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ZriZuikonferenZ am 18. Januar.

Lausanne als Tagungsort.

An zuständiger Berliner Stelle wird nunmehr be­stätigt. daß sich Vic Neichsregterung der dringenden An­regung der englischen Regierung, die Regterungskonferenz am 18. Januar in Lausanne stattfindcn zu lassen, nicht habe verschließen können.

Äiaggevend für Ort und Zeitpunkt sei der rein tech­nische Gesichtspunkt, daß in Gens am 25. Januar die Ratstagung und am 2. Februar die A b r ü st u n g s - konferenz planmäßig beginnen sollen, wobei eine Reibe von Ministern und auch Htlssarbeitern sogar in allen drei Konferenzen tätig sein müssten Es ist nicht be* sannt geworden, daß etwa andere Regierungen, denen England den gleichen Wunsch ausgedrücki hat, Einwen­dungen erhoben haben Vielmehr ist anzunehmen, daß On und Zeitpunkt der bevorstehenden Tribulkonserenz Hiermit e n d g ü l t ig s e st st e y e n.

Senator Dsrah gegen Tribute und Krisasschuèden.

Senator Borah äußerte sich zum Reujahrstag folgen- dermaßen: Ich persönlich bin der Auffassung, daß die europäischen Fragen nickst gelöst werden können, so lange nicht die Bestimmungen des Berfailler Friedcnsdiktatcs modifiziert und die Kriegsschulden herabgesetzt worden sind.

Ter Friede, der setzt herrscht, ist auf Waffenmacht basiert Eine Rüstungsverminderung in Europa ist undenkbar, so lange es G e s a h r e n m o m e n t e wie den polnischen Korridor, das zerstückelte Ungarn und die russische Drohung gibt, die sogar in 5000 Seemeilen ent­fernt liegenden Staaten Angst hervorgerufen hat und den mU stand bedingt, daß die Vereinigten Staaten es bisher unterlassen haben, Iowjerrußland anzuerkennen.

Amerika ist nicht imstande, die Krise ohne eine Zu- samtnenarbeit mit Europa zu überwinden.

Wir und in wirtschaftlicher Hinsicht eng miteinander verbunden.

Der Reichstag im neuen Jahre.

Der Ältestenrat des Reichstages tritt am 11. oder 12. Januar zulammen, um Darüber zu entscheiden, ob der Reichstag, wie ursprünglich beabsichtigt, erst am 23. Fe­bruar oder bereits vorbei zusammentreien soll. Man nimmt an, daß Der kommende Tagungsabschnitt von längerer Dauer sein wird, Da umfangreiche Be- raiungsgegenstände vorliegew Der Reichshausbaiisplan für 4932 soll unmittelbat im Anschluß an Die Tribntver- Handlungen ausgestellt und Den gesetzgebenden Körper­schaften zugeleiiet werden

Beiannllich beginnt das neue Haushaltsjahr diesmal erst am I Juli, Da infolge des Hoover-Moratoriums das laufende Haushaltsjahr durch Notverordnung bis zum 3d Juni verlängert wurde Dem Reichstag wird also zur Beratung des neuen Hausbaltes genügend Zeit zur Verfügung stehen Jm übrigen harren für Die nächste Reichstagstagung zahlreiche Gesetzgebungswerke Der Er­ledigung, |o u a. die Strafrechtsreform, das Zugabewesen, das Beamiendisziplinarrecht, das BensionSkürzungSgesetz, das Reichswasierstraßengejetz. dessen Entwurf bis dahin fertiggeftclU sein Dürfte, und eine Lerwaltungsreform in der Sozialversicherung. J

Die Ausschußarbeiten werden im Rèichstâg bereits in der ersten Januarbälfte wieder ausgenommen werden. Am 12 Januar tritt der Snafrechtsausschuß zu einer mehrwöchigen Tagung zusammen, um Die Borberatung der Strafrechtsreform abzuschließen Auch Der Haus- baltsansschutz, Der Volkswirtschaftliche Ausschuß, Der Wobnungsansschuß und andere Reichsiagsausschüsse haben für die nächsten Wochen neue Tagungen angesetzt.

Rumpler und feineTaube".

Jam 6(1. Geburtstag des bekannten Ingenieurs.

