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Recht muß doch Recht bleiben! Angriff auf die Angriffomaffen - Fernfeuer aus Polen und Litauen — Hintergrund der Rcichspräsidcntcn- wahl.

Tie rednerische Kanonade in Genf hat zunächst mit Den „schweren Geschützen" eingesetzt —, wenn man für die Gescheimisse auf einer Abrüstungskonferenz ein solches „militärisches- Bild gebrauchen darf! Man wird ja frei­lich dazu verleitet, denn fast jeder Redner spricht so viel von schwerer Artillerie und Bombenflugzeugen, von Linienschiffen unD U-Booten, von Giftgas und ähnlichen angenehmen Zeilgepflogenbeilen, daß dem Engel des Weltfriedens, der ungesehen und unerkannt als Delegierter Der — Menschheit an dieser Konferenz teilnimmt, doch nun ganz angst und bange werden kann, auch dann, wenn jetzt die „großen Kanonen" Englands, Amerikas und Italiens und Rußlands sich sehr eifrig für die Abschaffung jener wenig schönen Tinge einsetzen wollen. Wenigstens haben sie es — gesagt! Deutschlands Vertreter hingegen ist auf diese Seite — also die der praktischen Arbeitsvor­schläge für die Konferenz — nicht eingegangen; denn uns bat man jene Waffen restlos entzogen und darüber hinaus auch das einfache und selbstverständliche Recht geraubt, Vorkehrungen für eine Verteidigung gegen jene Angriffs­waffen zu treffen. Diese Zurückhaltung hat unsere Ver­tretung in Genf auf einen strategisch vielleicht wohl etwas günstigeren Boden geführt, als man bei Konferenzbeginn hoffen konnte; denn der „Angriff auf die An­grif f s w a f f e n' ist in Gens, außerdem noch mit zahl­reichen politischen „Spitzen gegen Frankreich" versehen, von den Vertretern jener Mächte unternommen worden, die einst Seite an Seite mit Frankreich gegen Deutschland s o ch t e n und uns die Ent- waffnung auferlegen halfen. Ebenso überließ Dr. Brüning aus gleichem Grunde den ehemaligen Alliierten Frankreichs, Den Schöpfern des Versailler Diktats und des Völkerbundstatuts, auch Den Kamps gegen die Vorschläge Tardieus, der aus dem Völkerbund so eine Art Polizei­station machen will. Tie Kritik oder vielmehr: die von der Seite unserer Kriegsgegner kommende fast unver­hüllte Ablehnung der Grundzüge jenes Plans mußte also weit drastischer in der Öffentlichkeit wirken. Wenn man daher auf Dieser Abrüstungskonferenz von „Fron- t e n" sprechen Dars, dann kann man jetzt, nach dem redne­rischen Auftreten Der Delegierten aller Groß- und Mittel­mächte, schon mit aller Vorsicht sagen: der französischen Front und ihren Hilfstruppen steht die Front der Eng­länder und Amerikaner, der Italiener und Russen gegen­über —, diese wasfenstarrcnden Mächte aber im Vorder­grund, Deutschland, das ohnmächtige, zurück im Hinter­grund. Und jene eigentlichen „Fronten" werden nun Den weiteren Kampf ausfechten müssen: Dort wird sich ent­scheiden, ob dieser „Angrifs aus die Angriffs- Waffen" denen glückt, die ihn eingeleitet haben.

