Aus Mr Arbeit Mr Küdaer MdtveMdMten.
Die SLadtväter wählten ihren seitherigen Vorstand ohne Debatte einstimmig wieder. — Eine ll.-stündige Aussprache über die Senkung der Gas- und Strompreise. — Weitere Senkungen würden neue steuerliche Belastungen der Bevölkerung zur Folge haben. — Wie verhält es sich mit der Qualität des Fuldaer Gases?
A Fulda, 22. Januar.
^ulbaer Stadtverordneten traten gestern nachmit- tag im neuen Jahre zunr ersten Male zusammen Die Taaesvrdnuna wies zunächst He Neuwahl des Vorstandes auf^ der in der seitherigen Besetzung vom Kollegium ein- stiminia und ohne Debatte wiedergewählt wurde. Sodann A™ verschiedene Anragen des Stadtverordneten Pfeiffer die sich in erster Linie mit der Senkung der städ- Tarife und der scharfen Konkurrenz, die dem selb- Mnhinpn Elektrohandwerk durch die Jnstallaitonsabtei- der Elektrizitätsgesellschaft entsteht, befaßten. Es kann begrüßt werden, daß nun endlich diese Dinge einmal i Iluß gekommen sind und von Seiten der Etadtverwal- tuna dahin gestrebt wird, die Klagen aus Handwerker- kreisen verstummen zu lassen. Hervorzuheben ist u. a. noch der Hinweis des Herrn Oberbürgermeisters auf die Folgen, die eine weitere Senkung der städtischen Tarife auf die'Finanzgebarung der Stadt haben würde. Die Aussprache brachte ferner auch eine Klärung der besonders im Dezember häufig aufgetretenen Beschwerden über mangelhafte Beschaffenheit des Gases. Auch hier ist bereits für Abhilfe gesorgt worden.
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Sitzungsbericht.
Die gestrige Stadtverordnetensitzung, zu der 26 Stadtverordnete sowie Oberbürgermeister Dr. D a u z e b r i n k und Stadtbaurat Eberlein erschienen waren, wurde kurz nach 17 Uhr vom Stadtverordneten-Vorsteher Schultheis eröffnet, der darauf hinwies, daß nach der Städteordnung der Vorstand der Stadtverordnetenversammlung alle 2 Jahre neu gewählt werden müsse. Nach Worten des Dankes an die Stadtverordneten für ihre Mitarbeit und die stets sachliche Art der Verhandlungen sprach der Redner den Wunsch aus, daß auch im neuen Jahre die Arbeit der Stadtverordneten sich zum Segen der Stadt auswirken möge. Darauf legte der Stadtverordneten-Vorsteher sein Amt nieder. Unter dem Vorsitz des Alterspräsidenten, Stadtv. Pros. Dr. Thielemann, wurde sodann zur
Neuwahl des Vorstandes
geschritten. Die Stadtverordneten erklärten sich aus Vorschlag des Alterspräsidenten einstimmig mit der Wiederwahl der seitherigen Vorstandsmitglieder Lurch Zuruf einverstanden. Es sind danach wiedergewählt zum Stadtverordneten-Vorsteher Rechtsanwalt Schultheis, zu dessen Stellvertreter Stadtv. Ed. Schmitt, zum Schriftführer Stadtv. Vogt und zu dessen Stellvertreter Stadtv. T a u b e l. Stadtv.-Vorst. Schultheis dankte nach erfolgter Wiederwahl für das entgegengebrachts Vertrauen. Er hoffe, daß er sein Amt auch weiterhin zur Zufriedenheit der Stadtverordneten verwalten könne. Als 3. Punkt stand die Wahl eines Beamten zum Schriftführer und die Wahl seines Stellvertreters auf der Tagesordnung. Die Stadtverordneten wählten auf Vorschlag des Vorstehers Stadtobersekretär Hammer und Stadtsekretar A tz e r t wieder.
