, Emsdorf, Kreis Kirchhain (Medizin); Q u i n k l e r , Hermann, Hafelstein (Medizin); Rützel, Johannes, Pfaffenhausen bei Bad- Orb (Theologie); Schramm, Leo, Lütter (Medizin); T r ii s ch l e r, Anton, Kleinlüder (Theologie); Walter, Hermann, Höchst bei Gelnhausen (Theologie).

Die Gehilfinnen-Prüfung für das Putzmacher-Gewerbe findet am 9. März 1932 im Stadtschloß in Fulda statt und zwar für die Kreise Fulda, Hünfeld, Hersfeld und Gersfeld. Die Prüflinge haben die erforderlichen Papiere baldigst an den Vorsitzenden, Schneidermeister Fritz Bolender in Fulda, Eemüfemark 6, einzureichen.

Zur Aufklärung über die stellungslosen Schulamtsbewerber.

Verschiedene Zeitungen bringen, auf einer Landtags­drucksache fußend, die Mitteilung, es gäbe in Preußen zur-! zeit 22 500 stellenlose Schulamtsbewerber. Wie der Amt­liche Preußische Pressedienst mitteilt, ist diese Zahl irre­führend, da sie die Eesamtziffer der nicht festangestellten Schulamtsbewerber angibt. Von diesen 22 500 sind jedoch annähernd 10 000 voll beschäftigt, wenn sie auch nicht In­haber von Planstellen sind, und rund 7200 mit Fortbil- dungszuschllssen in Volksschulen tätig. Von den restlichen 5300 Schulamtsbewerbern sind rund 4350 beurlaubt oder in Fremdberufen beschäftigt.

Vom Ring der Vauwirèe.

Die am Samstag abend im Katch. Eesellenhaus abge­haltene Monatsversammlung der Bau- und Wirtschaftsge­meinschaft Fulda, Ring der Bauwirte, war von etwa 160 Genossen besucht. Der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Prokurist Schöpf, wies darauf hin, daß das Reichsauf- fichtsamt in letzter Zeit streng gegen die Bausparkassen vor­geht und ihre Leistungsfähigkeit genau prüft. Die Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft, Ring der Bauwirte, brauche ein Verbot nicht zu befürchten, zumal eine Prüfung durch das Reichsayfsichtsamt bereits erfolgte und keine Bedenken geäußert wurden. Der Redner ging dann auf die Orga- ilifation der Ring der Bauwirte-Vewegung näher ein und betonte, daß der Ring der Dauwirte mit Baudarlehns- Empfängern oder deren Hypotheken-Ablösungsgelder keine Verträge vorher abschließe. Der Ring der Bauwirte ge­höre nach wie vor zu den bestfundiertesten Vaugemein- schaften. Der Eesamtmitgliederbestand betrug am 8. Fe- bruar 36 523, die finanzierten Bandarlehen betrugen 1338 und die finanzierten Hypotheken-Ablösungen 360. Ausge­zahlt wurden 5is zum 8. Februar 21,3 Millionen Mark. Der Ring der Bauwirte in Fulda ist abermals in der Lage, ein Darlehen von 8000 Mark geben zu können. Nach einer Aussprache wurde die Versammlung vom Vorsitzenden des Vorstandes geschlossen.

Kreditausschuh für die Provinz Hessen-Nassau.

Vereinigung mit dem Kreditausschuß für Hessen. — Einbe­ziehung des Kreises Wetzlar.

