Kurze politische Nachrichten.
Die Meldungen ausländischer Zeitungen, daß eine Vereinbarung zwischen England und Amerika bzw. zwischen England und Frankreich über die Tribute zustande gekommen sei, wird in London amtlich dementiert.
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Über die Stellungnahme der deutschen Länder zum geplanten Reichüwasser st ratzengesetz verlautet von unterrichteter Seite: Der Hauptwiderstand gegen das neue Neichsgesetz über die Wasserstraßenverwaltung geht von Preußen aus. Ganz ablehnend verhält sich ferner Sachsen. Bayern wendet sich grundsätzlich gegen die Einrichtung von Neichsbehörden. Mit Baden hat sich das Reich in der Frage der Regulierung des Oberrheins geeinigt. H essen und Bremen haben in dringender Form Sonderwünsche geäußert, sind aber ebenso wie die kleineren norddeutschen Länder und die anderen Hansestädte grundsätzlich einverstanden.
vor einem „Waffenstillstand" in Indien.
Gemäßigte Führer verlangen neue indische Konferenz.
Der Vizekönig von Indien hat verschiedene indische Führer der Gemäßigten und der Liberalen zu Unterredungen eingeladen. Er zeigt damit nach den ersten scharfen Maßnahmen, die den Üngehorsamkeitsfeldzug im Keime unterdrücken sollten, die Absicht, nach Möglichkeit eine Art Waffenstillstand herbeiznführen. Der gemäßigte Führer Sapru hat die Einberufung einer indischen Konferenz am runden Tisch angeregt, an der die Führer aller Parteien tcilnehmen sollen. Wie verlautet, scheint der Vizekönig diesem Vorschlag nicht abgeneigt gegenüberzustehen
Schwierige Slillhatteverhandiungeti.
Warnung vor übertriebenen Hoffnungen.
Die Still Halteverhandlungen, die nunmehr feit mehreren Wochen geführt werden, sind in ihrem Endergebnis noch nicht zuverlässig zu beurteilen. Es scheint notwendig zu sein, vor übertriebenen Hoffnungen zu warnen. Von einer Einigung ist man noch immer weit entfernt. Erreicht ist lediglich, daß die Schwierigkeiten nicht mehr als unüberbrückbar erscheinen.
Sonst befinden sich aber noch alle Fragen in der Schwebe. Insbesondere ist eine Entscheidung darüber noch nicht gefallen, ob die Stillhaltung sich nur auf ein Jahr beschränken oder einen längeren Zeitraum umfassen soll. Ein Ende der Verhandlungen ist bis jetzt zuverlässig noch nicht abzusehen.
Das Abkommen über dieoeven Sanlzinfen.
Unterzeichnung am Sonnabend.
Das Rcichskommissariat für das Bankgewerbe teilt mit, daß die Verhanglungen mit den Spitzenverbänden über die Vereinbarungen betreffend die Festsetzung von Zinsen und Provisionen am Geldmarkt so weit gefördert worden sind, daß der Wortlaut der Abkommen von den Vertretern der beteiligten Spitzenverbände endgültig festgesetzt worden ist.
Da bei den Verbänden die intern erhobenen Bedenken noch eine abschließende Klärung innerhalb der Verbände notwendig machen, ist der Termin für die Leistung der Unterschriften auf Sonnabend, den 9. I a u u a r 19 32, verschoben worden. Sollten die Verträge bis zu diesem Zeitpunkt nicht unterschrieben werden, so gelten die Verhandlungen als gescheitert.
Die Amishaupimannwahlen in Mecklenburg.
In verschiedenen Ämtern Mecklenburgs wurden die A m l s h a u p t m a n n s w a h l e n durchgeführt. In Parchim wurde der Rechtsanwalt Dr. Zeitler-München, der als nationalsozialistischer Kandidat ausgestellt war, gewählt. Auch zum stellvertretenden Amtshauptmann wurde ein Nationalsozialist gewählt. In Ludwigs- l u st wurde der bisherige Amishauptmann Staecker (Bürgerlich) gewählt. Zum stellvertretenden Amtshauptmann wurde ein Nationalsozialist gewählt. In Grevesmühlen wurde mit den Stimmen der Bürgerlichen und der Sozialdemokraten Regierungsrat Schnappauf zum Amtshauptmann gewählt. Auch hier wurde ein Nationalsozialist stellvertretender Amts Hauptmann.
Ekwerbslvsemmihen am Sieben Wh
Schüsse auf die Polizei.
