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|- etwas ähnliches. Trotz des Waffenverbotes geht es ja heuiè ohne eines Revolver kaum. Anfilmen, ,RomaneN.„ PÜ^âr- stücken knüllt's immer. Sogar in den Rttterstân aus der B«r- cinslnihne tragen manche Kreuzritter chren Revolver Und wer sich dafür intMssiert, kann sich, nach dem neuân Lehrbuch Mstgase für dèn Hausgebrauch selbst hersichen. Das Buch ist inzwischen beschlagnahmt worden - «bet -mm* es i|t m ■ den standen einiger Hundert W-ßbeg-criger. (Zur Forderung der Volksgemeinschaft nicht gerade geeignet!) -

«Vit wollen uns alle abergläubischen Halluzinationen im neuen Jahre abgewöhnen und deshalb auch annehmen, daß wir nunmehr Regenschirme und Eummimanrel wieder in den Schrank Assen können. „Nach dem stürmischen Dreikönigstag - ist der Regen ins Hochwassergebiet abgeflutet, über. fruchtbares Useraeländè getreten und hat in mancher deutschen Ecke sozu- ; sagen ein Nildelta geschaffen. Ueberall Ueberschwemmung,,- nur in unseren start strapazierten Geldbeuteln und Snef= konnte ich einen Blick in die Züge werfen, die die Scharen der Wintersportler heimwärts brachten — Hanau, ^Ottenbach und Frankfurt zu — sogar einige echte „Meenzer" waren darunter. Die Gepäcknetze bogen sich unter der Last der Rode'siblitteN und der langen Schneeschuhe. Die gemeinsame Enttäuschung in den Rhönbergen einte die Reisenden in allen M Abteilen. —' Aber sie tragen der Rhön nichts nach! Der Winter ist schließlich noch lange — und die Reichsbahn, gewitzigt durch das gute Weihnachtsgeschäft, wird wegen verlängerter 'Rückfahr- " karten, Tarifsenkung usw. zur gegebenen Zeit mit sich reden I lassen! Inzwischen wird der Regen hoffentlich die letzten ff Reste von Asche und Kartoffelschalen aus den Straßen Fuldas

M hinweggespült haben! A. M.

Die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau.

Sprunghaftes Ansteigen der Arbeitslosenzahl.

Frankfurt a. M., 8. Jan. Ueber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.: Während der letzten Dezemberhälfte ist die Zahl der Arbeitsuchenden sprunghaft 'angestiegen; das ist zum Teil auf den üblichen saisonbedingten Rückgang der Be­schäftigung in Landwirtschaft, Steinindustrie, Baugewerbe und Berkchrsgewerbe zurückzuführen. Aber auch durch das Frost­wetter mußte eine größere Anzahl Arbeitskräfte freigesetzt wer­den. Die Forstwirtschaft hat den Holzeinschlag zum größten Teil schon beendet, sie entließ ebenfalls zahlreiche Arbeiter. Ferner ist die in diesem Jahre sehr schwach in Erscheinung ge­tretene konjunkturelle Belebung in den meisten Berufszweigen, beispielsweise in der Tabakindustrie, im Bekleidungsgewerbe und in der Lederwarenindustrie, schon wieder abgeflaut, so daß auch bei diesen Gruppen umfangreiche Zugänge zu verzeichnen waren. In der Metallindustrie ist die Arbeitslosigkeit stärker gestiegen als zuvor (Zunahme 3722 oder 6,9 Prozent); in den Angestelltenberufen ist es gleichfalls zu zahlreichen Entlassun­gen gekommen. Die Zunahme an Arbeitsuchenden betrug in dieser Berichtszeit 18 556 oder 6 Prozent (in der Vorberichtszeit 9360 — 8,1 Prozent). Insgesamt wurden am Jahresschluß 329 847 Arbeitsuchende, darunter 52 073 Frauen, gezählt. Die Zahl der HauptUnterstUtzungsempfänger in der Arbeitslosen­versicherung stieg um 9481 oder 11,7 Prozent auf 90 514,. In Krisenfürsorge befanden sich 84185 Hauptunterstützungsemp- Zäpger, also 4762 oder 6 Prozent mehr als am 15. Dezember.

