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Einzelhandel und Preisüberwachung.

Vertreter des Einzelhandels bei Gocrdelcr.

Der Reichskommissar für P r e i § ü b e r w a ch u n g empfing Vertreter der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels Gegenstand der Besprechung waren die unbedingt notwendigen Preis,enkungsmaßnahmen. Der Einzelhandel ist bereit, den Relchskommlssar feinen Arbeiten auch weiterhin zu unterstützen. Eine möglichst umfassende Aufklärung der Verbraucher über die Bedeutung der Preissenkungsaktion erscheint rm allgemeinen Interesse erwünscht; der Einzelhandel wird auch dabei mitwirken. Die Auszeichnung i c Waren mit Preisen wird dieser Aufklärung dienen und ist daher auch — soweit nicht im einzelnen durch Unord­nung vorgeschrieben — zu empfehlen. Der Einzelhandel hat seine aktive Mitwirkung dabei zugesagt. Von Ver­tretern des Einzelhandels wurde auch die rzrage der Preissenkung bei den Werktarifen (Ga^, Wasser, Elektrizität) Steuern und Inseratenpreisen an­geschnitten. Der Reichskommissar wies darauf hin, dap die Werktarife bereits in einer Reihe von Gemeinden ge­senkt seien, daß im übrigen sich das Ausmaß der Senkung aber erst nach dem 10. Januar d. J. genauer werde über­sehen lassen. Die Aussprache erstreckte sich auch auf andere wichtige, mit der Preisgestaltung im Etnzelhandel zu­sammenhängende Fragen.

Selbstmord eines Reichsbankdirekiors.

Ter Leiter der Reichsbanknebenstelle Duisburg-Ruhr­ort, Direktor Ernst Decker, wurde erschossen in seiner Woh­nung aufgefunden. Die Mordkommission stellte einwand­frei Selbstmord fest. Die Ursache ist unbekannt. Jeden­falls hat sie mit den Geschäften der Reichsbank nichts zu tun.

Wie eine sofortige Prüfung ergab, ist bei der Reichs- bankstclle alles in bester Ordnung. Decker, ein Junggeselle von 48 Jahren, lebte in geordneten Verhältnissen und war allgemein beliebt.

Weil er eine Lokomotive knipste.

Ein 19jâhriger Berliner in der Tschechoslowakei verhafte!.

In R u m b » r g in der Tschechoslowakei hat sich ein Fall ereignet, der an Gehässigkeit alle bisherigen Spionageaffären in der Tschechoslowakei über­trifft. Der 19jährige Hans Werner Jaensch, der in Be­gleitung seiner Großmutter vor Weihnachten von Berlin zn einem Verwandtenbesuch nach Rumburg gereist war, ist am Wcihnachistag verhaftet worden, weil er kurz vorher auf dem Bahnhof in Schluckenau mit einem ihm zum Christfest geschenkten Photoapparat e i n e L o k o Mo­tiv e k n i p st e. Die Verhaftung erfolgte unter Spionage- verdacht. Jaensch wurde noch am Weihnachtstag in das Kreisgericht nach Leipa eingeliefert. Jetzt, nach vierzehn Tagen, hat sich die Unschuld des Verhafteten her­ausgestellt, so daß er nunmehr nur wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutze der Republik sich zu ver­antworten haben wird, das das Photographieren vow ' staalswichtigen Objekten (siehe: Lokomotive!) verbietet

Oie Brüder Saß zu je einem Zahr

Gefängnis verurteilt

Wegen versuchten Münzverbrechens auf der Anklagebank.

Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte hatten sich die vielgenannten Brüder Erich und Franz Satz wegen versuchten Münzverbrechens zu verantworten. Man legte ihnen zur Last, Stempel, Platten und andere zur Anfertigung von Papiergeld dienliche Formen zum Zwecke einer Münzfälschung angefertigt zu haben. Sie selbst behaupteten, daß sie nicht Vorbereitungen zur Her­stellung von Falschgeld, sondern Vorbereitungen zur Her­stellung falscher Pässe getroffen hätten, um Auslandsreisen unternehmen zu können.