In Homberg (Niederrhein) kam cs zu Ansammlungen von Erwerbslosen. Auf der Rheinhausener Straße wurden mit Hilfe von gefüllten Kastanienbäumen Barr c- laden errichtet, von denen aus die Polizei beschossen wurde. Auf der Mörser Straße wurde durch die Explosion einer mit Petroleum gefüllten und mit Zünder versehenen Flasche ein Schaufenster zertrümmert; anscheinend galt der Wurf der Flaschenbombe dem die Straße passierenden Überfallkommando. Personen wurden tiicht verletzt.
Auch in R h e i n h a u s e n fanden größere Amamm- lungen statt, wobei die Polizei mit Steinen beworfen wurde. Sie konnte bald die Straße räumen. Drei Personen wurden wegen Belästigung von Arbeitswilligen verhaftet.
Die Arbeitsmarkilage im Reich.
Am Ende des Jahres 1931 bot der Arbeilsmarkt das Bild einer anhaltenden tiefen Depression. Innerhalb der allgemeinen Entivicklung steigt die jahreszeitliche Lime der Arbeitslosigkeit weiter an, deren Höhepunkt crfah- rungsgcinäst erst gegen Ende Februar zu erwarten ist.
Im Vorjahr wurde am Jahresschluß nach einer Zunahme im gleichen Zeitranm um rund 407 000 eine Arbeitslosenzahl von rund 4 384 000 erreicht. Neben den Saisonanßenbernfen, in denen die Arbcitslosenzahl infolge der ungünstigen Witterung um 7,2 Prozent stieg, haben auch die überwiegend von der Konjunktur abhängigen Berufsgruppen eine wenn auch schwächere Zunahme, nämlich um 5,1 Prozent, zu verzeichnen.
Der Druck, der von dcü internationalen Währungsschwierigkeiten und von den Absperpungsmaßnahmen wichtiger Abnehmerländer ausgeht, hat sich weiter verschärft und hat die Auswirkungen der auch sonst nach dem Weihnachtsgeschäft üblichen Stille verstärkt.
Die Zahl der Hauptunterstützungscmpfänger betrug am 31. Dezember in der Arbeitslosenversicherung rund 1 642 000, in der Krisenfürsorge rund 1 506 000. Von der Gesamtzunahme nm rund 214 000 entfielen rund 154 000 auf die Arbeitslosenversicherung, rund 60 000 auf die strisenfürsorge,
des „Anzeigers" / Die letzten Tages-Neuigkeiten.
Bombenanschlag auf den Kaiser von Japan.
Tokio, 8. Jan. Auf den Kaiser von Japan wurde während seiner Rückfahrt von einer militärischen Parade eine Bombe geworfen. Die Bombe platzte neben einem Wagen, der hinter dem des Kaisers fuhr. Es wurde niemand verletzt. Der Täter, ein Koreaner, wurde sofort verhaftet. Er hatte eine zweite Bombe in der Tasche.
Die französische Morgenpresse kündigt die Gesamtdemission des Kabinetts an.
Die gesamte Morgenpresse ist der Auffassung, Ministerpräsident Laval werde wahrscheinlich den Tod Maginots dazu benutzen wollen, dem Präsidenten der Republik die Gesamtdemission des Kabinetts anzubieten. Diesem Schritt dürfte die Annahme zugrunde liegen, daß Briand dann aus Gesundheitsrücksichten zurücktreten werde. Der Präsident der Republik würde jedenfalls sicher wieder Laval mit der Neubildung des Kabinetts betrauen, um ihm so Gelegenheit zu geben, eine Konzentrationsregierung auf breite st er Grundlage zu bilden.
Berliner Morgenblätter zu den Unterredungen beim Kanzler.
Die Morgenblätter beschäftigen sich alle mit den gestrigen Besprechungen Brünings mit Hitler und den sozialdemokratischen Führern über die Frage der Wiederwahl des Reichspräsidenten. Die „Vossische Zeitung" bezeichnet die Behauptung, daß Hitler politische Bedingungen für seine Zustimmung zur Wiederwahl Hindenburgs gestellt habe, schon deshalb als unzutreffend, weil der Reichspräsident seine Zustimmung zur Verlängerung der Amtsperiode ausdrücklich daran geknüpft habe, daß alle Parteien ohne politische Bedingungen sich mit seiner Wiederwahl einverstanden erklärten. — Der „Vorwärts" sckxreibt, nie und nimmer könne die sozialdemokratische Reichstagsfraktion daran denken, ein zwischen der Reichsregierung und der Rechten abgeschlossenes Handelsgeschäft durch ihre Mitwirkung rechtskräftig werden zu lassen. — Das „Berliner Tagblatt" spricht von „Neuwahl als Geschäft" und „unannehmbaren Bedingungen" Hitlers. — Der „V ö r s e n k u r i e r"
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Aus Seffen-Mau und Aachvargebieten.