Einzelrichtersitzung.

Zwei Wochen -Gefängnis! für öffentliche

B e -a m ke n b e l e id ig u tu®.

Der 47jährige frühere Landwirt A. H. in Reuenberg hatte so- H wohl den Gemeinderechner I. als auch den jetzigen Bürgermeister seines Ortes und den Herrn Landrat zu Fulda durch üble Nach- / reden öffentlich schwer beleidigt, so daß er sich gestern diefer- 8 halb vor dem Einzelrichter zu verantworten hatte. Der Ange­klagte erklärte in der Verhandlung, in Wahrung berechtigter V Interessen gehandelt zu haben, worauf ihm erklärt wurde, daß . er hierzu andere MuWahmen hätte ergreifen müssen. Mit ^Rücksicht darauf, daß der Angeklagte in schlechten Vermögens- ■ Verhältnissen lebt (sein gesamtes Anwesen ist kürzlich durch g Zwangsversteigerung in anderen Besitz übergegangen), wurde * er wegen öffentlicher Beamtenbelcidigüng zu zwei Wochen Ge- . sonanis verurteilt. Der Arbeitstenor soll nach Erlangung der 8 Rechtskraft am Gemeinde breit in Neuenberg angeschlagen werden. H. will gegen das Urteil Berufung ernteten.

D e r A sch e e i m e r als W u r f g e s ch o ß.

^ , Zwischen den Eheleuten St. und ihrem Mieter W. besteht seit langem ein sehr gespanntes Verhältnis. Es schwebten auch vor Dem Mietsgericht zwischen beiden Parteien Prozesse. Am 24. September v. I. ging gegen 7 Uhr früh das Dienstmäd­chen des W. nach einem oberen Stockwerk die Treppe hinauf, Ium Brötchen -a-bzullefern. Auf der Treppe kam Frau St. dem Mädchen mit zwei gefüllten Aschebehältern entgegen. Es kam -wischen den beiden zu einem kurzen Wortwechsel, der schließ- ich damit endete, daß die Ehefrau St. dem Dienstmädchen einen ■t Äscheeimer ins Gesicht warf, wobei nicht nur die Getroffene «stark beschmutzt, sondern auch ihr Nasenbein erheblich in Mit- ;lcidenschaft gezogen wurde. Das Mädchen konnte der Verletzung wegen einige Wochen keinen Dienst tun. Frau St batte sich Wnun gestern wegen dieses unangebrachten Wurfes vor dem Ein- Mizelrichter zu verantworten, wobei sie sich sehr erregt zeigte so M (daß die Verhandlung erschwert wurde. Da nach Ansicht 'des s Gerichts der Wurf nicht aus Notwehr geschehen war, wurde Ä itie Angeklagte wegen gefährlicher Körperverletzung zu 30 Mark I ' Geldstrafe verurteilt. ,

Die Fol g e n- eines A u t o u n f a l l s.

. Am Kirchweihünontag v. I. fuhr gegen M Uhr -abends- der j22jährige Kraftwagenführer J. R. aus Fulda mit einer Taxe 'nach Maberzell. In der Nähe des Therefienheimes wurde sein Wagen von einer anderen, ebenfalls von Fulda kommenden 'Taxe überholt. Hierbei ist zweifellos das von R. gesteuerte Auto zu weit nach rechts gedrängt worden; denn von mehreren Fußgängern, die sich auf " dem Sommerweg befanden, erhielt ein 23jadriger Landwirt aus Besges einen heftigen Schlag von Ms Auto, so daß er zur Seite flog. Durch diesen Sturz erlitt der junge Mann einen Armbruch, der bis jetzt noch nicht völlig geheilt 'ist. Wegen fahrlässiger Körperverletzung und Ueber- tretung der Derkehrsvorschriften wurde R. zu 40 Mark Geld­strafe verurteilt. /

Berge H e n g c g e n d a s K r a f t l i n i e n g c s e tz.

