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Aus Heffen-Aaffau und Nachbargebieten

Merkblatt für den 31. Januar.

1797- Der Komponist Franz Schubert in Wien geb. — 1866: Der Dichter Friedrich Rückert in Neuses bei Koburg gest.

Merkblatt für den 1. Februar.

1874' Der Dichter Hugo v. Hoffmannsthal in Wien geb. — 1910- Der Dichter Otto Julius Bierbaum in Dresden gest.

Das Gewicht — Gilt mehr als das Gesicht.

Alter Spruch.

Das Wetter der Woche.

Das Wetter war in der letzten Woche vorwiegend trübe und nebelig. Da das -Hochdruckgebiet fast ganz Mitteleuropa bedeckte, war die Luftbewegung nur gering. Die Schneeverhältnisse in den deutschen Mittelgebirgen und in den Alpen haben sich weiter verschlechtert. Ab­gesehen von einer mäßigen Schneelage in den höchsten Lagen des Glatzer Gebirges, des. Hochschwarzwaldes und des bayerischen Hochgebirges ist der Schnee verschwunden. Einzig und allein die Eiskvortler haben etwas günstigere Bedingungen.

Trotz außerordentlich heftiger Wirbeltätigkeit über Nord- europa hat sich das Hochdruckgebiet über dem mitteleuropäischen Festland fast ungeschwächt gehalten. Immerhin dürfte auch bei uns etwas mehr Luft westlicher Herkunft auftreten und etwas mildere Temperaturen bei bewölktem Himmel bewirken; jedoch hält in Siiddeutschland das mehr heitere Wetter voraussichtlich an. — Vorhersage bis Samstag abend: Noch vielfach Talnebel, sonst zunächst heiter, später Bewölkungszunahme, nachts Frost, tagsüber bei westlichen Winden Temperaturen über Null. — Witterungsaussichten für Sonntag: Nebelbildung nachlassend, wolkig aber trocken, etwas milder.

* Fulda, den 30. Januar 1932.

Am Wochenende.

Der Januar nimmt frostig seinen Abschied von uns, — ein bißchen muß er schon zeigen, was er kann. Prachtvoll war Fulda im Rauhreif am vergangenen Donnerstag, — viele Schüler waren mit ihren Lehrern hinausgezogen, um das weiße Märchen zu bewundern. Für die kleineren ist es noch ein rich­tiges Märchen, die größeren suchen das Wunder zu verstehen, aber alle — und das ist schließlich die Hauptsache — haben ihre Freude an der gritzernden Pracht und haben von dem Glanz

Gruppe von Warenhauskonzei Trümmern des mittrlständifch

etwas mit nach Hause genommen.

Tie kleinen Freuden im Alltag tun uns so bitter not in dieser Zeit, in der uns so viel Sorge und Not entgegentritt. Er­füllt von allen möglichen Befürchtungen, bar jener Hoffnung, wickelt sich das Leben von Millionen Menschen ab. Das Ziel scheint erreicht zu sein, wir stecken im dichtesten Unheil fest aber der Höhepunkt dieser Krise ermöglicht und erzwingt einen Rund­blick. Tagtäglich wird uns eingehämmert: die Lage ist ernst, aber unser i|t die Hoffnung. — Wer an die Prognose nicht glaubt, verdirbt das Wetter. Wir sind übel dran. Auf daß es uns wohlergehè, werden uns Entbehrungen auferlegt. Auf daß es uns erhalten bleibe, spart man uns unser Geld von der Tasche ab. Vergnügen, Maskenbälle usw. werden abgesagt; man lobt das Volk, das den Ernst der Zeit begreift. Ver­gnügungen werden abgehalten: man lobt das Volk, das seine Zuversicht behält. Wir haben das alles schon, wie in einem früheren Dasein erlebt wie hieß es doch, das Gebot der Stunde, in jener fernen Zeit? Es war etwas in Verruf gekommen jenes harte, sachliche Wort vom Durchhalten! Neue Stel­lungen werden auch heute wieder bezogen, jeder Stellungswech­sel bedeutet auch heute wieder heroische Ofer, — aber wir halten durch. Wir, d. h. jene Führer und Mannschaften, die in der Frontlinie stehen, denn auch heute gibt es Nutznießer neben und futter den Fronten. —