Am 4. Januar feiert Der bekannte Jngenieur Dr.-Jna. G d m 11 n d Rumpler seinen 60. Geburtstag. Während i>es Wel ^! lieges fug man lano? Jeir aus schöne Lied: .Ich glaube, ich glaube,

Dort oben fliegtne Taube . . .*

Tiefe Taube, die Dort oben flog, war leider nicht die Friedenstaube mit dem Olblatt im Schnabel, sondern die berühmteRumpler-Taube", die als Aufklärungsflugzeug sehr geschätzt wurde. Edmund Rumpler, der von Geburt Österreicher, jetzt aber deutscherBürger ist,ist eine Der ersten Autoritäten auf dem Gebiete des Flugzeug- und des Auto- mobilbaues. Zahlreiche umwälzende Neuerungen sind igm zu verdanken. Er war es, Der Die grundlegende Form ber deutschen Automobile geschaffen hat, und er war es der Die erste deutsche Flugzeugsabrik begründete. Im ^ahre 1926 kündigte er auf der Tagung der wissenschaft­lichen Gesellschaft für Luftfahrt in Düsseldorf das ^rans- ozeanflugzeug für 136 Passagiere und 35 Mann Besatzung fDaju Kracht, Post und Gepäck) an. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten über Automobilbau und Flua- technrk veröffentlicht.

Aus 600 Versicherte ein Kassenarzt.

Die Verständigung zwischen Ärzten und fitantentaffen.

Eine Verordnung, die der Reichsarbeits­minister veröffentlicht hat, beendigt den Kampf zwischen Ärzten und Krankenkassen und beurkundet den Frieden zwischen den Parteien.

Für Den kassenärztlichen Dienst sind die Mantel- und Gesamtverträge maßgebend. Der Einzel­vertrag kommt dadurch zustande, daß der Arzt durch eine schriftliche Erklärung dem Gesamtvertrag beitritt. Die Verträge regeln Art und Umfang der kassenärztlichen Leistungen. Für die ärztliche Versorgung der Kassenmit- glieder und ihrer Angehörigen wird eine gegen 1930 e r- mäßigte Gesamtvergütung gewährt. Die kassen- ärztliche Vereinigung verteilt die Gesâmtvergütung unter ihre Mitglieder noch Art und Umfang der von diesen bewirkten Leistungen. Die kassenärztliche Vereinigung übernimmt zudem die Gewähr.für eine ausreichende und zweckmäßige Behandlung Der Kranken und für die wirt- schaftliche Verordnung von Arznei und Heilmitteln.

Die Verordnung löst zugleich ein wichtiges sozial- ärztliches Problem: die I u n g a r z t f r a g e. Nach der bisherigen Regelung kam erst aus tausend Versicherte ein Kassenarzt. Zugunsten der Iungärzte wird diese Ver- hältniszahl in der Weise verbessert, daß schon a u f s e ch s - hundert Versicherte ein Kassenarzt zu- gelassen wird. Dadurch verkürzt sich gegen früher die Wartezeit der meist gut ausgebildeten Iungärzte.

Das neue Jahr.

Empfänge beim Reickspräsidenien.

Am Reujahrstag fanden beim Reichspräsidenten die üblichen Empfänge statt. Tie wurden durch das Aufziehen der Wache cingelcitel, deren Meldung der Reichspräsident an der Tür seines Hauses entgegennahm Eine große Menschenmenge, die sich vor dem Reichsprästdentenpalais eingcfunden hatte, begrüßte den Reichspräsidenten mit lebhaften Rufen

Zunächst erfolgte der Empfang einer Abordnung Der .Hallore n", Der altenSalzwirkcrbrüderjchafi tm Thale zu Halle", die zum ersten Male feit dem Weltkrieg wieder dem Reichsoberhaupi nach altem Brauch Salz, Soleier und Schlackivurst sowie ein Gcdichi darbrachte, in dem dem Reichspräsidenten ein frohes Glückauf zu­gerufen und ihm und Dem Vaterland Treue gelobt wird. Das Gedicht schließt mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß das Reich bald wieder reichen Aufschwung nehmen möge.

Die Diplomaten.

Um 12 Uhr fand im großen Saal des Reichs- prästdenhauses der Empfang des Diplomatischen Korps statt, dessen Glückwünsche der Apostolische Nuntius Mon­signore O r s e n i g o darbrachte. In seiner Ansprache er­klärte der Nuntius u. a.: Das Jahr, das soeben abgelaufen ist, war zweifellos eines Der schwierigsten und härtesten für alle Völker, aber in ganz besonderem Maße für Ihr deutsches Volk Es hat der Welt mit tragischer Eindring­lichkeit geoffenbart, wie eng und unlösbar Die wirtschaft­lichen Bande sind, welche Die Völker miteinander ver­knüpfen. Bande so eng, daß Die Wohlfahrt jedweder Nation, ob Siegerin oder Besiegle, heute nicht mehr vor­stellbar ist, es sei denn im Rahmen einer gewissen, die ganze Welt umsassenden Gesamiwohlfahrt.

