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chffobermärkte im Regierungsbezirk Kassel.

in Fulda Rind, am 3. in Rodenberg Kram, Rind ^r^mcine; am 5. in Großenlüder, Hattendorf und Hirt , Virstein) Kram und in Kassel Beginn der acht- »messe; ^m 6. in Adorf Kram, Rind, Pferde und Hosenfeld Kram, in Hünfeld Schweine, in Kirch- Schweine und in Steinbach-Hallenberg Obst und 7 in Corb ach Cram, Rind, Pferde und Schweine, ^^ n'kenderg und Wächtersbach Rind, in Großenlüder, i't Tonern und Rotenburg Schweine, in Homberg Kram, Schweine, in Neumorschen und Wahls hausen (Ober» P am 8. in Corbach Schaf und Hammel und in Schweine; am 0. in Hess.-Oldendorf Kram, Rind und 12. in Rinteln Rind, Pferde und Schweine, in ^^i?-ntershausen) Kram unb in Windecken Kram, Rind M l-, âe- am 13. in Hünfeld, Obersuhl und Weyhers uff ff am 14- in Borken" und Neukirchen Kram, in Hanau Häsfeld und Sontra Kram, Rind und Schweine' in Tann Kram und Schweine; am 16. in Frielendorf Neustadt. Kram; am 19. in Apelern und Gudensberg , am 20 in Dreihausen Schweine, in Hünfeld und Kirch- Rind und Schweine, in Sachsenberg Kram und Rind, in Sitotern Rind, Pferde, Schweine, Schafe und Ziegen; in Leniachsen Kram; am 21. in Flieden, Rotenburg unb Span- n-J ftram, in Münchhausen Rind unb Schweine und in Kram, 'Rind, Pferde und Schweine; am 22. in Fuld a nm 26* in Rinteln Rind, Pferde und Schweine; am 27. d a^Kram (2 Tage), in Obernkirchen Kram, Rind und Meine und in Ste inbach-Hallenberg Gemüse; am 28. in 5selb Schweine, in Hanau Vieh, in Kleinern (Giflitz)

Schmalkalden Kram, in Wächtersbach Rind und in Wetter Rind und Schweine; am 20. in Burghaun Schweine, in fanünben und Rhoden Kram; ferner in Hanau jeden Sonn- ygrmittags Ferkel, jeden Mittwoch unb Sonnabend Obst I Gemüse, in Kassel jeden Montag und Donnerstag Cchlacht- nich am zweiten Mittwoch Pferde und am ersten und dritten Mittwoch Zuchtschweine.

Die zweite theologische Prüfung bestanden

in Kassel die Kandidaten der Theologie Herr R ü b e s a m von bin und Herr Luckemeyer, der das letzte Jahr über als writar in Fulda beschäftigt war. Ihre Ordination zum Mriamt soll dem Vernehmen nach am nächsten Frertag, den » Oktober nachmittags 5 Uhr in der Friedenskirche zu Kassel ilattiinben Die evangelische Gemeinde Fulda gedenkt ihrer üibittend und wünscht ihnen Gottes reichsten Segen für ihr ferneres Wirken im Dienste unseres Herrn Jesu Christi.

Missionsabend.

Heute abend spricht im Kindergarten des evangelischen Ge­meindehauses Herr Missionar Schoppe aus Liebenzell. Von seinen früheren Vorträgen her ist dieser Missionar hier gut be= sannt. Er, der auf Grund 30jähriger Tätigkeit unter den Chinesen deren Verhältnisse genau kennt und tiefe Einblicke in die Alacht bes finsteren Heidentums erhalten hat, weiß die Zu­hörer zu fesseln und sie für das Werk der Heidenmission zu er- wiirmen. Mit einem guten Besuch des Abends aus der evan­gelischen Gemeinde darf daher gerechnet werden.

Reitjagd auf dem Sickelser Truppenübungsplatz.