Während „vorn" also der Kamps mit wenigstens einigermaßen gleichen Waffen zwischen den ehemaligen Verbündeten geführt wird, uns selbst aber zunächst nur die etwas kümmerliche Waffe des Rechtsanspruchs bleibt, versucht man . . . doch wir müssen von neuem erst um Entschuldigung bitten, wenn wir hier aus den militärisch­kriegerischen Vergleichen gar nicht herauskommcn'. Also: Man versucht von der Front der Versailler Verteidiger her, uns Deutsche mit „Fernfeuer" zu stören und zu belegen. Zaleski, Polens Außenminister, ließ aus Dem Flugzeug seiner Rede allerhand Giftgasbomben von Ver­leumdungen auf Deutschland niederfallen und im Rücken erfolgte der Überfall Litauens auf das von uns gerissene, aber nicht vergessene Memelland. Daß dieser Miniaturstaat mit seinen etwas mehr als zwei Millionen Einwohnern überhaupt entstanden ist, kann er Deutschland „verdanken"; aber er tut dies sowenig wie die anderen Staaten es tun, die wir vom russischen Joch be­freiten; ^zum fünfzehntenmal jährt sich gerade jetzt wieder Der Tag, an dem die von Teutschland proklamierte Unabhängigkeit Litauens von neuem feierlich bestätigt wurde. Schade, — wenn sich der litauische Außenminister Zaunius genügend beeilt, dann würde bereits an jenem 16. Februar der Völkerbundrat die ihm gewiß nicht gerade angenehme Entscheidung darüber treffen müssen, ob Litauen nun auch in dem völkerbündlich garan­tierten „autonomen" Memelland gegen alles Teutsche nach Gutdünken verfahren kann, ob auch dort „Gewalt fährt aus Der Straßen", wie Walther von der Vogelweide in Deutschlands schwerer Zeit klagte. Oder ob „selbst" für Die Deutschen auch in den ihrer früheren Heimat ent­rissenen Gebieten der Satz gilt: „Recht muß doch Recht bleiben."

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Mephistopheles freilich sagt im „Faust" achselzuckend:

„Vom Rechte, das mit uns geboren ist,

Von Dem ist, leider! nie die Frage", —

aber dieser Ausspruch stammt eben aus dem Munde eines höllischen Geistes, ohne daß er freilich deswegen so ganz unrecht damit hat! Dem „geschaffenen" Recht Pflegt es allerdings bisweilen noch schlechter zu gehen, weil es — angeblich — Zeiten und Wirklichkeiten geben soll, die dem Rechtsbuchstaben durch eine zeit- und wirklichkeitsent- wrechende Anwendung den Charakter von spanischen Stiefeln nehmen. Wenn jetzt die innenpolitischen Aus­einandersetzungen um die P r ä s i d e n t e n w a h l sich zu- spitzten, so geschah dies, weil das „Recht des Reichsprä- ndemen" sich unter dem Druck der Zeit und Wirklichkeit zu einem Umfang und einem Einfluß entwickelt hat, von dem sich die Väter der Weimarer Verfassung bestimmt nichts haben träumen lassen. Diese verfassungsmäßige Rechtspoutlon hat sich also innenpolitisch zu einer tatsäch- tchen Machtposition entwickelt, um die gerungen und »re als solche auch von den Kämpsenden angesehen wird Weit, weil mehr als nur etwa „der Repräsentant des oeuffchen Volkes" ist der Reichspräsident geworden und

au$ verfassungsmäßig für seine Verordnungen -icyt die formelle Verantwortung trägt, sondern diese auf )en gegenzeichnenden Reichskanzler oder Ressortminister zelegt ist, so fällt diese Verantwortung letzten Endes vor oem deutschen Volk und vor der Geschichte doch auf ihn and sein Gewissen. Dort mutz er „verantworten", wie :r seine Pflichten erfüllt, wie er seine Rechte gebraucht.

Dr. Pr.

Letzte Nachrichten.

Goebbels

und Goering sprechen zur Neichspräsidentenwahl.

Berlin, 13. Febr. In den Tennishallen in Wilmersdorf, dem zweitgrößten Saal Berlins, der überfüllt war, fand am Freitag abend eine Kundgebung der Nationalsoziali­sten für Adolf Hitler statt.

Der Reichstagsabgeordnete Goering polemisierte in sei­ner Rede scharf gegen Sozialdemokratie und Marxismus und gegen die jetzige Reichsregierung.

