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des Memeter Nrasidenien.

Landesvcrralsverfnhren gegen Böttcher.

Die litauische Antwortnote auf die Er­widerung der deutschen Regierung zu der litanischeii Protestnote wegen der in Berlin geführten Unterhand­lungen des Landespräsidenten Böttcher mit amtlichen deutschen Stellen ist durch Den litauischen Gesandten in Berlin der Reichsregierung überreicht worden. Auch in dieser Note hält die litauische Negierung den in der Protest­note vertretenen Standpunkt vollkommen aufrecht. Es wird erneut gegen die Reise protestiert, die an­geblich eine Perletzung der internationalen Nechtsbegriffe bedeute.

Von amtlicher litauischer Seite wird zugegeben, daß gegen Landespräsident Böttcher ein Verfahren wegen Landesverrats vorbereitet wird. Vis zum Abschluß dieser Untersuchung wird Landespräsident Böttcher in Memel in seiner Wohnung interniert gehalten.

Der memcUändische Landtagsprâsidcm von Dreßler,

der mit den litauischen Behörden einen scharfen Zusammenstoß hatte.

Drahtzieher Frankreich.

Der Hintergrund des Memelkonflikts.

Das litauische Märchen von der Reise des Memeler Landespräsidenten nach Berlin, die ihm als „Landes- v e r r a 1" ausgelegt wird, macht sich eigenartigerweise die halbamtliche französische Nachrichtenagentur Havas zu eigen, wobei sie über die litauischen Auslassun­gen hinaus noch behauptet, daß die Reisekosten für Böttcher aus amtlichen deutschen Mitteln erstattet worden wären.

Bis heute haben nur Vermutungen über eine enge französisch-litauische Zusammenarbeit' in der Memelfrage bestanden. Die neueste Havasmeldung liefert der Welt jetzt aber den schlüssigen Beweis, daß der empörende Rechtsbruch, den die Litauer sich im Memellande geleistet haben, zum mindesten mit französischer Rückendeckung er­folgt sei.

Nah und Fern

0 Eine 102jährige Berlinerin gestorben. In Berlin starb die am 25. November 1829 geborene Frau Emilie Kerber. Frau Kerber hat zwei Jahrzehnte in einem städtischen Hospital gelebt. Bis in ihre letzten Tage war sie, abgesehen von den üblichen Alterserscheinungen, ver­hältnismäßig rüstig.

0 Tragik in der Familie eines Generals. In Berlin stürzte der 25jährige Referendar Rüdiger von Eisenhart- Rothe aus einem in voller Fahrt befindlichen Omnibus auf die Straße. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf seinen Verletzungen erlag. Der Verunglückte ist ein Sohn des Generals a. D. Ernst von Eisenhart- Rothe. Einen besonders tragischen Charakter erführt der Unfall dadurch, daß der Referendar das fünfte Kind des Generals ist, das keines natürlichen Todes starb. Zwei Söhne fielen im Felde, ein Sohu wurde bei einem politi- tchen Zusammenstoß niedergeschossen, und der vierte ver­unglückte während einer Motorradfahrt tödlich.

^0 Fabrikbrand in Swinemünde. Ein Brand hat in Swinemünde die Anlagen der Panela-Aktiengesellschaft, ^dezialfabrik für Holzveredelung, in Asche gelegt. Der -orand kam gegen Mitternacht in dem Lackierraum aus und llriff bei heftigem Sturm mit großer Schnelligkeit um sich. <m kurzer Zeit stand auch die zweite große Fabrikhalle in Lammen. Große Mengen Kunst- und Sperrhölzer sowie Holzwolle boten dem Feuer reiche Nahrung. Die Feuer- Wehren aus Swinemünde und Umgegend sowie einige Kompagnien der Marineartillerie wurden aufgeboten, um vle gefährdete große Halle, in der sich wertvolle Druckerei- mazchinen, Schnellpressen, Schleif- und Schneidemaschinen befanden, zu räumen. Schließlich sprang das Feuer auch aufbtese Halle über. Alle drei Gebäude mit einer Gesamt- s ,che von über 3000 Quadratmetern sind vollständig aus- gebrannt. Der Gebäude- und Materialschaden wird aus Uber eine halbe Million Mark geschätzt.