Der Händler V. aus Friesen-Haufen- hatte sich gestern erneut wegen eines Vergehens gegen das Kraftliniengefetz vor dem Richter zu verantworten. ' Es wurde ihm zur Last gelegt, wie­derholt zwischen Frieorchauserr und Fulda Personen gegen Ewt- geld mit seinem Lieferwagen befördert zu haben. Von verschie- z denen Zeugen aus Friefenhaufen! wurde bekundet, daß sie teils 8 ohne, teils gegen EntDeld von V. befördert wurden. Es sei schon üblich geworden, am Schrweinemarkt in B's Auto zu f steigen, weil man wußte, daß man damit billiger nach Friesen- Haufen komme als mit der Kraftpost. D. wurde zu 86 Mark - Geldstrase verurteilt, wogegen er Einspruch erheben will.

Der g e m e i n f a m c n M i ß h a n d I u n g a n g e l lagt

I waren die arbeitslosen Brüder Jos. und Joh. Ad K. aus Fulda, Sie waren nachts gegen %12 Uhr von dèr Löherstratze nach der

I Truchseßstratze gegangen. Dort brach Jef K. plötzlich zusammen, ' M«v um sich und blieb einige Zeit auf der Erde liegen. Als er dann wieder ausgerichtet wurde-und sich umsah, eilte er so- I fort auf den auf dem anderen Bürgersteig stehenden I. G. von I hier zu, der dort stehen geblieben war, um zu sehen, was mit I K. geschah. Ohne besonderen Anlaß packte K den G. im Nacken, ff «arf ihn zu Boden und veretste ihm heftige Schläge. Es- eilte Daraus eine Polizeistreife herbei, die den schwer blutenden G. nach seiner Wohnung brachte. Es wurde in der gestrigen Ver- I Handlung! vor dem E'mgelrichter 'festgestellt, daß sich Ich. Ad. K. f "u den Mißhandlungen des E. nicht beteiligt hatte. Er wurde r deshalb freigesprochen. Das Verfahren! gegen Jos. K. wurde vertagst da durch einen Sachverständigen festgestellt werden soll, I er sich etwa in einem Zustand befunden'haben könnte, der I stine freie Willensbostimmung ausschloh.

Ei n Lehrgeld.

Weil der 27zahrrge Schlosser H. M. aus FulFa am 21. No­vember p. I, gegen %6 Uhr abends mit eimm nichlbeleuch- teten KleiMaftrad auf der verkehrten Straßenseite gefahren war, wurde er zu 6 Mark Geldstrafe verurteilt.

Freisprechung erzielte der Reifende W. aus Fulda, der der llnterfchlagung einer Besteckgarnitur beschuldigt war. Es stellte sich heraus, daß die Garnitur inzwischen der Lieferantin voll bezahlt mürbe.'

. GchlaHttag.

Nach Martini ist gut schlachten, besagt eine alte Regel, aber davon abgesehen, ist der Schlachllag dadurch ausgezeichnet, daß er an keinen festen Termin gebunden ist, sondern reihum geht. Wer viele gute Nachbarn und einen widerstandsfähigen Magen hat, der kann dieses fröhliche Fest im Laufe des Winters ein dutzendmal oder noch öfter feiern, nur muß er sich Dabei in acht nehmen. „Lang nur zu, Vetter/' heißt vielfach die freundliche Einladung, „du wirst mir heut nichts schuldig!" Das bedeutet nämlich, daß man sich Vorbehalt, das, was einem der Vetter abfuttert, wieder zuzufuttern, wenn Die Reihe zum Einladen an ihm ist, und ebensoviele Male, wie man selbst reihum ißt, hat man sich Gäste zum eigenen Schlachten einzuladen oder eigentlich noch mehr. Denn dann kommen auch die Gäste aus Der Stadt dazu, die zu Hause nichts zu schlachten haben; außerdem erscheinen auS dem Dorfe allerhand Jugendliche, die es sich nicht entgehen lassen wollen, bet diesem üppigen Schmause mitbedachi zu werden und die Daun auch ihr Teil Meyelsuppe mit Well­fleisch oder Grüysuppe mit Beutelwurst vergnügt ge­nehmigen, nachdem man sie zuerst mit einer Wurst mit Sägemehlsülluna gefoppt oder ihnen in Den mitgebrachten Topf Die Gurgel und Die Galle geschmuggelt hat.

