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13. Jn Harmu WMeiiAaL; ist KanÄ Pferde in Wachters. Lach Rind und in Wettdr.Kram: am 14 in Kastel Schlachtvieh; am 16. in Hanau Ferkel- und Wochenmarkt; am 18. in Hilders Kram und Schweine und in Kassel Schlachtvieh: am 19. in HLn> seid Schweine; am 20. in Hanau Vieh- und Wochenmarkt; in Kassel Zuchtschweine und in Sontra Kram, Rind und Schweine; am 21. in Kassel Schlachtvieh und in Tann Kram und Schweine; am 23. in Hanau Ferkel- und Wochenmarkt; am 25. in Kassel Schlachtvieh; nm 26. in Kirchhain und Obernkirchen Rind und Schweine; am 27. in Hanau Wochenmarkt und in Ziegenhain Kram; am 28. in Burghaun Schweine, in Fulda Rind und in Kassel'Schlachtvieh; am 30. in Hanau Ferkel- und Wochenmarkt.

Schonzeiten für Hirsche.

Es wird darauf hingewiesen, daß auf Grund des Feld- und Forstpolizeigesetzes Schonzeiten für Hirsche eingeführt worden sind. Danach darf der Jagdberechtigte männliches Damwild und Rotwild nur vom 16. August bis 31. Dezember, weibliches Damwild und Rotwild sowie Damwildkälber und Rotwildkäl­ber nur noch vom 16. Oktober bis 31. Januar alljährlich er­lege». Für den Verkehr mit jagdbaren Tieren gelten folgende Vorschriften: Das Feilbicten sowie der An- und Verkauf von Elch-, Rot-, Dam-, Reh- und Schwarzwild in unzerlegtem Zu­stande darf nur unter Beifügung eines Ursprungsscheins (§§ 46, 47 der Jagdordmmg) erfolgen. Die Vorschrift gilt nicht für Wiederverkäufe des Wildes durch Wildhändler. Wer in seinem Gewerbebetriebe Wild der vorbezeichneten Arten in unzerleg­tem odèr 'zerlegtem, aber noch nicht fertig zum Genuß zube- reitètem Zustande von anderen Personen als vom Wildhändler erwirbt, hat den Erwerb sofort in ein Wildhandelsbuch einzu­tragen, das nach einem vorgeschriebenen Muster zu führen ist.

x. Tann (Rhön), 6. Jan. (3 0 Jahre Gemeinde- pfleg e.) Am heutigen Tage kann die hiesige Gemeindepflege auf eine dreißigjährige Tätigkeit zurückblicken. Am 6. Januar .1902 wurde die Diakonisse Marie Eichel, die dem Mutter­hause in Frankfurt am Main angehörte, als erste Gemeinde­schwester hier eingesührt. Im Jahre 1901 hatte Freifrau Anna von der Tann-Rathsamhausen, die Witwe des bekannten Generals Ludwig von der Tann-Rathsamhausen, das in der nach ihr benannten Annastraße gelegene und nach ihr benannte Annastift gestiftet und erbauen lassen. Es sollte in der Hauptsache als Kinderbewahranftalt und als Kleinkin­derschule dienen. Bis vor wenigen Jahren hat es seinen Zweck auch erfüllt; erst die wachsende wirtschaftliche Not zwang die hiesige Ortsgruppe des „Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz" dazu, die Kleinkinderbewahrschule aufzulösen, da sie die Mittel für eine Kindergärtnerin nicht mehr aufbrtngen konnte. In dieses neuerbaute und dem genannten Verein über­gebene Annastist zog nun noch im Jahre 1901 die erste Kinder­gärtnerin ein. Ihr folgte dann am 6. Januar 1902 die erste Gemeindeschwester. Oberpfarrer Friedrich H o l st e führte die Schwester kirchlich ein. Damals hatte eine Schwester allein die häufig sehr schwere Gemeindepflege in Tann und dem ganzen Tanner Bezirk zu versehen. Da aber immer häufiger von den Oberinnen und den Pfarrern der Mutterhäuser Klagen über zu große Ausnutzung der Schwestern erhoben wurden, stellte die hiesige Rote Kreuz-Ortsgruppe nach dem Kriege noch eine zweite Gemeindeschwester an, trotzdem die Gelder dafür nicht vorhanden waren. Die Vorsitzende der Ortsgruppe organisierte dann die ganze Gemeindepflege anders und traf ein Abkommen mit den einzelnen Gemeinden, nach dem diese bestimmte Bei­träge zu den Kosten der Gemeindepflege zu leisten haben. Durch die Eröffnung des Berthakrankenhauses nahm dann die ganze Arbeit des Roten Kreuzes in Tann ganz beträchtlich zu. Später­hin übernahm die Oberin des Berthaheims, Frau E. von Pappenheim, auch noch die Kreisfürsorge in unserem Be­zirk, so daß jetzt eigentlich zweieinhalb Schwestern in der Ee- meindepflege tätig sind. Bei dem schwierigen Gelände und den sehr weit .'auseinanderliegenden Ortschaften unseres Bezirks haben die Schwestern eine sehr schwierige Arbeit zu leisten, und es gebührt ihnen dafür vollste Anerkennung. Ja, man mutz diese Anerkennung aus die gesamte Tätigkeit des hiesigen Roten Kreuzes ausdehnen. Jedenfalls kann das Rote Kreuz auf seine dreißigjährige Tätigkeit in der hiesigen Gemeindepflege voll Stolz- zurückblicken.

