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* Ottrau, 3. Juni. (Das goldene Jubiläum eines Raiffeisenvereins.) Der 1881 von Pfarrer Seelig mit 30 Mitgliedern gegründete Spar- und Darlehnskassenverein Ottrau, der heute in neun Ortschaften rund 600 Mitglieder zählt, konnte unter zahlreicher Anteilnahme sein goldenes Ju­biläum feiern. Im feierlichen von Gesangs- und Posaunenvor­trägen umrahmten Festgottesdienst sprach Pfarrer Dippel- Immenhausen über den herrlichen Raiffeisengeist. Pfarrer Wintzer-Ottrau begrüßte in der anschließenden geselligen Feier die zahlreichen Gäste. Den drei noch lebenden Mitbegründern des Vereins, Ploch-Ottrau, Vogel-Weißenborn und Maurer- Görzhain, wurden schöne Ehrenurkunden überreicht. Aus An­laß oes Jubiläums wurde die Sterbekasse neuerrichtet, aus der für jeden Sterbefall 30 Mark ausgezahlt werden. Verbands­anwalt Schmidt-Kassel überreichte dem Jubelverein zwei Relieis des Raiffeisendenkmals in Neuwied. Direktor Weith- Kassel gab ein Bild von der Entwicklung der Genossenschaften. Krerspfarrer Labs betonte die besondere Aufgabe oer Raiff­eisenvereine, die moralischen und wirtschaftlichen Mißstände zu beseitigen. Pfarrer Schuchardt-Oberaula forderte die Jugend auf, den Spuren Raiffeisens freudig zu folgen. Turnerische und musikalische Darbietungen beschlossen die schöne Veranstaltung. Der Verein hatte im letzten Jahr einen Warenumsatz von rund 200 000 Mark. Der Eesamt-Eeldverkehr bezifferte sich auf drei Millionen Mark.

Kassel, 2. Juni. (Di e erste Hilfe für d i e Unwet­ter g e s ch ä d i g t e n i m Werratal und Waldeck.) Re- gierungsvräsident Dr. Friedensburg, der im Laufe der Nacht sich im Werratal und in Waldeck an Ort und Stelle von den durch die Unwetter anaerichteten Schäden unterrichtete, hat zur Linderung der ersten Not in den am meisten betroffenen Ge­bieten den Betrag von 1000 <k aus seinem Notstandsfonds zur Verfügung gestellt, und zwar 500 <« für Blickershausen, 200 M für Gertenbach und 300 df für Adorf in Waldeck. Das Rote Kreuz benutzte den starken Besuch am Sonntag zu einer impro­visierten Sammlung für die Notleidenden von Blickershausen und erzielte einen Betrag von 200 M, der sofort verteilt wer­den konnte.

Gießen, 2. Juni. (Bürgermei st erwähl in Wieseck.) In unserem Vorort Wieseck, der größten Landgemeinde Ober-

Hessens, fand gestern abend im Eemeinderat die Bürgermeister- . mahl statt. Der bisherige Bürgermeister Schomber wurde mit sieben Stimmen wiedergewühlt, mährend sein Gegner, der Kan­didat der Sozialdemokratie Eemeinderat Benner, nur sechs Stimmen erhielt.

* Nieder-Moos. (Besuch von Jugend.) Die Pfingst- feiertage mit ihrem warmen Wetetr haben nicht nur die Ufer unseres Weihers mit Gästen aus den Städten der Nachbarschaft bevölkert, sondern haben den Besuch verschiedener Jugendver­bünde bewirkt, die noch den größten Teil der Woche nach den Feiertagen ihre Lager hatten. Friedberger, Frankfurter Tur- nerjugc'nd und Fuldaer Pfadfinder waren die Gäste. Nun sind auch die Zelte um den Teich wieder verschwunden. Schulbeginn und Aufhören des Pfingsturlaubes hat die Jugend wieder in ihre Heimat, in ihre Berufe gebracht.

Schotten, 2. Juni. (I st das Fleisch blitzgetöteter Tiere eßbar?) In Rudingshain wurde bei einem der letz­ten Gewitter eine Kuh vom Blitz erschlagen. Es war dies qualitativ das beste Tier des Besitzers. Natürlich wurde all­gemein die Frage gestellt, ob man das Fleisch von blitzgetöteten Tieren gebrauchen kann. Das Kreisveterinäramt ' Schotten teilt hierzu mit, daß das Fleisch von Tieren, die vom Blitz ge­troffen wurden, noch zu verwenden ist. wenn das Tier sofort abgeschlachtet und sachgemäß ausgeschlachtet wird.