Zum Schluß seiner Rede forderte Goering alle An­wesenden auf, am 13. März, dem Tage der Reichspräsiden­tenwahl, ihre Stimme Adolf Hitler zu geben, da man mit den Parteien, die einst den Generalfeldmar- schall v. Hindenburg geschmäht hätten, ihn heute aber auf den Schild heben, keinen gemeinsamen Weg gehen könne.

„Die Parteimaschinc steht startbereit".

Im „Völkischen Beobachter" befaßt sich der national- sozialistssche Reichstagsabgeordnete Dr. E o e b b e I s in einem Leitartikel mit der Frage der Entscheidung über die in Kürze zu lösenden innenpolitischen Fragen. In dem Artikel heißt es u. a.: Jede Stunde könne das Signal zum Angriff geblasen werden. Am Sonntag morgen würden in sämtlichen Gauen die Ortsgruppenführer und Amtswalter zusammentreten und aus dem Munde des Gauleiters die letzten Instruktionen für den Kampf entgegennehmen. Am Sonntag abend werde die Partei Maschine st artbereit da stehen und nur darauf warten, daß

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieten

Merkblatt für den 14. und 15. Februar.

14. Februar: 1468: Johannes Gutenberg, der Erfinder der Buckchruckerkunst, in Mainz gest. — 1766: Der englische Nationalökonom Thomas R. Malthus auf Ruckery bei Derking, Surry geb. — 1779: Der englische Seefahrer James Cook auf Hawaii ermordet.

15. Februar: 1564' Der Physiker und Astronom Galileo Galilei in Pisa geb. — 1781: Gotthold Ephraim Lessing in Braunschweig gest. — 1928: Der englische Staatsmann Lord Herbert Henry Asquith in London gest.

Viel Wunderkuren gibt's jetzunder, — Bedenkliche, ge­steh' ich's frei. — Natur und Kunst tun große Wunder — Und es gibt Schelme nebenbei. Goethe.

Wie wird das Wetter?

Ein Temperarurrückgang brachte ganz Deutschland die stärkste Kältewelle, die wir bisher in diesem Winter hatten. Im Osten noch vorhandene Störungsgebiete brachten den deutschen Mittelgebirgen Schneefälle, während im Flachlande die Niederschläge verhältnis­mäßig gering blieben. Mitte der Woche sanken die Tempe­raturen in Mitteldeutschland auf 8 bis 10 Grad Celsius Kälte, während aus Den Mittelgebirgen 12 bis 15 Grad Kälte gemeldet wurden. Im Riesengebirge ging die Quecksilbersäule bis auf 21 Grad unter den Gefrierpunkt zurück. Zurzeit liegt ganz Mitteleuropa im Bereich eines Hochdruckgebietes. Stärkere Tiefdruckgebiete lieaen über Norditalien und über dem Nordmeer.

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Ueber Deutschland lagern zur Zeit noch kalte Luftmassen, in denen trotz einer Milderung, die sich schon eingestellt hat, die Temperaturen doch noch durchweg unter Null Grad liegen. Nunmehr strömen über Skandinavien wieder wärmere Luftmassen südwärts, die allmählich auch bei uns weitere Milderung, jedoch auch Niederschläge bringen wer­den. — Vorhersage bis Samstag abend: Wechselnd bewölkt und strichweise auch Schneeschauer, Temperatur etwas milder, jedoch noch Frost, nördliche Winde. — Witterungs­aussichten für Sonntag: Meist bewölkt, vielerorts Nieder­schläge, nachts noch leichte bis mäßige Fröste.

* Fulda, den 13. Februar 1932.

Am Wochenende.