Merkblatt für den 9. Januar.
1873: Napoleon III. gest. — 1908: Der Maler und Dichter Wilhelm Busch in Mechtshausen am Harz gest. — 1927: Der Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain' in Bayreuth gest.
Das kleine Kind ist ein Lehrmeister, eine Geduldsprobe für die Mutter; es ist ein Priisstecn für alles, was gut und wahr in ihr ist.
Wetterbericht.
Die Ausläufer des jetzt vor der skandinavischen Küste liegenden Tiefdruckwirbels reichen bis in unser Gebiet und beeinflussen immer noch unsere Witterung. Die von der Rückseite dieses Wirbels vorgedrungenen kälteren Lustmassen haben zu einer mehr wechselnden Bewölkung mit Schauerneigung und vorübergehender Beruhigung des Wetters geführt. Da über Frankreich' eine neue Teilstörung in der Entwicklung ist, wird aber die Besserung des Wetters schon im Laufe der Nacht zum Freitag von neuen Niederschlägen abgelöst. Die weit nach Süden gerichtete Bahn dieser neuen Störung macht aber bald verstärkten Zufluß kälterer Luft wahrscheinlich. — Vorhersage bis Freitag abend: Zunächst bedeckt mit Niederschlägen, lebhafte südwestliche Winde, späterhin erneute Abkühlung. — Witterungs- aussichten für Samstag: Kälteres Wetter mit wachselnder Bewölkung und Schauerneigung, noch nicht beständig.'
beginnt unser neuer, außerordentlich spannender Roman.
Näheres morgen!
* Fulda, den 8. Januar 1932.
Fuldaer Schöffengericht.
Ein verhängnisvoller Schuß.
Am 8. November v. I. kurz nach 5 Uhr nachmittags saß der 4'tjährige Jagdaufseher H. von Rönshausen auf dem Anstand in einem einem hiesigen Kaufmann gehörenden Jagdbezirk. Aus einer Entfernung von ungefähr 20 Schritt sah er, wie sich „etwas" in dem hohen Heidekraut bewegte und näherkam. Zn dem sicheren Glauben, daß es sich um einen Hasen handele, schoß der Jagdaufseher eine Schrotladung aus seinem Drilling ab. Sofort vernahm H., daß unter lautem Stöhnen ein Mensch zu- sammengebrochen war. Der Jagdaufseher des Getroffenen kam darauf sofort zum Vorschein, der mit dem Getroffenen der Ansicht war, daß ein Wilderer die Schrotladung abgefeuert habe. H. kam aber alsbald herbei und leistete dèm Angeschossenen, Herrn D. aus Fulda, der nicht mehr gehen konnte, sofort Hilfe. Die meisten der 35 Schrotkörner hatten D. in den Oberschenkel getroffen. Die Verletzungen sind als schwer zu bezeichnen und noch heute ist der Verletzte nicht in der Lage, das Bett zu verlassen. In der Verhandlung vor dem Kleinen Schöffengericht beantragte der Staatsanwalt im Hinblick auf die grobe Fahrlässigkeit des angeklagten Schützen eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen Da der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist und einen guten Leumund hat, erkannte das Kleine Schöffengericht wegen sabrlämaer Körperverletzung auf eine Geldstrafe von 150 Mark oder 1ö Tagen Gefängnis. Dem Verurteilten wurde Ratenzahlung eingeräumt.
Seine „Spezialitäten“.
^n Wühnusflerbimg vorgeführt wurde der 31jährige mehrfach vorbestrafte Maler Richard Nowak, der z. Z eme Zucht- bausstrnfe von 3 Jahren v Sonaten wegen fortgesetzten Died- üabl^ ui verbüken hat. Es wurde ihm zur Last gelegt, am »- Januar 1929 bei einem hiesigen evangelischen Geistlichen drei Dollarscheine aus dem Wohnzimmer gestohlen zu Haden. Tn der gestrigen Verhandlung wurde festgestellt, daß es au s. Spezialä sich unter falschen Ruinen und Vorspiege- Ulna falscher Tatsachen Eingang in die Wohnungen von Gerst- lilbèii ui verschaffen und in unbewachten Augenblicken irgend etwa« Wertvolles M stchlen. Da er im Jahre 1931 in Königsberg wegen einer großen Reihe ähnlicher Fälle zu der tienann- ten Zuchthausstrafe verurteilt worden war, beantrage der Staatsanwalt Freisprechung, da der Fuldaer Diebstahl in diese Strafe miteinbezogen sei. Das Kleine Schonenaericht ârmte aus dem gleichen Grunde auf Einstellung des Verfahren..
