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Nach Osiland!

Ein NcchcnschastSbcrtcht über vtc Ostsiedlung.

In einer Denkschrift, die eher einem Bilderalbum glelM weil sie die Tatsachen für sich selbst sprechen lassen tviil, gibt soeben das Landeskulturamt Frankfurt an der Oder eine Übersicht über die Neusiedlungen, die in seinem Gebiete seit dem Erlaß deS Reichssiedlungsgesetzes ent- standen sind. Dieses Gebiet umfaßt die drei Provinzen Brandenburg, Grenzmark Posen-Westpreußen und Pom­mern. Die insgesamt 11 062 Neufiedlerfamilien, die hier bis zum vergangenen Jahre seßhaft gemacht worden und - :t einer eigenen Scholle gekommen sind, stammen aber nicht nur aus diesen Provinzen selbst, sondern aus den durch den Versailler Vertrag verlorenen Reichsgebieten, ferner in großer Zahl aus Westfalen (fast ein Viertel der West- Ost-Siedlew, aus Hannover, Oldenburg, Sachsen, Hessen, dem Rheinland, Württemberg, Thüringen, Baden, der Pialz, Lippe, Braunschweig und aus Österreich. Das ganze Deutschland soll es sein! hat der Dichter gesungen, und hier, bei diesem Zug nach dem Ost­land, ist das also zur Wirklichkeit geworden.

Drei!ich stellt sich heraus, daß nicht alle Siedler sofort gleichmäßig gut sich in die neuen Verhältnisse einfügen können. Da wollen wir uns ruhig Zeit lassen. Die Salz­burger, die aus ihren Hochgebirgshöfen ihres Glaubens tveaen vertrieben worden waren und dann vor jetzt zwei- bnnderl Jahren in Ostpreußen eine neue Heimat fanden, kamen auch in Verhältnisse, die ihnen gänzlich fremd waren, und was sind sie doch in kurzer Zeit für mnster- bafke Niederungsbauern geworden! In der Neubestedlung der drei hier in Frage stehenden Provinzen stellt sich vor- läufig heraus, daß sich zunächst am besten die Boden­ständigen eignen, wobei es aber auch allerhand Widcr- siändc zu überwinden gibt. So will es vielen Anfängern nicht in den Kopf, daß sic sich statt eines Pferdes einst­weilen mit Zugkühen behelfen sollen, die zwar in manchen Gegenden allgemein üblich sind und mit denen zu fahren sich dort auch der größte Bauer nicht schämt, während sie in anderen Gegenden als das Zeichen des bäuerlichen Abstieges gelten oder gar, wie in Pommern, überhaupt so gut wie unbekannt sind. Dann sind z. B. die ehemaligen GurSarbeiter vielfach das denkbar fähigste Siedler- material, was gar nicht wundernehmen kann, denn sie sind doch zumeist die Abkömmlinge von ehemals selbständigen Bauern, die durch die Wirtschaftsentwicklung im Anfang ixé neunzehnten Jahrhunderts ihre Höfe verloren haben. Sie kennen auch die örtlichen Verhältnisse am besten, aber es zeigt sich vielfach, daß sie das selbständige Wirtschaften erst wieder allmählich, am besten beginnend auf einer nicht zu großen Stelle, sich aneignen müssen.

Auf der anderen Seite zeigen sich große Unterschiede zwischen den aus weiterer Entferung in die neuen Ver- hältnisse im Osten einwandernden Stämmen. Am leichtesten finden sich die Hannoveraner, die Westfalen, die Oldenburger und die Sachsen, zum Teil auch die Hessen, in sie veränderten Anforderungen, während die West- und Süddeutschen erfahrungsgemäß fast nur für die besseren Böden geeignet sind. Für die ganz leichten Böden bei ungünstigen klimatischen Verhältnissen, wie sie in Ost- elbien vielfach, z. B. auf dem uralisch-baltischen Höhen­rücken herrschen, ist das dort angestammte abgehärtete und sparsame Geschlecht unentbehrlich. Alles das sind Dinge, die wir bei einer so beispiellosen, großen Umschichtung in Kauf nehmen müssen und die sich selbstverständlich schon in der nächsten Geschlechterfolge ausgeglichen haben werden.

