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Nah und Fern

o 900 Entwürfe für das Rcichsehrcnmal. Der Landrai des Kreises Weimar hat von 2W Bewerbern Entwürfe für die Ausgestaltung des Neichsehrenmals im Wa de bei Berka erhalten. Mit dem Bau des Ehrenmals wird nicht vor 1933 begonnen werden.

O Vorübergehende Schließung der Berliner Universität. In der Berliner Universität kam es wiederum zu Studentenkrawallen. Schlägereien die sich im Vorhofe der Universität zwischen den einzelnen Mi g ledern der Korpo- rationen entspannen, nahmen einen solchen Umsang an, das. wei Bereitschaften der Polizei die Ruhe wiederher- stellen muhten Mehrere Sistierungen wurden vorgenom­men T-a Die Tumulte aus der Straße weltergingen, sah sich de? Rektor genötigt, die Universität bis Montag morgen zu schließen.

Q Urenkel Herders gestorben. Im Alter von 82 Jahren ist nach längerem Leiden Baron Karl Alexander von Herder aus Scheint- (Kreis Grünberg) gestorben. Er war der letzte Urenkel des Dichters Gottfried von Herder.

O Zugznfammcnstoß auf der Strecke Osnabrück —Olden­burg. Auf dem Bahnhof &efepe auf der Strecke Osna- brück—Oldenburg ist ein Personenzug aus einen Eilgüter­zug aufgefahren. Etwa 15 Personen sind leichi verletzt worden. Verursacht wurde der Unfall dadurch, daß durch den Fahrdienstleiter aus Bahnhof Hesepe der Personen­zug irrtümlich in dasselbe Gleis geleitet wurde, in dem der Eilgüterzug bereits stand.

O Den Schwiegervater in der Nottvehr erschossen. In Jahmo bei Halle kam der 59 Jahre alte Landwirt Dit­berner schwer angetrunken nach Hause und sing Streit mit seinen Familienangehörigen an. Als er Frau und Tochter mißhandelte, versuchte der Schwiegersohn dies zu verhüten. Ditberner wandte sich nun gegen den jungen Mann, der in der Notwehr eine Pistole zog und den Schwiegervater niederschoß.

O Zwei Tote, ein Verletzter auf Zeche Zollverein. Aus der zwölften Sohle der Zeche Zollverein im Revier I Flöz Anna ist, wie aus Essen berichtet wird, ein Strecken­stück zu Bruch gegangen. Dabei kamen zwei Grubenbeamte zu Tode; ein Arbeiter wurde verletzt.

0 In die Fremdenlegion verschleppt? In der letzten Zeit sind aus der Umgebung von Ostrau und Teschen vierzehn junge Männer spurlos verschwunden. Man glaubt, daß sie von Agenten, die ihnen lohnende Beschäfti­gung versprachen, ins Ausland gelockt und Werbern der Fremdenlegion in die Hände gefallen sind.

O Erdbeben und Vulkanausbrüche in Guatemala. Guatemala wurde von einem Erdbeben heimgesucht, wo­bei auch zahlreiche Vulkane in Tätigkeit traten. In der Hauptstadt Guatemala wurden viele starke Erdstöße ver­spürt. Besonders schwer waren die Ausbrüche der Vulkane Fuego und Acaienango, die mit andauerndem Aschen­regen verbunden waren.

O Ein Todesopfer des Nebels. Als ein von Oldesloe nach Schwarzeneck fahrender Güterzug auf der Station Mollhagen rangierte, wurde der 32jährige Rangierer Friedrich Westphal von dem Trittbrett eines anrollenden Güterwagens, den er wegen des starken Nebels zu spät bemerkte, so heftig am Kopfe getroffen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Verunglückte hinterläßt eine Witwe und acht unversorgte Kinder.

Turnen, Sport und Spiel.