beschäftigt sich in der Hauptsache mit der Haltung der Deutsch- nationalen, die sich nach Auffassung des Blattes „kostbar" machten. — Die „B ö r s e n z e i t u n g“ berichtet, daß Hitler die Zustimmung seiner Partei zur Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten u. a. auch davon abhängig gemacht habe, daß sich der Kanzler nicht länger weigern solle, die Legalität der NSDAP, in aller Form anzuerkennen. — Der „T a g“ hält es für sicher, daß Vereinbarungen in dieser Frage ohne weiteres die Erfüllung gewisser Bedingungen gegenüber der Nationalen Opposition voraussetzen.
Amerikas Eingreifen in den Mandschurischen Konflikt.
Washington, 8. Jan. Saatssekretär Stimson sandte an die chinesische und japanische Regierung eine Note, in der es heißt, daß die amerikanische Regierung kein Abkommen zwschen den beiden Regierungen anerkenne, welches die vertraglichen Rechte der Vereinigten Staaten in China verletze. Amerika werde auch kein Abkommen anerkennen, das gegen den Kelloggpakt verstoße.
Japans Antwort.
Washington, 8. Jan. Eine Meldung der Associated Preß aus Tokio von heute vormittag 10 Uhr japanischer Zeit besagt, die amerikanische Note sei in Tokio noch nicht veröffentlicht worden. Japan stehe aber dem Vernehmen nach auf dem Standpunkt, daß die Mandschurei nur Japan und China angehe, und daß daher kein Dritter Anlaß zur Einmischung habe.
Brandunglück in einem württembergifchen Dors.
Hochmoessing (Oberamt Oberndorf), 8. Jan. In einem Anwesen brach gestern hier ein Brand aus, der sich bei starkem Sturm sehr rasch ausdehnte und insgesamt vier Haupt- und zwei Nebengebäude vernichtete. Der Schaden wird auf über 100 000 Mark geschätzt. Ein Feuerwehrmann erlitt bei einem Sturz einen schweren Schädelbruch, drei Feuerwehrleute mußten wegen Rauchvergiftung ins Krankenhaus nach Oberndorf gebracht werden.
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Von der Landesleihbibliothek.
Es wird noch einmal daran erinnert, daß vom 9. Januar ab der Lesesaal (nur dieser!) auch Samstag nachmittags von 4—7 Uhr geöffnet ist. — Die Ausstellung des Malers Ferdinand ü a m m e y e r ist bis Sonntag, den 17. Januar, verlängert.
Wichtig für Kleinrentner.
Am Samstag, den 9. Januar 1932, von 9—11 Uhr, wird die Unterstützung für Januar an die hilfsbedürftigen Kleinrentner der Stadt Fulda ausgezahlt. Die angegebene Zeit zur Abholung ist genau einzuhalten. Ausweisnummerkarten sind mitzubringen.
Konstituierende Vollversammlung der Gcschästsstellc Fulda der Industrie- und Handelskammer
Frankfurt a. M.-Hanau.
Die konstituierende ■ Vollversammlung der Geschäftsstelle Fulda der Industrie- unb Handelskammer Frankfurt a. M.- Hanau wählte für das Jahr 1932 zum Vorsitzenden Herrn Direk- tor Ludwig Bellinger, Fulda, in Firma Emaillirwerk A.-E., Fulda. Gemäß der bestehenden Satzung hat der Vorsitzende der Geschäftsstelle Fulda Sitz und Stimme im Präsidium der Ee- iamtfammer Frankfurt a. M.-Hanau. Aus formell rechtlichen Gründen erfolgt die Ernennung zum Vizepräsidenten später. Zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden wurde gewählt: Herr Eduard Schmitt, Weingroßhandlung, Fulda, zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden, Herr Generaldirektor Arthur Kayser, Fulda, in Fa. Val. Mehler, Segcituchweberei A.-E., Fulda, zum Kassenführer, Herr Josef Z a h n e r, Fulda, in Firma Josef Zahner, Fulda. Die bisherigen Mitglieder in den Fachausschüssen der Gesamtkammer Frankfurt a. M.-Hanau sowie im Zweckverband der Hessen-Nassauischen Industrie- und Handelskammern wurden neu bestätigt, desgleichen wurde Herr Eduard Schmitt als Handelsrichter für die Kammer für Handelssachen in Hanau wiedergewählt.
