Was die Sm non wrMm Krankheiten visten mH! Von Dr. med. Franziska CordeS, Frauenäxztin.!
Nesselsucht, Heuficber, Asthma, Schnupfen, Migräne usw. — Ücbcrempfindlichkritskraniheilrn — allergische Krankheiten. — Amerikanische und deutsche Erkenntnis» und ForschungSwegc, gewonnene Heiluielhoden.
(Nachdruck verboten.)
Neffelsucht, die im Anschluß an irgendein bestimmtes i'tadrungsmttlcl, wie Erdbeeren, Krebs usw, bei einzelnen Menschen austritt, und auch die Tatsachen, daß bestimmte tierische Laste Hautausschläge erzeugen, daß auch Arzneimittel, wie Salizvl und andere, wenn auch nicht bei allen, diese Wirkung haben, sind bekannt. Das Gebiet ließe sich noch wesentlich erweitern und soll in dieser Besprechung in ein neues Licht gerückt werden, weil diese Erscheinungen höchst interessant sind, besonders weil die Forschung neuerdings aus diesen Tatsachen Erkenntnisse gewonnen und sie bereits nutzbar zur Bekämpfung einiger Krankheiten anwendct. Es ist zu üojsen, saß noch weiterer Nutzen für die Kranken gewonnen wird. Das H e u s i e b e r, das schon lange als eine Krankheit erkannt wurde, die mit den Pollenkörnern der Grasarten zusammenhängt, hat als erste dieser Ucberempfindlichkeiten dazu geführt, Extrakte herzustellen, die man den Patienten ein- spritzie, um sie gegen die Wirkung der Grasarten unempfindlich zu machen, da man nicht in der Lage war, die Patienten dauernd der Frühjahrswinde, die mit der für einzelne giftigen PoUensubftanz geladen sind, zu entziehen. So ist es gelungen, Heilungen zu erreichen. Aber nicht einwandfrei waren diese mit ein uns demselben Extrakt bei verschiedenen Kranken zu erzielen. Es wurde gefunden, daß die Giftwirkung bei den einzelnen von individueller Verschiedenheit war. Es mußten also spezifische Sera zHeilstoffe) gesucht werden, indem man das je bei dem einzelnen wirkende Gift fand und entsprechend wirkende Gegengifte schuf. Ein ganzes Arsenal von Reagenzien (Untersuchungsstoffen- und ebensolchen Gegengiften entstand uns wird immer spezieller ausgearbeitet werden. Am interessantesten ist die Forschung beim A st h m a. Ein gut Teil der Asthmatiker kann angeben, daß die Anfälle sowohl das erste Mal als auch in der Folgezeit zu ganz besonderen Gelegenheiten, ja, auf ganz besondere Reizung hin einsetzten. Man kennt Falle von durch Pferde, Hundegeruch und -haare usw. veranlaßtem Asthma, solche, die in bestimmten Beeren, in bestimmten Gegenden, in bestimmten Häusern auflretcn. Man hat sogar den Fall einer Asthmaepidemie bei Ge- lreisearbeiiern erlebt. Es trat bei allen Arbeitern plötzlich im Anschluß an Arbeit mit Verladung etwas feuchten Getreides Asthma auf, selbst bei denen, die nie an Asthma litten. Man weiß, daß bei Aufnahme in die Klinik die Anfälle Nachlaßen. Tie sehr große Reinlichkeit, häufige Desinfektion der Betten uns Räume mag die Ursache sein oder ist mit Sicherheit die Ursache; aber man kann Asthmakranke nicht dauernd in der Klinik lassen. Wie der neue Forschungsweg hier hilft, werden wir gleich sehen.