Die beiden Brüder wurden zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt. Sie sind seinerzeit mit dem „unter- irdischen" Bankeinbruch bei der Diskontobank am Witten­bergplatz im Berliner Westen in Verbindung gebracht worden, konnten aber damals, obwohl sie stark verdächtig waren, nicht überführt werden.

Oie vordaiiekten Sklarek-Schecks.

Hoffmann erst dagegen, dann dafür.

Im Stlarek-Prozeß wurden die Erörterungen über das Geschäftsgebaren tH'r Stadtbank mit den Sklareks fortgesetzt. Hierbei rouri-e festgestellt, daß S t a d i b a n k- direktor Hoffman n Anweisungen an die Giro- kassen gegeben hatte, daß vordatierte Schecks nicht herein- genommen werden sollten Später hat aber Stadlbank- Virektor Hoffmann vordaLierte Schecks der Städtischen BAG. hereinnehmen lassen!. Er entschuldigt dieses

mit der finanziellen A^otlagc der Stadt Berlin. Hoffmann will ferner nicht s davon wissen, daß andere Banken ihn vor den vorda tierten Schecks der Sklareks gewarnt hätten. Der StadDankkassierer Hoge habe ihm das verheimlicht. Erst späten: sei ihm das zu Ohren ge­kommen.

Hundert Zähre GuWV-Adolf-Vereia.

Gedenkfeier im Rahmen ebner Vereinsversammlung.

Jahre 1932 hat der in Leipzig 1832 gegründete Gustav-Adolf-Verein hundert Mahre seine Llebesarbci an den evangelischen Glaubensbrüdern im In- und Aus- lande geleistet Viele Millionen Taler unb Mark hat man von Leipzig und von den Hauppvereinen de^ Vereins in diesem Zeitraum in die Diaspora hinausgehen lassen, um Kirchen und Schulen zu bauen, Pfarrer und Lehrer zu besolden, Arme, Kranke und Elende zu betreuen. Nicht mit einem Jubelfest soll der Erinnerungstag begangen werden, sondern mit einer Gedenkfeier im Rahmen einer Hauptversammlung des gesamten Gustav-Adolf-Vereins.

Wer

Anton Zumpe

aus Buxtehude, diesen urwüchsigen, prächtigen Natur­burschen kennt, und schon von seiner Karriere gehört und gelesen hat, soll übermorgen Neues über ihn er­fahren.

Wer ihn aber noch nicht kennt, für den ist es höchste Zeit, daß er ihn kennen lernt, damit er über dessen goldenen Lebenshumor den Griesgram des All­tags vergißt und wieder einmal von Herzen lachen kann.

Simm- und Wasserschaden

in Schleswig-Holstein.

Deichbruch unb Einsturz eines Pumpwerkes.

Der heftige Sturm, der über Rordwestdeutschland fegte, hat in Schleswig-Holstein erhebliche Ge­bäudeschäden angerichlet. In Flensburg drückte er Fensterscheiben und Schaufenster ein, riß Schornsteine ob, beschädigte Hausdächer und verursachte durch Entwurze­lung von starken Bäumen allerlei Verkehrsstörungen. Personen sind nirgends zu Schaden gekommen. In Schleswig wurde eine Scheune abgedeckl und eine Wand eingedrückt. In den Waldungen bei Schleswig wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Eine Windmühle lief sich in Brand und wurde eingeäscherl. Die Über­dachung des Bahnsteiges des Hauptbahnhofes ist fast voll­ständig hexumergerissen worden. In Gammellund brach ein großes Wohnhaus zusammen. Mehrere andere Gebäude wurden stark beschädigt. In Grotz-Rüde wurde durch den Sturm eine Kornscheune bis auf das Mauerwerk abgewrackt. Kreuz und quer aufeinander- getürmt lagen auf dem Hofraum Balken und Bretter.

In Oldenburg und Ostfricsland

haben die Regengüsse die Weiden und Wiesen weithin überflutet. In der Nähe des Pumpwerkes bei dem an der Bahnstrecke Oldenburg—Leer gelegenen Dorfe Holtga st brach der Deich. Das Wasser überflutete sofort Wiesen und Gärten und schloß eine ganze Anzahl von Häusern ein. Durch die Wassermengen wurde

vas Pumpwerk Holtgast unterspült; bald darauf stürzte das acht Meter hohe massive Gebäude, das auch den Transformator enthält, mit einem großen Krach um und fiel ins Wasser. Das Pumpwerk hatte die Entwässerung mehrerer Gemeinden des ehemaligen Moorgebietes zu versehen.

