Untertialtungsblatt
Der heimliche Nachtwächter.
Skizze von Hildegard Diel.
Ehe einer sein Vaterhaus anzündet, in dem ihn die Muster'das Beten und der Vater die Freude an der Arbeit gelehrt hat, macht er Höllenqualen durch. Das erfuhr Hermann Landeck, als der Versucher, seiner Verzweiflung diesen Ausweg zeigte. Von der Stunde an war das ruhige Pflicht- hcr; des Bauern ein Schlachtfeld kämpfender Geister. Daß in Hollennächten die Dämonen siegten, war Wohl nur möglich, weil die Mutteraugen nicht mehr wachten und kein tapferes Weib die Sorgenlast tragen half. Als der Hof noch unver- schuldet und die Stirn des Bauern noch nicht so notzerfurcht geucsem hatte einmal die Liebe an sein verriegeltes Herz ge- pochst Wie Morgenrot leuchtete die Tore in sein Einsamkeils- dunkel. Aber es folgte kein Sonnenaufgang. Ein Fremder kam dazwiichcn. Seitdem verachtet der Bauer die Treulose und mit ihr alle Frauen.
Nacht umstarrt den Landeckhof. Schwere Wolken bedecken die Sterne. Am Holzschuppen, neben dem langen Fachwerk- haus, umkrampfen zwei starre Hände ein Bündel Stroh. Die beiden letzten Nächte wurde Hermann vom vorbei stampfenden -Nachtwächter verscheucht. Heute ist der Alte schon vorüber. Gut, daß fein Wind geht — der Scheune wegen. Szaski, der Ver- fitWr, riet zwar, auch die Scheune anzustecken — aber der hat kein Bâuernherz. Ob er die Dore jetzt im Arm hält? Es rocht Tanzmusik aus seiner Schenke. Die Dore, einst die reichste Bauerntochter, geht täglich hin als Aushilfe. — Ein Stern 'schleicht aus dem Himmel und verkriecht sich wieder. Das Vieh wird die Altmagd retten, denkt Hermann weiter. Er kann das Streichholz nicht zünden. Die Finger sind leblos, wie Flotte. Endlich flammt die Kerze. Wie ein Christbaumlicht — denkt er. Die Weihnachtsstube strahlt vor ihm auf. Er sieht den Vater, die Brüder, die Mutter. Ein Stöhnen löscht das Licht. In acht Tagen wird der Hof versteigert. Aber die Ver- stwcruugSsummc kann ihn retten. Zornig reißt der Bauer ein neues Streichholz an. Funken tanzen Plötzlich vor seinen Augen. Eine widerliche Verbrecherfratze starrt ihn an. Entsetzt starrt er in sein eigenes Gesicht... Da schreckt ihn ein Rascheln. Er stößt vom Boden, taumelt davon, quer über die Wiesen, nach den Linden, unter denen die Toten schlafen.
Hinter ihm gellt das Feuerhorn. Schaudernd wendet er
— und erstarrt. Flammen zerreißen die Finsternis. Muniam fasteppt er sich weiter. An der Friedhofspforte zerrt ihm das Grauen noch einmal den Kopf zurück. Da sieht er eine dunkle ©eftalt, vom Brandschein grell umrissen. Fliehen? .nein. Man mag ihn ins Zuchthaus sperren! Das Grauen vor 1t tq selbst ist schlimmer.
Er tastet sich durch die Gräberreihen. Er hat hier nur die Acutter. Vater und Brüder liegen in Rußland, geopfert für die Erde, die den Letzten der alten Familie nicht mehr nährt. Am vAutterhügel bricht er zusammen. Duckt den Kopf in den kalten ^stu. Trocknes Schluchzen erschüttert den starken Körver.
Plötzlich fühlt er eine Hand am Nacken. Verhaftet - durchzuckt es ihn. Dann streicht ihm die Hand über das Haar, wie einst im Kinderland die Mutter. „Hermann!"
, Da lehrt er auf und sieht den dorfbekannten Mantel des Nachtwachters, darüber aber — die braunen Zöpfe der Dore.
