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Nah und Fern

O Tic Zahl der Hundertjährigen in Preußen. Während tm Jahre 1930 in Preußen 30 Personen (7 Männer und 23 Frauen) ihren 100 Geburtstag begehen konnten, waren es 1931 nur 18 Personen (9 Männer und 9 Frauen).

O Aus offener Straße erschossen. Der Reisende Ludwig Gerl, der nach seinem Auslandspaß aus Wien stammt, wurde im Berliner Westen auf der Straße von einem Un­bekannten durch Revolverschüsse getötet. Anscheinend handelt cs sich um die Tat eines Eifersüchtigen.

O Ein weißer Hirsch erlegt. Bei Hoof in der Nähe von Kassel erlegte" ein Gutsbesitzer einen schneeweißen Zehn­ender, der nur ganz kleine Male von brauner Farbe auf dem Rücken und an den Beineu hatte. Es ist der erste weiße Hirsch, der seit dreißig Jahren in Hessen erlegt worden ist.

O Eine Schwcfcllcitung vom Sturm zerstört. Auf den Untcrharzcr Stanz- und Hüttenwerken in Oker wurde die Schwcfellcituug über der Staatsstraße von Oker nach Bad Harzburg in einer Länge von 75 Metern durch den orkan­artigen Sturm vollständig zerstört. Schwere Gitter und Eisenträger durchschlugen das Dach der Betriebsgebäudc und beschädigten die Stromleitung des Werkes, so daß ein Teil der Arbeitsräume außer Betrieb gesetzt wurde. Der Sachschaden geht in die Tausende. Die Staatsstraße wurde sofort gesperrt, da sich Säure und flüssiger Schwefel auf die Straße ergossen. Personen sind nicht verletzt.

O Brandgefahr im Mannheimer Nationaltheater. Im Mannheimer Nationaltheater wurde in der Nähe der Übungsbühne Brandgeruch wahrgenommen. Zu gleicher Zeit wurde festgcstcllt, daß cs aus verschiedenen Stellen des Bodens qualmte. Ta beim Brande des Alten Schlosses in Stuttgart vorher eine ähnliche verdächtige Rauchentwicklung wahrgenommcn worden war, ging die alarmierte Feuerwehr mit aller Gründlichkeit vor und brach an verschiedenen Stellen des gefährdeten Teiles des Baues die Böden auf. Nach langem Suchen wurde fest- gestellt, daß eine Kabine im Zwischenboden undicht war. Es waren zwei faustgroße Löcher vorhanden, durch die der Rauch in den Zwischenboden eindrang. Nach kurzer Tätigkeit der Feuerwehr war die Gefahr beseitigt.

O Zwei amerikanische Fliegerinnen tödlich abgestürzt. Vor einiger Zeit hatten zwei amerikanische Fliegerinnen, Frau Ruth Stewart aus St. Louis und Frau Debbie Stanford aus Toronto, einen überlandflng nach Newyork unternommen, waren dann aber verschollen. Man hatte ein ganzes Fluggeschwader aufgeboten, das unter den schwierigsten Umständen nach ihnen suchte und selbst ge­zwungen gewesen war, im Schneesturm notzuladen. Wie jetzt aus Harrisburg im Staate Pennsylvania gemeldet wird, hat man die beiden Fliegerinnen mit ihrem völlig zertrümmerten Flugzeug im Waldgcbiet des Sherman- gebirges tot aufgefunden.

0 Tcr Erfinder der Handgranate gestorben. Sir William Mills, der Erfinder der Mills-Handgranate, ist in London im Alter von 76 Jahren gestorben. Im Früh­jahr 1915 hatte er während einer für die Alliierten kritischen Periode feine neue Handgranate den Militär­behörden üorgelcgt und diese hatte das Modell an­genommen. Im Laufe des Weltkrieges wurden von den Alliierten mehr als 75 Millionen Mills - Handgranaten verwendet.