Nun wäre das bißchen Glanz und Narrenflitter auch wieder vorüber. Hier und da soll der Nachgeschmack am Aschermittwoch bitter gewesen sein, besonders da, wo der Inhalt des Portemonnaies genau so tief gesunken war wie das Thermometer seit Fastnachtdienstag (bis zu 15 Grad unter Null!). Der glücklich verlaufene Eisenbahn­unfall am Sonntag hat die gute Stimmung eher noch belebt denn gehemmt. Wie leicht hätte es ein Unglück von ganz großem Ausmaße werden können; mag der Material­schaden auch beträchtlich sein, so sind doch wie durch ein Wunder keine Menschen zu Schaden gekommen. Eine ge­wisse Dankbarkeit gegen ein gütiges Geschick machte sich des­halb unter den vielen Zuschauern bemerkbar, der Unfall wurde mehr humoristisch aufgefaßt. Ein Fuldaer vermu­tete sogar, daß die Lokomotive von der zur Zt. grassierenden „E i n h e i t s p r e i s p s y ch o s e" ergriffen worden sei und deshalb in die Stadt auskneifen wollte. —

Unterdessen ist es wieder richtig Winter bei uns gewor­fen. Scharfe Winde werden uns reichlich aus Nordosten „zugefächelt". Die Straßen waren zeitweise förmlich ver­ödet, da alles vermummt und verhüllt oder wenigstens mit Ohrschützern versehen dem Haus oder der Arbeitsstätte zu­eilte. Die Wintersportfreunde müssen sich vorläufig auf den Schlittschuhlauf im Schloßgarten einrichten, für Ski ist leider die Schneedecke zu dünn in den Bergen. — Für die Wintersaaten hätte dieser überraschende schneelose Frost nicht kommen dürfen, schon werden aus allen Gegenden schwere Frostschäden gemeldet. Ganz übel ist es den vor­witzigen Mandelblütsn in Süddeutschland ergangen, sie sind Gmt und sonders erfroren, soweit sie nicht an ganz geschütz­ten Plätzen stèhen. Das sind die Nachteile der milden Vor- wrnter; nicht umsonst wird es dem Bauer unbehaglich, wenn Dezember und Januar nicht vor Kälte knacken. Die frühen Knospen fallen dem Nachwinter zum Opfer. —

Unsere Sorgen sind natürlich auch jetzt mit eingefroren — und das ist insofern bedauerlich, als sie sich dadurch län­ger halten und schließlich zur „Dauerware" werden. Daß Kredite „einfrieren" ist ja heute auch nichts Seltenes. Auf eine nicht alltägliche Art entzog sich ein Berliner den Fol­gen eines solchen eingefrorenen Kredits. Herr Günther betrieb einen „Eissalon", was zu der besagten „Einfrie- rung^' wesentlich beigetragen haben mag. Als schließlich die Schulden zu groß wurden, gab Herr Günther im Namen seiner tiefbetrübten Frau ein Inserat auf, in dem angezeigt war, daß Herr E. nach kurzem Leiden aus dem Leben ge- wteoen sei. Er hatte Ruhe, bis ihm eines Tages sein Hauptgläubiger in den Weg lief und den Mann, „der zwei­mal leben wollte", von den Kadi schleppte, wo er in Moa- mt auf neun Monate wegen Betrugs eingesperrt worden Cf- und zwar ohne Bewährungsfrist. So was kommt also PltH.J}ur in Romanen vor, das Leben übertrifft vielfach dre kühnste Dichterphantasie. -

Wie ein Märchen muten auch die wunderbaren Einla­dungen aus Italien an, die uns nun schon seit Weihnachten au; den Schreibtisch flattern. Luxushotels laden ein und tonen mit südlicher Beredsamkeit. Kleine Kunstwerke, Mei- Cerwerke der graphischen Kunst, sind diese kleinen Büchlein, veim Durchblättern fällt ein kleines diskretes Zettelchen yeraus: „Sie können, um allen Schwierigkeiten zu

einer auf den Knopf drücke, um sie mit aller Heftigkeit in Bewegung zu setzen. Jeder Parteigenosse habe nun endliz die ersehnte Gelegenheit, mit allen Feinden des deutsch^ Volkes und allen Verfolgern seiner Bewegung eine durch­aus legal aber vernichtende Abrechnung zu ten, wie sie in diesen Ausmaßen die deutsche Geschichte nnÄ nicht gesehen habe. ;

