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M Keffeii-Aaffau md MchbUgrbietm.

Merkblatt für den 28. Januar.

Eröffnung des Reichstags zu Worms. — 1841: Der Afrikareifende Henry Morton Stanley bei Denbigh in Wales geboren. _____

Wenn du dich felbft zu vollenden begehrst - Leb', als .„üMt du morgen sterben, — Streb', als ob du unsterblich wärst! Leibel.

Wetterbericht.

Ei« â über Island und Nordfkandinavien starke Wirbel- tätiakeit im Gange ist, steht ganz Mitteleuropa unter dem Ein- »luÄ des äußerst kräftrgeir Zentraleuroparichen Hochdiriägebrets. RrraedrunHène mildere maritime Luftmassen haben im süd- S.n Deutschland am Dienstag Schneefälle hervorgerufen, in unserm Gebiet das trockene und zeitweise auch auf- eiterte Wetter anhielt. Der Einfluß des Hochdruckgebiets âch weiterhin in unserm Gebiet erhalten. — Vorhersage Ar Mittwoch abend: Stellenweise Nebelbil^dung, sonst wolkig ui- aufheiternd, trocken-, nachts Frost, meist östliche Winde. — Mitterungsaussichten für Donnerstag: Fortdauer des trockenen und zeitweise ausgeheiterten Wetters mit leichten nächtlichen Frösten. ________________

Fulda, 27. Januar 1932.

Eislauf.

Es ist eine Sache, die in diesem Winter zu kurz kommt, denn es ist kein richtiges Frostwetter für Schlittschuhlaufen. Wenigstens, wie man hört, denn hier und dort mag das ja wohl anders sein, und vielleicht friert es irgendwo wirk­lich so ausgiebig, daß man auch jetzt mit Pirouetten und sonstigen Kunststücken aus dem Eise Staat machen kann. Aber ganz abgesehen hiervon will es manchem so scheinen, als ob der Eislauf in neuerer Zeit ein bißchen in den Hintergrund gedrängt worden wäre. Er scheint ein Sport zweiter Ordnung geworden zu sein, seitdem Ski, Rodel­schlitten und Rennschlitten oder Bobsleigh für außer­ordentlich vornehm gelten. Diese vornehmen Wintersport- dinge sind aber sozusagen ein Wintersport für „weit draußen". Man muß meist schon ein bißchen weit weg von seiner Wohnstätte, um da ordentlich mithalten zu können. Den Eislaus aber haben wir gewissermaßen vor der Tür, und das macht ihn zwar populär, aber nicht ganz „salon- mäßig", wenn man von einer Sache, die mit einem Salon absolut nichts zu tun hat, so etwas sagen kann.

Eine richtige Eisbahn mit Tanzmusik, abendlicher Fackelbeleuchtung und etwas Glühwein bleibt aber trotz­dem etwas Äußerorbenlliches, das die feudalen Winter­sporte nicht so ohne weiteres nachmachen können. Es ist da etwas Anheimelndes mit „Achtenlaufen", pelzverbräm­ten höheren Töchtern, flotten Studikern, was auch Gymna­siasten sein können und Verabredungen für den nächsten Abend, wovon die Mütter nichts wissen dürfen, aber doch wissen. Zu der Mütter Zeilen war das nämlich genau so, und mancher Schlittschuhtanz hat schon damals mit einer richtigen Verlobung geendet. Im übrigen: Schiitlschuh- lanz — Klopstock sagt durchweg: Schrittschuh. Klopstock? Jawohl, Klopstock, der Dichter des erhabenen „Messias" und der vielen schweren Oden. Dieser selbe Klopstock näm­lich war ein ausgezeichneter und eifriger Eisläufer, und eine seiner bekanntesten Oden ist dem Eislauf gewidmet „Vergraben ist in ewige Nacht der Erfinder großer Name zu oft," beginnt sie, und es wird da furchtbar bedauert, daß die meisten von uns von einer so herrlichen Sache, wie es der Eislauf ist, so wenig wissen. Und das ist aleicher- mafjen heute noch zu bedauern, und es wäre wirklich schade, wenn das Schlittschuhlaufen an Ansehen und Bedeutung verlieren sollte.