Börse und Handel.

Amtliche Berliner Notierungen vom 8. Januar.

* Devisenbörse. Dollar 4,20—4,21; engl. Pfund 14,40 bis 14,44; holl. Gulden 168,93—169,27; Danz. 81,92—82,08; franz. Franc 16,50—16,54; schwciz. 82,02—82,10; Belg. 58,44—58,56; Italien 21,41—21,45; schweb. Krone 80,22—80,38; dän. 79,42 bis 79,58; norweg. 78,52—78,68; tschcch. 12,47—12,49; österr. Schilling 49,95—50,05; Argentinien 1,05—1,06; Spanien 35,71 bis 35,79.

* Berliner Schlachtvichinarkt. «Amtlicher Bericht.) Bezahlt

wurden für 50 Kilogramm in Mark:

Ochsen: 1. vollfl. ausgemäsl. Höchst.

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4. gering genährte

Bullen: 1. jünaere, vollst. Höchst. Schlachtw.

2. sonstige vollsleischige oder ausgemapele 3. fleischige

4. gering genährte

Kühe: 1. jüngere, fleischige, höchst. Schlachtw.

2. sonstige vollfleischige oder ausgemäpele

3. fleischige

4. gering genährte

Färsen: 1. vollst., ausgemäst., Höchst. Schlachtw.

2 . vollsleischige

3 fleischige

Fresser: 1. mäßig genährtes Jungvieh

Kälber: 1. Doppellender bester Mast beste Mast- uno Saugkälber

2. mittlere Mast- und Saugkälber

3. geringe Kälber

Schafe: 1. MasUämmcr u. jg. Masth. <Weidemast) 2. Mastlämmer 11. ig. Masthammel (Stallmast) 3. mittlere Mastlämmer, ältere Masthammel und gut genährte Schafe

Schweine: 1. Feuschweine über 300 Psd.

2. vollst. Schweine o. etwa 240—300 Pfd. vollst. Schweine ü etwa 200—240 Pfd. vollst. Schweine v. etwa 160—200 Psd.

3.

6.

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fleisch. Scywcine o etwa 120—160 Pfd. fleischige Schweine unter 120 Psd.

Sauen

32—34

25—30

31—33

29—31

26—28

23—25

25—30

21—24

17—20

13—16

33-34

28—32

23—27

20—26

45—53

30-42

18—26

40—42

37—39

39—41

32—34

35—37

Auftrieb: 2162 Rinder, darunter 531 Ochsen, 550

30—32 22—28

29—32 27—29 25—26

22—24

23—27 19—22

15—18

12—14

32—33 26—30

21—24

20—25

50-57

32—48

20—30

38—41

36—38

44—45 41—45 38—42 35—3/

38—39 Bullen,

1081 Kühe und Färsen, zum Schlachthos direkt 58, 32 Auslands- rinber, 1830 Kälber, zum Schlachthof direkt 2, 4645 Schafe, zum SÄlachthof direkt 270, 10 547 Schweine, zum Schlachthof direkt 1503, 1532 Auslandsschweine. Verlauf: Bei Rindern lebhaft, bei Kälbern ruhig, bei Schafen lebhaft, bei Schweinen langsam.

Fuldaer Filmschau.

„Der brave Sünder".

Lichtspiele Bahnhofstraße.

Es ist heute nicht mehr notwendig, über den Lebenslauf eines der prominentesten Mitglieder des deutschen Theaters und des Films lange zu berichten. Kortners einzigartige Kunst ist heute für viele ein Begriff geworden. Als Bühnen- unv Filmschauspielr hat er unzählige Male bewiesen, wie eng er mit seinem Berufe verbunden ist. Ein Mensch, dem das Wesen seiner Kunst in die Seele gedrungen ist, dessen schöpfe­rischer Geist stets vorwärts trieb, ideenreich und abwechslungs­voll immer mit der Zeit, immer gegenwärtig war. Deshalb war es kein Wunder und kein Wagiüs, wenn man Kortner die Inszenierung des ersten Pallenberg-Tonfilms „Der brave Sünder" anvertraute. Er war der richtige Mann für diese Aufgabe: seine eminente Erfahrung pnd seine Routine hatten ihn mit dem richtigen Instinkt versehen, Starkes und Schwaches