Sp. Schmeling kehrt heim, nachdem sich der Kanipf mit Mickey Walker zerschlagen hat. Er fährt mit der „Europa" nach Deutschland zurück und will erst im März wiener nach usA. fahren, um sich auf den Kampf gegen Sharkey vorzu- bereiten

Sp. Gegen Fußball-Blitzturniere hat sich der Vorstand des Deutschen Fußballbundes ausgesprochen und seinen Landesver­bänden empfohlen, sie zu verbieten. Der Baliensporwerband hat das bereits getan.

Vermischtes

— Der „erfolgreiche" Lotteriespieler. Der Opernsänger Cincens stand jüngst wegen eines wohl einzig dastehenden Betruges vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte. Er war erwerbslos und verschaffte sich eine Einnahmequelle, indem er auf seine eigene Art in der Preußisch-Süddeutschen Klas­senlotterie spielte. Zunächst legte er sich im Notizbuch ein Verzeichnis von Losnummern an, die als noch nicht gekauft in den Fenstern von Lotteriegeschäften lagen. Mit diesem Notizbuch in der Hand wohnte er dann im Ziehungssaale in der Markgrafenstraße dem Ziehungsergebnis bei. So­bald eine Gewinn-Nummer herauskam, die feiner Liste ent­sprach, begab er sich auf dem schnellsten Wege zu dem in Frage kommenden Lotteriehändler und ließ sich die betref­fende Losnummer aus dem Schaufenster geben. Auf diese Weise „gewann" er insgesamt 1 580 Mark. Als er dann im August wieder bei einem Lotterieeinnehmer erschien, um sich einen Gewinn von 500 Mark auszahlen zu lassen, schöpfte man Verdacht und zögerte mit der Auszahlung. Der Angeklagte ließ nun sein Los im Stich und lief davon. Unterwegs warf er sein Notizbuch in die Spree. Er konnte aber festgenommen werden. Vor Gericht war er heute ge­ständig. Sein Verteidiger bestritt, daß eine Rechtspflicht bestehe, die vorher gewonnene Kenntnis beim Kauf eines Loses anzugeben. Das Schöffengericht war aber anderer Meinung. Es verurteilte den Angeklagten wegen fortge­setzten teils vollendeten, teils versuchten Betruges zu einem Monat Gefängnis mit Bewährungsfrist. Der Angeklagte habe eine Täuschungshandlung vorgenommen und die Ab­sicht gehabt, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen. Der Lotterieeinnehmer hätte, wenn er gewußt hätte, daß das Los bereits gezogen sei, den Kaufvertrag nicht abgeschlossen.

— Wie weit san ma g'sprunga? In Scharnitz bei Gar­misch-Partenkirchen kamen zwei 12jährige Schulbuben auf die phantastische Idee, mit einem einfachen Rodelschlitten die dortige Skischanze zu befahren. Sie fuhren von der höchsten Stelle des Anlaufs der Sprungbahn ab und flogen, sich fest an ihren Schlitten klammernd, in weitem Bogen über den Schanzentisch hinaus, um nach einem Sprung von 15 Metern auf der Aufsprungbahn zu landen. Dabei ging natürlich der Rodelschlitten in Trümmer und rutschte mit den Buben die restlichen 20 Meter den steilen Hang hin­unter. Nach dem Lokal-Anzeiger, dem wir diese Meldung entnehmen, blieben beide Buben unverletzt. Ihre erste Frage nach der nicht gerade sanften Landung war: „Wie weit san ma g'sprunga?".