Da nach der Schiedsmannsordnung die Schiedsmänner und deren Stellvertreter alle 3 Jahre neu zu wählen sind und diese Frist am 31. Dezember 1931 abgelaufen war, wurde die
Neuwahl der Schiedsmänner
und ihrer Stellvertreter erforderlich. Stadtv. Richter schlug die Wiederwahl der seitherigen Schiedsmänner und ihrer Stellvertreter vor. Die Stadtverordneten stimmten sämtlich diesem Vorschläge zu. Für die Jahre 1932, 1933 und 1934 sind somit folgende Herren zu Schiedsmännern bzw. Schiedsmannsstellver- gew Mt :
1. Stadtbezirk: Lehrer i. R. Andre (Stellvertreter: Schlossermeister Böschen).
2. Stadtbezirk: Schneidermeister Fritz Bolender (Kaufmann Franz E a m m e r e r).
3. Stadtbezirk: Kaufmann Josef Göller (Kaufmann Adolf Ruland).
4. Stadtbezirk: Elasermeister Traut (Fabrikant Karl König).
5. Stadtbezirk: Schlosser Karl Vogel (Buchdrucker Konstantin Fuchs).
6. Stadtbezirk: Dreher Emil Fessel (Werkmeister Johann Merten s).
7. Stadtbezirk: Rechnungsführer Vinzenz Weißmüller (Prokurist Emil Hagedorn).
Sodann ergriff Oberbürgermeister Dr. Danzebrink das Wort, um zu folgenden
Anfragen des Stadtv. Pfeiffer (Ztrm.) Stellung zu nehmen.
1. Wie hat sich die Umwandlung des Ueberlandwerkes in eine Aktien-Gesellschaft auf die Stellung der Stadt Fulda als Hauptkonsument des elektrischen Stromes ausgewirkt?
2. Welchen Erfolg haben die Bemühungen gehabt, das selbständige Elektro-Gewerbe in der Stadt Fulda gegenüber dem Jnstallationsbetrieb der Elektrjzitäts A.-G. sicherzustellen?
3. Welche Gesichtspunkte sind für das Verhalten des Elektrizitäts-Werkes gegenüber der Preissenkungs-Aktion der Reichs- regterung (Abbau des Strompreises) maßgebend gewesen?
4. Bestehen Anhaltspunkte, aus welchen Gründen in zahl- reichen Fällen Klagen über die Beschaffenheit des Gases geführt werden und wie soll sich die Preissenkungs-Aktion auf den Gas- preis auswirken?
Oberbürgermeister Dr. Danzebrink betonte hierzu, daß die Struktur des Fuldaer kommunalen Ueberkandwerks im Jahre 1929 eine grundlegende Aenderung erfahren habe. Der Betrieb wurde vom kommunalen Zweckverbnnd in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Diese Umstellung erfolgte in der Hauptsache deswegen, um in eine engere Fühlungnahme mit der Elektrizitäts- geseUschaft Mitteldeutschland in Kassel zu kommen. Es wurde deshalb für das Fuldaer Ueberlandwerk dieselbe Gesellschaftsform gewählt, auf der das Kasseler Unternehmen beruhte, eben die' Form einer Aktiengesellschaft.
Die Verbindung der beiden Unternehmen geschah in der Weise, daß sie" gegenseitig für 1 600 000 Mark Aktien übernahmen.
Der gegenseitige Einfluß der beiden Unternehmungen ist somit gleich stark, was auch in der wechselseitigen Entsendung vyn je zwei Vertretern in die Aufsichtsräte und in der Festlegung einer D i v i d e n d e n g l e i ch h e i t zum Ausdruck kommt. Eine gegenseitige Uebervorteilung ist somit ausgeschlossen.
Welche Stellung hat nun die Stadt Fulda innerhalb der Elektrizitätsgesellschast Fulda A.-G.?
