Einzelbild herunterladen
 

Ulltertiattungs blatt

Die Schauspielerin.

Skizze von Erwin Weill?

Baron Boröll gab die Taffe zurück. „Danke,' gnädige

Frau", sagte er, „ich möchte keinen Tee mehr."

Die Schauspielerin stand auf. „Ernen Kognak, Barons?

„Danke." * *

„Zigaretten?"'

Sie stellte einen silbernen Aschenbecher auf den Tee/tisch.

Baron Boröll brannte sich umständlich eine Zigaret te an and sah schweigend dem Rauch nach. Er schien so abwesend und mit sich selbst beschäftigt zu sein, daß sie ebenfalls schwieg gestört betrachten konnte. Noch nie war sie Hinein Baron Boröll begegnet, dessen gepflegtes Sichere

and ihn uit

Mann wie Baron Boröll begegnet, dessen gepflegtes Acrrtzere anb dessen Art sie von der ersten Minute an so bcbtngui rgslos merkannte. Vor einer Woche wurde er ihr in einer >Lesell- chaft vorgestellt. Seitdem sahen sie sich täglich. Vormittags, Denn sie keine Proben hatte, ritten sie zusammen aus, aßen rgendwo im Freien. Den Nachmittag verbrachte er in ihrer Wohnung. Und jeden Abend saß er in einer Loge be3 Theaters, in dem sic auftrat.

„An was denken Sie, Daron?" unterbrach sie das Schweigen. „Langweilen Sie sich bei mir?"

Er fah sie an. Dann sagte er: „Nein."

„Aber?" / . _ .

„Gnädige Frau", stand er unvermittelt auf, „wurden Me nir sehr böse sein, wenn ich mich jetzt verabschiede?"

„Sie wollen gehen?" ' ' "

„Ja."

„Sehe ich Sie nach dem Theater?"'

Er zögerte: „Vielleicht."

„Und morgen?"

„Gnädige Frau", trat er ächtste £t, „ich habe mich'ent­schlossen, morgen früh Paris zu verlaffen."

Ihre Hand zitterte ein wenig, als sie sie ihm reichte. „Dann — wünsche ich Ihnen gute Reise, Baron. Saften Sie gelegentlich etwas von sich hören!" , .

Er führte ihre Hand an seine Lippen. „Darf ich Ihnen zum Abschied etwas gestehen, gnädige Frau?"

Sie' nickte. „Wissen Sie, daß ich um Ihretwillen, morgen Paris verlasse?"

1 „Um meinetwillen, Baratt?"

Ich liebe Sie."

„Und deswegen verlaffen Sie mich?" ...

„Ja. Ich würde Sie heiraten. Aber ich kann'nicht.

Sie trat einen Schritt zurück. Kalt klang ihre. Stimme:

„Weil ich nur eine Schauspielerin bin, Baron.?"

„Nein. Weil ich kein Baron bin, gnädige Frau."

Sie erschrak: „Wer find Sie denn?"

Er lächelte leise: „Ich bin der Hochstapler Feri Farkas aus Budapest."--

Die Uhr schlug sechs, als sie sich aus chrer Umarmung lösten. — .föleib noch. Liebster!" bat die Frau.

Er ließ ihr blondes Haar durch seine Finger gleiten. „Ich bleibe, wenn Du es wünscht. Aber morgen früh werde ich trotzdem wegfahren."

„Nach allem, was zwischen uns war?"

Er nahm ihre Hände. „Sieh, Arianne", sagte er, „es ist Soffer für uns. Heute oder morgen muß ich wieder arbeiten. Morgen oder übermorgen wird man mich dann verhaften. Das bleibt nicht aus. Was wird dann aus Dir? Man hat uns zusammen gesehen. Dein Name ist mit dem meinen eng ver­bunden. Du wärest für Paris erledigt. Die Zeiten sind vorbei, mo ein Skandal für eine Schauspielerin von Vorteil war. Heute verlangt man ihre Gesellschaftsfähigkeit."