.An Ideen haben wir wahrhaftig keinen Mangel, an Ideen, wie die Not überwunden werden konnte. Ja, aber was nützèn alle Ideen, wenn keine Z a h I e n dahinter stehen. Auf gut deutsch gesagt: wenn die Gelder an allen Ecken und Kamen fehlen! Was nützt ein Preisabbau, wenn die verbilligten Waren nicht verbraucht, nicht gekauft können werden. Der Ab­geordnete Erkelenz prägte dieser Tage das unheimliche Wort: „Villiger werden, heißt arm werden". Nicht nur der Einzelne, sondern das Volk als Ganzes wird arm und sinkt auf eine tiefere Kulturstufe zurück. Wir erleben es täglich mehr die Ausgaben für kulturelle Zwecke, für Volkshygiene für Volks­bildung usw. werden gedrosselt. Für das bodenständige Ge­werbe ist kein Lebensraum mehr da, die Käufermassen sind auf billigste Massenwaren angewiesen. Aus den Pfennigen der Armut werden auf diese Weise Millionen für eine kleine

1 brnen. Sie blühen auf, aus den . chen Gewerbes. Was einst für Millionen Brot und Existenz bedeutete, wird allmählich von einigen Wenigen mit Polypenarmen an sich gesogen. Die Not­rufe in den Fachzeitungen der verschiedensten Handwerkszweige sind erschütternd, sie müssen jedem ans Herz greifen aber sie verhalle» vergebens. Wer aber da glaubt, achselzuckend an die­ser „Zeiterscheinung" vorübergehen zu können, irrt sich gewal­tig; was ihn heute noch nicht berührt, kann ihn morgen schon aus seiner Sicherheit reißen.

Die neue Mietpreisermäßigung ist zu einem richtigen Zank­apfel geworden. Welche Belastung der Mieteinigungsämter er­gibt sich allein aus den willkürlichen Auslegungen der betreffen­den Gesetze! Soll die ganze Geschichte schließlich nur ein Schein­manöver sein? Entweder werden Hausbesitzer und Mieter, dem Preisabbau folgend, entlastet, oder das Ganze ist nur ’ eine Farce. Welche Weltfremdheit spricht aus dem soeben von Staatssekretär z. D. I. Popitz im Verlag von Otto Liebmann- Berlin veröffentlichten Gutachten der Studiengesellschaft für Finanzausgleich! Es wird da allen Ernstes vorgeschlagen, eine von den Mietern aufzubringende Wohn st euer von 10 Pro­zent einzuführen. Käme dieser unsinnige Plan zur Verwirk­lichung, dann müßte die Mieterschaft mehr Mietsteuer bezahlen, als die Mietsenkung betragen hat. Ein Fuldaer Mieter ver­glich dieses „Por und Zurück" mit der Echternacher Springpro­zession, aber die Echternacher springen drei Schritte vor und nur zwei Schritte zurück, während'Herr Popitz im Preisabbau erei oder gar vier Schritte mit den deutschen Mietern zuriick- springen möchte. Dre Berliner hat für so etwas das Wort -siNif" — kommt nicht in Frage. Die beunruhigten Mieter stehen in diesem Falle mit den Vermietern einhellig zusammen, oenn eine Ablehnung dieser Pläne liegt in beiderseitigem In­teresse. — Gerade in diesen Tagen äußerte sich eine einfache Ful- vaerrn zu den Plänen von oben: „Ich will seh', boas se nooch iiiii ons o'fange". Aber Bangemachen gitl nicht. Holt M Millionen endlich dort, wo eher noch etwas zu holen ist. An Vorschlägen fehlt es ja nicht!