Der Träger der Aktiengesellschaft ist der frühere Zweckverband. Sämtliche Aktien verblieben im Besitze des kommunalen Zweck- verbandes. Der Vorstand des Zweckverbandes war an die Weisungen des Verbandsausschusses, der das Vertretunasorgan der im Zwtzckverband vereinigten Landkreise Fulda, Schlüchtern und Hünfeld war, gebunden. Im Jahre 1923 wurde die Stadt Fulda durch Abschluß eines Untervertrages mit dem Landkreis Fulda dem Ueberlandwerk angegliedert. Auf Grund dieses Vertrages zwischen Landkreis und'Sütbt Fulda regelt sich der Einfluß auf die Geschäftsführung der Elektrizitütsgesell- Wut. Stadt und Landkreis Fulda waren im Verwaltungsausschuß gleich stark vertreten, während im Vorstand des Zweckverbandes die Stadt nur einen Sitz (Oberbürgermeister) und die Landkreise je zwei Sitze inne hatten. Der Aufsichtsrat der neuen Aktiengesellschaft besteht dagegen aus drei Vertretern der Stadt Fulda, je zwei Vertretern der Landkreise und zwei Vertretern der Landkreise und zwei Vertretern der Elektrizitätsgesellschast
Mitteldeutschland Kassel. Der Einfluß der Stadt Fulda auf die Verwaltung ist somit durch die Austeilung des tleberlandwerks vorn Zweckverband auf eine Aktiengesellschaft nicht berührt worden.
Die finanzielle Beteiligung der Stadt an der Elektrizi- tätsgrsellschaft
entspricht derjenigen des Landkreises Fulda. Die Stadt ist somit bei Berücksichtigung der Tatsache, daß sie der größte Stromabneh- mer ist, finanziell verhältnismäßig geringer als die Landkreise beteiligt.
Für die Einbringung des Ortsnetzes erhält die Stadt Fulda eine Sondervergütung von 4 Prozent der auf sie entfallenden Bruttoeinnahme an Stromgeldern. Die Festsetzung der Strompreise erfolgt für die Landkreise und die Stadt Fulda in einem Verhältnis mm 5 :4. Die Stadt ist berechtigt, die Differenz zwischen Land- und Stadtstrompreis teilweise oder ganz in Form eines Finanzzuschlaaes zu erheben, den das Werk mit einzieht und die Stadt abliefert. Der Zuschlag betrug seither 2 Pf. für die Kilowattstunde.
Zur Anfrage 2 führte der Oberbürgermeister aus, daß erst seit der Verschmelzung des Ueberlandwerks und der früheren Elektrizitätsgesellschast Beschwerden aus -Handwerkerkreisen über das Vorgehen der Installationsabteilung der Elektrizitätsgefellschaft Fulda A.-G. eingegangen sind. Es seien dieserhalb bereits Verhandlungen geführt worden, die bislang aber noch kein bestimmtes Ergebnis hatten. Auf Grund von vom Handwerksamt beschafften Unterlagen, so führte der Redner weiter aus, habe er erneut diesbezügliche Verhandlungen eingeleitet, die noch nicht abgeschlossen seien. Es müsse eine Lösung' dieser Frage herbeigeführt werben, die beiden Teilen, dem Handwerk und der Elektri- zitätsgesellschast, gerecht werde. In Fulda gleichgearteten Städten, z. B. Hanau, fei ein mustergültiges Abkommen zwischen den Elektrizitätswerken und dem Elektrohandwerk abgeschlopen worden. Dies müsse auch für Fulda erreicht werden.
Ueber die Strompreissenkung
führte Oberbürgermeister Dr. Danzebrink aus, daß das Ausmaß der Herabsetzung bereits bekanntgegeben fei. Eine weitere Senkung des Strompreises berühre unmittelbar die städtische Finanz- wirtschaft und sei deshalb ohne eine Belastung der Bevölkerung auf steuerlichem Gebiete nicht mög - I i ch. Wie das Reich die Umsatzsteuer nicht in den Rahmen der Preissenkungsaktion bringen könne, so könne die Stadt nicht auf einen bestimmten Ueberschuß aus dem Stromgelüaufkommen verzichten. Die Senkung der Unkosten bei der Elektrizitätsge- sellfchaft belaufe sich auf etwa 2.7 Prozent, während die Strompreissenkung 3,6 Prozent bis 5 Prozent ausmache Hierbei wies der Redner darauf hin, daß
die Strompreise der Stadt Fulda im Verhältnis zu anderen Städten als sehr günstig zu bezeichnen seien.