x. Wendershausen (Rhön), 6. Jan. (Schadenfeuer.) In der vergangenen Nacht brach plötzlich gegen 2 Uhr int An­wesen des Landwirts Bohn Feuer aus. Die Ortsfeuerwehr war schnell zur Stelle und konnte den Brand wirksam bekämp­fen. Aber auch die Wehren von Tann. Lahrbach und Hunds­bach waren rasch am Brandplatze und konnten helfend eingrei­fen. Der Wind wehte günstig, und- Jo konnte das Feuer auf die ganz am Ausgang des Dorfs gelegene Scheune des Anwesens beschränkt werden, ohne daß er auf die mit der Scheune zusam­menhängenden Stall- und Wohngebäude Übergriff. Die Brand­ursache ist noch nicht geklärt. Jedenfalls mutz bedauert werden, daß in unserer wirtschaftlich so schweren Zeit wieder einmal er» Jo großer 'Schaden an unserem Nationalvermögen ent­standen ist.

Aus dem Kreuzersgrund. (Interessante Entdek- J Zwecks Verbreiterung und Verbesserung des von Bernsyausen zwischen dem neuen und alten Friedhof zum Sän- gersberg führenden Weges mußte ein kleines Stück des alten Friedhofs verschleift werden. Dabei stieß man bei Beseitigung der alten Mauer, wie gestern schon kurz mitgeteilt, auf interes­sante Grabstatten. Der zur näheren Untersuchung als Sach­verständiger herbeigerufene Direktor der Schlitzer Realschule, Herr Dr. Lade, stellte, wie man hört, Folgendes'fest: ^n jedem Grab lag der Totenschädel in erhöhter Lage zwischen zwei auf- gerichteten Steinen, über ihm ein schützender, großer Ziegel, während die andern Skelettknochen beträchtlich tiefer lagen, so daß es den Anschein hat, als ob die Leichen seiner Zeit in Hocker­stellung bestattet worden seien. Es würde sich dann aber um vorgeschichtliche Grüber handeln, was bei diesem Friedhof eigentlich ausgeschlossen erscheint. Noch interessanter aber ist die von Dr. Lade und Andern festgestellte Tatsache, daß sich in all' diesen Gräbern nirgends auch nur die geringsten Anzeichen dafür fanden, daß die hier Begrabenen in Särgen bestattet worden sind; auch die über das Gesicht der Toten gelegten, großen Ziegel bestätigen diese Annahme. Es liegt deshalb nach Ansicht des obengenannten Sachverständigen die Vermutung nahe, daß man einst in einer Zeit, da ein großes Sterben war, — vielleicht die Pestzeit im 30jährigen Krieg — keine Zeit und Lust hatte, für die vielen Toten noch Särge herzustellen, son­dern aus Angst vor Ansteckung die Verstorbenen, wohl nur in ein Leichentuch gehüllt, das Gesicht mit einem Ziegel zugedeckt, sang- und klanglos schleunigst veerdigte.