Lie beugt sich über ihn, drückt ihm ein Buch in die Hand. „Hier hast Tu mein Muttererde und Gespartes. Fürs erste rrwst s, um den Hof zu halten. Hättst früher reden sollen . "
Erstarrt i;e an, stöhnt: „Weißt nicht, was geschehen ist?" -„Hichts , wgt ste verstehend. „Hast die Kerze ja aus- gclopql. Aer Krug brennt. Der Szaski ist betrunken mit einem
Ora der Treppe gestürzt. Er soll tot sein. Hab's gehört, als ich Tw nachging." 9 v '
Erlegt atmet der Bauer auf. Aber er faßt noch nicht alles. N-Dayl Tu nicht mit dem Szaski versprochen?"
rot und schaut ihn warm an. „Er wollt', aber A drei Tagen hat er gesagt, es würde bei Dir aHnnen. Ta.habe ich vom Bartel, der krank ist, den Mantel gccorztt und bei Dir gewacht."
c, uub fafit i^re Hand. Dann senkt er i m .'wps. „Woll n loschen helfen.
, Aumm geht er neben ihr heim. Als sein Hof in Sicht e-r 'Ehen und schaut sie an. „Ist' jetzt duntte cht tat s, iinNier einen Nachtwächter bei sich haben " Lie ruckt und hilft ihm: „Brauchst eine Mutter oder eine 0'dUU . . .
»Willst mir beides fein?"
~ .c Augen der Tore leuchten wie Sterne' ^ermann.
„Ja,
oHnt^Ä s^ "^ glauben. „Willst mich wirklich mit 1 X0 alrc.i und der Lunde heute, auch wenn's 'rauskämV" n: u brauche unch erst recht", sagt sie fest. iimMf“ 'hu cin Ahnen echter Frauenliebe. Er un aßt <.as Mädchen und zieht es an sich. Die Maad dir a^5 aus dem Altenhgus tritt, erstarrt vor Staunen, daß der L-auer den Nachtwächter küßt. ' B
Unser Land.
(Nach J. L. Runebergs schwedischer Hymne)
O Land, o unser Vaterland, Du ewigjunge Braut!
Kein Berg am blauen Himmelsrand, Kein Tal, kein noch so schöner Strand Ist uns wie du so lieb und traut. Heil dir, du teurer Laut!
O unsrer Ströme Gischtgebraus, Der Bäche Silberschein;
Der dunklen Wälder Sturmgesaus; Tas Sternenmeer am Himmelshaus; Tas alles dringt so groß und rein Zutiefst ins Herz uns ein.
Hier ist uns wohl, in dieser Pracht, Wo alles uns beschert.
Welch Schicksal uns auch zugedacht, Uns ward ein Vaterland vermacht, Von uns so heiß und hoch verehrt Wie sonst kein andrer Wert.
Und hier, und hier ist dieses Land, Tie Augen seh'n es ja!
Wir können strecken unsre Hand
Und weisen froh auf See und Strand Und fingen: Seht dies Laud doch da; Nichts ist uns stets so nah!
Du Blume, noch so lknospenhaft, Bald blühst du frei und frank.
Sieh, unsre Liebe gibt dir Kraft Und Licht und Glanz und Lebenssaft.
Und unser aller tiefster Dank Soll sein der Freiheitssang.
Georn Fx^ptag-Wischmann.
Die Bekehrung.
Skizze von Kurt Winkler.
„... Weil ich der Ueberzeugung bin, daß die Vereine der Untergang unseres Volkes sind, sozusagen der Nagel zum Sarge, deshalb trete ich aus dem Verein aus."
Der also sprach, sich mit deni ross eibenen Sacktuch die schweißbeperlte Stirn trocknete und sich nun durch die Reihen der sprachlos staunenden Vereinsbrüder entfernte, war Balthasar Klubmann, Stadtrentkässenverwalter n. D., Rentier und Junggeselle. Nachdem er seine Amtsstube und seine Hauptbücher verlassen, hatte er seine bisherige Nebenbeschäftigung als Bereinsmitglied zum Hauptberuf erkoren. Er fand darin weit größere Befriedigung als in der Sorge um die Finanzen des Landstädtch^is. Die nunmehrige Tätigkeit nahm seine Zeit vollauf in Anspruch. Ein Wunder! Er war Ehrenvorsitzender des Kaninchenzuchtvereins, obwohl in seinem Leben seine Kenntnisse auf diesem Gebiete über den Genuß seines gut in Sahne gebratenen Kaninchens — seine Freunde hüteten sich, ihm den „Dachhasen" zu offenbaren — nicht gediehen waren, und trug die Würde des ersten Vorsitzenden in acht Vereinen mit Anstand. Er beschied sich in vier weiteren als zweiter Vorsitzender, lieh seine in langjähriger Berufserfahrung erworbenen Kenntnisse sieben Vereinen als Kassierer, diente drei anderen als zuverlässiger Protokollführer und hatte im übrigen alle Hoffnung auf.Bc- förderungsgelegenheit vom einfachen Mitglied zum Besitzer eines Vorstandssessels dort noch nicht aufgegeben, wo inan unter frevelhafter Verkennung seines Wertes sich zu seiner Erhebung noch nicht entschließen konnte.