Werden schon an den neuen Siedler sehr große An­forderungen an Arbeit und Einschränkung gestellt, so gilt das erst recht für die Siedlerfrau. Tas hat man im Siedlungswesen inzwischen richtig eingesehen, und darum betont der jetzt vorliegende Bericht, welche Anstrengungen man dauernd gemacht hat, um der Siedler­frau nichts Übermenschliches zuzumuten. Für das Ver­sorgen des Haushaltes, das Kochen, das Melken und Füttern des Viehes, die Wasserversorgung, die Bear­beitung des Gartens usw. hat man also möglichste Er- leicuerungen schon bei der Baueinteilung der Gehöfte vor­gesehen und versucht immer noch weitere Fortschritte zu erzielen. Andererseits zeigt sich wieder die Notwendigkeit, viele Siedler von dem Ankauf von Maschinen abzuhalten, die für sie nicht rentabel sind, sondern eine unrentable Belastung darstellen. Ter Bericht betont hier nach den jetzt vorliegenden Erfahrungen, daß viele Siedler sich durch die Anschaffung überflüssiger Maschinen an den Rand des Abgrundes gebracht haben.

überblickt man die ganze, bisher vorliegende Leistung, so stellt man unschwer fest, daß wir noch sehr weit entfernt davon sind, den Erfolg, den das Reichs- siedlungsgesetz anstrebt, zu erreichen. Ferner ist es hin­länglich bekannt, wie sehr die Neusiedler die allgemeine Notlage der übrigen Land­wirtschaft teilen, die sie oft trotz aller Versuche, ihre Lage zu bessern, noch drückender empfinden müssen, als der bäuerliche Altbesitz. Die unaebeure Krise des vergangenen Jahres hat auch an sich musterhaft errichtete betriebe nicht verschont, manche, wie z. B. einzelne vor- viEBche Kleingärtnereisiedlungen, sogar ganz besonders i^wer betreuen., Aber, im großen Rahmen betrachtet, hat ein verarmtes, in allen seinen arbeitenden Teilen hart ringendes Volk mit dieser entschlossen durchgeführten Ost- siedlung dennoch schon etwas vollbracht, das sich vor unteren hoffentlich glücklichere Zeiten erlebenden Nach- kommen >ehen lassen darf. Und trotz aller Ungunst dieser letzten Jahre stellt der Bericht zum Schluß ein er- greuliches Zunehmen der wirtschaftlichen Lei st u n g e n ^vor allem aber auf geistigem Gebiet eine Stärkung des Standes- und Selbstbewußtseins der Ost- nedter sszt, die alle Kräfte daransetzen, ihre neugewonnene schocke durch unermüdliche Tätigkeit zu erhalten und zu verbessern.

Die Bank von England zahlt Wenkimisch-sraWösische Kredite zurück.

30 Millionen Pfund Sterling am

1. Februar.

Wie die Bank von England mittet«, hat sie die Absicht, den gesamten Restbetrag des im August vorigen Jahres aufgenommenen französisch. amerikanischen Re- diskontkredites in Höhe von 30 Millionen Pfund Ster- ling (etwa 600 Millionen Mark) zum Fälligkeitstermin am 1. Februar zurückzuzahlen. Die Zurückzahlung werde ohne jede weitere Inanspruchnahme der Goldreserven der Bank möglich sein.

Diese Mitteilung zeigt, daß sich der Status der Bank von England weiter günstig entwickelt hat und daß kaum mehr eine Gefahr für das englische Pfund besteht. Die Bank erhält damit ihre volle Bewegungsfreiheit wieder Zukunft gegen jeden französischen oder amerrkanftchen Truck, der auf das Pfund ausgeübt werden sollte, weitgehend geschützt.

Einzelhandel und Preisüberwachung.

„Aus der Enge wieder in die fruchtbare Breite!

Der Preiskommissar über die Durchführung feiner Ausgabe.

In der Geschäftsfiihrerkonferenz der HauptSemeln- ickurkt des Deutschen Einzelhandels sprach der R e i ch s k o m in i s s a r für Preisüberwachung , Oberbürgermeister Dr. Go erdeter, übers - , feine Aufgaben und deren Durchführung. @y fet not

Jndustrieentwicklung eine Aularkle, selbst bet gr ß

Pflege des Binnenmarktes, einen

starken Rückgang der Lebenshaltung rur Folae haben müsse. Es sei nicht notwendig, sich dieser Entwicklung willenlos zu fügen, man muffe vielmehr alles vorbereiten, um den mit Sicherheit m wenig » Jahren eintretenden Rückschlag der Enttäuschung anfz fangen und dann durch eine befreiende wat aus der Enge wieder in die fruchtbare Breite hlnauszufuhren. sr gehe nickt an der Tatsache vorbei, daß ein wesentlicher weil der Unkostenbildung bedingt sei durch Steuern, G - b ühren und Tarife. Um hier zu einer Entlastung zu kommen, bliebe nur der Weg höchster

