micn sind im Reichsverband Deutscher Verwaltungsakademien zusammengeschlossen, der jetzt sein zehnjähriges Bestehen feiert. In dieser Zeit haben Lie Verwaltungsakademien sich als sehr nützliche Einrichtung erwiesen, die die Unterstützung aller Behörden verdienen und auch finden. 240 000 Beamte haben seit dem Bestehen der Akademien dort studiert, in Frankfurt a. M. mit den Zweiganstalten Wiesbaden und Saarbrücken etwa 12 000. Der Reichspräsident hat den Verband aus Anlatz seines Jubiläums mit besonderer Anerkennung begrützt.
Mainz, 25. Mai. (Die Riesenunterschlagungen bei der Mainzer Getreide -Kreditbank.) Bekanntlich hatte Ende Juli v. I. die Mainzer Getreide-Kreditbank A.-G. ihre Zahlungen eingestellt. Eine grotze Anzahl von Kunden der Bank wurde um erhebliche Beträge geschädigt. Als Ursache wurden große Unterschlagungen des Direktors des Instituts, Hofmann-Wiesbaden, die sich auf ungefähr 1,7 Millionen Mark beziffern, festaestellt. Hofmann kam in Haft wurde aber später nach Stellung einer Kaution von 20 000 3t aus der Untersuchungshaft entlassen. Nunmehr findet am 30. Juni die Verhandlung gegen den Direktor Hofmann wegen betrügerischen Bankerotts, Untreue, Betrugs und Betrugsversuchs, Urkundenfälschung und Unterschlagung vor dem Erweiterten Bezirksschöffengericht in Mainz statt. Die Anklageschrift umfaßt 155 Seiten. Für die Verhandlung sind vorläufig 17 Tage vorgesehen. Es find über hundert Zeugen geladen, so datz die Möglichkeit besteht, datz die Verhandlungsdauer noch verlängert werden mutz.
Darmstadt, 25. Mai. (Flechtenheilung unterm Weidenbaum.) Ein in Erotz-Zimmern wohnhafter.Natur- Heilkundiger, der wegen Betrugs mit drei Wochen Gefängnis bestraft wurde, hatte' Berufung eingelegt. Der Angeklagte erbot sich Flecken zu heilen. Die Heilbehandlung geschah in der Art, datz der Kranke nachts auf den Friedhof geführt und unter eine Weide gestellt wurde, worauf der Naturheilkundige eine Beschwörungsformel sprach. Doch die Flechte wollte nicht weichen. Der Angeklagte hatte für. die Berufungsinstanz Zeugen dafür angeboren, datz sie durch seine Methode von Flechten geheilt wurden. Der 73 Jahre alte Angeklagte war früher Kaufmann in Posen und lebt jetzt in Erotz-Zimmern, nachdem er aus Polen ausgewiesen worden war. Bei dem Kranken, der nicht geheilt wurde, handelt es sich um einen bartflechteleidenden Landwirt in Erotz-Zimmern, der 2 M bezahlte. Der Angeklagte will durch Umgang mit einem Posener Arzt sich die nötigen Kenntnisse verschafft haben. Als sein Spezialheilge- biet bezeichnet er Flechte, Rheuma und Jchias. Der Heilbaum müsse eine Weide sein, aber er könne auch Flechten ohne eine Weide heilen. Immerhin müsse der Patient an die Kraft der Heilmethode glauben. Der Spruch sei die Hauptsache, denn die Krankheit müsse „besprochen" werden. Das Urteil lautete anstelle einer verwirkten 20tägigen Gefängnisstrafe auf 200 31 Geldstrafe. Der Tatbestand des Betrugs sei als gegeben anzusehen. Es sei zu bedauern, datz in Deutschland die Kurpfuscherei immer noch straflos sei und nur der Tatbestand des Betrugs herangezogen werden könne.
Mannheim, 25. Mai. (Feuer in einer Mannheimer Gummifabrik.) In der Rheinischen Gummi- und Zelluloid-Fabrik im Vorort Neckarau brach in der Nacht zum Sonntag angeblich infolge Selbstentzündung von Chemikalien in der Weichgummi-Abteilung Feuer aus, das größeren Umfang anzunehmen drohte, aber nach zweistündiger Tätigkeit der Neckar- auer Feuerwache unter Mithilfe eines Löschzuges der Mannheimer Feuerwehr eingedämmt und bewältigt werden konnte. Im zweiten Stock der Abteilung verbrannten für mehrere taufend Mark Rohstoffe und Mobiliar. Der Betrieb erleidet keine Unterbrechung.