— Es regnet Bindfaden. Wie reich die Umgangs- und Volks­sprache gegenüber der wohlerzogenen, aber einförmigen Schrift­sprache ist, sieht man besonders an den Ausdrücken für regnen. Wie anschaulich ist der Vergleich: Es regnet Bindfaden, dem sich der bayerisch-österreichische Schnürlregen an dje Seite stellt. Dem Auge erscheinen die fallenden Regentropfen wie Striche, Schnüre oder Bindfäden. Die „strichwcisen Niederschläge" bedeuten natürlich etwas anderes; Karlchen versteht sie sogar noch anders als vom Wetter. Da der Berliner den Bindfaden Strippe nennt, so regnet es in Berlin Strippen. Viele, besonders das weibliche Geschlecht, neigen dazu, hier zu übertreiben. Da heißt es immer gleich: Es gießt, womöglich mit Mulden (Mollen), Scheffeln, in Strömen, wozu der in Gera gebräuchliche Ausdruck es kännelt (von Kanne) stammt. Beliebt ist auch die Redensart: Ich komme, und wenn es Bauern­jungen (Zigeunerjungen) regnet. Der Engländer sagt dafür:

Es regnet Katzen und Hunde (cats and dogs), auch: Straßenbah­nen und Omnibusse (frams and omnibuse«). In den Mundarten verwendet man gern Wörter, die das Geräusch der ausschlagenden Regentropfen niiebergeben. So auf niederdeutschem Gebiete kladdern und pladdern, in Mitteldeutschland trätscht (treetscht) von starkem Regen. In Elberfeld ist es pleestert. es siept gebräuchlich, in der Steiermark es pritschelt. Vermutlich bergen die Mundarten noch viele andere derartige Wörter für den Regen. Der Kunde auf der Walze sagt: Es flossert, das mit fließen Zusammenhängen wird. Wieder andere Wörter gebraucht das Volk für den dünnen, feinen Regen, der nicht viel stärker ist als fallender Nebel. Verbreitet dafür ist es nisselt (nieselt), das wohl zu naß, Nässe (es nässelt) gehört, wenn es nicht auch lautmalend ist. In Hamburg, Berlin und anders­wo hört man: es fisselt, in Braunschweig: es stippert (Göttingen: stibbert). Ein plattdeutscher Ausdruck für fein regnen ist auch: es schnuddclt. O. H. (Deutscher Sprachverein.)

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Zeitgemäße Betrachtungen.

(Nachdruck verboten.)

W i n t e r s o p n e !

Noch hält der Monat Januar — sich frei von Eis und Kälte, — die Sonne lacht so warm und klar — herab vom Himmels­zelte, — als wollt' sie künden weit und breit: — es gibt auch in der Winterszeit — trotz widriger Geschicke — noch goldne Sonnenblicke. — —

Sie sollen uns in trüber Zeit — mit neuem Mut beleben, — und Zuversicht und Freudigkeit — zu neuer Tat uns geben, — und ist uns Böses prophezeit — nur keine Hoffnungslosigkeit, — doch guter Mut kann frommen, — dann wird's so schlimm nicht kommen. — —

Noch kam der Winter nicht so schlimm, — als man ihn prophezeite, — es zeigt der alte Jsegrimm — sich von der besten Seite, — er denkt gewiß sehr einsichtsvoll, — weil heute jeder sparen soll — und wir kein Geld besitzen, — er muß uns unter­stützen. —

Ihn rührt gewiß die Not der Zeit, — mit der die Welt be­laden, — daß er uns Winter-Hilfe leiht — mit ein'gen Wärme­graden, — denn was die liebe Sonne bringt, — spart man am Ofen unbedingt, — man kann alsdann beim Heizen — mit Kohlen etwas geizen.--

Wir müssen heute sparsam sein — und kürzen aller Enden, — nur Sparsamkeit kann ganz allein — den Notstand wieder wenden. — Ein jeder nimmt heut' wen'ger ein, — was muß die weifte Folge fein? — Natürlich das Bestreben, — auch wen'ger auszugeben. — —

Damit auch eins zum andern paßt, — nun hör' ich gern und willig, — die Preise sind nun auch erfaßt, — es wird jetzt alles billig, — wie Fleisch und Brot und jedenfalls — auch Eier, But­ter, Wurst und Schmalz — und Kleider, Schuhe, Hüte, — der Haarschnitt wie die Miete.--

Ein Fortschritt ist die Billigkeit, — wenn wir sie recht be­denken, — ein Uebergang zur bessern Zeit, — zu der den Schritt wir lenken. — llnd droht uns noch manch' finstre Macht, — die goldne Wintersonne lacht — uns doch und führt uns weiter — dem Frühling zu. E r n st H e i t e r.