Vereinfachung der öffentlichen Verwaltung und organisatorischer Umgestaltung der Arbeitsloseusür- sorqe Außerdem seien alle irgendwie erdenkbaren Mög­lichkeiten zur Beschäftigung der Arbeitslosen auszunutzen. Er halte es für seine Pflicht, auf die großen wirtschaft­lichen Zusammenhänge hinzuweisen, von denen eine

gerechte Überwachung der Preisgestaltung ausgehen müsse und zu denen sie immer wieder zurück­führe. Wirtschaftliche Besserungen könnten nur kommen aus A r.b e i t, S p a r s a m k e i 1, Neubildung von Kapital und aus der Erkenntnis, daß ein politisch ohnmächtiges Volk sich gute Lebensbedingungen niemals verschaffen kann. .

Das geschäftsführende Vorstandsmitglled der Haupt- gemeinschast, Dr. Tiburtius, schilderte die Wirkungen der Notverordnung auf Preise, Unkosten und Kreditfähig­keit der deutschen Wirtschaft. Offenbar seien die Rück­gänge der Umsätze nicht nur aus dem tatsächliche» Aus­fall an Einkommen, sondern zu einem erheblichen Teil auch aus der

Wird die Todesstrafe abgeschaffi?

Der Rechtsausschutz für die Todesstrafe.

Reichstagsabgeordneter Professor Dr. Kahl, der Vorsitzcndc des Strafrechtsausschusfes, hatte sich seinerzeit gegen die Todesstrafe ausgesprochen und den Antrag ge­stellt, die Todesstrafe zu beseitigen, und an ihrer Stelle die lebenslängliche Einschließung anzuordnen. Dr. Kahl erklärte im Strafrechtsausschutz, er müsse seinen Antrag nunmehr zurückziehen, nachdem dieser zweimal vom Ausschutz abgelehnt worden sei.

Kahl betonte, daß er den Antrag angesichts der gegen­wärtigen Lage nicht wieder aufnehmen werde, und zwar nicht aus juristischen Gründen, sondern aus Rücksicht aus die all­gemeinen Zeitverhältnisse. Man werde heute in der Oftenklich- keit die schärfsten Bedenken dagegen finden, gerade m diesem Augenblick die Todesstrafe abzuschaffen Die Zahl der T ö « u n - gen habe zu genommen, nicht zuletzt auch im poli­tischen Kamps, und vor allem hätten sich in letzter Zeit so scheußliche Mordfälle ereignet, daß z. B. selbst Preußen sich zur Vollstreckung von Todesstrafen habe entschließen müssen. Die gegenwärtige Zeit sei nicht günstig, die Abschaffung ‘ er Todes­strafe ins Äuge zu fassen.

Im Strafrechtsausschuß war eine Mehrheit gegen die Todesstrafe nur dadurch zusammengekommen, daß Pro­fessor Kahl mit den Parteien, die grundsätzlich Gegner der Todesstrafe sind, stimmte. Nunmehr ist eine solche Mehr­heit gegen die Todesstrafe nicht mehr vorhanden, so daß mit ihrer Beseitigung nicht zu rechnen ist.

Vereinheitlichung der Sewerbeaufsicht?

Falsche Gerüchte über „Arbeitsschutzämter".

Gegenüber verschiedenen Zeitungsnachrichten, wonach eine Neuorganisation der „A r b e i t s a u f s i ch t" durch Schaffung von Arbeitsschutzämtern und Landes- a r v e t l s s ch u tz ä m t e r n bevorstehe, wird von zustän- darauf hingewiesen, daß im Jahre 1929 ein ur ^" Reichsarbeitsschutzgesetz dem damaligen Reichstag borgelegt, aber von diesem nicht erledigt wurde.