„Ich werde die Bühne verlassen und Dir folgen.",

• „Du vergißt, daß Du mir dann auch ins Gefängnis folgen müßtest. Nein, Arianne, wir müssen „uns trennen. Wenn Du ebenso außerhalb der Gesellschaft stündest wie ich, DÜrde ich mit Freuden bei Dir bleiben. Wir könnten heiraten, zusammen arbeiten, und nach drei, vier Jahren zögen wir uns m ein kleines Haus irgendwo fern von den Menschen zurück. Du bekämest Kinder ... Möchtest Du Kinder, Arianne?"

Ihre Augen waren feucht. „Von Dir."

• „Buben oder Mädels?"

„Buben und Mädels."

„Liebes", küßte er sie, „aber was soll das alles? Wu leben in zwei verschiedenen Welten. Wir gehören nicht sm sammen. Ich fahre morgen früh."

Sie stand auf. Lachte nervös. „Wenn ich ein Verbrechen begangen Hätte, würdest Du bleiben?"

„Ich schwöre es Dir."

Krieg dem Heufieber!

Von Dr. med. et phil. Gerhard Venzmer- Stuttgart.

Alljährlich, wenn auf Wiesen und Auen die Gräserblüte beginnt, wird eine beträchtliche Zahl von Menschen von einem höchst störenden und quälenden Leiden überfallen, das mit den mannigfaltigsten Erscheinungen einhergehen kann, so mit schnupfenartig verschwollener Nase, Jucken, Kitzeln und peinigendem Niesreiz, Lichtscheu, Rötung der Augen und Tränenträufeln, Hitzegefühl sowie Empfinden der Völle und Benommenheit im Kopfe, Rauhigkeit und Kratzen im Halse und Heiserkeit, Schweißausbrüchen, Mattigkeit, Brustbeklem­mung und Atemnot, die sich bisweilen bis zu richtigem Asthma steigert. Man faßt diese Erscheinungen heute unter dem Be­griff des „Heufiebers" oder ,,Heuschnupfens" zusammen; und wir wissen, daß es ein den Stärkekörnchen verschiedener Blüten­pollen anhaftender Stoff ist, der auf den Schleimhäuten über­empfindlicher Menschen die erwähnten unangenehmen Reiz- zustände hervorruft. Dabei genügen schon unwahrscheinlich geringe Mengen, um diese „Pollenkrankheit" auszulösen; man kann eine Vorstellung davon gewinnen, wenn man bedenkt, daß beim- Mais etwa 7 Millionen, beim Roggen etwa 20 Millionen, bei anderen Heufieberpflanzen gar 80—IGO Millio­nen Pollenkörner auf ein Gramm kommen und schon einige wenige dieser Pollstäubchen genügen, um bei den zum Heu­fieber Neigenden die Krankheitserscheinungen auszulösen. Wirklich haben denn auch genaue Versuche den Beweis erbracht, daß 0,000 000 025 Gramm des Pollengiftes hierzu ausreichen. Das sind so verschwindende Mengen, daß wir uns den Mecha­nismus ihrer Wirksamkeit im menschlichen Körper nur schwer erklären können. Aber fast noch rätselhafter ist die Tatsache, daß für den einen Menschen diese Pollenstoffe nicht die ge­ringsten Unannehmlichkeiten verursachen, während sie bei dem anderen zu den quälendsten Beschwerden führen. Wir haben da eine Erscheinung vor uns, die wir nicht nur von den Pollen, sondern auch von anderen Stoffen her kennen: das seltsame Phänomen, daß einzelne Menschen winzigste Mengen bestimmter Stoffe nicht „vertragen" können, während die gleichen Stoffe für die Mehrzahl der Menschen völlig unschäd­lich sind. Worauf im besonderen diese Verschiedenheit des Ver- hastenâ beruht. vermag die WrffLnjchaft, LrL heute nicht anzu-

„Gut. Ich habe gestohlen."

Er lachte auf. „Du? Gestohlen?"

„Willst Du Beweise?", stieß sie heraus.