Ein richtiges Schlachtessen ist fett und reichlich, darum muß Der Magen mit geeignetem Getränk geschmeidig er­halten werden, und meist stärkt man sich schon, wenn früh­morgens Der Schlächter ins Haus kommt, mit einem ent­sprechend kräftigen und mit altem Korn angefeuchteten Frühstück. Der Schlächter hat um diese Zeit alle Hände voll zu tun und kommt viel herum, Darum steckt er voller Neuigkeiten und Späße. In manchen Gegenden ist er es Dann auch, Der beim abendlichen Hauptschmaus Den ersten Vers des „Meyelfuppenliedes" anftimmt, von Dem eine Der bekanntesten Fassungen mit Dem Lobe des Borsten­tieres anhebt:

Die Sau, das Schwein, Ist rauh, ist sehr!

Und dann geht es hoch her. Eigentlich hat es Da8 Schlachtfest aus Dem Gewissen, daß Der deutsche Bauer ganz zu Unrecht als ein gewaltiger Esser vor Dem Herrn verschrien worden ist. Denn bei dieser Gelegenheit wird einmal wirklich nicht gespart, sondern, wie es Der Dichter Otto Ernst so schon gesagt hat, es muß ausnahmsweise auch einmal die pedantische Ordnung des VerdauungZ- systems gestört werden.

Aber wer, wozu manche fremden Gäste geneigt sind, danach die allgemeine Lebenshaltung unserer Landbevölke­rung beurteilt, Der irrt sich gewaltig. So leben sie nicht alle Tage, sondern nur, weil es Schlachtfest ist und hier das tüchtige Einhauen in Die leckeren Gaben nach alter Sitte dazu gehört. Schon am nächsten Tage macht Die Frau des Hauses einen genauen Überschlag über die neuen Würste, Schinken, Speck- und Rauchfleischseiten, die in Der Räucherkammer hängen, und Die in sehr abgemessener Ein­teilung lange Monate reichen müssen. Das überrechnet sic, während sie am anderen Tage noch Pakete zurechtmacht für alle die Verwandten und Bekannten und Die Gaben auëteilt für Die Ortsarmen, die auch wissen müssen, daß Schlachtfest gewesen ist.

Stenerkalender der Stadtkasse.

Bis zum 15. Januar 1 932 sind folgende Steuern an die Stadtkasse zu zahlen:

1. Geiverbelohnsummensteuer und Handelskammerbeitrag von den in den Monaten Oktober, November und Dezember 1931 gezahlten Löhnen und Gehältern unter Vorlage der aus- gefüllten Lohtlfummensteuer-Erklärung.

2. Grundvermögenssteuer für Januar 1932.

3. Hauszinssteuer für Januar 1932.

Kommen die Steuern n a ch dem 15. Januar 1932 zur Ein­zahlung, so sind ab Fälligkeit die gesetzlichen Verzugszinsen. — 12 u. H. jährlich — zu entrichten.

Die Heimat in der Kunst.