Alter Tradition gemäß erfährt der Reitjagdsport in unserer Garnison eine besondere Pflege. Ueber den Rahmen der dienst­lichen Vorschriften hinaus werden alljährlich um die Herbstzeit mehrere Reitjagden abgehalten, an denen sich außer den Offi- jieren unb Mannschaften der Garnison auch Anhänger des Reit­sports aus zivilen Kreisen beteiligen können. So fand auch gestern mittag auf dem Sickelser Truppenübungsplatz eine Fuâfijagd" statt. Obwohl das Publikum auf diese Jagd durch die Presse htngewiesen war, hatten sich außer einer größeren Anzahl geladener Gäste nur wenige Zuschauer eingefunden. Segen 12 Uhr ertönte das Signal zum Aufbruch, und alsbald erschienen die ersten Reiter, die hinter einem Gebüsch Aufftel- N genommen hatten, auf der Höhe des llebungsplatzes. Vor- «liefen dieHunde", geritten von zwei Offizieren, denen in drei großen Feldern die übrigen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften folgten. Graben und Hindernffse wurden da­bei im schneidigen Galopp genommen: ein unvergeßliches Bild für alle Zuschauer, wenn die einzelnen Felder fast geschlossen über die Hürden hinwegsetzten. Nach viertelstündigem Ritt lehrten die Reiter, begrüßt mit einem Halali-Signal, zurück. Der Jagdherr, Herr Oberstleutnant Lucht, nahnr nun die Brnchverteilung vor (jeder der 61 Teilnehmer erhielt einen Eichenlaubzweig). Mit einem kleinen Imbiß, einer Erfri­schung und bei zwangloser Unterhaltung nahm die Jagd ihr Ende. So angenehm der Verlauf dieser schönen Stunde auch »ar, vermißte man doch zum ersten Male die Teilnahme der uns unersetzlichen Regimentskapelle, durch deren Mitwirkung die Jagd zweifellos einen noch stimmungsvolleren Verlauf ge­nommen hätte.

Zum 12. Jahrestag der Technischen Nothilse.

Aufgabe der am 30. September 1919 gegründeten Techni­sch Nothilfe ist es, durch Einsatz freiwilliger Helfer und Hel- totoen Notstände in lebenswichtigen Betrieben und in Fällen w Not durch höhere Gewalt zu beseitigen. Unter Wahrung rengchr politischer und wirtschastlicher Neutralität verrichtete ne.ihren Dienst am Volk mit rund 109 000 Nothelfern in 6,1

Arbeitsstunden und zwar mit 91 000 eingesetzten Wilern in lebenswichtigen Betrieben und 18 060 höherer Gewalt. In der jüngsten Zeit wurde beson- »l1 Katastrophenhilfsdienst der Technischen überall größte Anerkennung fand, stark bean- ^n neues Aufgabengebiet stellt die Vorsorge und Mit- kÄM« T. N. im Gasschutz dar. Zahlreiche Gasschutz- wurden aufgestellt und ausgebildet. Die Mitwir- Maßnahmen, die der Linderung der großen Not [ fachtet die Technische Nothilfe als eine ganz be- -"glicht. Bei der Winterhilfe 1936-31 nahm Hilfsdienst einen größeren Umfang an. Notspeisun- Älf= "urchgeführt, Feldküchen mit und ohne Bedienung ^wni'lungen in Nothelferkreisen veranstaltet unb a. m.

da - senden Winter wird die Technische Nothilfe alles riffle ffV' Rahmen ihrer Möglichkeiten personelle und mate- iediwii* iu leisten. Wenn man noch hinzufügt, daß die tjMilse sich- auch im freiwilligen Arbeits- in nffffff ihren arbeitslosen Nothelsern und Nothelferinnen erst si^^â^öer Weise praktisch betätigt, so bekommt man Arbeit Ä^riff von der Vielseitigkeit und Bedeutung der ginn :hr technischen Nathilfe am Ende ihres 12. und zu Be-