Kassel, 6. Jan. (Die hessen-nassauischen Vieh­händlertagen in Kassel.) Der Provinzialvorband der Viehhändler von Hessen-Nassau und des Kreises Wetzlar hielt in Anwesenheit zahlreicher Behördenvertreter in Kassel seine dies­jährige Hauptversammlung ab. Der Berbandsvorsitzende Löwenstein-Meimbressen gab einen lleberblick über die wirt­schaftlichen Verhältnisse im Viehhandel im Jahre 1931, die von dem Redner als außergewöhnlich ungünstig dargestellt wurden. Verbandsdirektor Mittler sprach u. a. über die Bildung von Steuernusschüssen, die im Verbandsgebiet teilweise bereits durchgeführt sei. Regierungsrat Dietrich vom Landesfinanzamt gab einen lleberblick' über die umsatzsteuerpflichtigen Geschäfte. Es wurden sodann verschiedene Anträge wegen günstigerer Be­förderungsmöglichkeiten für Nutz- und Schlachtvieh gestellt. Oberregierungsrat Dr. Koppen von der Reichsbahndirektipn in Kassel stellte fest, daß nach der Senkung der Viehtarife der Transport mit der Bahn von Bahnstation zu Bahnstation bil­liger sei als der Transport im Kraftwagen. Nach Erledigung verschiedener Organisationsfragen wurde die Jahreshauptver- sammlung nach siebenstündiger Dauer geschlossen.

Marburg, 5. Jan. (Von der Marburger Univer­sität.) Im vergangenen Jahre hat die Marburger Univer­sität, besonders was ihre Institute und Kliniken anbetrifft, mancherlei Ausgestaltungen erfahren. So ist der große llm- und Erweiterungsbau der Frauenklinik am Pilgrimstein, die als ForschMgsstätte und Hcbammenlehranstalt in der ganzen Provinz bekannt ist, soweit fortgeschritten, daß die Inbetrieb­nahme im Laufe des Jahres 1932 erfolgen kann. Die Gesamt- kosten der Bauarbeiten und apparativen Ausstattung sind auf 1 1 312 000 Mark veranschlagt. Weiter ist das in dem bereits 700 Jahre alten Deutschordensgebäude hinter der Elisabeth-

des „Anzeigers" / Die letzten Tages-Neuigkeiten.

Briand geht voraussichtlich nicht nach Lausanne.

Briands Befinde» soll, wie es heißt, derart sein, daß man es fast als bestimmt annimmt, er werde sich nicht zur Konferenz nach Lausanne begeben können. Unter diesen Umständen dürfte die französische Delegation unter Füh­rung von Finanzminister F l a n d i n, vielleicht mit Unter­stützung eines anderen Ministers, stehen. Ministerpräsi­dent Laval wird höchstwahrscheinlich der Eröffnung der Reparationskonferenz beiwohnen und dann später erst, wenn die Arbeiten ihrem Ende entgegengehen, sich wieder nach Lausanne begeben. Als Datum des Zusammen­tritts der Reparationskonferenz wird heute der 2 0. Januar genannt.

Die englische Presse über Lausanne.

„Time s" schreibt, nach Ansicht der britischen Regie­rung sollte die Lausanner Konferenz zu einer Verein­barung führen, die zur Wiederherstellung des Vertrauens in Deutschland führt, nicht nur des Vertrauens der Deutschen in ihre eigene Lage, sondern auch des Vertrauens der Welt zu Deutschland. Man hofft, einen praktischen Plan zu finden, der dieses Vertrauen wieder herstellt und zugleich den politischen Schwierigkeiten Rechnung trägt. — Aehnlich äußern sich auch die anderen Morgenblätter.

Der französische Kriegsminister gestorben.

