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Nr. 157 1931

Fulda, Mittwoch, 8. Juli

8. Jahrgang

Gemischte Gefühle.

Hoffnungen nach Annahme des Hoover-Plans. Gedämpfte Stimmung in der öffentlichen Meinung. Was wird aber nach dem Feierjahr?

Der Dank des Reichspräsidenten.

Hindenburg an Hoover.

Der Reichspräsident hat nachstehendes Telegramm an den Präsidenten der Vereinigten Staaten gerichtet: Nachdem die Pariser Verhandlungen nunmehr zum Ab­schluß gelangt sind und das von Ihnen vorgeschlagenc Feierjahr begonnen hat, möchte ich Ihnen und dem amerikanischen Volk den Dank des deutschen Volkes zum Ausdruck bringen. Dank Ihrer Initiative möge die ganze Welt einer neuen Ara friedlicher und vertrauens­voller Zusammenarbeit entgegengeführt werden! Dies ist mein aufrichtigster Wunsch.

Deutschlands Hoffnungen.

Ein Aufruf der Neichsrcgierung.

Die Reichsregierung erläßt folgenden Aufruf:Die weitschaucnde und staatsmännische Initiative des ameri­kanischen Präsidenten Hoover wurde von Erfolg gekrönt. Die seelische Entlastung und die Hoffnung aus Wirtschasts- besserung, die dieses Ergebnis mit sich bringt, löst allseits freundschaftliche und freudige Gefühle aus. Der Ent­schluß zu raschem und durchgreifendem Handeln eröffnet weitgehende Möglichkeiten zu einer Wiedergesundung der Welt. Das deutsche Volk ist sich darüber klar, daß die endgültige Durchführung des Hoover-Planes ihm als dem am schwersten belasteten Lande die verhältnismäßig stärkste Erleichterung bringen wird.

Die Einigung über das Feierjahr konnte nur durch verständnisvolle Mitwirkung aller Beteiligten erreicht werden, von denen einige Staaten eine Vergröße­rung eigener Schwierigkeiten und erhebliche Unbequemlichkeiten im Interesse der Gesamtlösung auf sich nehmen mußten. Der hochherzige Verzicht des ameri­kanischen Volkes hat jedoch ein begrüßenswertes Echo ausgelöst. Wir erkennen dankbar an,' daß in der Stunde schwerster wirtschaftlicher Gefahr Deutschland dieses V e r- ständnis für seine Lage gefunden hat.

Deutschland ist auch nach Eintritt des Feierjahres keineswegs seiner wirtschaftlichen und finanziellen Nöte überhoben. Es kann die ihm verbleibenden Mittel nicht benutzen, um die Opfer, die die Regierung der Bevölke­rung hat zumuten müssen, bei aller Milderung gewisser Härten herabzusetzen. Es darf nicht in seinen äußersten Anstrengungen zu sparen nachlassen. Die ge­samten Erleichterungen, die der Hoover-Plan Deutschland bringen wird, werden zur Konsolidierung der öffent­lichen Finanzen restlos benötigt und verwendet werden; die hierdurch eintretende Erleichterung des Geld- und Kreditmarktes muß der deutschen Wirtschaft zugute kom­men. Eine Erhöhung irgendwelcher Ausgaben des Reiches, auf welchem Gebiete auch immer, ist während des Feierjahres nicht möglich. Darüber hat der Reichs­kanzler der amerikanischen Regierung eine eindeutige Er­klärung abgegeben.

Das Hoover-Jahr soll der Wiederherstellung der deutschen Wirtschaft und darüber hinaus der wirt­schaftlichen Erholung der Welt dienen. Soll sich die Hoffnung verwirklichen, daß in der gesetzten Zeit dieses Ziel erreicht wird, so ist eine engere Zusammen­arbeit der Völker erforderlich.

Die nächsten Monate werden Gelegenheit zu solcher Zusammenarbeit bieten. Die Heilung der Wunden dieser Krise und die Vorsorge gegen den Wiedereintritt ähnlicher Weltkatastrophcn müssen das gemeinsame Ziel sein, von dem sich die Staatsmänner und die Völker bei der Lösung

«och größeren Ausgaben des kommenden Jahres leiten lassen."

Das Programm für das Keiessahr.

Erklärungen des Reichsfinanzministers.

Reichsfinanzminister Dietrich gab einige Erläuterun­gen über die gegenwärtige Lage.