65 neuen Tätigkeitsjahres.

fonnÄ /Wirtschaftliche Not.) Die weithin be- unb Langheinrich, die früher fast 200 Arbeiter sichen ÄefrfrtiW zählt infolge der traurigen wirtschaft- nur nM,, Asse besonders auch in der Textilbranche heute ^hr bck Ln» n$r en Viertel dieses einstigen Bestandes. Diese Einerlei LA^^rte wirtschaftliche Lage, für welche der Firnra in finan-^ffei^ ist, wirkt sich auch für unsere Stadt sichen M « Hinsicht recht ungünstig aus durch einen erheb- ichnziffoffkall an Steuerkraft und eine gesteigerte Arbeits-

Ach die Leinweberei von jeher fast der einzige, e!"NmiM Eeutenste und wichtigste Industriezweig unseres einmal beiiPro®oDfr Wir wollen hoffen, daß bald wieder feie eim> Jetten kommen werden, wo unsere TextiliNdu- hAnrich^ Blütezeit erlebt, und daß die Firma Lang- iUrü(ti(hnnpn k zachstes Jahr auf ein hunderjähriges Bestehen ten Stern ff; A ihren Gründungstag unter einem günstige- kann, als es heute der Fall ist.

29. Sept. (Ehrung eines verdienst- " veret n sck a m e r a b e n.) Dem Vor- ^lpar Mi^ff"A6^"âr des hiesigen Kriegervereins, Herrn Krieaerff^> freJ mut f> (Vatter) wurde am Sonntag a^strieq'e^ Hessen-Waldeck durch den Vorsitzenden des frönet Herrn Hauptmann a. D. Etliche &?r$frenfttreua erster Klasse verliehen. Eine zu diiE eraben des Kriegervereins Gersfeld fren die erschienen. In mehreren Ansprachen ®elen hervoraeivmffff^ ff^ Jubilars um das Kriegervereins-

9 ) ^"- Sti kurzen Worten dankte der Geehrte.

Eschwege, 26. Sept. (D r a n d st tf tuä g durch spitz? l e n d e Kinde r.) Zu dem Brand in Oetmannshaufen, dem drei Scheunen zum Opfer fielen, wird noch gemeldet, daß es der Polizei gelungen ist, als Brandstifter den 9jährigen Fritz Lie­berum zu ermitteln. An dem Unglückstage spieite der Junge mit noch einem anderen im Holzschuppen. Dabei kamen sie auf den Gedanken, Moos in Brand zu setzen, wobei das daneben liegende Stroh Feuer fing, und ehe die Jungens Hilfe herbei­holen konnten, stand der ganze Strohvorrat in Flammen. Die beiden angrenzenden Scheunen gerieten ebenfalls in Brand, und alle drei Gebäude wurden bis auf die Grundmauern einge­äschert.

Witzenhausen bei Kassel,29. Sept. (Nationalsoziali­sten wegen Landfriedensbruchs verurteilt.) Das Große Schöffengericht Kassel verhandelte gestern und heute in Witzenhausen gegen 14 wegen Landfriedensbruches ange­klagte junge Nationalsozialisten im Alter von 1726 Jahren. Die Angeklagten hatten, als der Jüdische Wanderbund vom 1.5. August am Ludwigsstein sein Reichstreffen äbhielt, die­ses Wandertretsfen wiederholt gestört. In der Nacht vom 4. auf den 5. August hatte der Führer des Störungstrupps in einer nattonalsozialiftischen Versammlung in Witzenhausen die Verabredung getroffen, einen nächtlichen Uebevfall auf die jüdi­schen Wanderer auszuführen. Dieser Ueberfall führte dazu, daß mehrere Teilnehmer an dem Wanderertresfen z. T. schwer verletzt wurden. Das Gericht verurteilte fünf Angeklagte wegen einfachen Landfriedensbruches zu je vier Monaten Ge­fängnis, einen sechsten, der noch jugendlich äst, wegen Des glei­chen Delikts zu zwei Monaten Gefängnis. Zwei andere Ange­klagte erhielten wegen Vergehens gegen das Waffengesetz je 50 RM. Geldstrafe. Alle anderen Angeklagten wurden freige­sprochen. Die Verhandlung ergab, daß die ursprüngliche An­sicht, daß die Deutsche Kolonialschule Witzenhausen selbst für die Vorgänge verantwortlich zu machen sei, den Tatsachen nicht entspricht.