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sofort zu erkennen, seine schriftstellerische Begabung gab ihm die Sicherheit, seinen Schauspielern ihre Pointen wirksam und an richtiger Stelle bringen zu lassen, sein technisches Können schließlich gestattete es ihm, daß er — als Ansänger in der schwierigen Arbeit des Tonfilmregisseurs — sicher und hem­mungsfrei seine Arbeit verfolgen konnte. Max Pallen­berg war ein richtiger Neuling im Tonfilm-Land. Er brauchte die sichere Führung, brauchte das Gefühl unbedingten Ver­trauens zu dem Können feines Regisseurs. Und es ist kein Zu­fall, daß gerade diese beiden Prominenten, diese beiden alten Bllhnenroutiniers ihre Arbeit in herrlichster Harmonie, in bestem Verständnis für das Vorhaben des anbern, vom ersten bis zum letzten Tage iffres Zusammenseins, beendeten. — Das Stück beginnt wie ein bürgerliches Lustspiel und fährt fort wie eine kleine Tragödie eines kleinen Menschen, und es endet wie ein Märchen, wie das Märchen von ganz guten, lieben, ein­fältigen Menschen. Pallenbergs Kunst wurzelt int Mensch­lichen, seine Bewegungen, sein Eesichtsausdruck, seine Sprache verdeutlichen (ohne Verzerrung) die Philosophie des Alltäg­lichen. Dieser Oberkassierer Pichler ist ein pedantischer, seelisch zerrütteter Mensch, ein guter Kerl, für den sein „Büro eine innere Angelegenheit von morgens 8 bis 1 und nachmittags von 2 bis 7“ ist. Pallenberg hat diese Figur nicht nur inner­lich erlebt, sondern auch mit der Gabe des Künstlers erschaut. So wird der „brave Sünder" zu einem großen Erfolg für Pallenberg!, den entfesselten Frlmschauspieler, für Kortner, den großen Regisseur, der von nun an in erster Reihe steht und für den deutschen Film. -x-

Wochenspielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus: Sonntag, 10. Jan., 15 und 20 Uhr: Im weißen Rössl. Montag, 11. Jan., 19.30 Uhr: Boris Godunow. Dienstag, 12. Jan.. 19 Uhr: Der Rosenkavalier. Mittwoch, 13. Jan., 20 Uhr: Im weißen Rössl Donnerstag, 14. Jan., 20 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Freitag, 15. Jan., 20 Uhr: Im weißen Rössl. Samstag, 16. Jan., 20 Uhr: Madame Butterfly. Sonntag, 17. Jan., 15.30 Uhr: Peter- chens Mondfahrt; 19 Uhr: Tannhäuser.

Schauspielhaus: Sonntag, 10. Jan., 15 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; 20 Uhr und Montag, 11. Jan., 20 Uhr: Jim und Jill. Dienstag, 12. Jan., 20 Uhr: Fuhrmann Henschel. Mittwoch, 13. Jan., 20 Uhr: Dienst am Kunden. Donners­tag, 14. Jan., 20 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Frei­tag, 15. Jan., 20 Uhr: Jim und Jill. Samstag, 16. Jan., 20 Uhr: Dienst am Kunden. Sonntag, 17. Jan., 15 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick; 20 Uhr: Dienst am Kunden.

Kirchliche Nachrichten

Schloß Bieberstein. Sonntag, Len 10. Jan. vormittags 9.15 Uhr: Pr ed i gtgottes d ien st» Pfarrer Reichard.

Evangelische Kirche Gersfeld.