Die zwei Wochen Verhandlungen in Paris hätten uns in emen gefährlichen Zustand hinemgeführi, die für das deutsche Vol eine ungeheure Nervenprobe bedeutet und die Vertrauenskrise verschärft hatten. Für die gesunde Grundlage der deutschen Volkswirtschaft spreche daß sie eine solche unge­heuerliche Abzapfung - der Minister beziffert die Verluste der deutschen Volkswirtschaft in den letzten neun Monaten auf drei bis vier Milliarden Mark

so lange Zeit ertragen habe. Das G r u n d ü b e l erblickte der Reichsfinanzminister in den kurzfristigen Kre­diten. Dieser Fehler dürfe sich nicht wiederholen. Die Reichs- regierung sei entschlossen, die sparsame Wirtschafl in dem öffentlichen Gemeinwesen zu erzwingen. Die Landes­regierungen hätten sich zum großen Teil bereits einver­standen erklärt, mitzuwirken. Ebenso sei die Reichsregierung entschlossen, Mißbräuchen, die in der

privaten Wirtschaft ausgetreten seien, entgegenzutreten. Sie habe auch hierüber vereits Fühlung mit Führern der Wirtschaft genommen. Die Ergebnisse dieser Fühlungnahme würden in den nächsten usoctien in Erscheinung treten.

Wgcn t)61 eÈörte dèr Minister, die Regierung werde dafür die aus dem Feierjahr sich ergebenden Ersparnisse restlos der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, der Scherung der Kafsensuhrung und der R ü ck z a h l it n g der icywcbenden Schuld zugute kommen. Die Wirtschaft habe davon den unschätzbaren Vorteil, daß der Geldmarkt ihr wieder freier bisher zur Verfügung stehen werde. Nur so werde es

gelingen, einem Ansteigen der ArveitSlosigieii zu begegnen und neue A r b e i t s m ö g l i ch k e i l e n zu beschaffen. Es werde aber notwendig sein, daß die großen ausländischen Geldmärkte der deutschen Wirtschaft wieder zum mindesten einen Teil der Beträge zusührten, die ihr im Lause des letzten Jahres ent­zogen worden seien, sei es in neuen Mitteln, sei cs in

Nücksicherung gegen weitere Abzüge.

Nachdem der Grund des politischen Mißtrauens weggefallen sei, werde binnen kurzem auch in Erscheinung treten, daß ein Grund für ein wirtschaftliches Mißtrauen nicht mehr vorliege.

Die Einigung in Paris über die Hoover-Vorschläge lasse eine Reihe von Punkten offen, die noch zwischen den beteiligten Mächten zu regeln seien. Disse Regelung be- iräfen zum größten Teil technische Fragen. Darüber hin­aus würden aber auch einige sachliche Dinge notwendig sein. Die Reichsregierung sehe es als ihre Aufgabe an, an der Er­örterung dieser Frage im Geiste freundschaftlicher Zusammen­arbeit mitzuwirken. Sie erhoffe davon eine Wiedergeburt des Vertrauens und eine Annäherung Frankreichs und Deutschlands. Dafür, daß von allen Seilen diese Ver­handlungen nicht im Sinne kleinlicher Rechthaberei in Einzel­fragen, sondern zur Erreichung eines großen Gemeinsamen durchgcführt würden, biete der Geist des Hoover-Planes, mit dem die Ereignisse in Einklang stehen müßten, Gewähr.

Die Einigung im Spiegel der Presse.

Die Äußerungen der Berliner Blätter über die endlich er* folgte Einigung in Paris sind sehr gedämpft. Der hartnäckige Kamps Frankreich gegen Hoover hat die anfängliche Hoff­nungsfreudigkeit selbst in den Blättern verscheucht, die sonst sehr viel von Frankreich hinnehmen.

So ist die Frankreich freundliche demokratische V o s s i s ch e Zeitung diesmal so verärgert über Paris, daß sie sich ganz ausführlich mit den französischen Bosheiten beschäftigt und schließlich sagt:Es war eine sehr egoistische, sehr kleinliche, krämerhuste nna ^was fast fd/ummer ist), eine sehr kurzsichtige Politik, die das Pariser Kabinett und die Kammer in diesen Tagen gemacht haben. Das muß man hier aussprechen, gerade wenn man von der Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich fest überzeugt ist." Das linksdemokrätische Berliner Tageblatt glaubt etwas mehr in Zuversicht machen zu können, und sieht in der Pariser Einigung denAnsang einer neuen großen politischen Entwick- lungsperiode" Es fürchtet allerdings, daß Frankreichs Kampf gegen den Hoover-Plan einer deutsch-französischen Verständi­gung nicht förderlich sein wird und sagt deshalb:Gewisse Kreise in Deutschland könnten sich versucht fühlen, aus den Widerständen der heute die französische Politik beeinflussenden Elemente neues Kapital für chauvinistischen Franzosenhaß zu ziehen. Man könnte auch leicht die Strecke Weges über­schätzen, die Amerika mit Deutschland gehen will . "

Der Vorwärts, das führende. Blatt der Sozialdemo- 'ranc, hat am Tag nach der Einigung noch keine eigene Stellungnahme veröffentlicht.