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Hannover, 13. Febr. In der Stadthalle zu Hannover fanden gestern abend zwei große von insgesamt 8 000 Per­sonen besuchte Kundgebungen der Nationalsozialisten statt, in denen der Reichstagsabgeordnete D r. G ö b b e l s bié politische Entwicklung in Deutschland seit dem 14. Septem­ber 1930 schilderte. Zur Frage der Neichspräsidentenwahl führte Dr. Göbbels aus, der Nationalem Opposition von Harzburg sei jetzt Gelegenheit gegeben worden, das herr­schende System zum Sturz zu bringen. W o l l e H i n b e n = bürg dieses Sy st em weiter mit seinem Na­men decken, dann würden die National- sozialisten gegen ihn antreten.

entgehen, jeden Betrag in Mark auf unser Postscheckkonto Dresden . . . einzahlen. Wir stellen Ihnen das Geld hier in unserer Währung restlos zur Verfügung . . . ." Das also ist des Pudels Kern! Auf diese Weise werden immer noch Gelder ins Ausland gebracht — immerhin spricht die­ser „Ueberweisungsverkehr" für die Sicherheit unserer Währung. Das Ausland hat Vertrauen zur Reichsmark; das mag für manchen Deutschen beschämend sein. — Die Schweizer Banken sind mit deutschem Gelde so gesättigt, daß sie keine Zinsen mehr zahlen wollen für deutsche Gut­haben! Da sind die Schieber nun in Nöten — und suchen neue Wege, auf denen sie dem Finanzamt entschlüpfen können.

Dieser Tage haben soviel kleine Geschäftsleute, die weder ein „Einkommen" noch einen „Gewerbeertrag" ver­buchen können, die Steuerformulare erhalten. Nur noch ein T e i l der Bedachten hat das Existenzminimum. Der Ausfall an Steuern allein in unserem Bezirk ist grö­ßer als jemals und ist noch im Wachsen. Diese Leute, die kaum das Nötigste für den Lebensbedarf aufbringen, sind am Ende ihrer Kraft; Staat und Gemeinde müssen froh sein, wenn sie mit ihren Familien ve g e t i e r e n , ohne Hilfe von außen zu beanspruchen. Wie die Landwirtschaft in jeder Weise heute geschützt wird vor völliger Verblutung, so müssen Handwerk und Kleingewerbe in gleicher Weise geschützt werden.

Der Bericht über den Einzelhandel durch den Referenten der Handwerkskammer hat.^in lebhaftes Echo in Fulda gefunden. Da war kein Wort zu viel gesagt, manches müßte noch besser hervorgehoben werden, denn, wenn nichts mehr zu retten ist, dann kommt jede Reform und jede Hilfe zu spät. —Gerechtigkeit — besonders bei Verteilung der Lasten — ist auch die Grundlage des heutigen Reiches.

Ziehen wir am kommenden Sonntag mit dem Rhönklub in die Berge, oder ersteigen wir in den Abendstunden den Frauen- oder Kalvarienberg — immer wird uns das Hutzel­feuer, der Gruß der Fuldaer Jugend an den Frühling, fesseln und erfreuen. Möge endlich das Frühlingsfeuer uns die Wendung verkünden. Hinter uns die Nacht, vor uns der Tag! A. M.

Die Vorgänge im Fuldaer Spar- und Bauverein.