Der Winter dürfte ja noch etwas dauern, und so ist zu hoffen und vom gesunden Menschenverstaudpunkte auch zu wünschen, daß cs noch ein paar Dutzend Eislauftage gebe, damii die unentwegten Schlitt- oder Schrittschuhläufer zu ihrem Rechte komme». Und wenn die Natur nicht tüchtig nachhilft, kann ja, wie das immer schon so war, viel­leicht eine Eisfläche künstlich „gegossen" werden, was nur den Nachteil bat, daß eine solche Gußeisbahn allzurasch wieder zu Wasser wird, oder daß der besorgte Eispächtcr den allzu energischen Läufern nachrnft: „Macht mir keine Risse in die Eisbahn!"

Erklärung des Evangelischen Bundes.

„.. Das Präsidium des, Evangelischen Bundes hat eine Er- liarung hinausgehen lassen, in der aus zahlreiche Anfragen mit- geteilt wird^ daß der Bund und die mit ihm verbundene „Wart- durg -Derpcheru-ng mit dem Dev-a-heim-Un-ternehnren und mit der Enangeli-chen Zentralbank in keinerlei finanzieller, oraani- j-atorif-cher oder peii|c.reller Verbindung stehe.

Die Ferien für das Schuljahr 1932/33.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einer Veröffent- lichUNg des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung entnimmt, regeln sich- in der Provinz Hej- Hen-Naffau die Schulferien für das Schuljahr 1932 fol­gendermaßen :

Ostern: Unter-r-ichtchch-luß, Dienstag, 22. März 1932; Unter­richtsbeginn Mittwoch, 6. April 1932.

Pfingsten: Unterrichtsfchluß, Donnerstag, 12. Mai 1932; Unterrichtsbeginn Dienstag, 24. Mai 1932.

Sommer: Unterr-ichtsfchi-ust Sonnabend, 9. Juli 1932; Unter­richtsbeginn Dienstag, 9. August 1932.

Herbst: Unterrichtsfchluß, Freitag, 30. September 1932; Unterrichtsbeginn, Donnerstag, 13. Oktober 1932.

Weihnacht: Unterrichtsfchluß, Donnerstag, 22. Dezember 1932; Unterrichtsbeginn, Dienstag, 10. Januar 1933.

Schluß des Schuljahres 1932/33: Donnerstag, 6. April 1933.

Die Zinsen für Beitragsrückstände in der Invalidenversicherung.

Nach § 3 Abschnitt 2 Kapitel IV des Fünften Teiles- der Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wartschast und Finanzen und zum Schutze des inneren Friedens vom 8, Dezember 1931 — Reichsgesthöl. 1 & 699 — können „âster der Invaliden-, der Angestellten- und der knapp- jchaftllchen Verstcherung für Beitragsrückstände Zinsen erheben. Die Hohe dieses- Zinssatzes ist aus Grund des § 3 Satz 2 a. a. O. gesetü E Hundert über den jeweiligen Rc-ich-sbantdiskont fest®

$>c Notlage des Handwerks in der Provinz Hessen-Nassau.

Amtliche Preußische Pressedienst mit teilt, hat der Minister für Handel und- Gewerbe auf eine Kleine der volksparte-mchen Landtags-abgeordneten über die ik O^äeen in der Land-w-irtschäst hervorgerufene Not- *®s Handwerks- -in der Provinz Hesse-n-Ra-sfau folgende n itwort erteilt: „Soweit das Handwerk durch die Notlage der aiw-w-irtschaft in wirtschaft! Wye Bedrängnis geraten ist, sonnen i "^ ^w besonderen Ber-hält-nissen des Einzelfalles Er- nyjcrungen bei den Staatssteuern insbesondere bei der Haus- z ttssiener nach Maßgabe der hierüber bestehenden gesetzlichen ...Derwaltnnaswege erlassenen Bestimmungen bewilligt werden. Soweit Rerchssteuern in Frage kommen, hat dèr der Finanzen das Vaubesfinantamt in Kassel ff, ®ic ^umnmm-ler anzuwcifon, nach M-aßgabo des Rund- ' wnt I I. November 1930 in den Fällen, in denen Haud- der Wit-teru-ngsschäden in der Landwirtschaft "der durch- schlechten Eingang an ZN>Wen erheblich geschädigt -wurden, auf dem Gebiete der wh-st-euern durch wohl-mol-lende Behandlung der eingehenden intruße> insbesondere durch Stundung, erttgegenzukommen

Füikkiriddüü^ft des «Anzeigers"

Tragödie auf dem Meeresgrund.

Englisches Unterseeboot mit 55 Mann an Bord taucht nicht wieder aus.