Paris, 7. Jan. Der französische Kriegsminister M a g i n o t ist heute früh um 2 Uhr (französische Zeit) g e st o r b e n.

Der Politiker Maginot. — Die Frage des Nachfolgers.

Paris, 7. Jan. Der in der vergangenen Nacht verstorbene Kriegsminister Maginot begann feine Laufbahn beim französi­schen Staatsrat. Später wurde er Kolonialminister, PeNsions- minifter und schließlich Kriegsminister. Am Kriege nahm er als Sergeant teil und erlitt gleich zu Beginn eine schwere Beinverletzung.

Was seine Stellung zu Deutschland anlangt, so muß feftge- stellt werden, daß er, vom nationalistischen Standpunkt aus« gehend, nie für Deut s chlan d eingetreten war. Wenn er auch nie offen in Widerspruch zur allgemeinen Politik der Regierung gekommen ist so verstand er doch, aus die französi­sche Regierung in der AbrüftungSfrage einen bedeutenden Ein-

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kirche untergebrachte mineralogische Institut mit einem Kosten­aufwand von rund 80 000 Mark völlig umgebaut und moderni­siert worden. Das in Pharmazeutenkreisen' weit bekannte phar- mazeutisch-chemische Institut am Marbacherweg sowie das stnatswistenschaftliche Seminar am Plan sind ebenfalls neu her­gerichtet bzw. erweitert worden. Das vom llniversitätsbund Marburg anläßlich der 400-Jahrfeier der Universität im Jahre 1927 gestiftete Kunstinstitut an der Biegenstraße, das bereits damals in seinen wesentlichen Teilen in Benutz genommen wer­den konnte, ist nunmehr vollendet. Nachdem bereits 10 kunst­wissenschaftliche Seminare darin untergebracht waren, hat nun- mehr auch das musikwissenschaftliche Seminar durch Schaffung eines großen Musiksaales dort ein Heim gefunden. Die in engem Zusammenhang mit der Universität stehende Vlinden- ftiibienanftalt, welche sich die Ausbildung und Beratng von er­blindeten Geistesarbeitern zur Aufgabe gemacht hat, errichtete am Schlag ein neues Werkftättsngebüude, in welchem Blinden- druckerei und Bücherei Aufnahme finde» sollen. Endlich sei auch an den Bau des Tuberkulose-Sanatoriums „Sonnenblick" erinnert,, bas von der Landesversicherungsanstalt Hessen-Nassau mit einem Kostenaufwand von 1,8 Millionen in den Lahnbergen südlich Marburg errichtet wurde und kurz vor seiner Vollendung steht. Die Finanzierung all dieser Arbeiten war bereits vor Begin» der schweren gegenwärtigen Krise gesichert, heute wäre sie wahrscheinlich nicht mehr möglich.

Gießen, 6. Jan. (Selbstmordvcrsuch an der Hoch­spannungsleitung.) Dienstag nachmittag kletterte ein junger Student, der aus Darmstadt stammt und hier seinen Studien obliegt, unmittelbar vor der Stadtgrenze an einem Mast der Starkstromleitung der elektrischen lleberlandanlage empor, offenbar um durch Berührung mit der Hochspannungs­leitung Selbstmord zu begehen. Allem Anschein nach hat der junge Mann die Leitung aber nur ganz leicht berührt, oder es ist vorher infolge der feuchten Witterung unmittelbar vor ihm ein Funke von' der Leitung auf ihn iibergcsprungen, denn er stürzte mit verhältnismäßig leichten Brandwunden aus be­trächtlicher Höhe zur Erde herab, wo er hilflos liegen blieb. Da der Vorgang aus der Ferne beobachtet worden war. eilten Leute herbei und sorgten für die llebersührung des anscheinend durch den Sturz noch empfindlich Verletzten in die Chirurgische Uni­versitätsklinik. Ueber die Beweggründe des jungen Mannes ist bis jetzt nichts bekannt.