O Grostfeuer in einer oftpreußischen Stadt. In dem wten Rathaus in Guttstadt in Ostpreußen brach Feuer

Tas Gebäude brannte in den oberen Geschossen olllg aus. Die Löscharbeiten gestalteten sich äußerst icywlerig, da infolge des scharfen Frostes die Spritzrohre entstören. Das Feuer breitete sich aus die benachbarten leinen Häuser aus, die zum Teil im Dachstock, zum Teil gebt an ^urunterliegenden Geschossen gleichfalls aus-

O Nach anderthalb Jahren identifiziert. Am 18. Ok- 930 stürzte sich ein Gast aus dem Zimmer eines Münchener Hotels aus die Straße. Er war sofort tot.

langwierigen Erhebungen konnte jetzt fcstgcstellt erden, daß der Tote mit einem in Berlin wohnhaft gc- wesenen ledigen Direktor, der sich am 30. September 1930 Ausland" abgemeldet hatte, pcrsonenglcich ist.

O Wegen Doppelmordes zum Tode verurteilt. In uaitowitz hatte sich vor dem Standgericht der 21jährige Meinend Szkudle aus Tichau wegen Mordes an dem unecht Stephan Piecha und an der Magd Rosalie Bialas verantworten. Nach längerer Beratung verhängte das Gericht die Todesstrafe.

O Das Wasserflugzeug des Unterseebootes „M. 2" ac- •Men. Taucher haben das Wasserflugzeug des unter- ergangenen englischen U-Bootes „M. 2" gehoben. Es 'mtrbc an Bord eines Patrouillenbootes an Land ae- vracht. ”

O Oorskrieg wegen de ftochzel .anzel. De. einer Bauernhochzeit im bulgarischen Dorfe Negowan entstand zwischen den Burschen zweier Dörfer ein Streit wegen des Anführens beim Rundlauz. Bald daraus war der Dorf- Platz der Schauplatz eines heftigen Kampfes, an dem mehr, als 100 Bauern der beiden Dörfer mit Pistolen, Gewehren und Messern teilnahmen. Nach dreistündigem Nausen und Schießen bedeckten 30 Verletzte und vier Tote das Schlachtfeld, darunter mehrere Mädchen und die Brant- führerin. Bei der Verfolgung der Burschen, die ins Rach­bardorf flohen, gerieten mehrere Wagen in einen Sumpf. Sie wurden mit knapper Not vor dem Versinken bewahrt.

Einberufung des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 9. Febr. Das Plenum des Hessischen Land­tags ist für den 16. Februar einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen große Anfragen der Nationalsoziali­sten und der Sozialdemokraten, außerdem die Anträge der Deutschnationalen und der Kommunisten auf Auflösung des Landtags. •

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieten

Merkblatt für den 11. Februar.

1905: Der Dichter Otto Hartleben in Salo am Earda- see gest. — 1919: Friedrich Ebert wird Präsident des Deutschen Reiches.

Es gibt Stimmungen und Verhältnisse, wo man sich vor allen Menschen verstecken, vor allen Beobachtern verkriechen möchte; vielleicht muß man ihnen eine Zeitlang Rechnung tragen.

Wetterbericht.

Ein recht kräftiger Kaltlufteinbruch hat im Laufe des gestrigen Tages Süddeutschland erreicht und dringt rasch me;ter südwestwärts vor. Die Kaltluftmassen haben dabei über Nordeuropa ein kräftiges Hochdruckgebiet aufgebaut, an besten Südrand bei aufgeheitertem Himmel die Tem­peraturen infolge der Ausstrahlung erst recht zurückgehen. Der Kaltluftvorstoß wird voraussichtlich in unserm Gebiet am Mittwoch seinen Höhepunkt erreichen. — Vorhersage bis Mittwoch abend: Vielfach aufgeheitert und höchstens noch vereinzelte Schneeschauer, bei lebhaften, späterhin et­was nachlastenden Nordostwinden sehr kalt mit strengem Frost. — Witterungsaussichten für Donnerstag: Nach sehr kalter Nacht zunächst weiteres Frostwetter, später Mil­derung.

* Fulda, den 10. Februar 1932.

Erdenket der Tiere!