SygieniWe Winke auf der^ Reife.
Bedenkt man, welchen Staub, Schmutz iKib Bazillcu- reichtum man beim Reifen als Draufgabe genäßt, so wird man einige hygienische Winke für die Reise gern zur Kenntnis nehmen.
Es ist sehr leichtsinnig, sich mit dem OlofjiV Racken gegen die Lehne des Eisenbahnpolsters zu stufen. Die verschwitzte Haut ist ganz besonders geneigt, v^n den hierin wimmelnden Krankheitsstoffen etwas anzuncOsmen. Furunkel und Ekzeme, die sich an der Nackenhaut häufig bilden, sind die Folge solcher Unachtsamkeit. Man nyidjc es sich zum Grundsätze, ein reines, sauber bezogenes R^c- kisien mitzuführen und nur mit diesem in Berührung kommen. Das Nickerchen im Zugabteil ist dann wciL weniger gefährlich.
Es ist richtig, während der ganzen Reise waschbare^ Handschuhe zu tragen, als mit der unbewaffneten Hand dazusitzen. Werden diese Handschuhe nach beendeter Reise gewaschen, so wird man sich wundern, welche Menge Schmutz dabei zum Vorschein kommt. Die Handschuhe, werden nur abgelegt, wenn man seinen Reiseimbitz zu sich nimmt, der demnach mit völlig sauberen Händen verzehrt werden kann.
Ehe man sich gemütlich auf seinem Platz niederläßt, soll man nachsehen, ob die über dem eigenen Kopf im Gepäcknetz verstauten Gegenstände fest sind und nicht her- abzufallen drohen.
Schwere Koffer selbst cmporzuheben, ist gefährlich. Nur ein an das Heben schwerer Gegenstände gewöhnter Körper nämlich vermag diese Arbeit ohne Schaden durch- zuführen.
Nach der Reise sollte man stets tüchtig gurgeln unb । durch Emporziehen lauwarmen Salzwassers die Nasenschleimhäute reinigen. Eine Unmenge von Staub- und Kohlenteilchen, die sich während der Eisenbahnfahrt in der Nase und im Rachen festsetzen, wird dadurch beseitigt.
Die Müdigkeit, die die meisten Menschen nach einer Bahnfahrt zu befallen pflegt, hat ihren hauptsächlichen Grund im Einatmen der schlechten Luft, das den Organismus stets anstrengt. Der Kampf, den der Körper durch die Abwehr giftiger Stoffe, die in dieser rauchigen und staubigen Luft liegen, zu führen hat, spielt hierbei ebenfalls eine große Rolle.
Schmerzende Fütze.
viele Menschen mit sonst ganz gesunden Füßen leiden an Fußschmerzen, die sich schon nach den geringsten Anstrengungen einstellen. Jeder kleine Spaziergang wird zur (Qual und oft ist es solchen Geplagten nicht möglich, am Abend ihre Arbeit zu verrichten, wenn sie dabei gehen oder stehen müssen. Wenn die Ursache der Schmerzen eine Schwäche der Fußknochen ist, hilft oft schon eine gute Schuheinlage oder ein Schuh mit Unochenstütze.
In vielen Fällen aber ist eine allgemeine Rörperschwäche auch an schwachen Füßen schuld. Dann muß man natürlich auch für eine Besserung des Allgemeinbefindens sorgen. Daneben wird der Fuß durch regelmäßige, vernünftige Pflege gekräftigt.
Man nehme jeden Abend vor dem Schlafengehen ein heißes v. millenfußbad, in welchem die Füße tüchtig zu drücken und zu len sind. Nach dem Bad folgt eine kurze kalte Waschung. Q)et Erkältungen neigt, geht nach dem Fußbad am besten sofort in; und ruht da, bis die Füße trocken sind. Vann sollen sie grünbliA massiert werden. Man braucht dazu ein gutes hautfett ober Massageöl und eine runde Flasche. n
1. Der Fuß wird auf die Flasche gestellt und unter leichtem vru^ hin und her gerollt. ®
2. Man legt sich nun am besten auf den Rücken, hält mit bei den Händen das Bein fest, bewegt den Fuß im Gelenk nach beiden Seiten und versucht auch die Zehen tüchtig zu bewegen. n
3. Nun wird der Fuß, von den Zehen angefangen, mit dem Nai sagefett eingefettet und mit den Händen gründlich massiert, Massage soll bis zum Knie gehen (bei Krampfadern darf nicht mal. fiert werden.) ■*
4. Danach folgt eine Einreibung des Fußes mit Franzbranntwein oder Arnikatinktur oder - täglich abwechselnd - mit beiden mit. teln. Man kann die Fußbehandlung auch teilen, indem man abends has Bad und die Spirituseinreibung macht und am Morgen die mal. sage ausführt. Der Erfolg dieser Fußbehandlung stellt sich wJ* «ach einigen Tagen ein. Kuch bei kalten, schlecht durchbluteten M ßâ hat man bald Linderung, und selbst auf das Allgemeinbefinden ' wirkt diese Fußbehandlung sehr günstig.