o,,?^">tend wir unseren Geschäften nachgehen, essen, trinken, lesen und schlafen und hunderterlei Dinge vornehmen, Frankfurt wieder das Sechs-Tage-Rennen! ' °>e Fuldaer Sportwelt läßt sich dieses Schauspiel nicht ent- denn wer dieses Rennen einmal gesehen, wird immer st^packt, er muß „dabei" gewesen sein. Wie ein unheim- IWoboUjafter Traum ist ein solches Rennen. Gespenster- ,?^chlist.0L schiebt sich durch den Raum ein Feld duntge- Radfahrer. Schnell oder langsam — das läßt sich nicht Ell alle in gleicher Bewegung sind und der Maßstab ^ng und Nacht rollt dies stumme, dies vielköpfige Ee- w 3^ Rädern, die nicht knirschen oder surren, mit Eesich- "le anonym bleiben, weil die Fahrt zu rasch ist, um u ?l>er Nasen festzustellen. Wie das unabwendbare Hin- 14' der Lebenszeit? Denn das radelt, rennt oder rast nicht, s) Èe Ader, die sich leer läuft. Sechs Tage — sechs ^rei Sinnlos nennen es die einen phantastisch nennen Jedenfalls wird dort Ex-Zentration des Bc- ber R Leistet, eines Fakirs würdig! Piet van Kempen, RannTwn11 °°L Dortmund, ist auch in Frankfurt unter den Ä*^ - """"° ^ E -jW*

Stenerkalender für den Monat Februar.

5. Februar (Reich): 1. Ablieferung der für die Zeit vom 16.—31. Januar einbehaltenen Steuerabzüge vom Arbeitslohn. Wenn im Überweisungsverfahren die bis 15. Dezember einbehaltenenBeträge 200 Mark nicht überstiegen haben, Überweisung für die Zeit vom 1. bis 31. Dezember. Dazu 2. Ledigensteuer und 3. Krisen­steuer, soweit beide Steuern im Steuerabzugsvorsahren einzubehalten sind.

10. Februar (Reich): 1. Börsenumsatzsteuer für Januar 1932. 2. Umsatzsteuervorauszahlungen und Voranmel­dungen für Monatszahler. (Schonfrist bis 17 Februar.) 3. Weitere Rate der Bürgersteuer je nach Steuerbescheid oder Sleuerkarte.

10. Februar (Preußen): Bier- evtl. Getränkesteucr.

15. Februar (Reich): 1. Einkommensteuervorauszah­lung der Landwirte, soweit die Vorauszahlung nicht durch Verordnung vom 18. Mai 1931 aufgehoben ist. Dazu 2. 5 Prozent Zuschlag zur Einkommensteuer für Landwirte mit Einkommen von über 8000 Mark und 3. Ledigensteuer für Landwirte. 4. Vierteljahres-Vor­auszahlungsrate auf die Vermögenssteuer. 5. Vor­auszahlung aus die Aufbringungsumlage 1931. 6. Ein­reichung der Lohnstenerbelege für 1931.

15. Februar (Preußen): 1. Staatlich Grundvermögens­steuer nebst staatlichem Zuschlag für Monatszahler und Vierteljahreszahler. 2. Gemeindezuschläge zur Grund­vermögenssteuer (zum Teil andere Termine). 3. Haus­zinssteuer. 4. Gewerbeertrag- und Gewerbekapital­steuer für das 4. Quartal des Rechnungsjahres 1931

5. Evangelische Kirchensteuer für Lohnsteuerpflichtige. 6. T e i l e v o n P r e u ß e n: Lohnsummensteuer für Januar 1931, nebst Erklärung über Höhe der Lohn­summe und Zahl der Arbeitnehmer. In manchen Gemeinden andere Termine.

17. Februar (Reich): Letzter Tag für Umsatzsteuervor­anmeldung und Umsatzsteuervorauszahlung der Monatszahler.

20. Februar (Reich): 1. Ablieferung der für die Seit vom 1. bis 15. Januar einbehaltenen Steuerabzüge vom Arbeitslohn im Markenverfahren; desgl. im Überweisungsverfahren, wenn die vom 1. bis 15 Januar einbehaltenen Lohnbeträge 200 Mark über­steigen. Dazu 2. Ledigensteuer und 3. Kriseusteuer, soweit die beiden Steuern im Steuerabzugsverfahren einzubehalten sind.