Bad Nauheim, 6. Jan. (Beihilfe des hessischen S t a a t s f ü r d i e r u s s i s ch e K i r ch e i » V a d N a u h e i m.) An der hiesigen russischen Kirche, die einem russischen Verein in Berlin gehört und zuletzt im Jahre 1925 anläßlich der Anwesen­heit eines hohen russischen Geistlichen benutzt wurde, werden augenblicklich verschiedene dringende Reparaturen ausgeführt. Da der Eigentümer nicht über genügend Mittel verfügt, hat er vom hessischen Staat einen Zuschuß von 3000 Mark zur Durch­führung der notwendigsten Arbeiten erhalten.

Bad Nauheim, 6. Jan. (E i n seltener Vogel.) Der aufmerksame Naturbeobachter kann jetzt in der Gegend von Ufa und Nauheimer Teich einen der seltensten Vögel unserer Heimat, de» Eisvogel, beobachten. Er fällt durch sein farbenprächtiges, metallisch schimmerndes Gefieder auf, das ihm fast ein erotisches Aussehen verleiht. Bewegungslos sieht man ihn auf einem Zweig sitzen und auf Beute lauern. Hat sein scharfes Auge einen Fisch wahrgenommem stürzt er sich pfeilgeschwind in die Flut, um mit dem großen, scharfrandigen Schnabel die Beute zu ergreifen. Auch an Wetter, Nidda und Horloff kommt der Eisvogel noch vereinzelt vor.

Bad Homburg, 6. Jan. (Vor einem Lichtstreik in Bad Homburg.) Um die Senkung des Preises für den von der Frankfurter Localbabn gelieferten Strom zu erzwingen sind die Verbraucher in Oberursel bereits in den Stromstreik eingeteten. In einer Versammlung der Verbraucherorganisa- tionen von Bad Homburg und Friedrichsdorf ist nunmehr be­schlossen worden, auch in diesen beiden Orten mit dem Licht­streik zu beginnen. Der Beginn des Streiks soll in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Es wurde eine Kontrollkom­mission gebildet, die die Durchführung des Beschlusses zu über­wachen hat.

Frankfurt a. M., 6. Jan. (W ieder w a hl des P r ä s i« d i ums der Judustric- und H a » delska min er Frankfurt,) Die konstituierende Vollversammlung der In­dustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau wurde von Generaldirektor Professor Bernhard Salomon als Alterspräsi­denten eröffnet. Er begrüßte die neu in die Industrie- und Han­delskammer gewählten Herren und betonte, daß die Jndustrie- 11 nb Handelskammer nach dem Gesetz und ihrer Verfassung die Gesamtinteressèn ihres Bezirks wahrzunehmen habe. Gerade in unserer heutigen schwierigen Zeit könne nur durch das Zusam­menwirken ber in den Kammer» vereinigten Berufsstände, und nur wenn jeder den Leiden und Nöten des andern und seinen berechtigten Interessen Verständnis und Unterjtüimng entgegen­bringt, das Allgemeinwohl gefördert und damit zugleich die jedem Berufsstand gebührende Berücksichtigung zu Teil werben. Die darauf folgende Wahl des Präsidiums ergab die Wieder­wahl von Otto Hauck als Präsidenten, Professor Dr. Salomo»

druck aus,zuüben. Als Vertreter des „Sicherheitsstandpunktes" nahm er regèn Anteil an der Befestigung der französischen Ostgrenze. Maginot ist 55 Jahre alt geworden.

Angesichts des Todes Maginots und der Erkrankung Briands werfen heute mehrere Blätter die Frage auf, ob Laval nur Maginot durch eine andere Persönlichkeit ersetzen oder dem Präsidenten die Eesaintdemission des Kabinetts anbieten wolle; hierdurch hätte Laval die Möglichkeit, eine Umbesetzung seines Kabinetts vorzunehmen. Sollte nur der Posten Maginots neu besetzt werden, dann käme nach Mei­nung der Presse nur sein Fraktionsgenosse Fabry, Redakteur des „Jntransigeant" in Frage. Sollten die Gerüchte »m treffen, daß auch der Posten Brianids umbesetzt werden soll, so käme hierfür — wie verlautet — Paul Boncour unter Umständen in Frage.

