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len werden konnte, Lepper gab sogar zu, falsch informiert ge­wesen zu sein und versäumt zu haben, die Informationen nach« zuprüfen. Der Angeklagte gab dem Kläger die Erklärung ab, daß er die Beleidigungen unter dem Ausdruck des Bedauerns zurücknehme, da von seinen Behauptungen nicht das geringste wahr sei, daß er den vollkommenen Widerruf nicht nur in seinem Blatte, sondern auch in der gesamten Gießener Presse veröffent­lichen wolle und auch alle Kosten übernehme. Auf dieser Basts kam ein Vergleich zustande, der aber hinfällig wird, wenn der Angeklagte seine übernommenen Verpflichtungen gegenüber dem Kläger nicht pünktlich erfüllt.

Wetzlar, 13 Jan. (Es werden keine Steuern mehr bewilligt.) v In dem Amtsbezirk Atzbach und Launsbach haben die Gemeindevorsteher in einer gemeinsamen Tagung den Beschluß gefaßt, die von der Aufsichtsbehörde verlangte Er­höhung der Bürgersteuer, der Biersteuer und der Umlagen ein- stimmig für den ganzen Amtsbezirk abzulehnen, da die Bevöl­kerung' angesichts der gegenwärtigen Notlage zu weiteren Steuerleistungen völlig außer Stande sei.

gerechten

ern

Bad Homburg, 13. Jan. (De r Homburger Strom- streik geht weiter.) Die am Samstag durch die frank­furter Lokalbahn bekanntgegebene Senkung der Preise von Licht- und Kraftstrom hat nicht vermocht, den seit Tagen in Bad Homburg und Oberursel mit bemerkenswerter Energie durchgeführten Lichtstreik zu beendigen. In einer erneuten Versammlung der Verbraucherschaft wurde die Senkung als ungenügend bezeichnet und einmütig beschlossen, den Streik in verschärfter Form fortzusetzen, bis das Ziel einer ^^-ä-n Strompreissenkung erreicht ist. Die Namen von S sollen in Zukunst veösfentlicht werden.

Vilbel, 13. Jan. (170 000 Mark Geldstrafe und Wertersatz.) Ohne daß die Mengen ordnungsgemäß ver­bucht waren, wurden große Bestände von Mineralwasser aus der „Sportquelle" verkauft. Nach langen Untersuchungen erhob das "Kauptzollamt Gießen gegen den Pächter der Quelle und weitere Personen Anklage wegen Hinterziehung der Reichsmine­ralwassersteuer. Das Urteil lautete auf 91000 Mark Strafe und 79 200 Mark Wertersatz. Die „Sportquelle" zählt zu den sogen, illegalen Quellen, die entgegen dem hessischen Quellenschutz tiefer als fünf Meter gebohrt sind.

Hanau, 13. Jan. (Freitod eines Schauspielers.) In der vergangenen Nacht hat sich der 26 Jahre alte Schau­spieler Hans Heitzig, der seit zwei Jahren mit bestem Erfolge als jugendlicher Liebhaber am Hanauer Stadttheater wirkte, erschoßen. Die Motive, die den talentierten' Schauspieler zu dem verzweifelten Schritt trieben, sind völlig unbekannt.

D a r m st a d t, 13. Jan. (Furchtbare Familie n - tragödie in Darm st adt.) Eine Familientragödie ereig­nete sich heute nacht im Hause Heinheimerstraße 55. Der 39jäh- rige Easgebührenerheber Valentin Drohmann und seine gleich-, eitrige Frau, sowie die drei Kinder, ein zwölfjähriges Mädchen und zwei Knaben im Alter von zehn und drei Jahren, wurden heute früh zwischen 9 und 10 Uhr in den Betten des elterlichen Schlafzimmers gasvergiftet ausgefunden. Auf dem Wege zum Krankenhaus sind die beiden jüngeren Kinder verstorben. Die übrigen Personen schweben in Lebensgefahr. — Drohmann, der verschuldet ist und sich infolgedessen dienstliche Verschlungen zu­schulden kommen ließ, hat aus diesem Grunde wohl die Ver­zweiflungstat, vermutlich im Einverständnis mit seiner Frau, begangen. Die Nachbarsleute hatten noch um Mitternacht in dein Schlafzimmer Licht bemerkt und wurden heute morgen geaen 9 Uhr durch den Gasgeruch auf den Vorfall aufmerksam.

Heidesheim (Nhe'nh.), 13. Januar. (Verhinderte Zwangsversteigerung.) Hier sollten drei Zwangsver­steigerungen durchgeführt werden. In der Nacht vor dem Ver- stcigerungstermiu wurden aber im Dorfe Zettel angeklebt und vor die 'Haustüren gelegt, in denen die Bauern aufgefordert wurden, bei der Zwangsversteigeiuiw nicht zu bieten. Wer biete, sei ein Feind des schaffenden Volkes. Bei der Zwangs­versteigerung stellten sich viele Schaulustige ein, die aber kein Gebot abgaben. Nur Gläubiger boten. In zwei Fällen muß­ten die Versteigerungen vertag werden.