24. Februar (Reich): Bürgersteuer für Lohnsteuerpflich­tige bei wöchentlicher Entlohnung, soweit die Steuer­karte dies ergibt.

29. Februar (Reich): Letzter Tag für Abgabe der Ein­kommensteuer-, Körperschaftssteuer- und Umsatzsteuer- erklärungen für 1931.

Einzelrichtersitzung.

Jugendliche Einbrecher.

Der 21jährige Santoro irtjct^ G. E. aus Neuhof war im Oktober v. I. bei «irrem Landwirt in Allmus im Dienst, wo auch der 19jährige £autorairtj<baits^ F. M. tätig war und sich heute noch in seiner Stellung befindet. Beide wollten zu einer Hochzeit schießen. Es fehlte ihnen aber hierzu die Muni­tion. E. überredete M., ihm bei dem Ausbrecher: einer Truhe ihres Arbeitgebers, in der sich angeblich Munition befinden sollte, behilflich zu sein: Mit einem Schraubenzieher öffneten sie dann auch die Truwe gemein,chaftlich, wobei E. seststellte, daß sich darin zwar keine Munition aber Wäsche usw. befand. Einige Tage später stahl E. allein heimlich drei Bettbezüge,, 10 Kissenbezüge sowie 13 Meter ungebleichtes Leinen und schasste diese Sachen in seine elterliche Wohnung nach Neuhof, wo sie bei einer Haussuchung gefunden wurden. Die beiden Burschen standen dièserhalb gestern vor dem Einzelrichter. Sie waren beide geständig. Wegen E-nbruhdiebstahl- erhielt E. Drei Monate und M. wegen Beihilfe zu dem versuchten Munitions­diebstahl zwei Wochen Gefängnis. Mit Rücksicht auf ihre Ju­gend wurde ihnen Strafaus etzung zugebilligt unter der Be­dingung, daß E. 50 Mark und M. 10 Mark als Butze bezahlt.

Roheitsakt.

Am 27. September abends befanden sich drei Herren aus Keulos mit einem Personenauto in Dipperz. Sie wurden hier von dem angetrunkenen 24jährigen Arbeiter J. L. und dem 21jährigen Arbeiter F. H.. beide aus Wissels, belästigt und auch tätlich angegriffen. L. schlug mit einem Stock auf einen der Herren ein und brachte ihm außerdem mit einem1 dolchart:- gen Messer zwei Stiche bei. Während der «ne Stich nach dem Unterleib ging und an einem Gegenstand abprallte, ging der zweite Stich in einen Oberschenkel und verursachte eine erheb­liche Verlobung. Währenddessen schlug H. mit einem in der Dunkelheit nicht feststellbaren Gegenstand (vermutlich handelte es sich um ein Stativ zu einem Photograph i eben Apparat) aus einen anderen der Herren ein. Die Angeklagten verruchten, in der Verhandlung vor dem Einzelrichter den Vorgang anders darzustellen. Ihre Schilderungen wurden aber durch Zeugen widerlegt. Das Urteil lautete gegen L. als den Haupttäter auf einen Monat Gefängnis und wegen unbefugtere Waffenbesitzes auf 20 Mark Geldstrafe. Bei Zahlung von 50 Mark als Buße soll die Strafe ausgesetzt werden. H. erhielt eine Selb strafe von 30 Mark.

Weil die.Söhne ohne Führerschein fahren, erhält der Vater einen Strafbefehl.

Dem Kaufmann I. K. aus Fulda war ein Strafbefehl in Hohe von 100 Mark zugegangen, weil seine Söhne wiederholt mit seinem Auto Fahrten gemacht haben sollten. Gegen den Straibefehl beantragte K. gerichtliche Entscheidung. In dem gestrigen Termin vor dem Einzelrichter wurde durch Poli-ei- beamte bekundet, daß das Kfche Personenauto öfter in der Stadt gesehen wurde, als es von einem der Söhne gelenkt wurde, die keinen Führerschein besaßen. Das Urteil lautete aus 50 Mark Geldstrafe.