Deutschland wurde schwer von der großen Weltkrise getroffen, aber all das hat nicht vermocht, ihm seine Willensstärke zu rauben, noch feinen Mut zu lähmen Wir wünschen ihm. daß feine harten Anstrengungen bald von Erfolg gekrönt würden.

Der Nuntius schloß, zugleich im Namen der Staats­oberhäupter mit innigsten Segenswünschen für den Reichspräsidenten.

Reichspräsident von Hindenburg

erwiderte mit Dankesworten und erklärte Dann u. a.: Mit eindrucksvollen Worten haben Sie die furchtbaren Schwierigkeiten gekennzeichnet, mit Denen an dieser Jahreswende alle Völker am schwersten wir Deutschen, zu ringen haben. Mir dankbarer Genugtuung kann ich Ihre Worte bestätigen, in Denen Sie Davon sprachen, daß die bittere Not nicht vermocht bat, Dem deutschen Volk seine Willensstärke und seinen Mut zu nehmen Das hat es der Reichsregierung ermöglicht, Die äußerste Kraft ein­zusetzen, um Volk und Staat vor der Katastrophe zu bewahren Deutschland hat zu ungewöhnlichen, lies ein­schneidenden Maßnahmen greifen müssen. In uncr- schüireriem vaterländischen Bewußtsein hat das ganze Volk diese Opfer auf sich genommen

Auch die höchsten Anstrengungen des einzelnen Volkes reichen jedoch allein nicht aus, um der kritischen Lage Herr zu werden. Mit vollem Recht haben Sie betont, wie eng die Wohlfahrt jedes Landes heute mit der Wohlfahrt der anderen Länder verknüpft ist. Die ernsten Ereignisse des vergangenen Jahres haben diese Wahrheit der ganzen Welt aüf das eindringlichste vor Augen geführt.

Es gilt, diese Erkenntnis jetzt ohne Zögern in die Tat umzusetzen, wenn es gelingen sott, noch rechtzeitig einen Ausweg aus der Not anzubahnen. In verständnis­vollem Zusammenwirken müssen von den Negierungen Lösungen gefunden werden, die der unerbittlichen Wirk­

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieien

Merkblatt für den 3. Januar.

1829: Der Philologe Konrad Duden auf Gut Vossigt bei Wesel geb.- 1872: Der Bildhauer Georg Wrba in München geb. 1929: Der russische Großfürst Nikolai Nikolajewitsch in Arches gest. 1931: Der französische Marschall Joseph Jacques Cesaire Joffre in Paris gest.

...".Nutzet die Zeit aus!« mahnt der Apostel. Ja, fei eigen­nützig, wo es sich um das jenseitige Leben handelt! Hier ist der Etgenmitz eine Tugend. Du hörst so oft sagen, daß Zeit Geld ist, und in einem höheren Sinne gilt das Wort für den Christen. Cr soll für den Himmel mit der Zeit ärger geizen als die Welt- menschen, welche jeden Augenblick für ihren Vorteil und zum Gelderwerb ausnützen. Laß im neuen Jahr keinen Bruchteil einer Stunde verloren gehen, sondern drücke jedem Tag von neuem das Siegel der Ewigkeit auf, indem du dich morgens er­hebst mit dem Gedanken: In Gottes Namen!

Wie wird das Weiter?

Der Wetterumschlag, Der unmittelbar vor Weih­nachten einjetzte, brachte ganz Deutschland Tauweiier. Selbst in Den Mittelgebirgen tktterte Die Quecksilbersäule zumeist über Den Gesrierpunkt. Im Nordwesten Deuisch- ianos wurden 810 Grad Wärme gemessen und in Eng­lund sogar 17 Grad Celsius. Sei anßerordenilich starke Tiesdruckwirbel haue an Der Küste schwere Stürme zur Folge. Kurz vor Jahresschluß trat aber ein neuer Um­schwung ein. Während sich das Tiefdruckgebiet nach Ruß­land verzog, stieg im Westen "no Der vu hörnet iangjam, aber stetig. Ein Hochdruckgebiet entwickelte sich über Skandinavien, und auch über Island und Irland lagen Gebiete hohen Luftdrucks. Infolgedessen drehten sich in Deutschland Die Winde allmählich über Nordwesten nach Norden. Wir kamen langsam in falte Lustströme, Die vom Norden südwärts getragen wurden. Schon Mitte der Woche kam es zu verbreiteten Schneefällen.