Kassel, 27. Sept. (Tagung des Vorstandes des K u r h e s s i s ch-W a l d e ck i s ch è n St äd t e ta g e s.) Unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Stadler fand am Frei­tag eine Sitzung des Vorstandes des Kurhessisch-Waldeckischen Städtetages in Kassel statt. Die Versammlung befaßte sich in der Hauptsache mit der Durchführung der preußischen Spar-Not- rerordnung. Die Richtlinien der Minister des Innern und der Finanzen wurden eingehend durchgesprochen. Für die Durch­führung schloß sich der Vorstand des Kurhessisch-Waldeckischen Städtetages den Richtlinien des Preußischen Städtetages an. Hinsichtlich der Kürzung der Unterstützungsrichtsätze im Wohl- sahrtswesen wurde erneut der Forderung Ausdruck gegeben, innerhalb geschlossener Wirtschaftsgebiete, wie zusammenhän­gende Städte und Landkreise, eine Einheitlichkeit der Richtsätze überhaupt herbeizuführen. Weiter behandelte man noch ein­gehend das kommunale Umschuldungsproblem und bezeichnete die Beschleunigung der Umschuldung als dringend erforderlich.

Biedenkopf, 29. Sept. (V om Personenzug ange­fahren.) Auf dem Bahnsteig in Wilhelmshütte kam gestern vormittag ein junges Mädchen dem einfahrenden Personenzug zu nahe und wurde eine Strecke mitgeschleift, wobei es so schwere Verletzungen erlitt, daß man an seinem Aufkommen zweifelt.

Wetzlar, 29. Sept. (Schwere Strafe für politische Ausschreitungen.) Das Wetzlarer Schöffengericht fällte eine empfindliche Strafe gegen einen Reichsbannermann, der

lei er

bei einem Zusammenstoß nach einer Severing-Versammlung zum Messer gegriffen und einen politischen Gegner schwer ver- ' tzt hatte. Es verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis und stieß sofort Haftbefehl, da Fluchtverdacht vorlag.

Wetzlar, 29. Sept. (Vorsorglicher Stillegungs- antrag der Buderus'scheu Eisenwerke.) Die Bu- derus'schen Eisenwerke haben vorsorglich für einige Teile des Betriebes Stillegungsantrag gestellt, da beabsichtigt ist, Um­organisationen vorzunehmen. Der Betrieb des Zementwerkes soll eingeschränkt werden, und in der Röhrengießeiei sind Um­legungen geplant. In diesem Zusammenhang wird eventuell die Entlassung von Arbeitern nicht zu vermeiden sein, doch dürfte es sich im Höchstfalle um 50 bis 100 Mann handeln.

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Gießen, 29. Sept. (E i n Dorn als Todesursache.) Wie vorsichtig man bei Verletzungen durch einen Dorn sein mutz, zeigt in tragischer Weise ein Vorfall in dem Nachbardorfe Launsbach. Dort hatte sich ein älterer Landwirt einen Dorn in den Finger gestoßen, der zwar alsbald aus dem Finger ent­fernt wurde, aber doch wegen ungenügender Beachtung der Wunde eine schwere Blutvergiftung zur Folge hatte. Aerztliche Hilfe wurde offenbar auch zu spät in Anspruch genommen, so daß der bedauernswerte Mann an der Blutvergsitung ver­starb.