A u t o g e g e n M o t o r r a d.

Am 9. Oktober, kurz nach 10 Uhr vormittags, war der kauf­männische Angestellte A. L. aus Fulda mit seinem Personen­auto auf der Fährt von Fulda nach Hilders. An einer unüber­sichtlichen Stelle in der Nähe des Ziegelhofes stieß er mit dem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Motorradfahrer B. Sch. aus Poppenhausen zusammen, wobei der Motorradfahrer den linken Fuß brach und noch sonstige Verletzungen erlitt. Die Schuld an dem Zusammenstoß traf L., da er zu schnell gefahren war und es beim Passie ren der Kurve an der nötigen Vorsicht hatte fehlen lassen. Wegen fahrlässiger Körperverletzung und Ucbertretüng der Verkehre-vorschriften erhielt L. eine Geldstrafe von 50 Mark.

Holzdieb st a h l.

Dem arbeitslosen Schneider I. P. in Kohlhaus war wegen Holzdiebstahls ein Strafbefehl über 12 Mark und 4 Mart Wertersntz zage gangen, gegen den er Einspruch- erhob. Im gestrigen Termin tut dem Einzel richt er wirrte leslge, teilt, daß P .im Slaatowalde mit einem Wagen Holz, das Sefe^oh ne­rvösen sein soll-, von einem Forstbeamten angetroffen wurde. Das Gericht verurteilte P. zu 8 Mark Geldstrafe oder zwei Tagen Hast sowie zu 4 Mark Werteisatz.

Der Deutsch-Evangl. Frauenbund, Ortsgruppe Fulda, hält am Montag, den 1. Februar, abends 8 Uhr, im Evgl. Ge­meindehaus eine M itgliederversam m I u n g ab, in der Herr Pfarrer Hattendorfs einen Vortrag halten wird. (Näheres im Anzeigenteil.)

Zur Reichserziehungswoche,

31. Januar bis 6. Februar.

Alljährlich veranstaltet der Reichselternbund zusammen mit einer ganzen Reihe führender evangelischer Verbände eine R e i ch s e r z i e h u n g s w o ch e, die die Eltern und Erzieher zur Besinnung auf die Grundlagen ihrer Erziehungstäli gkeit aufrufen soll. Die diesjährige Reichserziehungswoche findet vom 31. Januar bis zum 6. Februar statt, sie hat zum Thema: „Unseres Kindes Lebensgründ. Von Rot und Sieg des Glaubens". Unser Lebensgrund ist erschüttert. Vertraute Lebensordnungen zerbrechen. Tie Grundlagen der Erziehung des Kindes, des Schülers, des Lehrlings sind ins Wanken ge­raten. Die Familie ist bedroht in ihrer Existenz, Berufsnot und Arbeitslosigkeit nehmen ständig zu. Treu und Glauben sind erschüttert. Gott selbst soll aus seinem Regiment verdrängt werden, der Mensch will sich auf den freiwerdenven Thron setzen, er glaubt an seine unbeschränkte Menschenkraft. In solcher Zeit der Erschütterung, der Wirrnis und der Hilflosigkeit auf allen Gebieten unseres Lebens will die Reichserziehungswoche den festen Lebensgrund wieder in unser Volk Hineintiagen. Wo Aienschen ohne Gott sind, da müßen sie bald einsehen, daß es nicht weit her ist mit ihrer eigenen Kraft. Da müssen sie bald bekennen, daß mit ihrer Macht nichts getan ist und sie gar bald verloren sein werden. Helfen muß und kann allein der Glaube, dem der Sieg gehören wird, auch wenn die Christen in der Welt viele Anfechtungen erleiden müssen.

Aus den Parteien.

Nationalfczraliftische Versammlung.