Am Freitag abend hielt der Fuldaer Spar- und Ämi- verein e. E. m. b. H. eine außerordentlicheHaupt- versammlung im kath. Eesellenhause ab, zu der die Mitglieder äußerst zahlreich erschienen waren. Der 1. Vor­sitzende des Aufsichtsrats, Herr Reichsbahnrat Andreä, eröffnete und leitete die Versammlung. Besonders will­kommen hieß er die beiden Vertreter des Revisionsverban- des aus Kassel. Der Versammlungsleiter betonte sodann, daß er erst verspätet durch mündliche und schriftliche An­zeigen von den angeblichen Verfehlungen einzelner Vor­standsmitglieder Kenntnis erhalten habe. Im Anschluß hieran verlas er einen Bericht der ReichsbahndirekM Frankfurt a. M. aus dem hervorging, daß enge Beziehun­gen zwischen Vorstandsmitgliedern des Spar- und Bau- Vereins zu Unternehmern bestanden haben sollen, die nicht im dienstlichen Interesse lagen. Eine Versetzung des seit­herigen 1. Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Reichsbahn- inspektors Gutberlet, sei nicht zu vermeiden gewesen. ®5 sei festgestellt worden, daß auch andere Vorstandsmitgliedel durch die Unterhaltung von Beziehungen zu Unternehmern nicht im Sinne ihres Amtes gehandelt hätten. Ferner haben die Untersuchungen durch die Reichsbahndirektion er­geben, daß in einigen Fällen im Geschäftsverkehr mit Un­ternehmern nicht ganz einwandfrei verfahren worden sei. Ein derartiger Fall liege bereits 5% Jahre zurück. Inwie­weit strafbare Handlungen vorliegen, sei nicht festzustelleu. Anschließend an diesen Bericht, verlas der Aufsichtsrats- vorsitzende den Bericht der Revisoren des Revisionsverban- des in Kassel. Sämtliche Bücher und Rechnungen seit 1926 seien eingehend nachgeprüft worden. Einige SchlußE nungen über Bauausführungen konnten nicht vorgelegt werden. Die Revision ergab keine großen Beanstandun­gen. Dem Vorstände wurde empfohlen, in Zukunft mehr Sorge auf die genaue Bezeichnung der ausgeführten Arbei­ten zu legen. Die vorläufig aufgestellte Roh-Bilanz per 31. Dezember 1931 sei als günstig zu bezeichnen. Bei der Durchführung neuer Bauten müsse der Aufsichtsrat und Vorstand die größte Vorsicht walten lassen. Sodann teilte der Versammlungsleiter mit, daß der seitherige Vor­sitzende des Vorstandes, Herr Rejchsbahninspektor Gutber­let, an dieser Hauptversammlung nicht teilnehmen könne, da er sich infolge einer Fußverletzung im Krankenhause be­finde. In der sich hieran anschließenden Aussprache wurm von verschiedenen Genossen zu einzelnen Punkten der -o1' rechte Stellung genommen. Es wurde u. a. betont, daß dem Verein durch diese Vorkommnisse zwar kein finanzielle Verlust entstanden sei, doch sei das Ansehen des Verein­geschädigt worden. Der Aussichtsratsvorsitzende bemängel wiederholt, daß er leider viel zu spät von den Vorgänge erfahren habe und bedauerte, daß ihm nicht früher von Seiten der Mitglieder davon Kenntnis gegeben Einem Antrag auf Wahl einer dreigliedrigen KommisE zur Ueberwachung der Geschäfte des Morftanbee konnte iE stattgegeben werden, da er satzungswidrig war. Die M - glieber wurden wiederholt ermahnt, die Ruhe zu benW und dafür zu sorgen; daß die übertriebenen Gerüchte, du der Stadt kursieren, verstummen. Die Neuwahlen der4 stands- und Aufsichtsratsmitglieder erfolgt in der März stattfindenden Jahreshauptversammlung.

Fuldaer Schweinemarkt.

Zum heutigen Schweinemarkt waren 45 2 Läufer angefahren. Die Ferkel wurden je und Qualität mit 9, 12 und 15 Mark bezahlt, war schleppend, es verblieb Ueberstand.

Ferkel u116 nach Alter Der Hand"