Der E a s p r e i s sei unbekümmert um das geringe Ausmaß der Unkostensenkung um annähernd 10 Prozent herbgesetzt worden. Die Einsparungen beim Gaswerk betragen etwa 5000 Mark, während die Easpreissenkung einen Einnahmeausfall von 20 000 Mark verursacht. Die Frage der Qualität des Gases fei in letzter Zeit wiederholt in der Oeffentlichkeit behandelt worden. Chemische Untersuchungen Dr. Wilkes -Fulda und des Direktors der Städtischen Gaswerke Frankfurt a. M. hätten übereinstimmend ergeben, daß der Heizwert des Fuldaer Gases den Bestimmungen des Deutschen Vereins der Gas- und Wasier- fachmänner entspricht. Die im Monat Dezember vorgekommenen Schwankungen waren auf eine vorübergehende Außerbetriebsetzung zweier Gasöfen zurückzuführen. Diese Störung sei unver- meidlich gewesen und inzwischen behoben worden. Die Klagen seien jetzt verstummt. Außerdem habe sich bei einer eingehenden Prüfung der vorgebrachten Beschwerden vielfach eine Störung in den 'Hausleitungen feststellen lassen.
Scaüiv. Pfeiffer dankte dem Oberbürgermeister für seine Bemühungen um die Beseitigung der zwischen dem heimischen Elektrohandwerk und der Elektrizitätsgesellschaft bestehenden Differenzen und betonte ferner, daß die Bevölkerung eine größere Senkung der Strompreise erwartet habe.
Stadtv. Dr. Willms (Mieterpartei) erklärte, daß sich die Senkung der Strom- und Gaspreise für die Verbraucher kaum auswirke, und es sei die Frage zu prüfen, ob die Preisherabsetzung überhaupt empfehlenswert fei, wenn sie sich auf die städtischen Finanzen so ungünstig auswirke, daß eine neue steuerliche Belastung der Bevölkerung notwendig werde. Der Redner stellte die Qualität des Gases trotz der Ausführungen des Oberbürgermeisters in Zweifel, zumal von Verbrauchern festgestellt sei, daß der Heizwert gegenüber dem Vorkriegsgas erheblich gesunken sei.
Stadtv. Plappert teilte als Mitglied der Gaswerkskom- mifsion mit, daß die meisten der vorgebrachten Klagen über die Qualität des Gases bei einer eingehenden Prüfung gegenstandslos wurden. Das Fuldaer Gas fei ein sogen. Mischgas, das aus 75 Prozent Steinkohlengas und 25 Prozent Wassergas bestehe.
Aus Seffen-Aaffau und AachdargeSicteo.
Merkblatt für den 23. Januar.
1832: Der französische Maler Edouard Manet in Paris geb. — 1840: Der Physiker Ernst Abbe in Eisenach geb. — 1931: Die russische Tänzerin Anna Pawlowa im Haag gest.
Frei wie das Firmament die Welt umspannt, — So muß die Gnade Freund und Feind umschließen. Schiller.
Wetterbericht.