In den überfüllten Eemeindehausmlen sprach gestern abend im Auftrage der Ortsgruppe Fulda der Nationulsczialistc.chen Deutschen Sirbeiterpartei Herr Etzel (Hikders). Der Redner kennzeichnete und kritisierte zunächst das Wesen der Parteien und betonte, daß sich Die NSDAP, daaegen wehre, als Partei betrachtet zu werden. Sie ^ei eine große Volksbewegung, in ter es keine Klassen- und Kcnsessicnsunterschiede gebe. Sie sei die einzige Partei, die aus der Grundlage der Schick alsge- meiufchaft aufgebaut sei. Es komme der NSDAP, nicht darauf an, mit dem Zentrum einen wüsten Kampf zu führen, denn es sei durchaus unnütz, sich mit einer kleinen Gruppe zu befassen, die etwa nur 3,4 Millionen Wähler zu verzeichnen habe, wäh­rend hinter Hitler heute schon über 15 Millionen Wähler ständen. Wie Wirth einmal gesagt habe, der Feind stehe recht-, so sage die NSDAP.: „Der Feind steht links". Diese Tatsache werde das Zentrum noch hinreichend fühlen, wenn sich Las wahre Gesicht der Eottlofenbewegung zeige. Den National­sozialisten wurde unterschoben, daß sie Vorkämpfer Ler Kom­munisten seien. In der Tat lägen aber Lie Dinge so, Laß der Nationalsozialismus ein viel stärkeres Bollwerk gegen Lie rote Sturmflut aus Lem Osten Larstelle als das Zentrum. Die zahlreichen Blutopfer Ler Nationalsozialisten beweise das nur zu Leutlich. Man müsse annehmen, daß die NSDAP, auch in der gegnerischen Presse für ihre nationalen Taten Anerkennung finde; stattdepen belebte man sie in unsachlicher Weise. Der Redner ging dann auf die Entwicklung der NSDAP, ein und führte etwa aus, daß der 9. November 1918 aus der tiefsten Schmach heraus gleichzeitig auch Die Männer auf Den Plan ge­rufen habe, die dem Volke Len Weg aus dem Chaos zeigten. Der Führer der nationalen Erneuerung wurde Adolf Hirler. Diese Bewegung schreite in unaufhaltsamer Weise allem Ter­ror zum Trctz vorwärts. Hiller habe es verstanden, dem deutschen Volke einen neuen Glauben zu geben und di deshalb berufen, Führer Des deutschen Volkes -u fein. Nach einer Schilderung des Werdegangs Hitlers und der NSDAP., die ein gebieterischer politischer Faktor geworden sei, ging der Redner auf die Jugendsrage ein. Es werde versucht, unter dem Vorschub des Wortes „Religion" Die Jugend von der Be­geisterung ander großen deutschen Geschichte und an den Helden Deutschlands fern,zuhalten. Die heutige Eeistesrichtung sei am besten dadurch gekennzeichnet, daß es möglich ist, treue und hervorragende Führer aus Lem Weltkriege als Henker zu be­zeichnen. Den Geist deutscher Kraft und Seufzer Größe in die Jugend hineinzutragen, sei Pflicht und Aufgabe der Natio­nalsozialisten und nicht des Zentrums. Eine Partei, die mit den ^ozialLemokraten Arm in Arm gehe, dürfe Den Begriff „national" nicht für sich in Anspruch nehmen. Der Redner be­faßte sich sodann in großen Zügen m it Lem Win ich aftspr : - gramm der NSDAP., wobei er ausführte. Laß ein Staat nicht allein von nationalen Hochgefühlen existieren könne, wrtern es bedürfe auch zu seiner Erhaltung einet sozialen Gerechtig­keit. Die NSDAP, wolle die Ausschaltung aller Unberufenen und Schädlinge aus dem deutschen Wirtschaftsleben, denn erst dann könne Lie Wirtschaft auch wirklich dem Volke dienstbar gemacht werden. Mit scharfen Worten geißelte der Redner sodann die Belastung des deutschen Volkes mit den Tributen, die es an Den Rand Les Abgrundes gebracht hätten. Das ent­schiedene „Nein" Ler Regierung hätte bereits viel früher fallen müssen. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen betonte der Rcfcrente, Laß der Kampf Ler NSDAP, ehrlich gut un­rein sei. Die nationalsozialistische Bewegung werte ihren Kampf gegen das Parteiensystem mutig weiter führen bis es endgültig vernichtet sei. Die NeoDAP. habe es nicht nötig, sich im Kampfe gegen die Reparationen hinter Parteien zu stelle::, denen das deutsche Volk Lie Belastungn mit Len Reparationen -nu verdanken habe. Die NSDAP, habe schon immer Die Ilm Haltbarkeit des Versaillern Vertrages und der anderen Lar : ft beruhenden Abkommen bewiesen; sie sei also nicht mit der An­nahme Les Poungplans belastet und deshalb auch in der Lage, bei Der Ergreifung der Regierungsgewalt ihn ab-ulehnen. Zum Schlüsse seiner Aussührungen befaßte sich Ler Reierenr noch mit Ler Stellung der NSDAP, zur Kirche und betonte, daß die NSDAP, in keiner Weise im Gegensatz zu Der kaihcli- schen oder evangelischen Kirche stehe. In Ler ncrtirnalsoftalini- schen Bewegung sei vielmehr eine Plattform gefunden worden, auf der deutsche Menschen beider Kcniessionen geeint zusam­menstehen. Das Werk Ro'enbergs „Mythos des 2). Jaar- Hunderts" sei eine private wissen'chastliche Arbeit und habe mit dem Programm Ler NSDAP, nickt das geringste "u tun. Ver­antwortlich fei nur der Führer Adolf Hitler. — Die Au-füll- rungen Les Redners wurden mit tosendem Beifall ausgenom­men. Eine Aussprache, zu der nur Mitglieder des- Windrbo: st- bundes zugelassen waren, fand nicht statt. Nack einem Sckllu»- wert des Hauotreferenten wurde Die Versammlung kurz vor 11 Uhr geschlossen.