London, 27. Zan. Das Unterseeboot M 2, das ge­stern vormittag vor Portland untertauchte, ist bisher nicht wieder über Wasser erschienen. Mehrere Zer­störer und Unterseeboote befinden sich auf der Suche nach ihm. Man glaubt, seine Lage drei Meilen westlich von Bill of Portland festgeftellt zu haben.

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Besteht Hoffnung auf Rettung der Besatzung?

Das vermißte U-Boot lingt in 1 7 Faden (etwa 31 Meter) Tiefe. Ein Sachverständiger erklärte, Taucher könnten in 17 Faden Tiefe gut arbeiten, wenn sie immer nach kurzer Zeit-abgelöst werden. Da das Boot auf sandigem Boden liegt, werden die Rettungsarbeiten nicht durch Schlamm behindert werden. — Den letzten Nachrich­ten zufolge befinden sich an Bord des Unterseebootes M 2 sechs Offiziere und 48 Seeleute sowie ein Flieger-Sergeant. In das U-Boot ist nämlich ein wasserdichter Schuppen mit einem kleinen Wasserflugzeug eingebaut.

2. Hauptversammlung der Landesgruppe Rhetn-Main ehemaliger Auslandslehrer.

In den- Räumen der Hufnagel-Mittelschule zu Frankfurt fand die zweite Haupt-veisammlung der Landesgruppe statt. Der 1. Vorsitzende, Studienrirektor Scholl, Gernsheim (früher Buenos Aires), begrüßte die zahlreich erschienenen MitgTeder, unter ihnen vor allem Staatsrat Block, den verdienten Dor- fi heuten des Ge.ümtvcrbaaocs üeuZcher Auslandslehrer.

Im Mitiel-pun-kt der Tagung standen zwei Vorträge. Rek­tor Zimpel, der längere Zeit 'in den Vereinigten. Staaten als Dozent an Lehrerbil-Lungsanftalten und an einer Universi­tät geuilck hat, berichtete über „ameritaniWe Kritik am deut­schen Schulwesen". Die Arwerikaner bewundern demnach das deutsche Schulwesen, lehnen es aber ab. Sie sagen, dieses ziele zu einseitig aus Lie Ausbildung beruflich tüchtiger Fachleute hin. Ihr Ideal ist der jeder Lebenslage gewachsene, zu jeder Betätigung- befähigte „Vollmensch". Aus dieser Grundeinstel- lun-g ergeben gib ganz andere Unterrichtsmethoden und ein -ganz anderer Schulausbau in Amerika. Die interessanten und anregenden Darlegungen Les Redners lösten eine lebhafte Dis­kussion aus, aus der sich vor allem ergab, daß die Einstellung der Ameril-aner sich zum guten Teil aus der Besonderheit der räumlichen und kulturellen Situation der Vereinigten Staaten erklärt, uns aber doch viele Anregungen geben kann.

Anschließend führte Studienrat Dr. Stt efenHofer. Darmstadt (Concept, ion, Chile), in einem fesselnden Lichtbilder­vortrag in ein „deutsches Kolonistenparadies in patagonischer Wildnis". Starker Beifall dankte den Rednern. Am letzten Teil der Veranstaltung nahm, lebhaft begrüßt, auch der Vor­sitzende des- Vereins für das Deutschtum" im Ausland, der frühere Reichsminister Dr. Geßler, teil. Den Abschluß bil­dete ein gemütliches Beisammen je in, bei dem Schülerinnen der Hus-n-agelmittelschule die Teilnehmer freundlichst und gut be­wirteten.

Gersfeld, 26. Jan. (B aub e r at u ng sstu nd e n.) Am Donnerstag, den 28. Januar, vormittags von- 9.30 bis 11 Uhr, wird das staatliche Hochbauam'r Fulda in EersfeiL- illsLesewdere allen Bavlustigsu wird bringens emmchlen. diese Landratsamt Sprechstunden abhalten. Allen Interessenten, unentgeltliche Bauberatung in Anspruch zu nehmen.

* Niederaula, 27. Jan. (E in neuer A u s s i ch t s t u r m im K n ü l l g e b i e t.) Der Vorstand des hiesigen Knüllge­birgsverein ist mit den Vorarbeiten für einen neuen Aussichts­turm auf der 473 Meter hohen Meugshäufer Kuppe beschäftigt. Der Turm soll 18 Meter hoch werden. Mit der Einweihung in diesem Frühjahr soll ein Heimatfest verbunden werden.