Zunächst noch einige Worte über die Heilungswege des durch Pferde und Hunde veranlaßten Asthmas. Auch hier bat man die Krankheitsursache in bestimmten Dingen gesucht; ich sagte es schon: im Haar, im Geruch des betreffenden Tieres usw., auch in den Asthmahäusern im Hausstaub. So hat man aus diesen Krankheitserregern, Allergene genannt, Stoffe in vorhergenanntem Sinne zur Impfung, zur Einspritzung gewonnen. Man hat damit vereinzelt gute Erfolge erzielt uns wird mit den Pfersehaarkuren, mit den Hausstaubkuren noch andere, weitgehendere Erfolge erzielen.
Mit am interessantesten sind neue Versuche, die gute Be- einflunung des Asthmas auch außerhalb der Klinik zu erreichen: durch Einbauen bestimmter Melallkammern in den Schlafraum des Asthmakranken, der durch das Miasma — so nennt der Forscher Prof. Storm van Leuen mit fast mystischer Bezeichnung die im Hause zusammenwirlenden Stoffe, die zur Auslösung eines Asthmaanfalls zusammenwirken — gepeinigt w:ro. Als erster hat einer unserer besten Asthmakurorte diese Asthmabehandlung sich nutzbar gemacht: Reichenhall hat eine diesbezügliche Klinik geschaffen.
Reben den etwas ausführlicher besprochenen Krankheits- zuftänden dürfte bei vielen Migräneanfällen, die im Anschluß an bestimmte Ursachen, Speisen usw. auftreten, auch bei dem so plötzlich auftretenden und verschwindenden Schnupfen und anderen Affektionen der Schleimhautwege, eine Ueberempfindlichkeitskrankheit, eine allergische Krankheit ge- zeben sein. Inwieweit eine nervöse Veranlagung mitspricht and wie hoch dieser Anteil ist. bleibt dahingestellt. Das Land der „unbegrenzten Möglichkeiten", Amerika, mißt den allergischen Krankheiten eine besondere Wichtigkeit bei. Andere erste, auch deutsche Forscher haben sich der Allergene — so nennt man die Erreger der Krankheiten — angenommen, j Interessant sind alle Forschungswege, besonders interessant bei i Krankheiten so eigenartiger Entstehung, so eigenartiger Be-। Handlungsmöglichkeiten wie hier.
SchistbrSchige des Lebens.
Handwerk und Mittelstand sind am schlechtesten dran.
(Nachdruck verboten.)
Der Großstädter, der in später Nachtstunde nach Hause hastet, bemerkt immer öfter abgemagerte und zerlumpte Männer und Frauen, die sich scheu an den Häuserwänden herumdrücken und in den Hausfluren hocken. Obdachlos und aus ein paar Beitelgroschen angewiesen, die von Tag zu Tag Wärttcher werden, ist nun die Straße ihre Heimat geworden. Es ist noch nicht allzulange her, daß es sich nur um ein kleines Häuflein^solcher Unglücklichen handelte. Heute ist aus dieser kleinen Schar eine unübersehbare Armee geworden. Noch größer ist freilich dir Zahl derjenigen, die sich auf irgendeine /Weiie ein paar Pfennige verschafft haben uns in den Asylen -und Männerheimen Unterschlupf finden. Haben sie 40 bis
Pfennig erbettelt, was heute selten weniger als vier bis fünf Stunden „Arbeit", d.h. treppauf und treppab laufen be- deulet, so geht die Jagd nach dem Essen los.
Einige Krankenhäuser und private Wohlsahrtsorgani- lattonen verabfolgen mittags und abends Suppe und andere einfache Gerichte an Bedürftige. Hier heißt es schnell sein, ^denn der Andrang ist groß und die Konkurrenz erbittert. Wer sehr Hungrig ist, stellt sich noch einmal in Der Schlange an, um .noch einmal zu effen, wenn er nicht das Pech hat, daß der Kessel bereits leer ist, bevor die Reihe wieder an ihn kommt. Gab es vor zwei Jahren Noch viele berufsmäßige Bettler, so betteln heute die meisten nicht aus Profession, sonsern weil es die letzte Möglichkeit zu leben darstellt. Es bleibt ihnen außerdem nur noch die Flucht in den Tod oder ins Verbrechen übrig.