Ein mächtiges Hochdruckgebiet umfaßt ganz Zentraleuropa und läßt die ozeanischen Regengebiete höchstens bis an die englische und skandinavische Küste Vordringen. Infolge der cnrfüng- lichen Ausstrahlung melden jedoch fast sämtliche deutschen Sta- ionen Nebel oder tiefe geschlossene Bewölkung, während schon die Mittelgebirge oberhalb dieser Schicht liegen und bei verhältnismäßig hohen Temperaturen heiteres Wetter haben. Die Hochdrucklage ändert sich nur äußerst langsam. — Vorhersage bis Freitag abend: In den Niederungen weiterhin meist neblig oder trübe, trocken. Temperaturen bei schwachen Winden aus Ost bis Süd um Null Grad, leichter Nachtfrost, auch in höheren Lagen vorübergehend Bewölkung. — Witterungsaussichten für Samstag: Im ganzen Fortdauer des besthenden Hochdruckwetters.
* Fulda, den 22. Januar 1932.
Fuldaer Schöffengericht.
S ch w e r e Urku n d e n f ä I j ch u n g und B c t r u g.
Um sich für den Hausierhandel, Waren zu beschaffen, fälschte der Wjährige Händler R. G. in Hilders je einen Wechsel über 68 und 50 Mari und gab sie in einem hiesigen BMW i„ Zitz- lang. Erst später stellte sich heraus, daß die Wechsel gefälscht waren. Die Beträge dieser gefäl.duen Wechsel sind -um Teil bezahlt. Wegen schwerer Urkundenfälschung und Betrugs in zwei Fällen verurteilte das Schöffengericht den Angeklagten zu 6 Wochen Gefängnis. Ob dem Verurteilten Strafaufschub eingeräumt werden kann, hängt von dem einzuzieheirden Erkundigungen ab.
V o r j i ch t h ^ i m B e ft e i g e n v o n Leiter n !
Am 21. Juni v. I. hatte der Uiiiljnge Malermeister F. I. R. in Fulda Verputz- und Anstreicherarbeiten an einem Hause in der Adalbertstraße auszusühren. 'JJiit diesen Arbeiten beauftragte der Meister zwei seiner Lehrlinge. An einer Stelle wurden zwei Leitern zusammengebunden, um an die betreffende
T^s Vorhandensein von Wassersas beeimrachtige 'Rè Qualität keinesfalls. Es ia angebracht, etwaige Klagen direkt er. Las forgE" $U lbân, hgs in allen Fällen für sofortige Abhilfe
Stadtv. Ed. Schmitt führte sodann u. a. aus, daß bisher in den e-trom-, Gas- und Wafjerpreisen eine , gewisse inoireèt' Steuer enthalten gewesen sei. Dies sei zu einer Zeit, in Ler die Bevölkerung zum größten Teile leiue städtischen Steuern zu tragen hatte, berechtigt gewesen. Der größte Teil der Bevölkerungser aber inzwischen durch die Vürgerskeuer zur Aufbringung des stadtnchen Finanzbedarss herangezogen worden, was man bei Betrachtung dieser Dinge und evtl, bei der kommenden Etataus- jtcllung berücksichtigen müsse.
Stadtv. Prof. Dr. Thielemann hob in längeren Aussüh- rungen die Monopolstellung der Elektrizitätsgesellfchaft und ihren Charakter als kommunales Unternehmen, das doch in erster Linie gemeinnützig wirken solle, hervor und trat für Anbahnung eines freundschaftlichen Verkehrs zwischen dem Heimi- ichen Elektrohandwèrk und . der Elèktrizitätsgesellschaft ein. Es könne nicht in Ser Absicht eins kommunalen Unternehmens liegen, den gewerblichen Mittelstand zu schädigen.
Stadt. Dr. Hohm'ann fragte mit Bezug auf die verhältnismässig geringe Senkung der städtischen Taiüse an ob die Verwaltung der Eleklrizitätsgesèllschafr alles getan habe, um dis personellen und fachlichen Kosten zu vermindern.
_ Stadtv. E h s e r war der Ansicht, daß die Spannung zwischen Gestehungskosten und dem von den Verbrauchern erhobenen Strompreis zu hoch sei. Man müsse über fuq oder lang doch einmal das Uebel bei der Wurzel anfassen und diese Spanne verringern. Die Bevölkerung habe eine weit größere Etrom- prersermäßigung erwartet. Der Redner bat dèn Oberbürgermeister, die Besoldung der Beamten der Elektrizitätsgesellschaft bekanntzugeben, da die Oeffentlichkeit daran ein Interesse habe In feinen weiteren Ausführungen bestritt der Redner die Gleichwertigkeit des Mischgases mit reinem Steinkohlengas.