* Hersseld, 27. Jan. (Das Stadtkirchneramt über 2 0 0 Jahre in einer Familie.) Stadi-Ur-ck'-ner i. R. G. Ditzel beging seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wurden ihm von kirchlicher und weltlicher Seite reiche Ehrungen zuteil. 40 Jahre lang hat er das Kirchneramt an der hiesigen evange­lischen Kirche ausgeübt, mit dem das Rechnungsamt, die Kirchen- buchführung und das alte Küfteramt verbunden sind. Das Stadtkirchneramt befindet sich schon über 200 Jahren in den Händen der Familie Ditzel. Vom Vater wurde es immer auf den Sohn übertragen. So hat seit zwei Jahren auch der Sohn des Jubilars das Amt inne. Die Kirchnerfamilie wohnt in Hersseld seit vielen hundert Jahren in dem ältesten Hause der Stadt.

* Kaltennordheim (Rhön), 27. Jan. (Eine Dampfmol­kerei in der Rhön v e r st e i g e r t.) Vor dem hiesigen Aintsgericht wurde die bekannte Dampfmolkerei der Wwe. Marie Wiggert zwangsversteigert. Der Wert der Molkerei einschließ­lich Liegenschaften war auf rund 20 000 Mark geschützt worden. Das Höchstgebot gab Wilhelm Adam Ernst von hier mit 16100 Mark ab. Ihm wurde der Zuschlag erteilt. Der neue Besitzer will die Dampfmolkerei wieder in Betrieb bringen, was von den Landwirten der umliegenden Ryönorte sehr begrüßt wer­den dürfte.

* Kaltennordheim (Rhön), 27. Jan. (R eue Steuern werden nicht mehr bewilligt.) Auf der Tagesord­nung der Stadtratssitzung stand zum wiederholten Male die Beschaffung neuer steuerlicher Mittel für die der Gemeinde ent= zogenen Steueranteile zum Ausgleich des Etats. Die Ansicht aller Stadtratsmitglieder war, daß in dieser Zeit wirtschaftlichen Darniederliegens neue Steuern nicht mehr ertragen werden kön­nen. Die Vorlage wurde einstimmig abgelehnt.

^ Bischofsheim am Kreuzberg, 27. Jan. (Notschrei einer R h ö ii g e m e i n d c.) Wie aus der Gemeinde Sandberg am Kreuzberg berichtet wird, befindet sich die rund 750 Köpfe zäh­lende Gemeinde in einer kaum beschreiblichen Notlage. Bei zu geringem Grundbesitz ist die männliche Bevölkerung noch aus an­dern als landwirtschaftlichen Erwerb angewiesen, um die Fami­lien durchzubringen. Die Not der Gemeinde, die schon in nor­malen Zeiten bestand, geht am besten daraus hervor daß seit 1691, wo die Gemeinde von armen Köhlerfamilien gegründet wurde, 400 Personen ausgewandert sind. In der neueren Zeit gingen zur Saison immer 40 bis 50 Mädchen als landwirtschaft­liche Arbeiterinnen auf fremde Gutshöfe. Die Männer gingen nach Westfalen oder suchten in der näheren oder weiteren lim- gegend Beschäftigung. Alle diese Peschäftiaungsmüglichkeiten sind in der Jetztzeit erschöpft und die Bevölkerung ist auf den heimischen Grundbesitz angewiesen, der wegen seines geringen Umfanges und der geringen Ertragfähigkeit die Bevölkerung nicht ernähren kann. Viele Familien stehen -am Rande des Ruins, können die Steuern nicht mehr bezahlen und mußten die Stromziiführnngen abschneiden lassen. Eine letzte Hoffnung ist der geplante 'Strnßenausbnu Sandberg—Eiserne Hand—Wild­flecken.

Gießen, 26. Jan. (Gerichtliches Nachspiel eines K a in p f e s z w i f ch e n R e i ch s b a n n e r l e u t e n u n d N a - t l on a l s oz i a l i st e n.) Gelegentlich des Kirchweihfestes in Hungen Ende September v. I. kam es dort zwischen Reichs- bannerangehörigen und lllntionalsozialisten zu Zusammenstößen, die schließlich größeren Umfang annahmen. Im Verlauf des Streites zogen sich die Nationalsozialisten in das Gasthaus „Solmser Hof" zurück, während ihre politischen Gegner scharf nachdrüngten und trotz energischer Gegenmaßnahmen der Genc-

Noch keine Spur!

