Einzelbild herunterladen
 

8»

Mzelgenprels: $ür BehSröen, Genossenschaf ; ten, Banken usw. beträgt Sie Kleinzeile 0.30 Hit, '

Moaer -Anzeiger

rschxint jeden MerkLag.Bezugspeeis: monatlich 2.00 RM. Bei LieferungsbehinSerungen durch höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver- lcgcr. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Hr.16009

9^71 T932

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg §ulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisbla« Reöaktkon und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-^nsthluß Nr. 298» Nachdruck der mit* versehenen flrüket nur mit DueUenangabe .Hilâaer finzeiger'geskattet.

für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für Sie Reklamezeile 0.90 M. u. alle anderen 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark Bet Rechnungsstel­lung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­gen » Tag- und Platzvorschriften unverdinölich.

Fulda, Samstag, 2. Januar

KWSMMKtEH«^^

Jahrgang

!

Hindenburg an das deutsche Volk.

Dir Zsischsß des Reichspräsidenten.

Am Silvcstcrabcnd sprach Netchsprästdeni von Hindenburg über sämtliche deutschen Rundfunk, sinder zum deutsche Volke. Der Reichspräsident sprach un- mittelbar aus seinem Arbeitszimmer im PrâsidcntcnpalaiS in der Wilhctmftratze Hier war eigens zu diesem Zweck, eine Mitrophonanle.gr gebaut worden. Der Charakter eines besonders feierlichen Staatsaktes war auch dadurch gewahrt worden, daß Ankündigung und Einleitung der Ansprache durch den Intendanten des DeutschlandscnderS selbst erfolgte und nicht aus dem Scnderanm des Funk­hauses. sondern aus dem Brästdentcuvalais.

Der Reichspräsident spricht.

Die Rundfunkrede des Reichspräsidenten am Silvester- abend lautet:

Deutsche Männer und Deutsche Frauen!

Aus meinem Amt als Reichspräsident und auS bet Tatsache, baf; ich als hochbetagter Mann einen verhältnis­mässig graften Abschnitt deutscher Geschichte miterirbt Hube, folgere ich die Berechtigung, heute, als dem Abschluß eines schicksalsschweren Jahres, wenige, aber treugcincintc Worte an Sie zu richten, um Ihnen zu helfen, die Not der Zeit zu tragen.

Ich bin mir voll bewusst, welche gewaltigen Opfer von jedem von uns verlangt werden, damit wir es versuchen können, durch eigene Kraft die gegenwärtige Notzeit zu überwinden. Dem deutschen Bolte gebührt aufrichtigster Dank und hohe Anerkennung für die bisher bewiesene Opferbercitschast und für die Geduld, mit der cs in Er­kenntnis der harten Notwendigkeit alle Leiden und alle Lasten getragen hat Das sei hier zuerst gesagt

Aber die Größe dieser Opfer, die wir dringen, vc- rechtigt uns dem Auslande gegenüber gleichzeitig zu der Forderung, sich unserer Gesundung nicht durch Zu­mutung unmöglicher Leistungen cntgegcnzustcüen. Auch in der Abrüstungsfrage darf Deutschland sein gutes Recht uicht vorenthaltcn werden. Unser Anspruch auf gleiche Sicherheit ist so klar, daß er nicht bestritten werden kann.

Unwillkürlich denke ich zurück an Tannenberg. Unsere Lage war damals gleichfalls schwierig. Sehr gewagte Entschlüsse mussten gefasst und hohe Anforderungen an die Truppe gestellt werden, um deS Erfolges nach Mög­lichkeit gewiß zu sein. Da mag mancher innerlich Bedenken gehegt haben, aber daS Band gegenseitigen Vertrauens, treuer Kameradschaft, inniger Vaterlandsliebe und der Glaube an uns selbst hielten uns fest zusammen, so daß die Entscheidung nach mehrtägigem heißen Ringen zu unseren Gunsten auSfiel.

Auch heute rufe ich, abermals in ernster Zeit, und zwar ganz Deutschland aus zu gleicher treuer schicksal- vcrbundencr Einigkeit. Lassen Tic uns Hand in Hand unverzagt der Zukunft mit ihren sorgenschweren Ent­scheidungen entgegensetzen. Möge keiner dem Kleinmut unterliegen, sondern jeder unerschütterlichen Glauben an des Vaterlandes Zukunft behalten. Got hat Deutsch­land schon oft aus tiefer Rot errettet; er wird uns auch seht nicht verlassen!

Und nun wünsche ich dem deutschen Volke in seiner Gesamtheit und jedem einzelnen Deutschen aus vollem, Weitem Herzen ein gesegnetes neues Jahr!

Nach der Rede des Reichspräsidenten spielte die Musik das Deutschlandlied.

Die ö sterreichischen Sender waren an die deut­schen Sendergruppen angeschlossen. Für die nord- amerikanischen Sender, die ebenfalls angeschlossen waren, wurde nach Beendigung der Rede diese noch ein­mal in englischer Sprache wiederholt. In England wurde die Ansprache des Reichspräsidenten auf Schalb platten ausgenommen und dort etwas später über all« englischen Sender verbreitet.