Stadtv. Schulte regte an den Einfluß der Stadt Fulda auf die Verwaltung der Elektrizitätsgesellschaft dahingehend geltend zu machen, daß in Zukunft die angesammelten Reserven nicht verbaut oder in kostspielige Neuanlagen gesteckt werden sondern der Verbraucherschaft zugute kommen sollen.
Stadtv. Dr. Wilms kritisierte die Tatsache, daß von den Ablesebeamten des Wasierwerks hin und wieder Schätzungen des Wasserverbrauchs vorgenommen werden anstatt der genauen Feststellung des'Verbrauchs an Hand der Wasseruhr. Oberbürgermeister Dr. Danzebrink betonte hierzu, daß sich diees Verfahren manchmal nicht umgehen lasse. Es bedeute übrigens auch nicht im geringsten eins «chädigung der Wasierverbraucher wenn sie in dem einen Quartal eventuell einige Kubikmeter Wasser mehr bezahlen, die ihnen bei der nächsten 'Ablesung wieder in Airrechnung gebracht werden. Der Oberbürgermeister betonte weiter, daß eine
weitere Senkung des Strompreises nicht ohne schlimme Auswirkungen auf den städtischen Etat
bleiben könne. Zur Qualität des Caies betonte der Redner daß die Zusammensetzung des Gases vollkommen nebensächlich sei Hauptsache sei der Heizwert, und der sei bei dem Fuldaer Gas mit 4200 Wärmeeinheiten anerkannt gut. Der Oberbürgermeister erklärte auf die Anfrage Ehser, daß èr nicht befugt fei, die Ee- Haltsverhältnisse der Beamten der Elektrizitätsgesellschast be- tanntzugeben, ohne hierfür die Zustimmung des Aufsichtsrats zu haben. Die Gehälter der Beamten feien selbstverständlich ae= senkt worden, und es gebe nichts zu verheimlichen.
Stadtv. Vogel trat dafür ein, die Abbaumaßnahmen nicht zu weit zu treiben, da dann auf der anderen Seite der Stadt erhöhte Wohlfahrtskosten entständen.
Schließlich hatte Stadtv. Buden z (christl.-soz.) in einem Antrag auf die Härte hingewiesen, die in der Heranziehung der Kurzarbeiter zur Vürgersteuèr besteht, wenn sie im vorigen Jahre zwar Einkommensteuer zahlten, inzwischen aber nur ein stark geschmälertes Einkommen hätten. Stadtv. Ehser unterstrich den Antrag Budenz.
Oberbürgermeister Dr. D a n z e b r in k teilte hierzu mit, daß es rechtlich nicht möglich sei, eine bestimmte Gruppe von schonungsbedrirftigen Steuerzahlern von der Bürgersteuer zu befreien, wenn sie nach dem Gesetz zu dieser herangezogen werden müßten.
Ciue generelle Befreiung der Kurzarbeiter von der Bürgetstcuer fei, foweit sie im vorigen Jahre Einkommensteuer bezahlten, nicht möglich.
In besonders krassen Fällen könne ein Erlaßantrag gestellt werden. Außerdem sei auch die Rückvergütung der Steuer im Be- diirftigkeitsfalle über das Wohlfahrksamt möglich. Stadtv. Dr. Hohmann trat für eine summarische Behandlung derartiger Fälle ein, damit die betreffenden Kurzarbeiter leichter zum gewünschten Ziele kämen. Stadtv. V u d e n z nahm seinen Antrag zurück, nachdem Oberbürgermeister Dr. Danzebrink die weitere Bearbeitung dieser Angelegenheit zugesagt hatte.