* Schlitz. (Sturmnacht.) Ein Orkan, wie man ihn in solcher Stärke und Dauer hierzulande selten einmal erlebt, tobte die vergangene Nacht hindurch bis in die frühen Morgenstunden Es'war, „als ob die Welt untergehen wollte' Von vielen Dächern hochgelegener Häuser prasselten nur so dre Ziegel herunter. Daneben versagte hier und da die elektrische Straßenbeleuchtung, so daß undurchdringliche Finsternis herftchte, während zeitweise strömender Regen nieberging, der die Schlitz über ihre Ufer treten ließ. Ohne Not verließ so leicht keins das schützende Dach. Heute hat sich der Sturm ganz beruhigt, und die Sonne scheint wieder so hell, als ob „nichts los gerne|en fei!
. el. Gersfeld, 7. Jan. Der Epiphaniastaa stund auch in diesem lahre wieder im Zeichen der Basler Mission. Herr Missionar S ch in o l l - Hersfeld hielt die Festpredigt tm Vor- initta gsgot tesdienst über 2. Kor. 4,3—6. Er führte u. a. aus. ban der Hauptwidcrstand gegen die Ausbreitung des Evangeliums heute nicht mehr, wie einst, vom Heidentum, selber aus« gehe, sondern vielmehr vom Atheismus. Das Chrytentum, der Monotheismus, wird nur als Uebergangc tute hingenellr vom Polytheismus zur „höchsten Stufe" zum Atheismus. Da ist es nun doppelt schwierig für die Mission, anzukämpfen gegen Ber- blenduna und lluverstaud auf der einen, Haß und c p. 11 aui her andern Seite. Hinzu tonimt daß das Beripiel^und Vorbild der sogenannten „christlichen" Völker von Jahr zu ^ahr mehr an Ueberzeugungskraft verliert. Aber Ectt lei dank, wir dürfen's immer wieder erleben, daß Gott in den schwachen mächtig ist. Unter Rot und Bedrängnis wird das oenUorn aas gestreut wieder und wieder, und Gcttes Segen ruht aus dem Werke — Am Nachmittag versammelte sich die Frauenhiye zur Missicnsstuude im Diakonissenheim. Herr Pfarrer Lang- heinrich begrüßte die Anwesenden mit dem Paulusworre. 9 Kor 5,6. Das ist es, was die heutige evangelische Frau nicht loslassen darf, wenn sie die Seele des Hauses bleiben will: den getrosten Mut auch in den dunkelsten Notzeiten — Nack' kurzer Kaffeepause wurde dem Diakonissenheim die Weib nachtsgabe übergeben, welche, die Frauenhilfe alljährlich dem Heim zu spenden pflegt. Diesmal waren's 3 nötige Dinge: Ein kleiner eiierner Ofen, ein Kokoslaüfer und ein Ballen Leinen für Bettbezüge. Der A b e n L g o t t c s L i e n ft sah leider infolge des schlechten Wetters eine nur schwach besuchte Kirche. Unter dem Wolle Matth. 28, 18-20 erzählte der Herr Missionar von seiner eigenen Berufung vor 36 Jahren, und von der wunderbaren Berufung eines einfachen cowboys in Liberia, her ohne Vorbildung eine Gemeinde von 10 000 Seelen ins Leben gerufen har. So wirkt der Geist Gottes auch heute noch mit ucingenber Gewalt auf die, die er sich zum Dienst erwählt hat, und'darum allein hat das Werk der Mission bis heute seine Kraft noch nicht verloren.
Hünfeld. (Schwein e m a r k t v o m 5._ 3 a n ua r.) Auf- getrieben waren 203 Ferkel. Die Preise stellten sich je nach dem Alter auf 7. 13 und 20 Mark das Stück. Der Handel war gedrückt. Es verblieb Ucberitanb, der nächste Markt findet am 19. Januar statt.
Rasdorf, 7. Zan. ((Ernennung.) Landwirtschaftsrat Theodor H a f n, ein Sohn des hiesigen Landwirts und Ge- meinderechners Vinzenz Hahn, wurde mit Wirkung vom 1. Januar zum Mcherungs- und Kulturrat ernannt. Er hat seinen Wohichy auf der Denzer Heide bei Bad Ems und in Leiter der preußischen Vcrsuchsdemänen,