Nicht nur für den Menschen hat die schwere Zeit begonnen, sondern auch für die Tiere. Die Wege sind überall glatt ge­froren und mit größter Vorsicht gehen die Leute drüber hin. Doch die Zugtiere müssen ihre schweren Lasten ziehen nach wie vor. Oft sind die Eisen nicht geschärft und neben einem Haufen der kräftigsten Flüche fällt ein Hagel schwerer Peitschenhiebe auf die armen Tiere. Mit ihrer letzten Kraft versuchen 'sie oft das schier Unmöglichste, ihre Flanken zittern und ein wehmütiger Blick aus Den dunklen Augen trifft den Quäler, ein Blick, den niemand zu erklären vermag. Aber auf so etwas sehen solche Menschen nicht und wenn nicht die Gefahr eines Verlustes bestünde, wäre sicher schon manches Pferd totgeschlagen worden. Wollen denn das a ud} noch Mensch e n sein? Und zählt die Gerechtigkeit nur die Werke, die dem Menschen gegenüber getan werden. Ist denn das Tier sein Geschöpf Gottes, gemacht, dem Menschen zu dienen, aber nicht zum Quäken? Oft hat man schon gelesen von den Qualen Ler Menschen in der Fremdenlegion etc., und überall war ein Geschrei nach Vergeltung. Wird io vielen Tieren nicht dasselbe Los von rohen Menschen bereitet? — Denkt an die Wächter auf euren Gütern. Wie oft hat ein Hund fein Stroh aus Ler Hütte herausgescharrt, weil es ihm zu naß war. Doch ein frisches Lager wird ihm nicht zuteil. In der Kälte, im Regen und Schnee hat das arme Tier nur seine elende Hütte, die oft nicht einmal Schutz gegen Len Regen gewährt, noch viel weniger gegen Lie Winde. Und wiè sieht es mit der Freiheit der armen Ketten­hunde zu oft aus? Wenn das arme Tier fein ganzes Leben an die Kette gefesselt ist und deshalb bösartig wird, was wirklich sein Wunder ist. Daran wird nicht gedacht, daß ihm ein Maulkorb voigebunden, und ihm dadurch die so not­wendige Bewegungsfreiheit gewährt werden kann.

Auch für unsere Sänger beginnt eine schwere Zeit. Wie leicht kann jeder den kleinen Tieren etwas helfen. Und sind sie nachher nicht dankbarer als viele Menschen es sind? Allen Tieren ist das Empfinden gegeben. Sie kennen ihre Wohltäter nur zu genau und ihre Peiniger hasten und fürchten sie weit schlimmer, wie Menschen es tun können.

Auch an den Viehtransporten ist vieles zu wünschen und zu bessern, wo die armen Tiere oft ein paar Tage zusammen­gepfercht unterwegs sind, ohne Futter und Wasser, auch ich hungere unb ‘burite, sagt bas arme Tier, zu allen sonsti­gen Strapazen, besonders bei ber Hitze des Sommers, man denke nur der alten m üben Schlach tpf erde, welche von Polen etc. nach Paris etc. transportiert werden, wie sieht es b a s o traurig aus! — Dann die armen Pferde in den Bergwerken, welche nie mehr das Tages­licht erblicken und bei denkbar schlechter Behand­lung und Pflege schwer arbeiten müssen.

Tierschutz erfordert noch eine große unb schwere Arbeit, bis noch die unzähligen Grausamkeiten unb Roheiten bekämpft sind. —

Deshalb ist es sehr n o t w e n b i g , daß b i c Zier» f $ u ü p e r e i n e, welche ihr möglichstes tun, von der Presse, Behörden, Schulen und Allgemeinheit in dieser ober jener Art ihre gütige U n t e r st ü tz u n g finden.

Denn edel ist das Wirken auf dem Gebiete unserer wehrlosen und st u m m e n Dulder! E. G.

Bolk und Religion.