*

Unerhörte kommunistische Störungen während der Rundfunkrede.

Die Ansprache, die Reichspräsident von Hindenburg am Silvesterabend im Rundfunk hielt, und die aus sämt­liche nordamerikanischen und dänischen Sender übertragen wurde, ist von einem fremden Sender gestört worden. Als der Reichspräsident am Schluß seiner Rede aus- führte:Auch heute rufe ich.. .", begannen die Störungs- versuche. Der kommunistische Propagandasender, der gegen Diktatur und Notverordnung ausrief, konnte von der Welle wieder verdrängt werden, so datz die Worte des Reichspräsidenten wieder deutlich zu hören waren. Die sich anschließende Übertragung ins Englische ging ohne weitere Störungen vor sich. In Amerika wurde die Neu­jahrsansprache des Reichspräsidenten von Hindenburg in voller Klarheit gehört. Die Rede hinterließ bei den vielen Millionen Zuhörern im ganzen Lande einen tiefen Eindruck. Der deutsche Generalkonsul in Newvork, Kiep, vermittelte den Amerikanern die englische Übersetzung.

Dar Bubenstück, die Neujahrsansprache des Reichs­präsidenten durch kommunistische Propaganda zu unter­brechen, findet in der englischen Presse erhebliche Beachtung und Worte schärfsten Tadels. Die englischen Öffentlichkeit ist die Rede des Reichspräsidenten eine halbe Stunde später noch einmal vom Rundfunk milgeteilt worden, wobei keinerlei Störungen »orkaman.

Entscheidungsjahr 1932

Parteiführer und Bünde zum neuen Jahr.

Adolf Hitlers Reujahrsaufruf.

Der Führer der nationalsozialistischen Bewegung er­läßt zum 1. Januar an alle Nationalsozialisten einen Auf­ruf, in dem es u. a. heißt: Das zwölfte Jahr des Kampfes unserer Bewegung ist zu Ende. Im Jahre 1931 ist unsere Bewegung zur größten Partei Deutschlands geworden. Deutschland ist im Begriff, in rapider Schnelligkeit natio­nalsozialistisch zu werden. Die Well geht einer Entschei­dung entgegen, die sich in Jahrtausenden oft rnrr einmal vollzieht. So klein und kurzsichtig die bürgerlichen Par­teien sind, erkennen sie im Bolschewismus auch jetzt noch nicht die Zerstörung aller menschlichen Kulturen. Hitler schließt: Nationalsozialisten! Wir gehen nun in das neue Jahr hinein in der Überzeugung, daß es das schwerste Jahr der Kampfes unserer Bewegung sein wird. Ich wiederhole, was ich das letzte Jahr von Euch forderte: Ich verlange von Euch nichts Ungesetzliches, fordere nichts, was Euer Gewissen in Konflikt mit dem Gesetz bringt, verlange aber, datz Ihr mir auf dem Weg, den das Gesetz genehmigt und mir mein Gewissen und meine Einsicht vorschreiben, in Treue folgt und Euer Schicksal mit dem meinen verbindet. Wir wollen als Kämpfer in dieser neue Jahr hineinmarschieren, aus daS wir es als Sieger verlassen.

$

Neujahrsbetrachtung des Prälaten Kaas.

Der Vorsitzende der Deutschen Zentrums- Partei, Prälat Dr. Ludwig Kaas, weist in einer Neu- jahrsbelrachtung Darauf hin, daß schwere materielle unD geistige Roi unseren Eintritt in das Jahr 1932 über« schattet.Sei, Jahr und Tag," so heißt es in der Betrach­tung,haben wir immer und immer wieder mahnend dar- aus hingewiesen, daß die aus den sogenannten Friedens- vertragen fotgernbe wirtschaftliche Erdrosse­lung und politische Deklassierung Deutsch­lands uns eine Stellung minderen Rechtes zuweist, mit der ein 60-Millionen-Volk von solcher Vergangenheit und solcher Zukunft wohl sich niemals abfinden könne. Um­sonst! Die Paragraphen haben über das Leben gesiegt, der Buchstabe über den Geist! Das Ringen zwischen Ver­nunft und politischer Interessiertheit hat soeben in Basel mit einem bedauerlichen, aber vielleicht gerade darum auf- rüttelndenU n e n t s ch t e d e n" geendet. WaS Basel nicht brachte, wird die Konferenz der Staatsmänner brin­gen müssen, wenn nicht das unübersehbare Unheil uns und der Welt in diesem Entscheidungsjahre 1932 beschicden fein soll. Deutschlands politische Führung steht in dem schwer­sten und entscheidendsten Kamps, der in der außenpoliti­schen Front seit dem Zusammenbruch zu führen war.

Der AuSgang dieses Ringens wird deutsches Schick­sal sein auf lange Zeit, wird Fortschritt ober Rückschlag, wird Aufstieg ober Abstieg, wird beginnende Befreiung aber verstärke Kette bedeutete.

Das Ausland zur Hindenburg-Ansprache.