Ich entsinne mich heute noch einer kleinen Destille in Bochum im Ruhrgebiet. Den ganzen Tag über lag sie fast leer und ausgestorben da. Aber gegen Abend füllte sich der kleine -schmutzige Raum immer mit Bettlern, die hier säckeweise ablieferten. Der Wirt und seine Frau sortierten eilig die Ausbeute und zahlten jedem seinen Anteil aus. Tie gut belegten Stullen wurden an kleine Bierkneipen als „Delikateßbrote", die
Sie wünschen
unbelegten',an Bauern aus der Umgegend verkauft, die damit ihre Schweine fütterten. Die Auszahlung erfolgte zum Teil in bar, zum Teil in Schnaps. Das war vor drei Jahren. Auch in Berlin gab es bis vor kurzem in der Danziger Straße in der Nähe der „Palme", des städtischen Asyls, ein ähnliches Lokal. Heute ist die Not so groß geworden, daß die Gaben spärlicher fließen und meist auf der Stelle mit Heißhunger verschlungen werden. Für berufsmäßige Bettler sind die Zeiten schlecht geworden. So ist ihre Zahl auf ein Minimum hcrab- gefunten. Um so größer ist die Zahl der unverschuldet in Not geratenen. Die meisten von ihnen, besonders die Steileren, entstammen dem Mittelstand und dem Handwerk; sie erhalten, da ihre Angehörigen früher meist selbständig waren, in der Regel keine Erwerbslosenunterstützung. Diese Unglücklichen, die nicht leben und sterben können, sind eine schreckliche Warnung für jeden selbständigen Kaufmann und Handwerker. Glücklich, wer noch die Möglichkeit hat, sich für sein Alter zu sichern. Wie viele auch heute noch an ihre Zukunft denken, das beweist allein die Tatsache, daß nach neuesten statistischen Angaben allein die Summe der Lebensversicherungen bei der größten deutschen Gesellschaft, der Allianz, 3,3 Milliarden Mark beträgt, sie nicht zum kleinsten Teil auf den Mittelstand entfallen. Und doch stimmt es einem nachdenklich, wenn man immer wieder von Bettlern liest, nach deren Tod man in irgendeiner Ecke größere Ersparnisse fand. Welch seltsamer Gedanke, fein Geld im Strumpf aufzubewahren und dabei zu hungern! Welche Tragik! Wer weiß, ob sich unter den ärmlichen Gestalten der Großstadtnüchte nicht öfter als man denkt solche Existenzen befinden. B. W.
Kinder ««d Tiere.
(Nachdruck verboten.)
Kinder sollte man von frühester Jugend an davon überzeugen, daß Tiere keine Feinde, sondern Freunde des Menschen sind. Der Verkehr des Kindes mit dem Tier übt vielfach einen gesunden Einfluß auf das Seelenleben aus, uns deshalb spielt das Problem „Kind und Tier" in der Erziehung eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Zu allererst, bevor noch das Kind Verstand hat, fühlt es sich zum Tier hingezogen. Alles, was sich bewegt, lebt, schwimmt, fliegt oder sonstwie andersartig ist, lockt und reizt das Kind. Mit dem größten Interesse wird ein jedes Tier beobachtet; es wirs bestaunt, da es ja so ganz anders ist wie der Mensch. Wie ein Wunder wird es betrachtet; das Kind überwindet die Angst und wagt einen Annäherungsversuch. Das Tier wirs gefüttert; die Freunsschaft ist geschlossen. Leicht artet aber diese Freundschaft in Tyrannei aus. Obwohl das Kind seinen Spielkameraden liebt, wird er gequält und tyrannisiert. Schnell merkt das Kind: das Tier kann ja nichts dagegen sagen und läßt sich alles gefallen. Die angeborene Herrschsucht kommt zum Vorschein. Hier mutz Die Erziehung cinsetzen. Mit Vernunft muß dem Kinde dargelegt werden, wie feig es ist, ein wehrloses Geschöpf zu quälen; man muß es darauf aufmerksam machen und versuchen, das Verantwortungsgefühl den Schwächeren gegenüber anzuregen. Oft werden solche Quälereien, z.B. Hunden gegenüber, zu tragisch genommen. T.a ja in den meisten Fällen keine Bosheiten dahinterstecken, genügt es, dem Kinde Quälereien ackfs strengste zu verbieten. Dem Kinde mutz klargemacht werden, daß der Mensch dem Tier gegenüber Pflichten hat. — Ganz anders verhält es sich, wenn schon verständige Kinder Tieren kleinere oder größere Schmerzen verursachen. Hier zeigt sich eine schlechte Veranlagung des Kindes; die allerschärsste Strenge mutz da angewendet werden. Kinder, sie in früher Jugend an Tierquälerei Freude haben, wachsen sich oft zu ganz rücksichtslosen und brutalen Menschen aus.