Frankfurt a. M., 28. Sept. (Selb st der Revisor kam nicht dahinter.) Ein 30jähriger Angeklagter, der sich wegen Betrugs und Untreue vor dem Kleinen Schöffengericht einfand, erschien äußerlich ruhig und gefaßt, aber er machte einen gedrückten Eindruck. Innerlich sicher stark erregt, er bei sich denken, daß er ein unendlicher Tor gewesen sei. Der Fall lag sehr ernst.Sie haben eine gute Stelle, Frau und Kinder, nach heutigen Verhältnissen eine recht gute Stelle, auf die Hunderte warten. Sie haben sich selbst am schwersten ge­schädigt!" So spricht der Vorsitzende zu dem Angeklagten, der das einsieht und erklärt:Es war wie ein Narkotikum. Es hat einmal geglückt, zweimal geglückt und dann . . ."Sie waren doch auch gewarnt. Der Kollege hatte Sie doch einmal gefragt: Sie kommen immer so elegant daher, da müssen Sie doch Ein­nahmen haben? Da sagten Sie, daß Sie noch Nebeneinnahmen hätten." Der Angeklagte gibt die Warnung zu, aber sie hat nicht eingeschlagen. Es war wie ein Narkotikum . . . Der Angeklagte ist Buchhalter und Revisor bei einer Krankenver­sicherung gewesen, hatte 320 Mark monatlich verdient. Durch fingierte Buchungen veruntreute er einkassierte Gelder in Höhe von 6786 Mark. Als der Revisor kam, konnte er bei den ersten Revisionen nichts Verdächtiges finden, so gut hatte der Ange­klagte die Veruntreuungen verschleiert. Das Geld hat der An­geklagte, der im übrigen ein tüchtiger Beamter gewesen sein soll, auf Reisen in schlechter Gesellschaft vertan. Der Angeklagte wurde zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt.

Verringerung der Einfuhr ausländischer Obsterzeugnisse im Ge­folge haben würden, hat sich leider nicht erfüllt, denn es wer­den täglich große Mengen Trauben und Pfirsiche eingeführt. Betrügt doch die Anfuhr auf dem Frankfurter Markt an man­chen Tagen 20 bis 30 Waggons. Dagegen sind die heimischen Obstsorten, insbesondere Birnen und Aepfeh zur Zeit kaum ab­zusetzen. Die Märkte sind überfüllt und die Preise derart ge­ring, daß die Unkosten in vielen Fällen nicht gedeckt werden. Immer noch wird das ausländische Obst dem deutschen vorge­zogen, so daß dieses, obwohl wesentlich billiger, unverkäuflich bleibt. Die Landwirtschaftskammer Wiesbaden hat deshalb bei den zuständigen Stellen in. der dringendsten Form beantragt, daß alle ausländischen Erzeugnisse mit dem Vermerk des Ur­sprungslandes gekennzeichnet werden, da die Obstkäufer in sehr vielen Fällen ausländisches Obst als Inlandsware anfehen. Dieser Antrag wurde von der Landwirtschaftskammer noch durch die Forderung eines Verbots des Stratzenhandels mit auslän­dischen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Erzeugnissen er- *gänat, da gerade diese Art des Handels sich vorzugsweise mit Wbem Absatz von Auslandsware befaßt.