Zwei Gemälde und zwar „Rhönblick" und „Partie am Frauenb erg" hat Kunstmaler Pfister int Schau­fenster der Hof-KunsthanblunA Äloys Maier zur Schau ge­stellt, die beide bas besondere Interesse der Passanten jür sich in Anspruch nehmen. Und das mit Recht, denn die Schöpfungen lassen in ihrer künstlerischen Vollendung keinen Wunsch offen. Bei dem R hö »bild ist der Künstler inbezug aus „Stim­mung" einmal bewußt vom Alltäglichen abgewichen und hat die Hügelkette in dem Glanz der goldnen Avenosc ute er Mei­nen lassen; die so gegebene Beleuchtung mutet an wie bas Alpenglühen. Herr Pfister hat hier insbesondere der Wieder­gabe der Landschaft nach der Natur, je wie sie das Auge schaut, Rechnung getragen. Im Vorder zruade wirkt der in Spachtelmanier " äusgearbeitete Hohlweg, ter Eingang zum Dorfe ^Steinau, äußerst plastisch. Einen originellen Faiben- konstrast bemerkt man in den die rechte Staffage bildenden dunrten und glutroten Tannen. Während das der Bergkette vorgelagerte Wiesental nrch gerade von den Ausläufern Der 'Sonnenstrahlen bestrichen wird, ist das vordere Grünland durch die über Schloß Bieberstein lagernde dunkle Wolke von Der Sonne absorbiert. Im Mittelfelde erscheint Die „Reinhardts- oder Rippertsmühle" als der ruhende Pol in Der ganzen Landschaft. Der Künstler hat hier zweifellos eine harmonische Wirkung erzielt, die kaum zu überbieten sein Dürste. Mit der feinsinnigen Erfassung der Perspektive ist eine wundervolle Tie- fenwirkung erzielt worden. — Der Rhönlandschrft würdig zur Seite steht Die „Partic am Frauenberg", die vom Künstler zu ganz früher Morgenstunde, als soeben die ersten Sonnenstrahlen durch die Zwei ne fatalem auf der Lewmwb festgehalten wurde. Auch hier spiegelt sich die kontrastreiche Farbengebung wohltuend für das Auge wieder; über dem Ganzen liegt eine Ruhe, die den ©betauet vermuten lassen könnte, daß der unter den Trauerweiden sichtbare Springbrun­nen im Weiher plätschert.- Das ..Blitzlicht" Der Tenne leuchtet verstohlen durch das! Geäst des Baumbestandes auf das satte, nun hell scheidende Wiesengrün tut linken Hand des Blickpunk­tes. Der noch unbewienene Teil des Vordergrundes liegt noch in die Kühle des Morgendultes gebettet. Bei der Betrachtung des Bildes spürt man das Erleben der Natur mit dein Künst­ler im wahren Sinne des Wortes. — Als Wandschmuck für Das eigne Heim kann der Kunstliebhaber und Naturfreund sich nichts Würdigeres wünschen als tiefe Schöpfungen des vielseitigen Künstlers. Er.'

Zwangsversteigerung Wilhelm Zengerle in Dipperz.

In dem Zivangsversteigerungsverfahren der Dent Landwirt Oskar Wilhelm Zengerle in Dipperz gehörenden sämtliche Grundstücke einschließlich Wohnhaus nebst bebautem Hofraum erhielt am Freitag Herr Simon Adler in Fulda den Zuschlag zu seinem im VersteigetungStermin am 23. Dezember 1931 ab­gegebenen Höchstgebot von 30 000 Mark ohne Auszugs- etc. -Rechte.

Apothckcndienst.

Nacht- und Sonntagsdienst ab heute abend 8 Uhr bis ein­schließlich nächsten Samstag: Löwenapotheke.

Behandlung ausgesundraer LufiLallsne mit wissenschaftlichen Apparaten.

Zur Sicherung bet Luftfahrt und zu wissenschaftlichen Zwecken werden von verschiedenen meteorologischen Instituten im Deutschen Reich mittels Ballonen und Drachen Instrumente ausgelassen, die Die Temperatur und anbete Wetterelemente selbsttätig aufzeichnen. Der Finder solcher Ballon oder Drachen mit Registerinstrumenten werden ersucht, die an denselben be­findlichen Anweisungen genau zu befolgen. In diesen Anwei­sungen ist stets die Drahtanschrift oder der Fernruf des in Frage kommenden Instituts enthalten. Dem Finder werden die Untoften für die Benachrichtigung erstattet. Bei richtiger Behandlung der Instrumente, die genau angegeben wird, er­hält der Finder außerdem eine Belohnung. Die Ballone, Drachen, foivie die mitgeführten Apparate find Staatseigen­tum. Böswillige Beschädigung oder Entwendung wird straf­rechtlich verfolgt.