Bücherecke.

„Nieder mit Goethe!" Während die Welt sich rüstet, den 100. Todestag Goethes würdig und feierlich zu begehen, be­trachtet Prof. Dr. Max I. Wolff im Februarheft von Vel- hagen u. Klasings Monatsheften den Verlauf der Festlichkeiten, die 1849 zum 100. Geburtstag des Dichters veranstaltet wurden. Was Wollff aus Berlin, Dresden, Leipzig, Wien, Weimar und andern Orten an Berichten zusammenstellt, ist höchst unterhalt­sam zu lesen. Der Tag fiel in eine unglückliche Zeit. Der Katzen­jammer von 1848 war schlimm. Die Literaten haßten in Goethe den „Fürstenknecht", die Konservativen den „Heiden". Immer­hin, etwas mutzte geschehen, und in der zweiten Julihälfte war glücklich ein Festausschuß in Frankfurt zustandegekommen. Der Magistrat bewilligte 3000 Gulden, doch wurde unter dem Druck der Opposition die Summe auf 500 Gulden herabgesetzt. Auch der Preis des Festessens, der mit zwei Gulden in Aussicht ge­nommen war, mußte ermäßigt werden, um die notwendige Zahl der Teilnehmer zusammenzubringen. Die Bürgerschaft stand im Vanne Börnes, des ehrlichsten, aber auch beschränktesten Goethe- feindes. Die Zünfte und Innungen trugen Bedenken, sich an dem geplanten Festzuge zu beteiligen, auch die Schuljugend war schwierig, und die Musikkapelle der Stadtwehr war für Goethe nicht zu haben. Glücklicherweise lagen in und um Frankfurt österreichische, preußische und bayerische Truppen. Am Vorabend des Geburtstages wurde mit mäßigem Erfolg Gutzkows „Königs­leutnant" zum erstenmal aufgeführt. Nach der Vorstellung war ein Ständchen vor dem Goethehaus geplant, aber die Menge empfing den Theaterchor mit lautem Gejohle und dem Geschrei: „Nieder mit dem Fürstenknecht, nieder mit dem Erzaristokraten!" Statt der Festkantante stimmte sie „Schleswig-Holstein, meer- umschlungen" und vor allem das revolutionäre Heckerlied an. Eine regelrechte Straßendemonstration gegen Deutschlands größ­ten Dichter fand statt, und diese wiederholte sich am nächsten Abend vor feinem Denkmal. Es kam dort zu einer tüchtigen Prügelei mit der Polizei und sogar zu einem Zusammenstoß mit dem Militär. Die übrigen Veranstaltungen verliefen ohne Störung, wenn auch bei bescheidener Beteiligung. Sie wäre nach dem Urteil eines kritischen Beobachters noch geringer ausge­fallen, wenn nicht die in Frankfurt seltenen Militärkapellen eine starke Anziehungskraft ausgeübt hätten. Die bunten Uniformen taten mehr für Goethe als die Begeisterung seiner Mitbürger. — Soweit der Verfasser in der erwähnten Zeitschrift, die auch noch heute die reichste und schönste ist, die es für das deutsche Haus gibt. Velhagen u. Klasings Monatshefte haben mit dem soeben herausgekommenen Februarheft ihren Preis auf 2,10 RM. ermäßigt.

Zumpe in Amerika.

Ein lustiger Roman von Fritz Körner.

12) (Nachdruck verboten.)

~ 'Kommandos wurden ruhig gegeben, wurden ruhig aus- geführt, alles ging wie am Schnürchen und sonst war jeder sein freier Herr.

Das gefiel den Matrosen.