Dietenglische Atlantik-Flotte durch Sturm am Auslaufen 'n verhindert.

London, 7. Jan. Die Atlantik-Flotte, die gestern zu ihren Frühjahrsmanövern auslaufen wollte, mußte wegen des Sturmes im Hafen bleiben. Die Zerstörer, die bereits ausgelaufen waren, kehrten in den Hafen zurück. Einer von ihnen erlitt Beschädigungen am Steuerruder und mußte im Schlepptau nach dem Hafen gebracht werden. Die Windstärke überstieg zuweilen 120 Stundenkilometer. Der Dampfer, auf dem Lloyd George von seiner Ceyloner Erholungsreise zurückkehrt, meldete gestern abend aus dem Aermelkanal, daß er mit sehr starkem Sturm und sehr s schweren Seen zu kämpfen habe.

Die Lage in Indien.

Wieder Verletzung des Salzmonopols.

Karachi, 6. Jan,. Sechs Kongreßfreiwilliße haben an der Meeresküste verbotenerweise Salz hergestellt und es später in einer Volksversammlung verkauft. Die Polizei ist nicht gegen diese Verletzung des Ealzmonopols einge­schritten.

Die Londoner Blätter sind einmütig der Ansicht, daß das energische Vorgehen des Vizekönigs gegen den indischen Nationalkongreß erfolgreich gewesen ist. Die bri­tischen amtlichen Kreise halten es für fraglich, ob die Kon­greßanhänger, die durch die Massenverhaftungen plötzlich ihrer Führung beraubt worden sind, imstande sein werden, planmäßige Kampfmaßnahmen zu organisieren.

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als Vizepräsidenten und ersten Stellvertreter des Präsidenten und Wilhelm Hosmann-Vang, Paul Hirsch (Frankfurt a. M.), H. C. Deines (Hanau). Kommerzienrat Dr. ing. e. h. Adolf Koehler (Wetzlar) als Vizepräsidenten der Kammer. Geh. Re­gierungsrat Dr. Adolf Haeuser, Kommerzienrat Eduard Seit von Speyer und Geheimrat Dr. Arthur von Weinberg wurden auf weitere zwei Jahre zur Industrie- und Handelskammer zu­gewählt.

Frankfurt n. M., 6. Jan. (Senkung der Rollge­bühren.) In Würdigung der allgemeinen Preissenkungsbe­strebungen der Reichsregierung hat die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. mit Wirkung vom 11. Januar 1932 die Roll­gebühren der bahnamtlichen Güter- und Expreßgutbestatter in Cronberg, Diez, Frankfurt a. M., Fulda, Gießen, Offenbach und Wetzlar herabgesetzt. Die Senkung beträgt, abgesehen von den beiden untersten Gewichtsstasseln. für Expreßgut an den Orten ohne Zoneneinteilung bis zu 10 Prozent, an den übrigen Orten in bei ersten Zone bis zu 10 Prozent, in der zweiten Zone bis zu 15 Prozent und in der dritten Zone bis zu 20 Prozent. Der neue Aufbau des Rollfuhrwesens wird bei allen Bahnhöfen mit GLterbestättcrei ab 1. März 1932 durchgeführt.

Frankfurt a. M., 6. Jan. (Wirtschaftsbetrieb auch in Eilzüge».) Vom 6. Januar ab wird in den zwischen Frankfurt a. Nk. und Altona verkehrenden Eilzllgen E 71/72 (Frankfurt a. M. ab 9.02 bzw. an 21.42 Uhr) von ber Mitropa versuchsweise ein Wirtschaftsbetrieb eingerichtet. Zum Ver­kauf an die Fahrgäste gelangen kalte Getränke, Rauchwaren, Kaffee, Fleischbrühe, Eierspeisen, warme Würstchen u. borg!. Die Verabreichung an die Fahrgäste erfolgt in den Abteilen während ber Fahrt durch das Pcr'mnal der Mitropa. Der Ver­such wird voraussichtlich Ende Januar auch auf das Eilzugp.aar E 161/162, das zwischen Frankfurt a. M. und Berlin verkehrt, ausgedehnt.