Aus Kreisen der Deutschvölkischen Freiheitsbewegung erhalten wir folgende Zuschrift:

Unter Führung Reinhold Wulles, dessen entscheidungs­schweres Buch „Die Sendung des Nordens" in allen Kreisen stärkstes Juteresse erregt hat, hat sich die Deutschvölkische Freiheitsbewegung abseits von allem Parteigetriebe die große Aufgabe gestellt, die deutsche Erneuerung im Geiste Luthers vorzubereiten. Diesem Ziele diente im September des vergangenen Jahres die große Tagung in Beiden (Aller). Jetzt hielt die Deutschvölkische Freiheitsbewegung in Berlin eine Arbeitstagung ab, in deren Mittel­punkt das Thema „V o l k und Religio n" stand. Der völkische Kampf um die Erneuerung der Lutherreformation und um die Durchführung des freien deutschen Geistes rich­tet sich nicht gegen die protestantische Kirche, wie fälschlicher­weise oft angenommen wird. Die Deutschvölkische Frei­heitsbewegung kämpft in der Kirche, fordert allerdings von

Was man noch wissen muß.

Zehn Dumpfer im Finnischen Meerbusen eingefroren.

Helsingsors. Ungefähr zehn Dampfer sind im Finnischen Meerbusen eingefroren. Der von der Nobile-Expedition her bekannte Eisbrecher „Krassin" ist aus Leningrad einge- troffen, um die Dampfer zu befreien. Mehrere Schiffe liegen bereits seit zwei Wochen im Packeis fest und haben keine Kohlen mehr.

45 Todesopfer des Wirbelsturms auf Reunion.

Paris. Nach den letzten Nachrichten über den schweren Wirbelsturm aus der französischen Insel Neunion hat die Un- tvetterkaiastrophe nicht weniger als 45 Menschenleben gefordert. Die Hauptstadt St. Denis wurde zum größten Teil zerstört. Auch in St. Paul wurden ganze Wohnviertel zerstört.

Spiel und Sport

Sp. Das traditionelle Jahn-Schwimmen der Deutschen Turncrschafl, das am Sonnabend und Sonntag, 13. und 14. yebruar, in Halle zum zehnicnmal ausgetragen wird, weist die Beteiligung von 61 Vereinen auf, Die 52 Mannschafls- und 160 Einzelmeldungen abgaben Auch wertmäßig ist Die Be- feVung per einzelnen Wettbewerbe sehr gut ausgefallen, ^urnerschwlmmcr aus Dem ganzen Reich neben an Den Start.

der Kirchenführung einen stärkeren Einsatz im Ringen um die geistige Befreiung. Zwei Pfarrer der Lutherkirche sprachen auf der Berliner Arbeitstagung. Pastor Schnei­der aus Schlesien, ein bekannter Vorkämpfer des Evange­lischen Bundes, zog einen historischen Vergleich zwischen dem römischen Kulturkampf und der römischen Gegenrefor­mation in der Ostmark. Pastor Dr. Seifert aus Mecklen­burg stellte die Forderung nach innerer Einheit von Raste und Glauben heraus. Ter Hauptschriftleiter des „Reichs- Loten", der Tageszeitung des evangelischen Deutschland, Hellmut von Schweinitz, zeichnete in einem groß angelegten Referat das Bild der Erneuerung der Einheit von Chri­stentum, Volkstum und Kirche. Tie neueste Forschung (Hermann Wirth, Gorsleben usw.) wurde hier kritisch zu­grunde gelegt. Nachdem dann für den Jungnationalis­mus der aus seiner Arbeit für den Teutschen Hochschulring bekannte Theodor Adamheit die Grundlagen einer Geistes- renoluticn herausgestellt hatte, hielt Reinhold Wulle den Schlußvortrag. Der völkische Kampf, so forderte er, muß die nicht zu Ende geführte Revolution des 16. Jahrhun­derts in der neuen Reformation des 20. Jahrhunderts vollenden. Unter Abkehr von allen Illusionen in der In­nen- und Außenpolitik muß sich der deutsche Freiheitsge­danke nach Wittenberg wenden, um von dort aus die neue Luthertat vorzubereiten. Die deutsche Front der geistigen Revolutionierung trägt in sich die Quelle der Aufrüstung des neuen Reiches, das in königlicher Freiheit, losgelöst von allen überstaatlichen Einflüssen erstehen muß. Im Sep­tember 1932 wird die Deutschvölkische Freiheitsbewegung in einer großen Lutherkundgebung in Wittenberg diesem schöpferischen Zukunftswillcn Ausdruck geben.