*

Fünf Todesopfer in Böhmen.

In der Nähe der Festung Theresienstadt in der Tschechoslowakei fuhren fünf Soldaten in einem Ponton über die Eger. Plötzlich drang Wasser in das Boot ein; die Soldaten sprangen ins Wasser, aber nur drei konnten sich durch Schwimmen retten. Die übrigen zwei ertranken. Bei der Ortschaft Nieder-Liebich in Böhmen geriet ein Arbeiter mit seinem Sohn in „die Strömung des an­geschwollenen Polzenslusses. Beide erlitten den Tod. In derselben Gegend stürzte ein Schlosserlehrling, der mit einem Kahn durch das Überschwemmungsgebiet fuhr, ins Wasser und ertrank

Oer ordentliche Wilddieb.

Er macht Jahresabschluss.

Selbst auf die Gefahr hin, daß ich mir sämtliche Feld- itnd Waldhüter, Förster und Oberförster, Jagdbesitzer und Jagdpächter, gelegentlichen und berufsmäßigen Jagdgäste zu Feinden machen werde, behaupte ich, daß nicht alle Wilddiebe ungerechtfertigte Versicherer strasbuch- verfallenen Charakters sind, es gibt auch sehr orden l -- H ch e Naturen unter ihnen. Man sehe sich nur jenen ehr­lichen Wilddieb aus der Grafschaft Glatz an, der beim Jahresabschluß, wahrscheinlich nach sorgfältigster Prüfung seiner Geschäftsbücher, in die Oberförsterei eine Postanweisung auf 23,05 Mark schickte, mit der sachlichen Bemerkung auf dem Abschnitt: „Für Wild­dieberei"! Die Wirtschafter, die sich selbst zu solch ver­borgenen Konten bekennen und sie treu und brav be­gleichen, sind heute wahrhaftig selten geworden.

Weidmannsheil!

Mit einem Schutz einen Hasen, einen Igel, einen Fuchs und einen Bär erlegt.

Mit einem Schutz einen Hasen, einen Igel, einen Fuchs und einen Bär erlegt? — Gewiß werden Sie das für allergröbstes Jägerlatein halten Aber es ist wirklich keines. Aus einer Treibjagd in Spodöorf in Ober­franken kam einem Jägersmann ein Hase in den Schutz; ' er legte an, zielte, nahm Druckpunkt, bum: da lag der Hase und schrie aus, aber gleichzeitig schrien auch drei Treiber auf, drei Treiber hatten etwas von dem Schrot mitgekriegt. Nicht lebensgefährlich, aber doch schmerzlich. Und diese drei Treiber trugen Namen, die einzeln nicht auffällig sind, in ihrer Gesamtheit aber merkwürdig lach­haft wirken: Igel, Fuchs und Bär! Halali!

Die deutsche Sprache in Oftasieu.

EPH. Nach Mitteilungen der besonders unter den Gebildeten der ostasiatischen Völkischen Ostasienmission erfreut sich neuerdings die deutsche Sprache in China und Japan zunehmender Beliebtheit. In der chinesischen Universität in Tsingtau werden von den Leitern der deutschen Schule und der deutschen Missions-Oberreal- schule, sowie von zwei in Deutschland studierten Chine­sen je vier Lehrstunden in der deutschen Sprache wöchent­lich erteilt. Außerdem hat eine Regierungsmittelschule die deutsche Sprache in ihren Lehrplan Ausgenommen^ Da außerdem durch die Missionslehrkräfte zahlreiche^ Privatstunden in deutscher Sprache gegeben werden, hat Tsingtau eine Fülle von neuen Möglichkeiten, die deutsche Sprache zu erlernen.