Hana», 6. Jan. (Versuchter Postraub in Mar­joß.) In der Nacht zum 30. Juni v. I. hatten die Brüder Fritz und Ferdinand Pohl aus Altengronau sich nach Marjoß (Kreis Schlüchtern) begeben und dort versucht, in das Gebäude der Postagentur einzuiteigen, um einen sich lohnenden Raub auszuführen, da sie nach ihrer Aussage Geld benötigte». Am Dienstag standen sie vor dem Erweiterten Schöffengericht in Hanau und legten ein Geständnis ab, nachdem sie während ber vier Monate dauernden Untersuchungshaft hartnäckig geleugnet hatten. Das Leugnen war auch zwecklos, nachdem ein abge­fangener Kassiber ihre Schuld deutlich bargelegt hatte. Sie erhielten unter Anrechnung der Untersuchungshaft von vier Monaten wegen versuchten schweren Diebstahls je fünf Monate Gefängnis. Die Anklage halte ihnen auch noch die Perübung zweier vollendeter Einbruchsdiebstähle bei zwei Geschäftsleuten in Altengronau zur Last gelegt, doch erfolgte, da eine volle Ueberführung nicht möglich war, in diesem Punkte Freisprechung.

Erosz-Eeraii, 6. Jan. (Handwerkertagung in Groß- Gerau. Der Bezirksverband Groß-Gerau hatte die Vertre­ter der ihin üngeschlossenen Gewerbe vereine und Innungen zu einer Tagung nach Groß-Gerau eingclaben. In der gut besuch­ten Versammlung beschäftigte sich das Handwerk mit den Vor­gängen in ber Hessischen Handwerkskammer. Die Versammlung forderte schärsstes Eingreifen ber Organisation für das Verblei­ben des Syndikus Dr. Kollbach und nahm eine entsprechende Entschließung einstimmig an. Im weiteren Verlauf der Ta­gung machte ber Vorsitzende Ausführungen über größere Geld­beträge, die die Hamburger Lebensversicherungs-Gesellschaft aus ihren Mitteln der Hessischen Handwerkskammer zur Verfügung stellte. Die Verwendung dieser Gelder zur Abdeckung von be­stehenden teuren Groß-Krediten finde nicht die Zustimmung der Handwerker und liege auch sicherlich nicht im Sinne der Geld­geber.

Königstädten (Kreis Groß-Gerau), 6. Jan. (Drohung gegen einen Bürgermeister.) An der.Toreinfahrt eines hiesigen Einwohners wurde nachts ein Anschlag ange= bracht, in dem u. a. Bürgermeister Einsiedel und feine Frau mit dem Tode bedroht werben. Det Gemeinberat hielt eine driagliche Sitzung ab, in der mit Srrcgifttg von dem Anschlag Kenntnis genommen wurde. Der Genteinberaf beschloß ein» stimmig für die Ermittlung der Täter eine Belohnung von 100 Mark auszusetzen. Dem Bürgermeister wurde cinitimmig das Vertrauen ausgesprochen. Ferner würbe er gebeten, in derselben tlbeife wie seither die Geschäfte der Gemeinde zum Segen aller Einwohner weiter zu führen.

Lehrling sucht wegen 20 Mark den Tod.

Berlin. Der 17jährige Fleischcrlehrling Paul'^orgau hatte seine Kleider am Ufer des Teuipliiicr Lees zuruckgelassc» mit einem Zettel, auf dem stand: „Sachen abzugeben bei Morgan, Neukölln Warthestroße 45.* Die polizeilichen Rachwnchungc» ergaben, daß Torgau, ber bei einem Fleischer»,elfter in Die «ebre ging für diesen Rèujabrsbestellnngtn ansfubren mußte, wobei er 20 Mark verlor. Gr wußte nicht, wie er das Gelb ersetzen sollte und bat vermitUicb in seiner Bedrängnis Selb,:- mord begangen. Seine Leiche konnte jedoch noch nichl gefunden werden.'