Nach der Meldung eines englischen Pressebüros konnte bis 3.30 Uhr früh keine bestimmte Spur des gesunkenen Bootes M 2 aufgefunden werden. Eine Anzahl Zerstörer haben die ganze Nacht hindurch unter Benutzung von Scheinwerfern ein weites Gebiet auf der Höhe von Port­land Head vergeblich abgesucht.

Neue Kämpfe an der chinesischen Ostbahn.

Tokio, 27. Jan. (Reuter). Die japanische Nachrichten­agentur Rengo meldet aus Eharbin: Nachdem die Versuche, eine friedliche Regelung herbeizuführen, fehlgeschlagen sind, sind in Eharbin die Feindseligkeiten zwischen der chinesi­schen Schutzwache der chinesischen Ostbahn unter General Tingtschao und den unter Führung des Gouverneurs der Provinz Kirin, General Hjihsi stehenden Truppen heute früh wieder ausgebrochen.

England, Amerika und die Schanghaifrage.

London. Einer Times-Meldung aus Washington zu­folge bemüht sich die amerikanische Regierung, mit Eng­land zu einer Verständigung über eine gemeinsame Aktion in der Schangh^ifrage zu gelangen.

Todesurteil.

Amberg (Oberpfalz). Der 27jährige Gütler Michael Weigel wurde wegen Mordes an seiner Frau zum Tode verurteilt.

darmerje und der Polizeibeamten mit Gewalt in das Lokal hin­einstürmen wollten. Dieser Versuch gelang jedoch nicht, statt dessen wurde aber ein Bombardement mit Steinen auf das Gast­haus eröffnet, wodurch nahezu sämtliche Fensterscheiben zertrüm­mert wurden und auch sonst noch allerlei Schaden entstand. Dieser „Kirchwechspaß" wird nun vom 3. Februar ab ein Nachspiel vor dem Erweiterten Bezirksschöffengericht in Gießen haben, vor dem sich 14 Leute unter der Anklage des Landfrredensbruchs und zwei Leute wegen verbotener Waffenführung verantworten sollen.

Frautfurt a. M., 26. Jan. (Ein Raubüberfall aus- ge klärt.) Vor einigen Wochen wurde, wie seinerzeit gemel­det, eine Witwe in der SchifserslraßL von einem Manne über­fallen, der sich dadurch in die Wohnung Einlaß verichafft hatte, daß er eine Bestellung der Tochter dèr Frau vorschützte. Als bei dem sich entspinnenden Kampf zwischen dem Räuber und der sich zur Wehr setzenden Frau ein Schrank umfiel, riß der Bursche aus, ein auf der Straße Schmiere stehender Genosse schloß sich ihm an. Der Polizei ist es jetzt geglückt, die beiden Räuber dingfest zu machen. Es handelt sich um zwei 22 und 23 Jahre alte Burschen, kaufmänische Angestellte namens Habicht und Otto Rothschild. Die Tat selbst wurde von Rothschild begangen, Habicht war der Anstifter. Habicht tonte in einem Tanzlokal auf der Kaiserstraße feftgenommen werden, Rothschild wurde gestern früh aus dem Bett heraus verhaftet. Rothschild ist noch nicht vorbestraft, während Habicht bereits zwei Vorstrafen wegen Unterschlagung erhalten hat. Die Beute, die sie bei der Witwe machen wollten, sollte dazu dienen, Habicht auszuftaffieren, um seiner Freundin gegenüber als reicher Mann auftreten zu können.

Frankfurt a. M., 26. Jan. (Verkäuferin vereitelt einen R a u b ü b e r f a l l.) Heute mittag gegen 2 Uhr wurde in einem Filialgeschäft in der Nibelungenallee ein Raub ver­sucht, der aber nicht glückte. Schon vor einigen Tagen erschie­nen dort zwei Burschen, die Zigaretten aus dem Erker haben wollten. Die Verkäuferin erklärte, daß es sich nur um Attrappen handele. Tie Burschen wollten sie aber trotzdem sehen. Die Verkäuferin vermurete, daß sie nur vom Ladentisch weggelockt werden sollte und lehnte das Ansuchen ab. Die Burschen gingen darauf weg. Heute kam einer der beiden wieder, trat sofort auf die Verkäuferin zu und sagte: „Willst du uns heute endlich die Zigaretten geben!" Als die Verkäuferin ablehnte, zog er ein Dolchmesser und drang auf das Mädchen ein. Dieses griff nach einer unter dem Ladentisch liegenden Gaspistole und schoß dem Burschen ins Gesicht. Er taumelte auf die Straße, wurde dort von seinem Komplizen in Empfang genommen und beide stürzten in ein Auto, das sofort weafuhr. Die Nummer des Autos konnte leider nicht festgeftellt werden. Durch die Geistesgegenwart des Mädchens ist der UeberfaH vereitelt worden.