Dabei war Balthasar Klubmann weder ein Streber noch ehrgeizig noch etwa selbstsüchtig. Er hausierte mit Konzertkarten für seine Männerchöre, kittete zerschlagene Kegel zum Heile der Kasse seines Kegelklubs und brütete jeden Vormittag über dem einigen Entwurf der ihm übertragenen Denkschrift des Verkehrsvereins gegen „Sie Gefährdung der Eigenart der Kuhgasse durch den Automobilverkehr". Sein Amt als Vorsitzender des „Vereins für bessere Geselligst" verlangte häufige Zeugentätigkeit in Beleidigungsprozesjen seiner Vereinsbrüder und -schwestern vor Schiedsmann und Gericht, und der Dilettantenklub „Maria Stuart" schätzte ihn als trefflichen Dramaturgen und Regisseur, Bühnenmeister und Beleuchtungsinspektor, während der Rauchklub „Kvidenkopp" dem guten Balthasar die einlaufenden bemusterten Offerten zur praktischen Probe überlassen konnte, ohne mit Arzthonoraren belästigt zu werden und ohne um den Gesundheitszustand des Rauchwartes besorgt zu sein. Balthasar Klubmann sprang in die Schanze, wo ein Svruna
Krieg im Dschungel.
Abenteuer in den Bergen Oberburmas. — Auch eine Sizili- anische Vesper. — Die tragischen Folgen eines Mädchenraubes.
Von Cyril Hopwood.
Jahren gab es noch da hinten in Oberburma ein Stückchen Land, das sich der Macht der englischen Behörden entzog ^und den benachbarten Verwaltungen manchen Kummer
Einer der schlimmsten Störenfriede war ein alter Häupt- nug aus dem Stamme der Tschin namens Biru, der über ein Paar, rund 2000 Meter hoch gelegene Dörfer herrschte. Er wollte seinen Machtbereich über das ganze Stückchen Land ausdehnen. Das war ihm auch insofern gelungen, als er sich den in der Ebene wohnenden Stamm der Bahe tributpflichtig gemacht hatte. a
^öer schließlich hat auch die Geduld des friedliebendsten Völkchens ein Ende. Der Krieg brach eines schönen Tages aus, als ein Heutetrupp der Tschin unter Führung von Virus Steffen ein paar Bahes überfiel, die durch den Dschungel ^nen Pfad zu ihren Feldern in den Hügeln hauen wollten. Tie Strauchdiebe raubten die Tochter des Bahe-Häuptlings.
Ter Bruder der Entführten, ein wahrer Riese, Platzte veinckhe vor Wut, trommelte seine Leute zusammen und jagte hinter den Räubern her. Diese, durch den Widerstand ihrer Gefangenen behindert, wurden überholt, und der Bruder Vlies Virus Neffen mit einem Pfeil das Lebenslicht aus. Die anderen T;chin ließen die Geraubte fahren und flohen mit dem Toten in ihre Berge.
Mot ^b^.Sohn des Bahe-Häuptlings war es freilich nach S m$f ganz wohl in feiner Haut. Er wußte, daß ot nicht lange auf die Rache der Tschin zu warten brauchte. Die Bahes wandten sich deshalb an die Regierung von Vurma, doch ihnen wurde geantwortet, sie müßten sich cnt- ” “ Gebiet begeben, das von englischen Behörden Ver- 'E hätten ihren Streit allein auszufechten.
Tu Bahes wollten aber nicht den letzten Rest ihrer Un- aufgeben. So verlegten sie wohl ihr Dorf s âar an die Grenze des von den Engländern beauf' i^èn ^H ohne dieses selbst zu betreten. Sie - V aus dem Sudufer des Kaladanflusses nieder und mbbib?eC^ei^ Meter reißenden Wassers zwischen sich Hana neue Dorf wurde an einem felsigen
- E und augerdem mit einer doppelten Palstade mèiserscharf zugespitzter Banibusstäbe umgeben ' Bahes^iwe?iiin"u ^ ^Zeit näher, da die Tschins von den wollte biete Èr '^V^ einzufordern pflegten. Biru nehmen ^^^'M auf eine neue Art vor- erlnber" ."blich ein halbes Dutzend „Steuer- füK er sich selbst an die Spitze von herunter Bewaffneten und stieg von seinen Bergen Nackrilbi ^?^e er es sich angelegen sein lassen, die deuten berbreiten, er wolle dem englischen Superiuten- DnrM .^erdawcan einen Höflichkeitsbesuch abstatten.