Zum Schluß der Sitzung richtete Stadtv. Ehser an den Oberbürgermeister die Anfrage, ob es zutreffend sei, daß von Regierungsseite den Städten untersagt sei, eigne städtische Lokalitäten an staatsfeindliche Organisationen zu vermieten und ob die Stadt Fulda von diesem Erlaß auch Gebrauch machen wolle. Oberbürgermeister Dr. Danzebrink erklärte, daß ein derartiger Erlaß bestehe, und daß ihn die Stadtverwaltung selbst- verständlich respektiere. Hierauf wurde die Sitzung nach zweistündiger Dauer geschlossen. Eine geheime Sitzuna schloß sich an.
Wandfläche zu gelangen. Als nun der 18jährige Lehrling mit zwei Eimern die Leiter -hochgrstiWen war, brachen plötzlich beide Bäume der Leiter und ter Lehrlina stürzte auf den zementierten Boten. Der Junge erlitt hierbei einen Schätel- bruch und mußte 6. Wochen im hiesigen Lauderkrankenhaus -u= bringen. Außerdem ist er durch- dürfen Unfall auf dem linken Auge erblindet. Wegen fahrlässiger Körpercerlevunz hatte ter Vertreter der Staatsanwaltschasr gegen den Meister 209 Mark Geldstrafe beantragt. Mir Rüäsichr' darauf, daß er noch nicht verbestrast ist und mit RLüsichr auf die schlechten Wirr-chasts- Verhältnisse verurteilt das Schöffengericht den Beschulrigten zu 109 Mark Geldstrafe. Ratenzahlungen wurden 'ihm eingèräumt.
Triebwagen gegen Auto.
Am 14. September v. I. nachmittags gegen S3 Uhr fuhr der 25Mrige Krastwagenführer E. H. von Pilgerzell mir einem Personenkrastroagen mm Margretenhaun nach. 'Niederbieber. In der Whe des Bahnüberganges ließ es H. an der corgalr in der Beobachtung der Bahnglèife ter Rhöübahn sthlen. Das wiederholte Läuten und Pfeifen eines von Wüsten achten tem» inenden Triebwagens muß er üderbört haben, sonst hörte H. seine Fahrt«ichwindigkeit vor dem Bahnübergang reckr-eitig verringern müssen. Die Folge war, daß Las Auto beim Bahnübergang von dem daborkoNmenden Triebwagen erfaßt, 40 Dieter mitgochleift und schwer beschädigt wurde. Wegen fahrläni- ger Eifcndükniransxcrlgcfährdung hatte ter Vertreter der Saatranwaltschakt 150 Mark Geldstrafe beantragt. Das Urteil lautete auf 70 Mark Geldstrafe. Ratenzahlungen wurden dem Angeklagten gebilligt.
W egen P f a n d v e r f ch l e ppung stand der Gastwirt und Spediteur K. H. R. wen Flieden vor beni Schöffengericht. Ihm wurde -ur Last gelegt, aus dem früheren Metzger -A rsen Hau e in Flieden hie Heizkörper e:::- fernt zu haben. Da irr der gestrigen Berhaudlung^nichl einwandfrei fiAuit.'llen war, wann die Heizkörper tali.iwliw aus jenem Hauke'. geschafft wurden und da ferner,-wer Zeugenaus; sagen in Widerspruch standen, erkannte das SchoHngertKr auf Freisprechung und erlegte die Kosten der Slaatskane auf.
Im Frankfurter Schauspielhaus
wird gegenwärtig Schillers „Wa l lensiei n“ (Wallensteins Lager, Die Piccolomini. Wallensteins Tod) in der dramaturgischen Einrichtung des Intendanten Dr. Kronacher vorbereitet. Die Erstaufführung ist für Sonntag, den 31. Januar, abends 18.30 Uhr vorgesehen. Es ist also die Möglichkci gegeben, das gesamte Schillerfche Werk an einem Abend im Schauspielhaus zu sehen.