Frankfurt a. M., 19. Febr. Im Kreditausschuß für die Provinz Hessen-Nassau, dessen Sitz sich in Frankfurt a. M. befindet, wurden zum Vorsitzenden Bankier Ernst Wert- heimber Frankfurt a. M. und zum stellvertretenden Vor­sitzenden Generaldirektor Dr. Lammers von der Nassaui­schen Landesbank in Wiesbaden gewählt. Die Eesthüfts- lührung wurde bis auf weiteres der Mitteldeutschen Credit­bank Niederlassung der Commerz- und Privat-Bank A. G. in Frankfurt a. M. Neue Mainzer Straße 32, übertragen. Weber den Zinssatz für täglich füllige Gelder wurde ein Beschluß nicht gefaßt. Für Termingelder wurde, ebenso wie dies vom Kreditausschuß für den Volksstaat Hessen ge­schehen ist, eine Staffelung beschlossen. Hinsichtlich der Soll- Msen wurde der Normalsatz für die Spanne zwischen dem Rettozinssatz und dem gewogenen Durchschnitt der Zins- wtze für hereingenommene Gelder auf 4 % festgesetzt Der ^ollzinssatz, der neben der Kreditprovision berechnet wird, wurde auf 1% über dem jeweiligen Reichsbankdiskontsatz festgesetzt. Diese Zinssätze sind nach der Durchführungsver- o^duung des Reichswirtschaftsministers vom 9. Januar 1032 nicht nur für die dem Zinsabkommen «»geschlossenen -verbände, sondern für sämtliche Unternehmungen maß­gebend, die geschäftsmäßig Depositengeschäfte betreiben, be- ouders auch für Konsumvereine, Bau- und Spar-Genossen- lchaften sowie Werksparkassen. Wegen der örtlichen Gren­on des Kreditausschusses sind Erwägungen im Gange, den Regierungsbezirk Kassel, dessen wirtschaftliche Interessen wicht in vollem Umfange mit denen des rhein-mninifchen Rbrtschaftsgebiets übereinstimmen, abzutrennen. Außer­dem kann eine Vereinigung des Kreditausfchuffes für den ^»usstaat Hessen mit dem Kreditausschuß für die Provinz N'tzen-Nassau in Frage kommen. Auch die Einbeziehung ves zur Rheinprovinz gehörenden Kreises Wetzlar in den des Kreditausfchusses für Hessen-Nassau steht in Erwägung.

" Tann (Rhön), 21. Febr. (T h e a t e r a b e n d.) Die Volksbühne", ein staatlich konzessioniertes Operetten- meinble, gab unter Leitung von Direktor Kurt M o I - er im Saale des Hotels Münzel ihr zweites Gastspiel mit "inrs Operette „Das Land des Lächelns". Wir Tanner, wir mit allem was Kunst und Theater heißt so gar ..^fwlitterlich bedacht werden, konnten mit dem Gebotenen "ki'ch zufrieden sein. Wir haben selten hier so etwas

„Das taten wi

Der Volkstrauertag in Fulda.

Mit neuer Kraft sandte die Sonne ihre warmen Strah­len auf die Erde hernieder, die dräuende Winterskälte noch in der Nacht vorher in starkem Frost hatte erstarren lassen. Aber bald hatte sich die Sonne sieghaft-durchgerungen und dem Tag, der der Tag der toten Helden werden sollte, ihr Gepräge gegeben. So trug die Sonne zu ihrem Teil dazu bei, daß der diesjährige Volkstrauertag wohl in stärkerem Maße, als das in den vergangenen Jahren der Fall war, eine Angelegenheit' des gesamten Volkes wurde; denn vielen Menschen wurde die Teilnahme an einer Gedenkfeier unter freiem Himmel nur durch die äußerst günstige Wit­terung möglich.

In Fulda waren die Gebäude der Behörden und ver­schiedene Privathäuser auf halbmast beflaggt. Auch vom Turm der evangelischen Kirche wehte die Kirchenflagge mit Trauerflor. Die Gottesdienste hatten einen starken Besuch aufzuweisen. Im Hauptgottesoienst der evangelischen Kirche waren die Fahnen des Evangel. Volksvereins und des Hofmann'fchen Mänerchors vertreten. Herr Kreis- pfarrer Weber hatte seiner Predigt die Worte des Pro­pheten Jesaia 53, Vers 11 und 12 zu Grunde gelegt. In kernigen Worten gedachte er der vielen Helden des Welt­krieges, die auf dem Felde der Ehre ihr Leben ließen. Sie haben ihre Pflicht getan bis zum Aeußerften und in Er­füllung ihrer Pflicht sogar ihr Leben für das Vaterland dahingegeben. All diese Helden rufen uns zu: „Das taten wir für Euch; was tut Ihr für uns?" Die geeinte Front aller Deutschen von damals ist heute leider nicht mehr vor­handen. Auch heute liegt Gottes Hand schwer auf unserem Volk, und seine Sünden werden heimgesucht. Für die deutsche Christenheit ist es eine große Aufgabe, sich gegen­seitig im Kampf gegen die Not die Hand zu reichen und nach dem Vorbilde der gefallenen Helden einig zusammen­zustehen.

Vor Erteilung des Seaens legte der Herr Kreispfarrer unter kurzen, ergreifenden Worten namens der evangeli­schen Gemeinde Fulda einen prächtigen Lorbeerkranz am Ehrenmal der im Weltkriege gefallenen Glieder der evan­gelischen Gemeinde in der Kirche nieder. Im Anschluß an die Kranzniederlegung sang der Hofmann'sche Männerchor das Lied vom guten Kameraden.