1. Sonntag nach Epiphanias, den 10. Januar 1932. 10 Uhr Gottesdienst mit Liturgie und Predigt (Pfr. Langheinrich). 11.30 Uhr: Kindergottesdienst im Dialonisfenheim. 4.30 Uhr: Evangelische Rhöngilde im Pfarrhaus. 8 Uhr: Jungmädchen­verein im Dialonisfenheim.

Dienstag, 12. Januar, 8 Uhr: Posaunenchorübungsstunde im Pfarrhaus.

Donnerstag, 14. Januar, 8 Uhr: Gemischter Chor im Pfarr­haus.

Gottesdienste in den Gemeinden Hettenhausen und Dalherda.

Sonntag, den 10. Januar 1932 (1. Sonntag n. Epiphanias). Hettenhausen: Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. 1 Uhr: Christen­lehre.

Dalherda: Vorm. 10.30 Uhr: Gottesdienst.

Verantwortlich für die Schriftleitung: Christian 6 e i p eJ.

Gestorben:

Josef Dimmerling, Großenlüder, 76 Jahre alt.

Beerdigung: Dienstag vormittag 9.30 Uhr in Großenlüder.

Geboren:

Ein Sohn dem Oskar Hillenbrand und seiner Ehefrau Rosa Sophie geb. Grube, Hattenhof.

Ein Sohn dem Hermann Bug und seiner Ehefrau Anna geb. Goldbach, Hattenhof.

Ein Sohn dem Eduard Schneider und seiner Ehefrau Josepha geb. Schnell, Giesel.

Ein Sohn dem Ero Paulo und seiner Ehefrau Josephine geb. Borchus, Neuhof-Opperz.

Ein Sohn dem Hermann Möller und seiner Ehefrau Margarete geb. Graul, Neuhof-Opperz.

Zwei Söhne dem Ferdinand Quillmann und seiner Ehefrau Katharina geb. Zinn, Hettenhausen.

Eine Tochter dem Bernhard Kreß und seiner Ehefrau Therese geb. Sauer, Rückers.

Eine Tochter dem Förster Timpert und seiner Ehefrau Ottilie, Eiesel.

Eine Tochter dem Malermeister Leo Schneider und seiner Ehe­frau Auguste geb. Vomberg, Eichenzell.

Verlobte:

Leonhard Teurer, Mittelkalbach, und Lina Lauer, Niederkaibach. Friedrich Werner, Mittclkalbach, und Rosa Wagner Obernüst. Hermann Sippel und Martha Möller, beide in Neuhof-Opperz Gregor Vogel, Neuhof-Ellers, und Anna Diegelmann Neuhof- Opperz.

Damian Schlercher, Rommerz, und Anna Schmitt Jossa Franz Schad, Rommerz, und Lioba Kreß Magdlos August Füller, Flieden, und Klara Sorg, Keutzelbuch Wilhelm Hartung, Rückers, und Maria Lauer Struth bei

Flieden. ’ ’

August Henkel und Rosa Neidert, beide in Flieden Gustav Henkel und Rosa Vagus, beide in Flieden ^uguft Ärefi, gtuben unb Martha Neuland, Struth b. Flieden. Josef Betz und Karoline Diegelmann, beide in Flieden. Damian Wiegand und Bertha Klug, beide in Flieden.

Joseph Buch unb Anna Quell, beide in Eichenzell ^itbelm Kohf wnd Maria Hutsch, beide in Eichenzell. Aust Schmitt, Engelhelms, und Maria Leibold, Eichenzell. Richard Muller und Paula Böhm, beide in Eichenzell Hermann Schäfer, Eichenzell, und Paula Ban Welkers

Vermählte:

Heinrich Wagner, Heimatshausen, und Anna Müller, Hetten­hausen.

^Hartmann, Hattenhof, und Hedwig Heiner, Kerzell, ^osef Ruppert, Neuhof, unb Rosa Hornung, Hattenhof.

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