„Zeige sie schon her, Deine Beweise!" lachke er noch immer. „Ich bin wirklich gespannt, was Du für Beweise hast."

Sie starrte ihn lange an. Er verstummte.

„Da", sagte sie und trat an den Tisch, auf dem eine Lampe in weißem Porzellan brannte. „Da — sieh Dir das an, ob das keine Beweise sind."

Sie hob die Lampe hoch und warf sie zu Boden. Sie zerbrach in tausend Scherben. Und aus dem Lampenfuß fielen eine Perlenkette, ein Diamantenarmband, ein Stirnreifen mit acht großen Steinen.

„Ist das kein Beweis?" schrie sie hysterisch.

Der Mann hob den kostbaren Schmuck auf und betrachtete ihn eingehend. „Doch", sagte er dann, „das ist ein Beweis, gnädige Frau. Und zwar ein Beweis dafür, daß Sie es waren, die vor einem Jahr aus der Garderobe der Schau­spielerin Fleuron den Schmuck stahl. Wir vermuteten es zwar schon lange, doch hatten wir keine Beweise. Jetzt haben wir sie. Ich danke Ihnen."

Die Schauspielerin sah ihn faffungslos an: „Ja — wer sind Sie denn?"

PErlächelte: ,^ch bin der Polizeikommissar Braun."

Die falsche Tür.

Skizze von Harry Wien.

Als Bruno aus dem Fenster der Kraftdroschke blickte, um das Haus in Augenschein zu nehmen, in das er die Einladung zu einem Gesellschaftsabend erhalten, fuhr ein anderes Auto an ihm vorbei, an dessen Fenster sich das Gesicht einer Dame neigte, vielleicht um gleichfalls ein Haus zu suchen, in dem sie eingeladen war.

Bruno dachte sogar, daß sie möglicherweise an der gleichen Festlichkeit teilnehmen könnte wie er, denn sie trug ein Abend­kleid mit einer langen Kette aus Türkisen und Korallen. Sehr schön waren chre grauen Augen zu den schwarzen Wimpern, den schwarzen Augenbrauen und dem schwarzen, glänzenden Haar, das sich schlicht und kunstlos an ihre Schläfen legte. Ihr Gesicht aber hatte den Ausdruck einer munteren Unbefangen­heit, die er immer an Frauen sehr liebenswert gefunden.

Das Haus in der Gitschinerstraße Nummer 9, in das er eingeladen war, präsentierte sich als ein großes, vornehmes Mietshaus. Zu Brunos wahrhaftem Vergnügen sah er in der Tat die Dame, die im Auto an ihm vorbeigefahren, das Haus Nummer 9 betreten. Er folgte ihr, nachdem er den Chauffeur mtlohnt. Die Etagentür war hinter ihr noch nicht geschlossen. Er schritt in die Wohnung hinein und wurde von dem Haus­mädchen in den Garderoberaum geleitet.

„Guten Tag, Thomasine. Sehr lange habe ich Dich nicht gesehen", sagte eine blühende, überlaute Dame zu dem Mäd­chen mit dem schwarzen Haar und den grauen Augen.

„Also Thomasine heißt sie", dachte Bruno. „Auch der Name gefällt mir. Er ist apart. Viel besser als Paula, Else ober Hanne."

Er beeilte sich nicht, den Garderoberaum zu verlaffen.

Er beobachtete Thomasine, während sie sprach, lachte, sich die Nase puderte. Je länger er ihr zusah, um so besser gefiel sie ihm. Ihre Stimme war angenehm, ihr Lachen ftisch und unbekümmert. Man brauchte kein großer Menschenkenner zu sein, um zu wiffen: Dieses Mädchen war ohne Falsch und klar bis zum Grund. Wie er bemerkte, entging es ihr nicht, daß er sie beobachtete. Das verringerte nicht im mindesten ihre Natür­lichkeit und Unbefangenheit. Sie verschmähte alle die kleinen Künste der Koketterie, die Damen so gerne anwenden, wenn es ihnen bewußt wird, das Interesse eines fremden, ungewöhnlich gut aussehenden Herrn erregt zu haben.