Um 11% Uhr fand am Ehrenmal für die Gefallenen eine

Gedenkstunde auf dem städt Friedhof

statt. Außer den Vertretern der Behörden, unter denen sich auch Landrat Frhr. v. Gagern und Oberbürger­meister Dr. D a n z e b r i n k befanden, der Geistlichkeit und zahlreichen Fahnenabordnungen hiesiger Vereine.hatte sich eine vielhundertköpfige Menschenmenge auf dem Fried­hof eingefunden. Nach einem Musikvortrag der Kapelle Bioneck und einer Darbietung des Männerchors „Win- fridia" hielt Herr Haidt namens der Ortsgruppe Fulda vom Reichsverband Deutscher Kriegsbeschädigter und Krie­gerhinterbliebener eine tiefempfundene Ansprache,'in der er betonte, daß das Gedächtnis an die vielen Opfer des Weltkrieges in unserer schnellebigen Zeit im^ Kampf des Alltags allzu oft vergessen werde. Der Volkstrauertag er­mahnt uns daher, derer zu gedenken, die in Erfüllung ihrer Pflicht fernab von der irdischen Heimat den Weg in die ewige Heimat gingen und ihre Vaterlandsliebe mit dem

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gutes zu sehen bekommen, und wir warten daher mit Span­nung auf die Aufführung des „Schwarzwaldmädels" in vierzehn Tagen. Das Spiel der Truppe war sehr gut. Auch die gesanglichen Leistungen waren im allgemeinen zufriedenstellend. Schade ist, daß die Herrenstimmen den Damenstimmen nicht ganz gleichwertig sind. Es schien aller­dings so, als ob H a n s M o l I e r , der sonst einen vorzüg­lichen Prinzen Sou-Chong abgab, auch ein wenig in­disponiert war. Der Stern des Abends war ganz ent­schieden Lya Rennoals Lisa. Aber auch U t t i B o h n - h o r st als Mi war ausgezeichnet. Ebenso muß der zweite Gegenspieler Rudolf Moller als Graf Gustav von Pottenstein gebührend gelobt werden. Er war vorzüglich, vor allen Dingen ist er ein ausgezeichneter Schauspieler. Und schließlich waren die schauspielerischen Leistungen D i - rektor Mollers als Graf Ferdinand Lichtenfels und als Oheim Tfchang und die von K u r t S ch m i d t als Obereunuch sehr gut. Direktor Moller verstand es, den typi­schen Mandschumandarin vorzüglich darzustellen. Kurt Schmidt aber erregte durch seine gute Maske und seinen vor­trefflichen Witz die Lachmuskeln der Zuschauer. Wenn die Personey der Nebenrollen nicht einzeln genannt werden, so bedeutet das nicht, daß an ihrer Leistung erwas aus­zusetzen gewesen wäre. Auch sie verdienen volles Lob. Zu erwähnen ist noch, daß das Zusammenspiel der Truppe vorzüglich war. Auch die Bühnenausstattung und die Kostüme müssen lobend hervorgehoben werden. In der Kapelle hüten die Streicher gegenüber dem Klavier etwas mehr hervortreten dürfen. Wir schlagen der Truppe noch­mals vor, in Erwägung zu ziehen, ob sie nicht die Preise etwas herabsetzen kann, die für Tanner Verhältnisse zu hock sind. Erfreulich war, daß die Aufführung gut besucht war. Wir wünschen der Truppe, daß sie auch mit den folgenden Aufführungen einen solchen Erfolg, oder vielmehr einen noch größeren Erfolg haben möge. Vielleicht bringt sie gelegentlich auch einmal statt einer Operette ein Lustspiel.