Die Rundfunkrede des Reichspräsidenten hat, wie in vielen europäischen Ländern, auch in den Vereinigten Staaten einen großen Eindruck gemacht. In vielen Blättern werden die Worte Hindenburgs teilweise oder vollständig wiedergegeben,

Paris, 2. Januar. (Eigene Funkmeldung.)

Die französische Presse steht im Gegensatz zum übrigen Aus­land den Ausführungen des Reichspräsidenten in seiner Rund­funkrede im allgemeinen ablehnend gegenüber. Der sozialistischePopulaire" fragt, was Hindenburg sagen wolle, wenn er vom gleichen Recht auf Sicherheit spreche. Die össentliche Meinung in Deutschland wie im Auslande werde das so ausfassen, dag Deutschland das Recht auf Aufrüstung for­dern werde, falls die allgemeine Abrüstung nicht durchgeführt würde. Dieser These werde das Blatt sich mit gleicher Energie entgegensetzen, wie es die allgemeine (!) Abrüstung fordere. Der linksstehendeQ u o t i d i e n" sagt, der Sieger von Tan­nenberg habe als guter Deutscher gesprochen. Wenn die Deut­schen jedoch mit dem Reichspräsidenten erklärten:Genug mit den Opfern, genug mit den Tributen", so erklärten die Fran­zosen^ daß sie auf ihren Gläubigeransprüchen der freiwillig un­terzeichneten Verträge bestehen müßten.Journal^ be­hauptet, daß der Rede hes Reichspräsidenten Mäßigung fehle, weil in ihr Beseitigung der Reparationen und die Revision der militärischen Klauseln des Versailler Vertrages gefordert werden.

Glückwunschausiousch Deutschland - Österreich.

Anläßlich des Jahreswechsels haben Reichspräsident von Hindenburg und der österreichische Bundes­präsident M ' k l a s telegraphisch herzliche Neujahrs­wünsche ausgetauscht. Der Reichspräsident antwortete wie folgt:ES ist mir ein tiefgefühltes Bedürfnis, Euerer Exzellenz zum Jahreswechsel meine herzlichsten Glückwünsche auszusprechâ Möge das neue Jahr dem ganzen deutschen Volke das Ende seiner Not sichtbar werden lasse-."

MjâWundBuog des KMMserdMdcs.

Der Vorstand des Teutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser" hat eine Neujahrsk^endgebung erlassen, in der es heißt: Ter Versailler Vertrag hat im zwölsten Jahre seines Bestehens alle Länder und Kulturvölker in eine unabsehbare Katastrophe hineingeführt. Deutsch­land, durch den Machtspruch der Ungerechtigkeit Zerstückelt, in seinen besten Kräften gehemmt und geknebelt und durch die Nöte der anderen Länder ganz auf sich selbst an­gewiesen, macht die äußersten Anstrengungen, das Unheil des restlosen Zusammenbruchs zu bannen. Unerträgliche Lasten mußten jedem einzelnen aufgebürdet werden, um noch einmal zu versuchen Volk, Vaterland und Reich zu retten. Das Jahr 1932 wird

das entscheidungsvoUstc und vielleicht schwerste aller Notjahre des deutschen Volkes sein. Wenn die Opfer, die wir brachten und die noch gebracht werden müssen, um das Todeskreuz von Deutschland zu nehmen, nicht umsonst sein sollen, dann muß das deutsche Volk in allen seinen Gliedern, Teilen und Schichten untrennbar

im Geiste des Kämpfertums und bet Kameradschaft verbunden werden. Der Deutsche ReichskricgcrbundKvff- bäufer* ruft deshalb seine drei Millionen Mitglieder, die in Stadt und Land die starken Träger solchen Geistes sind, auf, mit allen Kräften in dieser Gesinnung zu wirken.

Das deutsche Volk darf nicht mutlos werden und di« Hoffnung verlieren! Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser", der im vergangenen Jahre feine' Kräfte millionenfach gegen die Lüge der Kriegsschuld und den Betrug der Abrüstung eingesetzt hat, wird in dem kommenden Notjahr alle so vereinten Kräfte auch cinsctzen für den

Kampf gegen die Scelcnnot des deutschen Volkes. Unkultur und Gottcntfrcmdung haben nie Raum im deutschen Volke gehabt; sie sind aber in dieser Zeit unserer schwersten seelischen Belastung ein Verbrechen.

Wir kämpfen für das Deutschtum und für die Ehre der Nation; wir kämpfen gegen bic Lüge von Versailles und gegen bett Bolschewismus.. Wir kämpfen mit Gott für ^olf und Reich!

Kleine Zeitung für eilige £efer

* Reichspräsident von Hindenburg sprach am Silvcsicrabcnd durch Rundfunk zum deutschen Volk, zu Nordamerika und z» England.

* Der Kampf zwischen Ärzten und Krankenkassen wird durch eine Verordnung des Neichsarbeitöministers beendigt.

* Zum Tagungsori der RegicrungSkonserenz wurde end« gültig Lausanne bestimmt

Am Neujahrstage fanden beim Reichspräsideuten bie üb­lichen Empfänge statt

Die Neujahrs-Ansprache des Reichspräfidente« hat itq Ausland große Beachtung gefunden.