Frankfurt o. M^ 3. Juni. (Kind vom Leichenauto überfahre n.) Am Dienstag abend wurde an der Endstation der Linie 16 in Offenbach der vierjährige Philipp Haas aus Mühlheim von dem Offenbacher Leichenauto totgefahren. Das Kind war bereits in einen Omnibus gesetzt worden, stieg aber nochmals aus und kam unter das gerade vorbeifahrende Auto. Den Fahrer des Wagens trifft keine Schuld.

Frankfurt a. M. (Eingestelltes Strafverfah- r e n.) Gegen etwa ein Dutzend Personen, darunter mehrere Postbeamte, schwebte seit geraumer Zeit ein Strafverfahren. Es sollten bei der Errichtung von Postneubauten und der Ver­gebung von Arbeiten für die Post in gewissen Fällen Unregel­mäßigkeiten vorgekommen und Schmiergelder gegeben worden sein. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ist das Verfahren nunmehr aus tatsächlichen Gründen mangels Beweises einge­stellt worden.

Wiesbaden, 2. Juni (Dramatische Szene im richtssaal.) Der Arbeitslose Friedrich Steinbrecht Wiesbaden-Biebrich, der gestern vor dem hiesigen Schöffen^ richt wegen Mißhandlung seiner von ihm geschiedenen angeklagt war (er hatte ihr u. a. acht Messerstiche beigebraM wurde zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten verurteil!' Bei der Begründung des Urteils durch den Vorsitzenden „ hob sich der Angeklagte plötzlich, sprang auf den Pressetisch stürzte sich kopfüber durch die splitternden Fensterscheiben in Vorgarten des Eerichtsgebüudes, wo er blutüberströmt Mam menbrach. Der Blutverlust, veranlaßt durch eine Pulsader Verletzung, setzte seinem Fluchtversuch ein Ende.

Darmstadt, 2. Juni. (Eine ergötzliche Geschichte Auf der Strecke Babenhausen—Dieburg fuhr eine Anzahl sonen mit der Eisenbahn zum Ferkelmarkt. In Säcken waten die kleinen Borstentiere untergebracht und füllten das Abteil des Wagens aus. Der Zug hält auf einer Station, die Ji, geht auf. weitere Fahrgäste wollen einsteigen. Da ruft eine biedere Bauersfrau den Ankömmlingen zu: „Do kann niem^ mehr einsteige, oo sin lauter Säu!"

Bensheim, 1. Juni. (Unwetterkatastrophe ander Bergstraße.) Sonntag morgen gegen 5 Uhr ging über Bensheim ein schweres Eewiter mit Wolkenbruch nieder bas ähnliche Folgen wie die letzte Wolkenbruchkatastrophe itn’sen- tember vorigen Jahres zeitigte. Durch die ungeheuren und un­aufhörlich niedergehenden Wassermassen glichen in Bensheim ganze Stadtviertel im Nu einem See. Viele Gehöfte und Keller wurden unter Wasser gesetzt, so daß die sofort alarmierte Feuerwehr schwere Pumparbeit zu verrichten hatte. Der kelbach, der hoch angeschwollen war, wurde den angrenzenden Häusern bisweilen sehr gefährlich. Der Damm des Neugraben-- an der Schwanheimer Straße ist geborsten, wodurch sich bie Wasserwogen über das Gelände des Bensheimer Tonwerks er­gossen. In den Gehöften und in den Weinbergen, die in der hiesigen Gegend schon ihre ersten Gescheine tragen, sowie auf d-n Ackerfluren ist erheblicher Schaden entstanden.

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Verantwortlich für die Schriftleitung: EhristianSetvel.

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Zweigverein vom Roten Kreuz. Die diesjährige M i t g l i ed e r v ersamm- lung findet am Donnerstag, den U Juni d. I., nachmittags 6 Uhr, im Sitzungs­zimmer des Landratsamts Fulda statt,

Tagesordnung:

1.) Abnahme der Jahresrechnung für 1Ä

2.)

3.)

4.)

5.)

Jahresbericht für 1930.

Ergänzungswahlen zum Vorstand.

Rotkreuztag 1931.

Verschiedenes.

Fulda, den 3. Juni 1931.

Der Vorsitzende:

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Die diesjährige Mitgliederne rsamm- lung finoet am Donnerstag, den U Juni d. I., nachmittags 5.15 Uhr in Fulda (Landratsamt, Sitzungszimmer) statt.

Tagesordnung: j

1.) Abnahme der Jahresrechnung 1930.

2.) Jahresbericht für 1930.

3.) Rotkreuztag 1931.

4.) Verschiedenes.

Fulda, den 3. Juni 1931.

Die Vorsitzende:

Freifrau von Eagern.

Koisiiill-Verein Fulda und Umgegend Tel. 163. e. E. m. ö. H. Tel.

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