glaubte er die an sich etwas ängst- Persönliwe^ ^"'chuchtern zu können. Er meldete sein höchst an, und die Bahes bereiteten alles ^ gefürchteten Gastes vor. Aus dieser Tat- Balies oewnnn^ ermessen welcheu Einfluß Biru über die Widerstand hatte, die je^t — nach sechsmonatigem beuge? & ~ ^tt waren, sich wieder seiner Herrschaft zu den labefS ^ seinen Leuten, und er wurde von man berhrA^ $ empfangen. Die brieten ein Rind und arobeu Abend beim reichlichen Mahl, das mit hinabgespül" wnrE' ^ ‘^^ ^ Dschm-gelbewohuer,
Er Morgen sprach Biru von den Geschäften das d!r An des Ungeheuerlichkeit des Verbrechens" so eine Sr bSS hatte, und chuf mosphäre Er wrde^ v^ Bedingungen günstige At! - Der ^erte das Sechsfache des normalen Tributs, arm und%?*» Ä Efe* ^»M üblichen Tribut uet><>^ ^^ "^^ be$al)len. Wir wollen den auch noch'eine Kub "'und'"" Bullen dazu, vielleicht ---------eine. itu^,, wb... wenn es fein muß ... noch
notwendig war, und vor allem glänzte er als punnncyer Beitragszahler.
Das sollte jetzt alles ein Ende nehmen. Balthasar Klubmann war zu dem felsenfesten Entschluß gekommen, allen Würden und Ehren zu entsagen. Er wollte sogar seinen Verschönerungsverein verlassen, der sich nun schon neun Jahre mit der Beratung seiner Satzungen beschäftigte und demnächst zur ersten Tat schreiten, nämlich die Lämmelmann-Linde pflanzen wollte. Für den so „vielversprechenden und hochbegabten, Dom göttlichen Kusse der Muse begnadeten, leider so. früh verstorbenen Sänger unserer Stadt" hatte Balthasar Klubmann sich die Inschrift für die Tafel abgerungen. Er gedachte auch sein hochwichtiges Amt als Kollektor und Glücksvogel des Lotterievereins zur Verfügung zu stellen und auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Er wollte nichts weiter sein als Balthasar Klubmann, Stadtrentkässenverwalter a. D. Seine @nt= jagungskraft ging so weit, daß er die vielen, seine Junggesellenwohnung zierenden Diplome, Ehrenurkunden, Tafelaufsätze rind Trinkhörner in die Rumpelkammer verbannte.
Ferdinande, seine hoffnungslose Braut von vor vierzig Jahren, war ihm während seines wohlverdienten Mittagsschläfchens (mit dem Kopfe auf dem Kissen „Nur ein Viertel- stündchen. Die Damen des Schießvereins.") erschienen, hoffnungslos deshalb, weil Balthasar sich schon damals im Kampfe zwischen der Liebe und der Vereinspflicht mannhaft für die letztere entschieden hatte, als er dem Junggesellenklub „Germania" beitrat. Ferdinande erschien ihm nach einer tiefgründigen Sitzung im Verein für Freunde der Forschung in der anderen Dimension.
„Balthasar", vertraute sie ihm mit energischer Stimme an, „Balthasar, Du bist ein Schaf. Nimm es mir nicht übel, aber Was kümmert Dich der Kram? Bist Du ein Mensch, der außer an Vereinsstatuten, Kassenbüchern, Protokollen an etwas anderes denkt, der anderes als Vereinssitzungen. Skatordnung, Festreden und Denkschriften im Kopfe hat?" Und mit Grabesstimme fuhr der Geist der Ferdinande fort: „Balthasar, die Vereine sind der Untergang des Volkes, sozusagen der Sargnagel."
Also hatte ihn Fräulein Ferdinande selig erleuchtet, und er ward groß in der Erleuchtung. Er übernahm die ihm anvertraute Mission nach hartem Kampfe mit dem bösen Geist. Eine letzte Arbeit hub an. Und als die letzten feierlichen Erklärungen seines Entsagens verfaßt, als Balthasar Klubmann vor den Vereinsbrüdern und -schwestern und Kameraden die chönen Worte „ ... sozusagen der Nagel zum Sarge, deshalb :rete ich aus dem Verein aus" feierlich verkündet hatte, ging :r an die Arbeit. Er erließ einen zu Herzen gehenden Aufrus pir Gründung eines Vereins der Vereinsgegner.
ätoei Bronzegongs. Nicht wahr, das ist doch genug? und wir sind dann wieder Freunde?"