Apothekendienft:

Nacht- und Sonntagsdienst ab heute abend S Uhr bis näch­sten Samstag einschließlich: Löwenapotheke.

Belohnung für Entdeckung vou Brandstiftern.

Die Hes s i sck e B r a n Lve rs i che ru n gsa n sta It Ücker: aus Anlass Der bedenklichen Zunahme verdächtiger Brände i t einzelnen Bezirken und Gemeinden allgemein eine Belohnung von 101X1, Ä. (Eintausend Reichsmark) dem zu. Durch teilen Tätigkeit ein Brandstifter entdeckt und dergestalt über »ch: wird, daß seine rechtskräftige Verurteilung wegen vorsätzlich.-? Brandstiftung erfolgt. Haben mehrere Personen bei der Deckung erfolgreich mitgewirkt, io findet eine Verteilung der Belohn-Ung durch die Hessische Brandversicherung:an'lair nart.

Neuer Vorstand des Jnnungsausschuyes.

In der Vollveifammlung Les Jnnungsausschuyes Fulda rem 22. Januar 1932 wurde -um 1. VorsiyenLenZan.L:eUe Les euch geschiedenen Herrn Sckneiderobermeiners Wilhelm ^»ua») Herr Maurermeister Heinrich Rommel und an Stelle,Les schiedenen stellvertretenden Vorsitzenden- Herrn >eri-eurmei-.er- Richder Herr Elektro-meister Hermann I ra b e r t gewarnt. Beide Herren gehören gleichzeitig betn.jl^; schlisse an. Zum 3. Mitglied des g.-idnvte, uhren.cn Au-.. u . nur te Herr Schuhmacher-meister Franz Altbaus gew.; -

Fuldaer Schweinemarkt.

lum heutigen Schweinemarkt waren 132 Ferkel angefahren. Je «ach Alter und Qualität verlangte man 6, 10 und 11 Mark für da-- Sluck. Der Handel war schleppend, es verblieb Ueber ■ »and Der nächste Schweinemarkt findet am 6. Februar statt. Beginn des Marktes um 8 Uhr. Ter Auftrieb beginnt um 7.30 Uhr und darf nur durch die Schlachtbausgasie (Turchfahrt bei dem-Gasthaus zur Sonne) erfolgen.

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