In den meisten Kindern lebt die Liebe zum Tier; nur muß sie von den Erziehern geachtet und nicht durch ungeschickte Weise verschüttet werden. In der Beziehung von Kind zum Tier spiegelt sich die Vielgestaltigkeit der Kindesseele, und eine richtige Leitung wird immer von Erfolg gekrönt sein.
Zum Schluffe noch: Natürlich ist es nur eine Redensart, daß Menschen, die zu Tieren feine Liebe ausbringen können, keine guten Menschen seien. Die Erfahrung hat uns im Leben schon häufig die Unrichtigkeit allgemeiner Anschauungen gezeigt. Es gibt edle Menschen, die gar keine Beziehungen zu Tieren haben, und Schädlinge der Menschheit, Verbrecher, die nur Tieren gegenüber weichere Regungen zeigen. Isabella.
Ein neuer Berns. Antlitzdiagnostik-Kindergärtnerin.
Von Richard v. Rüsten.
(Nachdruck verboten.)
Veränderte, anspruchsvollere Zeiten stellen auch an die Berufe erhöhte Ansprüche. Das Wort von der gesunden Seele uns dem gesunden Geist in einem gesunden Körper hatte auch früher feine Geltung, aber heute wirs auf die körperliche Beschaffenheit doch erheblich größeres Gewicht gelegt als zu den Zetten unserer Väter und Großväter. Die Ausdehnung aller Sportarten zeigt dies am deutlichsten.
Von dem Lehrer, dem Erzieher hatte man früher nur ber» langt, saß er den Geist und die Seele seines Zöglings aus- bilse, entwickle, zum Guten führe. Alles Körperliche, Gesundheitliche war Sache des Arztes. Heute aber verlangt man von dein Erzieher, daß er nicht nur Kenntnisse von geistigen uno iccuichen Kräften besitzt; er muß auch wissen, wie seine Zöglinge zu körperlicher Tüchtigkeit und Kraft gelangen. Weil eine innige Wechselbeziehung von Geist zu Körper besteht, gilt p mehr denn je, eine vollkommene Ausbildung des Meirichen zu gewährleisten. Nicht allein durch turnerische und iportlilye Betätigung kann dies Ziel erreicht werden; zum Körperlichen gehören mehr als Turnen, Spielen, Wandern, Atmen, Baden, Waschen, Sonnen; auch die Ernährung des Lchutzbewhlenen gilt es zu überwachen und die allgemeine Gesundheit zu beobachten.