Wirklich — dieses Mädchen gefiel ihm ausgezeichnet.

„Liebe Thomasine", dachte er, „schön, daß Du mir be­gegnet bist!"

Während Bruno ten Brink sich in dieser Weise mit dem unbekannten Mädchen beschäftigte, ahnte er nicht, daß er in eine sehr peinliche Lage geraten sollte.

Als er den Salon betrat und in die Nähe der Gastgeber geriet, bemerkte er plötzlich, daß ihm diese völlig unbekannt waren. Erst jetzt, als er sich verstört umsah, fiel ihm auf, daß er. unter den Gästen kein einziges bekanntes Gesicht erblickte. Die Röte der peinlichen Verlegenheit färbte seine Schläfen.

„Wie fatal! Ich muß in eine falsche Wohnung geraten sein. Ich wollte zu Baumeister Merwick", sagte er leise zu Thomasine, die neben ihm stand und die ihm plötzlich unter all

geben. Sie muß sich damit begnügen, sestzustellen, daß Dieser oder jener Mensch gegen diesen oder jenen Stoff überempfind­lich ist; und diese Krankheitserscheinungen nennt sie „Ueber- empflndlichkeitskrankheiten." Sie können durch Fische, Krebse, Fleisch gewisser Tiere, bestimmtes Obst (Erdbeeren), Pollen, Haare und Hautschuppen von Tieren, Pilzteilchen, Milber usw. usw. hervorgerufen werden, und genau so, wie Bron­chialasthma und Nesselfieber in weitaus der Mehrzahl bei Fälle auf Ueberempfindlichkeit des Kranken gegen einen bei genannten Stoffe beruhen, hat das Heufieber in der Ueber­empfindlichkeit des Kranken gegen das Pollengift der Blüten seine Ursache.

Wir können uns nun auch erklären, warum der zu Heu­fieber Neigende zur Blütezeit der Heufieberpflanzen fo außer­ordentlich gefährdet ist. Er pflegt dementsprechend ge­nau den führ ihn am geführlichsten Monat zu kennen und diese scharfe zeitliche Begrenzung bei Heufieberanfälle hängt damit zusammen, daß der Patient nicht etwa gegen die Pollen jeder Heufieberpflanze überempfind­lich ist, sondern daß nur eine ganz bestimmte Pflanzenari bezw. Pflanzengruppe ihm gefährlich wird. Für ihn ist eé daher von größter praktischer Wichtigkeit, „seine" Heufieber­pflanze genau zu kennen, damit er sich während ihrer Blüte­zeit besonders in Acht nehmen kann. Freilich kommen als Heufiebererreger viele Pflanzen in Frage. Pollenkrankheit können verursachen: fast alle Wiesengräser, besonders Schwin­gelarten, Ruchgras, Fioringras Rispengras, Lolch, Thimo- theusgras, Fuchsschwanz, Quecke und Kammgras; von Ge­treidearten besonders Roggen, Weizen, Gerste, Hafer und Mais; von sonstigen Pflanzen Seggen, Beifuß, Nachtkerze, Tulpen, Hyazinthen, Maiglöckchen, Kornblumen, Flieder, Jas­min, Holunder; von Bäumen Linde, Falsche Akazie, Ahorn, Kastanie und allem Anschein nach auch die Obstblüte. — Einen gewissen Anhaltspunkt gibt schon die Zeit des Auftretens, die vom April bis in den Oktober reichen kann, in der Mehrzahl der Falle aber in die Monate Mai, Juni und Juli fällt. Der zum Heufieber Neigende wird sich also z. B. sagen; ich bekomme meine Pollenkrankheit alljährlich Mitte Mai. Um diese Zeit beginnen die und die Pflanzen zu blühen. Eine von ihnen muß also der Uebeltäter sein. Aber welche?