Wenn sich eine Besserung eingestellt hat, dann kann man mit den täglichen Ramillenbädern immer öfter aussetzen, bis man sie zuletzt nur einmal in der Woche nimmt. Aber die Massage und die Einreibung wird man zweckmäßig nicht wieder ganz aufgeben weil sie den Fuß im hohen Grade leistungsfähig und gesund erhalten'
Heiteres.
Berlins Rahmenprogramm mm Länderkampf fiel noch hältnismäßig günstig aus. Am Pfinstsonnabend verlor Preußen gegen VfB. Leipzig 2:5, Blauweiß konnte gegen Dessau- 98 auch nur 2:2 spielen. Union-Potsdam gewann gegen Cricket-Viktoria-Magdeburg 4:2, Norden-NW. gegen den Zittauer BC. sogar 7:1. Der BSV. 92 blieb gegen den Spandauer SV. mit 3:2 in Front.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Am 1. Juni 1931 findet eine Schweinezwischenzählung statt Jeder Besitzer oder Verwalter eines Anwesens ist verpflicht^ dem Zähler die Zahl und Art der in seinem Anwesen in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni vorhandenen Schweine anzugeben. Sollte ein Anwesen übergangen sein, so ist der Besitzer oder Verwalter verpflichtet, dem Magistrat über Zahl und Art der Schweine unaufgefordert bis spätestens 3. Juni 1931 Anzeige zu erstatten.
- Die Nichterfüllung der Auskunfts- und Anzeigepflicht oder die Erstattung unrichtiger Angaben wird nach der Verordnung des Bundesrates vom 30. Januar 1917 mit Gefängnis bis zu sechs« Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend RM. bestraft.
Fulda, den' 23. Mai 1931.
Der Magistrat: Dr. D a n z e b r i n k.
Gestorben:
Amalia Goeb, Zieherserweg 36, 53 Jahre alt.
Beerdigung: Mittwoch 4.30 Uhr auf dem neuen städtischen Friedhof.
Fräulein B r e h l, Florengasse 38, 40 Jahre alt.
Beerdigung: Mittwoch 4.45 Uhr auf dem neuen städtischen Friedhof.
Freibank.
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Mittwoch, den 27, Mai, einmalige Wiederholung!
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Handelsregistereintragungen.
Fulda, 18./5. 31 — A 17: Firma Josef Feuerstein in Fulda: Die Firma ist in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt. Gesellschafter sind der Kaufmann Ernst Feuerstein in Fulda und der Kaufmann Willy Feuerstein in Fulda.
Die Prokura des Ernst Feuerstein ist erloschen.
Firma Ignaz Traut in Fulda: Die Firma ist in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt. Gesellschafter sind der Kaufmann Joseph Traut in Fulda und der Kaufmann Karl
A. 237:
Traut in Fulda.
Die Gesellschaft hat am 1./5. 1931 begonnen.
Die Prokura des Joseph und Karl Traut ist erloschen.
Kaufmann Ignaz Karges in Edelzell ist Prokura erteilt.
20 ./5. 31 — unter A Nr. 577: Firma Hessische Kleiderfabrik, Joseph Herbstmann in Fulda. Inhaber ist der Kaufmann Joseph Herbstmann, Fulda.
21 ./5. — A. 533: Firma Pianolager Bülow, Eduard Kretz in Fulda: Die Firma ist erloschen.
Amtsgericht, Abteilung 5.
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Ueber das Vermögen der Firma Otto Müller, Inhaber Kaufmann Otto Müller in Fulda ist am 23. Mai 1931 das Konkursverfahren eröffnet worden. Konkursverwalter: Kaufmann Oswald Milker in Fulda. Erste Gläubigerversammlung und allgemeiner Prüfungstermin den 16. Juni 1931, 9 Uhr vor dem Amtsgericht hier Zimmer Nr. 11; Anmeldefrist und offener Arrest mit Anzeigepflicht bis 12. Juni 1931 (5 N. 8/31—1).
Fulda, den 23. Mai 1931.
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