, . ~j.e, Gesundheitsfrage darf nicht mehr — wie früher —
, als.Krankheitsheilung angesehen werden und oaher nicht allein in der Hand des Arztes liegen. In der Vor - ° °" g t ä t i _g £ e i t sieht der Mensch von heute eine
ebenio wichtige Aufgabe; er will deshalb nicht so lange gleich- . ^a9 hinein leben, bis eine Krankheit seine 3,4 "Urwelt. Aus diesem Grunde wird zur Erziehung «’e vorbeugende Gesundheitspflege gerechnet. Wer sich eine Kindergärtnerin leisten kann, der stellt mit Recht die daß die Person,'der er sein Kind anvertraut, auch âziehung ausgebildet ist. Eine neue Wissenschaft, • ' h diagnostik, von dem Naturforscher Kurt begründet, gibt der Kindergärtnerin die Mög- die Gesundheit der Schutzbefohlenen zu über» âw der Beruf der Kindergärtnerin ist heute stark uverzulll uns einer scharfen Auslese unterworfen. Die anilitz- ?Wnostlsch ausgebildete Kindergärtnerin hat anderen gegen» .strotzen Vorsprung und mehr Aussicht, eine An- M imden. Aus diesem Grunde widmen sich zahlreiche ii^iiinen dem Studium der Gesundheitspflege und be* Ausbildung in der Mangelerkcnnungslehrc, p i3'01?10*1^- Die Zeit der Stellenlosigkeit kann nicht werden, als wenn die Kindergärtnerin sich mit dem Studium der einschlägigen Bücher befdtäflial oder
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einen Kursus in der Antlitzdiagnostik durchmacht. Die Er« kenntnis von der Bedeutung der Antlitzdiagnostik hat sich heute schon diirchgerungen, und über kurz oder lang werden Kenntnisse auf diesem Gebiete von jeder Kindergärtnerin unbedingt gefordert werden.
. .. (Nachdruck verbotet!.)'
— solange man noch glaubt, datz einem die ganze Welt gehört!
— solange man seine erste Liebe auch für seine letzte hält!
— solange man alles besser weiß als die vorhergehende Generation!
— solange man noch hofft, daß das Glück, wenn auch nicht gerade heute, dann doch bestimmt morgen kommt!
— solange man sich selbst noch so ungeheuer wichtig nimmt'!
— solange noch jeder Lebenswechsel einen neuen Reiz fm uns hat!
Man wird alt...
— sobald man froh ist, daß einem von der ganzen großen f Welt wenigstens noch ein gemütliches Plätzchen gehört!
— sobald einem die Liebe bedeutend weniger interessiert als eine gute Mahlzeit!
— sobald man genau weiß, wie die Jugend es hätte machen müssen, um es nach unserer Auffassung richtig zu machen!
— sobald man erkannt hat, daß das Glück sich im Leben nicht mit jedem beschäftigt!
— sobald man eingeschen hat, welch winziges Rädchen man selbst im großen Rad der Zeit ist!
— sobald man jede ruhige Gewißheit jedem aufregenden Wechsel vorzicht! To“To.
Was ist IM Weiblich? (Nachdruck verboten.)
Wenn die Frau sich über jede Kleinigkeit aufregt und dabei den großen Sorgen des Daseins gefaßt ins Auge schaut!
*
Wenn eine Frau es versteht, aus den einfachsten vier Wänden ein Heim zu schaffen! J. Adams. '
Role Home.
(Nachdruck verboten.)
Liesel war bestimmt die Gescheiteste in der ganzen Schule. Aber sie besaß brandrote Haare und hatte ein sommersprossiges Gesicht mitten im tiefsten Winter. Und was nutzten da alle Einsen, sogar im Rechnen! Wenn sie sich auf der Straße blicken ließ und die Kameradinnen und Kameraden gerade in der nötigen Laune waren, da riefen sie:
„Roter, roter Ginginging!
Feuer is in Ottakring! Feuer is in Wahring!
Du bist ein gselchter Haring!"
Der Vers war an und für sich Blödsinn, trotzdem er in Wien gebräuchlich ist.
Liesel trug also immer ein gedrücktes Wesen zur Schau und mied die Mitschüler beiderlei Geschlechts. Was diese aber nicht hinderte, ihre Grausamkeiten weiter auszuüben.
Da kam eine neue Lehrerin in die Schule, und die schloß das arme Liesel ins Herz. Sie tröstete das gequälte Kind und bevorzugte es vor allen anderen. Und wenn ihrer drei oder vier von der Rotte in der Pause zusammenstanden, dann trat die Lehrerin zu Liesel, strich ihr über den roten Kopf und sagte: „Ach, hätte ich doch so wunderbar tizianbräunes Haar. Das ist ja eine Pracht!"