Gemünden a. M., 26. Jan. (Eine Bluttat aus lleber- m u r.) Der 18jährige Gärtnergehilfe Ernst Schmitt verletzte in der Nacht zum Montag seinen 21jährigen Arbeitskollegen Walde-, mar Weißmantel durch einen Schutz in den Kopf derart, daß keine Hoffnung mehr besteht, den Verletzten am Leben zu erhal­ten. Schmitt und Weißmantel sind im Betriebe des Gärtnerei- bssttzers Schmitt in Kleingemünden beschäftigt und haben ihre Schlafstelle im städtischen Leichenhaus. Am Sonntag abend be­suchten sie beide ein Wirtshaus und gingen erst spät nach Hause. Schmitt gab dabei auf der Straße aus Mutwillen verschiedene Schüsse auf Telegraphenstangen aus einem Trommelrevolver ab. Als sie das Schlafzimmer betraten, sagtc^Weißmantel zu Schmitt: „Schieß mich tot, dann bin ich weg!" Schmitt weigerte sich, auf Weitzmantel zu schießen. Als sich Weißmantel ins Bett gelegt hatte, soll er zu «chmitr gesagt haben: „Wenn du auf mich ge­schossen hättest, wäre ich jetzt weg!" Daraufhin will Schmitt die Waffe angelegt und Weitzmantel durch die Schläfe geschoßen haben. Die im Nebenzimmer schlafenden Schwestern des Schmitt hörten den Schuß und holten ihren Vater zu Hilfe. Ter jugend­liche Täter wurde inzwischen verhaftet.

Ständiger Einnahmerückgang

bei der Reichsbahn.

Die Rcichsbahnanlcihc und ihre Scnvcrtung.

Die Deutsche Reichsbahngesellschaft teilt mit: Der Verwaltungsrat der Deutschen Rcichsbahngcsell- schast wählte zum P r ü s i d e u t c u wiederum^ einstimmig seinen bisherigen Präsidenten, C. F. von Siemens.

Der vorläufige Überblick über die E i n n a h m e ent« Wicklung im Jahre 1931 ergibt mit 3,842 Milliarden Mark einen Rückgang um 15,9 Prozent gegenüber 1930 und um 28,2 Prozent gegenüber 1929. Die Einnahme­entwicklung im Januar 1932 zeigt einen über das er* wartete M a ß hinaus gehenden Abfall.

Die steuerfreie Reichs b ah nanlcihe 1931 hat bisher Zeichnungen von rund 243 Millionen Mark er­geben. Die auf Grund des Ergebnisses dieser Anleihe vorgesehenen A u s t r ä g e sind soweit als möglichJicranS- gegeben worden. Die Ausgabe von verlängerten S o u n - i a g srücksabrkaxt e »zu W e i h n a ch i e n hat den Reiseverkehr wesentlich belebt.

Ein Schnellzug in Rumänien zertrrimincrt einen vollbesetzten Autobus.

Bier Tote.

Bukarest, 27. Jan. (Eigene Funkmeldung.)

In der Nähe von Krajowa ereignete sich gestern abend ein verhängnisvoller Zusammenstoß zwischen Autobus und «chmu- zug. Ein Autobus, in dem sich 2b Arbeiter und ^beltermnen befanden, wollte einen Balmüdergang überqueren, trotzdem du Schranke bereits hernbgchiijcu war. ^n dicpm JugcnbluF brauste der fällige Schnellzug heran. Dcr.lutobus rourbe von der Lokomotive erfaßt und vollständig zertrümmert. Vier In­sassen waren sofort tot. 18 wurden schwer ver­letzt: die meisten von ihnen liegen im eterben. Der Autobus- fiihrcr wurde verhaftet. Er hatte keine Fahrtberechtigung, son­dern führte „Schwarzfahrten" aus.