Früher: war was da lediglich auf Vermutungen angewie- ieu; heute hat aber bie Wissenschaft ein Mittel geschaffen, um

den Fremden als die einzige erschien, von der 'ihm Rettung aus seiner Pein kommen konnte. y

Sie sah ihn an. Die grauen Augen waren ohne Spott Der Glanz einer schönen Trostbereitschaft glomm in ihnen auf. „Nehmen Sie es sich nicht zu Herzen! Es gibt größeres Unglück", sagte sie.

' „Aber es ist über die Maßen peinlich, unter geladenen Gästen im Brennpunkt aller Blicke als ein Ungeladener stehen." 5

„Ich werde mit der Hausfrau sprechen, Laura Kerkhoven ist meine Freundin", sagte Thomasine.

Die Gastgeberin, eine zarte, hellblonde Frau, und das schöne Mädchen mit dem glänzenden, schwarzen Haar sprachen leise miteinander. Dann kam Frau Kerkhoven zu Bruno ten Brink und wußte auf eine so bezaubernde Art seinen Einzug durch die falsche Tür als einen ganz reizenden Einfall des Schicksals hinzustellen, daß ten Brink wirklich seine Sicherheit und Ueberlegenheit wieder gewann.

Zwar bekam er die Erlaubnis, sich ein Stockwerk höher beim Baumeister Merwick zu melden und dort ein wenig zu verweilen; aber er mutzte das Versprechen geben, sobald wie möglich wieder zu erscheinen und noch einige vergnügte Stunden bei Kerkhovens zuzubringen.

Bruno ten Brink führte sein Versprechen nach einigen Stunden aus.

Er tanzte sieben Mal mit Thomasine.

Nach einigen Monaten fragte er sie, ob sie seine Frau werden wolle.

Und manchmal in den Jahren seiner glücklichen Ehe mit ihr pries er das Schicksal, das ihn durch eine falsche Tür ge­führt hatte, um ihn die Richtige finden zu lassen.

Ein Staudamm im Coloradofluß.

In dem berühmten Catton des Coloradoslusses will man einen Staudamm errichten, der nicht nur zur Bildung eines 150 Kilometer langen Sees führen wird, sondern auch die Bewässerung weiter Wüstengebiete in Kalifornien ermöglichen soll. Der Bau der 230 Meter hohen Betonmauer, die an ihrer Krone 335 Meter Länge aufweisen wird, erfordert um­fangreiche Vorarbeiten zur Ableitung des Flusses. Es werden zur Umgehung der Baustelle vier 1600 Meter lange Tunnels von 15 Meter Innenweite durch den Fels getrieben, die während der Bauzeit die Wassermassen des Colorado aus­nehmen sollen. Um jede Störung der Arbeiten auszuschalten wird oberhalb der Baustelle ein 24 Meter hoher Kosferdümm errichtet. Um für den Betonklotz festen Untergrund zu ge­winnen, müssen die Schutt- und Geröllmassen auf der Sohle des Flußbettes bis zu 45 Meter Tiefe abgeräumt werden. Nach Fertigstellung der gesamten Anlagen, für deren Er­richtung 6& Jahre vorgesehen sind, wird in einem 320 Kilometer langen Kanal das Wasser nach Südkalifornien ge­leitet. In den vorgesehenen Kraftwerken will man bei einer Spitzenleistung von einer Million PS im Dauerbetrieb 650 000 PS gewinnen. Die Kosten sind natürlich auch be­trächtlich, sie werden allein für Staudamm und Krastivcrk auf 400 Millionen Mark veranschlagt. Dazu kommen die Ausgaben für die vier Tunnels, deren jeder 25 Millionen Mark kosten dürste, für die Unterbringung der Arbè ^ einer neu zu errichtenden kleinen Stadt und für die M Kilometer lange Ueberlandleitung, die den elektrischen 3tiom für die Baumaschinen liefert.