Rcgierungsvizepräfident Dr. Gehrke P.

Regierungsvizepräsident Dr. Hans Gehrke ist nach längerem Krankenlager Montag abend gegen 7% Ahr im Kasseler Landeskrankenhaus verschieden. Vizepräsident der Regierung Dr. Gehrke, der auch in Fulda kein Unbekannter war, war im Jahre 1869 als Sohn eines Oberpfarrers in Stettin geboren. Nach Beendigung feines Studiums trat er im Jahre 1895 als Gerichtsreferendar im Bezirk des Oberlandesgerichts Stettin in den Staatsdienst ein. Nach bestandener großer Staatsprüfung war er von 1900 bis zu feiner im April 1905 erfolgten Ernennung zum Staatsan­walt in Braunsberg als Esrichtsastestor bei der Staats­anwaltschaft in Stettin und Stargard täig. Im März 1908 wurde er als Regierungsrat in die allgemeine Staatsver­waltung übernommen und gehörte als solcher der Regie­rung in Posen, den Oberpräsidien in Posen und Münster i. W. sowie der Regierung in Gumbinnen an. Am 1. März 1920 erfolgte seine Ernennung zum Regierungsvizepräsi­denten bei der Regierung in Gumbinnen. In dieser Amts­eigenschaft wurde er im September 1924 an die Regierung in Oppeln und am 1. Mai 1927 an die Regierung in Kastel versetzt.

Bcrkehrsunfall.

Gestern nachmittag stieß an der Ecke Hinterburg—Lan- genbriickestraße ein von der Hinterburg abwärts fahrender Radfahrer mit einem auf dèr linken Straßenseite fahren­den Personenkraftwagen zusammen. Ter Radfahrer wurde von dem Auto einige Meter nieit mitgeschleift, wobei er leichtere Verletzungen erlitt. Sein Fahrrad wurde stark beschädigt. Ter Kraftfahrer brachte den Verletzten nach seinem Heimatort Oberrode.

* Tann (Rhön), 9. Febr. (Vergleichsverfahren des Konsumvereins.) Ueber das Vermögen der Konsum- und Spargenostenschasl für Tann und Amgegend e. E. m. b. H. in Tann (Rhön) ist am 5. Februar 1932, 19 Ahr, das Vergleichsverfahren eröffnet worden. Ter Kauf­mann Oswald M i l k e r , Fulda, Nikolausstraße 14a. Tele­fon Nr. 2960, ist zur Bertrauensperfon ernannt. Termin zur Perbandlung über den Bergleichsvorschlag ist auf Tienstag, den 8. März 1932, 10 Uhr, vor dem Amtsgerichl in Hilders, Zimmer Nr. 3, anberaumt.

Kastel, 9. Febr. (Ter Präsident der Hand­werkskammer Kassel legt sein Amt nieder.) Ter langjährige und um das Handwerk sehr verdiente Prä­sident der Handwerkskammer Kassel, Zimmermeister Wil­helm Zimmermann, hat nach einer 22jährigen Vorstand­schaft in der Handwerkskammer sein Amt niedergelegt. Tic Geschäfte werden von dem stellvertretenden Vorsitzenden bis zur nächsten Vollversammlung geführt.

Alsfeld, 9. Febr. (E r w e 11 e r u n g dcs freiwil­lige n A rbeitsdicn ft e s geford e r t.) Unter dem Vorsitz des Kreisdirektors Stammler beschäftigte sich hier eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Alsfeld mit der Frage des freiwilligen Arbeitsdienstes zur Lmdc- rung der Arbeitslosigkeit. Im 2lnfrbluH an das einschlägige Refèrar des Gießener ArbeitsamtsdirMors, Dr. Bues wurde von der Konferenz eine Entschließung gefaßt, in der die Erweiterung des Kreises der für ben freiwilligen Ar­beitsdienst ^gelassenen Personen gefordert wird, insbe­sondere wird verlangt, daß die Wohlfahrtserwerbslofen auf Kosten der Reiche-anstalt für Arbeitslosenversicherung in den freiwilligen Arbeitsdienst herehmenommen werden können, und daß zu diesem Zweck der Paragraph 75b des Arbeitslosenversicherungsgesetzes entsprechend geändert wird.