In Japan liegen die Dinge ähnlich. Dort besteht neben der englischen Sprache die deutsche als Wahlfach an den höheren Schulen, obwohl Frankreich nach dem Krieg versuchte die Regierung zu veranlassen, die deut­sche Sprache zugunsten der französischen vom Lehrplan zu streichen. Im Jahre 1930 wurden für fast zwei Millionen Mark deutsche Bücher in Japan eingeführt. — Wenn auch damit noch lange nicht der ferne Osten für das Deutschtum oder gar das Christentum gewonnen ist, so ist doch die Tatsache erfreulich, daß weitere Kreise dort den Wunsch haben, unmittelbar an unsere Geisteschätze heranzukommen.

Wie aus einem Traum erwachend schreckte das Zigeunerle empor — blendende, strahlende Helle, rauschender Applaus, vereinzelte Hervorrufe. — Drei <.. viermal hob sich der Vor­hang, sank hernieder ...

„Gratuliere!" Werner Holst schlug Hellmut auf die Schulter: „Herrgott nochmal, käseweiß siehst du aus vor lauter Lampenfieber!"

Geräuschlos öffnete sich die Tür, der Spielleiter trat mm

„Zufrieden? Ja? Ich hoffe, es wird ein ganz großer Erfolg!"

Und Sekunden später wieder das Schwirren der Geigen, das Locken der Pikkoloflöten, ein anderes Motiv . ..

Die alte Bauernschänke in Aßmannshaußen, die berühmte Wallfahrtsstätte aller weinfrohen Zecher rheinauf und rhein- ab! — Silbernes Mondlicht, das durch rankendes Reblaub schimmert, goldenen Widerschein findet in den blitzenden Wellen des deutschen Stromes, des grünen Rheins

Klangen-da nicht wirklich silberfeine Glöckchen? Schien der alte, vielerfahrene Nachtschwärmer Mond nicht ver­ständnisinnig zu schmunzeln? Kicherten nicht irgendwo die neckischen Kobolde des Edelweins, die Stromnixen? —

Dacapo-Rufe bei offener Szene, brausènder, nicht enden­wollender Beifall--

„Sos! — Los! — Menschenskind, so kommen Sie doch!"

Der Intendant hatte Stürmer untergefaßt, zog ihn mil sich, durch einen Gang, durch Kulissen, die für den nächsten Akt auf der Drehbühne bereit standen.

„Dacapo! — Dacapo!"

Todblaß, ganz benommen stand Hellmut im blendenden Rampenlicht, verbeugte sich, lächelte- — dankte wieder. —

Zwei Theaterdiener brachten einen Kranz aus Lorbeer und Myrthe mit einer rot-weißen Schleife, einen Korb purpur­glühender Rosen: „Drei rheinische Mädel dem Komponisten der Operette „Rheinisch' Blut!" Binche, Lisa, Hannele" stand auf der Karte, und sieh' — da leuchtete es golden auf in der wallenden Seidenschärpe des Kranzes: „Der. Lorbeer dem Künstler! Die Myrthe dem Liebsten!" Und nun noch zwei — drei — vier Buketts: „Friedrich Wilhelm Stürmer^ —

Marlow" — „Jakob Textor" — „Die Intendantur der Städtischen Oper"__

Hellmut griff in den Korb, verteilte die süß und schwer rüstenden Rosen an Künstlerinnen und Künstler, zog ein

Myrthenzweiglein aus dem Kranz, befestigte es im Aufschlag seines Fracks ...

„Donnerwetter! Donnerwetter! So einen Bombenerfolg haben wir seit zehn Jahren nicht mehr gehabt!" Der Spiel­leiter drückte Stürmers Hand, als wolle er sie gar nicht wieder loslassen. „Unberufen! Unberufen! Unberufen! Und nun lassen Sie sich erst einmal den Herren Kritikern vorstellen!"

Halb betäubt folgte Hellmut dem Intendanten. — Kom­plimente rechts, Komplimente links und dann irgendwo eine Stimme:

„Junge! I du infamer Bengel! Mich kennst du wohl gar nicht mehr, was?"

„Papa! — Muttchen!"

Friedrich Wilhelm Stürmer räusperte sich geräusch- um seine Rührung zu verbergen.