Welt und Wissen.

w. Die Entdeckung des nragnetischen Nordpols. Am 2.Ju»i 1331 entdeckte der englische Seefahrer James Clarke Roß aus der Halbinsel Boothia Felix den magnetischen Nordpol. Wird an einem beliebigen Punkte der Erdobersläche eine Magnet­nadel frei ausgehängt, so nimmt sie stets eine ganz bestimmte Richtung an und kehrt, wenn sie aus dieser Ptichtung abgelcnu wird, attmähljch wieder in sie zurück. Es kann nur die Eroe selbst sein, die der sich überlassenen Magnetnadel mit einer ge­wissen Kraft die Richtung anweist. Die'Erde erscheint hiernach als ein gewaltiger Magnet. Den Nordpol dieses Magneten (Der nicht identisch ist mit dem geographischen Nordpol) Md Notz in 70 Grad 5,3 nördl. Breite und 96 Grad 45,3 westl. Lange von Greenwich. Notz starb im April 1862. Der magnetiM Nordpol war unter dem Namen ^Magnetberg" lange vor seiner Entdeckung die Quelle abenteuerlicher Geschichten. hietz von ihm, daß er aus den vorbeifahrenden Schiffen anc Nägel und alle sonstigen Eisenteile herausziehe, so daß die Schiffe auseinanderfielen. Die Angst vor diesem „Magnetoerg sthwand erst, als man durch wissenschaftliche Untersuchungen des Erdmagnetismus auch die Natur der magnetischen poie untersuchen konnte. ____

untèr

,e der

vie „schuldige" Pflanzenart gèrtaü festzustellen. Impft man nämlich einem zur Pollenkrankheit Neigenden winzige Mengen desjenigen Pollenstoffes in die Haut ein, gegen den er, über­empfindlich ist, so bildet sich an der Impfstelle ein Bläschen während ungefährlicher Pollenstoff keinerlei Erscheinungen hervorruft. Auf diese Erkenntnis baut sich nicht nur die Er­kennung, sondern weiterhin auch die moderne Behanolun. des Heufiebers auf. Wenn die Krankheit in einer Ueoer- empfindlichkeit gegen bestimmte Pollen besteht, so wird H eine rationelle Behandlungsweise die Aufgabe zu stellen habe- diese Ueberempfindlichkeit aufzuheben. Man erreicht da^,! dem man den zur Pollenkrankheit Neigenden ganz numaht an das Pollengift gewöhnt, ihn dagegen abstumpft. Zu bW Zweck spritzt man ihm vorsichtig geringe Mengen eines g" schwachen Extraktes des „schuldigen" Pflanzenpollens 1,1 die Haut ein und steigert langsam Stärke und Men Lösung. Der Körper bildet dann in seinen Säften ' - stoffe gegen das Pollengift, die sich in ihrer Wirksamkeit Sen Maße steigern, wie die Menge'des eingespritzten 4

sifes vermehrt wird. Am Ende einer solchen _ stumpfungs-Kur, die natürlich schon einige Monate vo Beginn der Blütezeit der Heufieberpflanzen, also zchO^M. und Mai begonnen werden muß, sind dann dre ei käste des Körpers gegen das Pollengift meist 1° steigert, daß es in diesem Jahre nicht mehr zu ^ anfällen kommt. Bor Beginn der nächstjährigen Z V muß freilich die Abstumpfungskur wiederholt werde , ^ scheint es, daß sich dann allmählich ein Dauerschutz 6 9 -' Pollenkrankheit herausbildet. Das neue Verfahren de ■ * sieberbchandlung bedeutet zweifellos einen wesentlichein; schritt in den Bestrebungen zur Bekämpfung der Pou Seit. Es hat schon zahllosen Heufieberkranken gehp 1 b ^ vielen Menschen, die sonst während der Blütezeit ,, ^ Heufieberpflanze völlig arbeitsunfähig waren, erwog, i - ^ gestört ihrem Berufe nachzugehen; ein um so Erfolg, als doch nur verhältnismäßig Wenige es sich r^en. heufieberfreie Orte wie Davos, Helgoland usw. aulo Uebrigens hat die Pollenkrankheit im letzten JUH^s>/ ^^ trächtlich zugenommen — fast 1 v. H. der Bevotkeru g ^^^ heute an Heufieber! — und zeigt allem Anschein

Neigung zu weiterer Ausbreitung.