auf die Straße zu entfliehen. Auch die FrauZ Darmstadt, 29. Sept. (Ungetreuer Sparkassen- raße und rief um Hilfe. Ein in der Nähe be- rechn er.) Ein Kaufmann in Spachbrücken, der Rechner und Vorstandsmitglied der Spar- und Dtirlehenskasse und der Be­zugs- und Ahsatzgenossenschaft war, ließ sich zum Nachteil der beiden Genossenschaften verschiedene Vergehen gegen das Ee- nossenschaftsgesetz, Betrug und Urkundenfälschung und Unter­schlagung zu schulden kommen. Dieserlmlb stand er gestern vor dem hiesigen Bezirksstiföffenaericht. Er hatte eigenmächtig sich selbst Kredite von 22 000 und 4000 Mark eingeräumt. Um wei­teres Geld zu bekommen, belastete er vorhandene Konten und fälschte entfpredienbe Quittungen. Als die Sache herauskam, ging der Angeklagte flüchtig und erschien erst wieder, als das ergaunerte Geld aufgezehrt war. Er hat der Einwohnerschaft zum Teil erheblichen Schaden zugefügt, da die Kassenmitglieder den Verlust decken mußten. Das Urteil lautete auf eine Ge­fängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten abzüglich sechs Monaten Untersuchungshaft, ferner auf Geldstrafen in Höhe von 300, 100 und 50 Mark.

Frankfurt a. M., 27. Sept. (Geschäftsfrau und Po­lizeibeamter werden mit dem Revolver be­droh t.) Die Inhaberin eines Kolonialwarengeschäftes in der Wittelsbacher Allee hatte am Sonntag nachmittag für einige Minuten ihre im Parterre liegende Wohnung, die mit dem Läden verbunden ist, verlassen. Bei ihrer Rückkehr fand sie die Vorplatztür nicht mehr so verschlossen vor, wie es bei ihrem Fortgang der Fall gewesen war. Nichts Gutes ahnend, blieb die Frau im Vorplatz stehen, zumal sie aus dem Laden verdächtige Geräusche hörte. Plötzlich sprangen zwei Männer auf sie zu. Der eine richtete einen Revolver auf die Frau, dies erschrocken zurückwich. Diesen Augenblick benutzten die beiden, Einbrecher, um aus S^uch lief auf die Straße und rief um Hilfe. .

findlicher Polizeibeamter nahm sofort die Verfolgung des einen Burschen auf, der sich in der Augsburgerftraße hinter eine spa­zierengehende Frau stellte und die Waffe gegen den Polizei- beamten richtete. Als jedoch der Verbrecher sah, daß sich der Beamte nicht einschüchtern ließ, sondern energisch auf ihn ein­drang, flüchtete er in ein Haus und versteckte sich auf dem Boden. Dort wurde er von dem Polizeibeamten festgenommen. Die Waffe Hatter er vorher auf dem dunklen Boden versteckt. Bei ihrer Auffindung war die Waffe geladen und entsichert, ebenso fand man eine Schachtel Patronen bei dem Festgenom- menen vor. Es handelt sich um den Schlosser Friedrich Seiffert, geboren am 14. August 1893 in Frankfurt a. M. Er ist erst im Juni aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er eine längere Freiheitsstrafe verbüßt hatte. Die Ermittlungen nach dem zwei­ten Einbrecher, der das Wechselgeld aus der Ladenkasse mitge­nommen hat, sind aufgenommen worden. Auch seine Verhaft tung dürfte nicht lange aus sich warten lassen.

Frankfurt a. M., 28. Sept. (E i n teurer A u t o u n f a l l.) Ende Mai ereignete sich auf der oberen Eschersheimer Land­straße ein schwerer Au t o in obilzusainme nstvß. Ein Senator fuhr mit einem Rechtsanwalt in einem Auto, das in die Liliencron- straße einbiegen wollte. Der Chauffeur hatte den Richtungs­zeiger etwa 60 m vor dem Einbiegen eingestellt. Hinter dem Auto kam ein anderer, aber sehr schwerer Wagen gefahren, der von dem Kaufmann Fritz E. gelenkt wurde. Dieses Auto fuhr den anderen Wagen an der etwa 10 Meter weit weggeschleu-