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Durch die zusammensinkende Kaltluft hat sich von Spanien über Teutjchland hinweg ein Hochdruckrücken gebildet, in dem es bei Aufheiterung in der Neujahrsnacht zu sehr starken Strah- lungsfrojten blsiniter minus 15 Grad Celsius kam. Inzwischen ist aber über Westeuropa wieder starke Wirbeltätiqkeit im Nbgenjalle bis an die englische Kanalküste bei Tem- perniuren bis plus 10 Grad hervorruft. Auch bei uns wird a Wejtjtromuna durchsetzen und Milderung des Frostwet- Wahrscheinlich kommt es noch zu Nieder- die aber vorwiegend als Schnee niedergehen werden, ^b Wetters ist noch nicht absehbar, abenb: Vorwiegend bewölkt, zeit- ^Eüe auch Niederschlag, der bis» auf das nördliche Deutschland noch weilt als Schnee mebergeht, südwestlich ausfrischende Winde, milder, aber in unserm Bezirk noch weiterhin Frost. Witte- rungsausftthfen für Sonntag: Milderes und unbeständiges Wetter wahrjcheinlich, doch i|t die Entwicklung einer Tauwetter- läge noch nicht sicher vorauszusehen.

lichkeit Rechnung tragen und so die Gesundung von Wirtschaft und Finanzen in der Welt ermöglichen

Neben dieser Aufgabe steht für das kommende Jahr mit nicht minderer Dringlichkeit eine andere, deren Er­füllung Sie als das Ziel der Sehnsucht der Völker be­zeichnet haben Kein Volk kann das

Ende der kriegerischen Rüstungen aufrichtiger und stärker herbeiwünschen als das deutsche Volk Es wäre für die Welt verhängnisvoll und es darf deshalb nicht sein, daß Die Erwartungen in Der Frage Der Abrüstung nochmals enttäuscht werden Auch auf Diesem Gebiet kann tu Zukunft kein verschiedenes Recht hn Die einzelnen Völker gelten, wenn das Vertrauen, Die Grund läge aller Völkerbeziehungen, wiederhergestellt werden soll

Der Reichspräsident schloß mit Dem Wunsche, daß das neue Jahr in allen diesen Schicksalsfragen endlich b e - freiendeTaien bringen und daß es den Regierungen gelingen möge, sich in vertrauensvoller und gerechter Soli­darität zusammenznfinden

Die Rcichsrcgierung.

Anschließend sand Der Empsang Der Reichsminister und Staatssekretäre statt, wobei Reichspostminister Dr. Schätzel als Vertreter des Reichskanzlers dem Reichs­präsidenten die Glückwünsche Der Reichsregierung über­brachte Dr Schätzel führte u a aus: Mit der Reichs- regierung vereint sich das ganze deutsche Volk und wünscht in dankbarer Verehrung, daß Ihnen auch im neuen Jahre Gesundheit und Wohlergehen beschieden sein mögen

Die Worte, die Sie, Herr Reichspräsident, gestern mahnend und anfrichtend dem deutschen Volke zuriefcn, werden neue Zuversicht und Hoffnung in jedes deutsche Herz tragen. Gemeinsam wie die Not muß auch die Arbeit an der Rettung sein

Der Reichspräsident erwiderte mit Worten des Dankes und besten Wünschen für den Erfolg der Arbeit im neuen Jahre. Ich erkenne dankbar an, so erklärte der Reichspräsident in seiner Ansprache, daß der Herr Reichs­kanzler und Sie mit hingebender und pflichttreuester Arbeit alles getan haben, um Deutschlands Finanzen und Wirt­schaft den veränderten Verhältnissen anzupasien.

Die in ernsten Tagen immer bewährte moralische Kraft des deutschen Volkes, sein stets bewiesener Wittr zur Selbstbehauptung und sein stark ausgeprägter Ordnungs­sinn haben Deutschland befähigt, Opfer zu tragen und standzuhalten. Ich bin im Innersten überzeugt, daß Deutschland auch in Zukunft alle Gefahren überstehen wird, »venu es nur einig und treu ist

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Reichstag, Reichk-rat, Wehrmacht.

Anschließend empfing Der Reichspräsident den Reichs- tagspräsidenien Löbe und Den Reichsiagsvlzepräsidemen von Kardorfs zur Entgegennahme Der Glückwünsche ses Reichstages Es folgte Der Empfang einer Abord­nung des Relchsrais, bestehend aus Dem preußischen Iustizminister Dr Schmidt, Dem bäuerischen Gesandten Dr von Preger, dem sächsischen Gesandten Dr Gradnaner und dem braunschweigisch - anhaltischen Gesandten, Erzellenz Boden Die Glückwünsche der Wehrmacht sprachen aus der Ches der Marineleiiung Admiral Raeder, zugleich im Namen des beurlaubten Reichswehrministers, sowie General der Infanterie Hasse.