"kuen Reichstag ist dieser Gesetzentwurf noch gar worden und es liegt auch keinerlei Absicht vor, dies in absehbarer Zeit zu tun.

rA;„x ^^ handelt es sich darum, die heute schon in ver- schledenen Formen bestehende G e w e r b e a u s s i ch t, die hls™L»! bon ben örtlichen Polizeibehörden, teilweise von

^^werbeaufsichtsbeamten ausgeübt wird und „w^dafur sorgt, daß die Bestimmungen der Gewerbeord- S' Klnderschutzgesetzes, der Arbeitszeit, der Pi » n"sw. innegehalten werden, in eine hriLW - Aorw mit einem klaren Instanzenweg zu bringen, was heute noch nicht der Fall ist.

Reichslan-bund fordert Preissicherungen. Gegen ine Notverordnung über Düngemittel- und Saatgut-

kredite.

w»-^aë Präsidium des Neichslandbundes hat an den .ueichsernahrungsminister ein Telegramm gerichtet, in dem gegen bie Notverordnung vom 23. Januar über Dünge- ™ Saatgutkredite schwere Bedenken geltend ge- macht werden. Die Ernte zu sichern sei nur dann möglich, wenn die Landwirtschaft bestimmte P r e i s s i che r u n - gen für ihre Erzeugnisse erhalte. Es werde eine Erweite­rung der Bürgschaft erwartet: die Abnahme einer dem sungerauswand entsprechenden Menge landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu angemessenen, den Erzeugnngstosten ent- mm Preisen müsse garantiert werden. Sollten .>"Atprelse an diese Preise nicht herankommen, so sei der »Fehlbetrag aus der Bürgschaft zu decken.

. Reichslandbund macht weiter daraus aufmerk­sam, daß in der

Verpfändung der Feldfrüchte eine große Gefahr

des Getreides im Herbst liege, r?tU ranzende Bestimmung getroffen werde, freist» Rückzahlung der Dünger- ^kdkriè entsprechende Verwertung der verpfändeten

Zurückhaltung brr Käufer

für den Fall erwarteter weiterer Preissenkungen zu er­klären. Gegenüber diesen Hemmungen von Absatz und Erzeugung müsse immer wieder — auch von Behörden — betont werden, wie stark die Verkaufspreise des Einzel­handels seit 1930 gesenkt wurden und daß darin nicht etwa nur die Rückgänge der R o h st o s f preise zum Aus­druck kommen, sondern auch eine

starke Kürzung der Einzelhandelsspanne.

Der Einzelhandel könne seine Aufgabe der Bestellung und Verteilung von Waren nur aussühren, wenn seine eigene Kaufkraft erhalten bleibe. Daher sollte kein Amok­lau s e n gegen Verkaufspreise getrieben werden, sondern eine wirtschaftliche Durchführung der von der Notverordnung erstrebten allgemeinen Lastensenkung. Die Bemühungen um Ausgleich der Spannen des Preis­gefüges zwischen freien und gebundenen Waren seien energisch fortzusetzen. Daneben gelte es, den Willen zur l a n g f r i st i g e n Anlage beim Sparer her­auszustellen. Dies aber könne nicht auf dem von Pro­fessor Wagemann gewiesenen Weg erfolgen. Der Redner erörterte die Möglichkeit einer besseren Kreditorganisation für den Einzelhandel in Verbindung mit einer Zu­sammenfassung seiner Warengenossenschaften und schilderte Wünsche und Zweifel gegenüber den Reformen der Real- steuern, bei der besonders gefürchtete Mehrbelastungen der mittleren Gewerbeerträge abzulehnen sind. Dringend nötig sei die Senkung von Unkosten, wie vieler Werktarife und Telephongebühren. Auch die Zugaben als Quelle der Verteuerung müßten verschwinden.

Weitere Ergebnisse der Preisüberwachung.

In Verhandlungen zwischen dem Preissenkurrgs- kommissar und dem kreditg eb enden Einzel­handel ist zugesagt worden, daß die Raten bei Ab­zahlungsgeschäften herabgesetzt werden sollen bzw. können. Eine Herabsetzung der Preise selbst komm: jedoch nicht in Frage, da hierdurch die Finanzierungsinstitute und die Banken selbst in Schwierigkeiten geraten würden. Der Reichsverband des Deutschen S ch m i e d e h a n d w c r k S hat ferner zugesagl, bis zum 27. Januar über eine zehn- prozentige Herabsetzung der Preise zu berichten und schärfste "Preiskallülationen durchzuführen. Im Falle der Nichtsenkung um 10 Prozent würden die Preisbindungen ausgehoben.

Frankreichs MièèiarHsKwahnfmn.

Unsinnige Phanlasten über die Tributziffern.