bett wurde. Während' der Rechtsanwalt, der ebenso wiè Sèlt Senator aus dem Wagen flog, wie durch ein Wunder unverletzt blieb, erlitt der Senator schwere Verletzungen am Ober- und Unterschenkel. Er mußte ins Krankenhaus gebracht werden und schon bei der ersten Operation zeigte sich die ganze Schwierig­keit des Falles, denn es war eine stundenlange Behandlung notwendig. Nicht weniger wie viermal mußte der Patient, der erst am 23. September das Krankenhaus verlassen konnte, ope­riert werden. Die Verletzungen waren so stark, daß sich auch noch andere Krankheitserscheinungen einstellten und einmal bereits im chirurgischen Institut alles vorbereitet war, um bei dem Patienten eine Drustoperation vorzunehmen. Die Ansprüche, die der Verletzte an den Urheber des Zusammenstoßes stellen wird, übersteigen schon jetzt den Betrag von 100 000 Mark. Das Kleine Schöffengericht stellte ein fahrlässiges Verschulden des Kaufmanns G. fest und verurteilte ihn zu 5 Wochen Gefängnis mit Bewährungsfrist bei Zahlung einer Buße von 500 Mark.

Frankfurt a. M., 27. Sept. (Das Ende des Seipel- Prozesses.) Die bekannte Totschlagsaffäre aus der Nidda- ftraße beschäftigte dieser Tage auch das Reichsgericht. Dieses verwarf durch Beschluß die Revision der Angeklagten Kirstein und Geier als unbegründet. Der Angeklagte Seipèl hatte keine Revision eingelegt. Er verbüßt jetzt seine Strafe, die er Mitte 1932 abgesehen haben wird. Die Staatsanwaltschaft hatte keine Revision eingelegt.

wurden in

und 7. 7.

26. 6.

Butterhändlers Proben von

Frankfurt a. M., 28. Sept. (E i n B u t t e r p r o z e ß.) Am 26. 6. und 7. 7. wurden in zwei Filialgeschäften eines Butterhändlers Proben von Landdutter genommen. Die eine Probe ergab einen Wassergehalt von 29 Prozent, der Normal­gehalt beträgt etwa 12 Prozent; die andere Probe erwies, daß die Butter ranzig und verdorben war. Der Händler und die beiden Filialleiterinnen kamen unter Anklage. Der Händler erklärte vor dem Einzelrichter, es sei unmöglich, jedes Pfund Butter nachzuprüfen. Er habe dem Personal Anweisung ge­geben, schlechte Ware der Zentrale zurückzuschicken. Aus der Ausfage der einen Leiterin geht hervor, daß die Anweisung scheinbar nicht häufig genug erfolgte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fahrlässigen Nahrungsmittelvergehens zu 100 Mark, die beiden Leiterinnen zu je 10 Mark Geldstrafe. Die eine Mitbeschuldigte wurde wegen vorsätzlichen Handelns bestraft.

Frankfurt a. M», 27. Sept. (Die Butter muß das vo l l e G e w icht h a b e n !) In dem bekannten Strafprozeß gegen einen hiesigen Buttergrotzhändler fällte das Gericht am Samstag das Urteil. Der Angeklagte wurde zu 30 Mark Geld­strafe verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt es, daß der Angeklagte fahrlässig handelte, wenn er Butterstücke mit Min­

dergewicht in den Verkehr brachte. Das Gericht steht auf dem Standpunkt, daß dem Kunden, der eine Viertelpfundpackung! verlangt, volle 125 Gramm Butter exklusive Einwickelpapier zu liefern sind. Wenn die Butterteilmaschine des Angeklagten Stücke geringeren Gewichts schneidet, so habe eine genaue Kon­trolle der Maschine stattzufinden und es sei die den abgeteilten Stücken eventuell fehlende Gewichtsmenge zu ersetzen.