Die volksparteiliche Deutsche Allgemeine Zei­tung mahnt zur kühlen Ruhe:Wäre es nun richtig, in Deutschland etwa Jubel- und Siegeshymnen über einen ersten Erfolg, der feit Jahren erzielt wurde, anzustimmen? Nichts wäre falscher als das Von der Kapimlschuld ist uns bisher kein Pfennig nachgelassen, sondern die fetzige Regelung ist eine vorläufige und hilft uns nur für ein Jahr Was nach diesem Jahr geschieht, schwebt völlig im Dunkeln."

Der rechtsstehende Berliner Lokal - Anzeiger überschreibt seine Äußerung mit den Worten:Lösung keine Erlösung" und sagt:Deutschland steht vor dem Ergebnis, daß ihm neue, seine Souveränität einschränkende, feine Würde be­leidigende Forderungen Frankreichs präsentiert werden. Deutschland steht vor dem Verlangen, Zinsen für das Gestun­dete zu zahlen und den Betrag der ungeschützten Annuität nach zwei Jahren in Abzahlungen nachzuerstatten, die zu den un­tragbaren Aoung-Lasten noch hinzutreten. Das ist die Lösung von Paris."

Die Germania, das Hauptblatt der Zemrumspartei, warm davor, heute an eine Isolierung Frankreichs oder an eine englisch amerikanisch-deutsche Blockbildung zu glauben und sagt zu der Einigung in Paris:Am unerfreulichsten ist sicherlich die Tatsache, daß Deutschland auf Grund dieser Vereinbarung bereits im übernächsten Jahr mit den Rückzahlungen beginnen und diese in zehn Jahren zu Ende führen muß. Dies würde nämlich bedeuten, daß Deutschland gerade in den nächsten schwierigsten und kritischsten Jahren nid)t nur mit den bisherigen Annuitäten, sondern zusätzlich belastet wäre." Das Blatt hofft auf eine Lösung int Laufe des Jahres.

Die agrarische Deutsche Tageszeitung stellt fest: Grundsätzlich" Hai Hoover seinen Gedanken wesentlich oder doch weitgehend durchgesctzl. Praktisch hat Frankreich in wichtigsten Punkten dem Abkommen den Stempel seines Geistes aufgedrücki"

Das nationalsozialistische Berliner Organ Der Angriff erklärt in einer kurzen Stellungnahme:Frankreich hat ge­siegt, wir zahlen weiter, und alles bleibt beim alten; oder haben wir Brünings Wort vergessen, daß auch, wenn wir ein Jahr lang nichts zahlen sollten, die Notverordnungen in Kraft blieben?"

Die Konferenz -er tzoung-Mächie.

England lädt nach London ein.

Ministerpräsident Macdonald gab aus Anfragen des Abgeordneten Grattan Doyle hinsichtlich der weiteren Behand­lung des Hoover-Planes und des Ergebnisses der Erörterun­gen zwischen Frankreich und Amerika über den Zahlungsaus- fchnb für die interalliierten Schulden und Reparationen folgende Erklärung

In der letzte" svmc habe sich die englische Regierung an die sranzüN' ' > und die amerikanische Regierung mit dem Vorschlag ;,. ._unbt, daß sie int Interesse eines beschleunigten Abkommens über die Vorschläge des Präsidenten Hoover bereit fei, eine Konferenz der hauptsächlich interessierten Mächte baldigst nach London eilläuberuieu.

Sowohl die französische tote die amerikanische Regierung hätten ihre Bereitwilligkeit ausgedrückt, an dieser Konferenz teilzunehmen, falls in der Zwischenzeit die unmittelbaren Ver­handlungen nicht erfolgreich sein sollten. Diese Besprechungen hätten letzt zu einer grundsätzlichen Einigung zwischen Amerika und Frankreich geführt, hätten aber eine Reihe von wichtigen Punkten noch offen gelassen, welche zwischen den hauptsächlich interessierten Mächten erörtert werden müßten. Die englische Regierung habe daher dementsprechend ihre Einladung für eine Konferenz in London wiederholt.

Allgemeine Sckul-enherabsehung falls Abrüstung?

Aus der Vorgeschichte des Hoover-Plans.

Unterstaatssekretär Castle gab eine längere Erklärung ab, in der er sich mit der Vorgeschichte des Hoover-Planes befaßte. Er machte die geradezu sensationelle Enthüllung, daß Präsident Hoover ursprünglich entschlossen gewesen sei. eine allgemeine Herabsetzung sämtlicher politischen Schulden nach Maßgabe der Zahlungsfähigkeit der Schnldnernationcn vorzuschlagen.