„Na, also — gratuliere! Komm' mal her!" Ein Kuß, der "ur so knallte: „In Gottes Namen — da muß ich doch wohl eine A.-G. aus meinen Werken machen — ehem — und nun •.. ehem ... die Hauptsache .. . Mutter und ich möchten doch deme.. - deins Braut tennenlernen . . ."

uand der alte Herr in der Proszeniumsloge, beugte sich über Frau Benders Hand:

.7“'Frau, können . . » wollen Sie mir ver- habe viel abzubitten . . . viel! Komm' mal her, Töchterchen, Nixchen, Ziaeunerle!"

heut' gefällst m'r noch besser als gestern!' ™®7U Png ganz weich und hingegeben an Herrn Friedrich Wilhelm Stürmers Hals, bot ihm die frischen Lippen: „Paß ms aas, wie lieb m'r dich hawe were, wenn d' bei uns in Enkem wohnst!"

„Wa—as?!" g'macht^gelt?" D"s Hawe d'r Hellmut un ich schon aus-

"Kling — sing - sing!"

nachher?' ' Oer9^Hen ja den dritten Akt! Junge — aus

ImCaAwä "^. Papa, offizielle Abfütterung, Siegesfeier

Icbm d^ fc,^ °» Frau Bender: „Dann möchte Dormütaa meine Frau und ich morgen schuldigen Besuch nachholen!" auch He^ Marw^' ^Ä™! U,£ vielleicht machen uns BrautnaarÄ "^-Töchterchen, gtau @öpfert H $ w ÄX.- ^" ^" ""° °»- Sannet« von Operngläsern starrten nach der hal-dunkler

"-"' an irren Brüstung dss Zigeunerst. neben dem jungen

lsvch eben von Kritik und Publikum gefeierten Komponisten stand. Und wieder zückten die Herren von der Presse ihre Bleistifte, verzeichneten in Kurzschrift'die bemerkenswerte Tat­sche: „Von allgemeinem Interesse dürfte es sein, daß Herr Hellmut Stürmer sich mit Fräulein Lou Bender aus Enk-" heim — nach der die Trägerin der Hauptrolle benannt wurde

verlobt hat. Und wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, gedenkt das junge Paar seinen dauernden Wohnsitz hier zu nehmen, so daß der plötzlich berühmt gewordene, zu den höchsten Hoffnungen berechtigende Künstler auch weiterhin unserer Heimat erhalten bleibt."

In silberblitzende Eispanzer gehüllt, von glitzerndem Neu­schnee überflimmert schauten die Berghäupter des Taunus und Schwarzwalds hinab in die gesegnete Rhein-Main-Ebene.

Und lieh: Auch dort drunten brandete es weiß und rosa­farben an Hängen und Halden empor — Myriaden blühender Mandel-, Pfirsisch- und Aprikosenbäume, neben denen die gefüllten, grüngesternten Schneeglöckchen den Frühling ein= säuteten, blaue, gelbe, silbergleißende Krokusse sehnsüchtig ihre llelche zum Licht emporreckten.

Aschermittwochsstille, nur die Glocken klangen von weither !m dröhnenden Baßgeläut: „Vinum bonuml — Vinum bo- llum! — Vinum bonuml"

Flammendes Abendrot, purpurviolettes Leuchten säumte den Horizont, ging über in Dunkel und Dämmerung, ließ Himmel und Erde verschmelzen.

. Den gefüllten Römer in der Hand, trat Herr Friedrich Wil­helm Stürmer an das Fenster, blickte hinauf nach dem ein- mm strahlenden Stern, stand schweigend — und ihm war, als kehre noch einmal die eigene Jugend zurück — das Land der Verheißung, der Wünsche und hoffnungsfrohen Seligkeit.

Aus dem Nebenzimmer, dort wo der Flügel stand, kamen schwellende Akkorde und in das traumschwere Schweigen der Vorfrühlingsnacht klang aus rot-rotem Mädchenmund ein Lied--ein Lied der Erfüllung:

„Ich weiß wo ein Häuschen am grünen Rhein,

Umranket von Reblaub die Fensterlein;

Drin waltet ein Herz so engelgleich, An Gold so arm/ an Tugend so reicht Gehörte dies Herz am Rheine mir, Ich gäbe die Krone, die Leier dastir!^/