Wie ein Lauffeuer ging es durch die Schule, daß Liesel ttzianbraunes Haar habe! Wo war der Trottel, der behauptet hatte, das Haar wäre fuchsrot! Und sie alle blickten mit Neid auf den Rotkops mit dem tizianbraunen Haar. Wer Tizian war, wußten allerdings nur wenige von den Rängen, aber die es wußten, meldeten geheimnisvoll, daß es ein großer Maler gewesen sei, der diese Farbe mit Vorliebe, selbst für Gegenstände, die sonst weiß und schwarz waren, verwendet habe.
So wurde das zwölfjährige Lieschen mit brandrotem Kopf modern, geachtet und kindlich glücklich. Walter Uhl.
f. Vollständige Ausnützung der Kohlen. Oft bleiben in der Asche der Zimmeröfen größere Stücke Kohlen zurück, die nicht ganz ausgebrannt sind. Um diese herauszufinden, wirft man die Rückstände in eine größere Schüssel mit Wasser; die noch brauchbaren Kohlestückchen schwimmen oben, können abgeschöpft und an der Luft getrocknet werden. Asche und Schlacke dagegen sinken tm Wasser zu Boden.
. k. Wie vertreibt man Schnecken aus dem Keller? Es emp- liehlt sich, an den Stellen oes Kellers, wo sich die Schnecken einfinden, wiederholt Aetzralk in Pulverform auszustreuen.
k. Reinigung von Bürsten. Die Bürsten dürfen bei einer Reinigung nur in Höhe der Borsten ins Wasser gelegt werden. Man nimmt Seitenlange mit etwas Soda und Salmiak, letzteres besonders für Haarbürsten, schwenkt darin die Bürsten hin und her, känimt sie aus, spült gründlich, trocknet sie mit einem weichen Tuch und legt sie mit den Borsten nach unten an die Luft zum Austrocknen.
Ws eLs Hclc&e.
f. Rote-Nüüensalat (gemischt). Ein Teil abgekochte rote Rüben, zwei Teile Kartoffeln, ein Teil Salzgurken und ein Teil Aepfel werden in feine Scheiben geschnitten, mit Essig, Oel, Pfeffer und Salz angemacht und mit einem Kranz von zuvor angemachtem Feldsalat umgeben.
f. Durchgetriebenes Apfelmus. Ungeschälte Aepfel werden samt dem Kernhaus in vier Teile zerschnitten, mit kaltem Wasser aufs Feuer gesetzt, so lange gekocht, bis sie platzen und weich werden, rasch aus ein Haarsieb geschüttet, wenn sie gut abgetropft sind, durchgetrieben. Dann wird das Mus nebst Weißwein, Zucker, Zimt und Sultaninen noch eine Weile gekocht. Es wird erkaltet serviert.
f. Hecht gebacken. Hierzu werden meistens kleinere Hechte verwendet. Wenn sie gereinigt und gewaschen sind, werden sie mit Salz und Pfeffer cingerieben, sodann in Mehl, dann in Eiweiß oder verrührtes Ei und zuletzt in Paniermehl getaucht, in heitzein Butlersctt, Olivenöl oder Palmin gebacken, mit itaitfer Petersilie und Zitronenschnttten garniert und mit einer Mayonnaise serviert.
k. Melonenkreme. Eine recht reife Melone wird geschält, in Stiicke geschnitten und die Kerne sorgfältig entfernt, mit 225 Gramm Zucker wird die Frucht langsam ganz weich gekocht und durch ein Haarsieb gestrichen. Dann mischt man 25 Gramm aulgelöste Gelatine sowie den Saft einer halben ßitioiie darunter, läßt die Greine etwas erkalten, rührt % bis % Liter biete süße Sahne oder Schlagsahne hinzu, schiittct die ganze Masse in eine Glassckale und stellt sie auf Eis.
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