Frankfurt a. M., 29. Sept. (Di e Speisekarte der Gießener Reichswehr.) In einer Verhandlung vor dem Großen Schöffengericht interessierte man sich für die Mahlzei­ten, die von den Kompagnieküchen der in Gießen stationierten Reichswehr verausgabt werden. Es gelangte die Speisekarte einer ganzen Woche zux Verlesung, aus der man entnehmen konnte, daß für die Mannschaft bestens gesorgt wird und Grund zu Klagen nicht vorhanden ist. Ein Mitglied der Küchenkom­mission, das als Zeuge austrat, Hauptmann Scheuerpflug, be­zeichnete das Essen als reichlich und ausgezeichnet, wie es sich das Zivilpublitum kaum noch leisten könne. In einem Artikel der kommunistischenArbeiterzeitung" in Frankfurt a. M. vom 6. Mai wurde gegen den Bataillonskommandeur der Vorwurf erhoben, daß das Essen schlecht sei und die Mannschaften über­mäßig gedrillt würden. Es gebe die ganze Woche nur dünne Suppen, mit Ausnahme Freitags, wo es Fisch gebe. Manche Leute hätten es satt, einen Staat zu schützen, von dem sie nicht ausreichend beköstigt würden. Auf den Strafantrag des Kom- mandeurs kam es zu einer Anklage gegen den verantwortlichen Schriftleiter Fritz Häußner wegen verleumderischer Beleidigung. Es war u. a. auch behauptet worden, daß am 2. Mai die Sol- datenkoft so schlecht gewesen sei, daß auf Beschwerden der Leute, jeder ein Viertelpfund Wurst extra erhalten habe. Nach den Bekundungen des Hauptmanns fanden an dem Tag die Vor- wetttämpfe für einen 25-Kilometer-Gepäckmarfch statt, und ledig­lich auf diesem Grunde wurde eine Essenzulage gegeben. Um Beschwerden habe es sich aber nicht gehandelt. Staatsanwalt­schaftsrat Dr. Schaver beantragte gegen den Angeklagten, der behauptete, daß er die Mitteilungen von einer Zivilperson er­halten habe, eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten, wobei er er­klärte,was würde in dem von den Kommunisten so gepriesenen . Rußland mit einem Mann geschehen, der, wie der Angeklagte ' es tat, die Güte des Essens der roten Armee in Zweifel ge­stellt hätte?"Ich glaube, der Mann sähe so schnell das Licht der Sonne nicht wieder. Wir sind ja viel zu großmütig" so meinte der Anklagevertreter unter dem Hinweis, daß der An­geklagte noch nicht einmal den Versuch gemacht habe, einen Wahrheitsbeweis anzutreten. In feinem Schlußwort äußerte der Angeschuldigte, daß man in Rußland den Kritiker sofort herangeholt hätte, um die vorhandenen Fehler abzustellen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 300 Mark Geldstrafe unter der Feststellung, daß mit dem Artikel Mißtrauen in die Reichswehr getragen werden sollte. Es wurde Publikations­befugnis ausgesprochen.

Frankfurt a. M., 29. Sept. (Kennzeichnung von ausländischem Ob st und Gemüse.) Die Erwartung, daß die ungünstige Wirtschaftslage, die Beschränkung der Devi­senbeschaffung und der an die Verbraucher gerichtete Appell eine

Cronberg i. T., 29. Sept. (Auf eigenartige Weise Selbstmord verübt.) Zwischen Cronberg und Oberursel, auf einem Seitenweg, der nach den Hühnerburgwiesen führt, wurde gestern in einem fast neuen 8/40 Opelmagen ein Reise­vertreter aus Frankfurt a. M. tot aufgefunden. Der Mann hatte an dem Auspuffrohr des Wagens einen Gummischlauch befestigt, diesen dann durch das Fenster in das Wageninnere geführt und in den Mund genommen. Durch die ausströmen- den Auspuffgase des laufenden Motors muß er bald den Tod gefunden haben. Ein vorüberkommender Fahrer stellte den