„Ich lasse nicht mit mir handeln", antwortete Biru.
W.t bin tcl) notf) glimpflich mit Dir umgegangen." Der Alte schielte dabei vielsagend auf seine um ihn sitzenden Krieger, und der Bahe-Häuptling kroch ein wenig in sich zusammen. Biru sah sofort seinen Vorteil: „Ich lasse Sfr^'r— Aage Zeit zum Ueberlegen," Der Bahe-Häuptling jammerte und versprach dann, seine Leute zusammen zu trommeln, uni Mit ihnen die Sache zu bereden.
Am nächsten Tag kamen die Bahes aus den umliegenden , h^l^u zusammen. Sie waren schließlich fünfmal so stark wie Virus Trupp, und außerdem hatten sie noch den einen großen Vorteil für sich, daß sie die Sprache ihrer Unterdrücker "u§. den Bergen verstanden, diese aber nicht den $8a^e= Stalen. So konnten sie ohne Furcht bald die Erörterung der Tributfrage abbrechen und darüber sprechen, wie Biru wohl am besten aus dem Wege zu schaffen sei.
Nach vielem Hin und Her und nicht, ohne daß die Bahes manches beklemmende Gefühl verspürten, beschlossen sie, Biru
^rwger zu töten, und zwar noch in der gleichen Nacht. Dem Alten wurde gesagt, die Bahes hätten sich entschieden, seine Forderungen zu erfüllen, und die Bezahluno solle am nächsten Tag erfolgen. Die Nacht aber wâ^Min zu einem Ubschiedsmahl benutzen, und zwar solle Biru im Hause des Häuptlings der Ehrengast sein, während seine Krieger in kleinen Gruppen von zwei oder drei Mann anderweitig im Dorfe bewirtet würden.
Als die Nacht einbrach, begann das Mahl. Die Gäste wurden reichlich mit Hirsebier bedacht, das seinen Zweck nicht v Perfeb“e und die Tschins recht heiter stimmte. Sie legten
Waffen zur Seite und gaben sich ganz der ausgelassenen Fröhlichkeit hin. Schließlich stand der Bahe-Häuptling auf, um auf Virus Wohl zu trinken. " ■
Das war das verabredete Zeichen. Als Biru sich vornüber oeugre, um seine eigene Trinkschale zu füllen, hieb ihm der Sohn des Bahe-Häuptlings mit der Keule über den Kopf, daß Tschin von der Veranda herunter stürzte. Seine Landsleute folgten dem Beispiel des Riesen. Mit Speeren Keulen und Rècssern fielen sie über ihre Gäste her.
Schneller, als es sich erzählen läßt, waren sämtliche Tschins ins Jenseits hinüber befördert. Die triumphierenden Bahes trugen die Leichen ihrer Feinde zu einer Schlucht ein paar Kilometer von ihrem Dorf entfernt, und warfen sie den Aastreren zum Fraß in den Abgrund.
, Doch drei Mann waren dem Gemetzel entronnen. Es handelte sich hier um Tschin, die auf englischem Gebiete '°°h"ten und iich auf irgend eine Weise Virus ^rupp an- nicht ebenfalls geiöt7t wurden, 'n. uuäewnnt geblieben. Wahrscheinlich schonte man sie als
T& , ®”*r »™ R-rd«--m, «m E-m-d-l.
Dann begann der Verwaltungsapparat u hrnShV^ flogen »missen den umliegend.. _______ &enmn?en ^^-erung hin und her, denn dieser Ä Ä unmittelbar an der Grenze konnte nicht nu- ‘ S - ®eorr^“l1tmtffar von Nordaracan setzte sich bei- Abteilung Soldaten, fand die Ueberreste und verhaftete den Bahe-Häuptling m s s traf er auf zwei seiner Kollegen Wb^ b,e "beufalls ihre bewaffnete Macht . ®ie drei Engländer untersuchten den Fall und berich- N dann entsprechend au die Regierung. Diese bestimmte, y r Bahe-Hauptling als politischer Gefangener nach ^"^de- wo er nach zwei Jahren starb. Das herrenlose Stückchen Land aber wurde der britischen Ver- Wltutzg unterstellt, und die Bahes mußten zur Strafe 3000 Rupien bezahlen. 1
-der Friede endgültig hergestellt. Und doch habe 'ch letzt gehört, die Bahes zahlten den Tschin freiwillig wieder Tribut Dabei gibt cs Leute, die behaupten, sie verstanden die Psyche des Orientalen. '
pi arbeiten.
len Verwal