Reichsbahn und Reichsbank.

Weitere Glückwünsche überbrachten Vizepräsident Dreyse und die Geheimen Finanzräte Dr. Bernhard und Seiffert für das Reichsbankdirektorium, ferner General­direktor Dr. Dorpmüller und Die Direktoren Dr. Weyrauch und Dr. Voigt für Die Reichsbahnhaupwerwaltung.

Wintersportwetterbericht vom 31. Dezember.

Rhön: Im allgemeinen klares Wetter, sehr gute Sportmög- lichkeiien für Ski und Rodel bei Pulverschnee. Wasser- kuppe: 12 Grad Kälte, Schneehöhe 22 cm, 35 cm Neuschnee. Gersfeld: 9 Grad Kälte, 20 cm Schnee, 610 cm Neuschnee.

Vogelsberg: Witterung allgemein klar, Sportmöglichkeiten für Ski und Rodel überall sehr gut (Pulverschnee). Hohe- robstopf: 10 Grad Kälte, Schneehöhe 2025 cm, 8 cm Neuschnee. H e r ch e n h a i n e r Höhe: 5 Grad Kälte, Schnee­höhe 25 cm, 5 cm Neuschnee. Hochwaldhause n: 11 Grad Kälte, 1015 cm Schnee, 2 cm Neuschnee.

* Fulda, den 2. Januar 1931.

Am Wochenende.

Eriiß Gott im neuen Jahr! Da hätten wir nun die Serie der Fest- und Feiertage wieder einmal hinter uns. Wenn am Silvesterabend die letzte Kerze am Christbaum erlischt, bann schleicht sich in manches Herz so etwas wie leichte Trauer, und der Kern dieser Trauer am Silvesterabend liegt nicht darin, daß die Zeit zu schnell ober zu langsam vorübergeht, sondern daß sie vorübergeht. Darüber täuscht auch der übliche Sil­vesterspuk nicht hinweg.

Nach dem Aberglauben der Vorfahren befinden wir uns um diese Zeit mitten in denZwölften". Man verstand und ver­steht auch heute noch im Fuldaer Lande darunter die zwölf" Nächte vom Christabend bis zum Dreikönigstag einschließlich. Der Landmann beobachtet in denZwölften" das Wetter der 6. Januar ist für das ganze Jahr ausschlaggebend. Jede Nacht m den Zwölften bedeutet einen Monat des neuen Jahres. Für dieHellseher" sind die zwölf Nächte von großer Vedeu- tung. Anfangs Januar erfahren wir bann hier und da was uns im neuen Jahre bevorsteht. Auch bei uns in Fulda zeigte sich dieser Tage ein wandernderHellseher": er verknuste seine in Leipzig gedruckten Prophezeiungen im Zeichen der Notver­ordnung mit 10 Pfennig. Ein Horoskop kostete dagegen chon oll Pfennig bis 1 Mark. Glücklicherweise prophezeite der Wau- derprophet für das kommende Jahr nur Gutes!! Deshalb wollen wir auch all die pessimistischen Vorhersagen für 1932 an denen es wahrhaftig nicht fehlt, nicht allzu tragisch nehmen. Wir willen ohne Hellseherei, daß für jeden Einzelnen und nicht minder für die Stadt Fulda ein schweres Jahr be­vorsteht. Mir wissen ferner, daß das neue Jahr für Mieter und Vermieter Prozesse in Menge bringen wird. Mir wissen jetzt schon, daß Gips und allerlei Baustosse wesentlich billiger geworden sind und wir hoffen, daß auch die Artikel des täg­lichen Bedarfs sich weiter verbilligen werden. Wir wissen auch, daß die Existenzmittel der Arbeiter und der kleinen und mitt­leren Beamten nicht weiter beschnitten werden dürfen. Alles in allem wissen wir jetzt-schon, ohne jede pessimistische Anwand­lung, daß 1932 eines der schwersten Jahre in jeder Beziehung sein wird, und deshalb wollen wir erst recht hoffen, daß bie= sein Tiefstand wieder ein Aufstieg folgen wirb. "Jeder Depres­sion ist seither eine neue Konjuiiktur im wirtschastlichen Leben grsolgt warum soll es in dieser größten Notlage anders