Kassel, 20. Febr. (Strafverfahren gegen 3 5 Kasseler N a tionalsozialiste n.) Wie die „Kas­seler Post" berichtet, bat die Staatsanwaltschaft gegen 35 Nationalsozialisten ein Strafverfahren wegen Pressever­gehens eingeleitet. Trotz des am Montag erfolgten Ver­bots der nationalsozialistischen „Hessischen Volksmacht" war am Mittwoch früh noch einmal eine Ausgabe dieser Zei­tung erschienen, welche die Verbotsbegründung des Kasse­ler Oberpräsidenten in ihrem gesamten Wortlaut veröffent­lichte. Diese Zeitung ist am Mittwoch vormittag beschlag- yahmt worden. Gleichzeitig mit dieser Beschlagnahme fand in den Räumen der „Hessischen Volksmacht" eine kriminal­polizeiliche Durchsuchung statt, bei der auch die Matern und Platten der beanstandeten Ausgabe beschlagnahmt wurden. Sämtliche Mitglider des Verlags und der Schrift- leitung, sowie das Schriftleitungs- und Druckereipersonal wurden nachmittags auf dem Polizeipräsidium wegen Ein­leitung eines Strafverfahrens vernommen, das voraus­sichtlich in nächster Zeit vor dem Schnellschöffengericht ver­handelt werden dürfte. Schriftleitmig und Verlag der „Hessischen Volksmacht" haben, wie die „Kasseler Post" weiter berichtet, beim Reichsinnenminister Groener gegen das Verbot der Zeitung telegraphisch Beschwerde eingelegt und Veschwerdeschrift beim Reichsgericht Leipzig einge­reicht.

Wetzlar, 20. Febr. (D e r Wetzlarer K o m m u nal- S k a n d a l v o r E e r i ch t.) Unter großem Andrang des Publikums fand vor dem Erweiterten Schöffengericht der

' sür Euch ..."

Tode besiegelten. Wir müssen am Volkstrauertag auch dar­an gedenken, daß in demselben Augenblick, in dem im Fein­desland ein Herz zu schlagen aufhörte^ in der Heimat die Herzen der Mutter und der Hinterbliebenen zu bluten be­gannen. Könnten die Toten zu uns sprechen, dann würden sie uns sagen: „Ehrt uns, indem Ihr für unsere Liebensorg t". Ferner ermahnen uns die Heldengräber in Feindesland, die Versöhnung zu fördern und die Ehre der Nation hochzuhalten und alle unsere Kraft für Volk und Vaterland einzusetzen, damit Deutschland einer besse­ren Zukunft entgegengehen kann. Wir wollen unsere Ge­danken hinlenken nach den Gräbern im Feindesland, auf die wir keine Blumen streuen können.

Ter Redner legte sodann einen Lorbeerkranz am Ehren­mal nieder, worauf die Kapelle bei gesenkten Fahnen das Lied vom guten Kameraden intonierte. Weitere Kranz­niederlegungen erfolgten von der Arbeitsgemeinschaft der Militärvereine Fuldas, von den Soldaten des Standorts Fulda, dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Eold, dem Reichs­bund der Kriegsbeschädigten, dem Jungdeutschen Orden und dem Stahlhelm. Ferner hatte die Stadt Fulda einen Kranz niederlgen lassen. Die würdig verlaufene Gedenk­stunde wurde nach der Kranzniederlegung mit dem Musik­stück „Selig sind die Toten" von Starke beendet.

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Am Gefallenendenkmal der 47er Feld- Artilleristen.

Hatten sich die Mitglieder der Vereinigung ehem. 47er Feldartilleristen, deren Angehörige sowie die Bürgerschaft ebenfalls sehr zahlreich im Zeichen des Volkstrauertäges zusammengefunden. Nachdem die Kapelle de: Freiwilligen Sanitätskolonne unter Leitung von Herrn Wittig einige dem Ernst der Stunde angepaßte Weyen vorgetra­gen hatte, ergriff der Vorsitzende der Vereinigung ehem. 47er, Herr Niemeyer, das Wort zu einer allen zu Her­zen gehenden Ansprache. Reminifzere, der Tag des Geden­kens, so betonte der Redner, läßt unsere Erinnerung zurück- schweifen in die Jahre des heißen Kampfes um die Frei­heit unseres Vaterlandes. Tiefe Gedenkstunde gilt nicht nur den gefallenen Regimentskameraden, sondern auch den zwei Millionen deutscher Brüder, die ihr höchstes Gut, ihr Leben, für uns dahingaben. Heilige Trauer muß unser Herz erfüllen, wenn wir uns ihrer erinnern. Es muß aber auch das Bewußtsein in uns woch werden, daß wir die Pflicht haben, im Geiste unserer Gefallenen weiterzukämp­fen für unser Volk und Vaterland; denn die Bedrohung ist trotz des eingetretenen Friedens heute größer denn je. Es gilt, alle Kräfte zusammenzufassen, um auch in dieser schwe­ren Zeit den Bestand der Nation zu sichern. Ter Redner betonte im weiteren Verlaufe seiner Ansprache, daß der Volkstrauertag im Gegensatz zum Totensonntag und Aller­seelentag, die kirchliche Gedenktage seien, ein Gedenk- tag des gesamten Volkes geworden sei. Ter Volks­trauertag stehe an der Schwelle des Frühlings und erscheine so gewissermaßen als ein Symbol für den Keim der großen Opfersaat im Weltkriege.