Der angebliche „Deutschenfreund" Gras Wladimir d'Ormesson veröffentlicht im „Temps" einen umfang­reichen Artikel, in dem er u. a. erklärt, daß zehn französische Provinzen während des Weltkrieges als Schlachtfeld gedient hätten und vollkommen verwüstet aus dem Völker­ringen hervorgegangen seien. Diese Verwüstungen seien absichtlich geschehen. Noch am Vorabend des Waffen­stillstandes habe der gemeinsame Feind nur aus Zer­störungswut fein Vernichtungswerk fortgesetzt. Dörfer, Gruben, Schlösser, Industriebetriebe und Städte, wie etwa Eambrai, die ziemlich unversehrt aus den Kämpfen hervorgegangen seien, hätten die Deutschen s y st e m a t i s ch 'i n Brand gesteckt. Ohne die 125 Milliarden Franc in Rechnung zu stellen, die der Frankreich ausgezwungene Krieg gekostet habe, und oone^ die l l 5 M i l l i a r d e n zu berücksichtigen, die Frankreich bisher an Pensionen und Hinkerbliebenenunterstützungen gezahlt habe, habe Frankreich ein Anrecht auf Wieder­gutmachung der erlittenen Schäden, die sich auf 250 MilliardenFranc belaufen, wenn man Zinsen und Zinseszinsen berücksichtigt, und auf 175 Milliarden Franc, wenn man nur das investierte Kapital rechne.

Es ist zu beachten, daß die völlig unsinnigen Schätzun­gen des „Verständigungsfrenndes" d'Ormesson sogar die französischen amtlichen Zahlen noch bei weitem über­treffen. Nach amtlichen Aufstellungen, so fährt der Ver­fasser fort, und denjenigen des Reparationsaus­schusses habe Frankreich insgesamt 63 Milliarden Franc erhalten. In dieser Summe sei jedoch nicht einmal ein Unterschied zwischen den Zahlungen gemacht worden, die auf Konto Reparationen und denjenigen, die für die Unterhaltung der Besatzungsarmeen verbucht werden müssen.

Der rnffiftHolmW RichtWriWM.

Polens Hauptrüstungsgrund hinfällig.

Moskau. Im Konferenzsaal des Äußenkommissariats der Sowjetunion wurde der russisch-polnische Nichtangriffsvcrtrag durch Außenkommissar Litwinow und den polnischen Gesandten Dr. Patek gefertigt. Dieser Polnisch-russische Nichtangriffspakt ist von weittragender politischer Bedeutung für die tomutenbe Abrüstungskonferenz, da Polen jetzt nicht mehr behaupten sann, daß es durch die Drohung leines russischen Nachbarn zu be­sonderem Rüstungsaufwand gezwungen wäre.

Die Ausnahme des Nichtangrisssabkommens in Berlin.

Die Paraphierung des s o w j e t r u s s i s ch ° p o ! - nischen Nichtangrisssabkommens wird in politischen Kreisen Berlins durchaus begrüßt. Die Reichs- regierung ist von Anfang an bis in die letzten Phasen hin­ein über den Verlauf der Verhandlungen unterrichtet gewesen. v>n der Öffentlichkeit zuerst aufgetaudjte Be­fürchtungen, daß etwa diese Verhandlungen der deut>chen Kolitis nichi zuträglich sein könnten, erwiesen sich m bnbegrunbet, zumal Sowjeirußland mit allen feinen Jcacpbarn, so auch mit Japan, derartige Verträge anstrebt. ^>as Abkommen entspricht, wie man erklärt, den« nnbestreft- baren sicherungsbedürsnis der Sowjetunion, wird aber auch ein wirksamer Beweisgrund gegen die bisherigen polnischen Hinweise sein, daß Polen wegen der bis an die Zähne bewaffneten Sowjetunion nichtabrü st e n könne.

roprozentige Tarifsenkung des Siettiner Hafens.

Der Arbeitsausschuß der Stettiner H a f e n g c - sellschaft hat beschlossen, die Tarife für Umschlag, Lagerung usw. für die im allgemeinen Wettbewerb ge­fährdeten Massengüter, wie Getreide, Düngemittel nnd Briketts um etwa 2(1-Prozent zu senken. Die Tarife für aitbere Güter sind in Stettin bereits von Inkrafttreten der Sparnolverordnnng ermäßigt worden. Die ermäßig­ten Tarife werden eingesührt, sobald der preußische Staat die Beschlüsse gebilligt hat.