Gestorben:

August Müller, Petersberg, 47 Jahre alt.

Beerdigung: Samstag vormittag 9 Uhr in Petersberg.

Frau Anna Keller, Fulda, Sebastianstr. 23; 54 Jahre alt.

Beerdigung: Samstag nachm. 4 Uhr auf dem dompfarrl.

Friedhof am Frauenberg.

Hermann Anton Gutberlet, Hünhan 20, Kr. Hünfeld; 59 Jahre alt. — Beerdigung: Sonntag nachm. 2 Uhr in Hünhan.

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Die Hygiene des Taschentuches.

Von Medizinalrat Dr. Weber, Waldkirch.

R.H.V. — Das Taschentuch ist seit etwa 500 Jahren bekannt, galt aber zuerst nur als ein Luxusartikel im Gebrauch vorneh­mer Damen, bis es erst allmählich feinen ^legeszug durch die kultivierte Welt nahm und jetzt,der tägliche Begleiter eines jeden Kulturmenschen geworden ist. Ja es ist ein so allstig- licher uüd gewohnter Gegenstand geworden, dag wir uns schon gar nichts mehr dabei denken und uns kaum bewugt .sind daß es in nicht gar so seltenen Fällen zu einem höchst; gefährlichen Krankheitsüberträger werden kann. .. , ,

Wir wissen, daß wir auch in gefunden Tagen alle möglichen Krankheitskeime aus den Schleimhäuten unseres Rachens und unserer Nase beherbergen, die uns.seMt zwar nichts anhaben, die aber aus andere, besonders auf Kinder übertragen, leicht schwere Krankheiten auslösen können. Besonders gefährlich werden solche Keime, wenn sie durch einen Schnupfen aufgerut- tclt werden. Es sind das nicht nur die Erreger harmloser, katarrhalischer Erkrankungen, die wir Erkältungskrankheiten nennen, es können auch gefährliche <^ernde unserer Gesundheit und unseres Lebens darunter sein, wie z. B. die Erreger der Tuberkulose, der Lungenentzündung, der Diphtherie der Grippe, des Gelenkrheumatismus, der HirnentzunduM, der spinalen Kinderlähmung und vieler anderer. Alle solche sind sthon oft aus den Schleimhäuten der Nase und des Rachens! Gefultder festgeistellt worden und sind demnach and) als Bewohner unseres Taschentuches zu erwarten. In dem immer dunklen und war­men Gründe unserer Taschen suhlen sich diese Keime wohl und können lange lebensfähig bleiben, besonders da das Taschen­tuch ihnen auch meist den nötigen Feuchtigkeitsgehalt bietet. Für den denkenden Menschen ist »amit eigentlich schon genug gesagt, um ihn auf die richtige Handhabung des Taschentuches hinzuweisen, auf die gröbsten Mißbrauche soll aber doch noch besonders einqegangen werden. Nach dem Gebrauch soll das Taschentuch mit einiger Ueberlegung zusammengelegt werden, so daß die Feuchtigkeit möglichst im Innern geborgen bleibt und sich nicht auf das Taschenfutter übertragen kann. Ebenso soll man beim Herausziehen aus der Tasche darauf bedacht sein daß das Tuch nicht in aller Oeffentlichkeit weit entlastet und' ausgeschüttett wird, sondern man muh durch geschickte Hand­habung dafür sorgen, daß von dem Inhalt nichts verschleudert oder verspritzt wird. Deshalb soll man es auch vermeiden, durch vieles Ausspucken in das Taschentuch dessen Feuchtigkeits­gehalt zu groß zu machen. Aber immer noch besser, man spuckt in das Tuch, das man nachher sorgfältig behandelt, als auf den Fußboden, — wenn überhaupt gespuckt werden muß.

Ganz schlimm, aber leider nicht selten ist es, wenn ein Taschentuch von mehreren Personen benutzt wird. Beson­ders finden wir solche Gütergemeinschaft zwilchen Mutter und Kind, und gerade kleine Kinder finit gegen jederlei Ansteckung besonders empfindlich. Es ist eines der strengsten Gebote der Geiundheitslehre, daß die Mutter oder Pflegerin ihr eigenes Taschentuch nicht verwenden darf, um dem Kind Mund und Nase zu reinigen. Aber wie oft wird gegen dieses Gebot ver­stoßen. und sicher verdankt manches Kind seine Krankheit oder gar seinen Tod einem derartigen Mißbrauch.