Im Anschluß an seine Ansprache legte der Redner einen prächtigen Kranz nieder. Ferner wurde von einem Ver­treter der Soldaten des Standorts eine Kranzspende niedergelegt. Zum Schluß der Gedenkstunde intonierte die Kapelle das Lied vom guten Kameraden.

sogenannte Wetzlarer Bürgermeister-Prozeß statt. Der an­geklagte Bauinspektor Hepp unternahm einen Vergiftungs­versuch und mußte ins Krankenhaus übergeführt werden, wo er für verhandlungsunfähig erklärt wurde. In dem Prozeß sollte die Mißwirtschaft des inzwischen durch Selbst­mord geendeten Oberbürgermeisters Dr. Kühn, die die Stadt Wetzlar mehr als zwei Millionen Mark kostete, ge­klärt werden. Nach siebenstündiger Verhandlung wurde der Direktor der städtischen Betriebswerke, Diplom-In­genieur Leo Ehlert unter weitgehender Zubilligung mil­dernder Umstände wegen fortgesetzter Untreue zu vier Mo­naten Gefängnis verurteilt. Ehlert hatte vor einigen Jah­ren für den Bau eines Jagdhauses des Bürgermeisters Kühn städtische Materialien und Arbeitskräfte zur Ver­fügung gestellt. Die Kosten hierfür wurden dann der Stadt zur Last gelegt.

Frankfurt a. M., 21. Febr. (Forderungen der Kreisbauernschaft Frankfurt.) In einer Ent­schließung fordert die Kreisbauern- und Gärtnerfchaft Frankfurt a. M. die Presse und ihre Standesvereinigungen im Rhein-Maingebiet dazu auf, als ersten Schritt zur Zu­sammenfassung der gesamten rheinfränkischen Landschaft nachstehende Forderungen zu stellen und mit allem Nach­druck in der Öffentlichkeit dafür einzustehen, daß diese als­bald auf Grund der Notverordnung in aller Kürze zur Durchführung kommen: Zusammenlegung der Landwirtschaftskammern Darmstadt, W i e s b a d e n und Kassel zu einer rhein-mainischen Landwirtschaftskammer. Für das gesamte Gebiet einbeit- liche Verordnungen für Viehseuche, Fleischbeschau, Schäd­lingsbekämpfung, Haftpflicht-, Brand- und sonstiges Ver­sicherungswesen, Jagd, Fischerei usw. Einheitliche Verwal­tung und Ausnutzung der Versuchsanstalten, landwirt­schaftlichen Schulen und Institute. Einheitliche Zusam­menfassung des land- und forstwirtschaftlichen Genossen­schaftswesens und der Standesorganisationen im Rhein- Maingebiet. Entsprechende Vereinfachung der gesamten Fach­zeitschriften, der Mitteilungsorgane und des Pressedienstes für das Rhein-Maingebiet. Vereinfachung und Zusammen­fassung der verschiedenen land- und forstwirtschaftlichen Abgaben und Beiträge, die durch die infolge der Zusam­menlegung eintretenden bedeutenden Ersparnisse in stark verringerter Höhe erhoben werden können.

Kurze Funkmeldungen.

Tokio. Der japanische Außenminister erklärte, Japan beabsichtige nickt, chinesische Gebietsteile südlich der großen Mauer dauernd zu besetzen.

Washington. Einer hier veröffentlichten Meldung zu­folge haben die Militärattachees der Mächte bei General Tsaitingkai erneut Protest erhoben und die Einstellung des chinesischen Feuers in Richtung auf die internationale lure- derlassung gefordert.

Leningrad. Das hiesige Gericht verurteilte drei ebe- malige Angestellte des Kleinhandelssektors des L lyt- und Gemüseverbandes wegen „bewußter gegenrevolutionärer Arbeit, die auf Sprengung des Sowjethandels abzielte", zum Tode durch Erschießen.

Moskau. Trotzki und 36 weiteren Emigranten ist wegen „gegenrevolutionärer Tätigkeit" die Sowjet-Staats­bürgerschaft entzogen worden.