Castle unterließ es. die Gründe anzugeben, die Hoover veranlaßt haben, seinen anfänglichen Plan preiszugeben und sich der Moraloriumsidee zuzuwenden Man nimmt jedoch an, daß Hoover seinen außenpolitischen Haupttrumpf,

die Schuldenherabsetzung, nicht vor der Genfer Abrüstungskonferenz ausspielen wolle. Ein Eingehen Europas aus die amerira­nischen Abrüstungswünsche könnte, wie vielfach in Washington versichert wird, den Präsidenten sehr wohl bewegen, einer Schuldenherabsetzung zuzustimmen, falls sich ein einjähriges Moratorium als unwirksam erweisen sollte.

Das große Fragezeichen.

Gewiß, mit einiger Befriedigung wird man es begrüßen, daß nun endlich dem Zustandekommen des Hoover-Planes" die letzten Hindernisse aus dem Wege geräumt worden sind. Auch Hoover selbst wird . und kann stolz sein auf sein Werk, auf den Erfolg, den er schließlich doch erreicht hat. Aber es ist nur ein erlöstes Aufatmen und die rechte Freude fehlt. Die ist uns geraubt worden in den fünfzehn Tagen, die dafür verschwendet werden mußten, um den Widerstand, den Widerspruch einer einzigen Macht zu überwinden. Nicht einmal dies ist ganz gelungen, sondern die einfache Klarheit des Vorschlages Hoovers wurde zu einer Kompliziertheit, die vollständig zu entwirren erst noch die Arbeit einer S o n d e r k o m m i s s i o n der Unterzeichner des Aoung-Planes notwendig macht. In letzter Minute hat Hoover es aber verhindert, verhindern müssen, daß dieser Sonderansschuß nicht nun etwa hintenherum" Deutschland doch noch Zahlungsverpflich­tungen auferlegt, die dem Prinzip desSchuldenfeier­jahres" widersprechen: auch dieser Ausschuß hat sich bei der technischen Regelung der laufenden Sachlieferungen vielmehr unbedingt an jenes Prinzip zu halten. Und praktisch zwar setzte sich dieses Prinzip auch bei den deutschen Zahlungen für denungeschützten" Teil der Noung-Plan-Leistungen durch, freilich ist diese Bestim­mung aber die G u m m i s ch n u r , mittels der Frank­reich während des Schuldenfeierjahres am Aoung-Plan festhält. Daß andererseits die französische Regierung eine Abänderung des Aoung-Planes verlangt und durchgesetzl hat, ist ja ein Punkt, von dem aus wir Deutsche hoffent­lich in kommenden Tagen einmal die in Paris so über­laut verteidigteHeiligkeit der Verträge" unter Schein- werferlicht nehmen werden.

Einen Fuß hat die Politik Frankreichs aber doch auch in diesem rein wirtschaftlichen Reformgedanken des Hoover-Planes drin behalten können: Es darf von Deutschland die Versicherung verlangen, daß wir die Er­sparnisse des Schuldenfeierjahres nicht zu einer Verstärkung der militärischen R ü st u n g e n benutzen. Daß wir diese Ersparnisse für diese Zwecke nicht gebrauchen, weiß man in Paris natürlich ganz genau; überdies ist eine entsprechende Versicherung durch den Reichskanzler dem amerikanischen Botschafter gegeben worden. So ist die Wiederholung dieses Verlangens nichts anderes als eine politische Schikane, die um so grotesker und übler wirkt, als Frankreich erst jetzt wieder neue Unsummen für den Ausbau seiner Rüstun­gen ansetzt. In Paris hatte man ursprünglich noch viel mehr verlangt: genaue interalliiert" Kontrolle in Deutsch­land über die Verwendung der Ersparnisse. Gewisse fran­zösische Kreise fordern auch jetzt noch mehr, als das mit Amerika ausgehandelte Zugeständnis darstellt: Deutsch­land soll den Panzerschiffbau einstellen und auf die Zollunionspläne mit Osterreich verzichten. Beides sind politische Forderungen

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Die Reichsregierung veröffentlicht einen Aufruf, in dem sie ihren Hoffnungen auf den Hoover-Plan Ausdruck gibt.

* Der Preußische Landtag trat zu einem kurzen Sitzungsab­schnitt vor der Sommerpause zusammen.

* Zm Dresdener Uralzew-Prozeß wurde das Urteil verkün­det. Der Angeklagte Uralzew wurde zu drei Zähren Gefängnis verurteilt. Die Mitangeklagten erhielten geringere Gefängnis­strafen.