□ Umtausch der Fernposttarren. Vom 15. Januar ab betragt Die Gebühr für Fernpostkarten 6 Pf. Bis neue Karten zu 6 Pf. per gelüst sind, verkauft Die Post vom 15. an die bisherigen Karten mit dem 8-Pf.-Stempel zu 6 Pf. Wer feinen Vorrat von Karten zu 8 Pf. bis zum 14. nicht anfbranchen kann, erhält vor Dem 15. Januar auf Wunsch für jede unverdorbene Karte Wertzeichen zum Betrage von 8 Pf. Vom 15. an werden nur noch ver­dorbene Karten gegen Wertzeichen im Betrage von 6 Pf. und gegen Zahlung einer Gebühr von einem Pfennig für das Stück umgÄanscht.

Vstchosshenn (Rhön), 9. Jan. (Eine Mühle aus­gebrannt.) In der zwischen Nüdlingen und Haufen be­legenen Mühle brach aus noch nicht geklärter Ursache Feuer aus. Die Mühle ist vollständig ausgebrannt und auch das Wohnhaus ist teilweise zerstört. (Ebenso ist die Scheune mit reichen Vorräten vernichtet. Der Eesamtschaden ist recht be­trächtlich, zumal auch das Wohnhaus nicht mehr bewohnbar ist.

* Mellrichstadt (Rhön), 9. Jan. (Die Frau des Chefs erschossen.) Wie seinerzeit berichtet, hat der Buchhalter Georg Loos in Ataßbuch die Frau seines Chefs Michanik mit einer Armeepistole so schwer verletzt, daß sie im Krankenhaus starb. Loos war seinerzeit feftgenommen und einer psychiatri­schen Klinik zugeführt worden. Die Beobachtung hat ergeben, daß Loos ein unheilbarer Geisteskranker ist. Er wird einer Irrenanstalt zugeführt.

Friedberg, 7. Jan. (Tragödie einer Mutte r.) Vor einigen Wochen wurde in der Wetter bei Schwalheim Die Leiche eines kleinen Kindes gefunden. Man nahm damals an, daß die Mutter ebenfalls den Tod in dem Wasser gesucht hat. Ge­stern wurde nun die Leiche der Unglücklichen ebenfalls aus der Wetter herausge,zogen.

Frankfurt a. M., 8. Jan. (Zum Tode von Geheim­rat Roth.) Der bei einem Sturz aus dem Fenster tödlich verunglückte bekannte Frankfurter Gerichtsarzt Geheimrat Dr. Roth ist gestern in Dillenburg unter großer Beteiligung beer­digt worden. Wie nunmehr einwandfrei feststeht, walkte Ge­heimrat Roth in der Unglücksnacht einen nach außen gehenden Fensterflügel schließen. Dabei bekam er das Uebergewicht und stürzte in die Tiefe.

Franklurt a. M., 7. Jan. (W ichtig für ö 'st e r r e i ch i - fch e Bundesbürger.) Das österreichische Generalkonsu­lat in Frankfurt a. M., Ketterrhofweg 22, fordert jene öster­reichischen Bundesbürger, welche durch Option österreichische Staatsangehörige wurden, bisher aber noch keiner Heimats­gemeinde angehören, Mecks Zuweisung an eine solche auf, sich schriftlich eiet persönlich zu melden.

Darmstadt, 7. Jan. (Das Motiv in der Elsbacker Mordsache.) Das Motiv, das den jungen Knecht aus Els­bach (Odenwald) zur Ermordung seines Arbeitskollegen ver­anlaßte, war lange unklar. Man hatte schließlich festgestellt, daß beide aufeinander eifersüchtig waren wegen der beim Land­wirt beschäftigten Mägde. Neuerdings stellt sich heraus, daß sich die Eifersucht in erster Linie auf Das 15jährige Töchter- chen des Arbeitgârs erstreckte. Ob und wie weit hier noch strafbare Handlungen vorliegen,, muß erst ncch geklärt werden.