An ruhigen Tagen vergnügten sie sich an Bord mit allerlei lustigen Spielen.

Heute aber war man mit aller Energie beschäftigt, einen Boxring zu bauen und zwar vorn am Bug, dicht am ersten Sparren.

Der kleine Rostocker, der Jan mit dem pfiffigen Gesicht, ist der eifrigste; er hatte vom ersten Augenblick an an Anton einen Narren gefressen und war ihm beigestanden, hatte ihm alles gezeigt und sich bemüht, Anton so rasch wie möglich zu einem tüchtigen Seemann zu erziehen.

Jan kommt sich ungeheuer stolz auf seinen „Freund Anton" vor.

Er muß ihm das Boxen lehren und wenn er nach Rostock zu seiner Braut zurückkommt, dann will er ihr mal erzählen, was kein Seemannsgarn ist.

Der Anton wird Weltmeister! Das weiß er so gewiß, wie daß zweimal zwei vier ist. Und dann kann er sagen: „mein Freund, der Anton . . . wat der Weltmeister ist ins Boxen!"

Er freut sich heute schon darauf.

Anton hat Marianne Nissen schätzen gelernt. Sie ist ein munteres Mädel, das das Herz auf dem richtigen Fleck hat. Sie packt zu. In der Küche hat sich der Koch erst gesträubt, sie helfen zu lassen, aber sie hat ihn mit aller Liebens­würdigkeit genommen, und der dicke Petèr gab nach.

Und die Mannschaft spürt es, das unten in der Kombüse das „schmucke Mädel" mitschafft

Sie bessert den Matrosen die Sachen aus, ihre Hände sind fix und geschickt, und wenn es sonst nichts zu tun gibt, dann klettert sie in Matrosenhosen oben in der höchsten Ra herum und ihr schwarzbraunes Haar flattert im Winde.

Dann schauen die Matrosen ganz stolz zu ihr empor und winken ihr zu.

Anton hat sic als gute, immer fröhliche Kameradin kennen und schätzen gelernt, sic erinnert ihn in ihrer frischen Art oft an seine Uschi.

Auch der Kapitän mag Marianne sehr gern. Er schmun- Lelt, Wenn er sie sieht, und sagt ihr inanchc Schmeichelei.

Marianne ist sehr offenherzig. Sie versteht jeben Spaß, ist nicht zimperlich.

„An Ihnen ist ein Junge verlorengegangen!" sagt Dropsen oft.

Dann macht sie ganz lustige, kokette Augen.

„Oh, ich kann auch sehr lieb sein!" flötete sie dann und lacht dann lustig aus voller Brust.

Marianne fühlt sich selber verwandelt. Ihr ist zu Mute, al- ob sie zum ersten Male in ihrem Leben richtig frei sei. Das frische, frohe, ungehemmte, natürliche Leben an Bord löst alles in ihr, was beengt war.

Mit Anton hält sie gute Kameradschaft.

In rührender Weise ist sie um das Wohlbefinden seines Magens bemüht, „von wegen Weltmeister!" sagt sie lachend.

Anton wehrt immer ab. „Mein Magen verträgt alles, wenn's nicht grade Ziegelsteine sind!"

Marianne weiß auch von Anton von dem Doppel­gänger, weiß, daß er verlobt ist und seine blonde Uschi über alles lieb hat.

Sie kokettiert nicht mit ihm, es ist wahrlich nichts anderes als herzliche, gute Kameradschaft. Sie ist ihm so dankbar, daß er für sie eingetreten ist und ihr die Fahrt er­möglicht hat.

*

’ Der Boxring ist fertig.

Gespannt beobachtet Jan seinen „Freund Anton", wie er ihn prüft.

Er ist glücklich, als ihn Anton für gut befindet.

Jetzt drängen alle. Sie wollen Boxen lernen!

Mit Feuereifer gehen sie daran. Selbst der dicke Koch, der „Smutje" tommt.