Zu anderen Zwecken darf das Taschentuch überhaupt nicht verwendet werden, weder zum Abstauben der Schuhe, noch zum Abstauben der Bank, auf die man sich setzen will, auch nicht zum Abtrocknen der Hände nach dem Waschen. Der Name ^.Taschentuch" ist eigentlich nicht richtig aewählt, weil er den Verwendungszweck nicht richtig wiedergibt, und es eher als ein Universalmerkzeug erscheinen läßt. Es sollte die ältere und volkstümliche Bezeichnung „Schnupftuch" verwendet werden und nur im Sinne dieses Namens auch von ihm Gebrauch gemacht werden.

Turnen, Sport und Spiel

und

Der Boxkampf zwischen Schmeling Miekey Walker um die Schwergewichts-Weltmeister­schaft, der am 26. Februar stattfinden sollte, ist abgesagt

worden.

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Sp. Die Arbeitsgemeinschaft TSV—DT. hält ihre Ende 1931 »erlegte Perwalliingsausschiißsitzung am 31. Januar in Werüg ab. Auf bei Tagesordnung stehen u a.: Stellung der Tur», leerer zum Amateurstandpunkt der Fina, Lockerung der $c, siimmungen hinsichtlich örtlicher Wettkämpfe zwischen dn, Vereinen beider Verbände.

8p Der Schmimmverband nimmt cs mit seinen Vorberg, tungen aus Los Angeles recht ernst. Außer dem Springer, lursus in Wünsdorj, dem Olnmpiaprusungsschwimnien j, Berlin soll auch in Düsseldorf ein Kursus, und zwar sh Springer und Springerinnen, durchgesühri werden Der DSH, hofft stark, daß hieran auch die Turner, die in München gesehj haben, teilncbmcn Die Wasserbnllnationalinannschafi soll st weiteren Spielen in Berlin, im Westen und im Süden erprobt werden.

Bücherecke.

Was Paris für die Mode der Frauen ist, ist London für den Anzug des Herrn. Man wird sich nun denken, daß- th Schöpfer dieser berühmten Herrenmvde in prächtigen Paläste wohnen. Aber das Gegenteil ist der Fall, in einer bescheidk- nen Straße, in kleinen Lädchen hausen die berühmtesten Schnei-. der und Hutmacher der Welt. Ueber dieses Thema briimt die ' neueste Nummer der Münchner Illustrierten Presse (Nr. zj - einen Bilderaufsatz. — Den Alpinisten wird ein BilderartiN über extremes Eisklettern, der zeigt, wie es jetzt gelungen ist, senkrechte Eisgänge zu ersteigen, besonders interessieren. -1 Eine Bildseite führt uns nach der Mandschurei, in das Kampf­gebiet der Chinesen und Japaner. — Andere Bilder wieder be­handeln^ das Thema des Nordlichts, eine Erscheinung, die jetzt die Wissenschaft erklären^ kann.

Amtlicher Teil.

Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.

Zum Schutze gegen Maul- und Klauenseuche wird auf Grund der 88 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (Reichs­gesetzblatt S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten der § 1 meiner viehseuchen­polizeilichen Anordnung vom 19. November 1931 — Fuldaer Anzeiger Nr. 271 — wie folgt abgeändert: a) Sperrbezirk im Sinne dieser Anordnung ist Ort und Ge­markung: Döllbach,

b) Beobachtuugsgebiet im Sinne dieser Anordnung ist Ort und Gemarkung Z i l l b a ch.

§ 2.

Die vollständige hiernach erlassene viehseuchenpolizeilich^An- s ordnung vom heutigen Tage ist in der Gemeinde Döllbach orts­üblich durch Ausrufen — Aushang — bekannt gemacht worden und kann auf dem Bürgermeisteramte daselbst oder bei mir ein­gesehen werden.

Fulda, den 13. Januar 1932. .

Der Landrat: Frh. vonGagern.

Bekanntmachung.

Mit Genehmigung der Regierung — Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten, zu Kassel, übertrage ich dem Preußischen Staatsförster E i e r s d o r f in Oberbimbach die Befugnis zur aushilfsweisen Mitwirkung bei Ausübung des Jagdschutzes in den Gemeindejagdbezirken: Großenlüder, Ober- und Unterbimbach, Lütterz, Maberzell und Kämmerzell, sowie dem Forstgehilfen K e st i n g in Großenlüder die gleiche Be­fugnis für die Gemeindejagdbezirke Müs, Uffhausen, Großen- i lüder und Eichenau.

Die Beauftragung des Hilfsförsters Splettstößer (oergl. Bekantmachung vom 19. September 1931) wird ausgehoben. Fulda, den 11. Januar 1932.

Der Landrat: Frh. von Eagern.

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