Darmstadt, 7. Jan. (Die Kündigung gegen Dr. Kollbach zurückgenommen.) Auf Grund ecner heute stattgefundenen aufklärenden Sitzung zwischen dem Vorstand der Hessischen Handwerkskammer und den Vertretern der Bezirks­verbände Bensheim, Heppenheini, Darmstadt und Groß-Gerau ist die Kündigung des Syndikus Dr. Kollbach mit sofortiger Wir- tung zurückgenommen worden. Die Geschäftsräume der Hand­werkskammer-Nebenstelle Darmstadt befinden sich bis auf weite­res unverändert Luisenstraße 6. Es wurde eine Kommission bestimmt, die die Zanze Angelegenheit nochmals überprüfen soll.

Heidelberg, 7. Jan. (N eun Monate für einen Kurpfuscher.) Der Naturheilkundige Gustav Zanger, ge­boren 1896, wohnhaft in Heidelberg, behandelte seine Patien­ten, indem er eine sogenannte Augendiagnose vornahm. Er ver­schrieb dann Tee und „Mars'-Tabletten. Für jede Kur ließ er sich 36 bis 38 Mark bezahlen. Auf Grund des Gutachtens des Gerichtsarztes, der ihm jede Befähigung zur Krankenbehand­lung absprach, erhielt Zanger vom Schöffengericht Ludwigs­hafen wegen Betrugs eine Gefängnisstrafe von neun Monaten.

Zeitgemäße Betrachtungen.

(Nachdruck verboten.)

5 m neuen Jahre!

Die frohen Feiertage sind vorüber, — und grau in grau er­scheint aufs neu die Welt, — der Himmel wölbt sich leider wie­der trüber — und ist auf keinen Lichtblick eingestellt. — Er hält zurück mit seinem Sonnenschein, — der Anfang pflegt ja immer schwer zu sein, — noch ist der Tag in Trübsal einge­sponnen, — Das neue Jahr hat gar nicht gut begonnen. — —

Der Januar zeigt nichts vom Winterbilde, — er ließ es regnen, und das war nicht gut, — schnell wurde zum Verhäng­nis seine Milde, — das Wasser schwoll und höher stieg die Flut; — die lleberschwemmunaskatastrophe war — das erste Unheil, das im neuen Jahr — so vielen Landesteilen Schaden brachte — und schwer Errung'nes schnell zunichte machte. — —

In wilden Wogen brachen sonder Hemmung — die Wasser reißend in Die Täler ein, — und wieder herrscht die Not der Ueberschwemmung sowohl int Erzgebirge wie am Rhein, — und sie bedrängte auch das Schlesierland, — und noch ein ander Unheil ward bekannt, — dort hat sich in des Jahres ersten Tagen — ein schweres Eruben-Unglück zugetragen.--

Manch wackrer Bergmann fand im neuen Jahr — im Schoß der Erde seinen frühen Tod. — Statt daß es unfern Bitten widerfahre, — begann das neue Jahr mit neuer Not. — Nun heißt es mahnend: Greifet helfend ein, — und einer soll des andern Stütze fein — und soll sich ihm zu gleichem Tun ver­binden, — Dann sind wir stark, die Not zu überwinden.--

Das neue Jahr soll manches neu gestalten — und bester machen, als es früher war, — es geht nicht an, noch weiter still zu halten — und zu vertrösten sich von Jahr zu Jahr, — und wenn wir wieder zu Konf'renzen geh’n, —- dann wollen wir auch endlich Taten seh n, -- und dieser Ruf ioll brausend wider- hallen, — jedoch der Worte sind genug gefallen. ---

Das neue Jahr soll die Entickeidung bringen — und uns er­lösen von der harten Not. — Wer nicht verzagt, wird nicht er­folglos ringen — im heißen Kamvf um Freiheit, Recht und Brot. — Fallt auch manch gutes Wort im Völkerrat, — eins bleibt besteh'n: Befreiend wirkt die Tat, — wer sie versäumt, der kommt zurück statt weiter, — doch wer sie wagt, dem winkt der Lohn. Ernst Heiter.