Anton nimmt sie in Arbeit. Er ist ein guter Lehrer. Sie sind begeistert und begreifen schnell.

Die Fachausdrücke sind ihnen nach einigen Tagen so geläufig, daß sie nur so mit „Stopper", „Uppercuts" und „Wischern" herumwerfen.

Anton macht die Sache Spaß. Unter den Matrosen sind prächtige Athletengestalten, die sich sehr geschickt anstellen und die durchaus Talent zum Boxen haben.

Auch Kapitän Dropsen kriegt Lust und Anton lehrt ihn das Boxen.

Schon zwei Tage später findet ein Match zwischen zwei Matrosen statt. Anton spielt den Schiedsrichter.

Er stellt fest, daß er noch nie eine so ernsthafte, gc« wissenhafte Zuschauermenge gefunden hat wie auf dem Schiffe.

Wehe, wenn einer der Gegner etwa Hammern will.

Über vier Runden gehen die Kämpfe.

Fast alle sind Halb- einige Schfvergewichtler.

Jan ist unglücklich. er ist der cinnae Leichtgewichts r

und hat keinen Gegner, er muß wohl oder übel mit einem Halbschwergewichtler kämpfen, er gibt sich viel Mühe und erweist sich als harter Gegner.

Marianne sieht voll Bewunderung auf die vollendete Figur des Europameisters. Nichts wirkt plump an ihm, wie gemeißelt ist alles. Anton ist das Bild eines Mannes.

Sie gesteht sich ein, so hat sie sich den Mann, den sie lieben kann, einmal vorgestellt.

Sie seufzt auf und denkt an das fremde Mädchen, bas inzwischen drüben angelangt sein dürfte. An Uschi denkt sie! Und beneidet sie ein klein wenig.

Aber nur einen Augenblick lang, dann ist's vorbei.

Und sie bleibt an Antons Seite die aufrichtige, liebe Kameradin.

Die See ist ruhig. Sie kommen nur langsam vorwärts. Zwölf Tage find sie von Hamburg aus unterwegs.

„Ob es hier Haifische gibt?" fragt Marianne plötzlich.

Anton schüttelt den Kopf. „Nein, Dropsen meint, daß man hier getrost baden kann! Wenn ich richtig über­lege ... das müßten wir einmal tun. So ein Bad im Ozean. Schwimmen können wir beide ja wie die «eehunds.

„Sie auch?"

„Aber feste! Na wie mär’s? Unsere leichte Kleidung wird uns beim Schwimmen nicht hindern. _

Er nickt ihr lachend zu und springt mit kühnem Sar­ins Meer. Marianne stößt einen Hellen, lustigen «chrei aus und springt ihm rasch nad). _

Richtig warm ist die toee und wohl eine halbe etunbe tummeln sie sich in den Fluten.

Sie schwimmen ein Stück weg, denn sie wollen sichln „Indus" einmal von weitem betrachten.

Wie sie ihn betrachten, da sehen sie ihn zum ersten „u'ue in seiner ganzen Schönheit. . ,

Haushoch ragen die Masten, wie Dome stellen h Himmel. . . v

Anton begreift plötzlich den Kapitan. dap ihm „Indus" der Inbegriff seines Seins und Lebens -A ^ö 's von den Dampfern nichts wissen will, daß er ‘ den Segler kennen mag. .

Marianne, die trotz der Kleidung ww e-n omst schwimnu, hat ähnliche Gefühle. ... „ .

Als sie wieder an Deck stehen, empfängt sie die ganze

Mannschaft jubelnd. ... ,

Marianne spürt plötzlich Amons Bück auf gch "ch.n. Die Kleidung liegt naß, eng an ihrem Körper c- u. b g die Formen in ihrer ganzen Schönheit preis.

Sie wird rot, läuft weg und kleidet hü um „Warum haben Sie mich vorhin so angejely

fragt

sie dann Anton verlegen.

(Förtsttzung folgt).